Welterkundung mit Würfel (Selbstversuch)

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    • Welterkundung mit Würfel (Selbstversuch)

      Angeregt durch Jundurgs Thread Würfelplotting Wollte ich mal im Selbstversuch den GM Emulator (Im Thread verlinkt) ausprobieren. Hier ist das Ergebnis dieses Experiments.
      Ich denke, im Rollenspielforum ist es richtig, da es doch recht viele Rollenspielelemente enthält. Als Werkzeug zur Eigenwelterkundung ist Weltenbastelrelevanz IMHO durchaus gegeben. (Damit keiner sagt, ich würde hier einen reinen RPG Sessionbericht posten wollen.)

      Da das hier RPG ist, werde ich jedoch etwas Setting und Spielmechanik in Farbe mit einbringen.

      Zunächst etwas
      Hintergrund
      Rebertoka Kaalhe
      Rebertoka Kaalhe ist der Held unserer Geschichte. Er wurde als Säugling vor einem Tempel des Bertoka ausgesetzt aufgefunden. Dort wurde er adoptiert und Rebertoka Kaalhe (Knecht des Bertoka) genannt. Es begann ein Leben voll harter landmännischer Arbeit. Auch eine grundlegende Ausbildung in den zugehörigen Wissenschaften und Handwerken fehlte nicht.
      Rebertoka erwies sich als zuverlässig und selbständig. Als Junge kam es gelegentlich vor, dass er Räuber oder Raubtiere vertreiben musste. Eine echte Kriegswaffe war ihm verboten, doch im Umgang mit Jagdspieß und -messer zeigte er sich recht geschickt.
      Alles in Allem sahen seine Vorgesetzten gute Anlagen, ihn zum Überbringen einer Botschaft nach Enda zu schicken.
      Bertoka
      Ein Gott des Landlebens. In vielen ländlichen Gebieten zu finden und dort oftmals die einzige Gottheit mit ständiger Niederlassung. Jedoch ist er um so geringer geachtet, je größer und kultivierter die Ortschaft ist. Nur in einigen wichtigen Städten hat er überhaupt Tempel und Priesterschaft.
      Seine Domänen sind Akerbau, Viehzucht und Jagd. Bertoka sorgt sich um den Schutz der Landbevölkerung, wo Organe der Obrigkeit nicht zu finden sind. Seine Priester kennen Rituale zur Kontrolle von Fruchtbarkeits-, Wachstums- und Wettergeistern.
      Je abgelegener die Region desto eher hören die Bewohner auf einen zufällig anwesenden Bertoka Priester mehr, als auf einen staatlich bestellten Richter. In "zivilisierten" Regionen werden Bertoka Anhänger jedoch schnell als Verehrer der Wildnis und Barbarei abgetan.

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      Geplanter Ablauf: Rein nach Enda Bertoka Tempel finden, Tür auf, Botschaft abgeben, Tür zu, fertig. Mal sehen, was draus wird.

      Szene 1: Chaos Faktor: 5
      Rebertoka befindet sich auf dem Weg nach Enda.
      Ausrüstung: Ordensgewand, Wanderstab, Jagdmesser, geringe Barschaft, Rucksack mit Proviant und zu überbringender Botschaft.

      Alter Scene Nacht bricht herein.
      F: Bin ich allein unterwegs? -> Nein
      Auf meinem Weg nach Enda bin ich einer Reisegruppe begegnet, der ich mich anschließen konnte.
      F: Landleute, die auf dem Markt in Enda ihre Waren verkaufen wollen? -> Nein.
      F: Händlertross? -> Nein.

      Eine Gruppe fahrender Söldner kam des gleichen Weges. Lachend hatten diese gemeint, ich solle mich ihnen anschließen. In ihrem Gewerbe könne man jeden Segen brauchen, auch wenn er nur von einem Rübenklauber kam. Ein unangenehmer Haufen. Nichts ist ihnen heilig. Hoffentlich bin ich die bald wieder los.
      Doch nun heisst es zunächst, ein Lager für die Nacht zu finden.
      F: Ist eine Ortschaft am Ort? -> Ja
      Glücklicherweise haben wir rechtzeitig eine Ansiedlung erreicht. Morgen gilt es dann, das letzte Stück nach Enda zurückzulegen. Die Söldner sind natürlich zielgerichtet auf das Schankhaus zugestürmt. Mich jedoch zieht es nicht in diese lauten Stätten. Deshalb sehe ich mich nach einfacherem um.
      F: Gibt es einen Bertoka Schrein? -> Absolutely Not!
      Ein Mann auf der Straße spricht mich an: "An Deiner Stelle würde ich um diese Zeit nicht so offen auf der Straße herumstravanzen. Die Königlichen mögen Deinesgleichen hier gar nicht."
      "Ich suche nur eine Unterkunft. Wie könnte ein einfacher Ordensmann hier unbeliebt sein?"
      "Im Frühjahr haben Deine Leute hier für einen Aufruhr gesorgt. Nicht nur, dass sie vertrieben wurden, der Vogt hat daraufhin auch noch die Abgaben erhöht. Weil wir einfachen Leute euch unterstützt hätten." Er spuckt aus. "Jetzt geh, zahl für Dein Bett, wie jeder anständige Reisende."
      Da bleibt mir wohl keine Wahl, als dieses Wirtshaus aufzusuchen.
      F: Ist es voll -> Nein
      Na, wenigstens werde ich nicht gegen eine Schallmauer zu kämpfen haben. Außer meinen Söldnern sind nur wenige Gäste anwesend. Von diesen kommt jedoch gleich ein Zuruf: "Hallo, kleiner Priester. Wir dachten schon, Du wolltest Dich von uns abseilen."
      Fein. Damit wäre wohl jede Chanze eines einigermaßen guten Eindrucks im Eimer.
      F: Reagiert der Wirt ablehnend mir gegenüber? -> Nein
      Ich lasse mir ein einfaches Nachtmahl und einen Krug Bier bringen. Ein Zimmer bekomme ich auch noch. Ich beschließe mich bald zurückzuziehen.
      Bleibt die Nacht angemessen ruhig? -> Ja
      Szene Ende.


      ---------

      Fazit: Ich habe ablehnende Würfel.
      So weit hat es Spaß gemacht. Ich werde auf jeden Fall weiterspielen. Ein gelungenes Experiment also. (Ob ich allerdings mit diesen Würfeln jemals ankomme?)

      Seid ihr am Weitergang dieses Experimentes Interessiert, oder ist das zu Rollenspiellastig?
    • Hans schrieb:

      Wollte ich mal im Selbstversuch den GM Emulator (Im Thread verlinkt) ausprobieren.
      Bin ich blind zur Geisterstund? Finde den Link nicht. Oder meintest du Jundurgs Beitrag "Würfelplotting", mit dem Würfelsystem? Gleiche ja / jein / nein Parameter?

      Spaßeshalber würde mich eine Fortsetzung durchaus interessieren.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Damokles-Sternenring - meine kleine Galaxie
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Nemedon schrieb:

      meintest du Jundurgs Beitrag "Würfelplotting", mit dem Würfelsystem?

      Ja. In meinem Beitrag im Würfelpöotting Thread.

      Spaßeshalber würde mich eine Fortsetzung durchaus interessieren.[/align]

      Auf vielfachen (n>=1) Wunsch eines einzelnen Lesers mache ich das also. Sobald ich (mindestens) eine weitere Szene habe.
    • Forticus schrieb:

      Mit der zweiten Szene bekommst Du auch einen zweiten Leser.

      Juhuu, zwei Leser. Eine Steigerung um 100%.
      Wachstum nenn ma dees. Wachstum!

      Ein Gedanke kam mir gerade: Es geht ja bei diesem Experiment um die Frage, wie ist die Würfelei zur Welterkundung geeignet. Also weniger um das Ergebnis, als den Vorgang an sich. Ich könnte mir also vorstellen, noch mehr Mechanik in die Posts einzuflechten.
      Was meint ihr?
    • Die genaue Mechanik würde mich auch interessieren. Du hast zwar das pdf verlinkt, aber ich sitz zur Zeit an meinem Uralt-Computer in NÖ, der packt das pdf nicht. ;D

      Und die erste Szene liest sich ganz interessant. ;)

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    • Zur Mechanik: Der MGE teilt alles in sogenannte Szenen ein. Eine Szene hat ein "Setting", eine Ausgangssituation, die sich zufällig noch mehr oder weniger stark verändern kann. Je höher der Chaosfaktor, desto wahrscheinlicher, dass sie es tut. Die Szene dauert, bis ein geeigneter Endzustand erreicht ist.
      Getrieben wird das Spiel durch Fragen, die per Würfelwurf mit "exceptional yes", "yes", "no" oder "exceptional no" beantwortet werden. Die Wahrscheinlichkeit für jede Antwort hängt ab vom Chaosfaktor und einer willkürlichen Einschätzung. Zusätzlich können zufällige Ereignisse eintreten, wieder je wahrscheinlicher, um so höher der Chaosfaktor. Ereignisse sind zusammengesetzt aus zwei Worten, Verb und Objekt.
      Danach wird alles zusammen genommen und unter Berücksichtigung der Vorgeschichte interpretiert.

      Ausserdem gibt es Listen, die bei den Ereignissen eine Rolle spielen können. Meine bestehen momentan aus:
      Threads:
      • Botschaft überbringen
      • Was geschah in Kaihem wirklich?

      Characters
      • Rebertoka Kaalhe (PC)
      • Söldnertrupp (NPC)
      • Wirt in Kaihem (NPC)
      • Unbekannter Mann aus Kaihem (NPC)


      Genug des trockenen Zeugs. In der nächsten Szene wollte ich einfach nur in die Stadt hinein. Durchs Tor durch und fertig. Sollte doch machbar sein, oder?
      Szene 2, CF 6 (Ist letzte Szene eigentlich überhaupt irgend was in meinem Sinn gelaufen?)
      Vor den Mauern von Enda. Enda ist in Sichtweite.

      Altered Scene Große Menschenmenge vor dem Tor.
      F: Ist ein Festtag? (Somewhat likely) -> Ja
      Am nächsten Tag erreichten wir am frühen Nachmittag endlich Enda. Den ganzen Weg entlang wurde die Straße immer voller mit lustigem Volk.
      F: Ein religiöser Feiertag? (Likely) -> Ja
      Diese fragten uns, ob wir auch unterwegs seien, der Prozession der Kreseisi beizuwohnen.
      F: Findet die heute noch statt? (Very unlikely) -> Ja
      Bei Sonnenuntergang wäre die ganze Stadt mit bunten Laternen erleuchtet. Eine Jungfrau die die Kreseisi darstellt wird, umhängt von Blumengirlanden durch die Straßen getragen.
      (Kreseisi ist behüterin der Kultur und Schönheit, bezwingerin der Wildnis. Sie steht für junge Liebe und Romantik, sowie nächtliche Feiern. Kreseisi wird besonders in neugegründeten Ansiedlungen verehrt, hat aber, wie man sieht, auch in alten Städten eine respektable Stellung.)
      Als schließlich die gewaltigen Mauern der Stadt Enda in Sichtweite gerieten, sahen wir auch sofort schon eine wartende Menge vor den Toren. Die Wachen nahmen heute ihre Pflichten genau, nicht zuviel Gesindel in die Stadt zu lassen.
      F: Feiern die da draußen schon mal? (Somewhat likely) -> Exceptional yes
      Ich hatte mich getäuscht. Nicht die Wachen trugen Schuld am Auflauf vor den Toren. Die ganze Feierlichkeit, so wurde mir erklärt, begann hier draußen. Kreseisi würde von hier aus in die Stadt hinein getragen.
      Wir gesellten uns zu den Feiernden.
      F: Bleiben die Söldner in meiner Nähe? (Very unlikeky) -> Exceptional yes
      Ich wollte mich nicht in dieses Gewühl stürzen und so schnell wie möglich in die Stadt zum Bertoka Tempel. Doch Tarek, einer der Söldner, ein Nordinier, legte seinen mächtigen Arm um meine Schultern und rief: "He, kleiner Priester, das musst Du Dir ansehen."
      F: Hat er eine Gruppe Mädels entdeckt? (Near sure) ->Ja
      "Na, bei dem Anblick weiss man doch gleich, zu welcher Göttin man beten muss."
      Hatte er diese Spitze bewusst gesetzt? Ich fragte nicht danach, sondern schrieb es seiner Begeisterung und beschränktem Verstand zu.
      "Holla, ihr Grazien der Stadt. Dürfen wir euch zu dieser Feier auf einen Trunk einladen?"
      F: Lassen die sich darauf ein? (50/50) -> Ja
      "Sieh an. Die stolzen Recken der Provinz. Meint ihr, ihr habt uns etwas zu bieten?""
      "Aber sicher. Ich bin Tarek der Nordinier, siegreicher Held aus unzähligen Schlachten."
      "Aus Schlachten. Dein Freund sieht nicht nach einem Kämpfer aus."
      "Lass Dich nicht täuschen. Wenn der in Rage gerät ist er der Schrecken von Bären und Bestien."
      F: Kennt sie den Bertoka Kult? (Nach ihrem bisherigen Verhalten: Unlikely) -> Ja
      F: Sind alle Söldner da? (50/50) -> Ja
      Ereignis: Remote Event / Usurp the Opulence

      "Ihr seid also weit herum gekommen. Wolltet ihr uns nicht einen ausgeben?"
      "Aber sicher doch. Wo gibt's hier nur das gute Zeug?"
      Die Söldner lachten und scherzten weiter mit diesen Damen. Ich hielt mich zurück, da ich immernoch in die Stadt hinein wollte und mich auf der Feier einer Stadtgottheit nicht so richtig wohl fühlte. Doch eine von ihnen kam direkt auf mich zu: "Du, sag mal, gehörst Du zum Bertoka Kult?"
      "Ja, das ist richtig. Mein Name ist Rebertoka Kaalhe, Priesteraspirant aus Afim."
      "Ich bin Strid. Mein Vater war in Kaihem dabei. Als Soldat. Er erzählte, dass der Bertoka Schrein dort einen großen Schatz gehabt haben soll. Der nun dem Vogt gehört."
      "Weisst Du, warum die Bertoka Priester aus Kaihem vertrieben wurden?"
      F: Weiss sie das? (No way) -> Nein
      "Nein. Aber irgend etwas muss dort komisch gewesen sein. Komisch genug, dass es sogar die Soldaten bemerkten."
      "He, ihr da hinten" rief uns Tarek zu. "Schluss mit den langen Gesichtern. Dies ist ein Fest. Da wird gefeiert."
      "Recht hat er." Meinte Strid. "Lass uns den Tag verfeiern."
      F: Will sie mit mir "verfeiern"? (50/50) -> Ja
      "Du wilder Kerl kannst mir doch sicher was von den Bären und Bestien erzählen."
      "Um, äh, ja, ..."
      "Und wenn es zu schrecklich wird, halte ich mich an Dir fest, ja?"
      Schluss, aus, Szene Ende.

      Gönnen wir den Charakteren etwas Privatleben, bis zum Einzug der Prozession nach Enda. Zwei Szenen vorbei und ich bin immer noch nicht drin. Das ist ja gar nicht einfach.
      Meine Würfel würfeln nicht gut, oder schlecht, sie tendieren zu Clusterbildung. Starker Clusterbildung.

      Der Threadliste ist nichts hinzugekommen. Allerdings nimmt der Kaihem thread Fahrt auf.
      An Characteren haben wir jetzt Tarek und Strid hinzugefügt. Tarek könnte ich weiter als einer der Söldner laufen lassen, er hat sich dazu aber ein Bisschen zu sehr in den Vordergrund gespielt.
      Chaos Faktor geht wieder hoch. Kontrolliert habe ich selbst hier eigentlich wieder nichts.
    • Weiter auf meiner verzögerten Reise.
      Das System hat mir eine Interrupt Scene hingeworfen. Der Tordurchschritt wird also wieder verzögert. (Ob ich da jemals rein komme?
      Das Szeneereignis hatte ich eigentlich schon zum FJT ausgewürfelt. Allerdings hatte ich dafür dann überhaupt keine Idee. Nachdem ich dazu übergegangen bin, dem Mythic Frage nach Frage zu stellen und immer noch keine Idee hatte, habe ich gemäß dem Kapitel This is not twenty questions (ein Fehler in den wir auch beim FJT zu verfallen drohten -- zu viel fragen, zu wenig interpretieren) die I don't know Regel angewandt und bis zum Szenestart zurückgesetzt. Das neue Interruptereignis wurde dann erwürfelt als:
      PC Negative -- Haggle / The Public
      PC habe ich nur einen - Rebertoka Kaalhe. Der Betroffene ist also schnell gefunden. Damit zurück zur Party. Die ist in vollem Gang. *prost*


      Threads:
      • Botschaft überbringen
      • Was geschah in Kaihem wirklich?


      Characters
      • Rebertoka Kaalhe (PC)
      • Söldnertrupp (NPC)
      • Wirt in Kaihem (NPC)
      • Unbekannter Mann aus Kaihem (NPC)
      • Tarek (Söldner/Nordinier) (NPC)
      • Strid (NPC)




      Szene 3, CF 7
      Paaaadyy!

      Der restliche Abend nahm seinen Lauf. Bis ein angetrunkener Mann auf uns zu trat.
      "Sieh an, Ein Anhänger des wilden Gottes. Bist Du her gekommen, um Dich zivilisieren zu lassen?"
      "Meine Anwesenheit hier fällt rein zufällig mit diesem Fest zusammen."
      F: Will er mir was abkaufen? (50/50) -> Ja
      "Einen netten Spieß trägst Du da mit Dir rum Ich hab ja ne Schwäche für solches primitive Zeug. 35 Sekel gebe ich Dir dafür."
      F: Ist das viel? (Unlikely) -> Ja
      Strid, die neben mir stand leuchteten die Augen bei diesem Angebot. Doch ich hatte gelernt, andere Dinge als Geld wichtig zu nehmen.
      "Du bist betrunken und weißt nicht, was Du redest. Mein Jagdspieß ist nicht verkäuflich."
      "Das ist ein heiliger Spieß, ja? Der hat den Segen deines Gottes, nicht wahr? He Leute," rief er seinen Freunden zu, "der kleine Priester hier hat ein echtes Heiligtum dabei."
      Von allen Seiten richtete sich nun die Aufmerksamkeit auf uns. Ich sah mich nach einem Fluchtweg um, doch stand ich in der Mitte des allgemeinen Geschehens.
      "40 Sekel dann eben für den heiligen Spieß" Wandte sich der Betrunkene wieder an mich.
      F: Hat der Trunkenbold richtig geraten? (Very unlikely) -> Ja (Mist!)
      "Die Jagdwaffe ist nicht zu verkaufen. Sie gehört nicht mir, sondern dem Tempel!"
      Ein dicker Mann drängte sich nach vorne: "Wenn Du die Waffe nicht verkaufen willst, was hältst Du von einer Anstellung als Jäger auf meinen Gütern?
      F: Mischen sich da mal die Söldner ein? (50/50) -> Ja
      Mit einem Bierhumpen in der Hand schwankte nun Tarek auf uns zu.
      "Nun kommt schon, Leute. Ihr seht doch, dass der kleine Priester nicht mag."
      "Seid ihr die Begleiter des heiligen Mannes?" Unwillkürlich zuckte ich bei dieser Bezeichnung zusammen. Doch Tarek richtete sich zu seiner vollen Größe auf.
      "Das will ich meinen."
      "Was ist jetzt mit dem Spieß? 42 Sekel, mehr hab ich nicht." warf der Angetrunkene ein, doch keiner achtete mehr auf ihn.
      Der dicke Gutsbesitzer musterte die Söldner zunächst abscätzig, doch dann sagte er:
      "Die Freundschaft des Priesters empfiehlt euch. Ihr könnt ihn an seine neue Stelle begleiten."
      "Moment. Ich bin im Auftrag meines Tempeloberen unterwegs. Dem bin ich zu Gehorsam verpflichtet, ich habe nämlich noch gar nicht die hohe Weihe empfangen. Ich kann also noch gar keine eigene Priesterschaft antreten."
      F: Ist der Gutsbesitzer noch interessiert? (Likely) -> Total
      "Mein Angebot steht. Wann kannst Du das Priesteramt antreten?
      F: Weniger als ein Jahr? (Somewhat likely) -> Total
      "Nachdem mein Auftrag hier beendet ist, liegt es an meinen Oberen, wann er die Jagd ansetzt. Ich rechne bereits seit einigen Monaten jeden Tag damit. - Wo ist denn Euer Landgut?"
      "Knapp zwei Wochen südlich von hier. Bei Tarkai. Also nimmst Du mein Angebot an?"
      "Das kann ich noch nicht sagen. Mein Tempel hat das letzte Wort."
      F: Gibt er jetzt einen aus? (50/50) -> Total
      "Nun, der sollte da wohl zustimmen. Was soll schon noch passieren, wenn man sich auf dem Fest der Kreseisi mit einem Heiligtumsträger des Bertoka einig wird. Das muss begossen werden. Du und Deine Freunde sind heute bei mir eingeladen."
      F: Ist Strid über die Entwicklung der Dinge erfreut? (Somewhat likely) -> Ja
      Während die Söldner johlten und ihren Mädels zuprosteten (oder so ...) schmiegte sich Strid fester an mich.
      "Du hast noch gar nicht gesagt, dass Du so einen magischen Speer hast." Sagte sie mit einem Funkeln in den Augen. ((Anmerkung des Autors: Dees hob i doch söibst no gar net gwüsst!)
      F: Sind wir noch im Zentrum der Aufmerksamkeit? (Somewhat likely) -> Ja
      Das Murmeln und Raunen der Menge machte mich so nervös, dass mir Strids Blick beinahe entging.
      "Nicht magisch." Konnte ich gerade noch antworten.
      "Segne uns" erschollen Rufe aus der Menge.
      Tarek stand bei mir. "Nun mach schon. Deine Anhänger warten."
      Also gut. Wenn es das brauchte, um die Leute zufrieden zu stellen. Ich stellte mich auf einen Kasten und sprach einen kurzen Segen über die Menge.
      F: Sind sie nun zufrieden? (50/50) -> Ja
      Die Menge jubelte und ich entließ sie wieder zum Fest der Göttin deretwegen sie eigentlich gekommen waren.

      =========================

      Diesmal gibt es keine neue Religion. Aber durchaus weltrelevante Details die festgelegt werden mussten. Z.B. das Landgut mit einem Besitzer zwei Wochenreisen entfernt. Nun, er kann aus verschiedenen Gründen hier sein und z.B. einen Verwalter dort haben.
      Den heiligen Spieß wollte ich nicht. Was macht so ein Teil eigentlich? Die Leute finden es jedenfalls ganz toll. (Ich bin nicht der Messias!)

      Zum System: Ich hatte nur Ja und Total, obwohl meine Würfel bei Testrollereien sich durchaus im statistischen Rahmen bewegen. Ein Chaosfaktor von 7 ist allerdings schon recht hoch. Wenn ich am System was ändern würde: Hoher Chaosfaktor bevorzugt ein "Ja" Ergebnis. Ich würde es eher in Richtung "Unvorhersagbar" also 59% Chance verschieben.
    • Sehr amüsant zu lesen. ;D

      Hoher Chaosfaktor bevorzugt ein "Ja" Ergebnis. Ich würde es eher in Richtung "Unvorhersagbar" also 59% Chance verschieben.

      Das finde ich auch seltsam; wenn das Würfelergebnis in eine Richtung bevorzugt, kann man ja durch das Stellen der Frage das Ergebnis beeinflussen:

      Passiert dies?
      v
      Passiert dies nicht?

      Demnach gibt ein hoher Chaosfaktor die Kontrolle in die Hand des Spielers, oder?

      die I don't know Regel angewandt und bis zum Szenestart zurückgesetzt.

      Sowas brauch ich auch, glaub ich... Ich schaff es regelmäßig, mir durch wiederholte negative Antworten jegliche logische Möglichkeit zunichtezumachen. ;)

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Sehr amüsant zu lesen. ;D

      Hoher Chaosfaktor bevorzugt ein "Ja" Ergebnis. Ich würde es eher in Richtung "Unvorhersagbar" also 59% Chance verschieben.

      Das finde ich auch seltsam; wenn das Würfelergebnis in eine Richtung bevorzugt, kann man ja durch das Stellen der Frage das Ergebnis beeinflussen:

      Passiert dies?
      v
      Passiert dies nicht?

      Gemeint war natürlich 50%.

      Auch wenn man komplexe Fragen und Verneinungen vermeidet lässt sich immer noch entsprechend dem gewünschten Ergebnis fragen.
      Mag mich A?
      Hasst mich A?
      Greifen die uns an?
      Schenken die mir was?
      Geht sie mit mir ins Bett?

      Vielleicht hat sich nach dem Playtesting des Autors gezeigt, dass die Spieler bevorzugt in Richtung Action fragen. Also: Passiert da was? Ist da was los? Sind da Gegner?
      Möglich. Ist vielleicht ein Psychokenner anwesend, der was dazu sagen kann/möchte?

      Demnach gibt ein hoher Chaosfaktor die Kontrolle in die Hand des Spielers, oder?

      Scheint mir auch so.

      die I don't know Regel angewandt und bis zum Szenestart zurückgesetzt.

      Sowas brauch ich auch, glaub ich... Ich schaff es regelmäßig, mir durch wiederholte negative Antworten jegliche logische Möglichkeit zunichtezumachen. ;)

      Vielleicht kannst Du mal versuchen, entsprechend obiger Vermutung, auch Ja Antworten zu bevorzugen.

      Ich hab zum Zurücksetzen ja drei Monate gebraucht. Dem Spielfluss war das ewige "Immer noch keine Idee" nicht gerade förderlich.
    • Jetzt, wo Du's sagst. Ich könnte mich dem tatsächlich mal wieder annehmen.

      Vollkommen Zusammenhangslos: Ich würde sowas auch gerne von anderen Welten lesen. Macht einen Haufen Spass und so teuer ist das Mythic System nicht. Rollenspieler können ja die ~ $10 mit Freunden zusammenlegen.
    • Nach einer etwas längeren Pause hat mich nun wieder ein Würfel am Kopf getroffen, oder sowas. Weiter gehts.
      Ich fange recht würfelarm an, da es dabei um Weltdetails geht, in die ich mir nicht von so einem Rollteil reischwätzen lassen will.

      Threads:
      • Botschaft überbringen
      • Was geschah in Kaihem wirklich?
      • Details der Stelle in Tarkai


      Characters
      • Rebertoka Kaalhe (PC)
      • Söldnertrupp (NPC)
      • Wirt in Kaihem (NPC)
      • Unbekannter Mann aus Kaihem (NPC)
      • Tarek (Söldner/Nordinier) (NPC)
      • Strid (NPC)
      • Gutsbesitzer (NPC


      Scene 4. CF 6.
      Kurz vor der Prozession


      Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen. Immer mehr Laternen wurden angezündet. Lieder zu Ehren der Kreseisi erklangen.
      "Die Stunden der Kreseisi beginnen." flüsterte Strid mir ins Ohr.
      Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand erschollen von den Stadtmauern Fanfarenklänge. Strid zog mich zur Straße.
      "Komm, wir wollen einen guten Blick auf die Prozession."
      Es dauerte auch nicht lange, da sah man die Laternen des nahenden Festzuges. Voran zog eine Gruppe Tänzer. Ein Teil von ihnen stellte Bestien der Wildnis dar, die von den Anderen immer wieder vertrieben wurden, um dem Zug platz zu machen.
      Hinter ihnen auf einer Sänfte stand eine junge Priesterin, die Kreseisi verkörpernd. Gekleidet in rote und gelbe Schleier, jener Machart, die zunächst völlig durchscheinend erschien. Bei genauerem hinsehen doch dem Blick das Dahinterliegende entzog. Mit gehobenen Armen segnete sie die Menge um sie herum.
      Ihr folgte eine Gruppe junger Paare. Strid sagte, jene, die dieses Jahr geheiratet hätten.
      Nun folgetn verschiedene Gruppierungen der Stadt, die irgendeinen Bezug zu Kreseisi herstellen konnten. Die Meisten führten Bildnisse mit, die die junge Göttin in einem oder mehreren ihrer Aspekten zeigte. Auch waren Bilder dabei, in denen die Göttin einen Ort in Händen hielt, oder einen Umhang darüber hielt. Strid sagte, dies seien Ansiedlungen, die sich unter Kreseisis Schutz gestellt hatten. Auch sonst wurde sie nicht müde, die Symbolik zu erklären.
      F: Ist ihr irgend was davon besonders wichtig? (50/50 -> Exceptional no) (Anmerkung: Mir ist nicht wirklich was zu dem "exceptional" eingefallen.)
      "Du kennst dich gut mit dem Kreseisi Ritus aus."
      "So gut auch wieder nicht. Kreseisi hat in meinem Viertel die einzige Mädchenschule. Da bleibt halt ein Bisschen was hängen."
      "Hast Du dann auch vor, die Kreseisi in Deinem Leben eine größere Rolle spielen zu lassen?"
      F: Hat sie? (Unlikely -> No)
      "Nicht mehr, als Andere. Folgen wir dem Zug in die Stadt, ja?"
      F: Haben die Söldner eine Unterkunft organisiert? (Likely -> Yes)
      "Deine Freundin hat recht, die verschwinden ja schon." Ließ sich nun Torek von der Seite vernehmen. "Dein künftiger Dienstherr hat uns bei sich einquartiert. Wir sind da als Deine Wächter angeschrieben." Dass er in der einen Hand einen Bierhumpen hielt, im anderen Arm ein Mädchen schien ihn bei dieser Aussage nicht im Geringsten zu stören.
      Also mischten wir uns unter die die dem Zug hinterherziehenden Feiernden.
      F: Komm ich jetzt endlich in die Stadt rein? (Near sure thing -> Exceptional Yes)
      Die Menge schob uns mit sich, dass ein Auskommen beinahe unmöglich gewesen wäre. Auch innerhalb der Stadt wurde gefeiert wie außerhalb. Stände waren aufgebaut und mit bunten Laternen erleuchtet.
      Nicht weit vom Stadttor fand ich ein Gebäude mit mir sehr vertrauten Symbolen. Der Bertokatempel war nicht der größte der Stadt, doch unverkennbar. Ich hieß meine Begleiter warten und schritt zum Tempel. Doch weder Strid noch die Söldner wichen von meiner Seite.
      F: Ist jemand anzutreffen? (A sure thing. -> Yes)
      Auch die Bertokapriesterschaft hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Teil zu den Feierlichkeiten beizutragen. Vor dem Tempel boten sie den Feiernden ein paar einfache Stärkungen an. Ich entbot den rituellen Gruß.
      F: Haben sie schon von meinem Getue draußen gehört? (50/50 -> No)
      Der auch freundlich erwiedert wurde.
      "Ich bin Rebertoka Kaalhe. Ich bringe eine Botschaft von meinem Tempeloberen."
      "Scheint wichtig zu sein, da ihr in so großem Aufgebot kommt."
      "Ähm, -- wir sind uns unterwegs begegnet. Rein zufällig."
      "Gab grad nix zum tun für uns. Da ham mir uns selbst als Wächter angestellt." Mischte sich Torek ein, der keinen Versuch mehr machte den Rausch in seiner Stimme zu verbergen.
      "Wohl denn, hier im Tempel wird Rebertoka Kaalhe keine Wächter benötigen. Die Botschaft wird bis morgen warten können. Tegrim," rief er einen Novizen herbei, "führe Rebertoka Kaalhe zum Gästeraum."
      F: Kommt Strid mit rein? (50/50 -> Exceptional Yes) (Kanns sein, dass die mich mag? so ein kleines Bisschen?)
      "Dann sehen wir uns morgen wieder." Rief mir Torek zu, bevor er mit seinen Freunden in der Menge verschwand.
      Strid hingegen hielt ihren Arm weiterhin fest um mich gelegt.
      "Willst Du nicht mit Deinen Freundinnen weiter feiern?"
      "Ich lasse doch jetzt meinen eigenen Heiligen nicht mehr weg."
      "Ich bin kein Bisschen heilig."
      "Der heiligste, dem ich je so nahe kommen werde." Sprach sie und schmiegte sich noch enger an mich.
      Der Novize Tegrim wartet mit einem Lachen im Gesicht. Dann führte er uns zu einem Zimmer im Stile des Bertoka sehr schlicht möbelliert. Doch weder Strid noch ich störten uns an der spärlichen Ausstattung.

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      Damit bin ich nicht nur in Enda, sondern bereits im Bertokatempel angekommen. Main Thread closed. Die Übergabe der Botschaft spare ich mir auszuführen.

      Ergebnis nach vier Szenen: Zwei Götter, ein tolles Fest und ein Haufen Konfliktmaterial. Insgesamt werte ich das Experiment damit als Erfolg.

      Kommentare, Meinungen, Anregungen?
    • Ich bezweifle, dass da ein guter Roman raus kommt. Es fehlt die Struktur, um mit einer guten Geschichte über die ganze Länge zu kommen.
      Als Inspirationstool ja, da ist es auf jeden Fall zu empfehlen.