[2018/05][Silaris] Der arunische Alchimistenzirkel

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    • [2018/05][Silaris] Der arunische Alchimistenzirkel

      Der arunische Alchimistenzirkel

      Einführung und Struktur

      Das Slowbastel-Thema für Mai bietet sich an, um den aktuellen Bastelstand zu dieser hoch angesehenen, altehrwürdigen Institution *hust* zu Papier zu bringen.

      Im Alchimistenzirkel sind alle arunischen Elementarmagier organisiert und auch die Ausbildung findet dort statt. Die Mitgliedschaft ist gesetzlich verpflichtend, jedenfalls wenn man es nicht schafft das Elementarmagiersein erfolgreich geheim zu halten.

      Wenn man den Aruniern so zuhört, könnte man meinen, dass es sich hierbei um eine sehr verhasste Institution handelt, aber kaum jemand möchte den Alchimistenzirkel wirklich abschaffen. Worüber sollte man denn sonst Verschwörungstheorien stricken (Nicht-Elementarmagier), sich über Ineffizienz, sinnfreie Rituale und langweilige Versammlungen aufregen und gegen die nicht mit dem freiheitlichen arunischen Geist zu vereinbarende Mitgliedschaftspflicht protestieren (Elementarmagier)?

      Davon einmal ganz abgesehen wären die arunischen Elementarmagier sowieso völlig außerstande sich in endlicher Zeit auf irgendein Alternativkonzept zu einigen…

      Im Alchimistenzirkel gibt es fünf unterschiedliche Ränge. Der unterste Rang sind die Novizen, Elementarmagier ohne vorherige Ausbildung. Die Arunier wecken elementarmagische Gaben nicht gezielt wie das in Sarilien üblich ist, sondern warten darauf, dass sie sich von selbst zeigen. Im Durchschnitt passiert das im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, Abweichungen nach oben und unten sind jedoch möglich und nicht allzu selten. Kinder unter zwölf Jahren werden im Normalfall noch nicht ausgebildet und bei Neu-Elementarmagiern, die über 30 sind wird von Fall zu Fall entschieden, ob sie auf die gemeinsamen Unterrichtseinheiten, Seminare und Reisen verzichten dürften. Novizen dürfen noch nicht an Versammlungen teilnehmen und werden engmaschig durch ihren ausbildenden Adepten betreut. Sie tragen weiße Roben.

      Nach ihrer ersten Prüfung erhalten die Novizen die blaue Robe der Eleven und dürfen an den Versammlungen teilnehmen. Eleven haben wesentlich weniger gemeinsame Veranstaltungen als Novizen und von ihnen wird mehr Selbststudium erwartet.

      Wenn auch diese Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen ist, werden die Eleven zu Alchimisten und dürfen violette Roben tragen. Damit ist ihre Pflichtausbildung beendet und wenn sie möchten, können sie sich dann vom Alchimistenzirkel zurückziehen.

      Wer sich dort mehr engagieren möchte, oder höhere Ämter in der chemischen Forschung oder Industrie anstrebt, tut aber gut daran sich weiter zu bilden, um irgendwann den Rang eines Adepten einnehmen zu dürfen. Die Adepten tragen rote Roben und dürfen bzw. müssen im Gegensatz zu den einfachen Alchimisten selbst Novizen ausbilden. In der Realität unterscheiden sich verschiedene Adepten in ihrem diesbezüglichen Engagement aber sehr. Insbesondere diejenigen, die als Lehrer oder Hochschullehrer tätig sind, haben fast ständig Novizen, während andere sehr bemüht sind dem Thema aus dem Weg zu gehen.

      Der höchste Rang im Alchimistenzirkel ist des Magisters oder Zirkelrats. Dieses Amt wird für jedes Element nur durch einen Magier und dessen Stellvertreter ausgeübt und ist recht zeitaufwändig.

      Die Ausbildung im Alchimistenzirkel ist kostenlos, allerdings müssen alle arunischen Elementarmagier später einen prozentualen Anteil ihres Gehalts an den Alchimistenzirkel abgeben, womit die Ausbildung, die Ausstattung, die Gehälter der Zirkelratsmitglieder und weitere Ausgaben finanziert werden.

      Im nächsten Teil geht es dann um die Geschichte und warum der Alchimistenzirkel überhaupt so heißt.
    • Geschichte

      Den Silaris-Bewohnern war nicht immer klar, dass es unterschiedliche Elemente gibt, die Grundlage ihrer magischen Fähigkeiten sind. Im antiken Silaris gab es nur eine Magie, die sich bei verschiedenen Magiern eben unterschiedlich zeigt.

      Trotzdem konnten die Elementarmagier der Vorgängerkulturen der Arunier natürlich schon immer chemische Verbindungen erspüren und Reaktionen beobachten, waren aber noch nicht in der Lage dies zu erklären.

      Aus diesem Grund entstand bei den gebildeten Magiern der Oberschicht eine reichhaltige Bildsprache, mit der diese Dinge beschrieben wurden und die Kunst und Kultur bis heute mitprägt.

      Magier, die Chemie betrieben haben, wurden als Alchimisten bezeichnet. Anders als ihre Namensvettern auf der Erde hatten sie allerdings nie das Ziel andere Metalle in Gold zu verwandeln, weil ihnen bereits intuitiv klar war, dass dies mit ihren Fähigkeiten unmöglich ist. Trotzdem strebten sie die Herstellung von Edlem aus Unedlem her, beispielsweise Porzellan oder künstliche Edelsteine.

      Unter den Alchimisten fanden sich häufig Magier der klassischen Metalle, in Silaris kommt zu den sieben bei uns noch ein achtes dazu, weil dort auch Platin zu finden ist. Es handelt sich also um Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Quecksilber, Blei und wie bereits erwähnt Platin. Neben der Suche nach Materialien beschäftigten sich die Alchimisten auch mit dem Teilbereich der Pharmazie, der Mineralien und künstliche Verbindungen zum Einsatz brachte. Die Alchimisten unterwarfen sich strengen Ehrenkodizes, die meist eingehalten wurden und waren dann auch sehr angesehen. Im Normalfall waren es Männer.

      Daneben gab es auch das Feld der aus der Natur (Pflanzen, Tiere, Pilze) entnommenen Heilmittel (und Gifte), in dem hauptsächlich weibliche Magierinnen tätig waren, die manchmal als Hexen beschimpft, aber nie systematisch verfolgt wurden. Die meisten von ihnen waren Stickstoffmagierinnen, außerdem gab es auch welche mit Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel. Phosphormagierinnen, die giftigen und im Dunkeln leuchtenden weißen Phosphor und pyrophore Phosphorwasserstoffverbindungen erzeugen konnten, waren besonders gefürchtet…

      Allgemein galt damals Organisches als feminin und Anorganisches als maskulin, was dann auch unbewusst auf Metalle und Nichtmetalle und die „Vermählung“ dieser beiden bezogen wurde. Insbesondere die Auswirkungen des Sauerstoffs auf Metalle wurden als Symbol für die Verführung der Männer zur Abweichung vom Pfad der Tugend durch attraktive Frauen gedeutet. Später, als dessen Bedeutung besser verstanden wurde, wurde Sauerstoff dann aber zu einem männlichen Element umgedeutet und heute wissen davon nur noch wenige Historiker.

      Diese Welt war sicher nicht perfekt, aber bei dem, was geschah als sich die Erkenntnis über die einzelnen Elemente verbreitete, sehnten sich viele danach zurück, denn dann wollten die Elementarmagier wissen, welches Element am mächtigsten war und führten einen langen, blutigen Krieg.

      Die Metallmagier taten sich dabei recht schnell zusammen, weil sie sich auf die alchimistischen Traditionen und Kodizes besonnen hatten, allerdings ohne die Alkalimetallmagier, weil die zu dem Zeitpunkt schon von den Halogenmagiern versklavt worden waren.

      Als der Sauerstoffmagier-Warlord feststellen musste, dass seine geliebte Tochter eine Eisenmagierin war, brachte ihn dies dann doch zum Nachdenken und am Ende dieses Prozesses stand ein Friedensschluss zwischen Sauerstoffmagiern und Metallmagiern, der als Geburtsstunde des Alchimistenzirkels betrachtet wird. Gegen die vereinte Macht dieser beiden Gruppen hatten die meisten anderen nicht mehr viel entgegenzusetzen und auch Schwefel, Stickstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff schlossen sich bald an.

      Nur die Chlor-und Fluormagier (die damals noch nicht wussten, dass sie unterschiedliche Elemente haben) und die Phosphormagier wollten es wissen und kämpften weiterhin gegeneinander und gegen die anderen.

      Bei einem heftigen Duell stellten der Anführer der Halogenmagier, ein Fluormagier und die Anführerin der Phosphormagier fest, dass zwischen ihren Elementen auch recht starke Anziehungskräfte vorhanden sind. Sie beendeten das Duell ohne Sieger und kämpften von nun an gemeinsam gegen die anderen.

      Inzwischen hatte die normale Bevölkerung aber längst die Schnauze voll, um es mal lapidar zu sagen und selbst die charismatische Phosphoranführerin konnte sie nicht mehr davon überzeugen, dass sie alles nur zu ihrem Besten tat, deswegen mussten sich diese Gruppen ebenfalls auf Friedensverhandlungen einlassen und schließlich waren alle im Alchimistenzirkel vereint…

      Jedes Mitglied des neuen Alchimistenzirkels musste einen Eid schwören, der an den früheren Ehrenkodex der Alchimisten angelehnt war und die Anwendung von Elementarmagie oder chemischen Waffen im Krieg wurde zu einem absoluten Tabu erklärt.

      Daran hielten sich die Mitglieder tatsächlich fast 800 Jahre lang, zwar nicht immer, aber meistens.

      Dominiert wurde der Alchimistenzirkel von den Metall-und Sauerstoffmagiern, schließlich stammte die Idee ja von ihnen. Die Chlor-und Phosphormagier wurden mit großem Misstrauen betrachtet und es wurde versucht ihre Zahl möglichst gering zu halten. Der Alchimistenzirkel gab sich keine Mühe, die Phosphormagier, denen gar nicht bewusst war, dass sie solche waren darüber aufzuklären und niemand half den Chlor-und Fluormagiern bei ihrer Übergangskrankheit, sodass die meisten daran starben. Diejenigen, die doch zum Alchimistenzirkel kamen wurden mit Reichtum und Ämtern versorgt, damit sie keinen Grund hatten Ärger zu machen.

      Dies wurde lang selbst vor den allermeisten Elementarmagiern geheimgehalten bis die überaus neugierigen und kritischen Novizen Valerius Aropus (Fluor), Dorea Verita (Calcium), Lucasta Clossiana (Phosphor) und Rabanus Ostreatus (Chlor) zum Alchimistenzirkel kamen. Valerius und Rabanus waren verständlicherweise wenig entzückt darüber, dass die Alchimistenzirkelführung sie ganz bewusst hätte sterben lassen, wenn sie das Einsetzen ihrer Gaben nicht aus eigener Kraft überlebt hätten und die sozial engagierte Dorea und die selbst aus der Arbeiterschicht stammende Lucasta waren ebenfalls empört über diese Vorgehensweise.

      Nach dem Vorbild ihrer Streichholzarbeiter-Kolleginnen entwickelte Lucasta einen Plan, um diese Vorgehensweise and die Öffentlichkeit zu bringen. Dieser führte zum Erfolg und die Zirkelführung sah sich gezwungen ihre Vorgehensweise zu ändern, was inzwischen (nochmal knapp 200 Jahre später) eine Selbstverständlichkeit ist und über die frühere Praxis wird nicht mehr gerne geredet.