Speedbastel-Sammelthread 2: Sechzehntes bis zweiunddreißigstes Speedbasteln

    • Teja schrieb:

      Hin und wieder gibt es auch ganz spezielle Namen, die wirklich an eine Person gebunden sind. Auf meiner Reise zu den Sawhamen war ich auf einem Schiff, auf dem tatsächlich einer der Männer „Schiffstrottel“ gerufen wurde.
      Wie hat er sich denn den Namen verdient?^^

      @Veria: Solche Nasen^^ Wie genau werden die Namen denn dann vergeben? Stellen sich alle Nasen vor den Drogentyp und er zeigt dann auf diejenigen?
      @Nharun: Ich stell mir die Debatten da in dem Rat echt witzig vor :D Gabs keine nicht-derben Namen?^^
      @Eld: Die haben es aber auch mit langen Namen...wie genau erhält man denn da als Herrscher einen Beinamen? Wird er offiziell verliehen oder ist das eher ein Name, der sich einfach irgendwann dazu durchgesetzt hat?
      @Lizhard: Klingt ja sehr strikt, diese Gesellschaft...Kann man denn seinen Namen eigenständig ändern oder gibts da vielleicht auch noch eine Autorität, die da mitentscheiden darf?
      @Cyaral: Einfach, aber hilfreich^^. Kann es da nicht zu Verwirrungen kommen, falls zufälligerweise das gleiche Motiv betrachtet wird?

      Schöne Beiträge :thumbup: *loblied*
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Die Nase ist definitiv bei vielen Leuten ein hervorstechendes Merkmal. Sicher gibt es auch viele Leute, die Segelohr, Glatze oder Hinkebein heissen.



      *Lobsbeeren verteil*

      @Teja: Unpersönliche Beinamen sind mal definitiv was Neues.

      @Nharun: *flüster* Das sind ja schlimmere Verhältnisse als im alten Rom ...

      @Eld: Von Amts wegen rückwirkend vergebene Beinamen, das hat was.

      @Lizhard: "Veria, die katzekraulende Dosenöffnerin" - so in etwa? ;D

      @Salyan: Oh! Ein Beiname für eine Stadt! Feinfein.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • @Teja - die-einen-sehr-schönen-Beitrag-geschrieben-hat-wie-man-das-auch-von-ihr-erwarten-kann-und-die-dafür-viele-Lobsbeeren-verdient: Lobsbeeren ;)
      @Veria Hmm, drogeninduzierte Namen :o ... passt zum Speedbasteln :D
      @Eld Ein schöner Artikel, ich glaube meine Iderusen könnten sowas irgendwann auch mal gebrauchen :thumbup:
      @Lizhard Interessantes Konzept, mir gefällt der Klang dieser Namen :thumbup: ; hast du mehr zu dieser Sprache gebastelt?
      @Salyan Gefällt mir, sowohl von der Idee als auch der Präsentation, sehr schön :thumbup:
      @Cyaral Tolle Idee :thumbup: Das gefällt Nharun-oh-guck-mal-der-Schmetterling!
    • Oh, da ist noch mehr zu lesen ...

      @Cyaral: Da kriegt man ein etwas indianisches Gefühl, finde ich. *lobs*



      Bei der Beinamenvergabe an die Nasen wird der Zugedröhnte an den Nasen vorbeigeführt und schwallt jedem dann so lange was vor, bis ein Beiname dabei war.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • @Teja: Na die brauchen große Grabsteine. ;D Dein Beitrag gefällt mir gut, ein interessantes Volk!

      @Veria: Lustige Idee, sehr schön!

      @Nharun: Me gusta! Ein sehr genialer Beitrag! ;D

      @Eld: Was genau bezweckt diese republikanische Behörde eigentlich mit ihrer Arbeit? Hätte Renaliac ein Interesse daran, dass ein rechtmäßiger Erbe den Thron besteigt?

      @Lizhard: Klingt interessant! Ein schöner Beitrag. :)

      @Salyan: Ein netter kleiner Reisebericht, fein fein.^^

      @Cyaral: Witzige Idee! Gefällt mir gut. :D


      (Und ich hoffe, Liam Neeson findet mich nicht ... :zitter: )
      Straße war gestern, du siehst mich im Board
      Ich häng im World Wide Web, das ist kein friedlicher Ort
      Opfer, wag einen Blick auf die oberen Ränge
      Schieb Respekt; ich bin Forenlegende.


      ~ Komm in den Chat. Wir haben Kekse. ~
    • Eld schrieb:

      Sehr römisch. Gefällt mir gut.
      Danke! :)

      Teja schrieb:

      Hihi, das finde ich witzig. Was hielten denn diese Adligen davon, sich gegenseitig Hakennase und Dummkopf zu nennen?
      Danke! :) Also je Charakterstärke war mancher bestimmt beleidigt, aber andere haben ihren blöden Beinamen dann auch bestimmt als Anlass genommen, für andere einen noch beleidigenderen Durchzusetzen. Und für wieder andere war es einfach nur ein kollegiales, vielleicht leicht böses, Beschimpfen.

      Salyan schrieb:

      Ich stell mir die Debatten da in dem Rat echt witzig vor Gabs keine nicht-derben Namen?^^
      Nicht-derbe Namen gab es später auch, als sich der Beinamensbrauch generell im Adel durchsetzte. Für Arus Gadimo ("Arus den Hübschen") kann man schließlich eine besser begütertete Ehefrau finden als für Arus Unno ("das Schwein"). Ich könnte mir vorstellen, dass aber unter den Ritates die derben Beinamen auch in der Spätzeit noch mehr "Würde" besaßen, denn dieser Brauch immerhin dann schon sehr alt war. Und alt ist gut :)

      Veria schrieb:

      *flüster* Das sind ja schlimmere Verhältnisse als im alten Rom ...
      *zurückflüster* Ich konnte ja nicht nur kopieren ;)

      Elatan schrieb:

      Me gusta! Ein sehr genialer Beitrag!
      Danke! :)
    • @Fragen:
      Also die meisten Herrscher, wie die aufgeführten Beispiele, erhielten ihre Beinamen zu Lebzeiten oder kurz danach aus dem öffentlichen Diskurs, teils auch aus dem Volksmund. Da das meist schmeichelhafte Namen waren oder pöhse Namen für pöhse Herrscher, wurde das dann von Autoren und Historikern übernommen und hat sich gefestigt.

      Die Ausführungsverordnung zur Vergabe von Beinamen für historische Staatsoberhäupter, 3. Fassung, Anhang B) schlägt vor, dass die Beinamen entweder auf wichtige historische Taten des Herrschers Bezug nehmen oder auf eine charakterliche Eigenschaft, die in historischen Quellen gut dokumentiert ist. Häufig ist allerdings das Problem, dass diejenigen keinen Beinamen haben, die einfach zu langweilig und gewöhnlich waren und während derer Regentschaft nichts außergewöhnliches passiert ist. Dann müssen die Beamten kreativer werden und suchen z.B. nach historischen Sachen aus der Zeit, die nicht direkt mit dem Monarchen zu tun haben oder sie verweisen auf Körpermerkmale. Gestatten, Ihro Majestät König Nazcén der Kurzsichtige, sein Sohn Naranin der Breitfüßige und Sardasin der Inflationäre.

      Das mit der Verwandtschaft zum Propheten wird fortgesetzt, weil die genealogische Nähe zum Propheten bzw. zu den herrschenden Hauptlinien das zentrale soziale Merkmal für die Elitarität (?) des Adligen ist. Will heißen, je prophetennäher, desto adliger. Und da die Republik weiterhin primär von Adligen geführt wird, ist das natürlich wichtig. Auf den Thron will vielleicht schon der ein oder andere, aber nie offiziell. Und durchsetzbar ist es auch nicht.
      Gib jedem Tag die Chance, der beste deines Lebens zu werden. - Mark Twain
    • Puh, so viele Beiträge :) Da versuch ich mich mal an Lob.

      Teja: das Völkchen macht einen netten Eindruck :) aber wenn die Geschichten oder Legenden erzählen, werden dann die richtigen Namen verwendet? Das stelle ich mir ziemlich langwierig vor ;D

      Veria: die Straßennamen klingen sehr plausibel für eine Gesellschaft aus Analphabeten

      Nharun: erinnert an die Alten Römer, finde ich super. Die Bezeichung von Gesetzen auf diese Weise wird so ähnlich heute in Italien verwendet (Mattarellum für ein vom Abgeordneten Mattarella eingebrachtes Gesetz, aber auch Porcellum von porchata - "Schweinerei" für ein Wahlgesetz ;D )

      Eld: klingt verdammt kompliziert, diese Gesellschaft ;D

      Salyan: erinnert an Beinamen wie "am Main" oder so. Gibt es denn mehrere Orte mit diesem Namen?

      Cyaral: gefällt mir total gut :) werden diese Beinamen dann auch an Nachkommen weitergegeben, wie richtige Nachnamen?


      Eld schrieb:

      @Lizhard: Tolle Idee, das mit Kastensystemen zu verknüpfen.
      danke :) das Kastensystem ist auch das ganz entscheidende Merkmal der Oroosi bis jetzt


      Teja schrieb:

      @Lizhard Sehr interessant, es muss viele ähnliche Namen geben!
      Ich denke, es gibt genug verschiedene Beinamen, sodass zumindest an einem Ort die Verwechslungsgefahr gering ist. Unter Kinder dagegen dürften Verwechslungen recht alltäglich sein.


      Salyan schrieb:

      @Lizhard: Klingt ja sehr strikt, diese Gesellschaft...Kann man denn seinen Namen eigenständig ändern oder gibts da vielleicht auch noch eine Autorität, die da mitentscheiden darf?
      Strikt ist das richtige Wort. Manche finden sie zu strikt und wandern aus - deshalb gibt es die Sajhac, ein Wandervolk, die ein deutlich freieres Leben führen, aber von den Traditionalisten verachtet werden. Die Beinamen kann jeder eigenständig ändern, muss dann aber allen Bescheid sagen ;D also werden Namensänderung im "Rathaus" öffentlich angezeigt.


      Veria schrieb:

      @Lizhard: "Veria, die katzekraulende Dosenöffnerin" - so in etwa?
      Naja, wenn du auf dem Pfad der Dosenöffnerin wandelst... ;D klingt nach einer etwas einseitigen Berufung, aber ist jedenfalls korrekt :)


      Nharun schrieb:

      @Lizhard Interessantes Konzept, mir gefällt der Klang dieser Namen ; hast du mehr zu dieser Sprache gebastelt?
      danke :) bis auf den Klang und ein paar grundlegende Strukturen hab ich noch keine Ahnung, auch Vokabeln gibts insgesamt eher wenige. Aber Beinamen sind hervorragende Motivation, um neue Vokabeln zu entdecken


      Elatan schrieb:

      @Lizhard: Klingt interessant! Ein schöner Beitrag.
      danke :)


    • Helau & Alaaf, die WB-Chat Funkenmariechen laden hiermit zur Rosenmontagssitzung! Passend zum Zwangsspaß dieser Semijahreszeit wollen wir diesmal zu einem Karnevals/Faschingsthema basteln.

      Themenvorschläge könnt ihr ja hier posten, die Auswahl werden wir dann Rosenmontag am 20:00 Uhr im Chat besprechen und wie gehabt eines zufällig auswählen.

      Ob ihr beim Speedbasteln verkleidet vor dem Rechner sitzt oder nicht, sei euch überlassen :D
    • "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Die Wichtigkeit von Hüten oder deren Mangel

      Gerade in den Herzländern zeigt die getragene Kopfbedeckung den sozialen Status und in vielen Fällen sogar den Beruf des Trägers an. Die einfachen Kappen der Landbevölkerung, die auffälligen Hüte der Handwerker sind das erste, was man für gewöhnlich bemerkt. Die Kopfbedeckungen des Bürgertums sind ebenso streng, wie ihre Moral, während man beim Adel auf dem Haupt oft die gleiche Frivolität findet, wie sie auch sonst gerne zur Schau gestellt wird. Nur zwei Arten von Menschen erlauben es sich, ohne Bedeckung zu gehen und die könnten verschiedener nicht sein: Die Prostituierten und die Priesterkaste.

      Die Ersteren erkennt man zunächst daran, dass sie ihr Haar offen zur Schau stellen, lose und unbedeckt. Doch man sollte sie niemals mit einem angehörigen des Priesterstandes verwechseln, wenn man alle seine Körperteile behalten möchte. Die tragen nämlich auch keine Hüte im eigentlich Sinne, aber man kann ihnen auch nicht nachsagen, dass sie ihr Haar zur Schau stellen: Sie haben nämlich Keines.

      Die Priesterschaft, egal welchem Gott sie dienen, rasiert sich ihren Schädel kahl und bemalt ihn dann in der Farbe ihres Tempels. Die Diener des Ahai erkennt man am goldenen Schimmer ihrer Platten, die Krieger des Kren am blutigen Rot und die Schreiber des Ahai am Weiß. Die bemalte Glatze ist ein wichtiger Teil der Uniform.

      Natürlich gibt es auch hier wieder einen, der aus der Reihe tanzt. Die „Priester“ des Feldar rasieren sich ebenfalls eine Glatze – doch das ist schon alles. Sonst tragen sie an Kleidung, was sie kriegen können, obwohl sie in den meisten Fällen eher in Fetzen und von Dreck bedeckt auftreten. Hin und wieder trägt der Feldarit auch ein Geweih, oder gar seine Unterhose auf dem Kopf (wie böse Zungen behaupten). Was soll man auch von jemandem erwarten, der ständig betrunken ist? Feldar ist nun einmal der Gott der Trunkenheit und der Feierlaune und seine Priesterschaft ist entsprechend ständig abgefüllt. Feldar zu dienen ist eine besondere Berufung, der nur Wenige auf Dauer gewachsen sind.
      Braiiiins.
    • Die Gewänder der Aspharimpriester

      Sie brachten ihn in den Tempel den Aspharim, da zitterte er schon am ganzen Leib und war von kaltem Schweiß bedeckt. Der Priester wies seine Gehilfen sofort an, den Gottesdienst vorzubereiten und verschwand selbst in einem anderen Raum. Die Gehilfen schwärmten aus wie ein Bienenschwarm. Zwei begannen Räucherwerk zu entzünden, zwei holten die Statue des Gottes herbei, zwei, die ihn auch her gebracht hatten, legten ihn, noch immer zitternd, auf den Altar. Ein weiterer hieß uns sofort zu gehen und scheuchte uns mit seine Gesten hinfort.
      Das weitere konnte ich nur durch die Fenster erblicken.
      Wie sie alles vorbereitet hatten, verschwanden auch die Gehilfen in dem Raum in dem der Priester verschwunden war. Unser Gefährte lagt bebend und brabbelnd auf dem Altar, nur in Gesellschaft der Götterstatue. Einer von uns glaubte, sie würden ihn dort sterben lassen und wollte in den Tempel hinein, doch die Tür war verriegelt. Da schritten aus dem Raum Gestalten und nahmen am Altar Aufstellung. Es waren wohl Priester und Gehilfen, doch ich konnte nicht erkennen, wer von ihnen wer war. Sie trugen lange Kittel aus weichem Leder, das fast weiß gebleicht war und außer dem sorgfältigen Schnitt keine Form der Zier trug. Auf ihren Häuptern trugen sie Hauben aus dem selben Leder, deren Gestalt einem Rattenkopf glich. 'Vexelsisa' heißen diese wohl, wie ich später erfuhr. Sie waren nur grob einem Rattenkopf nachgeformt, aber ich erkannte die Ohren und die Schnauze, und die Rattenaugen verbargen mit ihren polierten Kristalllinsen die menschlichen darunter. Sie stimmten seltsame Gesänge an und begannen darüber unseren Gefährten zu entkleiden, ihn zu waschen, zu salben. Da waren wir uns alle sicher, dass sie ihn für die Bestattung vorbereiteten und machten uns an der Tür zu schaffen, doch es gelang uns nicht, sie zu öffnen. Eine von diesen Gestalten begann die gesalbte Haut unseres Gefährten gründlich abzufühlen und trug mit einem Pinsel bald an diese, bald an jene Stelle eine Verzierung mit roter Farbe auf. Ein anderer zückte ein Messer und wusch dessen Klinge mit Wasser, das ihm ein anderer in einer Schale hinhielt. So dann begann er an den verzierten Stellen zu schneiden und mit den Fingern aus der geöffneten Haut Schleim und anderes herauszupulen, welches er einem anderen in eine Schale legte. Uns ergriff die Angst, doch wir konnten nur zusehen. Ein anderer schloss die Wunden mit Nadel und Faden und schmierte eine dicke rote Salbe darauf. Das ganze dauerte einige Zeit. Dann lag der Gefährte ganz ruhig da.
      Drei der Gestalten nahmen sich große Wedel und unter Gesängen trieben sie die rauchige Luft aus den Fenstern hinaus, so dass wir uns von dem unseren zurückziehen mussten. Kurz darauf öffnete sich die Tempeltür und zwei der Rattenpriester trugen eine große Eisenschale heraus und entzündeten ein Feuer darin. Zwei andere brachten Krüge und Schwämme. So dann trat einer hervor und verkündete 'Der Gott hat geheilt!' und die anderen wiederholten den Ruf. Darauf begannen sie ihre Kittel und Masken abzulegen und ins Feuer zu werfen und sich zu, nackt wie sie vor dem Tempel standen, zu waschen. Sobald die Einwohner sahen, was die Priester dort trieben, hörte man sie murmeln 'Der Gott hat geheilt' und man sah sie einen Bogen um dem Tempel machen und die Straße davor meiden.“
      - Aus dem Reisebericht des Phalides aus Raris, aufgezeichnet im 6. Jahr des Nyarkos
    • Nanuru, die blinde Göttin


      Ihre Seele ist in Teile gespalten und jene Teile werden unabhängig wiedergeboren, aber immer leben genügend Trägerinnen, dass eine von ihnen das hohe Amt ausüben kann. Das höchste Amt in religiöser Hinsicht ist es, und selbst die Könige akzeptieren ihre nominelle Unterordnung unter die leibhaftige Göttin Nanuru.
      Von all den tugendhaften jungen Frauen in Königreich Idres werden stets die tugendhaftesten ausgewählt und dem Test unterzogen. Sie müssen sich in einem dunklen Labyrinth zurechtfinden, als Beweis dafür, dass sie auch ohne ihre Augen mit einem göttlichen Sinn sehen können. Sie können sich dann bereiterklären, den finalen Test zuzulassen: Sich die Augen auszustechen.
      Einige sterben natürlich durch Wundinfektionen oder andere Komplikationen, diese sind natürlich keine echten Trägerinnen eines Teils von Nanuru. Die Überlebenden werden zu den blinden Priesterinnen der Nanuru - und sie haben die Chance, das höchste Amt auch vielleicht einmal auszuüben, auch wenn die Möglichkeit besteht, dass sie alt werden und sterben, bevor sie an der Reihe sind.
      Die Älteste der augenlosen Frauen gilt als die eine Nanuru, die die Macht der Göttin in sich hält. Sie wird angerufen, wenn man Sorge um die Seele hat, denn sie kann kranke und verletzte Seelen heilen. Sie wird auch angerufen, wenn man Sorge hat, die Seele eines teuren Verstorbenen könnte fernab inkarnieren, sie ruft dann die Seele herbei, auch wenn sie sie keine Seele zur Reise zwingen kann.

      Einmal im Jahr verteilt sie ihre göttliche Macht an alle Seelenteile der Nanuru, so dass alle blinden Priesterinnen darüber verfügen können. In prächtige weiße Gewänder gekleidet schreiten die Priesterinnen ihre Lager ab, vor den Augen eine reich silbern bestickte Maske, die seitlich weit über das Gesicht hinaus ragt und somit den augenlosen Weitblick der Göttin symbolisiert. Keine verlorene Seele kann sich dem göttlichen Blick entziehen, sie alle finden zur Ruhe und bereiten sich auf ihre Wiedergeburt vor.

      Am dunkelsten Tag des Jahres fand diese Zeremonie stets statt, damals, vor über viertausend Jahren. Eine vergessene Tradition, heutzutage nur noch in Büchern und den Köpfen von historisch interessierten Leuten zu finden. Aber von den reich bestickten Masken der Nanuru haben nicht wenige einen prominenten Platz in diversen Museen gefunden.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • Gewänder der Erstjährigen im Tempel des ẞeikum'-Cralmyūn zu Letabūrgam

      In der Ära 0 war es in Letabūrgam, wie in fast allen Städten am nlakischen Mittelmeer, üblich, dass die Kinder von höherstehenden Familien mindestens ein Jahr in einem der Tempel wohnen würden, und dort eine Ausbildung in allen Dingen, die von den jeweiligen Tempelgelehrten als wichtig erachtet wurden, bekommen würden.

      ẞeikum'-Cralmyūn gehört zur Überfamilie der Cralmyūn-Schulen, die sich durch eine Betonung von Körper, zwischenmenschliche Beziehungen und sozial-ethischer Philosophie auszeichnen. Innerhalb dessen ist ẞeikum' eine Schule, die Erfahrungen von Schmerz und Widerstandsfähigkeit unter schwierigen Bedingungen ins Zentrum stellt.

      Die Aufnahme von erstjährigen Tempelschüler*innen erfolgt mehrmals im Jahr, und wird stets von einem Fest begleitet, das der Stadt offen steht. Im Zuge dessen bewirten die älteren Tempelschüler*innen die Gäste, und diverse Kunststücke werden aufgeführt. Der Höhepunkt des Festes ist aber die Zeremonie, in der die Kleingruppen zugewiesen werden. Erstjährige verbringen ein Jahr zusammen mit ihrer Kleingruppe, und die meisten Übungen werden innerhalb dieser gemacht.

      -

      Die Erstjährigen in Letabūrgam tragen traditionell ein Kleid aus dunklem Stoff beliebiger Farbe, das vom Gürtel fast bis zum Boden reicht. Darüber werden verschiedenfarbene "Schals" gelegt, und zwar sehr viele - mehrere Dutzend in unterschiedlichen Größen, die insgesamt die Erstjährigen fast komplett einhüllen. Wer es sich leisten kann, oder talentiert ist, erstellt dabei recht kunstvolle Farbmuster. Wer es sich nicht leisten kann, gewandet sich in buntes Chaos. Beides wird akzeptiert, allerdings wird bei den chaotischer gekleideten das durchaus als ein Hinweis auf ihren Charakter interpretiert.

      In der Zeremonie selbst findet eine Art Tanzspiel statt, bei dem die Erstjährigen versuchen, sich gegenseitig die "Schals" zu entwenden, und diese in die Reihen der Schaulustigen zu werfen. Einen solcherart zugeworfenen Schal zu fangen, gilt allgemein als glücksbringend. (Aber nicht besonders, immerhin gibt es sie massenweise, und wer nicht gerade ganz hinten steht, braucht nicht leer auszugehen.) Beim Entwenden der Schals gelten gewisse Regeln, abgeleitet aus den ethischen Lehren des Tempels - es gibt die Möglichkeit, sich relativ frühzeitig aus dem Spektakel zurückzuziehen, um sich keine Blöße geben zu müssen. (Allerdings sind die Nlaker generell nicht besonders prüde.^^) Viele Kleidungsstücke reißen auch während diesem Tanzspiel - manche sind sogar absichtlich bereits mit "Sollreißstellen" angefertigt.

      Die Tempelgelehrten beobachten das Spektakel, und bilden sich anhand des gezeigten Verhaltens, der Farbe der zuletzt übriggebliebenen Schals und was immer ihnen sonst noch auffällt, ihre Meinung, aufgrund derer sie dann die Gruppeneinteilung vornehmen. (Das ganze Spektakel fungiert also quasi als Persönlichkeitstest)

      Die übriggebliebenen Schleier/Schals werden am Ende an Jugendliche verteilt, welche die Zeremonie bzw. ihr Tempeljahr noch vor sich haben. Manchmal wird auch der eine oder andere Kleiderfetzen als Erinnerung aufbewahrt, und später in ein Tempelgewand eingenäht.

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jundurg ()

    • Die Tage der grünen Studenten

      Es gibt keine einheitliche Uniformordnung unter den Studenten der Großen Akademie von Kiranth, ein jeder darf die Kleidung tragen, die ihm beliebt. Dies ist nur passend, bedenkt man, dass sich in Kiranth alle möglichen Kulturen mit verschiedenen Bekleidungsstilen vermischen und einander gleichgestellt sind. Zwar gab es einst Versuche, eine „völkerneutrale“ Uniform zu entwickeln, doch die stieß von vielen Seiten auf heftigste Ablehnung, sodass der Versuch fruchtlos blieb.

      Dennoch sieht jedes Jahr in einer der letzen Wochen des Winters der Campus sonderbar monoton aus: ein dunkles, kräftiges Grün scheint dem Frühling vorauszueilen und ziert fast jeden Studenten als dicker Wollumhang. Lediglich die Dozenten setzen noch vereinzelte Farbkleckser in die Menge.
      Ein jeder Kirth, der dies sieht, weiß sofort: Es ist Prüfungsphase.

      Die grüne Farbe und der Wollumhang sind nämlich Symbole von Lioret, dem wandernden Gott des Wissens, der in vielen Kulturen anerkannt wird.
      Es heißt dass seine heilige Farbe das Wissen anzieht und die Wolle dieses Wissen speichert, wie es auch der magische Umhang R-caer des Gottes auf seiner Weltreise tat.
      Andere Studenten behaupten, dass diese Kleidungswahl einem das Wohlwollen Liorets sichert und er dafür sorgt, dass der gelernte Stoff besser im Kopf bleibt.
      Unabhängig davon, auf welche Theorie sie sich berufen, sind sich doch alle Studenten einig: Der Umhang bringt Glück in den verhassten Prüfungen.
      Jeder Student hegt deshalb seinen Umhang und trägt ihn nur in der Prüfungswoche außerhalb des Hauses. Innerhalb der Wohnstatt wird der Umhang jedoch jedes Mal getragen, wenn der Student lernt- wie sollte er denn sonst auf die Lernfähigkeit wirken?

      Der Glaube an die Macht des Mantels ist tatsächlich auf Kir Anthus beschränkt und nicht aus einer der Kulturen übernommen worden. Vermutlich geht die Tradition der grünen Umhänge auf einen Lioretadepten zurück, der sich der Akademie auf seiner Wanderschaft kurzzeitig anschloss (Lioretadepten werden hinaus in die Welt geschickt, um Wissen zu sammeln und ihren Horizont zu erweitern- dementsprechend werden sie von Bibliotheken und Akademien angezogen).
      Lioretadepten tragen üblicherweise fast ausschließlich grüne Gewänder mit dazugehörigem langen Umhang und da sie eine geradezu fanatische Einstellung zum Lernen haben, fiel der neue Student seinen Komilitonen durch seine Kleidungswahl und sein Wissen auf.
      In der nächsten Prüfungswoche übernahmen einige Studenten die Kleidungswahl und irgendwann wurde schließlich die Tradition der grünen Umhänge zu einem Selbstläufer und wird vermutlich auch noch lange fortgesetzt werden.
      „Kann ja nicht schaden“, hört man gelegentlich Studenten argumentieren, wenn sie darauf angesprochen werden.
      Dann ziehen sie ihren Umhang enger um sich und eilen zur nächsten Prüfung.
      Hüterin der Schrecken, Licht des Nordens, Akolythin des Herrn der Zeit (Zitat Merlin)

      Man kann WBs nicht in Fäkalien aufwiegen (Zitat Alkone)

      Hast du grade einen akustischen Kotz-Smiley gemacht? (Zitat Jundurg)

      Dithmarscher Dänendämon (Zitat Elatan)
    • Gewänder des Kults der Selbstsüchtigen xcxcxxxxc [Diese Stelle wurde geschwärzt.]

      So schauerlich uns heute auch die Opferriten, die Grausamkeit der Mitglieder und die Selbstsucht der Priester der schrecklichen Göttin erscheinen, so wenig ist im Bewusstsein der Allgemeinheit das Aussehen ihrer Gewänder verankert. Dabei sind wir recht gut darüber informiert. Und wegen der kleinen Unterschiede ist es sogar sehr interessant. Unnötig zu sagen, dass Abweichungen mit einem grausamen Tod bestraft wurden.

      Die kultischen Gewänder der gewöhnlichen Gläubigen und einfachen Priester bestanden aus gebleichtem Leinen, während in höhere Grade eingesetzte Priester die Pflicht hatten, möglichst prächtige Gewänder zu tragen. Ihnen war erlaubt, was ihre Pracht förderte. Daher kann jenseits der berühmten Bilder einzelner erhaltenen Exemplare, wie sie im Lexikon der großen Sekte der Selbstsüchtigen xcxcxxxxc [Diese Stelle wurde geschwärzt.] abgebildet sind, hierzu nichts gesagt werden.

      Bei den einfacheren Anhängern handelte es sich um eine Art Tunika mit Kapuze, die über normalen Hemden und Hosen getragen wurden. Sie waren je nach Funktion verschiedene Ärmelaufschläge vorgesehen. Bei Priestern waren sie Violett, bei Opferhelfern Rotbraun, bei Lichtträgern gelb, bei einfachen Kultisten weiß und wozu die roten Aufschläge dienten, ist nicht bekannt. Es gab auch schwarze Aufschläge, doch ist umstritten, ob sie den Opfernden, den Opfern oder bestimmten Frauen vorbehalten waren. Wer keine Aufschläge trug, war ein Anwärter auf die Aufnahme im Kult. Wie schon gesagt, wurde die meisten dieser Narren brutal erschlagen. Daher wurden ihre Gewänder an neue Anwärter gegeben, so dass getrocknetes Blut Bestandteil ihres Aussehens war.

      Auf diesen Aufschlägen waren Ärmelpatten befestigt. Diese hatten eine andere Farbe, die für das jeweilige Fest stand. Sie waren mit Knöpfen befestigt, die für Priester goldfarben, für Kulthelfer silberfarben, für einfache Kultisten aus Horn und bei Anwärtern nicht sichtbar angebracht waren.

      Auf den Gewändern mussten Abzeichen bis auf den Millimeter genau sitzen. Zunächst waren da dünne Fäden, deren Zahl die Jahre der Mitgliedschaften und deren Form die Zahl der in dieser Zeit denunzierten Kultanhänger zeigten. Dann gab es Zeichen für besondere Verdienste, wie eine große Zahl erschlagener Ungläubiger.

      Eine falsche trageweise dieser Abzeichen, eine falsche Farbe oder gar ein unordentlicher Sitz galten als Befehl der Götter den Fehlbekleideten zu opfern.

      Da eine Untersuchung neu gefundener Quellen, die die Kenntnisse zu dieser Kleiderordnung sicher erweitern werden, bevorsteht, wird es besser sein hier nicht weiter in die Tiefe zu gehen und weiteres in einer eventuellen Neuauflage zu ergänzen.

      Der Leser wird nunmehr leicht einsehen, wie liberal die heutigen Vorschriften selbst strenger Kulte in dieser Hinsicht sind.
    • @Teja
      Prostituierte mit Glatze gibt es nicht?^^ Sind die Priester eigentlich Männer?
      @Nharun
      Ui, Rattenpriester.
      @Veria
      Rituelles Augenausstechen ist Body Horror vom Feinsten... aber die Idee mit der Göttin, deren Priesterin jedes Jahr ihre Kräfte neu ausschenkt ist cool. Wie ist der Techlevel rundum?
      @Cyaral
      Jaja, in harten Zeiten gedeiht der Aberglaube.^^
      @Riothamus
      Oha, ein bisschen fehlgekleidet und gleich in Todesgefahr. Ich rechne mir da mal lieber keine Überlebenschance aus.^^

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Benutzer online 1

      1 Besucher