Bronzekuss

(von Knochen)

Die Gräser flüstern und winken unter der Knute des Windes, ihre langen schlanken Halme zucken hierhin, dorthin, flechten sich in plötzlicher Eile zum Bogen des zwölften Türchens, entwirren sich aber ebensoschnell wieder um ihrem eigenwilligen Tanz zu folgen, ehe sie sich wieder zum Torbogen winden. Noch weitere Tänzer befinden sich hier auf der Ebene, nicht so zahlreich, nicht so festgewachsen, vielleicht nicht einmal so lebendig… doch wer sie sind und welche Schrittfolgen die ihren sind, wer weiß…

Kimbas Lippen waren trocken und rissig, seine schweren Beine trugen ihn über die grüne Ebene. Das Gras strich an seinen Beinen entlang, zum Tanzen gebracht durch den kühlen Wind, der von Woauchimmer kam. Der grüne Rucksack auf seinem Rücken hing zentnerschwer an ihm wie ein Mühlstein, dabei hatte er nur zwei Bücher und eine leere Wasserflasche darin. Das Haar hing ihm in fettigen Strähnen ins schmutzige Gesicht. 
Vor Kimba lag nichts als die Weite, eine unendliche Weite aus grünem Gras und hinter ihm lag nichts als die Weite und irgendwo, irgendwo war Katesh Matet, die Irre Stadt am Grünen Meer mit ihren goldenen Dächern. Schritt für Schritt zog er sich vorwärts, sein Wille war nur auf ein Ziel gerichtet – zurück, zurück nach Katesh Matet, wo seine Schwester wartete. 
Düster und klebrig hing der Gedanke an seiner Schädeldecke, der Gedanke an seine Schwester und seinen Bruder, die noch immer in Matesh Katet waren, alleine, ohne ihn. Er hob seine Hand mit den langen Fingern und am Ringfinger glitzerte der goldfarbene Plastikring leicht. »Only the ring finger knows.«, murmelte er mit brüchiger Stimme und hinter ihm zog der weiße Wolkenhimmel über den Horizont. Seine Augen verengten sich, als die Eifersucht sich an ihm festbiss. 
Plötzlich stolperte er über seine braunen Stiefel und landete in dem stacheligen Gras. Er atmete schwer. Kimba konnte nicht mehr aufstehen. Der Geruch von staubiger Erde stieg ihm in die Nase und er liebte die Schwere, die seine Glieder füllte. 
»Bazzrasai binguuuuu – Papadou!«, schallte es schrill über die Ebene. Kimba wuchtete seinen Oberkörper hoch und hielt sich die Hände an die an Stille und Einsamkeit gewöhnten Ohren, das Gesicht schmerzverzerrt. 
Ein knisterndes Geräusch ertönte, schien von überall auf die Ebene hinabzuschallen, als hätte ein Radio keinen Empfang. Kimba kniff die Augen zusammen, während ein dünner Blutfaden aus seiner Nase rann. Panik wallte in ihm hoch. Es war vollkommen unmöglich, vollkommen irrsinnig. Wie hätte das Hor das Meer überqueren können? Zuletzt hatte er es in den blauen Ziegelruinen der Pamadu gesehen. Seine widernatürliche Gestalt hatte sich ihm in die Netzhaut eingebrannt und dann waren sie gelaufen, Eva hatte David und ihn an der Hand gehalten, als sie über die knirschenden Splitter der glasierten Ziegel gelaufen waren, leuchtendrote Blutspuren auf dem himmelblauen Splitterboden hinterlassend, während es ihnen eine schnulzige Liebesballade hinterher trällerte. 
Mühsam, mit zitternden Gliedern stand er auf, doch das Adrenalin, das ihm jetzt durch die Blutgefäße pulste, gab ihm einen letzten Kraftstoß. Kimba rannte, er rannte über die ewige, grüne Ebene, während hinter ihm sich ein Schatten erhob. 
Das grüne Gras wurde grau und zerfiel zu Staub, während der Schatten länger und klebriger wurde und ein süßer Duft von Zuckergebäck Kimba in die blutige Nase stieg.
»Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir ...,
hält's nicht aus,
hält‘s nicht aus mehr bei mir…«, singsangte eine hohe Kastratenstimme. 
Kimba rannte so schnell er konnte. Salzige Tränen vermischten sich mit dunklem Blut, das aus seinen Augen quoll und rann seine stoppeligen Wangen hinab. 
»Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.«, sang es und Kimba überschlug sich, fiel der Länge nach auf den harten Boden und in das stachelige Gras, dass ihm das Gesicht zerstach. Er warf einen Blick über die Schulter. 
Aus den klebrigen Schatten hatte es sich erhoben, das Hor, mit seinen metallenen Spinnenbeinen, glänzend schwarz. Die metallenen Stränge, liefen über dicke, knotige Gelenke, die an allen möglichen Stellen saßen, zu einem undurchdringlichen, alles Licht verschlingenden Kern zusammen, sie endeten in grotesk dürren Beinchen, deren Enden wie riesige Fleischerbeile aussahen und sich mit jedem Schritt den das Wesen machte, metertief in die Erde bohrten. Vor dem Kern aber saß eine mattschwarze, manngroße Maske, aus deren Mundöffnung das Hor das Liebesgedicht rezitierte. 
»Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.«
Kimba rappelte sich auf und wollte weiterrennen, da stand ein Haus vor ihm, ein rotes Backsteinhaus mit grauem Schornstein und umfriedet von einer niedrigen Steinmauer. Ohne darüber nachzudenken, sprang Kimba über die Mauer. Sein Knöchel knickte um und er schlug unsanft auf dem geerdeten Boden auf, hinter der Mauer. Humpelnd hetze er vorwärts, als eine Erschütterung die Ebene erzittern ließ, das Hor hatte sich wieder vorwärts bewegt. 
Manisch schlug er mit seinen aufgeschürften Knöcheln gegen die Tür
»Ich liebe dich!«, rief das Hor herzzerreißend hinter ihm und Kimba schluchzte verzweifelt. »Machen Sie auf, machen Sie auf, bitte, ich flehe sie an!«
Die mit groben Eisenbändern beschlagene Holztür öffnete sich und Kimba stolperte hinein. Die Tür schlug hinter ihm zu. Das Haus war in Halbdunkel getaucht, durch die hohen Fenster fielen schmale Lichtstreifen auf den irdenen, gestampften Boden. Kimba konnte das Hor draußen dumpf wehklagen und trällern hören, doch es hatte keine Wirkung mehr auf ihn. Er wischte sich mit einer fahrigen Bewegung das Blut von der Nase und den Wangen. Hektisch wanderten seine Augen hin und her. Lauerte hier drin ein Feind, wäre er unrettbar verloren. 
Der Raum war leer, bis auf drei hohe Steinöfen, die gegenüber von ihm standen. Staubpartikel tanzten in dem weißlichen Licht, dass spärlich in den Raum drang. Kimba ging vorsichtig zu den Öfen, bedacht keinen Laut zu machen. Es waren halbrunde, steinerne Öfen mit jeweils einer eisernen Luke vorne. In jede der Luken war ein Smiley eingeritzt. Er strich die Einritzung mit den Fingerspitzen nach. Kimba schauderte. Er drehte sich um und ging zur Tür. Hier zu bleiben, wäre genauso schlimm, wie dem Hor in die Hände zu fallen. 
Die Türe ließ sich nicht öffnen. Kimba rüttelte mit wachsender Panik. Er blickte auf die Eisenbänder, die in das Holz geschlagen worden waren. Außen warne sie schmucklos gewesen. Hier drinnen waren Runen eingeritzt. Kimba kannte sie nicht, aber er fand sie genauso ängstigend, wie die Smileys an den Ofenluken. 
»Du brauchst keine Angst haben.«
Er fuhr herum. 
In der dunklen Ecke rechts von ihm flammte ein kleines, blaues Flämmchen auf. Es tanzte auf einem bronzefarbenen Zeigefinger. Nein, der Finger war aus Bronze. 
Alle Anspannung fiel von Kimba ab und er ließ sich auf die Knie nieder. »Du bist es.« Er stieß einen tiefen, zittrigen Seufzer aus. »Endlich. Ich dachte, du rettest mich nie.«
»Ich rette dich nicht. Ich beobachte dich.« Die Bronzestatue trat aus dem Dunkeln, der Boden gab leicht unter ihrem Gewicht nach. Auf ihrem ausgestreckten Zeigefinger tanzte noch immer die bläuliche Flamme, die unheimliche Schatten über das ausdruckslose, idealschöne Gesicht der Statue warfen. Sie besaß nur einen Arm, der andere war abgeschlagen. Ihre Lippen bewegten sich nicht beim Sprechen und doch war die Stimme Bronzes nicht nur in seinem Kopf. 
»Was soll das heißen, du rettest mich nicht?«
Bronze sagte nichts. Kimba fluchte, Bronze antwortete nie auf etwas, von dem sie der Meinung war, es schon beantwortet zu haben. 
»Warum rettest du mich nicht?«
»Das ist gegen die Spielregeln.«
»Spielregeln? Glaubst du der Mönch hält sich an die Spielregeln? Oder Weiser? Scheiß auf die Regeln! Hier geht es um mein Leben!« 
Bronze sagte nichts. Kimba starrte sie wütend an. »Gott, ich würde dir am liebsten ins Gesicht schießen! Kapierst du denn gar nichts? Du bist die einzige die sich an die Regeln hält!«
Bronze schwieg. Das Feuer auf ihrem Zeigefinger erlosch und sie ließ ihren Arm fallen. Nun wirkte sie so leblos wie eine gewöhnliche Statue. 
»Hey!« 
Draußen hörte er das Hor singen. Er spürte, wie die Angst wieder durch seinen Körper pulste. »Hey.«, sagte er jetzt leise, flehentlich. »Hey. Gib mir wenigstens Wasser. Nur ein bisschen Wasser, damit ich weiterlaufen kann.«
»Wasser kann ich dir geben. « Bronze streckte ruckartig ihren einen Arm aus und hielt ihm die Handfläche entgegen. Ein Äderchen in Kimbas Auge platzte, ob der Magie, die sie wirkte. Dann rann Wasser aus dem Nichts von Bronzes Hand. 
Kimba rutschte hastig so nah wie möglich an die Hand der Statue und hielt seinen Mund unter die Quelle wie unter einen Wasserhahn. Gierig schluckte er das eisige Wasser. Er verschluckte sich, beugte sich hustend nach vorne, der bronzenen Statue zu Füßen, lachte und spürte das eisige Wasser, dass seine trockene Kehle herunter rann wie flüssiges Glück. 
Seine Augen tränten, das Wasser floss weiter und fiel in einem kleinen Wasserfall auf seine fettigen Haare hinab. Kimba streifte den Rucksack von den Schultern, holte die zerknitterte Plastikflasche heraus, schraubte den Deckel ab und hielt sie unter Bronzes Hand. Mit einem Lächeln, das seine aufgerissenen Lippen schmerzte, sah er zu wie sich die Flasche langsam aber stetig füllte. Als sie randvoll war, schraubte er den Deckel wieder auf und steckte sie in seinen Rucksack zurück. 
»Danke.«, sagte er. »Danke, Bronze.«
Das Wasser hörte auf zu fließen. Eine Pfütze hatte sich auf dem Boden gebildet. 
»Lass uns einen Pakt schließen.«
Kimbas Augen weiteten sich. »Wieso?« 
»Andere betrügen. Ich auch. Aber nur für einen Gegenleistung.«
Kimba lachte bitter. »Was kann ich für dich schon tun? Ich bin dir in allem unterlegen. Sonst hättest du mich und meine Schwester nie ungestraft in dieses Spiel reingezogen.«
»Lies mir etwas vor.« 
»Was?«
Bronze antwortete nicht. 
»Wo soll ich denn jetzt ein Buch herbekommen?«, fragte Kimba ergeben. 
»Da sind zwei in deinem Rucksack. Ich möchte, dass du mir aus dem Märchenbuch vorliest.«
Kimba senkte den Kopf. »Nein.«
Bronze schwieg einen Moment. Dann sagte sie: »Wieso?«
»Dieses Buch für dich. Es ist für Eva. Sie ist die einzige, der ich daraus vorlese. Das sind ihre Geschichten.«
»Dann lies mir daraus vor.« 
Vor Kimba fiel ein Buch auf den Boden. 
Vorsichtig hob er es auf. Draußen wurde es dunkel und das Lied des Hors war verstummt. 
»Kannst du es wärmer machen?«, fragte er. 
»Nein.«
Kimba seufzte. 
Er schlug das Buch auf und begann ganz vorne zu lesen. 
»Meine Worte sind wie Sterne, sie gehen nicht unter…«
Als Kimba das erste Kapitel beendet hatte, schloss er das Buch sanft. Sein Atem kondensierte in der Luft zu weißen Wölkchen.
Die ganze Zeit über hatte die Statue regungslos dagestanden. Kimba blickte zu ihr auf. 
»Nach diesem Buch, diesen Worten hat Gott mich geschaffen.«, sagte Bronze. 
»Gott? Welcher?«
»Der Gott. Der einzige echte. Er mochte diese Worte. Er hat sie mir oft vorgelesen, als ich noch in seiner Gunst stand. Wir saßen in seinem Garten mit den Palmen, wo der Himmel immer blutrot war. Dann habe ich ihn enttäuscht, ich weiß nicht wieso. Und bin aus dem Paradies gestürzt. Er nahm mir meinen Arm, hat ihn abgeschlagen und die Taschenuhr daraus geschmiedet.«
»Die Taschenuhr? Die, die wir suchen?«, fragte Kimba atemlos. 
»Ja, genau diese.«
»Weißt du wo sie ist?«
»Ich würde betrügen, wenn ich es dir sagte. Viel mehr, als nur dich vor dem Hor zu retten.«
»Ich lese dir auch weiter vor, wenn du es mir verrätst. Das ganze verdammte Buch wenn du möchtest. Lass uns wieder einen Pakt schließen!«
»Vorlesen ist zu billig für diesen Bruch. Viel zu billig.«
»Was dann, Bronze? Ich tue alles.«, schwor Kimba eindringlich. 
Bronze schwieg. Die Dunkelheit füllte den Raum ganz aus. Ein blaues, flackerndes Licht entflammte in Bronzes Hand. Schatten tanzten über ihren bronzenen Körper. 
»Ich verrate es dir, wenn du mich küsst.«
Kimba öffnete seinen Mund. Konnte er…? Sie war nur eine Statue. Nichts Lebendiges. Konnte er Eva untreu werden? Er hatte geschworen seiner Schwester nie untreu zu werden. Er hatte es ihr vor dem Altar geschworen. Konnte er…? Aber je schneller sie diesem Albtraum entrannen, desto besser für sie. Er atmete tief durch und rappelte sich auf. Trat an Bronze heran. Er musste sich leicht strecken, dann berührten seine Lippen ihre. Er wollte sich zurück ziehen, doch seine Lippen klebten an ihren. Er schloss die Augen. Spürte sein Herz schlagen und wie das Blut durch seinen Adern rauschte. Er fühlte nichts, nichts außer Befremden. Mitleid erfüllte ihn und er riss sich los. 
Er zog scharf die Luft ein. Seine Lippen brannten wie Feuer und warmes Blut quoll aus ihnen heraus und lief ihm über das stoppelige Kinn. »Warum hast du das gemacht?« und glühender Schmerz zuckte durch sein Gesicht, jedes Mal wenn er seine Lippen bewegte. 
»Das war keine Absicht. Es ist, weil ich so kalt bin. Deine Haut ist kleben geblieben. Ich kann es nicht ändern.«
»Kalt? Wieso?« 
»Es wärmt einen nicht gerade aus dem Paradies gestürzt zu werden, weißt du?« und zum ersten Mal überhaupt hörte Kimba so etwas wie Emotion aus ihrer Stimme heraus. 
Er sah sie einen Moment trotzig an, sah, wie ihr sein Blut auf das metallene Kinn troff, im Widerschein des blauen Feuers fast schwarz. 
»Rettest du mich jetzt von hier?«
»Schließ die Augen.«
Kurz wurde ihm noch kälter. Dann öffnete er die Augen. Gleißendes Licht stach ihm in die Augen. Er hörte einen Fluss ganz in der Nähe rauschen. Die Konturen vor ihm wurden klar. 
Ihm wurde schlecht. Grün, sein ganzes Blickfeld wurde ausgefüllt von stacheligem, grünem Gras. Hatte Bronze ihn betrogen? 
»Kimba!«, rief eine laute Stimme. David! 
Kimba drehte sich um. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Bronze hatte Wort gehalten. An dem Fluss war ein kleines Zelt aufgebaut und davor eine Feuerstelle. David lief auf ihn zu, ihm hastete Eva hinterher. David wollte sich auf Kimba werfen und seinen Bruder willkommen heißen, doch Eva stellte ihm ein Bein. Er flog der Länge nach hin. Schwer atmend kam sie vor ihm zum Stehen. 
»Warum hast du das gemacht?«, fauchte David. 
»Keinen Schritt weiter.«, sagte Eva. Ihre Brust hob und senkte sich schwer. Ihr rotbraunes Haar hatte sie streng zurückgebunden.
»Sag es!«, befahl sie Kimba. 
»Was?«
Eva zog ihr Messer aus dem Gürtel. 
»Eine Chance noch. Sag es.«
»Bist du verrückt, Eva? Das ist Kimba!«, rief David zornig. 
Sie sagte nichts. 
»Only the ring finger knows.«, flüsterte Kimba. 
Da rannen Tränen Evas Wangen hinab. Sie ließ das Messer fallen und ging in die Knie und umarmte ihn, während Schluchzer ihren Körper schüttelten. 
David setzte sich zu ihnen und auch in seinen Augen glitzerten Tränen. »Ich habe mir Sorgen gemacht.«, sagte er leise. 
Kimba lächelte. »Ich würde euch nie verlassen.«, antwortete er. 
»Only the ringfinger knows.«, sagte David und hielt seine rechte Hand hoch, an der der gleiche, billige Plastikring glänzte, wie an Kimbas und Evas Hand.
Eva löste sich von Kimba. »Wir können bald weiterreisen. Ich habe den Hilfespruch aktiviert.«
»Warum seid ihr hier draußen auf der Eben und nicht in Katesh Matet?«
David grinste. »Wir haben nach dir gesucht.«
»Aber du uns gefunden.«, schniefte Eva und lächelte. 
»Da kommt er. Ich sehe das Flickenbanner.« 
Ein einäugiger Mann in rosa Rüstung kam auf einem weißen Pony auf sie zugeritten. Er hielt die zusammengeflickte Standarte der Flickenritter. Schon von weitem konnte man sein königsblaues Grinsen sehen. Die Flickenritter brachen sich die Zähne heraus und setzen sich eines aus blau gefärbtem Porzellan ein. Er schwenkte das Banner und hielt mit der anderen eine Kette aus dunkelgrünen Tonperlen in die Höhe. Der Ritter fiel vom Pferd. Ein schmerzhaftes Lächeln verzog Kimbas Lippen. Der fette Gott Suburu und seine Flickenritter waren die einzigen gewesen, die es gewagt hatten mit ihnen einen Schutzkontrakt einzugehen. 
Er legte seinen Kopf auf Davids Schulter ab und nahm Evas Hand. Er wusste jetzt, wo sie die Taschenuhr finden würden und wie sie dem Albtraum entfliehen konnten. Er schloss die Augen und genoss die Wärme seiner Geschwister. 

weiter zum nächsten Türchen