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    • Das erlernen tonaler Sprachen befördert die Wahrscheinlichkeit eines absoluten Gehörs.

      ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19354413

      (Wie immer interessant für elfenmäßiges, weil die schließlich superduper sind. Tonale Sprachen, musikalische Traditionen und so weiter können aber als Grundlage für Fähigkeiten und Fertigkeiten dienen, denen ein absolutes Gehör helfen kann, gleichgültig wer jetzt das absolute Gehör kriegt.)
    • Dazu mag ich nur kurz anmerken, dass "perfektes Gehör" und "absolutes Gehör" keine Synonyme sind; zudem sagt, ein absolutes Gehör zu haben, noch nicht unbedingt etwas über die Fähigkeit, musikalische Zusammenhänge zu erkennen, aus. Ein gutes "relatives Gehör" zu haben, ist ebenfalls eine wichtige Fähigkeit.
      Irgendwo neulich hab ich auch mal wieder von einem Zusammenhang zwischen Synästhesie und absolutem Gehör gehört, was mir sehr einleuchtend erscheint - im Grunde ist ja die Frage eher: Warum haben so viele Menschen kein absolutes Gehör? Farben können wir ja schließlich auch eindeutig zuordnen, und wir müssen nicht relativ vorgehen: "Okay, wenn das hier blau ist, dann muss das hier grün sein!"

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Warum haben so viele Menschen kein absolutes Gehör? Farben können wir ja schließlich auch eindeutig zuordnen, und wir müssen nicht relativ vorgehen: "Okay, wenn das hier blau ist, dann muss das hier grün sein!"
      Das find ich jetzt wiederum nicht weiter erstaunlich. Schon in den ersten Monaten geben wir Kindern Spielzeug, das mit Farben arbeitet. Farben gehören zu den ersten Worten, die wir nach Mama und Papa lernen. Im Kindergarten ist (nachdem die Kinder noch nicht lesen können) alles mit Farben markiert. Und selbst in der Grund-/Volkschule dreht sich weiterhin alles um das Können, Konzepte über Farben zu sortieren.

      Töne? Naja, Kinder hören und singen zwar Kinderlieder, aber da eben nur als Melodie. Eine Zuordnung einzelner Töne zu Konzepten erfolgt nicht. Einzig sowas wie Tierstimmen (die wiederum wir später auch ganz gut zuordnen können) werden mal für Zuordnungsspiele verwendet, aber nie die Töne an sich.

      Edith: Da fällt mir grad ein Projekt ein, an dem ein Kollege unlängst beteiligt war, bei dem es darum ging, "Visualisierungen" nicht mehr über Farben zu machen, sondern eben über Töne. Das geschulte Ohr (und angeblich dauert es nicht lange, bis man vom Auge aufs Ohr umsteigen gelernt hat) hört dann Auffälligkeiten heraus. Ich schau mal, ob ich irgendwo einen Link dazu finde.
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      - Les Friction, Dark Matter
    • Es geht immer nur darum, wie sehr man es als Kind trainiert.
      "Absolutes Gehör" oder "absulutes Sehen" existieren nicht. Das, was wir "absolutes Gehör" nennen, heißt, dass man einen Ton innerhalb der in unserer Kultur vertrauten Tonspektren einordnen kann. In anderen Kulturen lassen sich feinere Tonspektren beobachten; in Indien unterscheidet man das, was hierzulande Halbtöne wären, als Ganztöne. Ein Kind, das hierzulande "absolutes Gehör" hat, hat anderswo also keines.

      Mich würde ansonsten interessieren, warum ein "absolutes Farbsehen" (davon absehend, dass es nur annähernd verstanden sein kann) schon damit zufrieden sein sollte, dass man blau und grün auf Anhieb unterscheiden kann. Du weißt so gut wie ich, wie viele Blau- und Grüntöne existieren, und jeder nimmt das unterschiedlich fein wahr. Lustig, dass du diese beiden Farben gewählt hast - denn es soll tatsächlich Insulanerkulturen geben, die Blau und Grün nur sehr schwer trennen können und es als minimal verschiedene Töne derselben Farbe erachten. Wie es hierzu kommen kann, steht auf einem anderen Blatt.
    • Da braucht's nichtmal abgelegene Insulaner, die Unterscheidung zwischen Blau und Grün ist im Japanischen auch erst durch die Europäer aufgekommen (gut, jetzt könnte man natürlich sagen, Japaner sind auch nur Großinsulaner :lol: ). Die Ampelfarben sind dort heute noch immer Rot-Gelb-Blau, und einen besonders schönen Anblick bieten die blauen Wiesen.
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    • Yagomar schrieb:

      in Indien unterscheidet man das, was hierzulande Halbtöne wären, als Ganztöne. Ein Kind, das hierzulande "absolutes Gehör" hat, hat anderswo also keines.
      Jein... "absolutes Gehör" heißt, einen bestimmten Tonfrequenzbereich als solchen erkennen zu können. Das ist erst noch unabhängig davon, welches Tonsystem für die Benennung verwendet wird (abgesehen davon, dass bei einem sehr groben System, das nur noch zwischen sagen wir mal "tief", "hoch" und "mittel" unterscheidet, fast alle Menschen dieser Unterscheidung fähig wären.)

      Wie fein genau die Abstufungen gehört werden, ist sicherlich auch noch variabel und hängt, da die Abstufungen ja kulturell bedingt sind (nicht jedoch generell der logarithmische Aufbau unserer Tonhöhenwahrnehmung), von dem verwendeten Tonsystem ab - allerdings würde jemand, der ein absolutes Gehör in Bezug auf ein westliches Tonsystem hat, möglicherweise auch mit Vierteltönen oder anderem zurechtkommen. (Das wäre dann ähnlich wieder wie das feinere Untescheiden von verschiedenen Blautönen)

      Ich hab mit dem Erstellen von Tonsystemen vor Jahren mal herumgespielt, bei Interesse kann ich dazu ja mal einen Thread aufmachen.

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    • Ebenso! *handheb*

      Das Magiesystem bei meiner Steampunkfantasyhorroreasternmischmaschwelt war stark auf Schall aufgebaut, und ich überleg gerade, ob ich das nicht bei einzelnen Magieschulen auch auf Bhrin mache - wär also für jedes Fitzelchen Hintergrundinfo dankbar... ;)
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    • Der Begriff Weinkenner ist irreführend. Weder Weinkenner noch die entsprechenden Wettbewerbe zeigen Konsistenz: cambridge.org/core/journals/jo…FBAC63C5FB6DCF1C2F4BB6655

      Für Weltenbastler: Über Subjektivität und Geschmack kann man eine weite Reihe von Inkonsistenzen bauen: Menschen, die sich mal so mal so entscheiden und an die Konsistenz ihres eigenen Urteils glauben. Evidente Kriterien, die gar nicht so evident sind (banales Beispiel: Deutung von Omen).
    • cosmosmagazine.com/physics/uni…-cern-physicists-conclude

      Der Magnetismus von Materie und Antimaterie scheint identisch zu sein, wie extrem aufwendige Messungen jetzt ergeben haben; damit wackelt die bisher verbreitete Theorie, wie das Universum der Materie überhaupt existieren kann. Theoretisch muss nämlich für jedes Proton da draußen auch ein Anti-Proton existieren, und es muss eine Kraft existieren, die beide nach dem Urknall voneinander getrennt hat. Sie hätten einander sonst regelrecht vernichtet.

      Die Forscher suchen weiter danach, welche Kraft es gewesen sein könnte.
    • spektrum.de/news/ist-a-2017-u1…tellaren-weltraum/1514295

      Der erste Besucher aus dem interstellaren Weltraum?
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nich nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Brrrrrr. Es ist zwar im einzelnen Fall ein nur sehr kleines Risiko im Spiel, aber möglicherweise sind solche "Außenseiter" die Meteore, die uns auf der Erde wirklich einen Besuch abstatten könnten und es auch immer wieder tun. Innerhalb des Sonnensystems sind schon seit Äonen keine nennenswerten Brocken mehr unterwegs, die nicht brav einen sicheren Kurs einhalten würden, bei dem sich jede Kollision ausschließen lässt.

      Übrigens, ein socher Überraschungsmeteor müsste nicht unbedingt in die Erde selbst einschlagen. Die Dinosaurier hat es möglicherweise auch nur erwischt, weil irgendwo im äußeren Sonnensystem irgendein kleinerer Mond überraschend zerschlagen wurde und sich Brocken wie Billiardkugeln auf irregulären Bahnen ausbreiteten. Es spricht manches dafür und nichts dagegen. Aber solche Theorien sind natürlich nur schwer zu erhärten.
    • Der Sprung von der Theorie in die Praxis kann auch schon mal etwas dauern. Die Methode zur Verflüssigung von Leichen ist schon seit ein paar Jahren bekannt. Nun will Kalifornien diese Methode neben Erdbestattung und Einäscherung als weitere Bestattungsart zulassen. Andere US-Staaten könnten demnächst folgen.
      heise.de/tr/artikel/Kalifornie…g-genehmigen-3874090.html
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