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Die Kaiserlibelle

© Alcarinque

Die Kaiserlibelle

Wie der Name vermuten läßt, eine recht große Libellenart, die durch ihre gold-rote Färbung auffällt.

Lebensraum:

Am häufigsten in den Hochmooren Waldlands anzutreffen, aber auch in anderen, eher abgelegenen Regionen. Benötigen Amphibien (den blauen Sumpffrosch) und Singvögel (den Moorpfeier) zum überleben.

Leben/Entwicklung:

Das erwachsene Weibchen legt die Eier nach der Paarung, knapp unter der Wasseroberfläche ab, wo sie sich etwa 2 - 3 Woche entwickeln. Einmal geschlüpft, treiben sie, anders wie andere Libellenlarven, in der Wassermitte wo sie meist recht schnell von den, an dem Zeitpunkt bereits etwas entwickelten, Kaulquappen des blauen Sumpffrosches gefressen werden. Wegen ihrer kleinen Größe werden sie meist einfach verschluckt.

Im Magen des Kaulquappe angelangt, sondern sie eine giftige Flüssigkeit ab, die die Magensäure entschärft und beginnen damit, den Mageninhalt des Tieres selber zu verdauen. In den nächten Wochen übernimmt das Tier nicht nur den Magen, sondern hängt sich auch an den Blutkreislauf der Quappe. Über diesen kann sie das Verhalten und das Aussehen des Tieres beeinflußen. Nachdem sich die Quappe zu einem vollwertigen (aber noch sehr kleinen) Frosch entwickelt hat, ändert sich die Hautfarbe zu einem ungewöhnlichen Rot und er hält sich vermehrt an offenen Stellen und auf Moosflächen auf.

Angelockt von der Farbe (speziell der Moorpfeifer reagiert auf diese Farbe) stürzt sich der Moorpfeifer auf den noch sehr kleinen Frosch und kann ihn, wegen der geringen Größe, komplett verschlucken. Hier beginnt die nächste Entwicklungsstufe:

Wieder setzt die Libellenlarve ihr Sekret ein, um nicht verdaut zu werden, für eine ausgewachsenen Vogel ist sie aber zu dem Zeitpunkt zu klein.

Da dem Moorpfeifer in etwa diesem Zeitraum meist das zweite Gelege schon geschlüpft ist, wird nun aber der Frosch, mit dessen "Füllung" an die Jungen verfüttert. Und die Larve wiedhohlt nocheinmal die Übernahme des Magens und des Blutkreislaufes, wie schon bei der Kaulquappe. Greift aber vorerst nicht in das Verhalten des Tieres ein.

Erst im Frühjahr, kurz vor der Balz des Moorpfeifers, beginnt sich das Verhalten des befallenen Tieres radikal zu verändern, er frißt nicht mehr, magert ab und stirbt dann recht schnell entweder in Wassernähe oder versteckt in einer Baumkrone. Aus den Überresten "schlüpft" dann die Larve aus welche dann ihrerseits die fertige Libelle schlüpft.

Nach 1-2 Stunden an der Luft beginnt sich ihr Panzer zu verhärten und seine typische Farbe zu bekommen.

Leben als Parasit

Solange die Larve sich nur im Magen des Wirtstiers befindet, lebt sie mehr oder weniger ohne Sauerstoff, erst mit der Übernahme das Magens und dem ankoppeln an den Blutkreislauf, kann sie aus diesem etwas Sauerstoff ausnehmen.

Der Magen wird komplett aufgefressen und die Larve hängt sich mehr komplett dazwischen, sie übernimmt alle Funktionen des Magens nur das sie natürlich auch eine gewisse Menge für sich selber abzweigt. Sie wächst mit dem Tier mit und beim Moorpfeifer hungert sie das Tier dann einfach aus...

Kontakt mit Menschen

Angebtlich war die Kaiserlibelle früher wesentlich weiter verbreitet, aber speziell ihre Färbung ist ihr wohl zum Verhängniss geworden. Sie gilt als Glücks- und Geldbringer und wird somit sehr gerne gefangen. Eine Kaiserlibelle im Geldbeutel soll verhindern das dieser jemals leer wird. Auch wird sie gerne, vor einem wichtigenHandel oder dem Besuch des Marktes, ins Essen getan. (Bzw. nur kleine Teile von ihr, heutzutage ist sie sehr Teuer geworden)