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Weißkornbrei der Ashdele

© Neyasha

Ashdele-FrauIn Dorvaan, einem Land auf dem Nordostkontinent von Acarneya, leben die Ashdele, ein bäuerliches Volk, bei denen Reichtum und "Adel" davon abhängen, ob man eigenes Ackerland besitzt.
Ein typisches Gericht bei ihnen ist Weißkornbrei oder Innjelen. Es besteht aus Weißkorn (Jelen), einer Getreideart von außergewöhnlich heller Färbung, und Eloo, einem Wurzelgemüse mit einem herbsüßen Geschmack. Weißkorn wächst fast überall in gemäßigten Breiten, Eloo hingegen gedeiht nur in Dorvaan und im Süden von Ivekon.
Für den Brei werden die großen Wurzelknollen und die Getreidekörner gekocht und dann zu einem Brei zerstampft. Dieser Brei schmeckt eher fade, ist aber sehr nahrhaft und bildet das Grundnahrungsmittel der armen Leute. Mit Milch und Honig oder verschiedenen Gemüsesorten und Kräutern gemischt ist er außerdem ein typisches Frühstück der Mittelschicht.

Mit diesem Brei wird bei den Ashdele eine bekannte Legende verbunden: Als in grauer Vorzeit die Ashdele gemeinsam mit den Skonländern nach Dorvaan auswanderten, mussten sie feststellen, dass die von ihnen mitgebrachte Saat nicht aufgehen wollte. Als der Hunger zu groß wurde, wanderten die Skonländer unter der Führung von Elma, der Tochter der berühmten Hohepriesterin Jorda, weiter nach Westen, wo sie Boote bauten und übers Meer auf die Insel Selegondo fuhren.
Die Ashdele hingegen blieben in Dorvaan, wo sie Hunger litten und verzweifelt nach Nahrung suchten. In dieser entbehrungsreichen Zeit kam ein seltsamer Mann zu ihnen, der wohl ein Eingeborener war, aber ihre Sprache beherrschte. Er brachte ihnen Getreide und Knollen, die sie noch nie gesehen hatten, ehe er wieder verschwand.
Diese Nahrungsmittel, die die Ashdele vor dem Hungertod retteten - Weißkorn und Eloo - werden noch heute auf beinahe jedem Bauernhof in Dorvaan angebaut. Für die Ashdele aber besteht kein Zweifel daran, dass es sich bei dem seltsamen Mann um ihren Gott, um Guda den Einen selbst gehandelt hat.

Als Dank für seine Hilfe feiern die Ashdele noch heute im Spätsommer ihm zu Ehren ein Fest, bei dem sich die Sippen zusammenfinden. Auf einem auf den Feldern erbauten Holzaltar, der mit Blumen geschmückt wird, bringen sie am frühen Morgen als Opfergaben Weißkorn und Eloo dar. Den ganzen Tag über wird getanzt und gesungen, es werden Sippenangelegenheiten besprochen und Kinder als Mündel in andere Familien gegeben. 
Am Abend wird der Altar angezündet, und um das Feuer sitzen die Familien zusammen und alle, auch die reichen Großbauern, essen Weißkornbrei in Gedenken an die einstigen Gaben von Guda.