Wie interessante Informationen in Geschichten einbauen?

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    • Wie interessante Informationen in Geschichten einbauen?

      Es geht mir nicht um eine einzelne Information, das wäre natürlich kein Thema, sondern um ein sehr umfangreiches und vernetztes Informationspaket. Natürlich könnte ich einen langen Sachtext (vermutlich eher Sachbuch) dazu schreiben, doch würde das die Zielgruppe imho kaum erreichen. Deshalb verfiel ich auf die Idee es in einer Art Liebesgeschichte unterzubringen. Der Grundgedanke wäre also über diese Story die Informationen zu transportieren. Doch seit dieser Idee stehe ich komplett auf dem Schlauch. :kopfwand: Irgendwie fällt mir nur ein tiefgründiges Gespräch zwischen zwei Menschen dazu ein, was wiederum nicht ausreichen dürfte. :seufz:

      Hat jemand von euch Ideen oder gar Erfahrungen dazu?
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

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      Rollenspiel-Anekdoten
    • Was für Informationen willst du denn rüberbringen?

      Generell ist es vielleicht die falsche Herangehensweise, dir eine Geschichte aus den Fingern zu saugen, um Informationen rüberzubringen. Da würde ich eher die Geschichte erzählen, die ich wirklich erzählen will, und da irgendwie häppchenweise die Informationen einflechten.
      Don't diagnose and drive.

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    • Veria hat schon ganz recht; die Frage ist, um was für Informationen es sich handelt. Ich versuche immer, sie häppchenweise in Dialogen oder Nebensätzen irgendwie unterzubringen, sodass der Leser nicht von ihnen erschlagen wird, sondern eher "angefüttert" und das Verlangen hat, weiterzulesen, um mehr zu erfahren. Im späteren Verlauf der Geschichte kann man dann vielleicht auch schon etwas ausführlicher werden, indem sich Charaktere mal darüber etwas ausführlicher unterhalten. Informationen, die mit der eigentlichen Geschichte gar nichts zu tun haben, mit Krampf irgendwie in sie einzubauen, halte ich für weniger geschickt. Das ist jetzt allerdings auch wieder Grundregel und manchmal kann das, vielleicht gerade in so einer Liebesgeschichte, sogar ganz gut sein, wenn Hansi Brigitte die ganze Zeit von der Architektur der Brücke erzählt, nur um nicht darauf zu sprechen zu kommen, warum er sie eigentlich auf diese hübsche und romantische Brücke geführt hat, von der man den Sonnenuntergang... du weißt, auf was ich hinaus will. ;D

      Auf eine weitere Möglichkeit, Informationen an den Leser weiterzugeben, habe ich das erste mal bei Tad Williams gesehen; er hat kurze Zitate aus Inworld-Nachrichten, -Büchern etc. seinen Kapiteln vorangestellt. Allerdings zeigte sich auch dort oft, dass diese erst einmal lose im Raum stehenden Textschnippsel doch für das Verständnis des großen Ganzen nachher wichtig waren.
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    • Elatan schrieb:

      Auf eine weitere Möglichkeit, Informationen an den Leser weiterzugeben, habe ich das erste mal bei Tad Williams gesehen; er hat kurze Zitate aus Inworld-Nachrichten, -Büchern etc. seinen Kapiteln vorangestellt. Allerdings zeigte sich auch dort oft, dass diese erst einmal lose im Raum stehenden Textschnippsel doch für das Verständnis des großen Ganzen nachher wichtig waren.
      Die Variante nutze ich auch ganz gerne :pfeif: Selbiges Phänomen bei Jasper Fforde und der Thursday-Next-Reihe.
      Eine andere Variante kenne ich beispielsweise von "Die Elfen" von Bernhard Hennen, bei denen er immer mal wieder Textausschnitte aus fiktiven Werken aus seiner Welt zwischen den Kapiteln einfügt. Darin beschreibt er das Geschehene aus der Sicht eines dritten, der die Infos vielleicht auch erst aus fünfter Hand hat und die Ereignisse in einem gewissen zeitlichen Abstand beschreibt. Dabei kommen dann natürlich ausgeschmückte Geschichten und verdrehte Namen heraus, aber auch einige Infos über die Welt, die man so vielleicht nicht kennt (Auch ein gutes Beispiel, um die Welt dynamischer wirken zu lassen, aber das ist Thema eines anderen Threads ).

      Natürlich muss man die Infos Häppchenweise anbieten, eben um den Leser am Anfang nicht zu überfordern und ihn gleichzeitig hungrig auf Weiteres zu machen. Wer auf der ersten Seite gleich 10 Namen von Dingen und Personen vorstellt, ohne sie gleich zu erklären, der verliert seine Leser (auch mit Erklärung, weil meistens will man doch schnell in die Geschichte einsteigen). Wenn du also viele Infos anbieten möchtest und Leser bei Laune halten, dann müsste die Geschichte auch dementsprechend lang sein.
      Kommt aber auch, wie Ela und Veria gesagt haben, auf die Infos an. Sind es größtenteils technische Infos, dann bietet sich zB ein Techniker oder Ingenieur an, der vielleicht in einem Krieg arbeiten muss, handelt es sich mehr um Geschichtliches/politisches kann ich mir auch gut eine politische Intrige vorstellen. In meiner Hauptstory geht es zB um eine Söldnerin, die bei einem großen Konzern als Sicherheitsagentin anheuert, um deren Forschungslabore zu schützen. Dabei kann ich immer mal wieder ihre persönliche Geschichte bringen (Hintergrund-Welt, Personen, persönliche Bindung an den Leser vielleicht), ich kann Technisches bringen (Forschungslabore, Architektur, etc.) und sogar Politisches (Intrige, Personen, Gesellschaftsstruktur). Du musst halt wissen, welche Infos willst du in welcher Art von Story (die muss dir ja auch gefallen. Wenn es dir gefällt, Liebesgeschichten zu schreiben, dann passt das ja =)) erzählen, dann kannst du gut weiterarbeiten. Einfach mal irgendwelche Szenen schreiben, die du vielleicht schon im Kopf hast, hilft vielleicht auch weiter.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nich nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Also damit ich Infodump interessant finde, bedarf es schon irgendwas, das es spannend macht. Was mir einleuchtend schiene, wäre zum Beispiel ein Streit über ein In-world-Thema, weil sich da zwei Ebenen schön überlappen: Einerseits die Sympathie der jeweiligen Sprecher, andererseits die Sympathie der vertretenen Personen.

      Dass du aber Informationen in einer Liebesszene unterbringen willst, finde ich erstmal etwas seltsam.^^ Mit SF-Technodumps kann ich auch normalerweise nix anfangen, außer er funktioniert so, dass ich als Leser "draufkommen" kann, wie ein Problem gelöst werden müsste, d.h. es ist auch tatsächlich eine inhärente Logik dahinter, die der Autor auch mindestens zehnmal so gut durchdacht hat, wie die Personen in der Szene, die grade drüber reden. (Sprich, ich werde als Leser nicht mit belanglosen Definitionen gefüttert, sondern mit Methoden, die ich auch anwenden kann, sei es ein magisches Prinzip oder eine Technologie, oder eine Denkmethode)

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Elatan schrieb:

      Im späteren Verlauf der Geschichte kann man dann vielleicht auch schon etwas ausführlicher werden, indem sich Charaktere mal darüber etwas ausführlicher unterhalten.
      Das soll so definitiv passieren, da das Themengebiet zwischenmenschliche Beziehungen tangiert.


      Jundurg schrieb:

      Dass du aber Informationen in einer Liebesszene unterbringen willst, finde ich erstmal etwas seltsam.
      Nein, bei allen Göttern. :rofl: Es solle eine 'Art' Liebesgeschichte/-roman werden. Auf die Idee bin ich verfallen, weil die Zielgruppe imho einen gewissen Hang dazu hat. Keine Ahnung ob ich Talent dafür habe, doch das Genre erschien mir am logischsten. Bei der schieren Menge an Informationen werde ich sie verteilen müssen, sonst würde es, wie anfangs bereits erwähnt, ein (kleines) Sachbuch umfassen.


      Salyan schrieb:

      Sind es größtenteils technische Infos, dann bietet sich zB ein Techniker oder Ingenieur an, der vielleicht in einem Krieg arbeiten muss, handelt es sich mehr um Geschichtliches/politisches kann ich mir auch gut eine politische Intrige vorstellen.
      Es soll sich um ein psychisches Problem drehen, dass ähnlich einer Domino-Kettenreaktion viele weitere Probleme im Laufe des Lebens auslöst. Das Wissen über diesen kaskadenartigen Effekt ist allerdings kaum bekannt, selbst unter helfenden Berufsgruppen.


      Jundurg schrieb:

      Was mir einleuchtend schiene, wäre zum Beispiel ein Streit über ein In-world-Thema, weil sich da zwei Ebenen schön überlappen: Einerseits die Sympathie der jeweiligen Sprecher, andererseits die Sympathie der vertretenen Personen.
      Was bedeuten würde, dass die "Erfinder" der beiden Positionen sich ebenfalls sympathisch sind? Oder wie meintest du das, Jundurg?
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

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    • Ich meinte die Sympathie zwischen Leser und Figur, sowie die Sympathie zwischen Leser und vertretenem Standpunkt.

      z.B. ist da ja auch eine Reibung dazwischen interessant, wenn die Figur sympathisch ist, aber Sachen sagt, die einem nicht gefallen, oder umgekehrt.

      Und die Figur wird im seltensten Fall "Erfinder" eines Standpunkts sein - in-world kann jede vertretene Position ja eine jahrhundertlange Geschichte haben. :)

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    • Liebesgeschichten sind voll okay! Weil: Romeo & Julia. Die Meta-Geschichte dahinter: 2 Gruppen die sich nicht leiden können (jedoch die Kinder sich verlieben).
      Weltenbastlerisch interessant: was für Gruppen sind das? Warum dieser Streit? Wie lange geht das schon vor? Usw, usw. Haben die Burgen gebaut? Technik erfunden und entwikkelt? Wie geht das wirtschaftlich ab? Gibt es schon einen "Magic Wasteland"?
      Es ist doch Deine Schuld, dass Deine Welt ist, wie sie ist. :P
      Aquilifer: die Weltenbastler: Wir zerstören deutsches Kulturgut seit 1999