[Myroth] Syns Weltreise

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    • [Myroth] Syns Weltreise

      Ich habe mir gedacht ich schreibe mal sowas wie einen Beschreibungstext zu meiner Weltkarte. Also zu den Landschaften und ein par allgemeinen Infos zu anderen Sachen. Vielleicht ist es für andere interessant zu lesen, für mich ist es eine gute Hilfe um Details auszuarbeiten.

      Dazu lasse ich Syn, die Tochter Magera So´Dans über die Karte fliegen und erzählen was sie so sieht. Der Vollständigkeit halber: Sie ist eine Wechselgängerin die sich zwischen Elfen und Drachengestalt verwandeln kann, Reisende und Kartographin, und trägt den Titel Wachsdrache.

      Hier der Link zur Karte

      Syn startet links oben. Weil das der Flecken der Karte ist mit dem ich ebenfalls angefangen habe.

      Was den Schreibstil angeht, keine Ahnung, ist einfach unterm Schreiben so entstanden.
      ____

      Spoiler anzeigen

      Mein Name ist Syn, und man nennt mich
      den Wachsdrachen. Lange ist es her seit dem mein Vater mich wieder
      auf Streifzug schickte. Ich genieße es in meiner Drachengestallt
      durch die Lüfte zu gleiten. Ich genieße die kühlen Winde und die
      endlose Landschaft die unter mir liegt. Was gibt es schöneres für
      eine Kartografin als die Welt mit den Augen eines Drachen zu sehen?

      Um meine Reise so lange wie möglich
      auszukosten beginne ich meine Aufzeichnungen im entferntesten Winkel
      des Kontinents. Dem Kap Karazar. Ich nähere mich ihm vom offenen
      Meer her und die Winde laden mich dazu ein tiefer zu fliegen. Hier,
      wo der Skanische Ozean beginnt, türmen sich die Wellen unglaublich
      hoch. Die Gischt, die sie emporschleudern, trifft meine Flügel. Es
      ist wundervoll!

      Der Skanische Ozean breitet sich zu
      meiner Linken mit seinem dunklen Wasser aus. Weit in der Ferne kann
      ich die immerwährende Sturmfront nur erahnen, selbst mit meinen
      scharfen Drachenaugen. Doch das interessiert mich jetzt nicht. Das
      Land ist es dem ich meine Aufmerksamkeit widmen will. Vor mir liegen
      die ersten namenlosen Inseln an der Spitze Karazars. Sie bestehen nur
      aus Eis und schroffem Fels. Falls es hier irgendeine Art von Fauna
      gibt muss sie sich in Höhlen und Felsspalten verstecken. Die raue
      See und die Kälte erlauben hier kein Leben im Freien.


      Was mochte der Altdrache Karazar einst
      gedacht haben als er dieses Land, als erster seiner Art, fand und ihm
      seinen Namen gab? Als er tagelang den Skanischen Ozean überquerte um
      schlussendlich diese von Eis überdeckten Felsmassen zu finden? Für
      mich wäre es eine herbe Enttäuschung nach einer beschwerlichen
      Reise hier zu landen, doch Karazar und seinen Nachkommen schien es
      hier wohl zu gefallen.

      *

      Ich erreiche bald das Festland des
      Kaps. Die ersten Berge erheben sich hier aus dem kalten Meer. Das
      Gelände ist schroff und ich sehe keinen ebenen Flecken. Dort wo der
      Fels nackt ist, ist er von Wind, Eis und Salz zerfressen. Zwischen
      den Bergen verstecken sich Fjorde und Kanäle voller Eisschollen. Es
      ist ein wahrlich ungastlicher Ort, doch für manche dürfte diese
      raue Seite der Natur höchst inspirierend sein. Meine Schwester Skoen
      sollte sich diesen Flecken mal ansehen.

      Bald überfliege ich das Inland
      Karazars. Noch immer besteht die Landschaft unter mir aus Fels, doch
      sind es nun wahrlich große Gebirge über denen ich dahingleite. Die
      Länder der Feurigen werden sie genannt. Ein Name für den mein Vater
      nur ein müdes Lächeln übrig hätte. Ich sollte achtgeben solange
      ich hier bin sagte er. Diese schneebedeckten Berge sind die Heimat
      von Drachen. Echten Drachen, und dazu noch sehr alten. Zum Glück
      sind es keine Verwandten von mir. Tief in den Bergen hausen sie und
      kümmern sich nur selten um das was in der restlichen Welt geschieht.


      Diese Gegend ist vielleicht der beste
      Ort um Teil der Welt zu sein, und sie gleichzeitig zu ignorieren. Die
      Massen an Schnee und Eis, die sich um die Berge um mich herum
      schmiegen, würden selbst erfahrenste Wanderer abschrecken. Nur
      Drachen können sich hier wohl fühlen.


      Meine Neugier übermannt mich und ich
      fliege gen Norden. Wenn ich schon im Land der Feurigen bin, dann muss
      ich einen Ort unbedingt sehen. Einen Berg der selbst in den ältesten
      Karten meines Vaters eingezeichnet ist. Der Kalte Wind lässt mich
      auf meinem Flug erschauern, als würde er mir raten fern zu bleiben.
      Ich schüttle meine Unsicherheit ab und ziehe weiter. Als ich mein
      Ziel erreiche belohnen mich die Wolken über mir. Sie brechen auf und
      die Sonne strahlt auf mein Ziel herab. Die Drachenkrone. Die steilen
      Hänge dieses Berges strahlen im Licht der Sonne. Mehrere Gipfel
      ragen hoch empor und bilden die Krone. Könnte ich bloß landen um
      dieses Bild länger in mich aufzunehmen!

      In den Tiefen dieses Berges schlummern
      die Feurigen. Drei mächtige Drachen, selbsternannte Götter und
      gefürchtete Tyrannen aus alter Zeit. Reagzar, Dorendazar und
      Grakazar. Sie sind natürlich nicht die Einzigen hier, doch ihre
      Herrschaft ist absolut. Nördlich der Drachenkrone begrüßt mich
      wieder der Skanische Ozean mit seinem dunklen Wasser. Es dauert nicht
      lange bis mich eine Warnung erreicht. In der stillen Bergwelt ist sie
      unmöglich zu überhören. Es ist das Brüllen eines Drachen, und ein
      Zeichen für mich weiter zu ziehen.


      Ein Eindringling sollte wissen wann er
      sich zu verabschieden hat, also lege ich mich in den Wind und fliege
      nach Osten.

      *

      Karazars Küste zieht unter mir dahin,
      während die Wellen mit dem Eis spielen. Riesige Schollen werden von
      den Gezeiten umhergetragen, und manchmal sogar aufeinander geschoben.
      Als der Wind stärker wird erkenne ich dass ich mein nächstes Ziel
      erreicht habe. Eine langgezogene, freie, Fläche zieht sich von der
      Küste bis tief ins Landesinnere. Sie zerschneidet die umliegenden
      Gebirge und erlaubt es dem Wind mit ganzer Kraft hindurchzuwehen. Es
      fröstelt mich selbst in meiner Drachengestallt als ich mir eine
      Windströmung suche und auf ihr meine Reise fortsetze.


      Die Drachen nennen den hiesigen Wind
      Dakar, und so bekam auch dieser Landstrich den Namen Varen Dakar, der
      Weg des Immerwinds. Auch wenn gerade kein Schnee fällt, glitzert es
      hier in der Luft. Der Dakar hebt nämlich ununterbrochen
      Schneeflocken und Eisstückchen vom Boden auf und lässt sie im
      Sonnenlicht tanzen. Ein Schauspiel das seinesgleichen sucht! Ich
      schnappe nach den Eisstückchen und freue mich wie ein Kind.

      Varen Dakar stellt die Grenze zwischen
      den zwei großen Gebirgen Karazars da. Den Ländern der Feurigen und
      den Glühenden Bergen. Die Strömung trägt mich mit Leichtigkeit so
      dass ich die Reise genießen kann. Der Weg des Immerwinds
      durchschneidet Karazar fast vollständig. Nur an seinem südlichen
      Ende wird er von einigen Bergen blockiert. Diese bilden eine Brücke
      zwischen den großen Gebirgen und schützen das dahinterliegende
      Gebiet vor dem Dakar.

      *

      Während ich
      diese Berge überwinde, und von Varen Dakar Abschied nehme, steigt in
      mir bereits wieder die Vorfreude auf das was mich erwartet. Von
      weitem erblicke ich etwas dass ich auf meiner bisherigen Reise
      vermisste, Bäume. Der Wald von Kjialdar. Einst war dies die Heimat
      des weisen Drachen Kjialdar, eines der ersten Drachen die mein Vater
      kennenlernte. Die Bäume hier sind beinahe ganzjährig in Frost
      gehüllt, und doch leben sie.

      Eine Stille liegt über dem Wald. Vögel
      und Nagetiere leben hier, doch sie schonen ihre Kräfte und
      verursachen keinen Lärm. Die Sonne gewährt mir ein weiteres Mal
      einen wundervollen Anblick. Ihr Licht trifft auf die vereisten
      Blätter und Stämme und lässt sie glitzern. Ein zauberhaftes Bild.
      Ich kann nicht anders, hier muss ich landen.

      Die Bäume stehen nicht besonders dicht
      beieinander, und es gibt nur wenig Unterholz. Ich finde einen
      perfekten Landeplatz und wirble zum Spaß etwas Schnee auf. Ein
      weißer Vogel beobachtet von einem gefrorenen Ast aus. Meine
      Anwesenheit erschrickt ihn gar nicht, ob das an der Ruhe dieses Ortes
      liegt? Für die Fauna Karazars muss der Wald von Kjialdar wohl ein
      Ort der Erholung sein, wo es keinen Grund gibt ängstlich zu sein.


      Ein letztes Mal schlage ich mit den
      Flügeln und sinke gen Boden. Ich verwandle mich in meine
      Adesegestallt, und statt Krallen berühren Füße den weichen Schnee.
      Der Vogel zwitschert und wechselt auf einen anderen Ast. Angst hatte
      er noch immer nicht, aber so etwas sah man wohl selbst in
      Drachengebiet nicht oft. Ich spüre die Sonne auf meiner Elfischen
      Haut intensiver als auf den Schuppen des Drachenkörpers zuvor, doch
      der kalte Schnee zwischen meinen Zehen erinnert mich an etwas. Als
      Wechselgänger sollte man auf Reisen nie vergessen Kleidung
      mitzunehmen, ich habe es vergessen.



      Das wird noch lange weitergeführt. Würde mich freuen eure Eindrücke zu erfahren.
      Und auserwählt wurde Dafuggi, um zu herrschen auf ewig, als König der Wollratten, denn er war flauschig.
    • Hier kommt noch ein bisschen. Es schließt direkt an den vorherigen Text an.

      Spoiler anzeigen



      Ich beschließe noch etwas zu bleiben und den Wald zu
      erkunden. Um mich herum wirken der Schnee und das Eis nahezu unberührt. Hin und
      wieder raschelt es irgendwo in den Bäumen wenn ein kleines Tier vorbei huscht.
      Auch der weiße Vogel begleitet mich und beobachtet interessiert den
      Neuankömmling. Je weiter ich den Wald nach Norden hin durchquere desto steiler
      wird der Weg. Die Glühenden Berge ragen bald über den Baumwipfeln auf.


      Durch puren Zufall entdecke ich eine Felsspalte dort wo Wald
      und Gebirge aufeinandertreffen. Der Stein wirkt teilweise behauen, als hätte
      jemand den Durchgang mit Werkzeug erweitert. Neugierig taste ich mich am Felsen
      entlang. Von draußen gelangt noch genügend Licht herein damit ich mich umsehen
      kann. Nach einigen Schritten gelange ich in eine kleine Höhle in die von Oben
      etwas Licht hereinfällt.


      Hier hatte einst jemand gelebt. Ich entdecke die alten
      Überreste eines Lagerfeuers und etwas Holz. Darüber hinaus finde ich leider
      nichts Nennenswertes. Es muss bereits viel Zeit vergangen sein seitdem der
      Bewohner des Lagers es verließ. Gerade als ich mich dazu entscheide zu gehen
      bleibt mein Blick an einem eigenartigen Haufen hängen. Eis und Schutt haben
      irgendetwas unter sich begraben. Ich kniehe mich hin und beginne mit meinen
      Händen zu graben. Etwas Spitzes lugt aus dem Schutt hervor.


      Einige Augenblicke später halte ich nicht nur das Horn,
      sondern auch den Schädel zu dem es gehört in Händen. Der Knochen ist verwittert
      und beschädigt, aber man kann noch vieles erkennen. Ein länglicher massiver
      Schädel, der in zwei gebogene Hörner ausläuft. Auf der Nasenspitze befindet sich
      ebenfalls ein kleineres Horn. Die leeren Augenhöhlen starren mich an ohne mir
      ihre Geschichte zu verraten. Dies war der Schädel eines Draganers.


      Die Draganer sind ein drachenähnliches Volk. Kein Wunder,
      wurden sie doch der Sage nach einst von Reagzar, einem der Feurigen,
      erschaffen. Genauer gesagt erschuf er den Urvater dieses Volkes, Kagorus.
      Anders als Drachen besitzen Draganer keine Flügel und laufen auf zwei Beinen.
      Sie sind große, grobschlächtige, Kreaturen die die Feurigen als Götter
      verehren. Mich würde es sehr interessieren lebendige Draganer zu sehen wenn ich
      über die Gühenden Berge fliege.


      Ich lege den Schädel wieder in seine Ruhestätte und ziehe
      mich zurück. Dieser Ort sieht eigentlich nicht aus wie ein Grab, und die
      Schäden an den Knochen lassen darauf schließen dass der Draganer nicht
      friedlich starb. Als ich wieder durch den sonnenbeschienenen Wald gehe erinnere
      ich mich wieder an eine Geschichte die mir mein Vater erzählte. Kjialdar, der
      Herr über diesen Ort, war zwar auch ein Drache, aber kein Freund der Feurigen.
      Letztere hatten sogar recht viele Feinde unter ihresgleichen. Die Draganer
      hingegen waren schon immer treue Diener Reagzars. Als Anhänger der Feurigen in
      das Gebiet eines verfeindeten Drachen einzudringen war wahrscheinlich ein Fehler
      der den Draganer in der Felsspalte mit seinem Leben bezahlte.


      Ich weiß nicht ob Kjialdar seinerseits noch lebt. Deshalb
      entschließe ich mich weiter zu ziehen. So sehr es mich auch interessieren würde
      ihn zu sehen, ein Treffen mit einem derart alten Drachen könnte unangenehm
      werden.


      *


      Meine Drachengestallt verleiht mir wieder Flügel und ich
      erhebe mich in die Lüfte. Hoch über dem Wald von Kjialdar blicke ich nochmals
      in alle Richtungen. Weit im Westen sieht man einen Streifen vereistes Land, die
      Einsame Küste. Sie liegt im Süden der Länder der Feurigen und bildet dort den
      Übergang zum Meer. Die Drachen gaben ihr diesen Namen wohl zu Recht. Außer Schnee
      und Eis gibt es dort nichts.


      Ein Stück weiter liegt eine langgezogene Insel vor der
      Küste. Argund. Der unermüdliche Wind des Meeres weht über das flache Land dieses
      Ortes. Es ist unmöglich zu sagen wo hier das Festland aufhört und die
      Eisschollen anfangen. Bis auf einige Seevögel lebt dort soweit ich weiß nichts.
      Für mich gibt es auf Argund nichts interessantes, also fliege ich weiter nach
      Nord-Osten, über die Glühenden Berge.


      *


      Starke Windböen tragen mich über das Gebirge. Soweit das
      Auge reicht breiten sich schneebedeckte Gipfel aus. Hier verbinden die
      Glühenden Berge das Kap Karazar mit Myroths Kontinent. Die Sonne scheint, und
      hier und da erkennt man woher diese Gegend ihren Namen hat. Hier vermischt sich
      an vielen Stellen der übliche graue Fels mit rötlichem Gestein. Dort wo der
      Fels zu steil ist um von Schnee bedeckt zu werden, oder wo ihn der Wind frei
      weht, dort sieht man den roten Stein. Und wenn dann, wie heute, die Sonne
      draufscheint, erstrahlen die Berge in glühendem Rot. Das umliegende Weis des
      Schnees bildet einen hübschen Kontrast dazu. Eine wahrlich malerische
      Landschaft.


      Ich erfreue mich der schönen Farben und verlangsame meinen
      Flug. Es gibt hier noch etwas anderes zu sehen, nur finden muss man es. Die
      Glühenden Berge sind die Heimat der Draganer, und hier irgendwo muss eine ihrer
      Festungen sein. Die meisten Draganer halten es wie die Drachen, die sie
      verehren, sie leben in Höhlen und Kammern innerhalb der Berge. Doch manche
      dieser Stätten wurden im Laufe der Zeit immer größer und breiteten sich auch
      außerhalb des Berges aus.


      Unter einem der rötlichen Gipfel entdecke ich was ich suche.
      An einem eher flachen Hangabschnitt erheben sich große Wälle gen Himmel. Sie
      bilden einen einfachen, aber massiven Ring. Das ist die Festung Bursor. Ich sinke
      etwas tiefer um einen besseren Blick auf das Geschehen dort zu erhaschen. Die
      Gebäude sind alle aus grauem Stein, teilweise direkt aus dem Berg gehauen. Ich
      schätze dass ich nur einen Bruchteil der Siedlung sehe und der Rest innerhalb
      des Berges verborgen liegt.


      Nun erkenne ich auch einzelne Bewohner. Es sind gar nicht
      mal so wenige unterwegs, wohl um die angenehmen Sonnenstunden auszunutzen.
      Draganer sind zwar keine Kaltblüter, aber sie mögen die Wärme der Sonne. So wie
      ich selbst ja auch. Bullige Krieger stehen auf den Wällen und beobachten mich
      von unten. Was sie wohl denken? Sie tragen massive Lanzen und Äxte als Waffen. In
      meiner Adesegestallt könnte ich die wahrscheinlich gar nicht erst heben. Die
      über zwei Meter hohen Draganer scheinen damit jedoch keine Probleme zu haben. Im
      Innenbereich der Festung sehen Arbeiter zu mir auf. Ich entdecke Schmiede,
      Gerber und Steinmetze bei der Arbeit. Mich würde es interessieren welche Tiere
      hier in dieser eisigen Berglandschaft für die Ledergewinnung genutzt werden. Leider
      kann ich aus dieser Höhe nicht viele Einzelheiten erkennen, und auch nicht ob
      es sich bei den Arbeitern um Frauen oder Männer handelt. Die Draganer scheinen
      allesamt groß, muskulös und gehörnt zu sein.


      In meiner Drachengestallt könnte ich es mir vielleicht sogar
      leisten bei ihnen zu landen. Aber da ich weder ihre Sprache, noch ihre
      Gepflogenheiten kenne lasse ich das lieber sein. Sollen sie doch denken ich
      wäre ein Anhänger der Feurigen und auf der Durchreise. Ich entschließe mich die
      Glühenden Berge noch etwas länger zu bestaunen und ziehe daher nach Norden
      weiter.


      *


      Und auserwählt wurde Dafuggi, um zu herrschen auf ewig, als König der Wollratten, denn er war flauschig.
    • Weiter gehts. Falls ich auf irgendwas mehr eingehen soll bitte ich um Kritik ;)

      Spoiler anzeigen

      Der Wind trägt mich mit seiner Kraft immer weiter. Hier und da erblicke ich Stellen im Gebirge wo das schöne Rot durchscheint. Die Berge ziehen unter mir dahin wie die Wellen eines steinernen Meeres. Je weiter ich in den Norden komme desto stärker werden die Windströmungen und zwingen mich niedriger zu fliegen. Ich halte mich zwischen den Gipfeln und nutze Schluchten zu meinem Vorteil.

      Durch das Pfeifen des Windes glaube ich etwas zu hören. Ich versuche mich genauer darauf zu konzentrieren aber es gelingt mir nicht. Ohne den guten Hörsinn meiner Drachengestalt hätte ich es wohl gar nicht erst bemerkt. Ich drehe einige Kreise in der Luft und lausche, da ist doch was. Es kratzt nur andeutungsweise an meinem Gehör, aber es ist eindeutig da. Unter mir liegen in einer breiten Schlucht einige schneefreie Felsen. Ich entschließe mich zu landen und der Sache auf den Grund zu gehen. An einer geschützten Stelle setze ich auf den Boden auf und blicke mich um. Die Schlucht ist tief und führt zwischen den Bergen hindurch. Es ist leicht möglich das sie irgendwo noch viel weiter in die Tiefe führt.

      Da ist es wieder. Ich lege meinen Kopf auf den Boden und konzentriere mich. Irgendwas ist unter der Erde und macht diese Geräusche. Sie klingen wie regelmäßige Schläge eines großen Werkzeugs. Was es tatsächlich ist kann ich mir nicht vorstellen, aber wer seine Urheber sind sehr wohl. Vater erzählte mir Geschichten über ein Volk das versteckt unter diesen Bergen lebt. Er nannte sie die Akhtul Kyren. Sie sollen kleine sehnige Kreaturen mit spitzen Ohren und grünlicher Haut sein. Leider habe ich bis heute nicht einmal eine Zeichnung von ihnen gesehen. Welch Wunder sie wohl tief unter mir verstecken? Sie sollen begnadete Handwerker und Forscher sein, und durch ihre Erfindungen diesem harten Lebensraum trotzen. Vater sagte die Akhtul währen ursprünglich Seefahrer gewesen die vor langer Zeit an der Küste im Norden ankamen, nur um gleich darauf von den Drachen versklavt zu werden. Der Begriff Kyren war das Drachenwort für Sklave.

      Ich folge vorsichtig der Schlucht und lausche ob ich dem Geräusch näher komme. Viele Kyren mussten damals für die Drachen arbeiten und dienten als niedere Handlanger. Über die Jahrhunderte hinweg gelang es wohl einigen zu entkommen und sich im Schutze der Berge eine neue Heimat zu erschaffen. Irgendwo unter meinen Drachenklauen muss sich die Kyrenstadt Taszes verstecken. Ein Hort des Wissens und der Sicherheit. Weiter im Osten liegt demnach das große Ikiptur, ebenfalls verborgen vor der Oberfläche.

      Nach einem großzügigen Spaziergang durch die Schlucht finde ich eine kleine Spalte in der Felswand. Meine Ohren verraten mir dass dahinter ein Tunnel nach unten führt. Unschlüssig schaue ich in die Dunkelheit. Es wäre schon sehr interessant das Reich der Akhtulzu erforschen. Aber in meiner Drachengestalt ist das nicht möglich, und als nackte Elfe wäre es auch nicht gerade ein angenehmer Ausflug. Ich muss gerade einen lustigen Eindruck erwecken, ein frustriert grummelnder Drache der vor einer Felswand hockt. Wie eine Katze vor dem Mäuseloch.

      Nun gut. Ich versuche mir die Stelle zu merken um sie ein anderes mal zu erkunden. Ein Drache ist hier ohnehin sicher kein gern gesehener Gast. Ich schlendere durch die Schlucht zurück und präge mir alles ein. Die Glühenden Berge besitzen hier nur sehr wenig des roten Steins. Als ich mich in die Luft erhebe muss ich aufpassen nicht gegen die Felswände geweht zu werden, selbst ein Drache kann zum Spielball der Winde werden.

      *

      Mein Weg führt mich weiter in den Norden, und bald sehe ich meinen guten Freund, den Skanischen Ozean wieder. Die Wellen scheinen mir jedes Mal zuzuwinken wenn ich mich in die Nähe dieses Ozeans begebe. Eine große Halbinsel streckt sich hier vom Kontinent ins dunkle Wasser. Man nennt sie die Wyvernfaust. Berge und kahler Fels überdecken sie und bilden einen natürlichen Schutz gegen die Stürme des Skanischen Ozeans.

      Ich drehe weite Kreise und beobachte was unter mir vor sich geht. Man hört das Kreischen der namensgebenden Bewohner, der Wyvern. Sie sind weit entfernte Verwandte der Drachen, doch sind sie einfachen Tieren viel näher als ihren hochintelligenten Verwandten. Sie haben mich natürlich bemerkt und halten sich von mir fern. Sie sind weit kleiner als ein Drache, aber dennoch groß genug um z.B. Ziegen zu jagen. Zwischen den Felsen kann ich große Nester erkennen. Es scheint eine raue, aber sichere, Kinderstube hier auf der Wyvernfaustzu sein.

      Als ich bemerke dass einige der Eltern nervös werden und den Abstand zu mir verringern, drehe ich ab und lasse sie in Ruhe. Dies war die letzte Stelle die man noch zum Kap Karazar zählte, jetzt kann ich mich aufmachen um den Kontinent zu erkunden.

      *