[Silaris, Nachtblumenland] Chemische Schwächung und Stärkung der Elementarmagie

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    • [Silaris, Nachtblumenland] Chemische Schwächung und Stärkung der Elementarmagie

      Dieses Thema habe ich mal noch etwas ausführlicher bebastelt und würde es gerne zur Diskussion stellen. Vielleicht hat ja noch jemand Fragen und Anmerkungen.

      Mir war schon lange klar, dass ich etwas brauche, womit die Elementarmagie unschädlich gemacht wird, wenn die Magier beispielsweise im Gefängnis sitzen und was ihre Fähigkeiten bedrohen kann.

      Die Grundidee kam, wenn ich mich recht entsinne, von der Verwendung von Scopolamin als Hilfsmittel bei Verhören, über die ich irgendwo gelesen habe. Irgendwie scheint Elementarmagie bei mir über Acetylcholin vermittelt zu werden…

      Das gilt natürlich für Silaris und weil die dasselbe Magiesystem haben auch fürs Nachtblumenland.

      Unterdrückende Wirkung:

      Nachtschattenalkaloide wie Scopolamin und Hyoscyamin (Atropin) wirken dämpfend auf die elementarmagjschen Fähigkeiten und zwar schon in Konzentrationen, die sonst keine spürbare Giftwirkung haben.

      Normalerweise ist dieser Prozess reversibel und das Gift muss dauerhaft verabreicht werden, wenn man beispielsweise verhindern will, dass der gefangene Sauerstoffmagier das Gitter vor seiner Zelle einfach wegrosten lässt. Eine elementarmagische Gabe endgültig zu vernichten ist äußerst schwer und nur bei Dosen möglich, die erhebliche Vergiftungserscheinungen auslösen. Dies stört die Feinde von Elementarmagiern jedoch nicht unbedingt und es gibt auch verzweifelte Elementarmagier, die freiwillig versuchen es so loszuwerden.

      Sehr fähige Stickstoffmagier sind manchmal resistent und ganz selten kommt das auch bei Sauerstoff, - Kohlenstoff- und Wasserstoffmagiern vor.

      Die Wirkung dieser Substanzen wird auch in der medizinischen Versorgung von Elementarmagiern verwendet, weil damit die Stärke der Gaben modifiziert werden kann. Bei elementarmagischen Krisen, werden teilweiserecht hohe Konzentrationen angewendet, um Körper und Geist des Patienten die Möglichkeit zu geben, sich davon zu erholen. Ob man die Nebenwirkungen in Kauf nimmt, muss dann im Einzelfall entschieden werden.

      In Elavien, wo Elementarmagie abgelehnt wird ist es weit verbreitet „gefährdeten“ Kindern Stechapfel zu verabreichen, was immer wieder zu schweren Vergiftungen führt. Die Behörden versuchen gegen diese Praxis aufzuklären, aber nur mit mäßigem Erfolg. Gefährdet sind dann alle, die sich nicht ganz so verhalten, wir es die gesellschaftlichen Konventionen verlangen, besonders häufig Mädchen.

      Verstärkende Wirkung

      Hierfür gibt es auch entsprechend wirksame Pflanzengifte, allerdings wachsen diese Pflanzen in Elavien, wo die Nachfrage eher gering ist und sie als „Dämonenkraut“ verschrien sind. Illegale elavische Elementarmagier kennen die Wirkung, sie ist Teil ihres Geheimwissens, außerhalb von Elavien ist siebisher aber noch unbekannt. Es gibt aber viele Leute, die sich sehr darüber freuen würden, ob es noch dazu kommt, muss ich mal schauen.

      Bisher ist man zu diesem Zweck in Arunien und Ruaris aber auf künstlich hergestellte phosphororganische Verbindungen angewiesen, die ansonsten als Insektizide oder Chemiewaffen verwendet werden, entsprechend klein ist die therapeutische Breite für alle Nicht-Phosphormagier (Sauerstoffmagier sind teilweise auch noch recht gut resistent, aber die anderen tun sich schwer). Es gibt zwar medizinische Formulierungen zur Anwendung bei elementarmagischen Blockaden, aber sie kommen recht selten zum Einsatz.

      Wesentlich häufig treten diese Effekte ungewollt im Rahmen von Vergiftungen auf. Alle Vergiftungen (außer den oben genannten) können latentes elementarmagisches Potenzial wecken, aber das ist dann ein seltener Glücksfall. Bei diesen Giften kann man aber davon ausgehen, dass sie bei jedem latenten Phosphormagier zur manifesten Elementarmagie führen. Weil bei Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, latente Phosphormagie sehr häufig ist, passiert das sehr oft, wenn sie nicht mit penibler Schutzausrüstung arbeiten. Vielen der Betroffenen fällt das aber gar nicht auf, sondern sie halten die Effekte für Instinkt oder Intuition. So können die Herstellerfirmen die Gefährlichkeit in der praktischen Anwendung schön herunterrechnen und sich gegen Verbotsanträge zur Wehr setzen.

      Bei einer schweren akuten Vergiftung kann es jedoch gelegentlich auch vorkommen, dass jemand ohne latente Phosphormagie innerhalb von Sekunden zu einer manifesten Gabe kommt, normalerweise dauert das Jahre, meist mehr als zehn. Diese Leute sind zwar zunächst vor der Vergiftung gerettet, aber wenn sie nicht sofort intensiv elementarmagisch betreut werden, ist ihr Leben häufig sehr kurz und unschön, weil sie das nicht verkraften.

      Die Herstellerfirma Ultiria wurde deswegen kurzzeitig dazu verpflichtet bei den Sicherheitshinweisen auch „kann zu ungewolltem Auftreten von Elementarmagie führen“ aufzuführen. Davon kam man dann aber wieder ab, weil manche Leute das als Einladung verstanden haben und sich Vergiftungen zugezogen haben. Für die bei Ultiria tätigen Elementmagier war das Ganze ein Running Gag.

      Auch Personen, die schon Elementarmagier sind, sind von den verstärkenden Eigenschaften oft sehr fasziniert und experimentieren gerne damit, was auch öfter schiefgeht. Selbst für gute Phosphormagier, die die Gifte sicher kontrollieren können ist eine gedankenlose Anwendung sehr gefährlich, weil natürliche Belastbarkeitsgrenzen verschoben werden. Schlimmstenfalls arbeiten sie dann mit ihren Gaben bis sie tot zusammenbrechen, ohne vorher irgendwelche Warnzeichen bemerkt zu haben.
    • Wow, ich finds klasse wie tief du dein Magiesystem in der Realität verwurzelst und ich liebe natürlich die Alltagsdetails, wie hier die Stechapfelgabe, oder die Geschichte mit Ultiria. ^^
      Spannend, dass man plötzlich Magier werden kann und dass das so gravierende Folgen hat.

      Ich frage mich Folgendes:

      -Phosophormagier haben einen menschlichen Körper, sind aber gegen phosphorhaltige Gifte resistent, die sonst im Körper reagieren würden. Warum sind dann nicht alle Stickstoffmagier gegen Alkaloide immun?
      (Du hast allerdings auch schon gezeigt, dass auch Phosphormagier mit Parathion überdosieren können.)

      -Können Magier die Atome ihres eigenen Körpers kontrollieren?

      -Sind Menschen die einzigen Wesen, die elementarmagisch sein können?
    • Vielen Dank fürs Lob und die anregenden Fragen. Und du hast auch gleich zielsicher zwei schwierige Punkte in meinem Elementarmagie-System entdeckt. Deswegen fange ich mit denen mal an.

      Tö schrieb:

      Können Magier die Atome ihres eigenen Körpers kontrollieren?

      Nur, wenn irgendwelche Moleküle dort verändert wurden. Der Kohlenstoffmagier kann nicht die eigene DNA neu arrangieren, aber ein Benzolmolekül davon abpflücken geht. Da ist aber zugegebenermaßen viel isso im Spiel, weil ich nicht möchte, dass die Leute ihre Gene optimieren und womöglich sogar die Alterung aufheben können. Bei anderen ist das grundsätzlich möglich, aber sehr schwierig und gilt als zutiefst unmoralisch.

      Tö schrieb:

      Sind Menschen die einzigen Wesen, die elementarmagisch sein können?

      Nein. Andere Lebewesen können zumindest auch die passiven Fähigkeiten haben (Nährstoffe finden, Resistenzen…) Ob da noch mehr geht, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Da sind die Theorien über das Bewusstsein von Tieren ja auch zu unterschiedlich, bis jetzt habe ich nichts in die Richtung, kann aber nicht sicher sagen, ob es irgendwann noch kommt. Weitere kulturschaffende Spezies hat Silaris ja nicht.

      Tö schrieb:

      Phosophormagier haben einen menschlichen Körper, sind aber gegen phosphorhaltige Gifte resistent, die sonst im Körper reagieren würden. Warum sind dann nicht alle Stickstoffmagier gegen Alkaloide immun?
      (Du hast allerdings auch schon gezeigt, dass auch Phosphormagier mit Parathion überdosieren können.)

      Bei anderen Alkaloiden ist das der Fall, aber anders als beim reinen Element ist bei Verbindungen„elementarmagische Arbeit“ erforderlich. Sie können das Gift entweder von sich fernhalten, zersetzen oder die Reaktion im Körper verhindern. Bei den dämpfend wirkenden Giften sind die meisten dafür aber einfach zu langsam und können sich nicht wehren, bevor die Wirkung einsetzt. Das wird auch (offiziell) nirgendwo gelehrt, weil es ja so wichtig für das Rechtssystem ist.

      Manche Stickstoffmagier und auch welche mit Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff können die Wirkung von Rauschmitteln absolut präzise kontrollieren und konsumieren da auch gerne, obwohl das in Silaris wie bei uns weitgehend illegal ist. Von Elementarmagiern produzierte und vertriebene Designerdrogen sind auch ein großes Thema, auch wenn das langsam mit dem Thread nichts mehr zu tun hat. Fakt ist jedenfalls, dass man entgegen der landläufigen Meinung lieber die Stickstoffmagier als die Arsenmagier aus der Küche fernhalten sollte. In Arunien beim Alchimistenzirkel kommt es immer wieder vor, dass solche Novizen es witzig finden, das anderen ins Essen zu mischen. Dabei bedenken sie nicht, dass ein untrainierter Fluormagier auf Crystal Meth alles andere als witzig ist.

      Hundertprozentig sicher funktioniert der Schutz aber nur beim eigenen Element in reiner Form, bei Verbindungen kann immer was schiefgehen, beispielsweise wenn sie dem Gift zu lang ausgesetzt und ihre Kräfte sie verlassen, oder auch nur, weil sie erste Vergiftungserscheinungen merken und Angst bekommen. Das hängt auch davon ab, wie viel Vertrauen sie zu ihrem Element und ihren Fähigkeiten haben und wie sie in Bezug auf Gifte erzogen sind. Es gibt den Spruch „Elementarmagier sind gegen Gifte, die ihr Element enthalten nicht immun, sie sterben nur langsamer und qualvoller daran.“ Das trifft aber auf Phosphormagier und Parathion nicht zu, wenn sie sich halbwegs geschickt anstellen, weil sie dank der verstärkenden Wirkung eine Art Gleichgewichtszustand erreichen und dann auch über einen langen Zeitraum hohe Dosen tolerieren können. Diejenigen, die ein Händchen für Gifte haben, schaffen das völlig mühelos, aber es gibt auch welche, die es nicht können.
    • Snapshot schrieb:

      Was ist eine elementarmagische Blockade? Ist das ein spezifisches Krankheitsbild?

      Das entsteht, wenn die Verbindung zwischen Magier und Element nicht richtig funktioniert. Dafür gibt’s jetzt keine wissenschaftliche Erklärung, das gehört zum magischen Teil des Ganzen. ;)
      Bei „fertigen“ Elementarmagiern kann das auftreten, wenn sie sich bei der Anwendung ihrer Magie überanstrengen, oder psychisch bedingt, wenn sie mit ihrem Element in einer Form/Verbindung konfrontiert werden, die sie stark ablehnen. Bei leichten Fällen führt das „nur“ dazu, dass sie ihre Magie nicht mehr richtig anwenden können. Wenn das nicht von selbst besser wird und unbehandelt bleibt, führt das aber zu chronischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und erhöhter Infektanfälligkeit.
      Die extremste Form des Ganzen ist eine elementarmagische Krise, die selten aus den oben genannten Gründen auftritt, aber häufig beim Übergang von der latenten zur manifesten Elementarmagie. Insbesondere Halogen-und Alkalimetallmagier sind davon sehr oft betroffen, es kommt aber auch bei anderen Elementen vor. In dieser Situation reagieren die Magier sozusagen allergisch auf ihr Element, was mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie plötzlichem hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Atemnot und vor allem dem Versuch das Element auf allen möglichen Wegen aus dem Körper loszuwerden, einhergeht. Wie man sich vorstellen kann, ist das besonders bei Natrium-Chlor- und Kaliummagiern sehr unschön, weil sie ohne ihr Element im Körper nunmal nicht leben können. Fluormagier haben dieses Problem zwar nicht, bei ihnen ist das Ganze aber so heftig, dass sie häufig bereits an einem Kreislaufversagen sterben, bevor irgendjemand ahnt, was ihnen fehlt und helfen könnte.
      Selbst im modernen Arunien sterben noch mehr potenzielle Chlor-und Fluormagier beim Übergang als die Gabe tatsächlich entwickeln, weil Ärzte nicht immer rechtzeitig erkennen, was los ist. Ohne Hilfe überleben da nur diejenigen, die wirklich optimal zu ihrem Element passen.
      Bei Alkalimetallmagiern passt das sehr viel seltener. Das liegt aber nicht daran, dass der Übergang weniger gefährlich ist, sondern dass sie sehr viel altruistischer orientiert sind und einander effektiver helfen.
      Chlor-und Fluormagier neigen häufig zu einem gewissen Maß an Sozialdarwinismus und sehen sich als Elite, weil es ja nur die Härtesten überhaupt schaffen und sie deswegen etwas viel Besseres sind als beispielsweise Phosphormagier, was ja jeder Loser werden kann…
    • Neu

      Amanita schrieb:

      Nur, wenn irgendwelche Moleküle dort verändert wurden. Der Kohlenstoffmagier kann nicht die eigene DNA neu arrangieren, aber ein Benzolmolekül davon abpflücken geht. Da ist aber zugegebenermaßen viel isso im Spiel, weil ich nicht möchte, dass die Leute ihre Gene optimieren und womöglich sogar die Alterung aufheben können. Bei anderen ist das grundsätzlich möglich, aber sehr schwierig und gilt als zutiefst unmoralisch.
      Ich würde sagen, da ist viel Wahrnehmung im Spiel. Davon auszugehen, daß ein Mensch ein einzelnes Molekül konkret wahrnehmen kann, halte ich für unwahrscheinlich. Selbst ein Tröpfchen bestünden wohl aus mehr Molekülen, als man geistig parat halten könnte. Das Gehirn hat zwar eine Menge Nervenzellen, aber Moleküle gibt es auf jeden Fall eine Menge mehr :D
      Da wäre man wohl auf abstrahierende Wahrnehmung angewiesen: man spürt den Stoff, lokalisiert ihn, erkennt die Zusammensetzung der Moleküle (generell) und kann darauf magisch einwirken.
      Der Gag daran ist der: der Verstand reagiert äußerst sensibel auf Veränderungen, jedoch schlecht auf Statik.
      Die Moleküle und Stoffe des eigenen Körpers (diejenigen, die quasi verbaut sind), waren schon immer da, im Zweifel vor der Fähigkeit, sie wahrzunehmen, also ist man daran gewohnt. Alles, was sich außerhalb des Körpers befindet oder neu in diesen eindringt, kann man wahrscheinlich leicht entdecken. Was schon immer da war, übersieht man wohl genauso, wie die Unordnung im eigenen Zimmer :D
      Schon bräuchte man kein Isso mehr und hätte für Notfälle sogar noch ein Hintertürchen für ruchlose Figuren, die sich über die Regeln des Weltenbastlers hinwegzusetzen trachten^^

      Nur so als Gedanke...
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    • Neu

      Danke fürs Gedankenmachen dazu. Das hört sich wirklich schlüssig an.
      Und diese Beschreibung des Prozesses finde ich auch sehr passend.

      Lord Finster schrieb:

      Da wäre man wohl auf abstrahierende Wahrnehmung angewiesen: man spürt den Stoff, lokalisiert ihn, erkennt die Zusammensetzung der Moleküle (generell) und kann darauf magisch einwirken.