[WBO] Wie bewerte ich als Juror?

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    • [WBO] Wie bewerte ich als Juror?

      Knochen fragte mich letztens, wie das denn mit dem Bewerten vor sich geht, da er ja noch nie Juror und entsprechend unsicher war, was da zu tun ist.
      Die Antwort per PN geriet etwas lang ... aber auch ausführlich.

      Da das unterschiedliche Bewerten der einzelnen Juroren ja schon häufiger ein Thema war, dachte ich mir, es wäre vielleicht ein guter Ansatz, zumindest ein bißchen die Gleichheit der Bewertungspraktiken zu begünstigen.
      Ich halte das, was ich geschrieben hatte, nicht für allgemeingültig, und bestimmt sieht mancher das eine oder andere nicht so. Aber dann wäre es zumindest hilfreich, darüber zu diskutieren. Mich würde zumindest manchmal wirklich interessieren, wie andere denn so bewerten, bzw. was man so von meiner Vorgehensweise hält, und ein bißchen Kommunikation darüber kann nicht schaden.

      Vielleicht könnte man ja diese PN zukünftig so oder in abgewandelter Form ja jedem Juror automatisch (z.B. im Tool verlinkt) verfügbar machen. Und wenn ich grad so drüberlese, eigentlich jedem Teilnehmer auch.

      Die PN (leicht verändert nach nochmaligem Durchlesen):

      Gomeck schrieb:


      Ist eine Disziplin beendet, können die Juroren im Tool Bewertungen vornehmen. Das erfolgt mit Hilfe von vier verschiedenen Aspekten: Originalität, Detailreichtum, Stimmigkeit, Vorgabentreue.
      Pro Bereich vergeben wir 1-10 Punkte. 10 Punkte wäre die beste Bewertung, 0 Punkte können nicht vergeben werden.

      Wichtig ist, dass man die Bewertungen für sich betrachtet und nicht in Abhängigkeit zu den anderen Beiträgen. Was wir damit meinen: wir gehen nicht her und sagen, der detailreichste Beitrag entspricht 100% und kriegt also 10 Punkte, die anderen messen sich daran, sondern betrachten die Beiträge alle für sich. Wenn bei einer Disziplin fünf detailarme Beiträge eingereicht werden, bekommen sie alle fünf niedrige Punktzahlen bei Detailreichtum.

      - Originalität: hier wird geschaut, wie originell das Ganze ist, ohne es zu übertreiben - ein "völlig normales", alltägliches Ergebnis bekommt hier weniger Punkte als ein etwas abgefahreneres, allerdings kann man es auch mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Sachen übertreiben, das ist dann nicht mehr originell, sondern übertrieben und gewollt "lustig".
      Zur Bewertung: hier ist es natürlich schwierig, wenige Punkte zu vergeben, originell sind die Beiträge eigentlich immer in irgendeiner Weise, das hängt schon alleine mit der oft schwierigen Aufgabenstellung zusammen. Ist die Aufgabe besonders originell gelöst, dann kann es mal 9-10 Punkte geben, bei sehr unoriginellen Lösungen vielleicht mal 5 oder so, weniger wird selten vergeben, 10 aber auch.

      - Detailreichtum: man kann eine Aufgabe sehr kurz und bündig und knapp beantworten und alle gefordernden Punkte abarbeiten, oder man kann es ausschmücken, Details ausarbeiten, vielleicht auch sogar Dinge dazubasteln, die gar nicht zwingend gefordert waren, das Ganze noch mit selbstgemalten Bildern, Inworld-Zitaten etc. garnieren, das alles gibt gute Punktzahlen in diesem Bereich. Nicht zu verwechseln mit dem vierten Punkt "Vorgabentreue", wo es darum geht, ob überhaupt alles Geforderte gebastelt wurde.
      Zur Bewertung: Auch hier ist es ein wenig schwammig, die Höchstnote von 10 wird auch hier kaum vergeben, da man nie weiß, ob man es nicht noch mehr ausschmücken könnte... Wenn man aber viele Punkte nur anreisst oder gar nicht näher erklärt, obwohl man sie als Leser gerne gewußt hätte, dann gibt das schonmal nur 4 Punkte. Für noch weniger Punkte müsste der Bastler schon ein Schmierblatt mit ein paar hingeworfenen Notizen abgegeben haben ;D

      - Stimmigkeit: hier wird nur geschaut, ob der Beitrag in sich stimmig ist oder ob es Logikfehler und offene Fragen gibt, Sachen, die in der beschriebenen Weise nicht so recht stimmen können oder unglaubwürdig sind. Man könnte es auch mit "Glaubwürdigkeit" umschreiben.
      Zur Bewertung: ist der Beitrag in sich stimmig und gibt es keine Fehler, gibt es 10 Punkte. Gibt es doch mal Logiklücken, entscheiden wir auch ein bißchen nach "Schwere" bzw. Wichtigkeit - wenn es nur ein unbedeutendes Detail ist, was da unglaubwürdig ist, dann gibt es nur einen Punkt Abzug, bei größeren Fehlern kann es auch mehr sein.

      - Vorgabentreue: hier schaut der Juror, ob der Bastler alle geforderten Punkte der Aufgabe abgearbeitet hatte. Dabei kommt es nicht darauf an, ob er sie besonders originell, schön, detailreich oder stimmig beantwortet hat, es kommt nur darauf an, dass er (richtig) darauf eingegangen ist ("richtig" in Anführungszeichen, weil es manchmal sein kann, dass der Bastler zwar auf einen Punkt der Aufgabe eingegangen ist, aber auf eine Weise, die eigentlich nicht die Aufgabe erfüllt).
      Zur Bewertung: das ist immer so etwas, was Grund zu Diskussionen gibt ;) Ich gehe immer so vor: ich teile die gestellte Aufgabe in Teilbereiche, die der Bastler bei der Lösung abarbeiten muß. So hat eine Aufgabe beispielsweise fünf Teilaufgaben. Dann wiegt jede Teilaufgabe prozentual gesehen 20% der Punkte. Hat der Bastler einen Punkt vergessen oder falsch ausgearbeitet, dann bekommt er hier 2 Punkte Abzug. Sprich: je komplexer eine Aufgabe ist bzw. je mehr Teilaspekte die Aufgabe enthält, desto weniger "schlimm" ist es für den Bastler, einen davon wegzulassen, weil es nicht in seine Welt passt oder er einfach nicht die richtige Idee dazu hatte. Wenn eine Aufgabe sehr simpel gestrickt ist (z.B. nur zwei Teilaspekte - "Bastle ein Tier, das per Pupse kommuniziert" %-)), dann ist es wesentlich wichtiger, diese auch umzusetzen, denn wenn er nur einen der beiden Aspekte umsetzt (wie z.B. ein Tier, das sich ganz normal verständigt, oder eine Pflanze, die per ... ok, jetzt wirds albern... ;D), dann fehlen ihm schon 50%, also 5 Punkte!
      Für die Juroren einer Aufgabe ist es daher wichtig, vor der Bewertung sich abzustimmen, wie die einzelnen Aspekte gewichtet sein sollen.

      Letzten Endes ist die Bewertung aber auch ein fließender Prozeß. Man liest meistens erst alle Beiträge durch und notiert dabei auch schonmal vorab eine Bewertung nach jedem Beitrag. Es kann aber durchaus sein, dass man nochmal nachträglich korrigiert, wenn man merkt: "hey, es geht ja doch noch detailreicher! An diese Aspekte hab ich ja noch gar nicht gedacht." Am Schluß rechnet man alles zusammen und ermittelt so den theoretischen persönlichen Gewinner. Hier spielt aber auch so ein Bauchgefühl mit rein - man spürt ja schon irgendwie, wenn ein besonders schöner Beitrag gelungen ist, da empfindet man es manchmal schon als legitim, das auch zu honorieren.

      Völlig unvoreingenommen wird aber jeder Beitrag nach der Vorgabentreue bewertet! Auch der schönste Beitrag hat verloren, wenn er das Thema verfehlt hat!

      --

      So, am Schluß kann man dann noch eine Bewertung in Worten dazuschreiben. Manchmal drückt sich in den schnöden Punkten, die man vergibt, einfach nicht wirklich das aus, was einem bei der Bewertung durch den Kopf ging, und es ist als Rückmeldung für den Bastler sehr aufschlußreich zu erfahren, warum man jetzt so und so bewertet hatte. Dabei sind die guten und sehr guten Beiträge meistens die, zu denen man am wenigsten sagen kann, außer "Alles super" ;) Logischerweise fällt einem zu schlechteren Beiträgen mehr Kritik ein.

      Zur besseren Verdeutlichung zwei Beispiele für Bewertungen in Worten von letztem Jahr, bei der Aufgabe Städtisches Wahrzeichen, eine gute und eine weniger gute Bewertung ;)

      Feiner Beitrag, schön geschrieben, in sich stimmig, den Vorgaben entsprechend.
      Allerdings ist der Beitrag nicht sehr lang. Mir fällt allerdings auch nicht wirklich ein, was man noch großartig ausführlicher hätte beschreiben können. Eine Abbildung, Skizze o.ä. hätte sicherlich das Ganze noch aufgewertet - auch wenn der Schreiberling behaupten sollte, nicht zeichnen zu können ;-)
      Allenfalls etwas klassisch, deshalb "nur" 7 Punkte bei Originalität. Trotzdem hat dieser Beitrag den zweiten Platz knapp geschlagen und landet bei mir auf Platz 1, was letzten Endes an der größeren Stimmigkeit liegt.


      Bei diesem Beitrag kommen einige Fragen auf, auch wenn er vom Grundsatz her ein schöner Beitrag ist.

      Zum einen hätte er wesentlich ausführlicher sein können. Viele Punkte werden nur kurz angerissen, man wird neugierig gemacht, aber dann geht es direkt weiter (deshalb auch der Abzug beim Detailreichtum, etewas mehr als eine Seite zu einem so komplexen Thema ist einfach zuwenig).

      Zum anderen ist es nicht stimmig. Man merkt es eigentlich ziemlich gut, wenn das Schiff [... ]aufläuft! Der Kapitän kann von Glück sagen, dass er nicht leckgelaufen ist. Daraus folgend kann auch seine ahnungslose Reaktion auf die Fischmenschen nicht nachvollziehbar sein. Man fragt sich auch, weshalb unter Wasser lebende Wesen (auf die auch nicht näher eingegangen wird, z.B. wie sie aussehen etc.) die gleiche (Laut-)Sprache sprechen wie die Menschen. Die Handlungsweise ist auch nicht ganz nachvollziehbar. Nur weil ein Schiff ihre Stadt gerammt hatte, bauen sie (in extrem kurzer Zeit!! Auch schon sehr unwahrscheinlich) einen vermutlich sauteuren, technisch höchst aufwendungen Turm (die Statik über Wasser ist ja auch eine ganz andere, ich kann mir nicht vorstellen, dass man einfach so über Wasser bauen kann wie unter Wasser), so mir nichts, dir nichts in die Höhe, nur damit die Leute nicht in die Nähe kommen. Ziemlich weit hergeholt, wahrscheinlicher wäre, dass sie das nächste Schiff, das mit Kurz auf die Stadt daherkommt, kapern...
      Es wird nicht erklärt, wie der Turm gebaut wird, aus was er ist, usw.

      Die Vorgabe war ausserdem, dass er für die Gründung der Stadt maßgeblich war. Die Stadt existierte aber schon vorher und war sogar sehr groß, nur eben unter Wasser. Das hat vor allem in der Vorgabentreue Punktabzug gebracht.

      Sehr unbefriedigend war auch der Schluß: da wartet man mit dem Kapitän auf einen sicheren Tod (denn wirklich nichts deutete bisher darauf hin, dass dieses rabiat wirkende Unterwasservolk seine Drohung nicht ernst gemeint hatte), und dann wird plötzlich alles *puff* zu eitel Sonnenschein, ohne irgend etwas zu dem Vorgang im Detail zu sagen.

      Dabei hatte die Idee durchaus Potential zu einem tollen Beitrag! Etwas ausführlicher beschrieben, die Unstimmigkeiten etwas genauer betrachtet und ausgeräumt, und es wäre sehr schön geworden.
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    • Wenn das WIE des Bewertens so unklar und/oder uneinheitlich ist, wie ich den Eindruck hab, sollten wir das nochmal aufrollen.
      Ich zitiere mal, was ich aus Gomecks Richtlinie das Wichtigste finde:

      Gomeck schrieb:

      Wichtig ist, dass man die Bewertungen für sich betrachtet und nicht in Abhängigkeit zu den anderen Beiträgen. Was wir damit meinen: wir gehen nicht her und sagen, der detailreichste Beitrag entspricht 100% und kriegt also 10 Punkte, die anderen messen sich daran, sondern betrachten die Beiträge alle für sich. Wenn bei einer Disziplin fünf detailarme Beiträge eingereicht werden, bekommen sie alle fünf niedrige Punktzahlen bei Detailreichtum.

      Ich erinnere mich, dass einige Juroren erwähnt haben, dass sie die Beiträge reihen und erst dann bewerten. Auch habe ich einmal gelesen, dass ein Juror die Bewertung anderer Beiträge senkt, wenn ein Beitrag sich als so grossartig entpuppt, dass sich der Juror kaum einkriegen kann. Ich finde, der Massstab sollte vor dem Lesen der Beiträge schon klar definiert sein.

      Gomeck schrieb:

      - Stimmigkeit: hier wird nur geschaut, ob der Beitrag in sich stimmig ist oder ob es Logikfehler und offene Fragen gibt, Sachen, die in der beschriebenen Weise nicht so recht stimmen können oder unglaubwürdig sind. Man könnte es auch mit "Glaubwürdigkeit" umschreiben.
      Zur Bewertung: ist der Beitrag in sich stimmig und gibt es keine Fehler, gibt es 10 Punkte. Gibt es doch mal Logiklücken, entscheiden wir auch ein bißchen nach "Schwere" bzw. Wichtigkeit - wenn es nur ein unbedeutendes Detail ist, was da unglaubwürdig ist, dann gibt es nur einen Punkt Abzug, bei größeren Fehlern kann es auch mehr sein.

      Ich habe gelesen, dass manche Juroren von der Mitte her bewerten und auch die Stimmigkeit seltenst 10 Punkte erreichen kann. Ich finde, die Stimmigkeit sollte wirklich die Stimmigkeit bewerten und nur bei Unstimmigkeiten, Logikfehlern oder Unglaubwürdigkeiten gesenkt werden.
      Der Juror soll schliesslich nicht danach urteilen, wie gut ihm persönlich ein Beitrag gefällt, sondern danach, wie sehr der Beitrag in sich stimmt und zur Aufgabenstellung passt.


      Vorsicht - es folgt eine Analogie!


      Ich finde, die vier Teile der Bewertung sind in etwa so zu verstehen:

      Originalität - Gibt es das Bild, das dieses Puzzle darstellt, in dieser Kategorie öfter? Ist es wenigstens verfremdet? Ist es womöglich, wenn schon ein bekanntes Motiv, eines, das in dieser Kategorie ungewöhnlich ist?
      Detailreichtum - Ist das Bild auf dem Puzzle gross genug oder nicht? Wenn auf dem Bild Details hinter einem Berg oder unter der Wasseroberfläche nicht klar sichtbar sind, wie sehr lässt sich erahnen, was dort in etwa sein könnte?
      Stimmigkeit - Ist das Puzzle vollständig oder fehlen Teile? Wenn Teile fehlen, fehlen sie aus der Mitte oder vom Rand? Fehlt womöglich gerade das Gesicht der dargestellten Person oder fehlt nur blauer Himmel, wo sich leicht erschliessen lässt, was hin gehört?
      Vorgabentreue - Ist das Puzzle aus der gewünschten Kategorie und sind alle verlangten Gegenstände auf dem Bild zu finden?

      Ob dem Juror das dargestellte Bild gefällt ist mMn hingegen völlig irrelevant.
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    • Ich kann Veria da eigentlich nur beipflichten. Als Juror hatte ich nicht selten (auch bei vergangenen WBO) Beiträge, die mir persönlich besser gefielen als andere, die aber letztendlich dennoch von mir weniger Punkte bekamen als andere, weil in ihnen z.B. Details fehlten. Ich möchte das nicht bemängeln. Im Gegenteil; so ist das System eigentlich ganz gut, da es nicht auf Sympathien ankommt. Verias Verständnis der vier Bewertungsteile habe daher auch ich, wenngleich ich zugeben muss, dass ich bei den Punkten Originalität und Stimmigkeit wirklich manchmal dazu neige, die Beiträge miteinander zu vergleichen - vorerst! Nachdem ich nämlich für den superduperdetailierten Beitrag über das Südalornische Rüsselschwein* 10 Punkte bei den Details vergab und bei der Drachenwollmaus* nur 7, überlege ich mir, ob das überhaupt gerechtfertigt ist, ob bei dem schlechter bewerteten Beitrag tatsächlich Details fehlen, die alles "runder" gemacht hätten. Wenn dem nicht so ist, gibt es da dann auch wieder mehr Punkte. Allerdings einen guten und detailierten Beitrag abzuwerten, nur weil ein anderer Beitrag wesentlich mehr Hintergrundinfos usw. liefert, finde ich nicht gerade fair.


      *Von mir selbst ausgedacht! Ha!
      Straße war gestern, du siehst mich im Board
      Ich häng im World Wide Web, das ist kein friedlicher Ort
      Opfer, wag einen Blick auf die oberen Ränge
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      ~ Komm in den Chat. Wir haben Kekse. ~
    • Ich habe gelesen, dass manche Juroren von der Mitte her bewerten und auch die Stimmigkeit seltenst 10 Punkte erreichen kann. Ich finde, die Stimmigkeit sollte wirklich die Stimmigkeit bewerten und nur bei Unstimmigkeiten, Logikfehlern oder Unglaubwürdigkeiten gesenkt werden.
      Der Juror soll schliesslich nicht danach urteilen, wie gut ihm persönlich ein Beitrag gefällt, sondern danach, wie sehr der Beitrag in sich stimmt und zur Aufgabenstellung passt.

      Also von der Mitte her bewerte ich eigentlich vor allem bei Originalität und Detailreichtum. Insbesondere bei letzterem ist mein Maßstab da durch die Spitzenbeiträge der letzten Jahre definiert, und 10 Punkte dementsprechend selten. ;)

      Zu Stimmigkeit gehört für mich aber auch Weltenflair, nicht nur Logikfehler. Also die Stimmigkeit "Wie gut alles zusammen passt". Das ganz abstrakt-logische mache ich nur bei Vorgabentreue, deswegen habe ich dort dieses Jahr fast nie Punkte abgezogen (weil man immer argumentieren kann, dass etwas doch "technically" erfüllt wurde).

      Ein objektives Bewerten gibt es aus meiner Sicht nicht - und sollten wir auch nicht anstreben, schließlich sind wir Menschen und keine Computer. Ich versuche fair zu sein und ich ziehe durchaus auch Punkte ab, wenn mir etwas gefällt, aber sonst so seine Probleme hat. :)

      Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Ich kann mich Veria nur anschließen - Vergleiche mit den anderen Beiträgen sollten bei den Einzelwertungen eine möglichst geringe Rolle spielen (ganz ausschließen können wird man das nicht, da Menschen nie zu 100 % objektiv sind). Beiträge können etwa verhältnismäßig kurz sein und trotzdem eine hohe Detailwertung bekommen, einfach weil kaum Fragen offenbleiben - zu sehen etwa an Jerrons Beitrag zu "Kriminalität/Konflikt", in dessen Bewertung ich diesen Umstand bereits angemerkt hatte.

      Im Übrigen fand ich es sehr schade, dass einige Juroren nur extrem kurze (wenige Zeilen, aber auch den Extremfall "Einzeiler" habe ich gesehen), generische Texte schreiben, die keinen Anschein erwecken, extra für den spezifischen Beitrag verfasst worden zu sein ... :-/
    • Ehana schrieb:

      Beiträge können etwa verhältnismäßig kurz sein und trotzdem eine hohe Detailwertung bekommen, einfach weil kaum Fragen offenbleiben - zu sehen etwa an Jerrons Beitrag zu "Kriminalität/Konflikt", in dessen Bewertung ich diesen Umstand bereits angemerkt hatte.

      Du meinst wahrscheinlich "Mythologie". ;)

      Generell muss ich sagen, dass ich bei den ganzen Bewertungen, die eigentlich objektiv vor sich gehen sollten, hin und wieder noch so was wie eine "B-Note" für die Darstellung vermisse.
      Es gibt nämlich Beiträge, die außergewöhnlich oder ungewöhnlich präsentiert werden, die spannend oder farbenfroh erzählt sind etc., was manchmal den Ausschlag machen kann, wie man als Juror die Beiträge einordnet. Wenn zwei Beiträge objektiv gesehen ähnlich originell, stimmig und detailliert sind, aber einer davon einfach beser erzählt ist, dann dürfte man eigentlich duesen Beitrag nicht besser bewerten als den anderen, ist aber irgendwie dazu gezwunge, es doch zu tun und dafür irgendwie an den Punkten für Originalität und Stimmigkeit herumzuschrauben.
    • Jundurg schrieb:

      Zu Stimmigkeit gehört für mich aber auch Weltenflair, nicht nur Logikfehler.

      Jerron schrieb:

      Generell muss ich sagen, dass ich bei den ganzen Bewertungen, die eigentlich objektiv vor sich gehen sollten, hin und wieder noch so was wie eine "B-Note" für die Darstellung vermisse.
      Es gibt nämlich Beiträge, die außergewöhnlich oder ungewöhnlich präsentiert werden, die spannend oder farbenfroh erzählt sind etc., was manchmal den Ausschlag machen kann, wie man als Juror die Beiträge einordnet. Wenn zwei Beiträge objektiv gesehen ähnlich originell, stimmig und detailliert sind, aber einer davon einfach beser erzählt ist, dann dürfte man eigentlich duesen Beitrag nicht besser bewerten als den anderen, ist aber irgendwie dazu gezwunge, es doch zu tun und dafür irgendwie an den Punkten für Originalität und Stimmigkeit herumzuschrauben.

      Würde sich da nicht eine fünfte Note anbieten? Neben Originalität, Detailreichtum, Stimmigkeit und Vorgabentreue eben auch Flair/Aufmachung? Dann weiss man auch als Teilnehmer am Ende besser, warum abgezogen wurde.
      Allerdings würde ich da keinesfalls 10 Punkte dafür ermöglichen, vielleicht drei oder vier als Maximum.
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    • Wie macht man Bewertungen vergleichbar? Ach, schwieriges Thema, das mich auch umtreibt. :-[ Ich für meinen Teil orientiere mich an dem, was Gomeck geschrieben hat und gehe bei jedem Beitrag von einer Maximalzahl aus, von der ich abziehe. Aber ich bin sicher auch nicht unfehlbar und verstehe manchmal etwas nicht, was eigentlich da steht...

      Ich versuche mal meine Wichtung aufzudröseln: Vorgabentreue ist noch am messbarsten, auch Stimmigkeit finde ich halbwegs vergleichbar. Da wo sich viele zusätzliche Fragen ergeben, hakt es für mich an der Stimmigkeit - auch wenn manchmal zusätzliche Fragen genau im Gegenteil bedeuten können, dass ich mehr, mehr, mehr wissen will, weil der Beitrag so toll war. Detailfülle ist ein bisschen der Bonus, um bei inhaltlich vergleichbar guten Beiträgen zu entscheiden, wie ich etwas wichte. Am knausrigsten bin ich tatsächlich bei der Originalität - da gibt es 10 Punkte bei mir nur, wenn ich denke, dass da nichts noch besser geht. Wobei das auch der Punkt ist, der bei mir immer abfällt, meine Welt ist nun mal nicht so abgedreht und eher normal. :pfeif:

      Super finde ich die Idee mit Bonuspunkten für eine schöne Aufmachung. Eine B-Note sozusagen. Mehr als 3 würde ich nicht geben wollen, aber damit könnten Mühen belohnt werden, die eben nicht unter die vier anderen Rubriken fallen.

      Selbstverständlich sollte sein, dass aus der Kommentierung Anhaltspunkte für die Bewertungen hervorgehen und möglichst konstruktive Tipps drin stehen. Es ist einfach ärgerlich, wenn da allgemein ein Satz steht und in den Punkten deutliche Abzüge sind. %-)
      Mir hatten doch nüscht! Damals, kurz nach dem Krieg!
    • Veria schrieb:

      Ich habe gelesen, dass manche Juroren von der Mitte her bewerten und auch die Stimmigkeit seltenst 10 Punkte erreichen kann. Ich finde, die Stimmigkeit sollte wirklich die Stimmigkeit bewerten und nur bei Unstimmigkeiten, Logikfehlern oder Unglaubwürdigkeiten gesenkt werden.

      :thumbup:
      Ich glaube, es wird vor allem klarer, wenn man Punktabzüge begründen muß. Wie will das jemand tun, der bei der Stimmigkeit von der Mitte her bewertet? ;)
      Das würde ganz allgemein der Bewertung insgesamt guttun: Punktabzüge explizit begründen.
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      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
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