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Glattstieliges Fuchspfötchen

© Taipan

Diese unscheinbare Pflanze, die im Frühling selbst ein unaufmerksamer Wanderer in fast jedem Wald im Norden von Meseleth finden kann, wird nicht nur wegen ihres aromatischen Geschmacks gerne in der Küche verwendet, sondern birgt auch große Heilkräfte in sich, die allerdings nur wenigen bekannt sind. Den Namen hat die Pflanze von den pfotenartigen Laubblättern, die tatsächlich den Pfotenabdrücken eines Fuchses sehr ähnlich sehen, nicht nur von der Form, sondern auch von der Größe her. Und angeblich sollen die Pflanzen auch überall dort wachsen, wo ein Fuchs seinen Fuß hinsetzt, was man leicht glauben kann, denn die Pflanze ist mindestens genauso häufig wie der Graufuchs, die häufigste Fuchsart von Meseleth.

Vorkommen: 
Das Glattstielige Fuchspfötchen ist abgesehen von Sleth im ganzen Norden von Meseleth bis zum Grimmzackengebirge weit verbreitet und praktisch in allen Laub- und Laubmischwäldern zu finden. Nur höhere Lagen und reine Nadelwälder meidet es. Selten ist die Pflanze auf alle Fälle nicht, denn im Frühling ist vielerorts, vor allem in Auwäldern, der Boden von einem samtig roten Blütenteppich bedeckt.

Aussehen: 
Das Glattstielige Fuchspfötchen ist eine maximal 20 Zentimeter große werdende Pflanze, die aber abgesehen von den Laubblättern insgesamt sehr zart wirkt. Diese erinnern nämlich in Form und Größe sehr stark an die Pfoten von Füchsen. Sie sind anders als beim Rauen Fuchspfötchen nicht behaart, daher der Name. Auch an der Blüte soll man mit einiges an Fantasie den Fuchscharakter erkennen können, denn von den fünf zarten samtroten Blütenblätter sind die zwei obersten abgeknickt, was an Fuchsohren erinnern soll. Und die ebenfalls roten Staubblätter haben in etwa die Form einer Fuchsschnauze. Die Pflanze blüht bereits im Frühling, wenn die Laubbäume noch keine Blätter tragen, und überdauert den größten Teil vom Rest des Jahres als Zwiebel.

Sonstiges: 
Das Glattstielige Fuchspfötchen ist eine sehr geschätzte Pflanze, da sie reich als sehr gesund gilt und einen ausgezeichnet schmeckende Wildsalat abgibt. Was nur wenige wissen – und dieses Wissen wird von den wenigen Heilern und Ärzten, die es besitzen, eifersüchtig gehütet – ist, dass sie auch gegen die Keiferwut helfen, einer meist durch Tierbisse übertragenen Nervenkrankheit, die Verkrampfungen verursacht, vor allem im Mund- und Rachenbereich und unbehandelt nach zwei Wochen zu einem äußerst schmerzhaften Tod führt. Um die Pflanze gegen die Kieferwut einsetzen zu können, muss man die Blütenknospen kurz vor dem Aufblühen ernten und praktisch sofort danach ein Alkoholextrakt herstellen.
Leider sieht das Glattstielige Fuchspfötchen dem deutlich selteneren Rauen Fuchspfötchen zum Verwechseln ähneln. Dieses kommt zwar nur vereinzelt vor, besiedelt aber ähnliche Lebensräume wie das Glattstielige Fuchspfötchen, findet sich sogar nicht selten in einer Kolonie der heilkräftigen Pflanzen. Leider ist das Raue Fuchspfötchen stark giftig und verursacht bei der Einnahme Nervenlähmungen, die schon in geringen Mengen zum Tod führen können. Die beiden Pflanzen kann man nur durch die feine Behaarung an der Blattunterseite unterscheiden, die dem Glattstieligen Fuchspfötchen fehlen. Allerdings sind die Härchen nicht selten kaum sichtbar, so dass Verwechslungen immer wieder vorkommen. Als Wildgemüse und Wildsalat sind aber beide Pflanzen meist unbedenklich. Sie entfalten ihre heilkräftige beziehungsweise ihre tödliche Wirkung nur in Verbindung mit Alkohol.