Weltenflops

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    • Ich musste neulich feststellen, dass eine öffentlich durchaus bekannte und weit beachtete TV- und Romanserie bei mir nur als Flop gilt. Ich würde das gerne Thematisieren, aber natürlich ohne in Lästerei oder überflüssige persönliche Geschmacksdiskussionen zu starten. Sind wir reif genug dafür? Testen wir es mal. Ich habe nach einem vergleichbaren Thread gesucht und nichts gefunden - es freut mich dass hier überwiegend positiv gedacht wird. Warum dennoch die Frage nach den Flops? Vielleicht kann man ja etwas daraus lernen, wenn man übereinstimmende Meinungen findet. Gerne lasse ich mich auch vom Gegenteil überzeugen und kehre meine Meinung um, so flexibel sind meine Synapsen durchaus.

      Wer bei derartigen Themen emotional reagiert, der sollte davon Abstand nehmen sich hier zu äußern und am besten einen anderen Thread öffnen. Macht auch bitte kein Flop 10 daraus, sondern postet maximal einen Flop und begründet ihr so sachlich ihr könnt. Damit niemand einen Herzinfarkt bekommt, welches mein oder jemandes persönlicher Flop ist, rate ich dazu die Titel um die es geht in Spoilerkästen zu packen, so dass man sich erst die Begründung durchlesen kann. Sonst neigt man dazu die Antwort zu schreiben bevor man zu Ende gelesen hat. Also etwa folgendermaßen:

      Spoiler anzeigen
      Game of Thrones


      Es gibt viele Serien die ich nur etwa fünf Minuten ertrage bevor ich sie abschalte. Auch die TV-Serie gehört bei mir in diese Kategorie.

      Es gibt im Gegensatz dazu nur sehr, sehr wenig Bücher, die ich kaufe, dann aber nicht zu Ende lese. Das 1. Buch dieser Welt habe ich mir gekauft (englisch), noch bevor ich die Serie angeguckt habe, da es so populär zu sein schien. Dachte mir "da kannst Du nichts falsch machen". Weit gefehlt - ich muß zugeben es nicht bis zum Ende geschafft zu haben.

      Die Einleitung (oder war es das erste Kapitel?) habe ich noch verschlungen. Danach wurde jeder weitere Abschnitt anstrengender zu lesen. Neue Persönlichkeiten wurden eingeführt. Oft nur wenig Bezug aufeinander nehmend, aber über irgendwelche Intrigen miteinander verwickelt. Die Bedrohung die in der Einleitung noch so schillernd dargestellt wurde, spielt im ersten Drittel des Buches scheinbar gar keine Rolle.

      Erschöpft von so viel Information, mehr oder wenig offensichtlicher Intrige, bedauernd mir keine Notizen gemacht zu haben, machte ich erst ein Jahr später einen neuen Anlauf. Vielleicht war mir einfach die Stimmung nicht danach. Aber Irrtum, erneut machte ich den Fehler mir keine Notizen zu machen. Notizen? Moment mal, ich lese keine Unterhaltungsliteratur wo ich mir nebenbei Notizen machen muß. (Ausnahme: Ich lese das schon zum dritten mal und möchte ein Wiki damit füllen).

      Ich gebe zu, ich mag "Disneyland-Mittelalter", wie der Autor den Herrn der Ringe kritisierte. Und ich muß zugeben ein Romantiker zu sein, aber ich komme auch mit historischen Romanen zurecht, die durchaus auch starken Tobak enthalten dürfen (etwa Die Säulen der Erde). Aber nicht in dieser Form, nicht so vermengt und dargestellt. Für mich scheint der Roman ein Potpurri an Dingen zu sein, die der Autor gerne unterbingen würde, ohne zum Punkt zu kommen.

      Erschreckt von der Vorstellung, dass ich am Ende des Buches noch die anderen Bücher lesen müsste um alles zu verstehen, habe ich Abstand davon genommen weiter zu lesen und es in das digitale Abstellregal gestellt.
      Spoiler anzeigen

      (BTW: Erst Southpark hat meine Erinnerung an das Buch wieder wachgerufen - es war aber eine unterhaltsame Untersreichung meines Eindrucks, auch wenn ich den ein oder anderen Seitenhieb sicher nicht verstanden habe - ich entschuldige ich für die beiden Southparklinks, aber die Versuchung diesen Akzent zu setzen war einfach größer.)


      Ich merke gerade, dass ich mehr den Roman als die Welt dahinter kritisiere. Da aber der Roman der Kanal ist, in dem die Welt vermittelt wird bleibt mir nicht viel anderes übrig. Für die zahlreichen Details und die Mühe des Autors sei ihm auch von mir an dieser Stelle Respekt gezollt. Dennoch die Einführung in seine Welt ist für mich ein steiler und steiniger Weg, den viele andere Autoren imho besser geschafft haben.

      Ich hoffe damit niemanden vor den Kopf zu stoßen und auch dass meine Kritik nachvollziehbar und sachlich formuliert ist. Vielleicht kann man mir auch den Blick gerade rücken: Was habe ich falsch gemacht? (Sollte ich nicht die OV lesen?)
    • Ich schätze, es gibt eine wichtige Unterscheidung zu treffen, nämlich zwischen Weltenflops und Geschichtenflops.

      Mein erster Gedanke, als ich den Thread sah, war "Twilight, eh klar, das bashen doch fast alle hier" - dann fiel mir aber die großartige Fanfiction Luminosity/Radiance ein, die im Twilight-Universum spielt, und ich stelle fest: Nicht die Welt ist das Problem, sondern was damit gemacht wird.

      Selbst in der besten Welt lässt sich eine Geschichte ansiedeln, die von Rassismus und Antifeminismus nur so trieft - aber die Welt selber oft nicht. In Luminosity wird beispielsweise die merkwürdige Art der Vampire, sich auf immer und ewig zu verlieben, 1:1 aus Twilight übernommen. Aber die Gedanken der Hauptfigur sind eher: WTF? und schließlich ein sich-abfinden mit der eigenartigen Logik, der sie da machtlos ausgeliefert sind. Und ich glaube, es gibt dann auch schwule Paare, die diese ewige Bindung haben, was vermutlich im Twilight-Original nicht vorgesehen ist. (Oh the horror! ;D )

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    • Da ich recht heikel bin kann ich viele "Flops" auflisten, ich nenne jetzt einfach mal den, mit dem ich vermutlich am meisten Leute verärgere: Mittelerde. Ich mag die Elfen nicht, ich mag die Zwerge nicht, ich mag die "medieval stasis" nicht. Die Menschenvölker erscheinen mir recht platt, auch die Hobbits bieten mir nicht, was ich von einer Welt erwarte. Und dann hab ich noch das Problem mit der Magie: Wenn sie da ist, geht es gleich um die Wurst, mir fehlt der magische Kleinkram.
      Allemal noch von sprachlicher Seite bin ich an Mittelerde interessiert, das rettet die Welt aber auch nicht mehr.

      (Hindert mich allerdings nicht dran, mir mit ein paar Packungen M&Ms die Filme reinzuziehen. Ich geh halt nicht mit so grossen Erwartungen rein wie manch andere.)
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    • Jundurg schrieb:

      Ich schätze, es gibt eine wichtige Unterscheidung zu treffen, nämlich zwischen Weltenflops und Geschichtenflops.


      Sehe ich auch so. Bei "Game of Thrones" finde ich die Welt an sich ganz gut (trotz weitgehender Mittelalterkopien). Bis auf die Sache mit den Jahreszeiten, die ich etwas komisch finde, weil gerade ein jahrelanger Winter recht tödlich enden würden, finde ich die Welt soweit stimmig. Geschichte hin- oder her.
      In der Hinsicht ist es wirklich schwer, wirkliche Weltenflops zu finden. Was ich wirklich schlimm finde, sind diese "Copy-Paste"-Welten, wo einfach eine Weltenidee 1:1 kopiert wurde. Viele EDO-Welten gehen in die Richtung, wobei die Sache auch ganz gut wieder in ein positives Licht gerückt werden kann, wenn die Stimmung und die Konsistenz trotz allem passt. Richtig schlimm wird es dann, wenn jemand z.B. Elfen hat, dann aber meint, dass seine Elfen komplett anders sind als alle anderen Elfen. Warum hat er dann Elfen? Könnten sie dann nicht einfach eine andere Rasse sein?
      Was ich auch nicht so gut finde, sind Welten, die eine 1:1-Übertragung irdischer Zeitalter haben. Auch wenn auf einer Welt ein mittelalterliches Zeitalter vorherrscht, heißt das noch lange nicht, dass es auch genauso aussehen muss wie im entsprechenden Europa. Im Moment fällt mir kein konkretes Beispiel ein, und das ist mein Problem gerade. Die, die mir gerade in diesem Bereich spontan einfallen, sind "Mittelerde", "Osten Ard" oder "Westeros/Essos" und da wurde die Sache eigentlich weitgehend gut gemacht. Ich glaube, bei den "Forgotten Realms" hat es mich weitgehend genervt, dass dort normale Ritter und Burgfräuleins rumgehupft sind bzw. bei "Aventurien" fand ich es ähnlich. Wobei da lag es eher daran, dass auf den Bildern der DSA-Bücher oft eine andere Welt verhießen wurde, als in den Büchern zu finden war. Zumindest damals bei der 2. Edition.
      Was ich leider auch etwas geflopt finde, ist die Welt hinter dem D&D-Klon "Astonishing Swordsmen & Sorcerers of Hyperborea", wo ich z.B. ein Bild gesehen habe, wo ein klassischer Ritter in einem Vollharnisch mit einer Pulp-Laserwumme herumgerannt ist. Ich hab hier sogar das Bild:



      Es ist vielleicht ein visuelles Problem, aber irgendwie passt das nicht zusammen, und dass, wo ich solche Mischsettings mag. Und hier floppt die Welt - zumindest visuell - weil das auf mich nicht stimmig wirkt. Wäre es aber kein mittelalterlich-klassischer Ritter, sondern würde er in einer eher phantastischen Rüstung stecken, die auch irgendwie mit der Waffe harmoniert, dann wäre es ok. Dann hätte ich nichts einzuwenden.

      Ich muss mir ja auch bei diesen Copy-Paste-Welten selber an die Nase fassen. Denn Cimorra ist auch nichts anderes als eine Melange diverser Settings und hat kaum so etwas wie eine vollkommen durchdachte Logik, aber ich versuche alles in ein Bild einzupassen, um so ein rundes Bild zu erschaffen. Für durchdachte Logik habe ich Gaia. Wenn die Sache also rund rüberkommt, dann ist mir fast alles recht, aber wenn es einfach nur schlampig zusammen geklaut wurde, dann ist es für mich ein Weltenflop.
      "Barbarism is the true nature of mankind. Civilisation is unnatural!" - Conan
      "Das ist KEIN Müll! Das ist MEINE WELT!" - Rilli
      Gaia | Cimorra | Brainfarts
      Deviant Art | Logan's Fantastische Welten

    • Ich gehöre auch zu den Leuten, die mit Martins Monumentalwerk eher weniger anfangen können. Auch ich habe mir den ersten Band wegen der vielen positiven Kommentare gekauft, fand den Prolog spannend, dann aber ziemlich frustrierend, dass die Person aus dem Prolog dann hingerichtet wird und das auch noch durch die angeblich moralischste Person der Serie. Allgemein bin ich kein Freund der Strategie, dass Figuren, mit denen man mitgefiebert hat plötzlich sterben, auch wenn das als noch so toll und anspruchsvoll gilt.
      Das alles sind aber eher weniger Probleme der Welt. An der stört mich, dass ich mir in Fantasy-Geschichten entweder ordentlich Fantasy-Elemente wünsche oder etwas Wissenschaft/Technologie, oder am besten beides. Wenn ich aber etwas über das Mittelalter (oder andere historische Epochen) lesen will, dann tue ich das lieber direkt mit Ereignissen der realen Geschichte. Außerdem stört mich die ständige Zelebrierung von Gewalt und Unterdrückung gegen Frauen, obwohl es das in Silaris durchaus auch gibt, aber ich habe zumindest das Gefühl, dass ich an die Sache aus einem etwas anderen Blickwinkel rangehe. Vielleicht versuche ich da aber auch nur, mir meine eigene Doppelmoral schönzureden.
      Ich möchte jetzt aber kein Urteil darüber fällen, ob das alles einen Weltenflopp darstellt oder einfach nur eine Welt, die nicht meinem Geschmack entspricht.

      Bücher, die ich wirklich als Flopp bezeichnen würde, vergesse ich normalerweise ziemlich schnell wieder, aber trotzdem fällt mir in diesem Zusammenhang Trudy Canavans Sonea-Reihe ein. Wie der ein oder andere hier vielleicht weiß, habe ich ein Faible für Mädchen aus einfachen Verhältnissen mit unerlaubter Magie, was dort auch der Haupthandlungsinhalt ist, zumindest in den ersten beiden Bänden. Die Weltenbastlerei im Hintergrund war aber schon extrem schlicht, um es mal so ausdrücken. Jedes Volk hat eine eigene Hautfarbe, an der die Angehörigen sofort zu erkennen sind, es gibt ein Staatenbündnis und ein böses, nicht zugehöriges Land, in dem alles praktiziert wird, was man heutzutage bei uns normalerweise ablehnt, (also Sklaverei mit Vergewaltigung der Sklavinnen, Unterdrückung der Frauen, Homophobie etc.) Außerdem haben Tiere, Lebensmittel usw. In-World-Namen, wobei sich dann bei genauerer Betrachtung raustellt, dass die Sachen eigentlich so gut wie 1:1 aus der realen Welt übernommen sind.
      Dazu gibt es noch einen übertrieben ausgewälzten Mobbing-Plot und die mich immer wieder nervende Liebesgeschichte zwischen Mentor und weiblicher Hauptperson und eine etwas fragwürdige Botschaft zur magischen Aufrüstung. Da wäre meiner Meinung nach Potenzial für wesentlich mehr da gewesen.
    • Ich finde es sehr schwierig, mit dem Punkt Weltenflop versus Geschichteflop umzugehen.

      Ich denke, häufig mag man die Welt weniger, wenn das Buch schlecht geschrieben ist und man mag sie mehr, wenn es gut geschrieben ist. Und gut oder schlecht geschrieben ist immer eine Frage der Künste des Autors einerseits und des eigenen Geschmacks andererseits.

      Mir geht es so, dass ich Kritik an Tolkiens oder Martins Schreibweise verstehen kann und bei der Welt sage: Kann man mögen, muss man nicht, aber ich finds handwerklich gut gemacht. Insbesondere Westeros und Essos finde ich eine sehr gelungene Umsetzung von Mittelalterfantasy, in einer Stringenz und Konsequenz wie sonst selten in Fantasy. Wenn man das nun an sich nicht mag, dann hilft es natürlich nichts, wenn es gut gemacht ist.

      Eine Welt, die ich als Flop empfinde, ist "Enwor" von Wolfgang Hohlbein. Diese Endworld im Fantasysinne mit Echsenmennschen oder sowas spielt auf dem nordamerikanischen Kontinent. Mir gefällt daran nicht, mit welcher Stereotypie er das unbekannte dunkle etwas, das groß und tentaklig ist und unterirdisch und irgendwie feindlich, als dunkles mysteriöses Feinddings benutzt, wie er das gefühlt in allen Romanen tut, die ich bisher von ihm gelesen habe. Baukastengefühl für mich. Dass seine Figuren sich irgendwie alle gleich lesen, macht es auch nicht individueller. Das waren auch die ersten und mit einer anderen Hohlbein-Reihe zusammen die einzigen Bücher, die ich mir gekauft und hinterher wieder verschenkt habe, nämlich an die Stadtbibliothek. Damit ich wieder Platz im Regal hab, für bessere Werke.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Ohja, Hohlbein liefert eine Menge Beispiele für Weltenflops. Im Vergleich zu manchen seiner anderen Werke finde ich da Enwor noch richtig gut. ;D

      Ich muss aber auch sagen, dass ich da sehr voreingenommen bin, da Hohlbein für mich "damals" in meiner Kindheit sowas wie der Erstkontakt mit Fantasy war, abgesehen von Kinderbüchern. Ich habe Unterland geliebt, obwohl ich es im Grunde grauenvoll geplottet finde, und ein Teil dieser Faszination ist mir immer noch geblieben. Das gilt auch für Enwor - die ersten paar Enwor-Bücher habe ich verschlungen, und sie haben mich in meinem eigenen Weltenbasteln auch irgendwie nachhaltig beeinflusst, damals.

      Vielleicht kann man es so ausdrücken, dass Hohlbein kein besonders guter Autor ist, allerdings eine bestimmte Begabung dafür hat, unter gewissen Umständen den "Zauber des Unbekannten" oder so hochzubeschwören. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck als Kind von vielen seiner Bücher gehabt. (Und natürlich habe ich die verwendeten Klischees da alle noch nicht gekannt) Die Suche nach diesem "Zauber", oder Weltenfeeling begleitete mich viele Jahre, und vielleicht immer noch.

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    • *rumspuk*

      Eine Welt die für mich Ende des vorigen Jahrtausends floppte, war Osten Ard. Ich las damals die Trilogie des Drachenbeithrons. Sehr schnell kam in mir das Gefühl auf, dass es solche Fantasy-Welten schon mehr als genug gab, auch wenn ich mich nach über fünfzehn Jahren nicht mehr alle Details erinnere. Zumindest erreichte die Geschichte, dass ich widerwillig auch die beiden Nachfolgeromane mir zu Gemüte führte. Einfach nur um zu wissen, wie es ausgehen würde. Letzten Endes blieb mir bis heute ein schaler Nachgeschmack in Erinnerung und der Gedanke, dass man die Story locker und spannender im ersten halben Roman hätte unterbringen können. Allerdings auch, dass Tad Williams sehr detailverliebt schreibt.


      Entropy schrieb:

      Es gibt im Gegensatz dazu nur sehr, sehr wenig Bücher, die ich kaufe, dann aber nicht zu Ende lese.
      Geht mir ebenso. Allerdings gibt es harte Brocken, die dann darauf warten, dass ich sie als Pausenlektüre mit auf die Arbeit nehme. Im Moment ist das z.B. Krieger der Stille von Pierre Bordage. Die nachfolgenden Romane der Trilogie werde ich mir mit Sicherheit nicht zulegen. Las zwar noch nie die Romane von G.R.R.Martin, doch wie in der Verfilmung Game of Thrones sterben die Sympathieträger wie die Fliegen, kaum das man mal einen gefunden hat. Und die angeblichen Protagonisten erscheinen erst sehr spät und führen mMn fast ein Schattendasein. Die viele expliziete Gewaltdarstellung jeglicher Art mag ebenfalls nicht jedermanns Sache sein, doch dient sie hier wohl eher als Mittel zum Zweck. (Ein Dutzend blinkender Neonpfeile könnte nicht besser anzeigen, wer hier die Bösen sind. %-).) Sicherlich werden die Romane vor allem in Frankreich hoch gelobt, doch massenhaft uninspirierte Benennungen wie Roter-Punkt, Zwei-Jahreszeiten usw. (beides Planeten) lassen dem Weltenbastler in mir sich die Nackenhaare sträuben.



      Amanita schrieb:

      Bücher, die ich wirklich als Flopp bezeichnen würde, vergesse ich normalerweise ziemlich schnell wieder, aber trotzdem fällt mir in diesem Zusammenhang Trudy Canavans Sonea-Reihe ein. ... Die Weltenbastlerei im Hintergrund war aber schon extrem schlicht, um es mal so ausdrücken. ... Da wäre meiner Meinung nach Potenzial für wesentlich mehr da gewesen.
      Auch wenn ich, im Gegensatz zu dir, diese Romanreihe mag, will ich dir keineswegs widersprechen. Mich irritierte vor allem in den ersten zwei Romanen der ersten Trilogie, dass sich quasi alles nur innerhalb einer Stadt abspielt. Der böse Staat liegt irgendwo hinter einer Wüste, Mobbing ist das große Thema des ersten Bandes usw. Ein klein wenig widersprechen möchte ich aber bezüglich der Homophobie, die nicht nur im "bösen Land" herrscht, sondern auch Magier u.a. im "guten Land" verbergen müssen. Erinnerte mich ein wenig an englische Verhältnisse. %-)
      Was für mich persönlich den Reiz von Canavans Büchern ausmacht, sind ... solche Ideen, wie explodierende Magier wegen der in ihnen gespeicherten Energie. Oder Menschen die zu Göttern werden, wie in der Trilogie Das Zeitalter der Fünf. Und neben solch logischen Sachen, wie sich Unsterbliche die Langeweile vertreiben, das recht durchdachte Magiesystem.
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Damokles-Sternenring - meine kleine Galaxie
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Vielleicht habe ich mich da ein bisschen unklar ausgedrückt: Die Reihe gehört auch bei mir nicht zu dem, was ich absolut schlecht finde, sonst hätte ich auch nicht alle drei Bände gelesen, aber die Weltenbastelei hat mir aus den genannten Gründen nicht so gefallen. Das mit der Homophobie im guten Land stimmt allerdings und das Magiesystem hat mir auch ganz gut gefallen.
    • Die Welt von Markus Heitz, jedenfalls die in `Die Zwerge` usw. hat für mich doch sehr geflopt. Die Zwerge als die Bergbewohner die alles drumrum verteidigen und sich so anfühlen wie Tolkiens Zwerge mit anderen Namen. Das Böse (Orks, Dunkelelfen usw.), als böse Macht die einfach ohne jeden Sinn die Welt vernichten will.

      Es handelt um die Zwerge, jedoch sehe ich kaum eigenen Stoff zu den Zwergen. Ich hab schon dutzendmal die Verfilmungen von Tolkiens Büchern gesehen und die Zwerge von Markus Heitz sind fast genau das gleiche. Ich würd gerne mal Zwerge sehen, die nicht alle Klischees erfüllen. Auch wenn ich ein Zwergen-Fan bin. Man könnte theoretisch einen Zwerg aus Welt A nehmen und in Welt B packen und er würde denken er wäre in der selben.
    • Spoiler anzeigen
      DIE ALBENMARK


      Kaum eine originelle Idee, alles schlecht geklaut. Elfen, wie man sie aus zig EDO-Welten kennt, nur noch eine Spur blasierter und perfekter als üblich; eine Menschenwelt, die ein drittklassiger Abklatsch des spätantik-frühmittelalterlichen Europa ist, mit einer grässlichen Karikatur der Kirche. Alles schon mal irgendwo gesehen.

      Mittelerde hat zweifellos auch ihre Schwächen, aber sie ist letzten Endes das Original, von dem die anderen EDO-Welten abgekupfert sind.

      Und was SoIaF betrifft; ersten Roman gekauft, nicht zu Ende gelesen. Aber eher Geschichtenflop als Weltenflop, würde ich sagen, auch wenn die Welt nichts Herausragendes ist.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • Zum Thema Geschichtenflops:

      Mittelerde ist heute Klischee und alles, ja, aber man muss dabei beachten dass es keine Klischee war als es geschrieben wurde. Da war es wirklich etwas Neues und Ungewöhnliches. Letztlich ist Mittelerde die eine EDO-Fantasywelt von der alle anderen abgekupfert haben und dadurch zum Klischee wurde. Aber eines wird von Tolkien abgekupfert das nicht nur die Welten, sondern auch die Geschichten an sich imho schlecht macht.

      Alles müssen immer Trilogien sein, egal wie lang oder kurz die Story eigentlich ist. Lest einfach mal den Thread hier nochmal durch und zählt mit, wie oft Trilogien erwähnt werden und wie oft in demselben Zug erwähnt wird dass das immer so langatmig war. Aber ein Fantasyroman muss nun mal eine Trilogie sein, auch wenn man die Story eigentlich in 100 Seiten unterbringen könnte. Das macht imho viele eigentlich ordentliche Geschichten schlecht.


      Zum Thema Weltenflops: meine erste selbst gebastelte Welt. Wenn ich so zurückschau war das ein totaler Flop :lol: . Es war eine Klischee-EDO-Welt, sehr stark an die Forgotten Realms angelehnt und ich hab mich für sooooo originell gehalten dass das Ganze etwas humoristischer und abgedrehter ist als normal. Oh mein Gott, die hatten das Interplane, eine magische Kommunikationsplattform wo man Planesites erschaffen kann die andere dann besuchen können...

      Ich muss mich übrigens auch auf die Seite der Game of Thrones nicht so toll Finder stellen. Langatmig, langweilig da vorhersehbar (ja, viele rätseln immer wer als nächstes umkommt, aber wenn man mal drüber nachdenkt weiß man nach 20 Seiten in einem neuen Abschnitt schon wie es ausgeht nachdem man 3-4 Abschnitte mal gelesen/gesehen hat. Sie sind letztlich alle gleich.) und viele Dinge werden angerissen und dann erstmal für 2 Bücher nicht mehr erwähnt. Ich sag nur: "Winter is coming" "White walkers are coming" usw.
      Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden

      INDEX DER THREADS ZU LHANND
    • Gerion schrieb:


      Alles müssen immer Trilogien sein, egal wie lang oder kurz die Story eigentlich ist. Lest einfach mal den Thread hier nochmal durch und zählt mit, wie oft Trilogien erwähnt werden und wie oft in demselben Zug erwähnt wird dass das immer so langatmig war. Aber ein Fantasyroman muss nun mal eine Trilogie sein, auch wenn man die Story eigentlich in 100 Seiten unterbringen könnte. Das macht imho viele eigentlich ordentliche Geschichten schlecht.


      Schlimm finde ich auch die Autoren, die wohl versuchen, das Trilogie-Klischee zu umgehen, indem sie den letzten Band, der kurz und knackig sein könnte, dann doch noch aufteilen. Nachdem ich damals den dritten Eragon-Band gelesen hatte, hat mich diese Tatsache ziemlich ungehalten gemacht und ich habe den vierten Band bis heute nicht angerührt... Ich finde übrigens, dass Paolinis Welt ein ziemlicher Flopp ist. Die Geschichte in den Büchern ist auch nicht sonderlich einfallsreich, aber bei der Welt stört mich so einiges: der Osten, der eigentlich problemlos zu erreichen wäre, ist völlig unerforscht und jede Rasse hat nur ein Königreich (dieses kleine Menschenkönigreich im Süden hat sich ja erst einige Zeit vor Beginn der Romanhandlung abgespalten). Dieses Ost-Problem hat die Osten Ard-Saga von Tad Williams, die ich ansonsten (trotz einiger Längen) recht gut finde, auch.

      Zur Westeros/Essos-Sache: Ich halte Martins Welt für durchaus gelungen, würde sie jedoch auch nicht über alle Maßen in den Himmel loben. Sie ist, wenn ich es einmal hart formuliere, ein Abklatsch des europäischen Spätmittelalters mit ein wenig Fantasy-Zeug, das im Laufe der Reihe mehr wird, aber bei dem ich mir auch nicht unbedingt denke: "Wow, das ist mal innovativ!" Die Welt ist jedoch stimmig und ich habe nicht das Gefühl, sie sei nur Bühne für die Buchhandlung. Bei Tad Williams Welten und Paolinis bleibt leider dieser Nachgeschmack.
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      ~ Komm in den Chat. Wir haben Kekse. ~
    • WeepingElf schrieb:


      Mittelerde hat zweifellos auch ihre Schwächen, aber sie ist letzten Endes das Original, von dem die anderen EDO-Welten abgekupfert sind.
      Das ändert letzten Endes aber auch nichts dran, dass ich der Welt trotzdem nichts abgewinnen kann. Das liegt nicht daran, dass ich so EDO-überschwemmt wäre, dass mir Mittelerde uninnovativ vorkäme. Ich bin ziemlich fantasyunbeleckt aufgewachsen und hatte mit El[fb]en und Zwergen erstmals mit über zwanzig mit dem Silmarillion zu tun, aber ich konnte durchaus etwas Innovatives letztlich in meinem Kopf als Flop einsortieren. Für mich stechen die Schwächen die Stärken halt aus.
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    • Gehört jetzt vielleicht nicht unbedingt direkt zum Thema, aber ich finde es interessant, dass so viele statt zu sagen " xyz gefällt mir nicht" sich zu schreiben bemüßigt fühlen, "xyz ist schlecht/ein Flop/etc."

      Mir gefallen auch nicht alle Welten, aber ich käme nicht auf die Idee, ihnen gleich ganz allgemeingültig die Qualität abstreitig machen zu wollen.
      Vielleicht bin ich in der Hinsicht aber auch nur ein Erbsenzähler ^^
    • Rabenschwinge schrieb:

      Gehört jetzt vielleicht nicht unbedingt direkt zum Thema, aber ich finde es interessant, dass so viele statt zu sagen " xyz gefällt mir nicht" sich zu schreiben bemüßigt fühlen, "xyz ist schlecht/ein Flop/etc."

      Mir gefallen auch nicht alle Welten, aber ich käme nicht auf die Idee, ihnen gleich ganz allgemeingültig die Qualität abstreitig machen zu wollen.
      Vielleicht bin ich in der Hinsicht aber auch nur ein Erbsenzähler ^^

      Na, wenn schon der allererste Satz des Threads ein "bei mir" enthält, gehe ich schon davon aus, dass das hier allgemein so gilt. ;)
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    • Rabenschwinge schrieb:

      Gehört jetzt vielleicht nicht unbedingt direkt zum Thema, aber ich finde es interessant, dass so viele statt zu sagen " xyz gefällt mir nicht" sich zu schreiben bemüßigt fühlen, "xyz ist schlecht/ein Flop/etc."

      Mir gefallen auch nicht alle Welten, aber ich käme nicht auf die Idee, ihnen gleich ganz allgemeingültig die Qualität abstreitig machen zu wollen.
      Vielleicht bin ich in der Hinsicht aber auch nur ein Erbsenzähler ^^


      Nein, du bist kein Erbsenzähler.
      Ganz ehrlich finde ich ohnehin, dass hier im Forum ganz schön viel Negativität und auch Überheblichkeit herrscht. Es macht mir keinen Spaß mehr, hier mitzulesen oder gar zu posten: wenn man nicht naturwissenschaftlich bastelt, Tolkien und Elben mag und nicht ständig hören möchte, dass alles Klischee und Mainstream ist, verspürt man ständig einen Druck, sich zu rechtfertigen.
      Und jetzt ernsthaft ein Welten-Bashing-Thread? Denn nichts anderes ist das hier.

      Was bringt euch dazu, die Welten anderer Leute herunterzuputzen? Es steht jedem frei, Dinge zu mögen oder auch nicht, aber es ist immer nur die eigene Meinung und keine Wahrheit.

      Gibt es neuerding Mindestanforderungen, die man vorlegen muss, um von der deutschen Weltenbastler-Community als akzeptables Mitglied wahrgenommen zu werden? Offenbar ja, und ich erfülle sie nicht. Ich behalte meine Elfen und Drachen. Ich bastele meine Welten jedenfalls nicht für euch oder andere Kritiker, und ich habe keine Lust, dass die von euch genauso zerfleischt werden wie Mittelerde, Song of Ice and Fire und andere.
      Ich werde weiterhin für Familie Feanor und das gesamte Silmarillion schwärmen. Mir ist weiterhin schietegal, ob und wie meine Welt naturwissenschaftlich funktioniert. Und ich werde wohl mal wieder dem Forum den Rücken kehren und hoffen, dass hier irgendwann wieder mehr positive eigene Themen entstehen und weniger Kritik, Bewertung und Analyse der Welten anderer Leute.

      Hört auf zu meckern und zu oberanalysieren und geht lieber basteln!
    • Ich finde es nicht überheblich, wenn man sich darüber austauscht, was einem an öffentlichen, kommerziellen Welten nicht gefällt.
      Ich finde es hingegen nicht schön, das als Weltenflops zu bezeichnen oder als Tatsachenbehauptungen in den Raum zu stellen.

      Dass du, Dorte, einen Rechtfertigungsdruck verspürst, kann ich ein bisschen nachvollziehen. Aber wie du sagst, du bastelst ja nicht für uns und du musst dich nicht rechtfertigen und es verlangt niemand.
      Hier denke ich, dass genau das passiert, was du im ersten Abschnitt ansprichst: Du hast diesen Eindruck und stellst ihn jetzt als Tatsache hin:

      Gibt es neuerding Mindestanforderungen, die man vorlegen muss, um von der deutschen Weltenbastler-Community als akzeptables Mitglied wahrgenommen zu werden? Offenbar ja, und ich erfülle sie nicht.


      Es gibt hier keine Anforderungen, die man irgendwo finden kann, auch wenn es dir momentan so vorkommt.

      Meine Position ist die, dass ich nachvollziehen kann, wenn jemand nicht über andere Welten herziehen möchte, sondern selber einfach basteln.
      Auch kann ich verstehen, dass andere sich darüber unterhalten wollen, was ihnen an kommerziellen Welten nicht gefällt und warum.
      Ich denke, das Forum ist groß und die Community stark genug, dass beides parallel bestehen kann.

      Und schließlich bin ich dafür, dass wir jeweils uns nochmals bewusst machen, dass wir erstmal nur unsere eigene Meinung vertreten, die nicht immer objektiven Tatsachen entspricht und das auch nicht muss.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Dorte schrieb:

      Was bringt euch dazu, die Welten anderer Leute herunterzuputzen? Es steht jedem frei, Dinge zu mögen oder auch nicht, aber es ist immer nur die eigene Meinung und keine Wahrheit.
      Ich möchte die Herunterputzbeschuldigung mal ganz heftig zurückweisen. Ich sage doch nicht, dass Mittelerde grundsätzlich schlecht ist! Ich habe doch nur gesagt, dass es meinen Anforderungen an eine Welt nicht genügt - womit ich eigentlich auf der Geschmacksebene gelandet bin.

      Gibt es neuerding Mindestanforderungen, die man vorlegen muss, um von der deutschen Weltenbastler-Community als akzeptables Mitglied wahrgenommen zu werden?
      Es gibt hier eine Strömung, die ISSO kritisch betrachtet. Diese Strömung macht hier aber keine allumfassenden Gesetze und ihre Mitglieder akzeptieren durchaus auch ISSO-Welten. Von einer Pauschalverurteilung habe ich bisher jedenfalls nichts gemerkt.

      Und ich werde wohl mal wieder dem Forum den Rücken kehren und hoffen, dass hier irgendwann wieder mehr positive eigene Themen entstehen und weniger Kritik, Bewertung und Analyse der Welten anderer Leute.
      Hört auf zu meckern und zu oberanalysieren und geht lieber basteln!
      Geh mit gutem Beispiel voran! Bastel etwas, diskutier etwas, mach etwas Positives! *auf meine Signatur zeig*
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    • Hm, ja ... auch auf die Gefahr hin, hier als das egozentrischen A******** zu gelten, möchte ich kurz anreißen (Ihr müsst die Freds dazu nicht ausgraben), was ich hier mit einer Welt erlebt habe, die ich für den Webring angemeldet hatte:
      Ich hab' mir zuerst angesehen, was sonst da war. Da ich gefunden habe, dass das, was ich gesehen habe, nicht schlechter war als mein Zeug (es heißt Rudrann, manchmal mit nur 1 "n"), hab' ich halt Mitgliedschaft beantragt, schon alleine, weil mir die Weltenbastlercommunityidee sehr gut gefallen hat (und noch immer gefällt, sonst wäre ich hier längst weg). Und was ist passiert?

      Ich wurde gebasht, bis ich gelegen bin.

      Nicht wegen der Welt -- die hatte man sich nicht einmal richtig angesehen --, sondern deswegen, weil die von mir verwendete Form ausgiebigst JavaScript nutzt. Ich empfinde jetzt JS auch als Brechdurchfall (Syntax zum Sch*****, Performance zum Speiben), aber das WoaS in der damaligen Form war eben hochattraktiv für mich, also hab' ich Rudrann damit gemacht. Da wurden "Sicherheitsbedenken" vorgeschoben und was weiß ich noch. Damals hatte ich auch noch einen Anflug aus ein bis drei psychischen Störungen und hab selbst überreagiert, aber der Sache nach bleibe ich dabei, dass es hier anscheinend Brauch ist, jemanden erst dann in Freundschaft aufzunehmen, nachdem man ihn Spießruten hat laufen lassen. Nicht einmal, sondern mindestens zweimal: Einmal für die Form (WoaS? Arrgh! JavaScropt! Blog? Wer macht das? CMS? Wer ist der Depp, der sowas tut? Wiki? Warum macht er sich die Mühe? Handgeschiebes HTML? Um Gottes Willen, da hat sich einer Arbeit für den Dreck (und Dreck muss es sein, siehe weiter unten), der Idiot!), das zweite mal dann für den Inhalt. Der wird, wenn die Form die zurückhaltende Akzeptanz gekriegt hat, die sie immer verdient (einfach, weil es eine Form ist, die irgend einer hier nicht verwendet), erst einmal niedergemacht, bloß aus dem Prinzip heraus, dass der Geschmack dieses einen oder jenes anderen der universale und unumstößlich für alle Zeiten gültige Maßstab ist, an dem man andere Welten und ihre Bastler bewertet. Wie wäre Rudrann bewertet worden, wenn ich den ersten Spießrutenlauf überlebt hätte (was ich wegen freiwilligen Rückzugs aus Frustration nicht getan habe)? Etwa so, denke ich: EDO? Ist Scheiße, weil das hat schon wer anderer gemacht (Tolkien), Verbindung aus Magie und Tech? ICH mag das nicht, also ist das Scheiße. GURPS als Spielsystem? Kenn' ICH nicht, ist Scheiße, weil es nicht MEIN Lieblingssystem ist. Und so weiter ...

      Sorry, aber so kommt das bei mir an. Ich hab' jetzt scharf formuliert, aber ich wollte eben, dass der Eindruck reflektiert wird.

      Ich finde das ziemlich abschreckend für Neulinge. Die kriegen nämlich den Eindruck, als wollte hier eine eingeschworene Gemeinde unter sich bleiben und Vereinsmeiern. Dabei gehört zu einer guten Vereinsmeierei (die gibt's auch), einen attraktiven und gleichzeitig aufrichtigen (!) Eindruck von sich selbst als Kollektiv zu machen. Bei mir ist das nicht gelungen. Ich hab' erst später gesehen, was hier wirklich abgeht, und das hat mir gereicht, wenigestens halb dabei zu bleiben.
      Rudran is my oyster!