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Die Zeremonie der Brutmeisterschaft

© Gerrit

Zuerst ein paar Kurzinfos zum Volk der Gatuna, die zum Verständnis der Zeremonie beitragen sollen.

Die Gatuna sind ein nichtmenschliches Volk. Um eine einfache Vorstellung von ihnen zu gewinnen, kann man sie sich einfach als Schildkrötenmenschen vorstellen.

Sie leben in unterseeischen Nestern und kennen keine Familien. Alle befruchteten Eier werden in den Bruthöhlen abgelegt. Für Aufzucht und Erziehung des Nachwuchses sind dann die Brutmeister zuständig.

Was bei den Menschen der Familienname ist, ist bei den Gatuna der Brutname, welcher sich einfach vom Namen des Brutmeisters ableitet, von dem man erzogen wurde.

Die Brutmeister sind gleichzeitig am ehesten das, was man Priester nennen könnte. Ihre Worte gelten als von Lutaka, dem Schöpfer der Gatuna, inspiriert.

Die Zeremonie der Brutmeisterschaft

Das Leben der Gatuna ist sehr gefährlich, weswegen nur sehr wenige das Anbrechen ihres letzten Lebensdrittels, mit ungefähr 200 Jahren, erleben.

Dieses letzte Lebensdrittel zeichnet sich durch ein langsames Nachlassen der körperlichen Kräfte ebenso aus wie durch die versiegende Fruchtbarkeit.

Für diejenigen, welche aber solange überleben, wird die Zeremonie der Brutmeisterschaft abgehalten.

Wie eigentlich alle Zeremonien der Gatuna, zeichnet sich auch die Zeremonie der Brutmeisterschaft durch große Schlichtheit und Länge aus.

Sie besteht darin, dass der Gatuna, welcher seinen dritten Lebensabschnitt begonnen hat, mit drei Brutmeistern zusammen in eine heilige Kammer geht. Dort findet eine Art Prüfung statt. Der Prüfling hat vor den Brutmeistern sein ganzes Leben auszubreiten und sich all ihren Fragen zu stellen. Dazu gehören nicht nur reine Wissensfragen sondern auch sehr viele Fragen die darauf abzielen die geistige Reife und Beweglichkeit des Prüflings zu bestimmen.

Nach dieser Prüfung, die meist mehrere Wochen dauert, gibt jeder der drei Brutmeister seine Stimme ab, ob der Prüfling zum Brutmeister geeignet ist.

Erhält der Prüfling keine Stimme, wird er aus dem Nest verbannt, was normalerweise einem Todesurteil gleichkommt.

Bei nur einer Stimme wird er zwar Brutmeister mit allen Rechten und Pflichten, aber seine Brut wird seinen Namen nicht weitertragen, da er als minderwertig im Ansehen bei Lutaka, dem Gott der Gatuna, gilt.

Mit zwei Stimmen wird der Prüfling zu einem vollwertigen Brutmeister, dessen Name mit Stolz von seiner Brut getragen werden wird.

Tritt der seltene Fall ein, dass ein Prüfling tatsächlich alle drei Stimmen erhält, so wird er damit gleichzeitig Mitglied des Hohen Nestrates und bestimmt ab jetzt das Schicksal des Nestes mit.