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Gebirge und Landschaften

© Jerron

Mit diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie ihr mit ein wenig Übung Reliefkarten in Photoshop erstellen könnt. Um die beschriebenen Effekte verwenden zu können, benötigt ihr mindestens Photoshop 5, empfehlenswerter ist allerdings Version 6 oder höher.
Das Ergebnis sieht relativ realistisch aus und erfordert neben der nötigen Software nicht mal wirklich viel künstlerisches Geschick, mit ein wenig Übung wird jeder ein vorzeigbares Ergebnis hinkriegen.
Behaupte ich jetzt mal einfach so...

1. Die Grundform

Zunächst einmal brauchen wir die Form des Landes. Hier im Beispiel habe ich mal eben schnell eine Form willkürlich auf blaues Wasser gemalt.
Für eure Karten empfiehlt es sich natürlich, den Umriss einzuscannen und dann später alles, was mal Wasser werden soll, herauszulöschen.
Wer mag, kann auch hier gleich Flussläufe in die Landform einzeichnen.

2. Der Rand

Jetzt bekommt das Land einen Rand ;)

Dazu bietet Photoshop verschiedenste Ebenenstile, mit denen unterschiedlichste Effekte für die Ränder erzielt werden können. Im Beispiel habe ich den Ebenenstil Schein nach innen gewählt, der einen leichten dunklen Rand um die ganze Küste zieht (würde man jetzt einen Flusslauf in derselben Ebene eingezeichnet haben, sähe das allerdings mit dem dunklen Rand an jedem Flusslauf entlang ziemlich plöt aus, deswegen habe ich jetzt mal keinen Fluss in die Landform getan). Spielt mit den anderen vielfältigen Möglichkeiten von Photoshop herum und findet selbst heraus, was für eure Zwecke am besten geeignet ist.

 

3. Erste Texturen

Damit das Land nicht so blass aussieht, kann es ja schon einmal mit Gras bepflanzt werden ;)
Dazu habe ich eine neue Ebene eingerichtet, diese auf "Multiplizieren" eingestellt und in diese Ebene eine Grasstruktur eingefügt. Durch den Einkopiermodus "Multiplizieren" scheint der dunkle Rand der Küste durch die Ebene mit dem Gras hindurch.
Als Strukturen könnt ihr die unterschiedlichsten Bilder nehmen, die ihr selber fotografieren, einscannen oder selbst erstellen könnt. Eine große Auswahl an Texturen für Karten gibt es z.B. bei www.texturator.de frei zum Download.

4. Mehr Texturen

Zu empfehlen ist, dass ihr die Texturen für den Untergrund ziemlich hell und blass anlegt und nicht einfach automatisch eine Form mit ihnen auszufüllen, sondern mit dem Stempelwerkzeug zu arbeiten. So entstehen keine Kachelmuster.
Eine der bei texturator.de gefundenen Texturen für Wasser habe ich nun unter die Ebene mit dem Umriss der Landschaft gelegt und die Ebene mit dem Umriss des Landes hat nun neben dem "Schein nach innen" auch einen hellblauen größeren "Schein nach außen" erhalten, der die Flachwasserzonen dargestellt werden sollen.

5. Das Relief

So, und jetzt wird’s interessant! Wie bekomme ich Berge auf meine Insel?
Dazu richte ich eine neue Ebene ein und stelle den Einkopiermodus auf "Negativ Multiplizieren". Dann nehme ich einen schwarzen Pinsel und setze dessen Deckkraft auf 50%. Dann beginne ich zu malen und sehe nix.

Der Modus "Negativ Multiplizieren" sorgt dafür, dass alles was schwarz ist, durchsichtig wird. Und das ist auch gut so, denn diese noch unsichtbaren schwarzen Flächen sollen mir einmal als Gebirge dienen.

Zu diesem Zweck habe ich den Ebenenstil "Abgeflachte Kante und Relief" für diese Ebene ein, und schon liegt eine Art durchsichtiges Gelee dort, wo vorher noch unsichtbar mit Schwarz herumgemalt wurde. Spielt selbst einmal mit den Reglern herum und entscheidet selbst, welche Einstellung am besten zu eurem Bild passt. Zu beachten ist, dass in der Ebene mit der schwarzen Zeichnung folgende Regel gilt: Je schwärzer, desto höher. Deswegen empfiehlt es sich, die Deckkraft des Pinsels herunterzusetzen, um somit durch übereinandermalen unterschiedliche Höhenniveaus zu erreichen.
Ab Photoshop 6 gibt es die Möglichkeit, das Relief auch mit einer Struktur zu versehen. Dieses Feature eignet sich besonders gut dazu, zerklüftete Felsen darzustellen. Wer glatte Hänge haben will, muss natürlich auf die Struktur in seinen Bergen verzichten ;)

 

6. Die Berge

So, da nun das Gebirge schön zerklüftet ist, wird schon mal der grobe Verlauf der Berge eingezeichnet.
Sinnvoll ist es eine Skizze vom geplanten Verlauf der Gebirge, Flüsse, Wälder usw. in einer eigenen Ebene in das Bild einzufügen, und diese Ebene dann leicht durchscheinend anzuzeigen, sodass man sich an den Skizzen orientieren kann.
Hier im Beispiel habe ich allerdings die Berge einfach mal so, völlig willkürlich laufen lassen.

7. Schöne Berge

So, das ganze sieht zwar schon relativ gebirgig aus, aber es fügt sich noch nicht so recht in die Landschaft ein.
Deshalb habe ich mit dem Wischfinger für weiche Verläufe gesorgt, bis das Ergebnis in sich harmonisch aussieht.

8. Feinschliff

So, das Ganze sieht zwar schon relativ gebirgig aus, aber es fügt sich noch nicht so recht in die Landschaft ein.
Deshalb habe ich mit dem Wischfinger für weiche Verläufe gesorgt, bis das Ergebnis in sich harmonisch aussieht.

Ihr seht, es ist eigentlich gar nicht so kompliziert und selbst für den künstlerisch Unbegabtesten einigermaßen einfach hinzukriegen. Was man braucht, sind hübsche Texturen, die passende Bildbearbeitungssoftware, ein wenig Übung (und viiiel Zeit für entsprechend große Karten). Wer all dies mitbringt, wird auch selbst in der Lage sein, solcherlei Karten selbst zu fabrizieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht euch
Jerron