Wie sieht realistische Science Fiction aus?

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    • Für mittlerweile etwas veraltete Hard SF würde ich ein Werk von einem britischen Physiker als Fallbeispiel nehmen, "2001 Odysee im Weltraum" von "Arthur C. Clark". Es beschäfftigt sich sowohl mit der Durchsetzbarkeit von stellarer Raumfahrt und künstlicher Intelligenz, findet aber durch bestimmte Abschnitte philosophischer Abschweifung auch seinen Weg in die Fiktion.

      Wenn du jedoch zu 100% empirische Sci-Fi suchst, mit hoher Trefferquote was Zukunftsprognosen angeht, bist du mit Jule Verne am besten bedient. Er hat das Atom U-Boot vor seiner eigentlich Erfindung beschrieben, hat vorrausgesagt dass die USA zur führenden Weltmacht avancieren würde.

      Was jedoch schwierig ist, ist im vorhinein vorherzusagen wie die Zukunft aussieht, selbst wenn wir Prognosen auf Grundlage von empirischen Fakten machen sind sie nicht mehr als unbewiesene, schön klingende Prognosen über eine hypothetisch möglichen Zukunft und dass sich selbst die Prognosen von nicht empirisch arbeitenden Autoren erfüllen können zeigt sich bei Star Trek. (Wir können sogar einzelne Teilchen durch den Raum teleportieren, wer hätte das vor ein paar Jahrzehnten noch gedacht?)

      focus.de/digital/technologien-…hinesisch_id_3448141.html

      diepresse.com/home/techscience/hightech/475210/index?gal=475210&index=1&direct=&_vl_backlink=&popup=

      Außerdem... leben wir in einer 'wirren' Zeit. Theoretische Physiker übertrumphen sich mit immer mächtigeren und irrwitzigeren Ideen über die Herkunft, die Zukunft, ja sogar die Bedeutung des Universums und was sich außerhalb noch befindet, einige von ihnen werden wir möglicherweise nie beweisen können. (Wer will hinter das Universum gucken? Und wie?) Wir benutzen quantenmechanische Effekte die wir zum Teil und in Teilen nicht verstehen. Was davon zu was führen wird ist undurchsichtiger den je, deshalb würde ich wagen zu sagen dass eine kreative Prognose genau so wahrscheinlich ist wie eine Empirische. Was dann noch übrig bliebe wäre zu schauen was wir im Jetzt mit unseren durch unseren Fortschritt gegeben Möglichkeiten erreichen könnten wenn wir es den machen würden und es beschreiben. Andernfalls musst du in kauf nehmen dass die Prognose nur eine Prognose ist.

      LG BR
    • fluchtigerBesucher schrieb:

      Akiot schrieb:

      Ich hoffe, das ist jetzt nicht am Thema vorbei...

      Das Thema in diesem Thread ist wie man erreichen kann das Science Fiction möglichst realitätsnah ist. Wie man also Hard Science Fiction harder machen kann.

      Aus deiner Sicht ist Mass Effect Hard Science Fiction, aus meiner ist die Reihe eher auf Unterhaltung ausgerichtet und die Erklärungen eher Technobabble.

      Dein Post ist gerade irgendwie nicht besonders hilfreich. Technobabbel ist IMHO keine Empfindungssache, sondern kann als solches entlarvt werden, indem man sich die "richtigen" Theorien ansieht, die im Umlauf sind. Ich bitte also um eine Erklärung, warum es sich hier um Technobabbel handelt.
      -10,5 23 ∑ π
    • Akiot schrieb:

      Um dem ganzen einfach mal ein Beispiel entgegenzuwerfen, was meiner Meinung nach halbwegs "realistische Science Fiction" ist - die Mass Effect Reihe. Natürlich ist sie nicht realistisch, aber in sich stimmig und sie schneidet Physik, Biologie und Soziologie an, ohne vollkommen abzuheben.
      Ich stimme dir in sofern zu, dass es auf der rotierenden Raumstation Citadel angeblich ein Hinweisschild geben soll, dass auf die Tücken der Coriolis-Kraft aufmerksam macht.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Damokles-Sternenring - meine kleine Galaxie
      Rollenspiel-Anekdoten
    • beyondreality schrieb:

      Für mittlerweile etwas veraltete Hard SF würde ich ein Werk von einem britischen Physiker als Fallbeispiel nehmen, "2001 Odysee im Weltraum" von "Arthur C. Clark". Es beschäfftigt sich sowohl mit der Durchsetzbarkeit von stellarer Raumfahrt und künstlicher Intelligenz, findet aber durch bestimmte Abschnitte philosophischer Abschweifung auch seinen Weg in die Fiktion.

      Wenn du jedoch zu 100% empirische Sci-Fi suchst, mit hoher Trefferquote was Zukunftsprognosen angeht, bist du mit Jule Verne am besten bedient. Er hat das Atom U-Boot vor seiner eigentlich Erfindung beschrieben, hat vorrausgesagt dass die USA zur führenden Weltmacht avancieren würde.


      Es geht mir um die Frage wie eine realistischere Science Fiction mit heutigem Wissenstand aussehen würde. Auch bei Jules Vernes finden wir zum Beispiel unterirdische Hohlräume die schon nach damaligen Wissensstand der Statik so nicht möglich wären. Anders als viele im Forum vermuten geht es mir jedoch nicht darum Fehler in existierender Science Fiction zu finden. Ich finde es viel interessanter woher diese kommen und wie man sie vermeiden kann.
    • Entschuldige, doch wir bewegen uns im Kreis. Und zwar nunmehr über zwei Threads hinweg. Viel interessanter finde ich es, weshalb du so besessen auf diesem Thema herumreitest. Denn das ich deine drei Punkte aus dem anderen Thread nur zum Teil nachzuvollziehen vermag, schrieb ich bereits dort.

      Doch vielleicht sehe nur ich das so, dass wir uns im Kreis bewegen. Denn wenn man weiß, woher oder wieso unrealistische Elemente ("Fehler") in Science Fiction auftreten, dann ist die Vermeidung derselben, so man das will, recht einfach.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

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    • Nemedon schrieb:

      Entschuldige, doch wir bewegen uns im Kreis. Und zwar nunmehr über zwei Threads hinweg. Viel interessanter finde ich es, weshalb du so besessen auf diesem Thema herumreitest. Denn das ich deine drei Punkte aus dem anderen Thread nur zum Teil nachzuvollziehen vermag, schrieb ich bereits dort.

      Doch vielleicht sehe nur ich das so, dass wir uns im Kreis bewegen. Denn wenn man weiß, woher oder wieso unrealistische Elemente ("Fehler") in Science Fiction auftreten, dann ist die Vermeidung derselben, so man das will, recht einfach.


      Wenn du dir den Warum gibt es keine realistische Science Fiction? - Thread nochmal ansiehst wirst du feststellen, das dort ein paar Beispiele genannt worden, warum unrealistische Elemente ("Fehler") in Science Fiction verwendet werden, obwohl sie zu dem Zeitpunkt als solche schon bekannt sind.
    • Hat hier jemand eine Ahnung, welche Tricks angewendet werden können, um --- ohne jemanden kränken zu wollen --- die beiden Sci-Fi Threads zu kritisieren?

      Zwar lese ich fleissig mit, aber ich finde die Argumentation nicht überzeugend. Jetzt wird sogar davon ausgegangen, dass unrealistische Elemente "Fehler" seien. Aber das sind sie nicht.

      Der Film "Moon" zum Beispiel (der in naher Zukunft auf dem Mond spielt), zeigt unseren Mond, auf dem Schwerkraft scheinbar genauso stark ist wie auf der Erde. Aus meiner Sicht ist die Sache mit der Schwerkraft kein "Fehler", denn es ist für die Geschichte absolut nebensächlich. Somit ist es auch unwichtig, aus welchen Gründen der Film irdische Schwerkraft auf dem Mond hat. Das mögen Kostengründe gewesen sein, aber es wäre Geldverschwendung, so etwas umzusetzen. Denn auch wenn es einem Film nutzt, wenn ich sich jemand Gedanken über den Schauplatz macht, ist der Roboter GERTY keine bessere Figur und der Film kein besserer Film, wenn GERTY's Sprachprogramm den heutigen Annahmen über die Computerlinguistik von morgen entspricht.


      Die Recherchearbeit der Macher von "Fluch der Karibik" für die East India Trading Company oder für das Schmieden von Schwertern mag "löblich" sein. Aber eigentlich ist es egal, wenn sie da historische Fakten oder Methoden verbiegen.
      Die Science Fiction leidet nicht daran, dass kein Film uns die Funktionsweise einer Raumkapsel erklärt. Die Filme und Bücher und so weiter, die sparen sich diesen Exkurs. Das soll nicht heißen, dass so eine Faktensammlung nicht interessant sein kann, aber es ist sicher kein Fehler (sondern in den meisten Geschichten eher von Vorteil) das Infodumping wegzulassen und sich nicht an irgendwelche Erkenntnisse von heute oder übermorgen zu halten.

      Es wäre schrecklich, wenn in der Science Fiction eine realistische Schwerelosigkeit "Genre-Standard" sein muss. Und das eine Abweichung dann als Fehler bezeichnet wird ist einfach Humbug.

      Nach der Logik können wir Verlangen, dass die Szenen in Filmen gefälligst weniger Plotlöcher enthalten...sodass der Herr der Ringe damit endet, dass Frodo den einen Ring vom Adlerrücken in den Schicksalsberg schleudert und der Herr der Ringe schon in einem Film (mit absurdem Ende) abgeschlossen werden kann. Oder wir könnten "Realismus bei den Dialogen" fordern, damit die Charaktäre gefälligst häufiger "äh" und "öh" sagen und das die Charaktere häufiger vom Punkt abkommen, damit reale Gespräche besser simuliert werden.

      Es ist nicht so sehr, dass sich diese Threads im Kreis bewegen. Es ist vielmehr, dass fluchtigerBesucher bereits weiss, was für ihn realistische Sci-Fi ist (z.B. Mass Effect ist es nicht) und dass alle Sci-Fi, die nicht realistisch ist (z.B. Gravity eingeschlossen) für ihn einen Makel hat.
      Die Zugänglichkeit von Geschichten hat mit Realismus nichts zu tun. Und die Visionäre Jules Verne oder Gene Roddenberry sind auch keine korinthenkackerischen Realisten gewesen.

      Realismus steht nicht im Widerspruch zu Fantasy oder Science Fiction, aber die Vorstellung, dass es aus Science Fiction ein besseres, visionäreres, vorbildlicheres Genre machen kann, dass es sich über einen Makel hinwegsetzen wird, sobald wir den Raumschiffantrieb erklären oder die Phaser realistischer gestalten ist einfach nicht ernst zu nehmen. Sorry.
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Akiot schrieb:

      Dem ganzen möchte ich noch das hier anfügen: Minovsky Physics
      Wie der Link schon sagt handelt es sich dabei um Unobtainium also nichts aus der Realität.

      Bei den Beispielen ist so etwas gemeint: der erste uns bekannte interstellare Asteroid 1I/ʻOumuamua

      wikipedia schrieb:

      1I/ʻOumuamua (vorher A/2017 U1 und C/2017 U1 (PANSTARRS)) ist das erste interstellare Objekt, das innerhalb des Sonnensystems beobachtet wurde.[2][3] Es wurde am 19. Oktober 2017 durch das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii entdeckt, nachdem es bereits 5 Tage zuvor, am 14. Oktober 2017, die Erde in einer Entfernung von ca. 24 Mio. Kilometern passiert hatte. Zum Zeitpunkt der Entdeckung befand sich das Objekt bereits wieder 0,2 AE von der Erde entfernt. Aufgrund seiner Bahneigenschaften hielt man ihn ursprünglich für einen Kometen. Als bei genaueren Beobachtungen keinerlei Schweif oder Koma beobachtet wurde, klassifizierte man das Objekt etwa eine Woche später als Asteroid.[4]

      Schon alleine das es das erste instellare Objekt ist das wir in unseren Sonnensystem beobachtet haben ist etwas besonders und macht es zum Beispiel für die Panspermie-Hypothese interessant.

      Aufgrund einiger Eigenschaften gab es sogar Vermutungen das es sich um ein interstellares Raumschiff handeln könnte. Besonders die Form gab Rätsel auf, weil diese teilweise als zigarrenförmig angenommen wurde.

      Die Ausmaße liegen auch im Rahmen des mit unserer heutigen Technik Möglichen.

      wikipedia schrieb:

      Dimensions
      230 × 35 × 35 m
      (est. at albedo 0.10)
      Zum Vergleich die größte Ubootklasse auf der Erde.

      Selbst die Geschwindigkeit liegt schon im Bereich des technisch Möglichen.

      wikipedia schrieb:

      Mittlere Orbitalgeschwindigkeit v inf = 26,2 km/s
      Die Fluchtgeschwindigkeit der Erde beträgt zum Beispiel 11,2 km/s. Soviel braucht man zum Beispiel um zum Mond zu fliegen. Für 26,2 km/s würden wir dann doch aber schon elektrische Antriebe wie zum Beispiel Ionentriebwerke benötigen.

      Selbst seine Flugbahn wurde von einigen als Swing-by-Manöver gedeuted.

      Man sollte dabei aber immer bedenken wie wenig wir über Asteroiden gesichert wissen: Physikalische Eigenschaften

      So gab es dann auch die Entwarnung: Kein Raumschiff: Interstellarer Asteroid ʻOumuamua ist natürliches Objekt