Hexenlande

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    • Ich hab gerade den neuen Schöpfungsdingsdabungs ausformuliert, und das ist dann vielleicht mal eine Möglichkeit drübergucken zu lassen, sodenn das wer kommentieren möcht. Aaalso los mit der Weltvorstellung:

      Die allgemeine Weltbeschreibung kopier ich mir mal aus der Kurzbeschreibung für die Ringbewerbung:
      Im wechsellaunigen Eiszeitklima arrangieren sich die Sterblichen mit der wilden Megafauna, urtümlichen Wesen und großen Geistern, die über Lande schreiten. Doch zwischen all dem sind es die Hexenwesen, denen große Macht gewährt wurde, denn mit der Zwiesprache vermögen sie Frieden zu stiften zwischen Sterblichen, Urwesen und Geistern, mit ihrer Hexerei großes zu bewirken, und von Metamorphosen gezeichnet bereiten sie ihr Wesen bereits im Diesseits für ihre Pflichten nach dem Leben. Verbringen die meisten Sterblichen ihr Dasein noch in freien Sippen und Stämmen, erheben sich seit der Flut erneut die ersten Fürsten und Könige, neue Städte zu errichten und den ihren eine sichere Zukunft zu bereiten.
      Themenbereiche wären: Eiszeit, Steinzeit, Bronzezeit, Mythologie, Geistermystik. Mythologisch High Fantasy, technologisch voreisenzeitlich Low Tech (Mittelalter würde ich als Mid Tech bezeichnen), und magisch auch eher subtiler anstatt visuell effektreich.

      Soviel für die grobe Einordnung. Im folgenden dann Vorstellungsthemen (speziell das Schöpfungsdingsdabungs).


      @Moderation: Den folgenden Beitrag bitte abtrennen und in die dudw-Diskussion verschieben, den verlinke ich dann hier oder so.. im Präsiboard bin ich vlt doch an der falschen Stelle. x_x
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

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    • Einordnung frei nach Jundurg

      Die Schöpfungsüberlieferungen der Mystik erklären die Beschaffenheit der Welt. Dazu hilfreich ist dann vielleicht zu wissen, wie die Welt beschaffen sein sollte (wobei das aus den Texten klarwerden sollte, also entweder hier verkürzt oder unten lesen):
      Spoiler anzeigen

      • Im astralen Gestirn liegt eine Himmelswelt, später benannt als Traumwald. Hierum drehen sich die ersten drei Texte.
      • Die 'irdische' Welt wird aus Perspektive der Himmelswelt erstmal als ein ewiger Ozean verstanden. Das ist Gegenstand der letzten drei Texte.
      • Phoenix/Himmelsvogel/Bernsteinvogel/erster Stern ist das Allwesen, das als Sonne über den Himmel flattert. Wie es sich für einen Phoenix gehört gibt es so die Zeit der ersten Sonne und die Zeit der zweiten Sonne.
      • Spiegel zeigen manchmal Dinge, die nicht da sind, aber durch ihr Gesehenwerden dann als Miragen in die Existenz schreiten als eine Art Visualparasitismus.


      Im Sinne der Völkerabstammungen sollen die Texte zugleich erklären, wo welche Lebensform herkommt, was noch nicht ganz gelingt. Einige Ideen habens noch gar nicht rein geschafft, andere würden mit gewünschten Mustern brechen. Zum Beispiel hätte ich die Weberinnen inzwischen gerne als Töchter der Baummutter... i glaub das mach ich einfach so und guck dann, wie die Muster zurechtgebogen werden.
      Spoiler anzeigen
      Das alte Muster wäre: Erl als Flora/Baumkinder, Ur als Eltern der gehörnten Herdentiere und so Herbivore, Norn als Najaden/Carnivore bzw. Weberinnen-Spinnenvolk.. wobei da dann auch der Phoenix als Greifenherkunft Katzen/Vögel und so Carnivore gebiert. Der Bruch an dieser Stelle ist die Norn/Weberinnen/Spinnen zu Baumkindern zu machen, womit die Flora/Herb/Carnivor-Trennung wieder weg wäre,..



      Naja, keine Ahnung wo das bei künftigen Überarbeitungen dann hinführt. :) Länger hätte ichs aber ungern, hingegen womöglich ährm.. lehrreicher? Ich bin mir noch unsicher, ob die Texte ihrem Zweck aufzuklären gerecht werden oder eher verwirren.

      Mit den Geisterpfaden, die als Wurzeln vom Urbaum aus in den Sternpforten münden, und dann von dort aus zu den Gipfeln der Berge/Hügel wuchern, bevor sie sich durch die Restwelt verteilen, sollen zudem die magischen Ley-Linien erklärt werden. Dann im Folgenden nu die drei Texte zur Himmels-, und die drei zur Tiefenwelt:


      Schöpfung

      Zeit der ersten Sonne
      "Geboren auf den alten Schiffen aus den verlorenen Tiefen kannten wir um uns nur weites Meer, das immerzornig gegen die Flanken schlug, den kalten Wind, der unaufhörlich an unserer Haut zerrte, über uns nur finstere Wolkendecke, die immergrollend mit ihren Blitzen schlug. Doch fern der wankenden Welt erhob sich uns späten Kindern der Schiffsbauer der Horizont, ein grauer Baum aus den schwarzen Untiefen in die flackernden Unhöhen, sich räkelnd, langsam und gemächlich, weise und bedächtig, träumend und noch nicht erwacht. Hier war der alten Riesin ein Licht erstrahlt, ein Herz in roter Glut, das unsere Schiffe rief aus allen Meeren. Es wuchs nicht nur, da wir ihm näher kamen, brannte sich seinen Weg hinauf durch Stamm und Rinde, und entzündete die Krone. Laut schrie sie auf, als der Feuervogel sich erhob, brannte hernieder und ließ im großen Feuer Fels und Asche regnen über das hungrig Meer. Trost schenkten unserer Schiffe Bannsängerinnen dem sterbend Kind, als ihr Gesang es zurück in den Schlaf wiegte. Aus der niedergehenden Asche entstieg zögerlich das karge Land, in dessen Fels sich die Spiegel aus schwarzem Glas befanden. Als der graue Regen lag und der Bernsteinvogel durch den dunklen Schleier auf das Land blickte, wuchsen aus des Baumes Asche zahllos seine Kinder, tausendäugig und von dunkler Rinde, die Schwarzeiben, und blickten zurück."

      ~ Die erste Reise, Ur

      Traumwald
      ·Endlos erstreckte sich der lauernde Wald, gebrochen nur von hohem Fels und schwarzen Tümpeln. Von den steinernen Anhöhen aus zürnten stolze Greifen, in den Wurzeln wachten geduldige Weberinnen, aus dem Geäst blickten wissbegierige Aschevögel, alte Raben, und immer, wenn die Tümpel ruhten, lauerten hungrige Najaden. Doch wenn die tausendäugig Bäume schliefen, wanderten durch den lauernd Wald wir Dryaden auf unserer Erinnerung entnommen alten Pfaden, welche unsere Mutter, die wir nie sahen, uns mit ihren Wurzeln dereinst zog.·

      ~ Geisterpfade, Erl

      Sternenkleid
      Schwarze Federn kleideten den alten Wanderer, der den Vater bezwang. Gesehen ward er auf Rabenbein stolzierend, mit acht Augen über schwarzem Schnabel blickend, und mit Vogelkrallen an sechs Armen auflesend, als er aus der falschen Höhle schritt und alle blickend Vögel aufschraken. Nicht Rabe noch Weberin verschmähten ihn seine Väter, sodass wir Schwestern ihn lehrten. Doch wob er mit unserer Kunst das Schicksal des Vogelvaters, spielte auf der großen Harfe die Echos der sterbenden Baummutter und zwang ihn in den Schlaf. Hier zerriss er den Himmelsvogel, aus seinen Federn das Sternenkleid über die Geisterpfade zu weben. Das Phoenixei aber trug er durch Geisterpforten ins Land der Schlangen im großen Meer. So ward aus dem Geist ein Gott, und schwarze Vögel kamen vom schlafenden Wald herab, um von seinem Werk zu berichten, und brachten die Saat der alten Bäume hinab ins Schlangenland.

      ~ Schicksalsaugen, Norn


      Irdenwacht

      Zeit der zweiten Sonne
      "Bebend erbrannte das starre Land, als das Ei barst und die gläserne Erde sich zu Fluten ergoss. Die schlafenden Schlangen, einst Najaden geboren, krochen abermals durch den Schlamm, einander und Meereswesen zu verschlingen. Auch erwachte die schlafende Saat und überzog das Land mit Pflanzenwuchs, welcher Nahrung bot für Vögel des Himmels und den gehörnten Herden, die einst von unseren Schiffen den Najaden geopfert im Land der Schlangen überdauerten. All dies gedeihte unter den Schwingen des Bernsteinvogels, der abermals die Nacht entzündete und mit seinem Flug den Tag bringen sollte. Doch weckte des Vogels Schrei auch den Traumwald zwischen den Sternen, der hungrig blickte auf die Welt darunter. So stürzten die Greifen vom Himmelswald herab, ihn nie wieder zu betreten. Auch unsere Schiffe sanken auf die Welt hernieder, sie zu bevölkern mit unserart. Einzig das Schiff der Jägerin, dem sich stets alle Meere beugten, verblieb die Walde zu bereisen Tag und Nacht."

      ~ Das alte Land, Ur

      Wurzelwelt
      ·Seit dem Tag, an dem die lange Nacht began, brannte am Ende jedes unserer alten Pfade ein kaltes Feuer in den finstren Tümpeln, am Anfang aller Pfade aber der Nordstern, an dem die Mutter stand. So trugen auch wir auf unseren Wanderungen unser Licht zum Gestirn. Hier aber fanden wir im Wasser das tote Land, tief unter dem endlosen Wald, und in den Sternen die Pforten dorthin. Und dort sahen wir, dass ihre Wurzeln einst nicht im alten Wald endeten, sondern von deren Gipfeln und hohen Hügeln aus auch die zweite Welt durchzogen.·

      ~ Himmelspforten, Erl

      Tiefenlicht
      Drei Städte auf ihren Reisen spenden Licht dem endlosen Schlund. Die älteste ist das Schiff der Jägerin, dem sich alle Meere beugen. Die zweite ist das hohe Licht, zu dem alle Geisterpfade führen, an dem die träumende Königin ruht. Die dritte bereist auf dem Rücken des Bernsteinvogels die Welt, so nah an seinem Feuerkleid umhüllt von gerötetem Licht. Und von beiden Seiten der trügerischen Wellen leuchten sie herab in die Tiefenwelt. Hierhin ziehen junge Miragen aus den Spiegeln, um dort in den Herzen Fremder zu erwachsen und mit ihnen in den Wald zurückzukehren. Hierhin stürzen Phantasmen aus dem Geäst, um die Geister Träumender in den Wald zu entführen und ihre Herkunft vergessen zu machen. Und hier wandern die Miasmen, ihren Schwermut über die dort Lebenden zu legen, und das Ende ihrer Pfade zu erkunden.

      ~ Die gelogene Welt, Norn
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

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    • Hallo Eru,

      zwei Dinge in deinen Texten haben mich sehr eingenommen.
      Zum einen die schwarzen Tümpel im Traumwald und zum anderen "die gelogene Welt".


      Was sind die schwarzen Tümpel und was geschieht dort? Wieso sind sie schwarz?

      Was ist die gelogene Welt, wieso ist/ gilt sie als gelogen und wie ist das zu verstehen? Ist das nur eine Redewendung (falls ja, woher kommt diese?) oder haben wir es mit einer Welt der Illusionen zu tun (falls ja, inwiefern)?


      Auch bleibt dieser Schacht
      nicht immer gleich tief
    • Hejo,

      freut mich sehr, dass da Fragen kamen. :)

      Die schwarzen Tümpel sind zunächst die Gewässer des Traumwaldes, der aus der Asche gewachsen alles nur in schwarz kennt. Wie alle größeren Gewässer haben die ein als Najade bekanntes Bewusstsein, wobei Najaden ein raubtierhafter Typ Geist sind, einmal weil Tümpel gerne verschlingen und dann auch noch wegen unbändiger Gewässer. Und wie bei den Menschen begibt sich der Geist auf Wanderung, wenn der physische Körper, hier also der Tümpel, schläft.
      In den Tümpeln schwimmen nachher dann die Sterne drin als brennende Kugeln. Unter der Wasseroberfläche sieht man sie auf der Erde leuchten, über der Wasseroberfläche sind sie die einzige Lichtquelle für den sonst finsteren Wald. Mit dem Sternenlicht in den Wassern sind die Tümpel dann Pforten in die zweite Tiefen/Wurzelwelt. (Voher solltens Sternenpforten sein, aber ausgeleuchtete Wasserpforten ergeben mehr Sinn. Danke! :) )

      Miragen sind Geister, die durch Wahrnehmung eines falschen Spiegelbildes entstehen. So kam der Wanderer als "nicht Rabe noch Weberin" aus der "falschen Höhle", weil die Raben in einem zerbrochenen Spiegel ein Raben-Spinnenwesen wahrnahmen. Aus Sicht der Norn ist die zweite Welt unter dem reflektierenden Wasserspiegel (der besagten Tümpel) auch nur ein Miragenbildnis und daher gelogen.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

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    • Eru schrieb:


      Aus Sicht der Norn ist die zweite Welt unter dem reflektierenden Wasserspiegel (der besagten Tümpel) auch nur ein Miragenbildnis und daher gelogen.
      Irgendwie interessant. Das bringt mich auch wieder zu dem Gedanken und zu der Frage "Was ist wahr und was nur wahr-genommen?" Und wenn es "nur" wahr-genommen ist, ist es dann weniger wichtig? Letztendlich ist es. Über diese zweite Welt unter dem Wasser würde ich gerne noch mehr erfahren. Kommt da noch etwas oder ist irgendwo schon etwas dazu zu lesen?

      Welches Konzept von Realität/Wahrheit/Wahr-Nehmung ist dir bei diesem Aspekt deiner Welt wichtig?


      Auch bleibt dieser Schacht
      nicht immer gleich tief
    • Mrs. Mortisaga schrieb:

      "Was ist wahr und was nur wahr-genommen?"
      Im philosophischen solls da einen Sprung gegeben haben, nach dem die Welt nicht mehr als gegeben akzeptiert wird, sondern erstmal als Gedankenkonstrukt unseres Gehirnes. Das ändert den Fokus bei der Wahrheitssuche vom Äußeren ins Innere. Aber da muss ich noch hinterherlesen. :)

      Mrs. Mortisaga schrieb:

      Und wenn es "nur" wahr-genommen ist, ist es dann weniger wichtig?
      Und deine Frage nach der Wertigkeit erinnert mich an einen Anime. Darin wird die Frage, was wichtiger sei von drei "Weisen" beantwortet. Eine, die sich als Kämpferin für das Gute versteht, preist das Wahre an. Der nächte im Bunde ist sowieso ein Scharlatan, weil er das Falsche als wertvoller erachtet. Denn das beweist die Fähigkeit sich so anzupassen, dass es für das Wahre gehalten werden kann, und ist damit ja schon mehr als das Wahre. Und dem Dritten ist beides gleichwertig.

      Filme über komatöse oder illusionäre Zustände und derart lehren uns auch, die Moral nicht über Bord zu werfen, weil man sich in der Illusion/Matrix glaubt. Einmal weil der Beweis schwer zu erbringen ist, und dann weil die eigenen Handlungen nicht nur die Umwelt betreffen, sondern auch einen selbst. Man ist ja irgendwie gestrickt, strickt sich aber auch ständig neu.

      Ich fürchte die Wurzel/Tiefenwelt ist ein wenig langweiliger. Da tummeln sich als Menschen, Alben, Riesen und Tiermischwesen verschiedene Nachfahren der Ur, Erl und Norn in den Temperaturschwankungen der Eiszeit von sehr kalt bis Laubmischwald, technologisch von Stein- bis in die Bronzezeit mit Hexen unter ihnen und wissen, dass oben die Sterne leuchten, weil ein göttlicher Rabe die in die Traumwaldtümpel gelegt hat, und ihre im Schlaf wandernden Seelen da zum Träumen hinspazieren und hoffentlich zurückkommen. Spannend sind vielleicht die ganzen anderen Bewusstseingeister der Gewässer, Bäume, Städte und so weiter.

      Mrs. Mortisaga schrieb:

      Welches Konzept von Realität/Wahrheit/Wahr-Nehmung ist dir bei diesem Aspekt deiner Welt wichtig?
      Von Konzepten her, mmh.. mit dem "Mentalparasitismus" der Miragen wird wahrgenommenes wahr, was durch das Sternelegen ja bekräftigt wird. Es gibt da ja eine Akteur-Annahme oder so, laut der Menschen bei Ereignissen eher nicht vom Zufall, sondern einem handelnden Verursacher ausgehen. Ich glaub das benutze ich, indem ich den Verursacher dazudichte, der abstrakten Entität ein Bewusstsein verpasse und versuche wie bei den Najaden einen Charakter dazuzudichten, der die Handlungen erklärt, bevor ich das abschließend mit den Fähigkeiten unter den Geistern kategorisiere.

      Andererseits treten die Norn, zu denen die "Schicksalssprache" gehört, als Wahrheitshüter auf, wenn sie der wahrgenommenen Realität die Wahrheit absprechen. Die gelogene Welt statuiert ja "euch gibts eh nicht" als eine Art Matrix-Unterstellung.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.

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    • Eru schrieb:

      Mrs. Mortisaga schrieb:

      "Was ist wahr und was nur wahr-genommen?"
      Im philosophischen solls da einen Sprung gegeben haben, nach dem die Welt nicht mehr als gegeben akzeptiert wird, sondern erstmal als Gedankenkonstrukt unseres Gehirnes. Das ändert den Fokus bei der Wahrheitssuche vom Äußeren ins Innere. Aber da muss ich noch hinterherlesen. :)
      Das klingt interessant.

      Du schreibst sehr mystisch und auf einem surrealen Niveau. Das mag ich, weil ich selbst auch so schreibe. Ich würde gerne verstehen, welches allgemeine Prinzip deiner Welt zugrunde liegt. Ich habe auch schon ein wenig auf deiner Weltenseite gelesen, würde es aber gerne nochmal von dir persönlich wissen, da ich noch nicht so richtig durchblicke. :D Quasi eine Kurzfassung für Nicht-Kenner der Hexenlande. Also hier noch ein paar Fragen:

      Was ist Hexenlande genau?

      Wo befindet sich die "Welt"? (Fremdes Universum z.B.)

      Was sind die treibenden Kräfte der Welt?


      Auch bleibt dieser Schacht
      nicht immer gleich tief
    • Zum philosophischen Sprung hab ich mal die Quelle rausgesucht. Also, eigentlich wollt ich ein anderes Video, das ich etwas interessanter in Erinnerung hatte, aber im Grunde sagt da die gleiche Person das gleiche. Einmal als Youtube-Zeitstempel und einmal als Google-Transkript der Textstelle, das ich mit ein paar Satzzeichen versehen hab @.@

      Spoiler anzeigen
      youtube.com/watch?v=9YyAuoiasMc&t=11m9s

      Kann man kurz erklären was für ein
      fundamentaler wandel da stattgefunden
      hat?
      Also von einer einzigen ausnahme
      abgesehen nämlich parmenides hat die
      griechische philosophie das versucht was
      jeder normal alltäglicher
      philosophierender auch macht, er versucht
      zu erkennen wie die welt ist. also er
      geht davon aus es gibt eine welt und ich
      muss versuchen herauszukriegen wie die
      ist. so macht das der
      naturwissenschaftler ja auch mal, so
      arbeitet der physiker oder der zoologe
      arbeitet ganz genauso. philosophen
      können das heute nicht mehr tun.
      sie können das deswegen nicht mehr tun,
      weil sie einst kapiert haben, dass wie
      mir die welt erscheint ist eine
      bewusstseinsleistung ist, das heißt mein
      gehirn hat diese welt konstruiert nach
      bestimmten spielregeln menschlichen
      bewusstseins. wenn ich also etwas über
      die welt herausfinden will, muss ich
      etwas über das bewusstsein über mich
      herausfinden um zu verstehen, warum ich
      die welt so erlebe, wie ich sie erlebe,
      oder so erkenne, wie ich sie erkenne. das
      heißt der cursor dreht sich um. statt
      hin zu gehen und zu sagen wir haben es
      mit einer objektiven welt zu tun, muss
      ich anfangen beim subjektiven
      bewusstsein zu erforschen nach welchen
      regeln ich meine die objektive welt
      erkennen zu können.
      und dieser wandel vollzieht sich im
      grunde genommen schon im mittelalter und
      verstärkt sich dann im laufe der
      aufklärung der renaissance und bis hin
      zum deutschen idealismus und kant. kant
      steht zum beispiel für diesen cursor-wechsel.
      kant sagt die dinge an sich,
      die mag es geben, aber die kann ich nicht
      erkennen.
      entscheidend ist, wie ist die welt für
      mich, und nicht wie es die welt an sich.


      Ich mag was ich von dir bisher kenne auch sehr gerne :) und hab eigentlich erwartet, dass ich dich befrage, anstatt andersrum, aber das kommt sicher noch. ^^'


      Die Frage nach den treibenden Kräften finde ich leichter zu beantworten, als die Fragen um das Wesen der Welt. Ich fürchte die bemüht sich noch ein wenig darum herauszubilden, was sie sein möchte, die Motte ist noch nicht ganz geschlüpft.
      Es ist ein großes, altes, wildes und weites Land, in dem der Einzelne klein wirkt und dem die Zivilisationen ihr Mal nicht aufdrücken konnten, weil jeder Monumentalbau im Kontrast zur monumentalen Umwelt steht. Wie in der Steinzeit sieht man viel eher Tiere als Kulturschaffende um sich herum. Viele Handwerke sind eher einfach oder zumindest überschaubar, bis sie von einigen Zivilisationen gemeistert kompliziert werden. Dann tummeln sich unter den Kulturschaffenden allerlei Tiermenschen, die ein anderes Verständnis von Familie, Beziehung, Individuum oder so haben. Und manche Orte oder Gegenstände haben Bewusstsein und eigenen Willen, seien das Naturgeister, Sturmriesen in den Wolken, oder das Wesen des erwachten Schiffes. Und zwischendrin gibt es dann die Hexen und Hexer, die aus allen kulturschaffenden stammend im Laufe ihres Lebens Metamorphosen erfahren, denen also -je nach Hexenschule- ein drittes Auge wächst, mit dem sie Geister sehen können, oder deren Körper auf Wechselwärme umstellt. Diese Zauberwirker versöhnen vor allem die Sterblichen mit den Geistern, indem sie mit Opfergaben etwa einen flutenden Fluss besänftigen oder drohenden Sturm mindern, oder kurieren mit Exorzismen, Totenorakeln, können Neugeborene mit Taufen vor dem ersten Winter schützen, oder sich Flüchen und anderer Hexerei bedienen, um ihre Ziele zu verfolgen oder Aufgaben und soziale Rollen auszufüllen.

      Treibende Kräfte sind dann die unverwüstliche Umwelt mit eiszeittypischen großen Temperaturschwankungen in nur wenigen Jahrzehnten, die Kulturschaffenden, die darin mit verschiedenen Formen sozialer Organisation auch gegeneinander zurechtkommen, die Geister und Götter der Anders- und Traumwelt, und zuletzt die Hexen, einiger derer Metamorphosen schließlich dazu führen, dass sie im Nachleben als Geister im Dienste ihrer Gottheit weiter tätig sein können.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.
    • Das sind aber Annahmen a priori und damit ist in der heutigen Philosophie nicht mehr ernsthaft so zu argumentieren.

      Es gibt auch die Gegenteilige Position.

      Es besagt auch nicht, dass wir uns die Welt ausdenken. Ohne den Neoplatonismus wenigstens zur Kenntnis zu nehmen, kann jene Position zudem nicht wirklich verstanden werden. Geeignet ist z.B. Plotins Enneade V3: "Über die erkennenden Wesenheiten und das Jenseitige", Übersetzung: Werner Beierwaltes, Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit - Plotins Enneade V3 Text, Übersetzung, Interpretation, Erläuterungen, Frankfurt a.M. 1991.

      Ich bin zu krank,um näher darauf einzugehen, aber der Versuch der Gottesschau nach seiner Anleitung ist nicht ohne und erklärt mehr als tausend Worte. (Nicht auf das Licht zugehen. Als kleiner Verweis zu meinem kurzen Kommentar in dem Thread zum Wachträumen. Mag dort unpassend klingen, durch genanntes Nachvollziehen aber durchaus mit bedacht geschrieben.)

      Ich bin da eher Positivist. Nur gibt es verschiedene Bereiche der Philosophie und jede Wissenschaft, der die Philosophie bisher eine Methode verpassen könnte, funktioniert anders. Als kurze und damit leider grob vereinfachende Standortbestimmung.

      PS: Eigentlich ist Plotins wieder modern. Nur in Deutschland und vielen englischsprachigen Gegenden wird er oft beiseite gelassen. Einen Zusammenhang mit der Sprache kann ich aber nicht sehen. Dummerweise sind andere Möglichkeiten nicht sehr schmeichelhaft für uns.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Riothamus ()

    • Eru schrieb:

      wenn ich also etwas überdie welt herausfinden will, muss ich
      etwas über das bewusstsein über mich
      herausfinden um zu verstehen, warum ich
      die welt so erlebe, wie ich sie erlebe,
      oder so erkenne, wie ich sie erkenne.
      Das ist in der Tat wahr. Und genau das macht für mich ja irgendwie den Kern des Weltenbaus und vor allem des Schreibens aus, zumindest mittlerweile. Wenn man sich einmal darauf einlässt, erfährt man am Ende mindestens doppelt so viel über sich selbst, wie über die Welt. Das ist schon sehr faszinierend, finde ich.


      Auch bleibt dieser Schacht
      nicht immer gleich tief
    • Hexenlande! Ich weiß nun nicht, ob ich nach dem ersten Lesen alles so verstanden habe, wie es gemeint war. Wahrscheinlich aber weitgehend. Zumindest aber hat die Lektüre einiges in meiner Phantasie angeregt, dafür danke ich dir und ich bin unglaublich neugierig darauf, noch mehr über diese Welt(en) zu erfahren.

      Sind es Welten? Ich habe es nun so verstanden, dass es einmal die ursprünglich "oberste" Welt gibt oder eher gab, dann die zweite Welt, in der die ganzen Wesen aus dem Meer und dem ersten Baum entstanden sind, und dann noch eine (oder mehrere) dritte Welt, die kleiner ist, und sich innerhalb/ unterhalb der Tümpel bzw. ihrer Reflexion befindet, und worin unter anderem die Menschen angesiedelt sind.

      Ich mag das Konzept mit der Flora-, Fauna- und Geistzentrierung sehr, es wirkt wirklich alt und mystisch und zum sich Verlieren. Ich mag auch deine Sprache, sie ist bildhaft und schön. Manchmal wünschte ich mir ein paar kleine Korrekturen, die es klarer machen würden, wie ein Satz zu lesen ist (Komma oder Aposthrophe, die vielleicht fehlen), so dass es schneller geht.

      Sehr toll finde ich auch die Idee von den alten Schiffen auf dem endlosen Meer als Ursprungsmythos. Sowas habe ich noch nirgends sonst gelesen.

      Also viele Fragen habe ich eigentlich nicht, ich würde nur gerne mehr erfahren von allem ^^
    • Zwei Welten sinds. Mit dem Ascheregen erhebt sich im Urozean der Traumwald, wobei das Schiff der Jägerin als Mond noch drin fährt.

      Dank für Lob und Kritik! Da freut mich sehr, dass der Text Bilder weckt! :) Dass man über meine Sätze stolpert, ist mir auch nicht neu. Mh, Apostrophe hab ich ein bisschen verlernt, aber da versuche ich mehr drauf zu achten nun.

      Zuletzt hab ich am Technologiebaum und der Hexerei gewerkelt, aber letztere hängt ja an der Mystik, also wenns da vorangeht bring ich das mal her.
      > Möchte in Fantasy-Ausrichtung an den Erfolg von Scientology anknüpfen.