[Falranda] Sprachhistorie

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [Falranda] Sprachhistorie

      Ich möchte voraus einen Disclaimer anbringen: Ich bin kein Linguist sondern habe mich in den letzten 2 (oder 3? oder 4? ich weiß nicht mehr) Wochen intensiv mit Informationen, die ich so in der Conlang-Szene finden konnte, auseinandergesetzt.
      Bevor ich mit dem Sprachbasteln anfange, wollte ich eigentlich meine Sprachbastelsoftware so weit kriegen, dass man darin Worte generieren, Lautwandel anwenden und die Ergebnisse in einem Wörterbuch (geordnet nach Dialekten und so, damit man aus einer Sprache halt Dialekte erzeugen kann, ohne die alte Sprache zu verlieren) abspeichern kann, aber mir spuken schon so viele Ideen im Kopf herum, die einfach nichts mit dem Vokabular zu tun haben, dass ich schon einmal anfangen muss.

      Ich verwende das IPA. Etwas weniger übersichtlich, aber mit Ton, ist diese Version des IPA-Charts.

      Ich mache die Wurzeln der Sprachfamilien bewusst sehr regulär und einfach. Da die Entstehung von Sprachen bisher wohl recht schlecht (oder gar nicht?) irgendwie verstanden wird, arbeite ich mit der… uhm… Hypothese, dass die ersten Sprachen eben vollständig regulär sind und sich alle Irregularitäten durch die Evolution der Sprache in den Abkömmlingen ergeben.

      Vorwissen
      Alle Götter sind ohne Geschlecht.

      Falranda entstand aus einer Maschine, die der Gott Dal [d̪al] an Jyß [jyθ] schenkte. Viel ist über die Maschine nicht bekannt – hauptsächlich weiß ich, dass eine unendliche Achse senkrecht verlief und dass die Maschine sich von innen gesehen unendlich weit ausbreitet.
      Jyß interessierte sich recht wenig für die Maschine selbst, spielte allerdings damit herum, erfreute sich an den schönen Drachen, Fischen, Kraken und was es nicht sonst so gab in all dem Wasser, das unten um die Achse herumspülte. Zu der eigenen Belustigung erschuf es die Vorfahren der Zwerge, wurmartige Wesen, also von nun ab "Wurmzwerge", die in der Achse selbst leben sollten.
      Das konnte natürlich nicht lange gut gehen und die Achse zerbrach. Der obere Teil der Achse schleuderte davon und die Sonne, die an der Achse befestigt ist, läuft seitdem nicht mehr waagerecht sondern geneigt um die Welt herum. Was aus den Wurmzwergen im oberen Teil der Achse wurde, ist unbekannt.
      Der Achsenbruch war natürlich eine ausgesprochen große Katastrophe und hatte in der doch recht komplizierten Maschinerie einige unvorhergesehen Auswirkungen.

      Wie auch immer, nachdem der Achsenbruch so weit verwunden war, dass sich auf der entstandenen Bruchfläche geregeltes Leben abspielen konnte (was Jyß ganz recht war), gab es auf dem neu entstandenen Falranda nun 4 kulturschaffende Spezies:
      • Die Wurmzwerge, von denen einige an der Oberfläche doch noch überlebt hatten.
      • Die Drachen, die in den Weiten des unendlichen Ozeans gute Gelegenheit hatten, den Achsenbruch relativ unbeschadet zu überstehen.
      • Die Kobolde, die Jyß erschuf, da Jyß die Wurmzwerge für das Leben an der Oberfläche doch recht ungeeignet erschienen und den Achsenbruch nicht miterlebten.
      • Die Dokrin, deren Ursprung mir noch nicht ganz klar ist. Ich denke, dass sie etwas mit einer dritten Gottheit zu tun haben, Kåf [kɒɸ], aber über deren Rolle bin ich mir auch noch nicht ganz im Klaren.
      Weiterhin gab es noch einige geringere nicht-korporeale Wesen, die aber (noch) nicht so sehr als zur Weltenmaschine gehörend gelten können. Hierbei handelt es sich um die Vorgänger der Elfen, die ich hier erwähne, da ihre vorherige Existenz großen Einfluss auf die Entwicklung ihrer Sprache hat.

      Die vier in der Auflistung erwähnten Spezies entwickeln sich anfangs alle unabhängig voneinander, jedoch jede für sich als anfangs geschlossene Kultur, weshalb sich die vier großen Sprachfamilien Falrandas eindeutig den vier Spezies zuordnen lassen. Natürlich vermischen diese sich im Verlaufe der Geschichte.

      Weiterhin entwickelt sich als weitere Sprachfamilie eine Klopfsprache zusammen mit der zwergischen Sprachfamilie.

      Die zwergische Sprachfamilie – Urwurmzwergisch (UWZ)
      Die Wurmzwerge hatten zur Zeit des Achsenbruches schon eine recht ausgeprägte Kultur, ein hohes Verbreitungsgebiet und einige Dialekte entwickelt. UWZ ist also eine Sprache, die also schon vor der Zeit des Achsenbruches gesprochen wird. Sie kennt also keine Wörter für Dinge, die es erst später auf der Bruchfläche gibt, so wie etwa Pflanzen, die meisten Tiere, den Himmel und seine Phänomene…

      Phonetik
      Wurmzwerge haben einen, aus unserer Sicht, seltsam geformten Sprachapparat, was es ihnen recht schwer macht, unsere frontalen Vokale zu bilden – UWZ hat also als vokalische Phoneme /ɨ ɒ u ɨ̰ ɒ̰ ṵ/. Die Tilde unter dem Vokal steht für eine Knarrstimme.

      Die Konsonanten des UWZ sind /b d̪ m n̪ v ð ɢ ɴ ʀ ʁ/. Zwerge haben damit bilabiale, labiodentale, dentale und uvulare Konsonanten – für andere Konsonanten ist wenig Platz im Mundraum. Alle Konsonanten sind stimmhaft, da diese (so habe ich jetzt einfach angenommen, wenn ich hier falsch liege, dann korrigiert mich bitte) unterirdisch weiter tragen und die Kommunikation von Wurmzwergen zu dieser Zeit selten von Angesicht zu Angesicht erfolgt.
      Was Allophone angeht, bin ich mir nicht so sicher. Ich denke aber, dass die Gruppe [ʁ ɣ] schon einmal ganz gut als Allophone geeignet ist, wobei [ɣ] um /ɒ/ auftritt.

      Eine Notiz zu den labiodentalen Konsonanten /d̪ n̪ ð/ – bei diesen befindet sich die Zunge nicht hinter, sondern unten an den oberen Zähnen.

      Phonotaktik
      Wie es sich für eine Ursprache gehört, ist die Silbenform recht einfach: Jede Silbe besteht aus einem Konsonant gefolgt von einem Vokal. Es gibt keine allein stehenden Vokale. Damit gibt es 30 verschiedene Silben. Da ich für eine Sprache weit mehr als nur 30 Morpheme erwarte, gibt es sicher Worte, die aus mehr als einer Silbe bestehen.

      Ein Wort kann mit /b d̪ m n̪ v ɢ ɴ ʁ/ beginnen. Am Ende eines Wortes kann eine Silbe auch in einem zusätzlichen Konsonant aus /m n̪ ɴ ʀ ʁ/ enden. In der Mitte eines Wortes sind die Konsonanten /b d̪ m n̪ v ð ɢ ɴ ʀ/ zulässig.

      Vokale mit Knarrstimme /ɨ̰ ɒ̰ ṵ/ können nur in der ersten oder dritten Silbe eines Wortes auftreten.

      Romanisierung
      Die Romanisierung sollte doch eigentlich recht einfach sein:
      /b/ – b
      /d̪/ – d
      /m/ – m
      /n̪/ – n
      /v/ – v
      /ð/ – z
      /ɢ/ – g
      /ɴ/ – ň (das 'ˇ' lässt sich vielleicht ganz gut als "hinten im Mundraum erzeugt" verstehen)
      /ʀ/ – r
      /ʁ/ – x
      /ɨ/ – y
      /ɒ/ – å
      /u/ – u
      /ɨ̰/ – ÿ
      /ɒ̰/ – o (es wird schwierig und sieht auch absurd aus, über ein "å" noch zwei Punkte zu setzen: å̈)
      /ṵ/ – ü

      Betonung
      Ein Wort hat die Hauptbetonung auf der ersten Silbe, ein dreisilbiges Wort hat eine Nebenbetonung auf der dritten Silbe.
      Die Betonung wird über eine Verlängerung des Vokals (für die Hauptbetonung) und eine leichte Senkung der Tonhöhe (für Haupt- und Nebenbetonung) realisiert.

      Grammatik
      Morphologie
      UWZ ist eine komplett analytische Sprache, das heißt, es gibt weder Inflektionen noch Affixe. Wörter werden nicht in Abhängigkeit von irgendetwas um sie herum anders ausgesprochen.

      Wortklassen
      Ich muss ehrlich sagen, hier bin ich ein wenig überfordert. Es gibt auf jeden Fall Verben und Substantive. Partikel werden in einer analytischen Sprache sicher auch ganz und gar nicht vermeidbar sein. Insgesamt sehe ich das momentan so, dass ich hier erst bessere Informationen liefern kann, wenn ich auch anfange, Beispiele zu übersetzen. Es wird sicher Marker geben, mit denen ich intransitiven Verben eine adjektivische oder adverbische Rolle geben kann.

      Satzbau
      Ein Satz besteht immer zumindest aus einem Verb. UWZ hat avalente ("es bebt" – sehr wichtig, deshalb ein kurzes Wort), intransitive ("er schläft"), transitive ("ich höre dich") und ditransitive ("ich gebe dir Essen") Verben. Die Verben stehen vorne im Satz.

      Für transitive Verben ist die Reihenfolge "Verb Agent Patient" und für ditransitive Verben ist die Reihenfolge "Verb Agent Patient Objekt".

      Mögliche Modifikatoren einer (Verb- oder Nominal-) Phrase stehen grundsätzlich vor dem Kopf der Phrase.
      Die hinteren Teile eines Satzes können weggelassen werden – das heißt, "[höre] [ich]" ist ein zulässiger Satz, der bedeutet "Ich höre etwas". Ein Kopf jeder beliebigen Phrase im Satz kann mit "ňy" /ɴɨ/ ersetzt werden und damit als unwichtig oder unbekannt markiert werden.

      Es gibt weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. In den Übersetzungen verwende ich Artikel nach Gefühl – vielleicht ergibt sich ja dabei eine Art Regelmäßigkeit, die ich später extrahieren kann.

      Fragen
      Fragen werden durch den Partikel "ňun" /ɴun̪/ gebildet, der als Modifikator einer Phrase benutzt wird, oder kann eine ganze Phrase ersetzen.
      mum ňun dåmy
      schlafen frage wurmzwerg
      Welcher Wurmzwerg schläft? (also, "Wer schläft?" auf alle kulturschaffenden Wesen bezogen, die Wurmzwerge zu dieser Zeit überhaupt kennen)

      mum ňun
      schlafen frage
      Wer oder was schläft? (diese Frage ist dann also auf alles, was schlafen kann, bezogen)

      ňun mum dåmy
      frage schlafen wurmzwerg
      Wie schläft der Wurmzwerg? (nicht "Schläft der Wurmzwerg?", wich ich es selbst ursprünglich falsch übersetzt habe…)

      ňun dåmy
      frage wurmzwerg
      Was tut der Wurmzwerg?

      Ja/Nein-Fragen
      werden gebildet durch die Modifikation des Verbs mit dem Partikel "du" /d̪u/. Zur Bestätigung wird als Antwort das Verb wiederholt. Zur Verneinung wird mit "nicht", also "dyr" /d̪ɨʀ/ geantwortet. Also
      du må
      (loop :for x :below 20
      :do (format t "~A~%"
      x
      janein bebt
      Bebt es?

      måx
      bebt
      Ja, es bebt.

      dyr
      nicht
      Nein, es bebt nicht.

      Vokabular
      Substantive
      Ein Substantiv an sich impliziert keine bestimmte Anzahl. Die Anzahl kann durch Voranstellen einer entsprechenden Zahl spezifiziert werden, das kann jedoch auch unterlassen werden, wenn es aus dem Kontext ersichtlich oder unwichtig ist.
      • nyzåvu /n̪ɨðɒvu/
        Grund
      • xåmym /ʁɒmɨm/ [ɣɒmɨm]
        Art und Weise
      • xüvum /ʁṵvum/
        Ort
      • dåmy /d̪ɒɱɨ/
        Person
      • xüvyr /ʁṵvɨʀ/
        Heim
      • muxå /muʁɒ/ [muɣɒ]
        Mutter
      • båryň /bɒʀɨɴ/
        Käfer
      • våňå /vɒɴɒ/
        Pilz
      Pronomen
      Pronomen verhalten sich im Bezug auf Anzahl genau wie Substantive. In der dritten Person wird zwischen animierten (Zwergen und Tieren, aber keine Pilze (und Pflanzen sowieso nicht, die gibt es nämlich noch gar nicht)) und nicht animierten Referenten unterschieden.
      • vå /vɒ/
        PR.1, ich
      • xy /ʁɨ/
        PR.2, du
      • ňu /ɴu/
        PR.3.ANIM, er/sie
      • ňåx /ɴɒʁ/
        PR.3.INAN, es
      Verben
      • dugår /d̪uɢɒʀ/, transitiv
        kennen
      • mubåx /mubɒʁ/ [mubɒɣ], intransitiv
        gehen
      • ňådyzun /ɴɒd̪ɨðun̪/, intransitiv
        fühlen
      • mÿr /mɨ̰ʀ/, ditransitiv
        tun
      • vygår /vɨɢɒʀ/, transitiv
        wissen
      • måvåm /mɒvɒm/, transitiv
        reden
      • bÿgåx /bɨɢɒʁ/ [bɨ̰ɢɒɣ], transitiv
        schlagen
      • dur /d̪uʀ/, intransitiv
        existieren
      • guzyx /ɢuðɨʁ/, transitiv
        mögen
      • måx /mɒʁ/ [mɒɣ], avalent
        beben
      • mum /mum/, intransitiv
        schlafen
      • vÿzun /vɨ̰ðun̪/, transitiv
        hören
      • båguryň /bɒɢuʀɨɴ/, ditransitiv
        geben
      • byx /bɨʁ/
        sein
      • våxuryň /vɒʁuʀɨɴ/ [vɒɣuʀɨɴ]
        haben
      • dudumy /d̪ud̪umɨ/
        funktionieren
      • duvågor /d̪uvɒɢɒ̰ʀ/
        können
      • mogu /mɒ̰ɢu/
        bitten
      • guryx /ɢuʀɨʁ/
        wollen
      Adjektive
      • nÿmur /n̪ɨ̰muʀ/
        gut
      • ňådu /ɴɒd̪u/
        schlecht
      • xÿmyn /ʁɨ̰mɨn̪/
        ruhig
      • våmumyx /vɒmumɨʁ/
        neu
      • vudå /vud̪ɒ/
        schnell
      Partikel (ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, ob das alles Partikel sind)
      • du /d̪u/
        janein
      • ňun /ɴun̪/
        Fragepartikel
      • dum /d̪um/
        nebensatz
      • ňy /ɴɨ/
        etwas
      • bym /bɨm/
        deswegen
      • dyr /d̪ɨʀ/
        nicht, kein
      • xur /ʁuʀ/
        gegenteil
      • muryň /muʀɨɴ/
        oder
      • dobå /d̪ɒ̰bɒ/
        dahin
      • bomåň /bɒ̰mɒɴ/
        dort
      • xå /ʁɒ/
        adj
      • xy /ʁɨ/
        und
      Zahlen
      Das Zahlsystem ist nicht stark ausgeprägt – zur Zeit des UWZ beschäftigten sich die Wurmzwerge nur wenig mit Algebra oder Mathematik im Allgemeinen. Deshalb gibt es nur Wörter für die Zahlen 1 bis 3, sowie ein paar ungenauere quantisierende Wörter. Die Abwesenheit von etwas wird nicht als Zahl verstanden, sondern mit dem Partikel "dyr" /d̪ɨʀ/ gekennzeichnet.
      1 – bå /bɒ/
      2 – vym /vɨm/
      3 – gṵx /ɢüʁ/
      • ňåň /ɴɒɴ/
        wenig
      • måru /mɒʀu/
        viel, überschaubar
        "überschaubar" heißt so viel wie "erkennbar, ob sich die Anzahl geändert hat, wenn man nochmal nachprüft". Man könnte auch stattdessen "gezählt" sagen.
      • gomåň /ɢɒ̰mɒɴ/
        viel, nicht überschaubar, diskret
      • bydum /bɨd̪um/
        viel, indiskret
      • mÿx /mɨ̰ʁ/
        alles
      Schriftsystem
      UWZ ist eine rein gesprochene Sprache, hat also kein Schriftsystem.
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 26 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()

    • Hey!

      Also ich als "Teilzeit-Linguistin" (die Lehrämtler können alles, aber nix richtig :D) finde, dass du schon sehr viel geschafft und überdacht hast. Als dafür erstmal ein Lob! Vor allem, weil Linguistik echt nicht einfach ist.

      Die Welt ist übrigens echt interessant... mit der Maschine und so. Gefällt mir!

      Interessant, dass es keine Schrift gibt. Ich nehme mal an, dass es intelligente Spezies sind, haben die kein Bedürfnis danach, Wissen haltbar zu machen durch Schrift? Bzw. wieso genau gibt es keine Schrift? Funktioniert alles über mündliche Überlieferung?

      Soweit erstmal. :)
      Beyond Vega, Pollon Is.
      Betrachte die Bruchstücke.
    • Mrs. Mortisaga schrieb:

      Die Welt ist übrigens echt interessant... mit der Maschine und so. Gefällt mir!
      Schön, dass es gefällt! Die Idee habe ich ursprünglich von meiner wohl plakativsten Religion überhaupt – gewisse Strömungen in dieser sind lebensfeindlich, da sie das Leben als Verschmutzung der Weltmaschine betrachten. Ich wollte, dass sie wenigstens ein bisschen Recht haben.

      Mrs. Mortisaga schrieb:

      Also ich als "Teilzeit-Linguistin" (die Lehrämtler können alles, aber nix richtig :D) finde, dass du schon sehr viel geschafft und überdacht hast. Als dafür erstmal ein Lob! Vor allem, weil Linguistik echt nicht einfach ist.
      Danke für das Lob!

      Mrs. Mortisaga schrieb:

      Interessant, dass es keine Schrift gibt. Ich nehme mal an, dass es intelligente Spezies sind, haben die kein Bedürfnis danach, Wissen haltbar zu machen durch Schrift? Bzw. wieso genau gibt es keine Schrift? Funktioniert alles über mündliche Überlieferung
      Die bisher vorgestellte Sprache ist sozusagen nur die Wurzel der Sprachfamilie der Zwerge. Spätere Zweige in der Familie werden eine Schriftsprache bekommen. Die anfängliche wurmzwergische Gesellschaft ist noch recht klein und die Idee von "Historie" gibt es so früh noch nicht.

      Ich habe den Text oben mal um die Romanisierung ergänzt.

      Die folgende Situation ist übrigens nicht eindeutig:
      "[transitive Verbphrase] [Fragepartikel] [Nominalphrase]" könnte interpretiert werden als
      • "[transitive Verbphrase] [Frage nach Subjekt] [Objekt]"
      • "[transitive Verphrase] [weiter zu spezifizierendes Subjekt] [impliziertes Objekt]"
      Bei ditransitiven Phrasen würde es ähnliche Probleme geben.
      Mir ist bewusst, dass eine solche Uneindeutigkeit durchaus zulässig wäre und auch mit einem explizitem Wort für die Auslassung von Phrasen ("[tr. Verbphrase] [Subjekt ausgelassen] [Objekt]") auch vermeidbar wäre.
      Ich glaube fast, dass ich diese Ungenauigkeit tatsächlich in der Sprache lasse. Damit lässt sich sicher Unfug treiben.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Das ist ja schon einiges an Linguistik drin, uff. :thumbup:

      Wie hängt jetzt das Urwurmzwergische mit anderen Sprachfamilien zusammen? Nachdem die Spezies ja nacheinander entstanden sind...

      Weltraumschlange schrieb:

      ň (das 'ˇ' lässt sich vielleicht ganz gut als "hinten im Mundraum erzeugt" verstehen)
      Ich würde zwar intuitiv genau andersrum denken, und es als nj sprechen (->tschechisch?), aber okay.^^

      Ich bin ein alter Wortklangfetischist und bin erstmal gespannt auf Vokabeln und damit gebaute Sätze. Vom Klang her. ;)

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Wie hängt jetzt das Urwurmzwergische mit anderen Sprachfamilien zusammen? Nachdem die Spezies ja nacheinander entstanden sind...
      Ich gehe davon aus, dass alle 4 Sprachfamilien erst einmal Gelegenheit haben, sich unabhängig voneinander zu entwickeln. Und ich beantworte mal die Frage, als hättest du sie für alle Sprachfamilien gestellt.

      Der Plan sieht bisher so aus:
      Die drachische Sprachfamilie entwickelt sich, obwohl die Drachen die älteste der potentiell kulturschaffenden Spezies sind, nach allen anderen. Oder auch: Es gibt schon eine Art Sprache, nur besteht die aus jeder Menge Isolekten, die nur wenig miteinander zu tun haben. Drachen sind keine Einzelgänger, allerdings vermeiden sie durchaus andere Drachen. Sie suchen ihre Gesellschaft lieber bei anderen Spezies. Da sie nach dem Achsenbruch lange der Achse fern bleiben, bestehen die Drachenstaaten aus jeweils einem Drachen und Lebewesen, die für eine ausgeprägte Sprache nicht intelligent genug sind.
      Später werden dann einige Drachen zur Achse zurückkehren, wo sie dann einige Pidgins und daraus erwachsend Kreolsprachen mit ihren nun kulturschaffenden… Untertanen ist das falsche Wort, aber ich verwende es trotzdem… bilden.

      Die Dokrin befinden sich auf der Westinsel (stimmiger Name kommt, wenn es Sprachen gibt, die Namen für geografische Orte haben ;) ), abgeschottet von Zwergen und Kobolden. Bei der Westinsel handelt es sich um einen Splitter der Achse, genau wie bei den anderen Inseln, die sich um den Hauptkontinent (also die Bruchfläche – die kriegt auch einen stimmigen Namen, wenn es stimmige Namensgeber gibt) befinden. Warum die jetzt nicht von der Achse weg treiben, weiß ich noch nicht. Die Dorkin beschwören die ersten Elfen (nicht mit Absicht), die bereits eine sehr festgefügte Grammatik (ein wenig wie Lojban, nur mit einer gewissen Vernachlässigung von Subjekt/Agent – die Elfen haben erst einmal kein Konzept von "Selbst" oder "Akteur" und sind von ihrer eigenen Existenz als Individuum extrem verwirrt.
      Die Dokrin selbst verlassen die Westinsel bis zum Beginn des Sklavenhandels auf Falranda gar nicht und auch dann (wie sicher schon erwartet) nicht freiwillig.
      Ein paar Elfen verlassen jedoch die Westinsel, verlieren auf der Reise wieder große Teile des Konzepts von Subjekt und Selbst aus ihrer Sprache (da sie wenig Lust haben, sich damit auseinanderzusetzen, wenn sie nicht müssen). Sie kommen dann zuerst mit Kobolden in Kontakt, später dann mit Zwergen. Ich glaube die sprachliche Entwicklung ab hier führt dann auch schon zu weit.
      Zumindest wird dann später ein Abkömmling von dokrianischen und elfischen Zweigen dieser Sprachfamilie die erste menschliche Sprache werden, da es sich bei ihnen um eine von einem Elfen auf der Westinsel bewusst kreierte Sklavenspezies handelt. Gleiches gilt für die Orks und Goblins, die dann jedoch mit einer von eben jenem Elfen konstruierten Sprache versehen werden, damit sich einige Probleme, die er mit Menschen hatte, nicht wiederholen.

      Die Kobolde breiten sich rasend schnell auf der Bruchfläche aus und da sie auch recht unstetige Geister sind, gehen ihre Sprachen recht schnell auseinander. Sie sind die ersten, die mit den Zwergen in Kontakt treten, also treten auch da die ersten Kontakte zwischen Sprachen auf (mal abgesehen von der Elfengrammatik, die das Vokabular der Dokrin aufgedrückt bekommt). Die Kobolde, die mit den ersten elfischen Expeditionen Kontakt haben, haben hierbei keinen Kontakt mit Zwergen gehabt.
      Bei den Kobolden dachte ich übrigens daran, den Schnalzlaut zu verwenden, der entsteht, wenn man mit der Zunge gegen den Mundboden schlägt. Wie Zungenschnalzen halt, aber ohne vorher Unterdruck über der Zunge aufzubauen – das geht auf jeden Fall, ich kann es, und es ist gut hörbar und es lässt sich (meiner Meinung nach) auch leichter mit Vokalen verbinden als so mancher Klicklaut. Seltsamerweise gibts dafür kein Zeichen im IPA – wahrscheinlich, weil keine bekannte Sprache diesen Laut verwendet?

      Die Sprachfamilie der Zwerge entwickelt sich erst einmal lange Zeit (also, schon vor dem Achsenbruch) ohne Kontakt zu irgendwelchen anderen Sprachfamilien. Große Teile sterben natürlich beim Achsenbruch aus, oder gehen für den betrachteten Raum verloren, da sie über dem Bruch gesprochen werden.
      Nach dem Achsenbruch entwickeln sie sich immer noch eine gute Weile weiter, bis dann einige Wurmzwerge sich nahe der Oberfläche in Gebirgen ausbreiten, wo sie sich dann zu Hochzwergen entwickeln. Diese haben dann Kontakt mit Kobolden.
      Aus den Hochzwergen gehen dann die Tiefenzwerge hervor, als einige Hochzwerge anfangen, Wurmzwerge religiös zu verehren.
      Die ersten Elfen kommen dann erst viel später mit Hochzwergen in Kontakt, mit ein paar Jahrhunderten Abstand folgen dann die ersten Menschen und schließlich sollten sich auch ein paar Drachisch-Hochzwergische Kulturen bilden.

      Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel auf einmal.

      Jundurg schrieb:

      Ich würde zwar intuitiv genau andersrum denken, und es als nj sprechen (->tschechisch?), aber okay.^^
      Haha, oh. Naja, ich lass es trotzdem so, denn ich habe vor, diese Konvention auch an anderer Stelle für Romanisierungen zu verwenden – zum Beispiel, wenn dann Zwerge auf das /z/ kommen, dann ist das ein nach hinten verschobenes /ð/, wird dann also als 'ž' geschrieben. Ich mag irgendwie Digraphen weniger verwenden als diakritische Zeichen, da bietet sich das irgendwie an.

      Jundurg schrieb:

      Ich bin ein alter Wortklangfetischist und bin erstmal gespannt auf Vokabeln und damit gebaute Sätze. Vom Klang her.
      Ja, ich auch. Ich hab mit ein paar anderen Generatoren schon ein wenig rumprobiert, und so weit würde ich sagen, dass Wurmzwergisch für Menschen doch recht anstrengend zu sprechen sein dürfte. Es fehlen da irgendwie die entspannten Posen für die Zunge bei den Vokalen. Vielleicht ist das aber auch nur eine Frage des Trainings.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Ich habe im Anfangspost einige Informationen zum Urwurmzwergischen ergänzt. Am auffälligsten sind sicher die Beispielsätze sowie die ersten Ansätze eines Vokabulars. Bis auf das Wort "måx" sind alle Wörter schon mit Mang generiert, auch wenn ich dafür noch mein REPL und kein vernünftiges Interface verwende. Die IPA-Transkriptionen sind nicht generiert, sondern per Hand gemacht.

      In der Phonotaktik sind bei den Konsonanten für das Wortende /ʀ ʁ/ dazugekommen – gerade das /ʁ/ ist doch für Wortenden irgendwie schon wichtig.
      Die Betonung von Wörtern wird beschrieben.

      Ja/Nein-Fragen haben eine eigene Form bekommen.

      Und ich musste schon die erste Übersetzung korrigieren. So ist das halt, wenn man sich an die eigenen Unterscheidungen nicht hält. :P
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()

    • Eine Senkung statt eine Hebung der Stimme zur Betonung zu verwenden ist überraschend schwierig.

      Ich habe mir mal aus meinem alten Sprachbastelfred die Beispielsätze, die Veria mir freundlicherweise gab (danke @Veria!), herausgesucht, und habe für die Sätze, die mit der Grammatik Sinn ergeben (manche Sätze würden einfach auf offensichtliche Weise in zwei geteilt werden), Glossen für das Urwurmzwergische geschrieben. Mit den Glossen ist die Übersetzung dann trivial, da ja die Sprache vollkommen analytisch und isolierend ist, also die Elemente der Glossen einfach eins zu eins in Urwurmzwergische übersetzt werden können.

      Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie absurd oder gewöhnlich die Grammatik hier ist – ich habe mich noch nicht mit derart analytischen/isolierenden Sprachen auseinander gesetzt.

      Jedes Beispiel besteht aus drei oder vier Zeilen – die erste ist der originale zu übersetzende Satz, die zweitletzte der Gloss (die Gloss? Glosse? das Gloss?), die letzte Zeile die endgültige Übersetzung in UWZ. Bei vier Zeilen ist die zweite Zeile eine Version auf deutsch, die ein wenig näher an der zwergischen Grammatik dran ist, ohne die deutsche Grammatik dabei allzu sehr zu verzerren.

      Vorneweg: Die hier besprochene wurmzwergische Kultur macht keinen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Wurmzwerge haben auch keinen großartigen sexuellen Dimorphismus. Die einzige pseudo-geschlechtliche Unterscheidung, die sie treffen, ist zwischen Müttern und Nicht-Müttern. Aus diesem Grund werden Pronomen in der dritten Person grundsätzlich nur mit eben dem angemessenen Personalpronomen übersetzt, und wo eine Unterscheidung im Satz notwendig ist, wird stattdessen von der Mutter und der Nicht-Mutter gesprochen. Im allgemeinen Sprachgebrauch passiert das genau so anhand wichtiger Merkmale (wobei die Mutterschaft da wohl eher weniger als Kriterium dienen wird), die entweder als Substantiv ausgedrückt werden können, oder auch als Modifikationen in Form von Adjektiven, Nebensätzen und solchen Sachen, die dem Pronomen angehängt werden.
      Wichtig hierbei ist zu verstehen, dass bei dieser Einteilung in Mutter und Nicht-Mutter in den Sätzen die Mutter nicht unbedingt die Mutter der Nicht-Mutter sein muss und das auch so nicht impliziert wird, auch wenn die angenäherte deutsche Übersetzung das vielleicht tun sollte.
      Das einzelne Vorkommen von "Männer" in den Beispielsätzen ist nicht so ganz freundlich hierbei – ich habe es jetzt als Nicht-Mütter übersetzt, auch wenn dabei durchaus auch potentiell zukünftige Mütter, die es noch nicht sind, mit einbezogen sind

      Quellcode

      1. Ich kenne ihn.
      2. kennen PR.1 PR.3.ANIM
      3. dugår vå ňu
      4. Kennt er mich?
      5. janein kennen PR.3.ANIM PR.1
      6. du dugår ňu vå
      7. Wie geht es?
      8. Wie fühlst du dich?
      9. frage fühlen PR.2
      10. ňun ňadyzun xy
      11. Wer ist er?
      12. sein PR.3.ANIM frage Person
      13. byx ňu ňun dåmy
      14. Wo ist er?
      15. sein PR.3.ANIM frage Ort
      16. byx ňu ňun xuvum
      17. Warum tut er das?
      18. Er, der welchen Grund hat(?), tut es.
      19. tun PR.3.ANIM nebensatz haben frage Grund PR.3.INAN
      20. myr ňu dum våxuryň ňun nyvåzen ňax
      21. Ich weiss, dass er mich kennt.
      22. wissen PR.1 kennen PR.3.ANIM PR.1
      23. vygår vå dugår ňu vå
      24. Ich weiss, wie es geht.
      25. Ich weiß die Antwort auf "Wie funktioniert es?"
      26. wissen PR.1 frage funktionieren PR.3.INAN
      27. vygår vå ňun dudumy ňåx
      28. Ich weiss, wer er ist.
      29. Ich weiß die Antwrot auf "Wer ist er?"
      30. wissen PR.1 sein PR.3.ANIM frage Person
      31. vygår vå byx ňu ňun dåmy
      32. Ich weiss, wo er ist.
      33. Ich weiß die Antwort auf "Wo ist er?"
      34. wissen PR.1 sein PR.3.ANIM frage Ort
      35. vygår vå byx ňu ňun xuvum
      36. Ich weiss, warum er das tut.
      37. Ich weiß die Antwort auf "Er, der welchen Grund hat(?), tut es."
      38. wissen PR.1 tun PR.3.ANIM nebensatz haben PR.3.ANIM frage Grund PR.3.INAN
      39. vygår vå myr ňu dum våxuryň ňu ňun nyvåzen ňåx
      40. Wer schimpft schlägt Kinder.
      41. Er schimpft, deswegen schlägt er Kinder.
      42. gegenteil ruhig reden PR.3.ANIM (etwas) deswegen schlagen PR.3.ANIM neu Person
      43. xur xymyn måvåm ňu (ňy) bym bygåx ňu våmumyx dåmy
      44. Ich kann weghören oder handeln.
      45. nicht hören PR.1 (etwas) oder tun PR.1 (etwas)
      46. dyr vyzun vå (ňy) muryň myr vå (ňy)
      47. Ich singe und tanze, wenn alles gut ist.
      48. gut existieren alles deswegen gut reden PR.1 und gut gehen PR.1
      49. nymur dur myx bym nymur måvåm vå xyň nymur mubåx vå
      50. Weiss er, ob sie auch tanzt?
      51. janein wissen nicht Mutter PR.3.ANIM janein gut gehen Mutter
      52. du vågyr dyr muxå ňu du nymur mubåx muxå
      53. Sie ist wohlklingend und klug.
      54. gut können PR.3.ANIM reden und gut können PR.3.ANIM wissen
      55. nymur duvågår ňu måvåm xyň nymur duvågår ňu vygår
      56. Sie mag keine prügelnden Männer.
      57. gegenteil mögen PR.3.ANIM adj schlagen nicht Mutter
      58. xur guzyx ňu xå bygåx dyr muxå
      59. Geh nach Hause, mein Freund.
      60. Ich bitte dich, mein Freund geh nach Hause.
      61. bitten PR.1 dahin Heim gehen adj PR.1 gut Person
      62. mågu vå dåbå xuvyr mubåx xå vå nymur dåmy
      63. Er geht weg, weil sie ihn nicht mag.
      64. Mutter mag ihn nicht, darum geht er weg von dort.
      65. nicht mögen Mutter nicht Mutter deswegen gegenteil dahin dort gehen nicht Mutter
      66. dyr guzyx muxå dyr muxå bym xur dåbå båmåň mubåx dyr muxå
      67. Er geht da hin, wohin sie ihm nicht folgen kann.
      68. gehen nebensatz dahin nicht können Mutter gehen nicht Mutter
      69. mubåx dum dåbå dyr duvågår muxå mubåx dyr muxå
      70. Er läuft so schnell wie ein Käfer.
      71. Gehen, schnell wie ein Käfer ist, tut er.
      72. gehen nebensatz sein käfer schnell PR.3.ANIM
      73. mubåx dum byx båryň vudå ňu
      74. Er läuft wirklich ganz schön schnell.
      75. schnell schnell gehen PR.3.ANIM
      76. vudå vudå mubåx ňu
      77. Er ist nicht der, für den ich ihn halte.
      78. Er ist nicht wie ich ihn kenne.
      79. nicht sein PR.3.ANIM kennen PR.1 PR.3.ANIM
      80. dyr byx ňu dugår vå ňu
      81. Freiwillig tut er das nicht.
      82. Er will nicht, dass er das tut.
      83. nicht wollen PR.3.ANIM tun PR.3.ANIM PR.3.INAN
      84. dyr guryx ňu myr ňu ňåx
      85. Was tut er?
      86. tun PR.3.ANIM frage etwas
      87. myr ňu ňun ňy
      Alles anzeigen

      Wörter wie "wissen" sind transitiv und können als zweites Objekt einen ganzen Satz haben. Enthält dieser Satz als Objekt eine Frage (durch "du" oder "ňun"), so wird durch den umschließenden Satz ausgedrückt, dass das Wissen die Antwort auf die Frage(n) im Objekt ist.
      Hilfsverben werden als transitive Verben angenommen, die als Objekt das modifizierte Verb haben.

      Bei Fragen gibt es auch eine Feinheit zu beachten, die in den obigen Beispielsätzen nicht zum Tragen kommt. Durch die Verfügbarkeit von "du" und "ňun" lassen sich mehrere Fragen in einem Satz verpacken.

      Quellcode

      1. Gehen wir nach Hause? Wenn ja, zu welchem?
      2. Gehen wir zu welchem Heim?
      3. janein gehen 2 PR.1 frage Heim
      4. du mubåx vym vå ňun xuvyr
      Natürlich lassen sich noch mehr Fragen gleichzeitig verpacken:

      Quellcode

      1. Geht wer zu welchem Heim?
      2. janein gehen frage Person frage Heim
      3. du mubåx ňun dåmy ňun xuvyr

      In einer Phrase steht der Fragepartikel grundsätzlich vor dem Element, das weiter spezifiziert werden soll.

      Quellcode

      1. Welche schnelle Person geht?
      2. gehen schnell frage Person
      3. mubåx vudå ňun dåmy
      4. Die gehende Person ist wie schnell?
      5. gehen frage schnell Person
      6. mubåx ňun vudå dåmy

      Die meisten Modifikatoren stehen vor dem Kopf einer Phrase. Nebensätze, die zu einer Phrase gehören, stehen aber hinter dem Kopf und werden durch den Nebensatzmarker "dum" angezeigt. Bei Nominalphrasen wird hierbei der Kopf der Nominalphrase als das Subjekt des Nebensatzes angenommen.
      Die Nebensätze zu Verbphrasen sind ein wenig ad-hoc – ich bin mir nicht sicher, dass das so wirklich funktioniert.

      "singen" und "tanzen" werden respektive als "gut reden" und "gut gehen" übersetzt. Ein Kind ist eine "neue Person". Ein Freund ist eine "gute Person".

      Wurmzwerge haben keine Augen – ihre ästhetischen Ansprüche beziehen sich hauptsächlich auf Hör- und Tastsinn.

      Die Steigerung von Adjektiven erfolgt über die Wiederholung des Adjektivs.

      Die wiederholte Verwendung von Anaphora bezieht sich grundsätzlich auf den selben Referenten. Das ist in der Übersetzung des Satzes "Er will nicht, dass er (selbst) das tut" besonders eindrucksvoll zu sehen.

      Die Vokabelliste ergänze ich später noch. Vielleicht mach ich auch noch eine Aufnahme von ein paar Beispielsätzen.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Ich hab den Babel-Text übersetzt. Was für ein Aufwand!

      Seit dem letzten Post ist Knarrstimme mit in UWZ gekommen, das heißt, es gibt jetzt doppelt so viele Konsonanten. Die Romanisierungen sind "y"→"ÿ", "å"→"o" und "u"→"ü". Ich überlege, ob ich stattdessen die Tremata nicht unter die Zeichen setze, dann könnte ich statt "o" auch "å̤" schreiben – andererseits müsste ich mich dann damit beschäftigen, wie ich den entsprechenden Dead Key einrichten kann und ich müsste außerdem "å" irgendwie auf eine Tastenkombi legen statt es über den Dead Key für das Kroužek zu generieren.
      Die originale Vokabelliste ist schon angepasst, der vorangegangene Post noch nicht.
      Die Vokabelliste wurde allerdings noch nicht mit den neuen Wörtern aus dieser Übersetzung ergänzt. Ich überlege sowieso, ob es sinnvoll ist, in dem Startbeitrag im Grunde alle Informationen zu UWZ zu sammeln, oder ob das nicht eher was für das "Du und Deine Welt – Präsentation"s-Forum wäre. Das scheint ja bisher noch gar keiner zu verwenden.

      Jeder der Absätze steht für einen Satz, wobei die einzelnen Zeilen (fast) vollständige Teilsätze sind. Meistens jedenfalls. So ungefähr eben. Zitierte Rede steht immer in einem Absatz, egal aus wie vielen Sätzen sie besteht – im UWZ ist das ja dann auch eigentlich nur ein Satz, der aus mehreren Sätzen mit Hilfe von Konjunktionen zusammen gesetzt wird.
      vÿx våxuryň mÿx dåmy bå vu movåm

      mubåx mÿx dåmy bym våmumyx dumyx ňu xåbåx xyň nå xüvyr ňu ňåx

      xå ňu movåm ňu
      mogu vå mådum vå gomådum

      dyr bur ňu våmudum
      xyň bur ňu xå mådum gomådum
      xyň bur ňu ňurur nå guňam xå mådum gomådum ňåx

      vuru movåm ňu
      mogu vå går vå vudum gomån xüvyr xå dunåx xüvyr
      bym dugår mÿx ňu vå
      xur bym dobå mÿx mÿgåm xå xüvum mubåx vå

      guryx dunåx dåmy vÿzun gomån xüvyr dum mågåm vudum ňu
      xyň dunåx xüvyr dum mågåm vudum ňu
      bym dobå xåmyň mmubåx dunåx dåmy

      bå xå vu movåm movåm ňu
      bym mÿr ňu ňåx
      bym duvågor ňu mÿx

      dobå xåmyň vuňur mubåx vå
      bym xur xugåryň vå ňu vu movåm
      bym xur xå vu movåm vÿzun ňu ňu

      xå mÿgåm xur ňodurur dunåx dåmy ňu
      xyň xur nå vyzyrom vudum ňu gomån xüvyr

      bym nå måňgar mÿx ňu ňåx båbyn

      xǎ mÿgåm xur ňodurur dunåx dåmy ňu
      Natürlich ist die ganze Geschichte in dieser Sprache vollkommen fiktional, da es zu Zeiten des Urwurmzwergischen eben genau eine Sprache gibt. Also nichts da mit Erzählungen davon wie es dazu kam, dass alle unterschiedliche Sprachen sprechen.

      Eine Erläuterung der Übersetzung folgt morgen. Hier ist, ohne weitere Kommentare, das Dokument, das ich zur Übersetzung benutzt habe:

      Quellcode

      1. Now the world had one language and a common speech.
      2. vergangen haben alles Person 1 nom reden
      3. vÿx våxuryň mÿx dåmy bå vu movåm
      4. As people moved eastward, they found a plain in Shinar and settled there.
      5. gehen alles Person deswegen neu fühlen{Sinn} PR.3.ANIM Höhle und ver Heim PR.3.ANIM PR.3.INAN
      6. mubåx mÿx dåmy bym våmumyx dumyx ňu xåbåx xyň nå xüvyr ňu ňåx
      7. They said to each other: "Come, let's make bricks and bake them thoroughly."
      8. adj PR.3.ANIM sagen PR.3.ANIM
      9. xå ňu movåm ňu
      10. bitten PR.1 backen PR.1 Lehm
      11. mogu vå mådum vå gomådum
      12. They used brick instead of stone, and tar for mortar.
      13. nicht benutzen PR.3.ANIM stein (etwas)
      14. dyr bur ňu våmudum (ňy)
      15. und benutzen PR.3.ANIM adj backen lehm (etwas)
      16. xyň bur ňu xå mådum gomådum (ňy)
      17. und benutzen PR.3.ANIM Teer ver zusammen adj backen lehm PR.3.INAN
      18. xyň bur ňu ňurur nå guňam xå mådum gomådum ňåx
      19. Then they said, “Come, let us build ourselves a city, with a tower that reaches
      20. to the heavens, so that we may make a name for ourselves; otherwise we will be
      21. scattered over the face of the whole earth.”
      22. dann reden PR.3.ANIM
      23. vuru movåm ňu
      24. bitten PR.1 für PR.1 bauen viel{un} Heim und tief Heim
      25. mogu vå går vå vudum gomån xüvyr xå dunåx xüvyr
      26. deswegen kennen alles PR.3.ANIM PR.1
      27. bym dugår mÿx ňu vå
      28. gegenteil deswegen dahin alles Welt adj Ort gehen PR.1
      29. xur bym dobå mÿx mÿgåm xå xüvum mubåx vå
      30. But the Lord came down to see the city and the tower the people were building.
      31. wollen tief Person hören viel{un} Heim nebensatz passiv bauen PR.3.ANIM
      32. guryx dunåx dåmy vÿzun gomån xüvyr dum mågåm vudum ňu
      33. und tief Heim nebensatz passiv bauen PR.3.ANIM
      34. xyň dunåx xüvyr dum mågåm vudum ňu
      35. deswegen dahin oben gehen tief Person
      36. bym dobå xåmyň mmubåx dunåx dåmy
      37. The Lord said, “If as one people speaking the same language they have begun to
      38. do this, then nothing they plan to do will be impossible for them. Come, let
      39. us go down and confuse their language so they will not understand each other.”
      40. reden tief Person
      41. 1 adj nom reden reden PR.3.ANIM (etwas)
      42. bå xå vu movåm movåm ňu (ňy)
      43. deswegen tun PR.3.ANIM PR.3.INAN
      44. bym mÿr ňu ňåx
      45. deswegen können PR.3.ANIM alles
      46. bym duvågor ňu mÿx
      47. reden tief Person
      48. dahin oben imperativ gehen PR.1
      49. dobå xåmyň vuňur mubåx vå
      50. deswegen Gegenteil lehren PR.1 PR.3.ANIM nom reden
      51. bym xur xugåryň vå ňu vu movåm
      52. deswegen Gegenteil adj nom reden hören PR.3.ANIM PR.3.ANIM
      53. bym xur xå vu movåm vÿzun ňu ňu
      54. So the Lord scattered them from there over all the earth, and they stopped
      55. building the city.
      56. adj Welt gegenteil sammeln tief Person PR.3.ANIM
      57. xå mÿgåm xur ňodurur dunåx dåmy ňu
      58. und gegenteil ver fertig bauen PR.3.ANIM viel{un} heim
      59. xyň xur nå vyzyrom vudum ňu gomån xüvyr
      60. That is why it was called Babel—because there the Lord confused the language
      61. of the whole world.
      62. deswegen ver Name alles PR.3.ANIM PR.3.INAN Babel
      63. bym nå måňgar mÿx ňu ňåx båbyn
      64. From there the Lord scattered them over the face of the whole earth.
      65. adj Welt gegenteil sammeln tief Person PR.3.ANIM
      66. xǎ mÿgåm xur ňodurur dunåx dåmy ňu
      Alles anzeigen
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange () aus folgendem Grund: Man muss vorsichtig sein, was Übersetzungen bedeuten – wenn man sich zuerst eine Übersetzung für "fühlen" macht, die emotional verstanden werden soll, sollte man das auch dazu schreiben und dann nicht unreflektiert einfach diese Vokabel verwenden, wenn man eigentlich "fühlen" im Sinne von Tastsinn meint.

    • Es musste natürlich noch was korrigiert werden. "entdecken" habe ich als "neu fühlen" übersetzt, was sich natürlich auf den Tastsinn bezieht. Nun ist das Verb "fühlen", das ich da schon in der Vokabelliste hatte, aber zur Übersetzung für den Satz "Wie geht es dir?" also "frage fühlen du" gemacht worden, also ging es hier um das emotionale Fühlen. Und solche Homonyme darf ich beim Sprachbasteln nicht einfach unreflektiert übernehmen – andere schon, wenn sie wollen, ich aber nicht.

      Weltraumschlange schrieb:

      Now the world had one language and a common speech.
      vergangen haben alles Person 1 nom reden
      vÿx våxuryň mÿx dåmy bå vu movåm
      Ich denke, das dürfte an sich recht gut verständlich sein.

      Weltraumschlange schrieb:

      As people moved eastward, they found a plain in Shinar and settled there.
      gehen alles Person deswegen neu fühlen{Sinn} PR.3.ANIM Höhle und ver Heim PR.3.ANIM PR.3.INAN
      mubåx mÿx dåmy bym våmumyx dumyx ňu xåbåx xyň nå xüvyr ňu ňåx
      Hier bin ich noch ein wenig unzufrieden. "moved eastward" erfordert ja Himmelsrichtungen oder ein Äquivalent, das haben die Wurmzwerge aber zu dieser Zeit nicht. Es gibt keinen Himmel, keine Sonne, keine globale Möglichkeit sich zu orientieren. Technische Möglichkeiten haben sie nicht, also sind globale Richtungen für sie einfach keine Sache. Ich weiß, Aborigines wissen auch wenn sie unter der Erde sind wo Osten ist, aber ich gehe mal davon aus, dass sie da immer noch die Referenz aus ihrer Vergangenheit brauchen, als sie noch am Himmel sehen konnten, wo Osten ist.
      Eigentlich müsste ich "gehen" hier irgendwie markieren, dass klar wird, dass alle Leute zusammen zu einem Ort gehen. Hab ich aber nicht gemacht, da der Kontext anders auch gar keinen Sinn ergibt.

      Weltraumschlange schrieb:

      They said to each other: "Come, let's make bricks and bake them thoroughly."
      adj PR.3.ANIM sagen PR.3.ANIM
      xå ňu movåm ňu

      bitten PR.1 backen PR.1 Lehm
      mogu vå mådum vå gomådum
      "sagen" sollte eigentlich "reden" sein, aber was solls…
      "reden" ist transitiv – das Subjekt ist der Redner, das Objekt das Gesagte. Ein Adressat wird also am Verb durch die Adjektivierung des Adressaten markiert.
      "bitten" ist ebenfalls transitiv, da das Objekt als Satz ja schon die Information enthält, wer da um etwas gebeten wird. Hier bitten die Sprecher sich selbst – dass es mehrere sind, die hier mit dem Pronomen der ersten Person angesprochen werden, ist aus dem Kontext schon klar. Selbiges gilt natürlich auch für die Pronomen in der dritten Person vorher, daher wird das auch dort nicht extra markiert – wurde ja niemand im Singular erwähnt.
      "Ziegel" sind einfach "gebackener Lehm" im UWZ, da wäre es ja irgendwie schon sehr doppelt, wenn gesagt würde "lasst uns gebackenen Lehm machen und den ordentlich backen", daher wird einfach "lasst uns Lehm backen" gesagt.
      Die Konstruktion "bitten PR.1 Verb PR.1 ..." steht natürlich für "lasst uns".

      Weltraumschlange schrieb:

      They used brick instead of stone, and tar for mortar.
      nicht benutzen PR.3.ANIM stein (etwas)
      dyr bur ňu våmudum (ňy)

      und benutzen PR.3.ANIM adj backen lehm (etwas)
      xyň bur ňu xå mådum gomådum (ňy)

      und benutzen PR.3.ANIM Teer ver zusammen adj backen lehm PR.3.INAN
      xyň bur ňu ňurur nå guňam xå mådum gomådum ňåx
      Anders ausgedrückt: "Sie benutzten keinen Stein und sie benutzten Ziegel (um irgendetwas zu tun) und sie benutzten Teer um die Ziegel aneinander zu kleben."
      Hierbei ist, denke ich, besonders dieser Teil hier interessant:
      ver zusammen adj backen lehm PR.3.INAN
      Worauf sich hier das "PR.3.INAN" bezieht ist nicht ganz offensichtlich, allerdings sind die Ziegel das einzige in der näheren Umgebung, woran man Ziegel vielleicht mit der Hilfe von Teer zusammen kleben könnte. Die Steine verwenden sie ja gar nicht und Ziegel mit Hilfe von Teer and Teer zu kleben ist schon so ungewöhnlich, dass man das wahrscheinlich dann doch eher explizit erwähnen würde.

      Weltraumschlange schrieb:

      Then they said, “Come, let us build ourselves a city, with a tower that reaches
      to the heavens, so that we may make a name for ourselves; otherwise we will be
      scattered over the face of the whole earth.”
      dann reden PR.3.ANIM
      vuru movåm ňu

      bitten PR.1 für PR.1 bauen viel{un} Heim und tief Heim
      mogu vå går vå vudum gomån xüvyr xå dunåx xüvyr

      deswegen kennen alles PR.3.ANIM PR.1
      bym dugår mÿx ňu vå

      gegenteil deswegen dahin alles Welt adj Ort gehen PR.1
      xur bym dobå mÿx mÿgåm xå xüvum mubåx vå
      Hier ist wieder die Konstruktion von Leuten, die sich selbst um was bitten. Städte kennen sie nicht, also sind das einfach nur viele Heimstätten (Häuser in dem Sinne haben sie ja auch nicht – wozu?) und Türme erst recht nicht, also ist das ein besonders tiefes Heim – im Gegensatz zu unserer Vorstellung gehen große Dinge bei Zwergen jeglicher Art eher tief als hoch.
      Das "gegenteil deswegen" steht für "sonst". Ich glaube, hier ist wieder ein Fehler – "alles Welt" sollte, denke ich, eigentlich "alles adj Welt" sein und das "adj Ort" muss weg. Keine Ahnung, was mich hier geritten hat.

      Weltraumschlange schrieb:

      But the Lord came down to see the city and the tower the people were building.
      wollen tief Person hören viel{un} Heim nebensatz passiv bauen PR.3.ANIM
      guryx dunåx dåmy vÿzun gomån xüvyr dum mågåm vudum ňu

      und tief Heim nebensatz passiv bauen PR.3.ANIM
      xyň dunåx xüvyr dum mågåm vudum ňu

      deswegen dahin oben gehen tief Person
      bym dobå xåmyň mmubåx dunåx dåmy
      Ganz ähnlich zum "tiefen Heim" ist der Lord natürlich eine "tiefe Person", wobei mir gerade einfällt, dass ich vielleicht eine Unterscheidung zwischen "tief{Ausdehnung}" und "tief{lokal}" machen sollte – wie auch immer, das spielt hier keine Rolle, da in diesem Fall sowieso "tief{Ausdehnung}" zum Tragen kommt.
      Und wieder einmal habe ich mich von vereinfachten Analogien zum Deutschen verleiten lassen: Natürlich sollte, wenn die "tiefe Person" sich die Stadt zu Gemüte führen möchte, sie nicht hören, sondern fühlen.
      Die Struktur des Satzes wurde umgekehrt, da der Grund für eine Handlung, sofern in einem Satz zusammen mit der Handlung ausgedrückt, immer vorne steht. Es heißt also eher: "Gott will die Stadt, die von ihnen gebaut wird und den Turm, der von ihnen gebaut wird, fühlen, deswegen kommt er nach oben."

      Weltraumschlange schrieb:

      The Lord said, “If as one people speaking the same language they have begun to
      do this, then nothing they plan to do will be impossible for them. Come, let
      us go down and confuse their language so they will not understand each other.”
      reden tief Person
      1 adj nom reden reden PR.3.ANIM (etwas)
      bå xå vu movåm movåm ňu (ňy)

      deswegen tun PR.3.ANIM PR.3.INAN
      bym mÿr ňu ňåx

      deswegen können PR.3.ANIM alles
      bym duvågor ňu mÿx
      Urgh, wieder was vergessen… Nach dem ersten Gloss in diesem Satz ist ja gar keine Übersetzung! Das würde dann "movåm dunåx dåmy" heißen. Der selbe Blödsinn ist mir im nächsten Satz auch passiert.
      Die gesamte Rede hier wurde in einen, durch Konjunktionen verbundenen, Satz gepackt.
      "adj nom reden" ist der Modifikator, der uns anzeigt, dass das zweite "reden" sich auf Sprachen bezieht, und zwar genau eine davon. Was genau da gesprochen wird ist ja irrelevant, bzw. daher ersichtlich, dass es hier ja um alles Geredete überhaupt geht.
      "Sie reden in einer Sprache, deswegen tun sie das, deswegen können sie alles." Ich lass das mal so stehen, wir sind ja nicht wegen der Religionskritik hier. ;)

      Weltraumschlange schrieb:

      reden tief Person
      dahin oben imperativ gehen PR.1
      dobå xåmyň vuňur mubåx vå

      deswegen Gegenteil lehren PR.1 PR.3.ANIM nom reden
      bym xur xugåryň vå ňu vu movåm

      deswegen Gegenteil adj nom reden hören PR.3.ANIM PR.3.ANIM
      bym xur xå vu movåm vÿzun ňu ňu
      Ich hab mich entschieden, die wörtliche Rede in zwei Teile zu teilen. Ich denke, das entspricht eher dem Sprachstil, den ein Wurmzwerg zur entsprechenden Zeit tatsächlich verwenden würde.
      Wieder der selbe Blödsinn und wieder der selbe Fix: Da gehört ein "movåm dunåx dåmy" an den Anfang.
      Die "tiefe Person" ist ein wenig autoritärer, deswegen verwendet er nicht "bitten PR.1 dahin oben gehen PR.1", wie es die Wanderer vielleicht tun würden, sondern sie verwendet den Imperativ.
      Urgh, schon wieder ein Fehler. Das erste "deswegen" sollte eher ein "und" sein, oder vielleicht auch ein "dann". Ein "deswegen" ist auf jeden Fall falsch, da ja nach oben gegangen wird, um dann zu verwirren, der Grund ist also der zweite Teil der wörtlichen Rede. "gegenteil lehren" ist "verwirren", und "lehren" ist ditransitiv – "lehren [wer] [wem] [was]".
      Da der dritte Teil ist allerdings eine Folge des zweiten Teils, also ist das so richtig – "verstehen" wird jetzt hier mal als "sprachlich hören" übersetzt, man könnte sicher noch ein "adj kennen" als Modifikator einschieben, wenn man sicher gehen will. Das "gegenteil" sollte eigentlich direkt vor "hören" stehen.

      Weltraumschlange schrieb:

      So the Lord scattered them from there over all the earth, and they stopped
      building the city.
      adj Welt gegenteil sammeln tief Person PR.3.ANIM
      xå mÿgåm xur ňodurur dunåx dåmy ňu
      Ich kann hier jetzt nicht viel erläutern. Hat jemand Fragen?

      Weltraumschlange schrieb:

      That is why it was called Babel—because there the Lord confused the language
      of the whole world.
      deswegen ver Name alles PR.3.ANIM PR.3.INAN Babel
      bym nå måňgar mÿx ňu ňåx båbyn
      Ups, da habe ich einfach mal den zweiten Teil des Satzes vergessen. Der erste Teil des Satzes wäre "gegenteil lehren tief{Ausdehnung} Person alles Welt nom reden" – "xur xugåryň dunåx dåmy mÿx mÿgam vu movåm".
      "Babel" habe ich so direkt wie möglich als "båbyn" transkribiert – ich denke, das ist am Original dran.

      Ich habe das bisher immer ausgelassen, da ich denke, dass es eigentlich selbstverständlich ist, aber ich kann mir auch vorstellen, dass das vielleicht gar nicht stimmt, also hier explizit:
      Ich würde mich sehr über Fragen, Kritik und Korrekturen freuen! Sind Teile der Grammatik unklar? Habt ihr Fehler in meiner Übersetzung entdeckt? Sind Teile der Übersetzung vielleicht auf fatale Weise doppeldeutig? Sint vielleicht Adjektivierungen/Verbisierungen/Nominalisierungen uneindeutig (so wie im Unterschied zwischen den Nominalisierungen von "Brauer" und "Brauerei" aus dem Verb "brauen")?
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Ich denke es ist an der Zeit, wieder mal ein wenig zu formalisieren, was ich vielleicht vor der ganzen Übersetzungsarbeit hätte tun sollen. Aber ohne die ganze Übersetzungsarbeit wäre ich wahrscheinlich nicht auf diese Ideen gekommen.

      Adverben
      können in UWZ in zwei Formen auftreten:
      1. Durch den Adverb-Marker "mu" /mu/ – dieser wird einfach dem entsprechenden Wort vorangestellt und wandelt es damit in ein Adverb um.
      2. Durch das Einfügen eines Nebensatzes, wobei dann der Nebensatz die Rolle eines Adverbs einnimmt. Das Wort, an den der Nebensatz angehängt wird, wird dann durch den Satz modifiziert.
      Hierbei ist zu beachten, dass die Umwandlung in ein Adverb nur notwendig ist, falls ein Modifikator selbst modifiziert werden soll. In einer Verphrase dürfen Modifikatoren jeglicher Art ohne Einschränkung verwendet werden, bzw. wäre der Adverb-Marker für Modifkatoren des Prädikats sogar falsch.

      Quellcode

      1. Eine schnell bauende Person isst Käfer und Pilz.
      2. essen adv schnell adj bauen Person Käfer und Pilz
      3. xåryň mu vudå xå vudum dåmy båryň xyň våňå
      oder auch

      Quellcode

      1. Eine schnell bauende Person isst Käfer und Pilz
      2. essen adj bauen NEB sein schnell Person Käfer und Pilz
      3. xåryň xå vudum dum byx vudå dåmy båryň xyň våňå

      Adjektivierung
      Eine Adjektivierung kann entweder unspezifisch durch das Partikel "xå" /ʁɒ/ erfolgen, oder durch das Voranstellen einer Präposition.

      Quellcode

      1. Das ist mein Heim
      2. sein PR.3.INAN von{Genitiv} PR.1 Heim
      3. byx ňåx nür vå xüvyr
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Ich habe vorerst genug von UWZ. Also, eigentlich nicht und ich arbeite gerne weiter dran, aber ich denke, es bringt nicht viel, hier jetzt jeden weiteren Schritt zu kommentieren. Ich werd mich da als nächstes mit alltäglichen Aussprüchen beschäftigen, aber dafür muss ich ja auch erst einmal den Alltag früher Wurmzwerge basteln.

      Deswegen gibt erst einmmal

      Die koboldische Sprachfamilie – Urkoboldisch

      Kobolde sind sehr aktive und unkonzentrierte Wesen. Sie haben sich gegenseitig viel zu erzählen, doch ist es abwegig zu erwarten, sie würden vor statt während des Sprechens denken. Entsprechend ist ihre Sprache gestaltet: sie nennen die Dinge in der Reihenfolge, in denen sie ihnen einfallen. Eine feste Satzstellung gibt es in einer von Kobolden gesprochenen Sprache entweder nicht, oder sie wird schnell wieder verschliffen.
      Zum Ausgleich sind die entsprechenden Sprachen stark inflektierend oder agglutinierend.
      Das Urkoboldische (ab jetzt UK) ist natürlich keine Ausnahme.

      Phonetik
      UK hat die Konsonanten
      /p b t d k g m n ŋ ɸ β s z ʃ ʒ ɕ ʑ ɹ l/
      und die Vokale
      /i y u e ɵ o ə a/.

      Als weiterer Laut kommt der Zungenschlag gegen den Mundboden dazu, der weder ein Vokal noch ein Konsonant ist – diese sind über ihren Einfluss auf den Luftstrom definiert, der Zungenschlag modifiziert den Luftstrom aber nicht, sondern erzeugt den Ton auf andere Weise. Der Zungenschlag ist kein Klicklaut, auch wenn er von den meistens (in der Realität so weit ich weiß) nach dem Klicklaut /!/ gebildet wird. Das offizielle Symbol aus der erweiterten IPA-Tabelle ist /¡/.
      Die Aussprache von /¡/ kann sich zeitlich mit der Aussprache eines Vokals überschneiden und tut das in UK auch.

      Die IPA-Tabelle mit Ton ist ja bereits im Eingangspost verlinkt. Diese enthält leider keine Töne aus dem erweiterten IPA. So wie ich das verstanden habe, enthält das auch hauptsächlich Symbole für Töne, die in der Betrachtung von Sprachfehlern eine Rolle spielen.

      Phonotaktik
      Die Silbenformen in UK sind ein wenig komplexer als in UWZ.

      Quellcode

      1. C=pbtdkgmnŋɸβszʃʒɕʑɹl
      2. V=iyueɵoəa
      3. T=ptk
      4. D=bdg
      5. P=pb
      6. Z=βzʒʑɹl
      7. S=ɸʃsɕɹl
      8. L=ɹl
      9. R=tdnɹl
      10. N=mɳn
      11. CV
      12. TSV
      13. DZV
      14. VLN
      15. R¡V
      16. PL¡V
      Alles anzeigen


      Wörter bestehen aus einer bis vier Silben. Konsonanten vor einem /^/ werden in einen Retroflex umgewandelt. Damit gibt es die Allophone [t ʈ] [d ɖ] [n ɳ] [ɹ ɻ] [l ɭ].

      Romanisierung
      /p/ – p
      /b/ – b
      /t/ – t
      /d/ – d
      /k/ – k
      /g/ – g
      /m/ – m
      /n/ – n
      /ŋ/ – ň
      /ɸ/ – f
      /β/ – v
      /s/ – s
      /z/ – z
      /ʃ/ – š
      /ʒ/ – ž
      /ɕ/ – ś
      /ʑ/ – ź
      /ɹ/ – r
      /l/ – l
      /¡/ – '
      /i/ – i
      /y/ –y
      /u/ – u
      /e/ – e
      /ɵ/ _ ö
      /o/ – o
      /ə/ – · (das Schwa ist ja recht unauffällig, da halte ich ein kleines Symbol, das nicht leicht mit einem anderen Buchstaben verwechselt wird, für angebracht)
      /a/ – a
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()

    • Interjektionen

      Wenn ein Kobold beim Sprechen festhängt, "singt" er häufiger mit dem Zungenschlag.



      Grammatik
      Wenn ich grammatische Begriffe falsch verwende, oder ungewöhnlich wenn es besser geeignete gibt, dann sagt mir bitte Bescheid!

      UK ist eine Sprache mit wenigen Verben – nicht unbedingt in der Zahl, dafür aber im Gebrauch. Viele Sätze bestehen tatsächlich nur aus deklinierten Substantiven, Demonstrativen und Pronomen, einige mehr lassen sich mit Adjektiven bilden.

      Die erste koboldische Kultur bestreitet ihr Leben als Jäger und Sammler – Ackerbau existiert nicht und Handwerk spielt eine untergeordnete Rolle. Die Kobolde interessieren sich in der Konsequenz hauptsächlich für Objekte und ihre Beziehungen zueinander, nicht so sehr für Tätigkeiten, ganz im Gegensatz zu den Wurmzwergen, die von Anfang an Handwerk und Pilzanbau betreiben, und denen die Jagd völlig fremd ist.

      Da ich gerade unterwegs bin und keine Vokabelliste habe, werden alle Übersetzungen erst einmal nur als Gloss angeboten.

      Geschlecht
      UK kennt die grammatischen Geschlechter Person, Tier, Pflanze, Objekt, Masse und Abstrakt. Diese sind zum größten Teil vollkommen offensichtlich.
      Teile eines Ganzen (wie Körperteile) haben Objekt-Geschlecht, nicht-sichtbare Gase haben Abstrakt-Geschlecht, Sonne und Mond haben Person-Geschlecht, Sterne existieren auf Falranda (noch?) nicht.

      Adjektive stimmen mit ihrem Substantiv im Geschlecht überein.

      Kausale Fälle
      Kausativ – der Fall eines Verursachers. Bei normalerweise intransitiven Tätigkeiten wäre dies etwas, das die Tätigkeit motiviert.
      Resultiv – der Fall, um das Resultat einer Aktion zu markieren. Bei einer normalerweise intransitiven Tätigkeit wäre dies etwas, das die Tätigkeit ausführt.
      Reflexiv – dies ist eine Verbindung von Kausativ und Resultiv und wird durch die Nullmarkierung angezeigt. Soll ein Substantiv mit Reflexiv und einem anderen Fall gleichzeitig belegt werden (zum Beispiel, weil ich irgendwo hin gehe, während ich etwas besitze), muss es zwei mal auftauchen: einmal unmarkiert für den reflexiven Fall und einmal markiert für alle anderen Fälle.

      "Ich backe Brot"
      würde man über den Gloss
      "KAUSATIV-ich RESULTIV-Brot"
      übersetzen. Natürlich wird hierbei nicht klar, dass ich das Brot gebacken habe, aber wichtig ist ja auch nur, dass ich das Brot irgendwie hergestellt habe. Da "ich" in dem Satz vorne steht, wird auch betont, dass ich das Brot gemacht habe, ich hätte gerne Anerkennung dafür. Um mitzuteilen, dass das Brot jetzt fertig ist, würde man wohl eher
      "RESULTIV-Brot" sagen, oder, wenn man darauf besteht, auch "RESULTIV-Brot KAUSATIV-ich".

      Adjektive einer Nominalphrase werden mit dem Resultiv markiert, wenn die Eigenschaft Resultat der beschriebenen Aktion ist.
      "Ich schneide dir die Kehle durch!" würde man ungefähr als "RESULTIV-geschnitten-OBJEKT RESULTIV-POSSESSIV-Kehle KAUSATIV-ich POSSESSOR-du" schreien. Wieder auf die Reihenfolge achten: die aufgeschlitzte (oder auch zerfetzte, so genau nehmen die Kobolde das nicht zu der Zeit) Kehle steht ganz im Vordergrund mit ganz besonderer Betonung auf dem unerfreulichen Zustand. Als nächstes weist der Schreiende hier auf seine Beteiligung hin, was das Ganze ein gutes Stück persönlicher macht. Zuletzt wird klar gemacht, dass es um die Kehle des Adressaten geht, falls das noch nicht klar war.

      Man könnte sicher auch sagen, dass der Marker für das Resultiv Adjektive in Verben umwandelt, aber ich glaube, dass da die enge Beziehung zum entsprechenden Substantiv nicht so leicht zu verstehen wäre.

      Zum Reflexiv findet sich ein Beispiel bei den lokativen Fällen, wo es sich natürlicher einfügt.

      Lokative Fälle
      6 Fälle beziehen sich auf den Ort, hier dargestellt durch Präpositionen oder ähnliches:
      Adessiv – bei
      Ablativ – weg von
      Egressiv – ausgehend von
      Lativ – hin zu
      Perlativ – entlang, durch
      Aversiv – vermeidend

      "Sie geht zum Fluss" wäre also so etwas wie "LATIV-Fluss PRONOMEN.3.PERSON". Das Pronomen steht hier übrigens im reflexiven Fall.

      Dazu im Kontrast steht, was ein liebeskranker Kobold seinem Schwarm vorsäuseln könnte: "Mein Herz zieht mich zu dir", "LATIV-du KAUSATIV-POSSESSIV(I)-Rumpf POSSESSOR(I)-ich". Hier wird von "Rumpf" gesprochen, da Gefühle in Herz und Magen gleichzeitig verortet werden und zusätzlich weil Liebe und Kuscheln für Kobolde eng verbunden sind.

      Besitzanzeigende Fälle
      Unabdingbarer Possessiv – für Körperteile, Eltern, Kinder und Geschwister (geglosst mit POSSESSIV(I)
      Possessiv – für anderen Besitz
      Ornativ – für getragene Kleidung und Werkzeuge sowie für den Kontrast zwischen als richtig (Possessiv) und als falsch (Ornativ) verstandener Zugehörigkeit.
      Unabdingbarer Possessor
      Possessor
      Benefaktiv – Gegenstück zum Ornativ

      Ein Beispiel für den unabdingbaren Possessiv steht ja schon bei den kausalen Fällen.

      "Das Brot ist für dich" ist "POSSESSOR-du POSSESSIV-Brot". "Er hat mein Brot weggenommen" wäre dagegen "POSSESSIV-ORNATIV-Brot POSSESSOR-ich BENEFAKTIV-PRONOMEN.3.PERSON". Die Fall-Marker an "Brot" lassen sich nach gewünschtem Fokus auch vertauschen, genau wie die Phrasen des Satzes.

      "Ich trage den Dolch vom Dorf in den Wald" ist "ORNATIV-Dolch LATIV-Baum-KOLLEKTIV EGRESSIV-Hütte-KOLLEKTIV BENEFAKTIV-ich".

      Ich denke, dabei belasse ich es vorerst, auch wenn es noch mehr Fälle gibt.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Weltraumschlange schrieb:

      "Ich schneide dir die Kehle durch!" würde man ungefähr als "RESULTIV-geschnitten-OBJEKT RESULTIV-POSSESSIV-Kehle KAUSATIV-ich POSSESSOR-du" schreien.
      Der OBJEKT-Marker steht nur beim Adjektiv, weil das Wort "Kehle" sowieso schon dieser Klasse angehört, richtig?

      Weltraumschlange schrieb:

      "LATIV-du KAUSATIV-POSSESSIV(I)-Rumpf POSSESSOR(I)-ich"
      Dabei scheint die Information des "Ziehens" verlorenzugehen - es könnte ja auch ein Schieben sein, oder ein zerren, drücken, wehen, hinbefehlen (?), werfen...

      Weltraumschlange schrieb:

      Hier wird von "Rumpf" gesprochen, da Gefühle in Herz und Magen gleichzeitig verortet werden und zusätzlich weil Liebe und Kuscheln für Kobolde eng verbunden sind.
      :aww:

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Der OBJEKT-Marker steht nur beim Adjektiv, weil das Wort "Kehle" sowieso schon dieser Klasse angehört, richtig?
      Exakt.

      Jundurg schrieb:

      Dabei scheint die Information des "Ziehens" verlorenzugehen - es könnte ja auch ein Schieben sein, oder ein zerren, drücken, wehen, hinbefehlen (?), werfen...
      Auch richtig! Wenn man Wert auf den Unterschied zwischen schieben legt, könnte man den Rumpf noch mit Ablativ oder Lativ versehen, was dann aber in diesem Kontext sicher Stirnrunzeln bewirken würde. Die Metapher funktioniert dann nicht mehr.

      "Werfen" gebraucht dann "PERLATIV-Luft", "wehen" "INSTRUMENTAL-Luft" und für "befehlen"... da bin ich mir noch nicht sicher.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Ein Wort zur Strenge der Regeln
      Es ist in UK grundsätzlich erlaubt, ein Affix fallen zu lassen, wenn danach die Bedeutung noch erkennbar ist. Also, was heißt "es ist erlaubt", die Sprecher tun es eben intuitiv – Zweideutigkeit hat jedoch einen Anklang von Lächerlichkeit, was nicht unbedingt als negativ aufgefasst wird.

      "RESULTIV-geschnitten-OBJEKT RESULTIV-POSSESSIV-Kehle KAUSATIV-ich POSSESSOR-du" lässt sich also verkürzen zu "RESULTIV-geschnitten POSSESSIV-Kehle ich POSSESSOR-du". "-OBJEKT" kann wegfallen, da das Adjektiv nur zum folgenden Substantiv gehören kann, der Resultiv am Subjekt ist schon am zugehörigen Adjektiv markiert und mit dem existierendem Resultiv und keiner implizierten intransitiven Aktion kann der Kausativ durch den Reflexiv ersetzt werden.

      Instrumentale Fälle

      Diese Liste kommt mir eher wie eine Fortsetzung der kausalen Fälle vor.
      Instrumental – markiert als Werkzeug oder Mittel, mit dem eine Tätigkeit ausgeführt wird.
      Instruktiv – markiert einen Zustand, der eine Tätigkeit begünstigt oder ermöglicht.
      Komitativ – ersetzt die Konjunktion mit dem Resultiv. Mit dem Reflexiv bedeutet es gegenseitige Aktion.
      Soziativ – ersetzt die Konjunktion mit dem Kausativ. Mit dem Reflexiv bedeutet es gemeinsame Aktion.
      Abessiv – bedeutet das Fehlen eines üblichen Werkzeuges.
      Adverbial – markiert als Rolle des Kausativ/Reflexiv.
      Translativ – markiert die Form des Resultiv nach Ende der Tätigkeit. Der Resultiv selbst markiert dann natürlich die Form vor der Tätigkeit. Vielleicht sollte ich den Resultiv dann doch Objektiv nennen. Hrm. Vorerst bleibe ich beim Resultiv.

      "Mit dem Messer schneide ich die Früchte" hat die Form "INSTRUMENTAL-Messer RESULTIV-Frucht-PLURAL RESULTIV-geschnitten-OBJEKT KAUSATIV-ich". Der Resultiv an "Frucht" kann definitiv fallen gelassen werden. Dann kann entweder die Objektmarkierung an "geschnitten" oder der Kausativ an "ich" ausgelassen werden. Würde man beides weg lassen, würde ich entweder mich selbst oder die Früchte schneiden.


      "Mit Ruhe fängt man Fische"
      "INSTRUKTIV-Ruhe ABLATIV-Wasser RESULTIV-Fisch"
      Also direkt übersetzt: "Mit Ruhe den Fisch aus dem Wasser"

      "Er schneidet Fleisch ohne Messer"
      "ABESSIV-Messer-INDEFINIT KAUSATIV-er RESULTIV-geschnitten-OBJEKT RESULTIV-Fleisch"
      Das bedeutet so viel wie "Er ist ein Widerling, dem es auch zuzutrauen ist, unser Essen rücksichtslos anzusabbern."
      Ein Substantiv ist, ohne den INDEFINIT-Marker grundsätzlich in seiner definiten Form. "Fleisch"hat das grammatische Geschlecht Masse, hier wird keine Unterschied zwischen definit und indefinit gemacht.

      "Ich bin ein Freund"
      "ADVERBIAL-Freund-INDEFINIT ich"

      "Er macht Brot aus Samen, Früchten und Wasser."
      "TRANSLATIV-Brot RESULTIV-Samen-PLURAL KOMITATIV-Frucht-PLURAL KOMITATIV-Wasser"


      Das waren jetzt auch alle Fälle – 21 sind es insgesamt.
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()

    • Ich hoffe ja, dass ich hier nicht zu häufig poste.

      Hervorhebung
      Der Hervorhebungspartikel "kr·" /kɹə/ kann an vor einem Morphem eingefügt werden, um diesem zusätzliches Gewicht zu verleihen.
      Vor dem Lativ verändert es die eher unbestimmte Bedeutung "hin" in ein definitives "hinein". Äquivalent wird auch der Adessiv modifiziert. Kausativ, Reflexiv und Resultiv werden zu imperativen Formen – am Kausativ ist der Imperativ zwingender, am Resultiv eher bittend.

      Ein Kobold mit gebrochenen Fingern bittet darum, gefüttert zu werden:
      "EMPH-RESULTIV-Essen LATIV-POSSESSIV(I)-Rumpf POSSESSOR(I)-ich" – "kr·-nö-mašne le-n'o-bor· n'a-f·"
      Ein Scherzbold legt ihm ein Stück Fleisch auf die Brust.
      "EMPH-RESULTIV-Essen EMPH-LATIV-POSSESSIV(I)-Rumpf POSSESSOR(I)-ich" – "kr·-nö-mašne kr·–le-n'o-bor· n'a-f·"
      Die erste Bitte war übrigens durchaus nicht unüblich, lässt aber eben Platz für (absichtliche) Fehlinterpretation.

      Die jetzt fertigen Übersetzungen früherer Beispiele folgen heute Abend.
      Weltraumschlangen! :fluecht:
    • Hier ist nochmal die Liste aller Fälle mit Abkürzung und dem entsprechendem Präfix:

      Quellcode

      1. Kausativ KAU me-
      2. Resultiv RES nö-
      3. Adessiv ADE l'e-
      4. Ablativ ABL elm-
      5. Egressiv EGR ilm-
      6. Lativ LAT le-
      7. Perlativ PER źna-
      8. Aversiv AVE ·ln-
      9. Possessiv POSI no-
      10. Possessiv(I) POSI(I) n'o-
      11. Ornativ ORN lo-
      12. Possessor POSO na-
      13. Possessor(I) POSO(I) n'a-
      14. Benefaktiv BEN la-
      15. Instrumental INM te-
      16. Instruktiv INK da-
      17. Komitativ KOM śa-
      18. Soziativ SOZ ze-
      19. Abessiv ABE ru-
      20. Adverbial ADV arm-
      21. Translativ TRA kö-
      Alles anzeigen

      Andere Affixe sind die folgenden Suffixe – dies sind nicht alle, sondern nur die, die für die Beispielsätze benötigt werden:

      Quellcode

      1. Objekt OBJ -ge
      2. Kollektiv KOL -bl'a
      3. Plural PLU -pl'i
      4. Indefinit IND -n·
      Das Lexikon lasse ich jetzt aus – die Übersetzung steht ja direkt im Gloss.

      Quellcode

      1. RES-Brot KAU-ich
      2. nö -ormňu me -f·
      3. nöormňu mef·
      4. Das Brot gemacht habe ich
      5. RES-geschnitten-OBJ RES-POSI(I)-Kehle KAU-ich POSO(I)-du
      6. nö -śraki -ge nö -n'o -gaňu me -f· n'a -ve
      7. nöśrakige nön'ogaňu meg· n'ave
      8. Die Kehle schneide ich dir durch
      9. RES-geschnitten POSI(I)-Kehle ich POSO(I)-du
      10. nö -śraki n'o -gaňu f· n'a -ve
      11. nöśraki n'ogaňu f· n'ave
      12. Die Kehle schneide ich dir durch
      13. ADE-Fluss PR.3.PER
      14. l'e-plyźa va
      15. l'eplyźa va
      16. Am Fluss ist er/sie
      17. LAT-du KAU-POSI(I)-Rumpf POSO(I)-ich
      18. le -ve me -n'o -bor· n'a -f·
      19. leve men'obor· n'af·
      20. Zu dir mein Rumpf mich bewegt
      21. POSO-du POSI-Brot
      22. ma -ve no -ormňu
      23. mave noormňu
      24. Das ist dein Brot
      25. POSI-ORN-Brot POSO-ich BEN-PR.3.PER
      26. no -lo -ormňu na -f· la -va
      27. noloormňu naf· lava
      28. Das Brot mein hat er/sie geklaut
      29. ORN-Dolch LAT-Baum-KOL EGR-Hütte-KOL BEN-ich
      30. lo -ślyt· le -ylm -bl'a ilm-fynra-bl'a la -f·
      31. loślyt· leylmbl'a ilmfynrabl'a laf·
      32. INM-Messer RES-Frucht-PLU RES-geschnitten-OBJ KAU-ich
      33. te -naňri nö -l'aśma-pl'i nö -śraki -ge me -f·
      34. tenaňri nöl'aśmapl'i nöśrakige mef·
      35. INM-MESSER Frucht-PLU RES-geschnitten-OBJ ich
      36. te -naňri l'aśma-pl'i nö -śraki -ge f·
      37. tenaňri l'asmapl'i nöśrakige f·
      38. INK-Ruhe ABL-Wasser RES-Fisch
      39. da -ňuro elm-pliśno nö -šeśo
      40. daňuro elmpliśno nöšeśo
      41. Mit Ruhe aus dem Wasser den Fisch
      42. ABE-Messer-IND KAU-PR.3.PER RES-geschnitten-OBJ RES-Fleisch
      43. ru -naňri -n· me -va nö -śraki -ge nö -kašmo
      44. runaňrin· meva näśrakige nökašmo
      45. Ohne Messer er schneidet die Frucht
      46. ABE-Messer-IND PR.3.PER RES-geschnitten-OBJ Fleisch
      47. ru -naňri -n· va nö -śraki -ge kašmo
      48. runaňrin· va nöśrakige kašmo
      49. Das eigentliche Idiom betont natürlich die Person:
      50. PR.3.PER ABE-Messer-IND RES-geschnitten Fleisch
      51. va ru -naňri -n· nö -śraki kašmo
      52. va runaňrin· nöśraki kašmo
      53. ADV-Freund-IND ich
      54. arm-bolima-n· f·
      55. armbolinan· f·
      56. Als Freund bin ich hier
      57. TRA-Brot RES-Samen-PLU KOM-Frucht-PLU KOM-Wasser KAU-PR.3.PER
      58. kö -ormňu nö -ipl'a-pl'i śa -l'aśma-pl'i śa -pliśno me -va
      59. köormňu nöipl'apl'i śal'aśmapl'i śapliśno meva
      60. Zu Brot aus Samen und Frucht und Wasser er macht
      Alles anzeigen
      Ich hoffe, dass diese Beispiele einen kleinen Einblick in die Sprache im Gebrauch geben. Ich freue mich sehr über Vorschläge für weitere Beispielsätze und natürlich über Fragen, ob sie nun die Sprache selbst oder die Kultur der frühen Kobolde, wie sie mit der Sprache zusammenhängt, betrifft.

      Eine Notiz zu ein paar Buchstaben:
      Ich nenne "ö" [ɵ] für mich häufiger das "Sachsen-o". Meine Mutter (die Sächsische besser kennt als ich) meint, das Sächsische "o" wäre eher ein Diphthong (und ich vermute dann den Diphthong [ɵʊ]), aber ich denke, der Name vermittelt schon in etwa den richtigen Eindruck davon, wie das "ö" gesprochen werden sollte.
      "ś" [ɕ] und das stimmhafte Äquivalent sind eine Mischung aus unserem "sch" und "ch" (wie in "ich"), bzw. halt aus den stimmhaften Äquivalenten. "š" ist einfach nur unser "sch" und "ž" halt das stimmhafte Äquivalent.
      "f" und "v" werden nicht zwischen Lippen und Zähnen, sondern zwischen beiden Lippen erzeugt. "f" ist stimmlos, "v" stimmhaft.
      "e" ist wie unser langes "e" ("Meter"), "·" wie unser kurzes "e" ("Masse") – das hat aber nichts mit der Länge zu tun, das "e" und "·" in UK sind gleich lang oder kurz, je nach Betonung (die ich mir noch überlegen muss).
      Das "r" ist wie im Englischen. Es ist weder wie bei uns im Rachen, noch ist es gerollt oder geschlagen.
      Aufeinander folgende Vokale werden als zwei Vokale, nicht als Diphthong, gesprochen.
      /^/ können offensichtlich viele Menschen gar nicht erzeugen und ich habe manchmal Probleme es an den richtigen Stellen zu machen. Trotzdem denke ich: Alles Übungssache! Kann das jemand von euch auch? Wisst ihr überhaupt, was für einen Laut ich damit meine?
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()

    • Weltraumschlange schrieb:

      /^/ können offensichtlich viele Menschen gar nicht erzeugen und ich habe manchmal Probleme es an den richtigen Stellen zu machen. Trotzdem denke ich: Alles Übungssache! Kann das jemand von euch auch? Wisst ihr überhaupt, was für einen Laut ich damit meine?
      Keinen blassen Schimmer. ;D

      Ich fand die grammatische Dekonstruktion mit den Fällen und Beispielsätzen interessant zu lesen, in die Laute der Sprache komme ich irgendwie nicht rein. Irgendwie sieht es geschrieben ausgesprochen alienhaft aus, jedenfalls nichts, was ich, wenn ich es nur so sehen würde, direkt für eine irdische Sprache halten würde. Ist es ja auch nicht, schon klar. Das sächsische Ö klingt aber gut.^^ Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie diese Sprache gesprochen klingt, trotz deiner ausführlichen Beschreibung. Ist schwer zu lesen, irgendwie.

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Irgendwie sieht es geschrieben ausgesprochen alienhaft aus, jedenfalls nichts, was ich, wenn ich es nur so sehen würde, direkt für eine irdische Sprache halten würde.
      Das find ich doch sehr gut.

      Ich habe gerade festgestellt, dass ich Ton ja über Telegram veröffentlichen kann. Vorläufig. Wohl doch nicht. Gerade das /^/ kommt gar nicht an. Da ich das schon mit meinem Computer versucht habe, und das /^/ dort einwandfrei zu hören war, geh ich davon aus, dass Telegram es beim Hochladen als Störgeräusch herausfiltert.
      Weltraumschlangen! :fluecht:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltraumschlange ()