Wie sieht realistische Science Fiction aus?

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    • Wie sieht realistische Science Fiction aus?

      Einmal hatte ich die Frage gestellt: Warum gibt es keine realistische Science Fiction?
      Damit es zu keinen Mißverständnissen kommt, es handelt sich dabei nicht um Kritik an der Realitätsferne von ISSO oder Fantasy, denn dort ist keine Falsifizierbarkeit vorgesehen. Das Problem ist das selbst bei Hard Science Fiction Szenarien durch einzelne Elemente das Gesamtkonzept per Anna-Karenina-Prinzip add Absurdum geführt wird.

      Wie sieht sie nun aus die realisische Science Fiction? Ungefähr so.

      Ein Weg hin zu realistischer Science Fiction ist es möglichst große Mosaikstücke aus der realen Welt zu verwenden, denn diese sind realitätsgeprüft in einem Ausmaß wie es keine Simulation könnte. Und beim Zusammenfügen der Elemente sich an realen Vorgängen und Struckturen orientieren und möglichst einfache und naheliegende Lösungen verwenden.
      Hilfreich könnte es auch sein, wenn die Entwicklung der Welt von der Handlung getrennt wird. Der Autor der Handlung findet also eine Welt vor in die er eine Handlung spielen lässt, so als ob er eine Handlung schreibt die in der realen Welt spielt.

      Hinweis
      Wie bei dem obigen Beispiel soll es um Beispiele aus der Realität handeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von fluchtigerBesucher ()

    • fluchtigerBesucher schrieb:

      Wie sieht sie nun aus die realisische Science Fiction? Ungefähr so.
      Da dein Beispiel für "realistische SF" Aufnahmen von vor 2,5 Jahren sind, führt das das Ganze ad absurdum - meiner Meinung nach.

      Du sprichst von relativ großen Mosaik-Stückchen als Weg zur "realistischen SF", doch zugleich beschwörst du das Anna-Karenina-Prinzip, nachdem bereits ein falsches Element das Ganze kippt. Damals (in dem alten Thema von dir dazu) wie heute irritiert mich dein Wunsch nach 100% realer Fiktion, da es ein Widerspruch in sich selbst ist. Allenfalls kann man versuchen möglichst nah an der hypothetischen Zukunft zu bleiben. Doch je weiter man eine Welt in der Zukunft ansiedelt, desto größer werden die Abweichungen auf Grund nicht vorhersehbarer Ereignisse (Katastrophen, unerwartete Erkenntnisse + Entwicklungen). Dafür verändert sich unsere Welt mittlerweile einfach zu rasch.
      Die realistische SF-Welt dürfte ergo eine Welt sein, die vom nächsten Tag handelt. Man geht zur Arbeit, und arbeitet weiter am Projekt von heute. Wird das Essen kochen, dessen Zutaten man heute kaufte. Schaut sich die Serie an, auf deren Fortsetzung man jede Woche fiebert. Oder nimmt sich das Buch vor, weil eben sonst nichts ansteht. Oder kuriert dieses Wochenende die Erkältung aus, die man bereits deutlich in den Knochen spürt. Usw.
      Science Fiction enthält für mein Verständnis stets Elemente des vage Möglichen. Eine "realistische SF" entspricht hingegen eher einer wissenschaftlichen Dokumentation.
      Versteh mich nicht falsch. Einen Wunsch nach realistischerer SF hege ich selbst, doch wo bleiben die höher gesteckten Ziele bei einer durch und durch realistischen Fiktion? Menschen streben gerne nach Höherem und lassen sich von Träumen beflügeln. Mögen unsere Träume auch öfters daneben liegen, so werden sie doch manches Mal wahr.
      Wäre dem nicht so, so wären viele Inseln im Altertum erst später von Menschen besiedelt worden, da man doch sah, dass Schiffe am Horizont verschwanden. Eine Weltumrundung galt als unrealistisch. Ein Flug zum Mond galt als unrealistisch, als Jules Verne seine Geschichte From the Earth to the Moon veröffentlichte. Kommunikatoren, wie sie Captain Kirk & Co in Raumschiff Enterprise verwendeten, galten als völlig unrealistisch, bis ähnlich aussehende Handys entwickelt wurden. Das Jugendbuch Tom Swift and His Electric Rifle von Victor Appleton (1911) inspirierte in späteren Jahren Jack Cover zu seinem Taser. Er huldigte das, indem er seiner neuen Waffe einen Namen gab, gebildet aus einem Akronym: Thomas A. Swift’s Electric Rifle.

      Was erhoffst du hier nun mit diesem neuen Thread, was du nicht auch im Alten vermochtest? :weissnicht:
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Damokles-Sternenring - meine kleine Galaxie
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Nemedon schrieb:

      Da dein Beispiel für "realistische SF" Aufnahmen von vor 2,5 Jahren sind, führt das das Ganze ad absurdum - meiner Meinung nach.

      Ich schrieb:

      fluchtigerBesucher schrieb:

      Wie sieht sie nun aus die realisische Science Fiction? Ungefähr so.

      Du hast das Wörtchen "ungefähr" überlesen. ;)

      Und wenn du das Video gesehen hast, dann hast du nur eins gesehen... die Realität.


      Nemedon schrieb:

      nachdem bereits ein falsches Element das Ganze kippt

      Es muss ein Element sein das, das Gesammtkonzept ad absurdum führt und gleichzeitig für dieses so wichtig sein das es nicht entfernt werden kann.
      Mal ein Beispiel: Menschen als Batterien machen keinen Sinn.


      Nemedon schrieb:

      Du sprichst von relativ großen Mosaik-Stückchen als Weg zur "realistischen SF", doch zugleich beschwörst du das Anna-Karenina-Prinzip, nachdem bereits ein falsches Element das Ganze kippt.

      Wenn die Mosaikstücke aus der Realität stammen sind sie wie gesagt realitätsgeprüft und du vermeidest damit dieses Problem innerhalb der Stücke. Das Problem bleibt natürlich beim Zusammenfügen der Mosaikstücke deshalb die Forderung das sie möglichst groß sind um die Fehlerquellen zu minimieren.


      Nemedon schrieb:

      Versteh mich nicht falsch. Einen Wunsch nach realistischerer SF hege ich selbst, doch wo bleiben die höher gesteckten Ziele bei einer durch und durch realistischen Fiktion?

      Freut mich das du auch diesen Wunsch hegst. :)
      Ein paar Ziele hatte ich versucht dort am Anfang zu nennen.


      Nemedon schrieb:

      Was erhoffst du hier nun mit diesem neuen Thread, was du nicht auch im Alten vermochtest?

      Im ersten Thread stand schon im Titel worum es geht: Warum gibt es keine realistische Science Fiction?
      Also im wesentlichen - woran scheitert es.

      Bei diesem Thread geht es um zwei Sachen zum einen um Mosaikstücke aus der Realität, die zeigen sollen das die Realität garnicht so grau und langweilig ist, und folglich dasgleiche für eine realistischere Science Fiction gilt. Zum anderen geht es um konzeptionelle Ansätze.
    • fluchtigerBesucher schrieb:

      Und wenn du das Video gesehen hast, dann hast du nur eins gesehen... die Realität.
      Aye, die Realität. Jedoch keine Science Fiction. Wenn eine Fiktion sich so dicht bei der Realität befindet, dass ihre Technologien etc. bereits existieren, dann verliert es imho den Anspruch "Science Fiction" genannt zu werden. Allenfalls fiktive Krimis o.ä. könnten vom Genre darin spielen.


      fluchtigerBesucher schrieb:

      Nemedon schrieb:

      nachdem bereits ein falsches Element das Ganze kippt

      Es muss ein Element sein das, das Gesammtkonzept ad absurdum führt und gleichzeitig für dieses so wichtig sein das es nicht entfernt werden kann.
      Mal ein Beispiel: Menschen als Batterien machen keinen Sinn.
      Warum beschleicht mich bloß das Gefühl, dass du, wie in der vorangegangenen Diskussion, primär auf die interstellare "Überlicht"-Raumfahrt abzielst? :pfeif:


      fluchtigerBesucher schrieb:

      Nemedon schrieb:

      Versteh mich nicht falsch. Einen Wunsch nach realistischerer SF hege ich selbst, doch wo bleiben die höher gesteckten Ziele bei einer durch und durch realistischen Fiktion?

      Freut mich das du auch diesen Wunsch hegst. :)
      Ein paar Ziele hatte ich versucht dort am Anfang zu nennen.
      Meinen Wunsch magst du z.B. an meinem [FA] zu potentiell möglichen SF-Waffen zu erahnen. Deine Ziele aus dem früheren Thread waren:

      fluchtigerBesucher schrieb:

      1. Die Möglichkeit von echtem Eskapismus.

      2. Ein realistischeres Verständnis für Ziele und Möglichkeiten in der Raumfahrt.

      3. Man erfährt mehr davon wie unsere Welt funktioniert.
      Auch wenn man mit fantastischen Antrieben gegen das Anna-Karenina-Prinzip verstößt, schließt das keineswegs aus, dass man mehr darüber vermitteln kann, wie die Welt/Universum/Physik/... funktioniert.


      fluchtigerBesucher schrieb:

      Nemedon schrieb:

      Was erhoffst du hier nun mit diesem neuen Thread, was du nicht auch im Alten vermochtest?

      Bei diesem Thread geht es um zwei Sachen zum einen um Mosaikstücke aus der Realität, die zeigen sollen das die Realität garnicht so grau und langweilig ist, und folglich dasgleiche für eine realistischere Science Fiction gilt. Zum anderen geht es um konzeptionelle Ansätze.
      Das die Realität nicht grau ist, kann hier sicherlich jeder Weltenbastler bestätigen, der sich mit den Wundern der Biologie, Physik u.ä. beschäftigt. Das kann man in alle möglichen Medien einbinden, dazu benötigt man keine SF. Und wenn du ein Konzept basteln willst, dass zwar in der Zukunft spielt, aber völlig voraussehbar bleibt, steht das jedem Bastler / Schreiberling natürlich frei.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

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    • Ehrlich gesagt stört mich an diesem Thread einiges und ich hoffe, meine Kritik dazu bleibt konstruktiv. :)

      Realistische Science Fiction ist nicht auf einen Nenner zu bringen. Und erst recht lässt sich Science Fiction nicht als "realistisch" definieren, weil sie das Kriterium des scheinbar nahtlosen Übergangs von der bekannten Gegenwart in die fiktive Zukunft erfüllt.

      Die Versuchung, Realismus als einheitlichen Begriff zu definieren und dann realistische Sci-Fi als Genre zu etablieren, kann ich nachvollziehen. Es ist wie der Drang mancher Kinogänger, die Plotlöcher eines Films zu finden und sie zu "lösen". Das ist schließlich Kopfarbeit, eine kreative Aufgabe mit klarer Zielstellung und gibt einem das Gefühl, etwas "auszubessern" was davor nicht ganz logisch nachvollziehbar war.

      Aber ich denke, dass diese vereinheitlichte Idee von realistischer Sci-Fi als Genre nur ab und zu hilft. Es gibt schließlich weitere Wege, um realistisch zu sein: zum Beispiel durch realistische Elemente. "Die Matrix" ist voller realistischer Ideen...und das riesige Plotloch in der Mitte des Films tut dem keinen Abbruch. Und ich sehe keinen Grund diesen Film nicht als "realistische Sci-Fi" zu betrachten (weil relativ zu Trek und selbst Dune gesehen ist die Matrix alles andere als unrealistisch).

      Und mich stört auch deine Behauptung aus dem anderen Threas (vllt habe ich das dort schon zum Ausdruck gebracht) das " Die Möglichkeit von echtem Eskapismus." in realistischer Sci-Fi besonders gefördert wird. Ich denke nicht, dass Eskapismus und Realismus etwas miteinander zu tun haben, geschweige denn "echter Eskapismus".

      Die "suspension of disbelief" kann meiner bescheidenen Meinung nach vom Marktplatz der Ideen auf den Schrottplatz der Ideen geliefert werden, da selbst eine ISSO-Fantasy-Welt de facto Prämissen hat, die logisch eingehalten werden. Das Publikum des "Riddick"-Films ist nicht gezwungen sich auf den Gedanken einzulassen, dass es keine Space-Hyänen geben kann. Sie wissen, dass Riddick Fiktion ist, Science-Fiction. Der Eskapismus würde nicht "echter" werden, wenn die Handlung auf der Erde mit echten Hyänen stattfände.

      Du hast das Wörtchen "ungefähr" überlesen. ;)

      Nein, ich fand deinen Link in dem Zusammenhang genauso absurd wie Nemedon...und ich habe das Wort "ungefähr" eindeutig gelesen und verstanden.

      Und wenn du das Video gesehen hast, dann hast du nur eins gesehen... die Realität.

      Die surreal wirkenden Zeitraffer-Aufzeichnungen einer Raumsonde, wo im Hintergrund Ghost in the Shell-mäßige Fahrstuhlmusik klimpert, entspricht meinem Lebensalltag und einer gängigen und für Laien leicht nachweisbaren "Realität". :hmm:

      Wenn das, was auf dem Video zu sehen und zu hören war "nur eins" war, nämlich "die Realität" (die einzig wahre TM)... dann ist fragwürdig, weshalb Sci-Fi von sowas profitieren würde. Ja ..."Ziele und Möglichkeiten der Raumfahrt" werden dem Publikum näher gebracht. Genauso gut könnte ich verlangen, dass "realistische Fantasy" die Vergangenheit nun gefälligst nicht mehr anachronistisch abzubilden hat...bis auf die magischen Elemente und die verschobenen Kontinente. Ich könnte verlangen, dass ein realistisches Verständnis von "Inhalten und Erkenntnissen der Geschichtsforschung" uns am Herzen liegen sollte.
      Und es wäre von vorne bis hinten Bullshit.

      Kein nochso-plausibles Raumschiff, keine nochso-hypothetisch-reale Nanitenfabrik und kein nochso akkurater Brustharnisch aus dem 13. Jahrhundert bedeuten einen automatischen Zugewinn für das realistische Genre. Im Gegenteil: "Realismus" so eng zu definieren etabliert eine Deutungshoheit über einen Begriff, der auch anders ausgelegt werden kann (und diese anderen Auslegungen sind nicht weniger wichtig für die Sci-Fi).

      Warum braucht Science Fiction braucht eine Genre-Nische, die sich auf Ziele und Möglichkeiten der Raumfahrt konzentriert? Sci-Fi ist doch letztlich wie ein Historienroman, nur dass der Schwerpunkt eben nicht auf der detaillierten Beschreibung der Takelage liegt, sondern das Technobabble rund um den Warpkern und die DNA mit der Dreifachhelix ergänzt lediglich die philosophische Auseinandersetzung um Menschenrechte, Krieg, Frieden. Die Frage, was eine bessere Zukunft für uns alle denn ausmachen würde, ist doch zentrale Fragestellung von Sci-Fi, selbst für die gesellschaftlichen Dystopien, die als Negativbeispiel herhalten.
      Die Raumfahrt in Sci-Fi Geschichten kann realistisch oder unrealistisch sein. Sie kann Generationenschiffe beinhalten und dann stehen die Konflikte der Kolonisten im Mittelpunkt. Oder es gibt Überlichtgeschwindigkeit und einen galaktischen Senat und irgendwie geht es um die Unterwanderung der Demokratie von innen. Oder es geht in der Geschichte nur bis zum Mars, aber die Astronauten und deren Leben und die Beziehung zu Leuten auf der Erde steht im Mittelpunkt.
      Aber doch nicht der verfluchte Raumschiffantrieb!

      Durch das was, du realistische Sci-Fi nennst, wird nicht klarer, wie die Welt funktioniert. Das Gegenteil ist der Fall, sie stärken die ideologischen Positionen jedes Demagogen, der stets mit Fakten arbeitet und selektiv andere Fakten unterschlägt. "Wie die Welt funktioniert" zeigt ein Film vom Erdorbit eher selten.
      Durch "realistische" Sci-Fi wird die Raumfahrt nicht cooler. Sci-Fi wird durch krachende Weltraum-Flächenbombardements und "the coldness of space" 100% awesome. Croissant-förmige Laserpistolen mit blauen sichtbaren Laserschüssen? Cyborg-Anzüge, die vor allem cool aussehen sollen? Na woher sonst sollen Designer sich als Kinder inspiriert fühlen? ;)

      Der Umstand, dass der Weltraum auch reale, in der Sci-Fi ungezeigte Wunder zu bieten hat ist klasse und darf absolut in Sci-Fi einfliessen. Ist aber imho nicht die primäre Inspiration für Leute, sich mit dem Weltraum und der Raumfahrt auseinanderzusetzen...sondern nur eine Inspiration von vielen. Das ist ein Grund, weshalb ich nicht glaube, dass ein Mangel an "realistischer Sci-Fi" sich direkt in einem Mangel an Fachkräften für NASA übersetzen lässt.
      Es darf ruhig "realistische" Sci-Fi in deinem Sinn geben* --- daraus ein eigenständiges Genre zu machen, dass sich von Hard Sci-Fi mit Ungereimtheiten abgrenzt und sich zur "realistischen" Sci-Fi erklärt, halte ich für eine inhaltlich hohle Bastelrichtung :-/ (die Aurora Borealis und das Innenleben der Rakete sagen mir nicht viel über politische Konflikte von Heute). Mir ist schon klar, dass Technologie symbolisch wertvoll sein kann: der Blick vom Mond auf die Erde und der Anblick von Neil Armstrong hat Paradigmen zu Staub zerfallen lassen. Und genauso ist die Funktion der Phaser in Star Trek (und die Abwesenheit von Geld) ziemlich wichtig. Aber es ist eben eine unterstützende Funktion und ob der Phaser wirklich so funktionieren kann ist letzlich schnurz. ;) Also ist auch die Bitte um Werke, in denen realistischere Phaser vorkommen...mir nicht ersichtlich.


      *das schreibe ich nicht, weil ich mich für die Instanz halte, die das entscheidet... sondern weil du im letzten Thread meintest, Leute würden die Idee von "Realismus" in Sci-Fi selbst angreifen, weil sie sich angegriffen fühlen. Wenn ich diesen Beitrag klar genug formuliert habe, sollte dieser Eindruck diesmal nicht aufkommen--- aber zur Vorsicht schreibe ich das hier trotzdem. :) Nein, ich finde das Innenleben von Raketen nicht langweilig oder "grau"... nur trivial für mein Leben.
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Nemedon schrieb:

      fluchtigerBesucher schrieb:

      Und wenn du das Video gesehen hast, dann hast du nur eins gesehen... die Realität.
      Aye, die Realität. Jedoch keine Science Fiction. Wenn eine Fiktion sich so dicht bei der Realität befindet, dass ihre Technologien etc. bereits existieren, dann verliert es imho den Anspruch "Science Fiction" genannt zu werden. Allenfalls fiktive Krimis o.ä. könnten vom Genre darin spielen.

      Es ging darum aus möglichst vielen real existenten Anteilen etwas neues zu konstruieren. Der Vorschlag das Entwickeln der Welt vom Entwickeln der Handlung zu trennen hat wieder den Grund möglichst realistisch zu bleiben.

      Nemedon schrieb:

      fluchtigerBesucher schrieb:

      Nemedon schrieb:

      nachdem bereits ein falsches Element das Ganze kippt

      Es muss ein Element sein das, das Gesammtkonzept ad absurdum führt und gleichzeitig für dieses so wichtig sein das es nicht entfernt werden kann.
      Mal ein Beispiel: Menschen als Batterien machen keinen Sinn.
      Warum beschleicht mich bloß das Gefühl, dass du, wie in der vorangegangenen Diskussion, primär auf die interstellare "Überlicht"-Raumfahrt abzielst? :pfeif:

      Das frage ich mich allerdings auch. Wobei nichtmal das Beispiel etwas mit Raumfahrt zu tun hatte. ;)


      Aber ich denke, dass diese vereinheitlichte Idee von realistischer Sci-Fi als Genre nur ab und zu hilft. Es gibt schließlich weitere Wege, um realistisch zu sein: zum Beispiel durch realistische Elemente. "Die Matrix" ist voller realistischer Ideen...und das riesige Plotloch in der Mitte des Films tut dem keinen Abbruch. Und ich sehe keinen Grund diesen Film nicht als "realistische Sci-Fi" zu betrachten (weil relativ zu Trek und selbst Dune gesehen ist die Matrix alles andere als unrealistisch).

      Ach es gibt sogar Fantasy Szenarien die bei der Realitätsnähe viele Hard Science Fiction Szenarien locker schlagen könnten. ;)


      Warum braucht Science Fiction braucht eine Genre-Nische, die sich auf Ziele und Möglichkeiten der Raumfahrt konzentriert? Sci-Fi ist doch letztlich wie ein Historienroman, nur dass der Schwerpunkt eben nicht auf der detaillierten Beschreibung der Takelage liegt, sondern das Technobabble rund um den Warpkern und die DNA mit der Dreifachhelix ergänzt lediglich die philosophische Auseinandersetzung um Menschenrechte, Krieg, Frieden. Die Frage, was eine bessere Zukunft für uns alle denn ausmachen würde, ist doch zentrale Fragestellung von Sci-Fi, selbst für die gesellschaftlichen Dystopien, die als Negativbeispiel herhalten.

      In diesem Abschnitt bist du der Antwort auf deine Frage sehr nah gekommen (der Frage am Anfang des Abschnitts).
    • In diesem Abschnitt bist du der Antwort auf deine Frage sehr nah gekommen (der Frage am Anfang des Abschnitts).

      Die Frage, auf die du dich beziehst, ist "Warum braucht Science Fiction braucht eine Genre-Nische, die sich auf Ziele und Möglichkeiten der Raumfahrt konzentriert?", oder?
      Wenn ja, dann trügt der Schein. Schließlich ist Raumfahrt (und jeder andere "realistische" Inhalt) problemlos durch weniger realistische Inhalte austauschbar. Die moralischen Kernfragen der Sci-Fi kann ich letztlich auch in einer Steamfantasy-Welt mit fliegenden Inseln stellen.
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Nach den ganzen ellenlangen Posts kommt mir meiner hier ein bisschen blöd vor aber ich tus trotzdem :lol:

      Auf den Titel des Threads bezogen wäre folgendes für den einen oder anderen vielleicht interessant. Das bald erscheinende Spiel Titanfallwurde für die "realistische" Umsetzung der Kampfroboter/Titanen gelobt. Dies soll anscheinend so weit gehen das sich einzelne militärische Forschungsprojekte den Aufbau dieser Titanen genauer anschauen wollen um Ideen für ihre realen Projekte zu finden.

      Habe nur den Wikipediaartikel verlinkt, bei Interesse findet sich sicher mehr im Netz.
      Und auserwählt wurde Dafuggi, um zu herrschen auf ewig, als König der Wollratten, denn er war flauschig.
    • Warum braucht Science Fiction braucht eine Genre-Nische, die sich auf Ziele und Möglichkeiten der Raumfahrt konzentriert? Sci-Fi ist doch letztlich wie ein Historienroman, nur dass der Schwerpunkt eben nicht auf der detaillierten Beschreibung der Takelage liegt, sondern das Technobabble rund um den Warpkern und die DNA mit der Dreifachhelix ergänzt lediglich die philosophische Auseinandersetzung um Menschenrechte, Krieg, Frieden. Die Frage, was eine bessere Zukunft für uns alle denn ausmachen würde, ist doch zentrale Fragestellung von Sci-Fi, selbst für die gesellschaftlichen Dystopien, die als Negativbeispiel herhalten.

      Gerade wenn es darum geht:

      philosophische Auseinandersetzung um Menschenrechte, Krieg, Frieden. Die Frage, was eine bessere Zukunft für uns alle denn ausmachen würde

      ist es sinnvoll von möglichst realistischen Grundvoraussetzungen auszugehen. Natürlich haben auch Gedankenspiele fern der Realität ihre Berechtigung, aber manchmal will man die Dinge auch zu ende denken.


      Alkone schrieb:

      Nach den ganzen ellenlangen Posts kommt mir meiner hier ein bisschen blöd vor aber ich tus trotzdem :lol:

      Ich denke der Inhalt ist wichtig und nicht die Länge. :thumbup:

      Bei der Realitätsnähe von Mechas besteht ein Problem, das aus meiner Sicht aber gerade der Grund ist für ihren Erfolg in der Science Fiction : die Nähe zur menschlichen Körperform. Damit hätten Mechas in der Praxis ähnliche Probleme die auch Menschen haben, so zum Beispiel wenn sie ein "Bein" verlieren. Andererseits gibt es heute schon Hüpfroboter die standardmäßig auf einen Bein hüpfen. :lol:
    • Hm, interessantes Thema. Ich denke aber, dass man sich an den Dingen, die "immer schon so waren" orientieren kann.
      Das sind zum Einen physikalische, naturwissenschaftliche Gesetze. Man gewinnt zwar neue Erkenntnisse, die verändern aber nichts Altbekanntes. Auf der Erde und anderen Planeten mit einer Gravitation wird der Stein auch in 1.000 Jahren noch zu Boden fallen, egal ob der Mensch nun in andere Galaxien fliegt oder nicht.

      Und ich denke, das Wesen des Menschen ist auch so etwas. Menschen werden meiner Meinung nach immer Kriege führen. Selbst wenn jedes Individuum im Luxus lebt, kleine und große Zwistigkeiten wird es immer geben. Affen bewerfen sich unter anderem gegenseitig mit Steinen, der Mensch hat das nur technologisch auf eine höhere Stufe gebracht, das Prinzip jedoch nicht verändert und die Handlung von Streit und Krieg nicht abgelegt. Daher würde ich einen gesamten Planeten Erde, der in Harmonie lebt, schon als etwas Unrealistisches ansehen.
      Das lässt sich, denke ich, auch auf andere Dinge übertragen. In der Antike hat man schon zahlreiche Liebesgeschichte geschrieben, die Menschen werden auch noch in 1.000 Jahren lieben und ebensolche Geschichten verfassen (nur mit einem anderen Medium, vll. schreibt man dann nicht mehr, sondern geht in seiner Freizeit sowas wie ein Hologrammkino - Unterhaltung gab's ja auch immer schon - und schmachtet nicht mehr Romeo & Julia an wie damals im Theater, sondern vielleicht Alienus und Aliena. ^^)

      Außerdem sehe ich das nicht so, dass ein falsches Element alles kippen muss. Es kommt darauf an, wie wichtig dieses Element für die Handlung ist und wie sehr sich der Leser/Zuschauer davon gestört fühlt. Jedes Buch und jeder Film hat doch irgendwelche Plotholes.
    • Auf der Erde und anderen Planeten mit einer Gravitation wird der Stein auch in 1.000 Jahren noch zu Boden fallen, egal ob der Mensch nun in andere Galaxien fliegt oder nicht.

      Vorausgesetzt, wir verstehen was Gravitation ist und Wissenschaftler stellen nicht zum Beispiel morgen fest, dass Gravitation teil der starken Wechselwirkung ist...und Fluktuationen in der dunklen Materie dazu führen werden, dass manche Steine in 1.000 eben doch nicht zu Boden fallen, wie wir uns das bisher so schön gedacht hatten. ;) Wissenschaftliche Erkenntnisse können unsere Gewissheiten gegenüber Dinge, die "immer schon so waren" einen Strich durch die Rechnung machen.

      Menschen werden meiner Meinung nach immer Kriege führen. Selbst wenn jedes Individuum im Luxus lebt, kleine und große Zwistigkeiten wird es immer geben. Affen bewerfen sich unter anderem gegenseitig mit Steinen, der Mensch hat das nur technologisch auf eine höhere Stufe gebracht, das Prinzip jedoch nicht verändert und die Handlung von Streit und Krieg nicht abgelegt.

      Bin nicht sicher, ob ich dir zustimme oder anderer Meinung bin. "Menschen werden immer Kriege führen" ...es kommt halt darauf an, was für dich ein Krieg ist. Meinst du den Krieg mit Panzern und Raketen? Das es friedlichere Zeiten geben kann als heute ist nicht unrealistisch. Die weltweite Gewaltrate sinkt, aller sensationsfreudiger Berichterstattung zum Trotz. Und klar, Schimpansen bewerfen sich mit Steinen und Nachbarn befinden sich in Fehde miteinander... aber Krieg mit Panzern und Raketen ist etwas, dass es vielleicht eines Tages nicht mehr geben wird. Das klingt naiv, aber viele Leute hielten das friedliche Ende des Kalten Kriegs für naiv. Also klar, vielleicht wird es immer Kriege geben...und wenn der Kolonialismus fortdauert, dann wird es definitiv massig Kriege geben: Kriege um Wasser, Bürgerkriege um Demokratie wiederherzustellen... aber das ist nicht in Stein gemeißelt.
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    • Bastet schrieb:

      Das sind zum Einen physikalische, naturwissenschaftliche Gesetze. Man gewinnt zwar neue Erkenntnisse, die verändern aber nichts Altbekanntes.
      Schau dir die wissenschaftlichen Erkenntnisse von vor 1.000 Jahren und heute an. Wie lange galt die Erde als flache Scheibe. Die Sterne festgemacht an einer Sphäre.
      Als nach eineinhalbtausend Jahren nach dem Heronsball der erste Zug mit Dampfkraft fuhr. Man befürchtete, dass die Menschen bei über 20km/h das Bewusstsein verlieren würden.
      Oder bei den Überlegungen zur Atombombe, wo manche Wissenschaftler befürchteten, das die gesamte Erdatmosphäre sich entzünden könnte.
      Was wurde aus der Wissenschaft der vier Säfte des Mittelalters?
      Vor 100 Jahren wusste man quasi noch nichts von Plasmen. Oder dem metallischen Wasserstoff.

      Was mag in 1.000 Jahren aus den bislang rein experimentellen Quantencomputern werden? Oder aus den (hoffentlich noch zu meinen Lebzeiten funktionierenden) Fusionsreaktoren? Womöglich sind Metalle in einem Millennium bereits ein veralteter Baustoff für Elektronik, Maschinen und Fahrzeuge. Und Merlin merkte bereits zu Recht an, dass Wissenschaftler bis heute am Verständnis der Gravitation knabbern. Und die behelfsmäßigen Krücken der 'dunklen Energie' und 'dunklen Materie' der heutigen Astrophysik. Wie lange galt es als gesichert, dass sich die Sterne nahe dem galaktischen Zentrum schneller bewegen, als weit draußen am Rand. ("Im ähnlichen Verhältnis, wie die inneren zu den äußeren Planeten unseres Sonnensystems.") Oder Wissenschaftler meinten, dass Planetensysteme eher seltene Erscheinung seien, doch immer mehr nachweisbare Systeme diese berechneten Vorhersagen über den Haufen werfen.

      Was deine Ansicht zu zukünftigen Menschen betrifft, werde ich dir im Großen und Ganzen nicht widersprechen. Doch wie lange mag es dauern, bis der Mensch sich biologisch verändert. Vorausgesetzt das er sich nicht selber auslöscht.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

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    • Hm okay, stimmt. :D Ich meinte auch eher grundlegende Dinge wie eben das Steinbeispiel, das sich vll. irgendwann widerlegen lässt, aber das halt ich doch für unwahrscheinlich; oder sowas wie "alle Lebewesen auf der Erde (nicht unbedingt andere Planeten) sind aus mindestens einer Zelle aufgebaut (und Viren gelten nicht ^^ wenn man eins findet, das nicht alle Merkmale des Lebens zeigt, ist es ja für uns kein Leben)" oder "Atome bestehen aus Elektronen, Neutronen und Protonen". Die Wissenschaft kann das verfeinern, woraus einzelne Bestandteile wiederrum bestehen, aber Elektronen werden nicht einfach in der Zukunft "verschwinden", da unsere Existenz dann unmöglich wäre. So meinte ich das.

      Krieg, hm gute Frage. Vll. werden wir in einer Welt leben, in der jeder so mächtige Atomwaffen & andere besitzt, dass sich keiner mehr traut den anderen anzugreifen, aber auch nicht die Waffe zünden will, einzelne Menschen werden aber weiterhin morden, vergewaltigen, Drogen nehmen, illegal handeln, … Ev. kann man die Menschen fremdsteuern, indem man sie alle zu "friedlichen Zombies" macht, die keine negativen Gefühle mehr kennen, weil sie vll. überhaupt keine mehr haben.
      Auf der anderen Seite kann ich mir auch vorstellen, dass die Menschheit in einem Krieg oder nur einem Konflikt mit außerirdischen Völkern liegt. =/
    • Die Wissenschaft kann das verfeinern, woraus einzelne Bestandteile wiederrum bestehen, aber Elektronen werden nicht einfach in der Zukunft "verschwinden", da unsere Existenz dann unmöglich wäre. So meinte ich das.

      Naja, vorausgesetzt, Elektronen sind das angemessenste Modell, um die bisherigen Beobachtungen zu beschreiben. Dazu müssten Elektronen nicht mal ein wissenschaftlicher Irrweg im klassischen Sinn sein. Es könnte einfach sein, dass ein anderes Modell daherkommt, das bisherige Beobachtungen besser erklärt und unsere bisherigen Erkenntnisse auf den Kopf stellt. :)

      Krieg, hm gute Frage. Vll. werden wir in einer Welt leben, in der jeder so mächtige Atomwaffen & andere besitzt, dass sich keiner mehr traut den anderen anzugreifen, aber auch nicht die Waffe zünden will, einzelne Menschen werden aber weiterhin morden, vergewaltigen, Drogen nehmen, illegal handeln, … Ev. kann man die Menschen fremdsteuern, indem man sie alle zu "friedlichen Zombies" macht, die keine negativen Gefühle mehr kennen, weil sie vll. überhaupt keine mehr haben.

      Aber wir wissen nunmal, dass es Faktoren gibt, die diese Gewalt begünstigen oder einschränken. Auch Faktoren, die über Schreckensherrschaft und Einschüchterung hinaus gehen.
      Zum Beispiel ist der Bedarf vieler Menschen nach illegalen Gütern und Schmuggelware bei reichen Menschen auf eine Art Statusdenken zurückzuführen... und bei ärmeren Menschen sind illegale Güter oft etwas, an das sich die Leute aus Verzweiflung klammern. Wohlstand kann umverteilt werden. Gesellschaftliche Werte...und damit auch Statusdenken, können durch andere Werte abgelöst werden. Wenn wir ganz idealistisch drauf sind, könnten wir sogar wünschen, dass eines Tages "Wohlstand" als Abgrenzungsmerkmal nicht existiert, dass Leute sich nicht gegenseitig mit illegalen Tigerpelzen beeindrucken, weil sie weder die finanziellen Mittel dazu haben, noch in einer Gesellschaft aufwachsen in der sie anderen mit einem illegalen Tigerpelz etwas beweisen wollen.
      Ich denke nicht, dass wir Leuten ihren Willen wegnehmen sollten. Und den Polizei- und Überwachungsstaat möchte ich nach Möglichkeit verschwinden sehen. Schwer zu sagen, welche Formen von Gewalt oder Gewaltlosigkeit wir realistischerweise in Zukunft sehen würden. Genau deshalb ist selbst realistische Sci-Fi wegen dem fiktiven Aspekt so cool: auch in realistischer Sci-Fi lassen sich viele Szenarien durchdenken. :)
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Bastet schrieb:

      Außerdem sehe ich das nicht so, dass ein falsches Element alles kippen muss. Es kommt darauf an, wie wichtig dieses Element für die Handlung ist und wie sehr sich der Leser/Zuschauer davon gestört fühlt. Jedes Buch und jeder Film hat doch irgendwelche Plotholes.


      Es geht nicht um die Handlung sondern um das Gesammtkonzept eines Szenarios.

      Das Problem ist das selbst bei Hard Science Fiction Szenarien durch einzelne Elemente das Gesamtkonzept per Anna-Karenina-Prinzip add Absurdum geführt wird.


      Die Plotholes in der Handlung hat man bei beliebigen Umgebungen in denen die Handlung spielt: SciFi, Fantasy, Historienroman, ...
    • Ich sehe das Problem weniger in den hier diskutierten Punkten, als vielmehr in (besonders von Hollywood gerne genutzten) Stilmitteln/Ereignissen, die sowohl in Fantasy- als auch SciFi-Literatur und -Filmen oft auftreten und schlichtweg einfach unlogisch sind. Damit meine ich nicht jene physikalischen Unregelmäßigkeiten, die mit "Der Heisenberg-Kompensator funktioniert gut, danke der Nachfrage" und ähnlichen (zugegebenermaßen oft sehr witzigen) ISSO-Begründungen erklärt werden und jedem Nicht-Quantenphysiker/-Weltenbaster/-Physikfan nicht sauer aufstoßen, sondern vielmehr Dinge wie völlig hirnrissige Waffen und Rüstungen (mir fällt leider kein gutes SciFi-Beispiel ein, aber im Fantasybereich sind wohl Kettenbikini und mannshohes, einhändig geführtes Langschwert der Klassiker ;) ) , plötzlich außer Kraft gesetzte Inworld-Physik, etc...
      Aber selbst das alles stört mich nicht besonders, wenn diesen Dinge zumindest innerhalb der Welt Sinn machen oder dem humoristischen Element zugeordnet werden können...
      Für mich ist eine Welt dann "realistisch", wenn sie in sich kohärent ist.
      Den Versuch zu starten, "Realistische" Fantasy oder Science Fiction zu basteln/schreiben, mag jeder für sich selbst wagen (und wird auch ausgehend von den Grundannahmen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen...)
      Als positives Beispiel für "Realismus" im Fantasybereich ließe sich meiner Meinung nach zB. Miles Cameron mit seinem Buch "Der rote Krieger" anführen. Der Autor ist dabei selbst Historiker mit Schwerpunkt Mittelalter und betreibt unter anderem aktiv Schwertkämpfen/fechten sowie Reenactment. Von daher weiß er zB. was eine Rüstung wiegt, was sie aushält, was mit dem Schwert möglich ist und was nicht... Und diese Erkenntnisse merkt man dem Buch auch insofern an, dass sich besonders die Kämpfe, um die sich das Buch hauptsächlich dreht, trotz übernatürlicher Elemente relativ "echt" und "greifbar" anfühlen....
      Es gibt Straßen, denen du nicht folgen, und Städte, die du nicht belagern darfst. - Sun Tzu, Die Kunst des Krieges
    • Aber ist es denn wichtig? Sicher Kettenbikinis und mannshohe Schwerter stechen da eher negative ins Auge. Weniger wegen der Logik, eher weil Ersteres "billiges Fanservice" schreit und Zweiteres nach "Angeber" wirkt. :D
      Als Leser hab ich trotzdem wenig Interesse daran, ob der Schwertkampf wirklich realistisch ist. Davon abgesehen machen Kampfszenen oft nur kleinere Teile des Buchs aus und vor allem kann man als Autor nicht alles ausprobieren, was man einbauen möchte. Echte Schwertkämpfe sind wohl, wenn man sie mit den üblichen aus Büchern vergleicht, etwas unspannender.
      Da find ich es für mich eher wichtiger, dass nicht die Logik in Kampf- oder anderen szenen bzw. die Inworldlogik zu 100%ig stimmig wirken, sondern dass sich der Autor mit der menschlichen Psyche auseinandersetzt und auch sympathische Chataktere macht.
      Ich denke, bei der Logik kommt es auch darauf an, ob sie dem Leser in diesem und jenem Bereich wichtig ist. Es gibt sicher etliche Leute, die sich an realistische Schwertkämpfe erfreuen. ^^
    • Um dem ganzen einfach mal ein Beispiel entgegenzuwerfen, was meiner Meinung nach halbwegs "realistische Science Fiction" ist -
      die Mass Effect Reihe. Natürlich ist sie nicht realistisch, aber in sich stimmig und sie schneidet Physik, Biologie und Soziologie an, ohne vollkommen abzuheben.
      Zugegeben - es gibt FTL-Reisen und Konstrukte, die eventuell für uns heutzutage nicht möglich gelten, werden aber mit einer interessanten Erklärung versehen.

      Für alle, die die Reihe nicht kennen: Die Menschheit findet auf dem Mars Ruinen, die ihr neue Technologien bietet, unter anderem FTL-Reisen. Wie? Nun, es gibt das sogenannte "Element Zero", ein Element, dass Bindeglied zwischen Elektromagnetismus und Gravitation bildet. Haben wir sowas? Nein. Könnte sowas existieren? Wissen wir bisher noch nicht, die Gravitation gehört ja zu den schwereren (haha) Rätseln.
      Was ich damit sagen will: Auch wenn es unrealistisch scheint, rahmt das die nachvollziehbare Erklärung ab, ein schönes ISSO, dass sich meiner Meinung nach gut an die Realität anschmiegt.
      Und bisher spricht nichts dagegen, dass wir im Jahr 2148 irgendwelche Ruinen finden, die uns besagte Technologie liefern. Das einzige ISSO ist das Element Zero, aber meiner Meinung nach ist das ersetzbar (indem wir irgendwie die Gravitation verstehen). Um dieses eine große ISSO herum ist eine in sich kohärente Welt gebaut, die in keinem Konflikt mit der unseren steht.

      Ich hoffe, das ist jetzt nicht am Thema vorbei...
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    • Akiot schrieb:

      Ich hoffe, das ist jetzt nicht am Thema vorbei...

      Das Thema in diesem Thread ist wie man erreichen kann das Science Fiction möglichst realitätsnah ist. Wie man also Hard Science Fiction harder machen kann.

      Aus deiner Sicht ist Mass Effect Hard Science Fiction, aus meiner ist die Reihe eher auf Unterhaltung ausgerichtet und die Erklärungen eher Technobabble.