Phonetisches Alphabet als Über-Schrift?

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    • Phonetisches Alphabet als Über-Schrift?

      Hey,
      seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken zu den Orts-, Volks- und Personennamen meiner Welt, bzw. zu deren Schreibweise, da sie alle mit dem Gedanken "Das sieht 8) aus so" entstanden sind. Später habe ich die unterschiedlichen Schreibweisen desselben Lautes auf unterschiedliche inworld-Schriften geschoben, die ich eben 1:1 übersetzt habe. (In dieser Schrift wird das "sch" aus den Zeichen für /s/ und /h/ kombiniert, also schreibe ich "sh", im Gegensatz zu dieser Schrift, wo es ein eigener Buchstabe ist, daher "š".) Mittlerweile weiß ich aber, dass die wenigsten dieser Völker Schriftkenntnisse haben :facepalm: und da ich jemand bin, den sowas nervt und ich solche Dinge gern einheitlich gestalte, habe ich überlegt als outworld-Alphabet eine vereinfachte Form des IPA zu verwenden.
      Kennt jemand ähnliche Überlegungen?
      Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen damit gemacht?
      Oder verwendet ihr ein einheitliches, aber längst nicht so kompliziertes System, wie das IPA?
      Immer gern her mit euren Kommentaren! :kuschel:
    • Eine einheitliche Schreibweise kann schon was hilfreiches sein, darum bemühe ich mich bei meiner Welt auch (bemühen heißt ja nicht, dass man es immer schafft :pfeif: ), von den IPA-Zeichen habe ich aber schnell abstand genommen, weil es mir zu mühselig war, bestimmte Zeichen, die ich durchaus häufiger gebraucht hätte, in meine Texte einzubinden; darauf greife ich nur zurück, wenn es unbedingt sein muss. Daher habe ich eine standardisierte Schreibweise für die Laute festgelegt, bei der ich mit meiner Standardtastatur auskomme :lol: .
    • Ngiana darf, so weit ich das momentan sehe, einfach messy sein. D.h. nicht nur heißen alle Orte, Namen, Begriffe in jeder Sprache und jeder Ära anders, ich mach mir nicht mal mehr besonders Mühe, jede einzelne Schreibweise zu notieren.

      Beispielsweise hab ich in nem Speedbastelbeitrag den Gott Mjat bezeichnet - ich weiß, welcher Gott gemeint ist, auch wenn ich diese exakte Schreibweise noch nie verwendet hatte.

      -

      Ansatz #2 ist, mir für gewisse Namen eine deutschsprachige Version zurechtzulegen, die im Prinzip noch nicht einmal besonders nah daran liegen muss, wie es in-world heißt. Ganz ähnlich wie europäische Kolonialisten auf Karten die Städte einfach so genannt haben, wie sie ungefähr für ihre Ohren klangen.

      Das basiert darauf, dass Namen in-world einfach auch überhaupt nicht stabil sind. Auf Deutsch schreibe ich es einfach so, wie es gerade klingt - auf Englisch würde ich wieder anders schreiben.
      Twrtiniač wird auf Deutsch einfach zu Tortinien, und auf Englisch zu Tortinia. In dem Fall ist die englische Form sogar näher an der in-world-Aussprache (der Neuzeit und von den Tortiniern selbst.)

      Kulturen ohne Schriften funktionieren auf diese Weise im Prinzip genauso gut wie welche mit Schrift. Ich mag es zwar sehr, mir fancy Schreibweisen auszudenken, die in-world-Alphabeten entsprechen - aber letztlich kann ich auch einfach auf der Ebene "heißt gar nicht wirklich so, wird aber mit Deutsch/Englisch so approximiert" bleiben.

      Zumindest mir geht es so, dass ich mir die Aussprachedetails eines Namens sehr lange merke, wenn ich einmal darüber nachgedacht habe, insofern hab ich da nicht so das Bedürfnis, es lautschriftlich festzuhalten.

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Ich hatte mal eine "Universal"-Umschrift, die ich für alle meine Sprachen verwendet; sie ist hier dokumentiert. Da aber die Phonologien realer Sprachen zu verschieden sind, funktioniert so was nicht allzu gut. Ich benutze diese Umschrift heute noch gelegentlich, um daraus Umschriften für meine Sprachen abzuleiten, aber ich benutze sie nicht mehr als solche. Es ist zwar sinnvoll, eine gewisse "einheitliche Linie" in den Transkriptionen verschiedener Sprachen einzuhalten, aber das hat seine Grenzen, denn der Versuch, alles "phonetisch" zu schreiben, würde zu unnötig umständlichen Schreibweisen führen. Wenn etwa eine Sprache bei den Verschlusslauten einen Unterschied zwischen aspiriert und nicht aspiriert, aber nicht zwischen stimmlos und stimmhaft macht, dann ist es sicher ökonomischer, die aspirierten Laute p, t, k und die nicht aspirierten b, d, g zu schreiben (wie es z. B. die Pinyin-Umschrift des Mandarin macht), als mit h-Digraphen oder diakritischen Zeichen bei den aspirierten Verschlusslauten herumzumeiern.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • Ich habe jetzt angefangen, eine Liste aller IPA-Zeichen auf möglichst Schreibbares runterzubrechen... So viele Diakritika gibt's auf keiner Tastatur...

      Nharun schrieb:

      Daher habe ich eine standardisierte Schreibweise für die Laute festgelegt, bei der ich mit meiner Standardtastatur auskomme .
      Würdest du uns vielleicht daran teilhaben lassen? Das wäre sicher eine gute Inspirationsquelle! :)

      Jundurg schrieb:

      Ansatz #2 ist, mir für gewisse Namen eine deutschsprachige Version zurechtzulegen
      Das halte ich in vielen Fällen (allerdings auch sehr inkonsequent) auch so, nur habe ich dann das Gefühl kein richtiges Gefühl für die Sprache und ihre Andersartigkeit zu bekommen. Und ich glaube, dass das auch viel mit meiner inneren Konzeption einer Kultur zu tun hat.
    • Neu

      Ich wär froh schon so weit zu sein... Ich versuche grad die Laute herauszusuchen... aber es kommen immer mehr Tabellen, immer mehr Laute... und wenn man denkt, man hat alles, kommt noch eine Tabelle und noch eine... Ich blick da nicht mehr durch und bin total überfordert -.-'

      Wie findet ihr euch nur zurecht die richtigen Laute zu isolieren?
      "Sel'ana... Wir werden bestehen." - Arinai Shuir del'Julinya
    • Neu

      Hey Nikedah,

      ich habe ähnliche Überlegungen wie du gemacht. Mein Problem war, dass ich Wert auf recht komplexe Schriftzeichen legen wollte, gleichzeitig ist die Sprache, die ich mir ausgedacht habe, sehr lautbasiert. Dadurch bin ich auf die Idee gekommen, nur Laut zu nutzen, dabei habe ich mich an unserem Alphabet orientiert und ich habe mich schlussendlich auf folgende Laute (jetzt mal als Buchstaben dargestellt) beschränkt:

      A
      E
      I
      O
      U
      B/P
      C/S/Z
      D/T
      F/V/W
      G/K/Q/CK
      H
      L
      M
      N
      R

      Ich habe also praktisch das unsere Alphabet ein wenig minimalisiert. O und U könnte man auch noch zusammenfassen. H könnte man vollkommen streichen, dann müsste man sich allerdings eine Darstellungsmöglichkeit für CH überlegen, daher habe ich es belassen.

      Dadurch, dass ich so nur 15 Schriftzeichen überlegen musste, habe ich es mir ein bisschen einfacher gemacht und bin immer noch sehr zufrieden damit. :) Und trotz der Tatsache, dass ich doch recht perfektionistisch bin, fand ich es am sinnvollsten die Sache intuitiv anzugehen, weshalb ich die IPA-Zeichen überhaupt nicht berücksichtigt habe - das war mir ehrlichgesagt viel zu komplex und es würde so oder so nicht das mögliche Problem lösen, dass meine Spezies ganz andere Laute produzieren kann, als Menschen.


      Auch bleibt dieser Schacht
      nicht immer gleich tief
    • Neu

      Oh, deinen Beitrag hatte ich ja völlig übersehen! :-[

      WeepingElf schrieb:

      dann ist es sicher ökonomischer, die aspirierten Laute p, t, k und die nicht aspirierten b, d, g zu schreiben
      Ja, das kann schon sein, aber genau solche Dinge machen für mich die Besonderheiten einer Sprache aus, dass es beispielsweise kein b, d, g gibt, aber viele p, t und k, mal mit, mal ohne h. ;D
      Anders als die meisten (ist zumindest mein Gefühl) bearbeite ich auch eine ganze Welt gleichzeitig, statt einiger ausgewählter Kontinente (natürlich zu Lasten der Komplexität der einzelnen Gebiete, aber das kommt mit der Zeit). Und da ich über 50 kulturschaffende Spezies dort angesiedelt habe, gibt es eben hunderte von Sprachen, von denen auch die Zahl der relevanten irgendwo um die 50 liegen wird. :freak:
      Da möchte ich dann halt schon einen Überblick behalten, welche Sprach(famili)e welche Auffälligkeiten hat. Und das halte ich mir am sinnvollsten in der Schreibweise fest. (Außerdem habe ich nichts gegen komplizierte Namen, wenn ich sie denn lesen (und schreiben!) kann.)

      Akira schrieb:

      Wie findet ihr euch nur zurecht die richtigen Laute zu isolieren?
      Du meinst, wenn man eine neue Sprache basteln will? Da orientiere ich mich an dem Klang der mir vorschwebt (weich, hart, langsam (viele Vokale), schnell (wenig Vokale), retroflexe, emphatische Laute, Klicks), halt das, was ich ausprobieren will. Daraus sammle ich mir dann ein Lautinventar zusammen. Du kennst diese Lauttabellen der verschiedenen Sprachen? Schau dir ein paar davon an, dann bekommst du einen Eindruck, welche Konstanten es gibt und wo man besonders viel rumspielen kann (oder du wirfst alles absichtlich übern Haufen und schaffst eine absolut fremdartige Sprache).
      Ich hoffe, das hilft dir auch nur ansatzweise. Sonst kann ich dir auch noch David Petersons Youtube-Kanal empfehlen, ich weiß aber gerade nicht, ob er da auch auf Lautinventare eingeht.

      @Mrs. Mortisaga Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz... Heißt das, du hast so weit wie möglich reduziert, und kannst jetzt mit einem Buchstaben in den verschiedenen Sprachen unterschiedliche (mit ihm assoziierte) Laute darstellen? Dann muss man sich eben nur noch merken, wie die Sprache klingt... Für mich aber eher nicht geeignet, glaube ich. Vielleicht habe ich dich ja aber auch missverstanden. :weissnicht:
      Auf jeden Fall danke für die Idee, sie fasziniert mich schon noch...
    • Neu

      Nikedah schrieb:


      @Mrs. Mortisaga Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz... Heißt das, du hast so weit wie möglich reduziert, und kannst jetzt mit einem Buchstaben in den verschiedenen Sprachen unterschiedliche (mit ihm assoziierte) Laute darstellen? Dann muss man sich eben nur noch merken, wie die Sprache klingt... Für mich aber eher nicht geeignet, glaube ich. Vielleicht habe ich dich ja aber auch missverstanden. :weissnicht:
      Auf jeden Fall danke für die Idee, sie fasziniert mich schon noch...

      Noch einfacher denken:

      Ich kann zum einen unsere Sprache übersetzen, zB: "Ich gehe klettern." Ich kanns jetzt hier nicht übersetzen, da die Schriftzeichen ja auf der Tastatur nicht existieren. g und k hätten das gleiche Schriftzeichen.

      Ich kann aber auch die fremde Sprache so schreiben: "Esq'r na es Can'htur" (so würde es mit lateinischen Buchstaben aussehen), in der anderen Sprache hätten q und c das gleiche Schriftzeichen.


      Auch bleibt dieser Schacht
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