[Shingeki no Kyojin] Attack on Titan

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    • [Shingeki no Kyojin] Attack on Titan

      Holla, ich war eine Weile nicht mehr aktiv, die Schnellsuche zu ähnlichen Themen hätte mir ja glatt erspart, länger zu wühlen. Wie dem auch sei, ich fand nichts zu Attack on Titan/Shingeki no Kyojin und wenn ich hier mal wieder mehr schreibe, müsste ihr (und das tut mir geringfügig leid) dann auch meine jeweiligen Obsessionen ertragen.

      Und die beschäftigen sich aktuell unter anderem mit dem derzeit erfolgreichsten Manga überhaupt. Und hier dann mit der Weltenbastelei dahinter. Hier kurz: So sieht das als Anime aus und Holy Produktionsbudget Batman!


      Apropos Batman, der kann sich mal eine Scheibe abschneiden davon, was die Bewohner dieser kuscheligen mitteleuropäischen Postapokalypse des 19. Jahrhunderts mit Wurfankern und Seilzügen machen. Nämlich, so lange sich ausreichend hohe Strukturen in der Umgebung finden, regelrecht fliegen mit einer Mischung aus Spulen und Gasdruck. Was sicher keine schlechte Idee ist angesichts der Bedrohung, um die es hier geht, nämlich Titanen. Unter diesem Label finden sich hier normalerweise 4 bis 15 m hohe, menschenähnliche, geschlechtslose Wesen die offenbar kaum einen anderen Antrieb haben, als Menschen zu essen. Da sie aber auch kein Verdauungssystem haben, kotzen sie sie dann später in Stückchen wieder gewölleartig aus. Die Manga gibt's in Deutschland nur eingeschweißt und der Bodyhorror-Gewalt-Gore-Grad des Animes ist immer mal wieder auch nicht von schlechten Eltern. Dass man den Titanen mit Seilzügen und Schwertern zu Leibe rückt, hat damit zu tun, dass sie nahezu alle Wunden regenerieren - sogar einen abgeschlagenen Kopf! - es sei denn man trennt sauber eine bestimmte Stelle an ihrem Nacken heraus. Schusswaffen sind gegen die Biester also in der Regel absolut nutzlos.

      Die Menschheit hat sich damit arrangiert, an einem ungenannten Ort (aber den meisten Namen nach wohl grob in Zentraleuropa, vor allem in Deutschland zu verorten) drei gigantische Festungsmauern errichtet und sich dahinter verkrochen. Bis einer von den Titanen auftaucht, der satte 50 m hat und locker die äußerste Mauer durchbricht. Die eigentliche Handlung spielt dann 5 Jahre später, die Menschen müssen auf noch weniger Raum miteinander auskommen und genügend Futter finden, aber eine der Militäreinheiten ist darauf spezialisiert, in das verlorene Gebiet hinauszuziehen und Titanen zu erschlagen in dem Versuch, auch mal was zurückzugewinnen. Komplizierter wird das, als sich herausstellt, dass es offenbar Menschen gibt, die unter den richtigen Umständen einen ganzen Titanenkörper beschwören können, in dem sie dann als Fernsteuer-Einheit wunderbar eklig zwischen Muskelfasern und anderem Gewebe im Nacken sitzen. Sind die Titanen selber etwa mal Menschen gewesen und das der Ursprung ihrer einen verwundbaren Stelle? Wer steuerte den Titan, der die Mauer einriss und offenbar auch zu den "Shiftern" und nicht den normalen Monstern gehörte? Und warum sind viele in der herrschenden Schicht ganz zufrieden damit, dass alle sich brav ängstlich hinter Mauern verkriechen?

      Ein paar Dinge möchte ich daran weltenbastlerisch hervorheben.

      1. Das Monsterdesign, das bei "riesige Menschenfresser" so noch gar nicht aufhört. Die Titanen haben teils verstörende Proportionen, die eher ins Kindliche gehen, laufen wie kaputte Muppets und ihre geistlose Mimik mit vieeeeel zu vielen Zähnen wird gerne als 1 a Nightmare Fuel beschrieben. Und immer, wenn man gerade dank Erfolgen der Protagonisten den Eindruck hat, man kann den Dingern doch beikommen, wird wieder jemand fies gefressen. Schön gehändelt, diese unmenschliche Bedrohung immer präsent zu halten, auch wenn es zwischenzeitlich auch um Politik, Teenager und gründliche Putzarbeit geht. Und die Sonderformen von Titanen, die intelligent vorgehen und mit Pferden kegeln oder Städte in Schutt und Asche legen sind wunderbar bedrohlich-wuchtig angelegt.

      2. Der Umgang mit ISSO. Das ist hier noch ein Begriff, oder? ^^ Dass vieles an riesigen Humanoiden, die nicht essen müssen, unrealistisch erscheint, ist auch den Einwohnern der Welt bewusst. Auch wenn die meisten sich einfach mit "Ist halt da und oh Gott sie haben Marco gegessen" abfinden, gibt es Charaktere, die hinterfragen und experimentieren. Die sich wundern, wo bei einem Shifter die viele Masse herkommt, und feststellen, dass die Körper der Titanen sich nicht nur nach dem Tod auflösen, sondern auch deutlich leichter sind, als man erwarten dürfte. Die eben die Fragen stellen, die man als Leser/Zuschauer auch hat und damit deutlich machen, dass hier vielleicht handgewedelt wird, man sich dessen aber bewusst ist und einen nicht einfach für dumm verkauft.

      3. Coole Design-Ideen, die auch Sinn machen. Titanen sind, wie geschrieben, nur durch das Heraustrennen eines Stücks im Nacken zu töten. Also setzen die Elitesoldaten dieser Welt auf Schwerter und zwar solche, die Wegwerfklingen haben und vor allem scharf, aber nicht unbedingt haltbar sein müssen. Diese Klingen werden in Griffe eingeklinkt, die zugleich die Steuereinheiten für die Kabelwerfer der sogenannten 3D-Manöver-Ausrüstung sind. Man kann also zugleich mit den Dingern Titanen in Stücke schneiden und durch verschiedene Knöpfe und Hebel steuern, wohin man dabei geschleudert wird. Das Ganze ist extremst cool umgesetzt, leuchtet irgendwie aber tatsächlich ein. Man muss halt an diese empfindlichen Stellen ran, ohne gegessen zu werden, und sie dann möglichst schnell heraussäbeln.

      4. Den "Special Effects" passende Grenzen setzen. Die 3D-Manöver-Sache ist verdammt cool, aber es wird deutlich gemacht, dass sie schwer zu verwenden ist und man viel Training und immense Fitness braucht, um damit klar zu kommen. Auch besteht die nicht nur aus einem Gürtel mit allem Krams dran, sondern aus einem ganzen Netz von Bändern, die die Belastung über den Körper verteilen. Und wer nicht hervorragend damit umgehen kann, landet auf der Fresse, an Wänden oder eben im Magen eines Titanen. Auch ist die jeweilige Laufzeit der Ausrüstung begrenzt, da ihre Energie im Grunde von Druckluftflaschen geliefert wird, die nach einer Weile schlicht leer sind. Das kann auch mal zu einem wichtigen Plotpunkt werden, wenn jemandem das Gas ausgeht oder jemand eine Pause einlegen muss, um nachzufüllen. Außerdem macht das ganze Seilzugzeug nur Sinn, wenn es ausreichend Ankerpunkte dafür gibt, auf dem flachen Land sind auch die Elitesoldaten damit aufgeschmissen und müssen sich darauf verlassen, dass ihre Pferde schneller rennen als die Titanen.

      Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall für einen Blick, um mal zu sehen, wie man aus einer Grundprämisse - es gibt riesige, menschenfressende, nahezu unverwundbare Monster - einen interessanten Gesamtentwurf macht und Coolness-Faktor mit Logik und Plot gut vereint. Und, was ich immer mag, im Manga eben auch durch Sonderseiten einige Aspekte hervorhebt und erklärt, wie das mit der Manöverausrüstung funktioniert und wo daran handgewedelt wird, wo sich was befindet und warum man eigentlich geisteskrank sein muss, um sich mit Pferden, Schwertern und Batman-Seilwerfern auf Riesenjagd zu machen.
    • Hach ja... Attack on Titan wurde mir beim letzten FJT von Tö ans Herz gelegt, und ich stecke immer noch bei Folge 18 fest. Denn alles, was du aufzählst, ist richtig und (weltenbastlerisch) hochinteressant, alles ist schweinegeil gezeichnet und es gibt coole Action, aber ich habe ein ganz gewaltiges Problem mit der Serie: die Protagonisten. Die gehen mir ausnahmslos alle auf den Sack. Gefühlt hundert mal spielt sich die selbe Szene ab, dass irgendwer wimmernd rumsitzt, mit der Welt hadert und aufgeben will und dann jemand anders laut brüllend verkündet, dass man sich doch zusammenreißen und kämpfen solle. Es gibt eine ganze Handvoll Folgen, die NUR aus diesem Handlungsbogen bestehen und ansonsten passiert NICHTS. Es nervt halt ungemein, dass zwischen den ganzen coolen Szenen immer wieder mit diesem Motivations-Rumgebrülle Zeit verschwendet wird, und das hat mir jegliches Bedürfnis ausgetrieben, jetzt unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.
    • Vermutlich war es dann eine gute Entscheidung von mir, erst die Manga zu lesen und dann in die Serie mittig einzusteigen. Sobald auch die älteren Charaktere eine wichtige Rolle spielen - Erwin, Levi und Hanji als die wichtigsten Persönlichkeiten des Scout-Corps - wird es gefühlt besser.
    • Interessanter Manga/Anime, der einige Stärken, aber genauso viele Schwächen hat.
      Stark: Setting, Animationen und Musik (Anime)
      Schwach: Storytelling, Zeichenstil (Manga - subjektiv halt^^)

      Die Ideen finde ich toll, das Titanendesign hat mich erst zu Attack on Titan gebracht. Auch die Welt ist, wie du sagst, weltenbastlerisch bestimmt interessant, aber auch ein bisschen "künstlich", dass eben viel so hin geschrieben wurde, wie es am besten für die Story passt. 3D-Maneuver-Gear, Titanendesign, Weltdesign; alles coole Ideen =). Technisch ist der Anime auch einwandfrei gemacht und die Musik ist ohnehin klasse^^

      Schwach ist eben, was für Sprünge die Geschichte hat: Die ersten Folge ein unfassbares Tempo und irgendwann schläft es genauso ein. Es hat einfach keine Kontinuität. Und es ist halt klassisch: Oh, Hauptchara kann/will nicht mehr; Nebenchara sagt irgendwas bedeutungsschwangeres und es geht weiter. Was subjektiv ist: Ich mag den Zeichenstil im Manga nicht; der fällt beim Anime zum Glück nicht so auf.


      Insgesamt würde ich sagen: Er hat den Hype, der um ihn gemacht wird, nicht verdient. Er ist sicher hervorzuheben in seiner Originalität, aber ganz ehrlich ist er nicht so gut, wie viele immer tun.^^ Das mit dem Sterben von vielen Charakteren hat sich nach den ersten paar Kapiteln (Shiganshina und der Riesenwald) auch erledigt und das Tempo schläft schnell ein, kann dann aber genauso schnell wieder anziehen, also irgendwie unbefriedigend.

      Einen Blick ist der Anime/Manga wert, aber wenn man sich nicht wirklich dafür begeistert (nur Titanen und nicht das politische drum herum, kann man in den späteren Mangakapiteln sehr enttäuscht werden.

      Mara schrieb:

      Bis einer von den Titanen auftaucht, der satte 50 m hat und locker die äußerste Mauer durchbricht.
      60 ;)

      Mara schrieb:

      1. Das Monsterdesign, das bei "riesige Menschenfresser" so noch gar nicht aufhört. Die Titanen haben teils verstörende Proportionen, die eher ins Kindliche gehen, laufen wie kaputte Muppets und ihre geistlose Mimik mit vieeeeel zu vielen Zähnen wird gerne als 1 a Nightmare Fuel beschrieben. Und immer, wenn man gerade dank Erfolgen der Protagonisten den Eindruck hat, man kann den Dingern doch beikommen, wird wieder jemand fies gefressen. Schön gehändelt, diese unmenschliche Bedrohung immer präsent zu halten, auch wenn es zwischenzeitlich auch um Politik, Teenager und gründliche Putzarbeit geht. Und die Sonderformen von Titanen, die intelligent vorgehen und mit Pferden kegeln oder Städte in Schutt und Asche legen sind wunderbar bedrohlich-wuchtig angelegt.

      Ja, das Design der Titanen hat mich auch für den Anime/Manga begeistert, das mit den Zähnen find ich aber übertrieben ;) Aber das gruselige Design (der grinsende Titan zB) ist wirklich das anziehende an der ganzen Sachen
      "Zwischenzeitlich" anderes Zeug ist gut, seit mehr als einem Jahr gab es in Manga NICHT EINEN TITANEN-KAMPF mehr, es ist enttäuschend, wohin sich der Manga Storytelling-mäßig momentan entwickelt =(.


      EDIT: Genau das was Jerron sagt, meinte ich mit den Storytelling-Problemen. Nicht nur das Tempo, sondern auch das Hadern der Protagonisten.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nich nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.