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Diniseder Tracht

© Taipan

Die Tracht der Bewohner der Stadt Dinised unterscheidet sich um einiges von jener der übrigen Bewohner der Hochebene von Arhag oder auch der vom Rest von Lareon. Obwohl ihr Erscheinungsbild wenig provokant wirkt – außer dass die prüden Lareoner die Frauenkleidung für ein wenig gewagt finden – ist sie wegen eines Handelsgesetzes doch eine ständige Beleidigung und Provokatio für die Landbevölkerung.

Aussehen

Die Grundlage der Diniseder-Festtagstracht bildet sowohl bei Männern als auch bei Frauen ein Wickelrock, der in der Regel von einer meist kunstvoll geflochtenen Schnur zusammengehalten wird. Als Oberteil dient eine kurze, offen getragene West (die bei Frauen oft gewagt wirkt, woran sich aber die Diniseder nicht stören), die bei kühlerer Witterung mit einem hüftlangen, vorne zusammengebundenem Umhang ergänzt wird. Der einzige Relevante Unterschied zwischen Männern und Frauen ist ein quadratisches, aber zu einem Dreiecke gefaltetes Tuch, das von den Frauen wie eine Schürze getragen wird und nur bis zur Hälfte des Oberschenkels reicht. Bei großer Hitze oder Kälte dient ein turbanähnlich um den Kopf gewickeltes Tuch als Kopfbedeckung der Männer, bei Frauen ein schulterlanges Kopftuch. An den Füßen werden egal bei welcher Witterung Ledersandalen getragen.

Während Rock, Umhang und Turbantuch meist dunkel, einfärbig und schlicht gehalten werden, sind Weste, Kopftuch und Schürze immer von hellerer Farbe, reich mit abstrakten Mustern bestickt und aufwendig gestaltet. Beliebt sind vor allem die Farben Weiß mit blauer oder roter Stickerei, obwohl es auch andere Kombinationen gibt. Die Besonderheit an der gesamten Tracht ist, dass sie fast ausschließlich (mit Ausnahme der Sandalen) aus dem wertvollen Arhag besteht, das sich in Dinised auch die ärmere Bevölkerung leisten kann.

Historischer Hintergrund

Rund fünfzig Jahre, nachdem die Stadt Dinised zum Schutz der Hochebene von Arhag vor Räubern gegründet worden war, erhielten 1277 n. MF im Ersten Arhag-Handelsgesetz alle Diniseder Bürger das Recht mit Arhagwolle zu handeln, egal welchen Beruf sie ausübten. So durften nicht nur Spinner, Weber und Schneide mit Arhag handeln, sondern auch Schmiede, Tischler und andere Handwerker und Händler, die mit Kleidung und Stoffen beruflich nichts zu tun hatten. Der Grund, warum Königin Nelaze III den Dinisedern dieses Geschenk machte, lag wohl darin, dass einige einflussreiche Bürger Diniseds ihr in regelmäßigen Abständen Geld liehen, damit sie ihr ausschweifendes Leben finanzieren konnte. Die große Freude der Arhager über dieses einmalige Gesetz wich bald großer Enttäuschung, zogen doch die Bauern und Hirten vor, die mühsam gewonnene Wolle lieber selbst und direkt zu verkaufen und die Diniseder nicht in den Handel einzubeziehen. Dies änderte sich – auf mehrfache Beschwerde einiger einflussreicher Diniseder – mit dem Zweiten Arhag-Handelsgesetz, das die Landbevölkerung zwang, ihre Wolle ausschließlich an Dinised zu verkaufen. Die Diniseder – und zwar alle Diniseder – hatten so die Möglichkeit die Einkaufspreise zu drücken und gleichzeitig – in Ermangelung an Konkurrenz – die Wolle (und auch Tuch und Kleidung aus Arhag) zu hohen Preisen weiterzuverkaufen, was die Stadt und ihre Bürger reich, die Landbevölkerung hingegen immer ärmer machte. Mittlerweile ist Dinised so reich geworden, dass die Stadt genug Soldaten unterhalten kann, die mit recht großem Erfolg Jagd auf Arhagschmugglern machen. Aus verständlichem Grund ist wegen der Gesetze und der Schmugglerjäger die Landbevölkerung nicht sehr gut auf die Stadtbürger zu sprechen, und die Tatsache, dass die Diniseder – selbst die ärmsten – ihre wertvolle Wolle nicht nur in der Stadt, sondern auch außerhalb der Stadtmauern tragen, ist in ihren Augen ein Affront. Aus der Sicht der Diniseder ist ihre Stoffwahl hingegen verständlich, symbolisiert doch Arhag nicht nur Reichtum und Luxus, sonder ist in Dinised auch von allen Textilien am billigsten zu haben.

Geschichtstafel

1254 n. MF: Gründung der Stadt Dinised

1277 n. MF: Erstes Arhag-Handelsgesetz

1281 n. MF: Zweites Arhag-Handelsgesetz

1436 n. MF: heute

Lexikon

Alaton: Kontinent

Arhag: sehr feine Wolle vom Arhag-Idari; überall in Alaton sehr begehrt

Arhag, Hochebene von: Hochebene im Süden von Alaton; gehört zu Lareon

Arhag-Handelsgesetze: zwei Gesetzte, die ausschließlich Dinised den Arhaghandel gestatten; Idarizüchter müssen versponnene Wolle den Dinisedern abliefern

Arhag-Idari: Idarirasse, die sehr feine Wolle liefert

Dinised: Stadt in Lareon

Idari: lamaähnliches Tier (aber in Ziegengröße); liefert Milch, Wolle und Fleisch

Lareon: Staat im Süden von Alaton

Nelaze III (1273-1291): Königin von Lareon