Themen für "kirchliches" Rollenspiel

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    • Themen für "kirchliches" Rollenspiel

      Moin,
      ich habe grade ein Rollenspiel für einen Abend geschrieben, das ich probeweise mit meiner Gruppe spielen werde. Ich meistere das erste Mal, aber ich denke, ich bin da ganz gut vorbereitet. Jedenfalls sollen nach diesem Abend weitere Abende folgen. Bevor ich näher auf meine Frage eingehe, hier erstmal das grobe Szenario:

      Die Spieler bekommen ihre Aufträge von der Kirche. Ich habe hierbei eine Art Synthese aus der christlichen Kirche und der Praioskirche aus DSA gebildet. Also ein guter, gütiger Sonnengott. Er ist nicht Teil eines Pantheons, die Kirche glaubt an ihn als den einzig waren Gott. Die Spieler können aus vier Klassen eine auswählen. Die Templer und Priester (Krieger und Zauberer) sind direkt der Kirche unterstellt, die Waldläufer werden angeheuert, glauben aber teilweise noch an irgendwelchen Aberglauben o.ä. und die stille Bruderschaft (Assassine) glaubt an gar nichts.
      Im ersten Abenteuer geht es um die Jagd auf einen vermeintlich bösen Werwolf, der sich am Ende als gar nicht so fies herausstellt, und um eine alte Burg, in der vor vielen Jahren ein magisches Experiment schief gegangen ist. Seltsame Geisterwesen wurden in die Körper von Menschen gebannt, woraufhin sich diese in vampirähnliche Wesen verwandelt haben.
      Magier werden die Menschen nicht einfach so, sie können solche Kräfte nur von einer höheren Macht empfangen. Deshalb sind Magier entweder gut und haben ihre Kräfte von Praios oder mysteriöse, okkulte Personen, der die Kirche natürlich ablehnend gegenüber steht.
      Ach ja, und es soll keine anderen Rassen geben. Jedenfalls nicht so was wie Zwerge, Elfen und Co.



      Meine Frage also: Welche Themen fallen euch so ein, die zu diesem Setting passen? Werwölfe, Vampire, Dämonen und Hexen habe ich bisher, allerdings noch ohne konkrete Idee. Ich sag schonmal danke ;D :thumbup:
    • Häretiker würden mir als erstes einfallen, was aber die Frage aufwirft, wie es um die göttliche Wahrheit steht - ist das Wirken dieses Sonnengottes so offensichtlich, dass es mehr darum geht, ob man für oder gegen ihn ist (nicht aber, um seine Existenz).

      Eventuell könnte es für dich interessant sein, z.B. gnostische Kulte (frühes Christentum) anzuschauen, was die jeweils geglaubt haben oder so.

      Bei einem männlichen Sonnengott muss ich bei Themen auch noch an Frauenfeindlichkeit, Sexualfeindlichkeit, Homophobie, keine erlaubte freie Meinungsäußerung, Sklaverei, Kreuzzüge, kein erlaubtes Abweichen von der Norm denken. %-) Es könnte also auch schon interessant sein, Konflikte zu haben, bei denen jemand einfach aufgrund diesen Themen mit der Kirche aneckt, und deswegen ihre Gegner unterstützt.

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Phoah! Wo soll man da anfangen?

      • Der Letzte Kreuzzug
      • der Name der Rose
      • Galileo Gallilei
      • Der Heilige Gral
      • Baphomets Fluch (Ich denke doch, es gibt den Gegenspieler?)
      • Die Vier Musketiere und Kardinal Richelieu
      • Das Pendel und die Grube
      • Diablo
      • Solomon Kane
      • Der Fall des Charles Dexter Ward (ersetze Yog Sothoth mit einem beliebigen, mythologischen Antagonisten et violá)

      hm, vielleicht bekomme ich meine alte Darklands-Truppe wieder zusammen? Wie auch immer, etwas Story-Boarding schadet nie^^
      www.das-drachenland.de
      www.hotel-apocalypse.net
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      - "To make an apple pie from scratch you must first invent the universe." Carl Sagan
    • Spontan fallen mir noch folgende Referenzen ein:

      - Cthulhu: Mittelalter (pegasus.de/cthulhu-mittelalter/)
      - Mordheim: Ist zwar ein Table-Top-Game, doch hat es einige Elemente, die so glaube ich, gut in dein Setting passen würden. Spontan denke ich da an Kultisten, die nach einem uralten und im Sinne der Kirche verbotenen Artefakt suchen, was natürlich aufgehalten werden muss. Oder ein Wanderzirkus, der sich in Wahrheit als Satanskult (oder eben entsprechender Kult deines Setting) herausstellt, der kleine Kinder entführt. (whfb-de.lexicanum.com/wiki/Mortheim_(Spiel))
      - Warhammer 40k - Inquisitor: Auch ein TTG und eigentlich auch in der Zukunft des 40. Jahrtausends angesiedelt, doch bietet es eine Menge an Szenarioideen, die man auch gut auf ein mittelalterliches Setting ummünzen kann. So wird halt z.B. aus einer uralten Massenvernichtungswaffe ein mächtiges Artefakt, welches die Charaktere vor ihren Gegnern finden müssen. (wh40k-de.lexicanum.com/wiki/Inquisitor_(Spiel))
      - Werfe überhaupt einen Blick auf das Warhammer bzw. Warhammer 40k Setting. Beide liefern immens düsteres Material, was zum Thema "Mittelalter, Inquisition & Okkultismus" passt und leicht angepasst werden kann.
      - Lamentation of the Flame Princess (lotfp.com/RPG/) ein Old-School-D&D-Klon. Neben einigen sehr seltsamen Settings wie Carcosa, Vornheim oder A Red & Pleasant Land ist das eigentliche Setting auf das Europas der 30jährigen Krieges, allerdings mit Elfen, Zwerge und Halblinge wie auch cthuloiden Grauen und extremen Splatterpunk ala Hellraiser & Silent Hill ausgelegt. Ist schon recht Hardcore, doch sind die Abenteuer gerade aus der Sicht, dass Agenten der Kirche außerirdisches, dämonisches oder teuflisches Grauen jagen, recht passend.

      Es kommt halt dabei schon sehr darauf an, wie düster man es haben will.
      "Barbarism is the true nature of mankind. Civilisation is unnatural!" - Conan
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    • Wow, danke für die schnellen Antworten :D

      @Jundurg
      Häretiker klingt cool, stimmt. Und mit Religionstheorie habe ich mich auch schon ne Menge beschäftigt. Ich werde auf jeden Fall auch noch auf die Theodizee-Frage (Warum lässt ein allmächtiger guter Gott Böses zu?) eingehen.

      Jundurg schrieb:

      Bei einem männlichen Sonnengott muss ich bei Themen auch noch an Frauenfeindlichkeit, Sexualfeindlichkeit, Homophobie, keine erlaubte freie Meinungsäußerung, Sklaverei, Kreuzzüge, kein erlaubtes Abweichen von der Norm denken. Es könnte also auch schon interessant sein, Konflikte zu haben, bei denen jemand einfach aufgrund diesen Themen mit der Kirche aneckt, und deswegen ihre Gegner unterstützt.
      An Frauenfeindlichkeit und so habe ich noch nicht gedacht, aber Abweichen von der Norm, Zensur und so kommen rein. Klingt gut :) So richtig fies ist die Praioskirche dann aber nicht, Sklaverei zum Beispiel passt jetzt nicht zu meinem Bild davon.


      @Entropie
      Leider kenne ich nur einen Teil von dem, was du aufgezählz hast, aber ich werde mich mal schlau machen :D Danke :)

      @Logan
      Kultisten kommen natürlich rein. Und der Wanderzirkus klingt richtig geil, das kommt rein! Ist mal was neues, für mich jedenfalls.
      Mit Warhammer kenne ich mich nur am Rande aus, da hatten sie doch vier Chaosgötter oder so...?
      Hatte mir eigentlich vorgenommen, Cthulhu-Kosmos-Grauen dieses Mal raus zu lassen, weil ich das sonst schon immer überall reinhaue :D
    • Ambicatus schrieb:

      Mit Warhammer kenne ich mich nur am Rande aus, da hatten sie doch vier Chaosgötter oder so...?

      Jepp: Khorne, der Blutgott (Krieg), Väterchen Nurgle, der Große Verpester (Krankheiten, Seuchen, Tod), Slaanesh, der dunkle Prinz (Verführung, Lust, Unzucht) und Tzeench, der Wandler (Magie, Veränderung).

      @Cthulhu-Kosmos-Grauen: Ach so. Ok. Gut, das grenzt dann alles etwas ein. Vielleicht solltest du noch einen Blick auf KULT (de.wikipedia.org/wiki/Kult_%28Rollenspiel%29) werfen, falls du es kennst. Wäre zumindest mal ein interessanter Ansatz, die kabbalistischen Konzepte aus KULT und die Elemente mit der Wahren Welt in eine mittelalterliche Welt zu verfrachten.

      Was ich dir jetzt auch noch empfehlen könnte, wäre Melchior Grün von M.Hutter (octopusartis.com/sImgPage.php?snID=21). Das Buch enthält 5 kurze, skurrile, makabere und auch lüsternde Geschichten, die in Märchenform geschrieben sind und über pilzverehrende Nonnen, Sternentiere und gräßliche, alte Magier handeln.
      Apropos Märchen. Die können auch eine sehr gute Quelle für Abenteuer sein.
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    • Ambicatus schrieb:

      An Frauenfeindlichkeit und so habe ich noch nicht gedacht, aber Abweichen von der Norm, Zensur und so kommen rein. Klingt gut :)

      Hach, Frauenfeindlichkeit ist eben immer eine gute Idee, aber heutzutage kommt man schon nicht mehr drauf %-)
      *Jundurg hau* ;)

      @Ambicatus: Ggf ist es ratsam, mit deinen Spielern grob abzuklaeren, welche Themen sie im Laufe eines Rollenspiels abzuhandeln bereit sind und welche nicht.
      Hast du z.B. weibliche / schwule / andersglaeubige Charaktere und/oder Spieler, dann waer es nett, sie vorher zu fragen/warnen, dass du vorhast, sie mit Frauenfeindlichkeit/Homophobie/Intoleranz etc. pp. zu konfrontieren.

      Ich zum Beispiel empfinde Spielabende, an denen mein Charakter vergewaltigt wird, oder in der ein anderer Charakter/NSC vergewaltigt wird und das ALS GUTE IDEE dargestellt wird, als Zeitverschwendung. Ich moechte nicht, dass mir meine Mitmenschen/spieler mit solchen Plots meine wertvolle Freizeit stehlen.
      Mir ist auch die Lust vergangen, Fantasy-Romane zu lesen, in der unterdrueckte Frauen in einer maennlichen Pseudofeudalwelt langwierig zur Emanzipation finden muessen (Gruss an Marion Zimmer Bradley) - das Thema ist fuer mich durch.

      Selbst wenn du selbst es als spannende Fragestellung empfindest ("Wie gehen die Leute in meiner Welt mit Andersglaeubigen um?"), mag es sein, dass Spieler, die im Alltag oefter mit Diskriminierung der betreffenden Art konfrontiert sind, einfach keine Lust haben, das Gleiche in ihrer Freizeit mit ihren Freunden wieder zu erleben. Da Rollenspielen eine Gruppenaktivitaet ist, waer's gut, zu Beginn zu klaeren, dass die Gruppe ueberhaupt aehnliche Vorstellungen/Erwartungen hat.
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Stimmt, Märchen würden echt gut reinpassen. :thumbup: Ein ganzes Märchen wäre mir zu umständlich, ich glaube aber einige bekannte Figuren sollten den gleichen Effekt haben.

      @Keykeeper
      Frauen sind dabei, niemand besonders gläubig. Klar, da muss man schon aufpassen, aber son finster soll das ganze dann auch nicht werden. Trotz der ernsten Thematik soll es trotzdem Spaß machen, und zu wirklich ekeligen Sachen wird es nicht kommen. Ich will nur etwas Gruselstimmung aufbauen, die im Zweifelsfall durch einen blöden Spruch komplett entschärft wird :D
      Ich kenne meine Mitspieler zum Glück auch schon lange und kann gut anschätzen, was da geht und was nicht. Deshalb kommen Sklaverei, Frauenfeindlichkeit und so auch nicht rein. Das wäre mir zu bedrückend.