Aventurien

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    • Ich wundere mich fast etwas, dass Aventurien noch nicht genannt wurde! Vielleicht ist meine Biografie aber auch gar nicht so häufig vertreten, wie ich dachte:

      Das Pen&Paper-RPG "Das Schwarze Auge" (in Deutschland recht stark vertreten) war für mich überhaupt der erste Auslöser, mich für Fantasy und Rollenspiele zu interessieren. Sowohl als Konsument (Bücher!) als auch als Produzent (Spielleiter!) hat mich das System rasch in seinen Bann gezogen. Es war erst einmal der Ausgangspunkt für meine eigene Kreativität, da ich vorher einfach nie auf die Idee gekommen wäre mich geistig in Fantasiewelten zu vertiefen - und auch welche zu ersinnen.

      Und noch heute - wenn ich zurück blicke - finde ich Aventurien ein gelungenes Beispiel für eine Welt, in der jeder seine Identifikationsfigur finden kann. Der Einwand, den man so von Kreativkopf-Seite am häufigsten gegen DSA und Aventurien hört, ist natürlich: Es ist eine Art Themenpark. Man hat sich stark an historische, mittelalterliche Vorbilder angelehnt, und daraus eine Welt gebastelt, in der recht unterschiedliche Genres zusammengewürfelt werden. Da gibt es auf einem Kontinent verschiedene Länder, die das klassische ritterliche Mittelalter, Mantel&Degen-Intrigenspiel (die drei Musketiere), Piratensetting (Fluch der Karibik), Nordlandbarbaren (Wikinger), den Orient (Geschichten aus 1001 Nacht) usw. abdecken... und mancher mag diese Settings zu disparat finden, um in eine Welt zu passen.
      Aber wenn man ein Auge zudrückt (es bräuchte eigentlich riesige Distanzen, damit sich Länder so verschieden und auch technologisch unterschiedlich schnell entwickeln können), finde ich gerade in dieser Vielfalt die Stärke Aventuriens. Jeder "Leser" (bzw. Spieler) kann so seine eigene Nische in der Welt finden, die er besonders interessant findet. Und von dieser Nische ausgehend kann er mannigfaltige Länder entdecken und Culture Clash erleben.
    • Ich finde das zwar grade nicht wieder, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier im Forum schonmal eine Diskussion ueber DSA und Aventurien gelesen habe! allerdings ging es da glaube ich mehr um DSA als pen-and-paper Spiel, weniger um die Welt als solche.

      Ich hatte das erstemal mit DSA zu tun als ich als Kind die Nordland-Trilogie fuer PC gespielt hatte. Was mich vor allem an der Welt faziniert ist der Detailreichtum, es gibt ganze Buecher die nur eine einzige Stadt beschreiben. Durch die Komplexitaet und besagte Details wirkt die Welt fuer mich sehr lebendig und bringt eine sehr angenehme Atmosphaere mit sich, die ich irgendwie nicht richtig erklaeren kann, weil es eigentlich nichts besonders Inovatives gibt.
      Was mich an der Welt als solche stoert ist, du hast das schon angerissen, dass sehr viele klischees bedient werden auf sehr engen Raum. Geographisch gesehen ist Aventurien etwa so gross wie Mittel-Europa, und trotzdem hat man grund-verschiedene Kulturen und saemtliche Klimazonen, das wirkt auf mich unrealistisch und aufgezwungen und macht leider viel kaputt fuer mich. Ich faende es besser wenn die Autoren entweder ein paar Voelker weggelassen haetten oder auf einen neuen Kontinent ausgelagert haetten oder so.
      Auf Myranor geh ich hier nicht ein. Myranor finde ich nur sehr wenig gelungen und habe es deshalb immer weitestgehend ignoriert.

      Kurzgesagt: Nicht besonders orginell, aber die Vielfalt an Informationen und Details macht vieles wieder wett, und erzeugt trotz erheblicher Maengel eine angenehme Erfahrung der Welt fuer mich.
      Let there be fog
      And let there be monsters
      And fantastic sights to all
      Who follow you

      - Svan, Njall's Saga -
    • Óðinn schrieb:

      Ich finde das zwar grade nicht wieder, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier im Forum schonmal eine Diskussion ueber DSA und Aventurien gelesen habe!

      Das war sicherlich drüben im Rollenspiel-Board - wenn man's nicht sofort findet, einmal kräftig pusten, damit sich die Staubschicht etwas hebt. ;) Da wurde neben dem zugehörigen Regelwerk (in seinen diversen Editionen über die Jahre) auch immer mal über die Welt diskutiert.

      Wobei, "diskutiert" ist vielleicht nicht mal der richtige Ausdruck; Aventurien ist so ein Fall, wo die Diskussion oft nicht über das Kundtun der eigenen Meinung - mag ich oder mag ich nicht, weil - hinauskommt. Vielleicht weil es über Aventurien in weltenbastlerischer Hinsicht nicht soo viel zu diskutieren gibt - es ist ziemlich klar, wie die Welt angelegt ist und auch mit welchem Zweck sie eben so gemacht wurde, da gibt's recht wenig Überraschendes oder Ungewöhnliches oder Mehrdeutiges.

      Meine Sozialisierung war übrigens ähnlich wie Demiurgs - über DSA um zarten Alter von 13 erstmals mit P&P-Rollenspiel in Berührung gekommen, darüber dann zum Basteln eigener Spielwelt(en), und darüber letztlich zum Weltenbasteln ohne Rollenspielzweck. Von daher war DSA/Aventurien sicherlich auch irgendwie prägend (zumal in Ermangelung alternativer Ansätze), aber ich kann auch nicht behaupten, dass ich Aventurien deswegen jetzt besonders hoch schätze. Bisschen Nostalgiebonus vielleicht. ;)
    • Wobei, "diskutiert" ist vielleicht nicht mal der richtige Ausdruck;
      Aventurien ist so ein Fall, wo die Diskussion oft nicht über das Kundtun
      der eigenen Meinung - mag ich oder mag ich nicht, weil - hinauskommt.
      Letztendlich ist es immer eine Frage des Geschmacks, und der laesst sich schwer diskutieren. Aber Du hast schon recht, Aventurien ist eher simpel gestrickt. Hohe Quantitaet, aber leider haelt oftmals die Qualitaet nicht mit. Aventurien ist halt primaer eine komerzielle Welt fuer Rollenspiele und ist dementsprechend ausgelegt.
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      - Svan, Njall's Saga -
    • Ich mag Aventurien. Es ist irgendwie bodenständig und vertraut. ;-)
      Ich habe zwar erst spät angefangen, es im Pen&Paper Rollenspiel zu erleben, aber dank Nordlandtrilogie (PC Spiele) und DSA Romanen in den 90ern bin ich damit aufgewachsen.
      Mich hat es damals, als ich mit dem Weltenbau anfing, sehr beeinflusst und inspiriert.
      Die offensichtlichen kulturellen Anleihen aus unserer Welt oder aus anderen Settings mit wenig wirklich eigenen Ideen nerven mich manchmal, auch die Albernheiten, die zB auf der Weltkarte u.Ä. versteckt sind (bescheuerte Ortsnamen).
      Zumindest wenn krampfhaft so getan wird, als sei das alles aus dem Nichts erfunden worden.
      Aber ich finde, das erleichtert gerade den Einstieg in die Spielwelt, weil es gerade Anfängern vielleicht leichter fällt, sich etwas unter einem Horasier oder einem Maraskaner oder einem Thorwaler vorzustellen, wenn man z.B. sagt "das ist sowas ähnliches wie ein Wikinger".

      Also bei mir hat es auch einen ganz fetten Nostalgiebonus.
      nobody.
    • Ich habe meine Einstieg in die Fantasy im Grunde über DSA und Hohlbein gefunden. Scheint ja nicht so ungewöhnlich zu sein.

      Ja, damals war das Setting noch recht, ähm, einfach. Da ich, bis vor kurzem, nur die erste Version gespielt habe, wusste ich auch nicht, wie sehr sich das Ganze inzwischen weiter entwickelt hat.
      Doch gerade was Maraskaner angeht, muss ich sagen, dass die eben nicht direkt einem irdischen Volk entlehnt sind – die sinnvollste Beschreibung anhand irdischer Völker die ich gesehen habe war "eine Mischung aus buddhistischer Philosophie, afrikanischer Religion und jüdischem Stand in der Welt" und da das Volk dann doch recht konsistent wirkt scheint mir das auch eine kreative Leistung zu sein.

      Aventurien wird auch in Echtzeit weiter gebastelt, was ich dann doch auch recht beeindruckend finde.
      Weltraumschlangen! :fluecht: