Welche sind die stabilsten technologischen Zeitalter?

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    • Ich bin überzeugt, dass man das nicht so einfach sagen kann. In der Antike gab es verschiedene Ansätze, bei denen man sich fragt, warum damals keine Technologisierung stattfand. Doch galt dort konkrete Arbeit nicht nur als unfein, sondern auch als etwas, dass Würde und Ehre beschädigt. Der berühmte Ingenieur Archimedes war denn auch kein Ingenieur, sondern beschäftigte sich damit nur widerwillig auf Anweisung Hierons von Syrakus.

      Damit war niemand, der über die nötige Bildung verfügte, an praktischer Umsetzung interessiert. Auch nicht in Zeiten, da die Sklaven knapp wurden. Als Ausnahme galt - aber nur zeitweise - das Militär. Hier sind denn auch die Technikbegeiterung Caesars und das Werk des Vitruv einzuordnen.

      So etwas lässt sich nicht in Regeln fassen. Was, wenn sich der Spott über den träumenden Thales von Milet erhalten hätte und aus den angeberischen Aussagen in Ilias und Odyssee eine positive Wertung von praktischen Leistungen und eine Hochachtung vor technischen Leistungen entstanden wäre?

      Ein Ziel muss eben nicht nur erreichbar und vorstellbar sein. Es muss zunächst auch ein Ziel sein. Und zwar für die, die über die Möglichkeiten zur Umsetzung verfügen. Böse gesagt kam die Industrialisierung in gang, nachdem in den Napoleonischen Kriegen Kriegsgewinnler unvorstellbar reich geworden waren und die finanziellen Möglichkeiten bekannt wurden, die die Technologie bot.

      Napoleon war hingegen viel vorgeschlagen worden, was er mangels Verständnis oder wegen zu großem Aufwand oder zu später Realisierung ablehnte: Der General brauchte effektive und schnell umzusetzende Lösung, die er anzuwenden verstand.