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Sturmfaenger

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project: Die Koppelwelten Orun & Szad'Azdhar; Anwae; Arseyya

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1

Sunday, November 17th 2002, 12:17am

[Orun] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Story)

Hi ihr alle!
Ich poste hiermit ca. 3 Manuskriptseiten aus meiner bisher noch unbetitelten Story. Ist zwar nur ein Ausschnitt, doch ich hoffe, viel erklärt sich von selbst. Wer Fragen hat, der frage! :)
Was haltet ihr davon?


„Hier ist es“, erklärte Shara, und deutete auf ein Geschäft an der Stadtmauer.
Auf der Türschwelle saß eine uralte, zahnlose Frau mit einem Nähkörbchen auf dem Schoß. Sie schenkte Shara ein verschmitztes Lächeln, als sie näherkamen.
„Ah, mein Shara-Mädchen kommt mich besuchen! Hast einen neuen Freund, eh?“
Shara lachte. „Aber nein, wo denkst du hin, Mutter Lissa! Das ist Alinor, ein entfernter Cousin von mir. Ist Manuri da? Ich habe gehört, er hat neue Ware bekommen.“
„Ja, Mädchen, er ist drinnen. Geh nur rein. Du auch, junger Herr. Du auch.“ Sie winkte Alinor durch die Tür und griff vor sich hin brabbelnd nach einem Knäuel Wolle. „Schwere Zeiten, husch! sind sie da... was wird morgen sein? Ach, ihr jungen Leute... aber die verhutzelte alte Lissa? Ich war mal ein schönes Mädchen, einst, in meinen Träumen tanzte ich auf einem großen Fest...“
Sie schüttelte den Kopf, schnalzte verwundert mit der Zunge und begann leise vor sich hin zu summen.
Shara tätschelte ihre Schulter und drückte sich an ihr vorbei ins Ladeninnere. Alinor folgte ihr.
Die kleine Ladenglocke bimmelte, als sie eintraten.
„Ich komme schon!“ ertönte es aus den Tiefen der Regale, die sich schier endlos hinter der Ladentheke zu erstrecken schienen. Alinor sah sich um. Das meiste was er sah, war wertloser Plunder.
„Seltsame alte Frau, diese Lissa“, murmelte er. „Sie ist mir nicht geheuer.“
„Oh, Lissa ist harmlos. Sie ist zwar ein bißchen wirr im Kopf, aber sie ist ja auch uralt. Sie wohnt schon seit Jahren bei Manuri, und er sagt, sie warnt ihn, wenn ihm jemand Diebesgut andrehen will. Solange ihre Vorahnungen zutreffen, läßt er sie bleiben. Außerdem glaube ich, er mag sie irgendwie.“
Alinors Kopf fuhr in Richtung Eingang. „Sie hat Vorahnungen?“
Shara zuckte mit den Schultern. „Oder einen guten Instinkt. Und sie hat es faustdick hinter den Ohren. Laß‘ dich von ihr ja nie zu einem Kartenspiel überreden! Vielleicht sieht sie tatsächlich Dinge voraus, vielleicht auch nicht. Gibt es diese Gabe denn nicht in deinem Land?“
Alinor schauderte. „Nicht oft.“
Manuri, ein drahtiger Wyssenier mit kurzsichtigen Augen und einer Hakennase, kam nun hinter den Regalreihen hervor, die Arme voll mit Schwertgehängen, Pfannen, Hüten, Lederstiefeln, und einem Dutzend Kerzenhalter aus angelaufenem Messing. Als er Shara sah, wuchtete er die Sachen auf die Ladentheke.
„Ah, die junge Frau Shara. Ich wollte Eurem Vater diese Statue verkaufen, ein schönes Stück, wirklich schön. Ich hole sie.“ Er verschwand gleich wieder im Lager.
Es dauerte nicht lange, da kehrte er mit einer kleinen unterarmlangen Statue zurück. Alinor trat neugierig näher. Es war die detaillierte Darstellung einer Frau. Die Hände hielt sie vor der Brust verschränkt, eine rosarote Marmorperle in der einen Hand, eine blauschlierige in der andern.
„So, hier ist sie. Gestern frisch aus Kethrana eingetroffen.“
„Sie ist wunderschön.“ Shara drehte die Figur kritisch hin und her, befühlte den Marmor. „Vor sechshundert Jahren war es modern, sich kleine Statuen von Göttern ins Haus zu stellen. Das hier ist Solande, die Göttin des Schicksals. Leider ist diese hier eine Fälschung.“
Manuri sah kein bißchen alarmiert aus. Er zuckte die Schultern.
„Wäre auch zu schön gewesen. Gib mir den üblichen Preis dafür.“
Alinor packte Shara leicht am Ärmel. „Willst du wirklich eine Fälschung kaufen? Warum?“
„Die Figur ist zweitrangig. Mir geht es um den Inhalt. Manuris Pfandhaus ist Teil unseres Nachrichtennetzes.“
Der Pfandleiher verbeugte sich lächelnd vor Alinor und machte eine ausladende Geste mit der Hand.
„Stets zu Diensten, wenn Ihr eine Nachricht in Eure Heimat schicken wollt, Prinz. Botschaften ins versteckte Land kosten allerdings mehr. Gefahrenzulage, wißt Ihr?“
Alinor seufzte. „Weiß denn schon jeder Uranach in dieser verdammten Stadt, daß ich hier bin?“
„Mach dir nichts draus“, tröstete Shara. „Gerüchte machen eben schnell die Runde. Aber rede hier nicht laut über Uranach, am besten du streichst den Ausdruck zusammen mit allem Magischen aus deinem Wortschatz. Offen über solche Themen zu reden ist gefährlich, deshalb verschicken wir unsere Nachrichten ja auch auf diese Weise. Unsere Solande hier hat ein Geheimfach, siehst du?“
Sie drückte das Kinn der Figur nach oben. Der Kopf verschob sich und gab den Blick auf ein rundes Löchlein frei, in dessen Inneren ein zusammengerollter Papierstreifen steckte.
„Schlau gemacht.“ „Not macht erfinderisch. Es ist keine dringende Nachricht, sonst hätten sie eine Statue der Götter Deiran oder Chouma geschickt.“
Sie ‚kauften‘ die Statue und verließen das Haus.
***
Weil es schon Mittag war, kauften sie bei einer der vielen Garküchen kleine Fleischspieße und schlenderten ohne ein bestimmtes Ziel durch die Straßen.
Shara erklärte kauend den Zweck dieses oder jenes Gebäudes, und fühlte sich sichtlich wohl in ihrer Rolle als Fremdenführerin.
„Weißt du“, meinte sie und leckte sich die Finger sauber, „Das Leben hier ist nicht einfach, aber ich mag diese Stadt, so dreckig und gefährlich sie auch ist. Ich wollte nirgendwo anders hin. Du bist hier am Puls Morkandors; alles was geschieht fließt irgendwann hier zusammen.“
„Doch über allem steht das da.“ Alinor nickte mit dem Kopf in Richtung Palast, der auf einem Hügel im Nordosten lag. Er war von beinahe überall in der Stadt zu sehen.
Shara zuckte mit den Schultern. „Ist nun mal so.“ Und, leise: „Wir arbeiten dran.“
„Begegnet man ihnen oft in der Stadt?“
Fast jeden Abend, dachte Shara. Laut sagte sie: „Ab und zu. Wenn du mal einen sehen solltest, dann halt‘ dich bedeckt. Meist haben sie schlechte Laune, und dann wehe dir, wenn du nur einmal zu viel zwinkerst.“
Alinor schaute sie ungläubig an.
„Ich habe schon so allerhand gehört. Aber ich hielt die Gerüchte für übertrieben.“
„Da gibt es nicht viel zu übertreiben. Das meiste, was du gehört hast, wird dicht an der Wahrheit sein.“
Der Ji‘Rallak ging schweigend weiter. Er war mit seinen Gedanken offensichtlich woanders.
Er beschleunigte seine Schritte und marschierte so schnell davon, das Shara kaum nachkam.
„Moment, Alinor! Hey! Das ist die falsche Richtung!“
„Warum? Wollen wir irgendwo hin? Ich dachte, du wolltest mir die Stadt zeigen.“
„Bestimmt nicht den Sklavenmarkt!“
„Sklavenmarkt?! Das muß ich mir ansehen.“
„Nein, Alinor. Hör mir zu, ich war schon mal dort. Es ist furchtbar, wirklich! Geh da nicht hin.“
Der Ji‘Rallak ging weiter. Er ignorierte Sharas entschlossenes Kopfschütteln wie auch ihre Versuche, ihn aufzuhalten. „Ich sehe mir einen der Gründe an, aus dem wir verborgen leben. Genau deshalb bin ich doch hier! Ich muß es mit eigenen Augen sehen. Und zwar jetzt.“
„Es ist zu gefährlich! Ein anderes Mal, Alinor! Wenn wir nicht nur zu zweit sind!“
„Nein, jetzt.“
Shara warf die Arme hoch. „Oh, ihr Männer! Du bist genauso stur wie Ony!“
Alinor fuhr herum. „Laß diesen Ony aus dem Spiel, hörst du?! Ich kann ihn nicht leiden.“
Er ging zielstrebig weiter. Ihr blieb nichts anderes übrig als ihm zu folgen.

9.)
Der Sklavenmarkt!
Eine morbide Faszination ging von diesem Ort aus, an dem Leben, Träume und Hoffnungen gegen Geld verschachert und vernichtet wurden. Vielleicht gerade deshalb pulsierte der Ort vor Energie.
Je näher sie kamen, desto stärker wurde das Gedränge. Die Häuser wichen zurück und die Straße weitete sich zu einem riesigen Platz, der vor Menschen wimmelte. Die Mittagssonne brannte unbarmherzig auf das Areal herab, das mindestens eine Quadratmeile umfasste.
Der Gestank schwitzender, zusammengedrängter Leiber hing wie eine Wolke in der Luft. Schreie, Ächzen, Betteln, klirrende Ketten und sirrende Peitschenhiebe bildeten eine wirre Geräuschkulisse. Der Lärm war so ohrenbetäubend, daß man sich nur schreiend verständigen konnte.
Shara hatte Mühe, den eigensinnigen Prinzen nicht aus den Augen zu verlieren.
„Alinor! Jetzt warte doch mal!“
„Ich dachte, du wolltest nicht mitkommen?“
„Und dich hier alleine lassen?! Kommt nicht in Frage! Nachher endest du noch als Sklave in den Steinbrüchen!“
Alinor fuhr zusammen. Zum Glück rempelte ihn gerade jemand an, so daß es Shara nicht auffiel.
Dieser Ony hatte am Abend zuvor genau dasselbe zu ihm gesagt.
Sie kämpften sich mit den Ellenbogen zu einer Stelle durch, an der der Strom der Menschen nicht ganz so stark war.
Shara war schon einige Male auf dem Sklavenmarkt gewesen, aber stets in Begleitung mehrer Uranach. Sie haßte diesen Ort. Sie hoffte, daß Horny etwas gegen den Menschenhandel unternehmen würde, wenn er auf dem Thron saß. Der Gedanke, daß dies alles vielleicht bald enden mochte, machte den Aufenthalt etwas erträglicher.
Alinor stand da, ließ den Trubel an sich vorbeiziehen, und versuchte, so viele Eindrücke wie möglich in sich aufzunehmen. Auch wenn das, was er sah, ihn abstieß.
Er vermochte keine Ordnung in dem scheinbar willkürlichen Durcheinander aus Käfigen, Zelten, Versteigungerungsplattformen und Präsentierbereichen zu erkennen. Allerdings schienen die meisten Leute sich sehr wohl zurechtzufinden.
Die Reichen, umringt von kräftigen Leibwächtern, trafen ihre Vorauswahl unter den Sklaven von erhöhten Umfriedungen aus, die um die sandbedeckten Sklavenpferche herum errichtet worden waren. Wohlgenährte Händler in schreiend bunten Gewändern standen bei ihnen und priesen mit überschwenglichen Gesten die Vorzüge von Menschen an, die in ihren Augen nur Ware waren.
Alinor hingegen war nahe genug, um die Resignation in den Augen der Unglücklichen in den Bambuskäfigen zu sehen, ihre anklagenden Blicke, ihre Hoffnungslosigkeit. In einigen Gesichtern stand purer Unglaube, in anderen die grimmige Entschlossenheit, sich nicht mit der Situation abzufinden. In den überdachten Bereichen, in denen sich die wertvolleren Sklaven aufhielten, erkannte er gar Hochmut und Verachtung gegenüber anderen Sklaven.
„Alinor, es wird Zeit zu gehen.“
Vielleicht ist es wirklich Zeit, diesen Ort zu verlassen, dachte Alinor. Tatsächlich mußte er sich eingestehen, daß er inzwischen nur zu bereit dazu war. Er hatte genug gesehen. Es hatte ihn mehr erschüttert, als er zuzugeben bereit war.
„Laß uns gehen“, rief er Shara zu und versuchte, die Erleichterung auf ihrem Gesicht zu übersehen. Sie nickte mit dem Kopf in Richtung des nächsten Ausgangs, und er nickte zum Zeichen seines Einverständnisses. Sie ließen sich von den Mengen, die zum Ausgang strebten, einfach mitreißen. Doch auf einmal wurde das Vorwärtskommen ungleich schwieriger.
„Was ist da vorne los?“
Shara stellte sich auf eine Kiste, um einen besseren Überblick zu bekommen. Die Menschen, die eben noch hinaus wollten, schlugen nun mit aller Gewalt jede andere mögliche Richtung ein. Der Geräuschpegel sackte merklich ab. Shara reagierte auf die Signale, die sie in der Menge zu lesen gelernt hatte.
„Komm schnell! Mach‘ schon!“ Sie zerrte Alinor zur Seite, in den Schatten eines Zeltes, wo sich schon andere Menschen drängten, und mit unsicheren Blicken umherspähten.
„Was ist denn auf einmal los?“ verlangte der Ji’Rallak zu wissen. Shara wandte unruhig den Kopf. Es waren viel zu viele Leute in der Nähe.
„Es sind welche von ihnen in der Nähe“, erklärte sie halblaut. „Wir bleiben hier stehen. Und verhalt dich ruhig! Ich will deinem Vater nicht erklären müssen, daß du tot bist und ich dran schuld bin.“
Alinors Augen blitzten trotzig. Erwartete Shara ernsthaft, daß er sich vor dem Erzfeind verneigte?! Seine Hand tastete unbewußt nach seinem Schwert. Er fasste ins Leere. Schlagartig wurde ihm klar, daß es bessere Zeitpunkte gab, sich den Hornanden zu stellen.
Alinor versuchte zwischen den Köpfen der vor ihm stehenden Leute einen Blick zu erhaschen. Soldaten mit schwarzroter Brustpanzerung kamen in Sicht. Sie bahnten den Weg für ihre Herren. Mit Stockschlägen und Peitschenhieben vertrieben sie diejenigen, die es nicht geschafft hatten, ihnen rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.
Es waren zwei Dämonen. Sie ritten prächtige Pferde, Rapphengste, deren schwarzes Fell in der Sonne glänzte. Das Klappern der Hufe der Rappen auf dem harten Kopfsteinpflaster war deutlich zu hören, so still war es.
Eine der beiden Gestalten drehte den Kopf.
Alinor erstarrte. Sein Innerstes schien zu schwarzem Eis zu gefrieren. Er konnte die Augen nicht vom gehörnten Kopf des Dämons nehmen. Dieses Gesicht! Dieses Gesicht! Götter!
Der Hornande ließ den Blick über die Menge schweifen wie ein Raubtier, daß eine Herde Schafe beäugt. Alinor zuckte zusammen als flammende Augen ihn einen Augenblick lang anstarrten.
Wieso sah der Dämon von allen in der Menge ausgerechnt ihn an?! Er konnte doch unmöglich wissen, was...
Der brennende Blick wanderte weiter, dann wandte der Hornande den Kopf um auf eine Frage seines Begleiters zu antworten.
Alinor stieß die Luft aus, von der er gar nicht gemerkt hatte, daß er sie angehalten hatte. Sharas leises Wispern drang ihm ins Ohr, ihre Hand legte sich auf seine Schulter.
„Du bist ja leichenblaß! Alinor? Alinor!“
„Wer ist das, Shara? Der zu uns hergesehen hat? Wer ist das?!“
„Das ist der Lordprinz. Horny Vath’Rakath. Er zeigt sich selten in der Öffentlichkeit.“
„Der Lordprinz...“ murmelte Alinor. Er starrte den Hornanden nach. „Das bist du also.“
***
"Keine Welt ist so groß, daß sie nicht in dir geistig Raum finden könnte." Karl May

Jerron

Ehrfurchtgebietende Respektsperson

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2

Sunday, November 17th 2002, 12:52am

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Ah ja, der Textauszug bietet einen interessanten Einblick in deine Welt, ohne daß dem Außenstehenden so recht klar wird, worum es eigentlich geht :weissnicht:

Drei Dinge, die mir aufgefallen sind:
1. Das Treiben auf dem Sklavenmarkt wird imho viel zu kurz beschrieben, als da Alinors Erschütterung nachvollziehbar wird.

2. Da reiten Dämonen durch die Menschenmenge? Ist so was da normal?

3. Der Name "Horny" für einen Dämonen klingt irgendwie reichlich albern ;D

Sturmfaenger

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3

Sunday, November 17th 2002, 1:20am

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Quoted

Ah ja, der Textauszug bietet einen interessanten Einblick in deine Welt,


Das ist schonmal gut :)

Quoted

ohne daß dem Außenstehenden so recht klar wird, worum es eigentlich geht


*g* Ist ja auch nur ein Auszug. Alinor ist der Kronprinz der Ji'Rallak, eines Volkes aus einem sehr abgelegenen Land, dessen Bewohner schon seit fast einem Jahrtausend verborgen leben. Seit der Zeit, da die Hornanden in Morkandor eingefallen sind. Es ist Tradition, daß jeder Kronprinz das sehr viel größere Land kennenlernt, um die davon ausgehende Bedrohung richtig einschätzen zu können. Die Uranach sind magiebegabte Widerstandskämpfer. Sie unterhalten noch Kontakte zu den Ji'Rallak.

Quoted

Drei Dinge, die mir aufgefallen sind:
1. Das Treiben auf dem Sklavenmarkt wird imho viel zu kurz beschrieben, als da Alinors Erschütterung nachvollziehbar wird.


Ich wollte nicht ins Labern geraten, das ist bei mir immer die Gefahr. Und allzu klischeehaft (weinende Kinder, die von ihren Müttern getrennt werden usw) soll's halt auch nicht sein. Denkst du nicht, es wird vielleicht langweilig, wenn zuviel beschrieben wird?

Quoted

2. Da reiten Dämonen durch die Menschenmenge? Ist so was da normal?


Ja, ist es. Es sind allerdings nicht Dämonen in dem Sinn, wie sie meistens in der Fantasy zu finden sind, also keine Beschwörungen und so. Es handelt sich dabei um eine humanoide Rasse aus einer anderen Dimension, die vor ca 1.000 Jahren in Morkandor eingefallen ist und äußerst brutal und gnadenlos die Macht an sich gerissen hat. Die Bewohner Morkandors reihten sie deswegen unter 'Dämonen' ein.

Quoted

3. Der Name "Horny" für einen Dämonen klingt irgendwie reichlich albern.


Ja, nicht? Das ist Absicht. Agressivität spielt bei den Hornanden eine große Rolle, und nichts tun sie lieber, als ihre eigenen Nachkommen zu reizen, in dem sie ihnen solche Namen geben. Es ist allerdings nur ein Kindername.
Hornys voller Name lautet 'Horny Vath'Rakath'. Als er noch ein Heranwachsender war, wurde er nur Horny genannt, inzwischen ist er erwachsen, hat aber noch keine Macht. Deshalb: Horny Vath'Rakath. Sobald er seinen Vater aus dem Weg geschafft hat, erhält er den Namen V'Raka. Und dabei bleibt es dann.
Hornys Vater heißt übrigens Linry Vath'Kyrrth, einer ihrer Vorfahren hieß Chelny Vath'Serith.
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Vater Teresa

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4

Sunday, November 17th 2002, 1:30am

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Zunächst: Gefällt mir, will mehr hör´n! (Falls du also mal Testleser brauchst... ;D Ich tu mir gerne mehr davon an.)

Ich schließe mich aber Jerrons erstem und dritten Punkt an. Der Leser und Alinor wissen beide von vornherein, dass auf dem Sklavenmarkt Menschen wie Tiere oder Ware verkauft werden, ohne sie irgendwie zu achten. Mehr weiß man nach dem Abschnitt eigentlich auch nicht, also fragt man sich schon, was Alinor in den fünf Minuten jetzt gesehen hat um so erschüttert zu sein. Nicht zuviel Gelaber ist angenehm, aber diese Information will man als Leser schon haben.

Wegen des Dämonennamens: Die Menschen lassen sich reizen, indem er sich Horny nennt? Können die englisch?? Und vor allem denk ich immer, wie das aussieht, wenn der gute Vath´Rakath sich jemandem vorstellt:
"I´m Horny - Horny, Horny, Horny!" :-/
"Es ist freilich gespielt, allein ein so schönes lehrreiches Spiel, daß ich mich dessen nie schämen werde."
- Georg Christoph Lichtenberg

Sturmfaenger

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5

Sunday, November 17th 2002, 1:47am

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Quoted

Zunächst: Gefällt mir, will mehr hör´n! (Falls du also mal Testleser brauchst...   Ich tu mir gerne mehr davon an.)


:D Toll! Danke!

Hm, das mit Alinors Betroffenheit wegen dem Sklavenmarkt muß ich dann wohl noch umschreiben, wenn es so undeutlich rüberkommt. Ich mach's deutlicher, versprochen!

Quoted

Wegen des Dämonennamens: Die Menschen lassen sich reizen, indem er sich Horny nennt?


Nein, sein Vater will Horny dadurch reizen. Das soll ihn anspornen, möglichst gut kämpfen zu lernen, damit er es ihm später heimzahlen kann. Horny kommt erst auf den Thron wenn er seinen Daddy geext hat. Es ist in der Geschichte der Hornandenherrschaft nur wenige Male vorgekommen, daß ein Lordfürst seinem Sohn freiwillig den Posten überlassen hat. Die zieren sich da immer ein wenig.  ;D  

Quoted

Können die englisch?? Und vor allem denk ich immer, wie das aussieht, wenn der gute Vath´Rakath sich jemandem vorstellt:
"I´m Horny - Horny, Horny, Horny!"


:rofl: Nö, die können kein Englisch. Nie gehört. Der Name ist wenn ich ehrlich sein soll *hüstel* dungeon-keeper-inspiriert, da dachte ich noch, es sei nur wegen der Hörner. Daß es da noch diese Nebenbedeutung gibt, wußte ich am Anfang nicht. Und jetzt hab' ich mich zu sehr daran gewöhnt, um es ändern zu wollen.

Hey - das ist jetzt mein 51. Beitrag! Bin kein Novize mehr! Yipiiee!
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Doro

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6

Monday, November 18th 2002, 2:21am

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Du hast eine schöne Sprache, sie liest sich leicht und flüssig. Das gefällt mir, keine Haken und Ösen, an denen man ständig hängen bleibt.
Mit den Unklarheiten kann ich leben, da du ja gleich darauf hinweist, dass es ein Ausschnitt aus einer größeren Sache ist.

Der Text gibt einen Einblick in eine interessante Welt, von der ich gerne mehr hören möchte.

<neugier>
Welche Epoche hast du als Vorbild genommen (wenn überhaupt)?
</neugier>

:thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Unvermindertes Susi-Glück! ;D

I'm in love, I'm in love
I'm in love with a strict machine

http://doroc.jimdo.com

Sturmfaenger

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7

Monday, November 18th 2002, 6:45pm

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Quoted

Du hast eine schöne Sprache, sie liest sich leicht und flüssig. Das gefällt mir, keine Haken und Ösen, an denen man ständig hängen bleibt.


:) :-[ *erröt* :D Danke, Doro! :prost:

Welche Epoche?
Äh... hm... darüber habe ich ehrlich gesagt gar nicht groß nachgedacht. Vom Stand der Technik und der Gesellschaftstruktur her eher mittelalterlich.
Ansonsten habe ich einfach in den riesigen Farbtopf in meinem Kopf gegriffen, indem alles rumschwimmt, was bei mir seit ich denken kann hängen geblieben ist. Mit den Elementen, die mir am besten gefallen, habe ich dann einfach drauflosgepinselt. ;) Bin selber gespannt was am Ende dabei rauskommt.
Bisher habe ich meine Welt nur um die Story herumgebastelt, d.h. nur das entwickelt, was ich brauche. Morkandor ist aber, das weiß ich schon, in viele Provinzen unterteilt, also Platz für verschieden angehauchte Völker. Nichtmenschen gibt es außer den Hornanden bis jetzt noch keine. Ich habe nichts gegen Elfen/Elben und Zwerge, aber in meiner Welt - nein.

"Keine Welt ist so groß, daß sie nicht in dir geistig Raum finden könnte." Karl May

8

Tuesday, November 26th 2002, 8:36pm

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Ja, er gibt einen interessanten Eindruck. Wie sehen diese Horny denn eigentlich aus? ???
" Durch die weiten, glühenden Ebenen ziehen sie dahin: gewaltige Herden, kaum weniger zahlreich als die Halme jener Gräser, die sie nähren. Zwei Dinge treiben sie voran: Trockenheit und mächtige Feinde, die nur darauf warten, ihren Hunger mit Fleisch zu tilgen. Keine Art außer einer hat hier ihre Heimat: die Morlochs, die Herrscher der Weite zwischen Erde und Himmel."
Aus " Führer durch die Welt", von Lisari Biadaom, erschienen 1118 n.M.K.

Sturmfaenger

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9

Tuesday, November 26th 2002, 10:04pm

Re: [Text] Sklavenmarkt (Ausschnitt aus meiner Sto

Quoted

Ja, er gibt einen interessanten Eindruck. Wie sehen diese Horny denn eigentlich aus?


:-[ Öh, die haben eine frappierende Ähnlichkeit mit meinem Avatar ;D
Das Aussehen ist aber das einzige, was ich davon geklaut habe. Die Entwicklung der Rasse ist ganz unterschiedlich. Hatte früher ein bißle ein schlechtes Gewissen deswegen, weil's nicht 100% meins ist, aber andererseits: Die Elben/Zwerge/usw auf vielen Welten sehen wohl auch so aus die wie bei Papa Tolkien. Es kommt darauf an, was man selber daraus macht.
Ich stelle warscheinlich irgendwann mal einen Threat über die körperliche Entwicklung der Hornanden in die 'Eigenen Welten'. Die sehen nämlich nicht von Geburt an so aus.
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