[Bhrin Maethairh] Entstehungsgeschichten der Völker

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    • [Bhrin Maethairh] Entstehungsgeschichten der Völker

      So, nach mehr als einem Dutzend Jahre im WB Forum und mit dem inzwischen dritten Account ist es endlich so weit - ich heb tatsächlich meinen faulen Hintern an und mach meinen ersten ordentlichen Welten-Thread. Mit dem kleinen Bonus, daß ich für den Titel endlich auch einen Namen für meine aktuelle Welt finden mußte. Yay! :lol:

      Meine Fragen zu Genetik und Evolution haben mich selbst neugierig gemacht:
      Wo kommen denn eigentlich die einzelnen Völker her? Wie haben sich diese entwickelt? Gibt es phantastische Urmythen, theologische Schöpfungsgeschichten, wissenschaftlich fundierte Theorien?

      (Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob das Thema hier richtig ist - einerseits ist es purer Weltenhintergrund, andererseits entdecke und schreibe ich diesen fast ausschließlich in Form von Weltentexten... :kopfkratz: - Falls das hier doch besser ins Weltenliteratur-Forum paßt, bitte einfach verschieben!)


      Für Interessierte gibt's ein paar Anmerkungen zur Aussprache der diversen Namen und Bezeichnungen.


      Über die Herkunft der...

      • Elfenvölker



      • Nördlichen Menschenvölker

      • Südlichen Menschenvölker

      • Orks und Oger

      • Goblins

      • Zwergenvölker

      • Halblinge

      • ...
      Bring me your soul, bring me your hate
      In my name you will create
      Bring me your fear, bring me your pain
      You will destroy in my name

      - Les Friction, Dark Matter
    • Der verlorene Schöpfungsmythos der Waldelfen

      "Schöpfungsmythos? Es existiert kein Schöpfungsmythos. Die Ealbin waren immer hier, und werden es noch sein, wenn die letzten Spuren eurer Völker längst zu Staub zerfallen und zurückgekehrt sind in den Schoß der Weltenmutter. Wir sind ein Volk ohne Beginn, ein Volk ohne Ende."

      - Levrhain Faln'dirh, Hüter des LocBaenn Tals



      Der folgende Zitat-Block enthält eine These bezüglich des Ursprungs der Elfen, die darauffolgenden Blöcke stellen dann die Texte dar, die zu dieser These geführt haben. Ich geh im Moment übrigens davon aus, daß Ilse damit durchaus recht hat, was auch die ewig zwidere Elfenkönigin erklärt, denn das würde bedeuten, daß sie entweder von ihrer Mutter oder zumindest von der Göttin ihrer Mutter verraten wurde. Arme Königin Grantscherben. :diablo:


      Mütter der Ealbin
      Eine gewagte These zum Ursprung der Bewohner Bhailthdoinfars

      Der Drang, die eigene Herkunft zu kennen, scheint in allen kulturschaffenden Wesen tief verwurzelt zu sein - und so ist es nicht weiter verwunderlich, daß jedes Volk, jeder Stamm, oftmals selbst bis hinunter zur einzelnen Familie Geschichten über den Ursprung an die nächste Generation weitergibt. Stammbäume unserer Ahnen scheinen uns ebenso zu faszinieren wie Geschichten darüber, wie unser Volk dareinst von den Göttern erschaffen wurde.

      Entsprechend ungewöhnlich stellt sich die Tatsache dar, daß ausgerechnet das strikt an alten Traditionen festhaltende Volk der Ealbin über keine eigene Schöpfungsgeschichte verfügt. Im Allgemeinen wird man auf die Behauptung verwiesen, es gäbe für das Volk der Elfen weder Beginn noch Ende, weshalb Schöpfungs- und Endzeitmythen für die Kinder des Bhailthdoinfars keinerlei Bedeutung hätten. Doch was sich vielleicht poetisch gesehen recht gut liest, widerspricht jeglicher Wissenschaftlichkeit, weshalb mit diesem Text ein näherer Blick auf einen möglichen Ursprung der Ealbin geworfen werden soll.

      Sattler spricht in "Alfin - Die Elfen aus Sicht des Zentralen Reiches" von einem Schnitt in der Wahrnehmung der Elfen, welche sich nicht wirklich mit den Geschichten über die Alfin decken will. Er warnt davor, daß Texte aus jener Zeit vor allem Sagen, Geschichten und religiöse Doktrin darstellten, was mich zu der Frage bringt, ob die Alfin tatsächlich die Vorfahren der heutigen Ealbin waren - oder doch nur nebulöse Sagengestalten. Dies würde das Aufkommen der heutigen Elfen in etwa auf die Zeit der Splitterreiche datieren, eine Annahme, für die jeder Waldelf mich vermutlich köpfüber von einem Ast hängend als Zielscheibe benutzen würde.

      Dennoch bietet "Verbannung der Hexen von Iskogl", ein Schriftstück aus der Zeit der Urstämme Nyrdrichs, einen gewagten Ansatz für diese Annahme. Darin wird die Verbannung dreier magiewirkender Frauen angesprochen, deren Namen und Berufungen verblüffende Parallelen zu den Göttern Ailuinn (der elfische Name Bryddunras), Fiolatha und Reathurin aufweisen. Zusammen mit Beathnuwen, welche die Hexen von Iskogel offenbar verehrten, repräsentieren sie das alte Pantheon der Ealbin, welches erst während der Abspaltung der restlichen Elfenvölker durch das heutige Pantheon ersetzt wurde.

      Ist es Zufall, daß die Verbannung dreier Magierinnen mit Parallelen zu den Elfengöttern zeitlich mit dem ersten Auftauchen der Bezeichnungen "Elfen" und "Ealbin" zusammenfällt?

      Ich behaupte, es darf nicht die Möglichkeit ausgeschlossen werden, daß jene drei sich im Bhailthdoinfar niederließen und dort selbst das Volk der Ealbin gründeten, basierend auf den alten Geschichten über das mystische Volk der Alfin. Die Elfen mögen ihre Magie liebevoll als "Weberei" bezeichnen, doch steht außer Frage, daß dies nur eine Umschreibung für Benennungsmagie ist - und so Alluinn, Folatta und Retturi damals schon dieser mächtigsten Ausprägung der Magie mächtig waren, liegt die Erschaffung eines Volkes innerhalb eines durchaus vorstellbaren Rahmens.

      Eine Erklärung für das Fehlen eines Schöpfungsmythos wäre dies allemal, würden die stolzen Ealbin doch niemals anerkennen, daß ihr Volk damit nicht nur jünger wäre als die von ihnen als so unvollkommen wahrgenommene Menschheit, sondern daß ihre Vorfahren selbst gar Menschen gewesen sein könnten.

      Auch wären einige Entwicklungen in der Geschichte der Ealbin mit einem Ursprung in jenen drei mutigen Frauen zu erklären. Zwar ist die Geschlechtertrennung bei Wald- und Stadtelfen bei Weitem nicht so ausgeprägt wie bei den matriarchalischen Dunkel- und Sandelfen, dennoch läßt sich auch in der Kultur der Ealbin ein starker Fokus auf Themen wie Geburt, Mutterschaft, Monatsblutung und weiblicher Fruchtbarkeit feststellen - Themen, die den Hexen von Iskogl scheinbar wichtig genug waren, daß sie sich gegen ihren Stamm auflehnten und so ihre Verbannung hervorriefen. Und auch der verstärkte Fokus auf Natur und Magie könnte eine natürliche Folge der Abstammung von drei Hexen sein, welche dem alten Glauben des Zentralen Reiches folgten.

      Jegliche noch so fruchtbare Frau jedoch bedarf eines Mannes, um mit ihm die erste Generation eines neuen Volkes zu zeugen. Daß Reathurin bei allen Ihn verehrenden Völkern als männlicher Richter dargestellt wird läßt vermuten, daß Retturi ihre Magie dazu nutzte, männliche Gestalt anzunehmen und ihren/seinen Samen in die Leiber der beiden anderen Hexen zu pflanzen. Denkbar wäre jedoch ebenso, daß die drei Urmütter der Elfen weitere Menschen um sich scharten, welche sie nach dem Vorbild der Alfin formten und dann mit ihnen das Volk der Ealbin zeugten. Dies würde zumindest bei einer größeren Anzahl teilhabender Gründer erklären, weshalb sich bei den Ealbin keine inzuchtbasierten Degenerationserscheinungen zeigen wie etwa beim Königshaus Nyrdrichs, welches inzwischen dringend ein paar Generationen frischen Blutes nötig hätte.

      Offen bleibt für mich bei dieser These die Frage, welche Rolle Cabhanie i Eaghni in diesem Konzept spielt. Die "immerwährende Königin" ist der Legende nach eine Ealbin der ersten Generation - was sie je nach Definition entweder zu einem Kind der Hexen machen würde, oder aber gar zu einer der drei selbst. In diesem Falle wäre Retturi naheliegend, betrachtet man Cabhanies stures Festhalten an Gesetzen, selbst wenn diese ihr oder ihrem Volk zum Nachteil gereichen. Für wesentlich wahrscheinlicher halte ich jedoch die Variante, daß sie ein direkter Nachkomme Retturis und einer ihrer Mitverschwörerinnen sein dürfte. Dies würde sich auch eher mit dem Zerwürfnis decken, welches sie nach der Spaltung der Elfenvölker dazu bewegte, Fiolatha und Reathurin aus dem Pantheon der Ealbin zu verbannen, nachdem diese sich als Xolatha und Reathoren der abtrünnigen Dunkelelfen annahmen. Ich bezweifle, daß sie sich tatsächlich von Reathurin losgesagt hätte, wäre sie Retturi selbst gewesen.

      Wobei auch die Rolle der Elfengötter bisher noch nicht gänzlich geklärt werden kann. Stiegen die Hexen von Iskogl selbst zu Göttern auf, um an der Seite von Baethnuwen über ihr noch junges Volk zu wachen? Waren sie lediglich von den drei Gottheiten auserwählt, schon kurz nach der Geburt als die Ihren gekennzeichnet durch ihre Namen und später in Ihrem Auftrag arbeitend? Oder liehen sie drei damals noch unbedeutenden Gottheiten ihre Namen, welche sich im Gegenzug dem Schutze der Ealbin verschrieben?

      Die Prüfung dieser These mag sich generell als schwierig erweisen, kann diese doch vermutlich keinem der vier elfischen Völker direkt vorgelegt werden, ohne Leib und Leben (und unter Umständen einen neuen Krieg) zu riskieren. Eine Abschrift ergeht jedoch an die Haupttempel Reathurins, Bryddunras und Fiolathas hier in Gaetlewyn, sowie an die Schwesternschaft Baethnuwens in den Schattensümpfen - in der Hoffnung, weitere Indizien für oder wider die vorliegenden Vermutungen zu finden.

      - bisher unversandtes Manuskript Ilserun Cobblers



      Verbinning da Hechsene fun Iskogl

      Konniger Ulsgrim lusset hurchen all Loit, sai verbinnet da Froiene da wirket hubn Zouberai vers da Gesitte fun unsar Konnigerich ond hubn gebet an da fulsch Goddiger Bettnu. Sai all Loit gewornet vers da Bruching fun da Gesitte da hattet gegabet unsar Goddiger Hailing Sowrig ond vers da Gebeting an da fulsch Goddigere. Sai ock all Loit gewornet vers gebet da Hoiming od Hilfing an da Hechsene, da hubn da Nome:

      Alluinn da Schnaiden
      Folatta da Schriberdockten
      Retturi da Woisen

      - Undatierter Text, Raum der Geschichte Nyrdrichs in der Bibliothek der Magierakademie zu Cathairath



      Verbannung der Hexen von Iskogl

      Die einzig andere Referenz auf Iskogl, welche ich in den Archiven bislang finden konnte, war eine Randbemerkung auf einem der alten Schlachtenberichte der Frostkriege. So es sich um dieselbe Region handeln sollte, liegt die Vermutung einer ungefähren Herkunft aus der Zeit der Urstämme Nyrdrichs nahe, welche sich nach der Aufspaltung des Zentralen Reiches in den unwirtlichen Gebieten der Eiszähne niederließen. Die teils frapierende Varianz in Sprache und Schrift zwischen den Stämmen, deren Ursache bis dato nicht geklärt ist, macht eine definitive Kategorisierung jedoch bislang unmöglich. Auch über Sowrig läßt sich nichts weiter finden, was nicht weiter ungewöhnlich ist, hatte doch zu jener Zeit jeder Stamm entweder ein eigenes Pantheon oder wie wohl in diesem Falle eine monotheistische Gottheit.

      König Ulsgrim läßt verlautbaren an alle Leute, mögen die Frauen verbannt sein, welche wirkten Magie wider die Gesetze unseres Königreiches und beteten zum Götzen Bettnu. Seien alle Leute gewarnt vor dem Bruch der Gesetze, welche uns gegeben waren von unserem Gott, dem heiligen Sowrig, und vor dem Anbeten der falschen Götter. Seien auch alle Leute gewarnt davor, Unterschlupf oder Hilfe zu geben den Hexen, welche die Namen tragen:

      Unter der Annahme, daß es sich wirklich um ein Schriftstück aus der Zeit der Urstämme handelt, lassen sich einige nähere Vermutungen bezüglich der Anklage machen:

      "König" und "Königreich" waren recht hochstaplerische Begriffe, bestand ein "Königreich" bei den Urstämmen doch selten aus mehr denn drei oder vier Stämmen, welche sich lose unter dem "König" sammelten, bis auf regen Handel jedoch kaum miteinander zu tun hatten.

      "Magie wider die Gesetze unseres Königreiches" bedeutet nicht zwingend, daß sie Magie nutzten, um gegen die Gesetze zu verstoßen. Die Nutzung der Magie an sich war den Frauen der Urstämme strengstens verboten - offiziell wegen der dunklen Mächte, welche sich doch so offenbar im Monatsblut jeder Frau zeigen, inoffiziell wohl mehr, weil mächtige Magierinnen doch tatsächlich auf die Idee kommen könnten, sich vom Joch ihrer Unterdrücker zu befreien.

      Ebenfalls eine Referenz auf den Zyklus der Frau stellt die Erwähnung Bettnus dar, der nach heutigen Erkenntnissen als Inkarnation der Göttin Baethnuwen zu sehen ist. Die Frauen des Zentralen Reiches ehrten den Zyklus als Sinnbild für den ewigen Kreis aus Tod und Wiedergeburt, und damit als Repräsentation Bettnus/Baethnuwens.


      Alluinn die Schneiderin
      Folatta die Schreiberstochter
      Retturi die Weise

      Den Namenszusatz "die Weise" darf man nicht in einem ähnlichen Kontext sehen wie etwa bei den Weisen Frauen der Goblins, welche neben Häuptling und Schamane die Geschicke des Stammes leiten. Vielmehr hatten die Weisen bei den Urstämmen die Aufgabe, den jungen Mädchen die Gesetze näherzubringen, vor allem hinsichtlich all der Dinge, welche ihnen verboten waren.

      - Annotierte Übersetzung des obenstehenden Textes von Ilserun Cobbler, Expertin für Kultur und Geschichte in der Collegimas Magicarum



      Grüß dich, Valdi,

      Mir ist heute zufällig ein Text in die Hände gefallen, welchen ich vor einigen Monaten für die Collegimas übersetzen sollte. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, wie mir damals nichts daran auffallen konnte - oder interpretiere ich vielmehr heute zu viel hinein?

      Entscheide selbst. Fällt dir an der untenstehenden Liste etwas auf:

      Alluinn, Schneiderin
      Folatta, Tochter eines Schreibers
      Retturi, Rechtsgelehrte

      Liebe Grüße,
      Deine Ilse

      - Brief Ilserun Cobblers an den Hohepriester Reathurins zu Cathairath



      Reathurins Segen, Magistra Cobbler,

      Bezüglich Eurer Anfrage kann ich Euch versichern, daß sich die angesprochene Assoziation nicht bloß in Euren Gedanken abspielt. Die Verbindung ist recht offensichtlich, was mich umso mehr zu der Frage bewegt, in welchem Zusammenhang Ihr auf jene Liste gestoßen seid.

      Ailuinn, Göttin der Schönheit
      Fiolatha, Göttin des Wissens
      Reathurin, Gott des Rechts

      Fühlt Euch angehalten, Eure Erkenntnisse alsbald mit mir zu teilen.

      Wandert stehts auf den Pfaden von Recht und Gesetz,
      Vater Valdebrecht

      - Antwortschreiben des Hohepriesters an Ilserun Cobbler
      (Gerüchten zufolge soll er diesen dem wartenden Boten mit hochrotem Kopf in die Hand gedrückt und ihn angewiesen haben, er möge sich "sofort aus dem heiligen Gotteshaus scheren!")



      Die Bezeichnung "Elf" dürfte wohl jünger sein, als man es vermuten möchte, doch tatsächlich läßt sich bislang keine Aufzeichnung dieses Begriffes finden, welche länger als bis zur Entstehung der Splitterreiche zurückreicht. Ältere Kommentare bezüglich der Elfen nutzen ausschließlich die alte Form "Alfin", welche vor allem zur Zeit des Zentralen Reiches weit verbreitet war.

      Viele der Informationen aus jener Zeit sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Obgleich das Zentrale Reich als frühe Hochkultur gilt, spielten Wissenschaft und Geschichtsschreibung offenbar eine untergeordnete Rolle, weshalb es sich bei den meisten Texten vorrangig um Sagen, Ammengeschichten und theologisch-subjektive Lehren handelt.

      Dies mag auch die teils gravierenden Abweichungen vom Volk der Ealbin erklären. So etwa werden die Alfin als Wesen mit Ohren "von der Länge meines Unterarmes" beschrieben, was selbst für besonders stattliche Exemplare noch unnatürlich lang wäre. Ebenso ist beständig die Rede vom "König der Alfin", was sich nicht mit der Aussage deckt, daß die Immerwährende Königin ihr Volk seit Anbeginn der Zeit lenkt und niemals einen Mann an ihrer Seite dulden würde.

      Und auch die Disposition gegenüber den Menschenvölkern scheint sich stark von dem zu unterscheiden, wie wir die Elfen des Bhailthdoinfar Waldes heute wahrnehmen. Hält Königin Cabhanie i Eaghni sich heute vollkommen aus den Geschicken der anderen Völker heraus - selbst noch aus den Belangen der Stadtelfen - so scheinen die Alfin aus dem Hintergrund heraus über das Schicksal ganzer Völker bestimmt zu haben.

      Wie aber kam es zu jenem Schnitt? War es lediglich die Wahrnehmung der Menschen, welche sich nach dem Zerfall des Zentralen Reiches in die Splitterreiche radikal änderte, oder durchliefen die Elfen selbst eine Transformation zu jener Zeit?

      - Ausschnitt aus Infydrich Sattlers Standardwerk "Alfin - Die Elfen aus Sicht des Zentralen Reiches"
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      In my name you will create
      Bring me your fear, bring me your pain
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      - Les Friction, Dark Matter
    • Pssst! Mußt du gleich die am Schwersten zu beantwortende Frage stellen? :lol:

      Ich versuch's mal aufzudröseln:


      Spoiler anzeigen
      Ealbhe (=Elfisch)

      Generell: Rollende, weiche Aussprache, viel Zungeneinsatz, Silben gehen ohne Absetzen direkt ineinander über, jenseits von Doppelkonsonanten kaum Silbenbetonung

      Mehrere Vokale hintereinander: gehen zwar weich ineinander über, sind aber immer einzeln zu sprechen. "ei" ist also ein "e", das sanft in ein "i" übergeht, kein "ai"-Diphthong

      Ein "h" nach einem "t": Wie die stimmlose Version des englischen "th", also wie zB in "thing"

      Ein "h" nach einem anderen Konsonanten: zumeist halbstumm, der Konsonant wird dabei eine Spur stimmhafter/kürzer gesprochen, die Zunge wird etwas nach hinten gezogen und das "h" nur leicht angedeutet. Steht vor oder nach den beiden Buchstaben ein weiterer Konsonant wird stattdessen ein weiches "ch" angedeutet.

      Im Namen von Königin Grantscherben zB kommt beides vor:
      Cabhanie --> Kabbhani'e
      Eaghni --> E'agchni

      Doppelkonsonanten: Deuten eine stärkere Betonung der Silbe an

      Apostrophe: Machen keinen Unterschied in der Aussprache, sondern sind nur eine visuelle Trennung von zwei zusammengeschriebenen Wörtern, was aber fast ausschließlich in Nachnamen (=Berufsbezeichnungen) vorkommt.

      Worte, die aus dem Elfischen entlehnt sind (zB viele der Götternamen) werden meist "eingedeutscht" ausgesprochen.

      Die Welt an sich zB:
      Bhrin Maethairh --> B(ch)rin Ma'etha'ir(h) bei den Elfen (schwache Betonung auf "tha")
      Bhrin Maethairh --> Brin Mätha'ir bei den Menschen (Betonung auf "Mäth")


      Phoamhe (=Dunkelelfisch, hier nur bei den beiden Götternamen)

      Generell: Weiterhin rollende, aber oftmals stimmhaftere Aussprache, die Unterschiede zum Ealbhe ergeben sich meist eh aus der Schrift (härtere Konsonanten, dunklere Vokale)

      Bei dem Text hier zB die Ableitung der beiden Götternamen:
      (Fiolatha --> Fi'olatha) wird zu (Xolatha --> Ksolatha)
      (Reathurin --> Re'athurin) wird zu (Reathoren --> Re'athoren)

      Das "ph" ist nebenbei ein schärferes "f", nicht ein "p" mit einem halbstummen "h" und ersetzt oft das ursprüngliche "f" in der waldelfischen Version eines Wortes


      Alt-Nyrdrichisch (=Die Sprache von "Verbannung der Hexen von Iskogl")
      Einfach deutsch aussprechen. Abgesehen von der vereinfachten Grammatik ist die Sprache im Großen und Ganzen einfach Deutsch mit Lautverschiebung. Eine Art Pseudo-Alt-Hochdeutsch.


      Mittel-Nyrdrichisch (Hier nur im Namen des Landes selbst)
      Ähnlich wie Alt-Nyrdrichisch, nur daß der Umlaut "y" (gesprochen als "ü") dazukommt

      Es heißt also zB:
      Nyrdrich --> Nürdrich


      Pseudo-Latein (weiß noch nicht, welchem Menschenvolk ich das unterjubel)
      Bis auf die ausgetauschten Endungen ist es wirklich einfach nur Latein und wird entsprechend ausgesprochen. Ich bin einfach zu faul, mir von Grundauf eine neue Gelehrtensprache aus den Fingern zu saugen und dann bei der Verwendung von Fachausdrücken darauf zu achten, NICHT Latein zu benutzen. :lol:


      Alt-Gaetlewyn (Hier nur ein paar Namen)
      Basiert zwar lose auf Walisisch, wird aber nicht so ausgesprochen. :lol:

      Allgemein: Da ich bis auf ein paar geographische und persönliche Namen noch kaum mit der Sprache herumgetan hab, gibt's auch noch nicht viele Gedanken zur Aussprache. Im Moment irgendwo zwischen deutscher (deutsche Betonung, kaum Zungenrollen) und englischer Aussprache.

      Ein "h" nach einem "t": wie im Englischen, wobei ich noch nicht weiß, wann es stimmlos und wann stimmhaft ausgesprochen wird

      Ein "h" nach einem "c": wird ausnahmslos als "tsch" gesprochen

      Ein "y" als Vokal: wird immer als "i" gesprochen (bin noch nicht sicher, ob es "y" als Konsonant geben wird)

      Zwei Vokale hintereinander: werden meist miteinander verschmolzen


      Die Namen im Text also wären zB:
      Gaetlewyn --> Gätlewin
      Cathairath --> Katheirath
      Bryddunra --> Briddunra
      Infydrich --> Infidritsch


      Ich glaub, das müßte dann alle der vorgekommenen Sprachen abdecken. :lol:
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      - Les Friction, Dark Matter
    • PBard schrieb:

      Die folgenden Texte sind Aufzeichnungen, die der These zum Ursprung der Elfen beiliegen. Die These selbst steht im letzten Zitat-Block. Ich geh im Moment übrigens davon aus, daß Ilse damit durchaus recht hat, was auch die ewig zwidere Elfenkönigin erklärt, denn das würde bedeuten, daß sie entweder von ihrer Mutter oder zumindest von der Göttin ihrer Mutter verraten wurde. Arme Königin Grantscherben. :diablo:

      Ich sag jetzt mal ganz ketzerisch: Ich denke du wirst mehr Kommentare fuer deine Welt anziehen wenn du's nicht ganz so kryptisch machst und das Pferd nicht gleich absichtlich von hinten aufzaeumst (die These als letztes und beginnen mit einem schwer leserlichen historischen Text). Oder ist der Thread nur ein Parkplatz fuer laute Selbstgespraeche und die Anwesenheit anderer Bastler eher unwichtige Nebenerscheinung?
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Parkplatz für laute Selbstgespräche hab ich schon auf meiner Webseite (plus einen für leise Selbstgespräche in meinem privaten Bastelwiki)... :lol:

      Ich bin halt nicht sicher, wie verständlich die These ist, wenn man die Texte nicht kennt, die dazu geführt haben. Aber ich kann's gerne mal testweise umstellen.
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      - Les Friction, Dark Matter
    • PBard schrieb:


      Ich bin halt nicht sicher, wie verständlich die These ist, wenn man die Texte nicht kennt, die dazu geführt haben. Aber ich kann's gerne mal testweise umstellen.

      Ich finds eigentlich eher unverstaendlich, wenn man die These nicht kennt und sich dann durch die Texte wuehlen muss, um am Schluss erklaert zu bekommen, dass eh alles ganz anders ist als in den Texten beschrieben.
      Wenn du's schon als wissenschaftliche Forschungsarbeit darstellen willst, dann wuerde sich das uebliche Abstract am Anfang gut machen, wo in knappen Saetzen erklaert wird, was eigentlich die Stossrichtung der folgenden Abhandlung ist.

      Wenn ich nur den Anfang lese, dann denk ich mir: noch eine Fantasy-Welt in der selbststaendig denkende Frauen als Hexen verbrannt werden: *gaaaaaehn!*

      Dagegen: Fantasy-Welt in der eine Gruppe menschlicher Clownfische, die matriarchat.net gelesen haben, zusammen eine Oekosekte aufmachen, die zu Elfen fuehrt... das ist so :hmm: :kopfkratz: dass es schon wieder interessant ist ;D
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Ha, sehr schöne Idee mit dem Abstract, das werd ich mit den anderen Texten mal versuchen! :thumbup:
      (Bei dem hier eher nicht - das Teil ist eh schon viel zu lang, aber ich hoffe mal, das bleibt aufgrund der wirren Idee auch der längste).

      Daß die Texte ja teils von der These widerlegt werden, hab ich so noch garnicht bewußt gesehen. Wenn man beim Lesen da nicht am Anfang schon eine Stoßrichtung hat, kann das natürlich schnell zu Verwirrung/Frustration führen, ja. *grübel*

      Oder ich reduziere den Text einfach ganz auf deine Zusammenfassung :lol: - sehr genial, und trifft die Sache wohl ziemlich auf den Punkt.
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      - Les Friction, Dark Matter
    • PBard schrieb:

      Oder ich reduziere den Text einfach ganz auf deine Zusammenfassung :lol: - sehr genial, und trifft die Sache wohl ziemlich auf den Punkt.

      Bitte nicht! :lol:
      Das ist mir dann doch zu prosaisch.

      Ausserdem bin ich gerade enttaeuscht weil matriarchat.net ja gar nicht mehr so grottig aussieht wie noch vor... fast 15 Jahren? :lol:
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • KeyKeeper schrieb:

      Ausserdem bin ich gerade enttaeuscht weil matriarchat.net ja gar nicht mehr so grottig aussieht wie noch vor... fast 15 Jahren? :lol:

      Hör mir bloß auf, zum Schluß komm ich noch in Versuchung, dort wirklich mal vorbeizuschauen - und ich hab das Gefühl, mir würde nicht gefallen, was ich dort lese.. :lol:

      Veria schrieb:

      *reinschnei* Mir gefiel es, wie es sich hier liest.

      Dankeschön! :bussi:

      Ich weiß ja, warum ich auf Kikis Kritiken hör. :lol:
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      - Les Friction, Dark Matter
    • PBard schrieb:

      KeyKeeper schrieb:

      Ausserdem bin ich gerade enttaeuscht weil matriarchat.net ja gar nicht mehr so grottig aussieht wie noch vor... fast 15 Jahren? :lol:

      Hör mir bloß auf, zum Schluß komm ich noch in Versuchung, dort wirklich mal vorbeizuschauen - und ich hab das Gefühl, mir würde nicht gefallen, was ich dort lese.. :lol:

      Ach, heutzutage ist die Seite harmlos. Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob die jetzt wirklich matriarchat.net hiess - es gab jedenfalls vor Urzeiten mal eine recht grottige deutsche Webseite zur Glorifizierung des Matriarchats, die u.a. bei Jerron Kultstatus erreicht hat, iirc ;)
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
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    • Moin Pboard,

      im Stammbaum des anderen Threads sah das so aus, als gäbe es einen Zwischenschritt zwischen den Menschen und den Waldelfen: Menschen -> Elfen -> Waldelfen (und die anderen).

      Hier liest sich das so, als wären die unmittelbaren Gründermütter der Elfen Menschen selbst und es gibt keinen Umweg über die Elfen.

      Habe ich das missverstanden?
    • Jein. Ist ein wenig Definitionssache.

      Ab wann genau man jetzt von Elfen spricht, ist schwer zu sagen (Ilse rätselts ja selbst darüber, ob "die erste Generation" jetzt bereits die drei Menschen-Frauen waren, oder aber deren Kinder die ersten echten "Elfen" darstellen). Gerade der Einsatz von Magie zur Veränderung des Erbgutes macht es auch nicht unbedingt einfacher, denke ich. Die drei sind als Menschen geboren, aber hatten am Ende wohl das Aussehen und Erbgut eines Elfen.

      Auch der Zwischenschritt Elf --> Waldelf ist nicht genau definiert. Bevor Cabhanie die anderen Elfenvölker "erschaffen" hat, gab es keine "Waldelfen", sondern eben nur "Elfen". Rein genetisch waren diese ident mit den heutigen Waldelfen, und auch die allgemeine Lebensweise war sehr ähnlich, aber der radikale Rausschmiß einiger grundlegender Gottheiten aus dem Pantheon hat die Kultur doch nicht unerheblich verändert.

      Die Waldelfen selbst sehen das natürlich anders. Die anderen Elfen sind minderwertige Kopien, sie selbst sind hingegen die originialen, die einzig wahren Elfen. ;)
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      In my name you will create
      Bring me your fear, bring me your pain
      You will destroy in my name

      - Les Friction, Dark Matter