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Kejdun-Fest

© Gomeck

Jahr für Jahr wird anlässlich der großen Schneeschmelze in den Bergen bei den Zwergen das große Kejdun-Fest gefeiert, der Schneegöttin gewidmet, die durch ihre Tränen darüber, dass sie von der Sonnengöttin Kujata zurück auf die Berggipfel gedrängt wird, die Bäche so sehr anschwellen lässt.

Diese Feste sind sehr farbdominiert, die Straßen und Häuser sind zunächst über und über in blauen Farben geschmückt, im zweiten Teil des Festes, in dem Kujata Willkommen geheißen wird, dominiert dagegen die Farbe Orange.

Waren früher die Zeremonien noch durchzogen von religiösen Riten, so ist es heute in vielen Teilen schlicht Volksfest, in dem Ausgelassenheit und Fröhlichkeit vorherrscht.

In manchen Teilen des Südens artet der zweite Teil des Festes in wahre Farbschlachten aus, im wahrsten Sinn des Wortes: mit Farbtöpfen bewaffnet, ziehen zahlreiche junge Zwerge, mit nichts als einem Turban bekleidet (das lichte Haarkleid des Körpers ist dabei häufig mit farbigen Mustern versehen) durch die Straßen - wer in diesen Tagen Kleidung trägt, die nicht schmutzig werden darf, ist selbst schuld, den es wird regen Gebrauch von den Farbtöpfen gemacht!

Dieser Turban besteht in der Regel aus einer 2-3m langen Stoffbahn aus dünnem, seidigem Stoff, die in den entsprechenden Farben des Festes gehalten und mit zahlreichen Ziernähten verziert ist, die die Zwerge höchstselbst entworfen und angebracht haben.

Das Kejdun-Fest wird übrigens auch noch von Zwergen gefeiert, die längst ihre angestammte Heimat verlassen und in den Albenstädten ein neues Zuhause gefunden haben, wo sie häufig unter sich bleiben und ganze Viertel bewohnen.

In Ákar-ínam, der größten Stadt Æýansmottírs an der Großen Bucht an der Südküste, lebt die wohl größte Kolonie der Zwerge jenseits ihrer ursprünglichen Siedlungsgebiete in den Bergen. Dort stieß das Treiben der Zwerge während des Kejdun-Festes, während dem die Straßen der Zwergenviertel einem Ausnahmezustand gleichen, vor allem aber auch die Angewohnheit der jüngeren Zwerge, lediglich mit einem Turban bekleidet durch die Straßen zu tollen und sich dabei mitnichten auf ihr eigenes Viertel beschränken, in den vergangenen Jahren immer mehr zu Unfrieden unter der eher konservativen albischen Bevölkerung, die eine derartige Zügellosigkeit ablehnen. Da die Alben von den handwerklichen Fertigkeiten der ortsansässigen Zwerge abhängig sind, wird es bislang noch zähneknirschend geduldet, aber Jahr für Jahr werden mehr empörte Forderungen an die Stadtobrigkeit laut, für eine Mässigung unter den Zwergen zu sorgen.