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Das Shamî-Hornpulver

© Gomeck

Es ist seit jeher im Kaiserreich Kym* üblich, daß die Angehörigen des Adels im Alter von 8-9 Jahren zwei Jahre in der kaiserlichen Armee dienen. Der Großteil der Armee wird jedoch von Vertretern der Bürgerschicht gebildet, so dass die jungen Adligen in der Armee eine Sonderstellung einnehmen, so ist nur ihnen der Aufstieg in der Hierarchie möglich, sofern sie sich für weitere Zeit der Armee verpflichten.

Unter den adligen Keniau* der Armee kursiert ein Getränk, dem man nachsagt, dass es die Kraft erheblich steigern kann, was es natürlich sehr begehrt macht. Es wird aus einem Pulver hergestellt, welches sehr teuer ist, so dass es sich auch nur die wohlhabenderen Adligen leisten können. Außerdem ist es nicht legal und nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen. Es handelt sich um die pulverisierten Hörner der Shamî-Katze, die weit im Süden in den Dschungeln Kîshunas* lebt. Die Shamî-Katze ist ein gefürchteter Räuber, wird ebenso groß wie erwachsene Keniau und verfügt über große Kraft, scharfe Zähne und auf der Stirn zwei scharf gezackte Hörner, mit denen die Shamî selbst größere Beutetiere so schwer verletzen kann, dass diese ihren Wunden erliegen. Im Norden des Ostkontinents kommt dieses Raubtier nicht vor, und seine Existenz ist den Keniau dort nur bekannt, weil vereinzelt Exemplare für Schaukampfspiele importiert werden. Viele haben sich schon auf den weiten Weg in den Süden gemacht, um selbst ein solches Tier zu erlegen, doch das Klima und die Gefahren des Dschungels lässt die meisten nicht einmal zurückkehren, und selbst jene, die keinen Raubtieren oder Krankheiten zum Opfer gefallen sind, haben bisher noch nie eine dieser Katzen tatsächlich zu Gesicht bekommen. Die dort lebenden Keniau hüten sich selbstverständlich davor, den Abenteurern bei ihrer Suche zu helfen, denn sie profitieren natürlich sehr davon, das Wissen für sich zu behalten, wo in den Weiten des Dschungels diese Katzen zu finden sind und wie man sie erlegt.

Insider-Informationen (offworld): Die tatsächliche Wirkung des Pulvers ist nicht offiziell bestätigt, man kann lediglich eine Pulssteigerung und ein Anstieg der Körpertemperatur feststellen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Keniau, die ein bis zwei Becher aufgelöstes Pulver zu sich nehmen, im Kampf eine höhere Leistung bringen, jedoch rührt die erhöhte Kraft kaum durch das Getränk selbst her, lediglich die Hemmschwelle wird gesenkt, die Kraftreserven des Körpers voll einzusetzen, wodurch der Trugschluß über die Wirkung des Pulvers herrührt. Natürlich gibt es viele Gelehrten auf dem Ostkontinent, die genau das Gegenteil behaupten, und die Soldaten sind geneigt, eher diesen zu glauben ;-)

Tatsächlich ist es mittlerweile sogar so, dass die Händler des Shamî-Hornpulvers im Geheimen auf andere, völlig wirkungslose Pulver umgestiegen sind, die wesentlich leichter zu beschaffen sind, und die mit Essenzen einer Pflanze vermengt werden, die eine sehr ähnliche Wirkung auf den Körper haben wie das ursprüngliche Shamî-Hornpulver. Dies wird jedoch aus verständlichen Gründen noch viel geheimer gehalten als eventuelle Verbreitungsgebiete der Shamî-Katze! Um die hohen Preise weiterhin stabil zu halten, wird die Menge des angebotenen Pulvers jedoch künstlich knapp gehalten.

*Kaiserreich Kym: Expandierendes Reich im Norden des Ostkontinents, umfasst die Inseln Shu-Kym und Sai-Kym und Teile des Festlandes von Aikatun

*Keniau: das sind quasi tigergroße Katzen-Zentauren

*Kîshuna: große Halbinsel im Süden des Ostkontinents. Der Süden ist von großen Dschungeln bedeckt.