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Chuilauf von Eno Carrita

© Taipan

In dem Thermenstadt Eno Carrita wird zweimal im Jahr, am 12. Fimad und am 14. Idruen, der Chuilauf von Eno Carrita gefeiert. Grund für diesen Feiertag ist der Angriff von Bargachuis am 14. Idruen 1313 n. MF und die ungewöhnliche Art, wie die Feinde in die Flucht geschlagen werden konnten.


Historischer Hintergrund

Während des Chuisturms (1308-1314 n. MF) erreichte eine Gruppe von Bargachuis auch die Westküste von Kolonor und stieß dort am 14. Idruen 1313 auf die Stadt Eno Carrita. Dabei überraschten sie die fast ahnungslosen Bewohner der Stadt, die zwar von den kriegerischen Chuis schon gehört hatte, jedoch nie damit gerechnet hätten, dass diese es bis vor die Tore ihrer Stadt kommen würden. Um ihr Leben und Hab und Gut zu schützen, entschlossen sich die Bürger die Stadttore zu schließen, obwohl – so die Legende – einige Kinder noch außerhalb der Stadt waren, um einige Anilaar zu hüteten. Als sie nun zurückkamen, fanden sie die Tore verschlossen und die zornigen Chuis standen vor der Stadtmauer. Dabei wurden sie von den Chuis entdeckt, die auf sie losstürmten. Da liefen die Kinder zum Warewa Nahuati, einem nahen Geysir, mit einem Großteil der Chuis dicht auf den Fersen. Kurz bevor die Verfolger sie einholen konnten und sie den Warewa Nahuati erreichten, warf der seine grüne Wasserfontäne in die Höhe. Die abergläubischen Bargachuis hielten diesen Ausbruch für das plötzliche Auftauchen ihres Gottes Áichchúrrschùi und – weil die Götter der Chuis laut ihrem Glauben in der Vergangenheit schon öfter die Welt zerstört haben – ergriffen sie schleunigst die Flucht, von den nebelartigen Wassertropfen des Geysirs bereits mit grün gefärbten Fell. Voller Übermut warfen die Kinder den Chuis einige grüne Steine nach. Auch den Chuis, die bei der Stadt geblieben waren, war das Schauspiel nicht ganz geheuer, und so zogen sie sich vorsichtig zurück. Als sie auf ihre grün gefärbten Kameraden stießen und deren Geschichte lauschten, beschlossen sie lieber einen großen Bogen um Eno Carrita.


Der Chuilauf von Eno Carrita

Seit diesem Ereignis wird in Eno Carrita jedes Mal am Tag des Ausbruchs des Warewa Nahuati – das heißt zweimal im Jahr und nicht nur am 14. Idruen, dem Jahrestag, sondern auch am 12. Fimad – gefeiert. Dabei verkleiden sich mehrere Jugendlichen sehr aufwendig als Bargachuis (manchmal so aufwendig, dass die Verkleidet oft gar nicht mehr als Bargachuis zu erkennen sind) und ziehen dann angefeuert und begleitet von einer Kinderschar durch die gesamte Stadt.

An den Stadttoren beginnt dann ein Wettrennen, bei dem die verkleideten Jugendlichen bis zum Warewa Nahuati laufen. Der Sieger wird groß gefeiert und sein Kostüm bekommt einen Platz im Stadthaus. Die Verkleidungen der übrigen Wettläufer werden grün gefärbt – wenn der Warewa Nahuati gerade ausbricht, müssen sie gar nicht gefärbt werden, das erledigt der Geysir viel schneller – bleiben im Besitz der stolzen Träger. Für alle Kinder gib es darüber hinaus noch einen Wettbewerb im Steinewerfen. Das Fest endet mit einem großen Festessen am Hauptplatz der Stadt.


Der Warewa Nahuati und die Steinalge

Der Warewa Nahuati – was frei übersetzte „Grüner Spucker“ bedeutet – ist der größte von den insgesamt vier Geysiren um den Golf von Rhead, und gleichzeitig auch einer der regelmäßigsten und ruhigsten, denn er bricht sehr exakt alle 183 Tage – also ziemlich exakt zweimal im Jahr – aus und schleudert dabei eine gewaltige Wasserfontäne bis zu 80 Meter in die Luft, was noch gut von der nahen Stadt Eno Carrita aus zu betrachten ist, die nur zehn Kilometer entfernt liegt. Das Schauspiel selbst ist vollkommen harmlos – auch wenn nicht besonders wohlriechend und bei zu große Nähe färbend (siehe weiter unten). Der Grund, warum Eno Carrita so nah an dem Warewa Nahuati erbaut worden ist, liegt an den heilkräftigen Thermalquellen hier, die die Stadt zu einem berühmten Badeort machen. An die ständigen Schwefelgerüche haben sich die Bewohner längst gewöhnt.

Der Name Grüner Spucker kommt von der Steinalge, einer genügsamen grünen Flechte, die praktisch jeden einzelnen Stein um den Warewa Nahuati mit einer grünen Kruste überzieht. Sie ist außerdem trotz ihres wenig spektakulären Äußeren ein starkes Färbemittel, das bei einem Ausbruch das Wasser des Geysirs grün färbt, genauso wie alles, das mit diesem Wasser in Berührung kommt.


Lexikon

Áichchúrrschùi: bargachuischer Gott des Regens, des Wetters und der Eifersuch

Anilaar: kleines, zweibeiniges Huftier, das wegen der Milch und des Fleisches gehalten wird

Bargachuis: kleinere und dunkler gezeichnete Chuirasse; im Norden Kolonors heimisch

Cuis: aufrecht gehende, raubkatzenähnliche Kulturschaffende

Chuisturm: großer Eroberungsfeldzug der Bargachuis unter Ruarrhau, der große Teile Kolonors überzog

Eno Carrita: Kur- und Thermenstadt am Golf von Rhead

Fimad: Monatsname (entspricht unserem März)

Idruen: Monatsname (entspricht unserem September)

Kolonor: Kontinent

Rhead, Golf von: Meer im Wesen von Kolonor

Ruarrhau: legendärer Anführer der Bargachuis im Chuisturm

Steinalge: grüne, stark färbende Flechte

Warewa Nahuati: Geysir

Geschichtstafel

1308-1314 n. MF: Chuisturm

1313 n. MF: Angriff der Bargachuis auf Eno Carrita

1436 n. MF: heute