[Laharia] Musik

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Vom 7.-8. März 2020 findet der WELTENWerker Konvent in Gießen statt. Wenn wir bei der Veranstaltung Workshops, Vorträge etc. anbieten wollen, müssten wir diese bis spätestens zum 15. Januar anmelden. Wer mitplanen möchte und konkrete Vorschläge hat, ist eingeladen, sich im Planungsthread zu melden.

    • Snapshot schrieb:

      Das will ich aber bitte live in ner Kneipe von Laienmusikern gespielt hören, bis dahin bezweifle ich hiermit offiziell, dass sowas an jedem Lagerfeuer gespielt wird. ;D Die Rhythmik ist ja mal viel zu schwierig! :o

      Ob Laienmusiker so etwas spielen kann ich nicht sagen. Und was in Kneipen gespielt wird weiss ich auch noch nicht. Diese Musik jedenfalls hört man definitiv auf den Strassen und Plätzen. Zu manchen hohen Festen gibt es in der Kaiserstadt sogar Klatschrituale für Kaiser und Kaiserin, da legen die also den zu spielenden Rythmus fest.
      Aber als ich mal in Irland die Kneipen unsicher gemacht hab, bin ich einmal auf ein altes Mütterchen am Klavier und fünf fiedelnde Jugendliche (die beim Danebenfiedeln immer einen gar strengen Blick einfingen) gestossen. Zugegeben, das war alles Viervierteltakt, aber wenn man Polyrhythmik gewöhnt ist, ist es sicher auch nicht mehr so überaus schwer.

      Ich strick übrigens grad vehement am nächsten Stück. Es bekommt eine kleine Besonderheit: Klatsch-Betonung auf 1.

      Merlin, Rabenschwinge, danke vielmals. So ein Lob fühlt sich gut an.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • So, geschafft.
      Maizetha
      Der Rhythmus ist 7/5-Polyrhythmik, das Zymbal nimmt Teile der Polyrhythmik mit, die Gabelflöten halten sich nur an den 7er-Takt.

      Weder Samea, noch Daroa. Ursprünglich war es tatsächlich mal eines davon, nämlich ein Daroa, allerdings eine eher ungewöhnliche Form, denn der Publikumsrhythmus wurde vereinfacht vom Zymbal übernommen, nicht komplett von der Gabelflöte. Seitdem haben es allerdings definitiv so einige Improvisationskünstler gespielt und wahrscheinlich wurden über die Jahrhunderte auch etliche Fragmente von anderen Stücken eingebaut.
      Ungewöhnlich auch: Der Taktanfang ist deutlich, die Wahrnehmung kann sich da nicht verschieben.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Interessant. :)
      Mir gefällt, wie fremd das ganze klingt. Im ersten Augenblick hat's mir gar nicht gefallen (nicht weil es schlecht gemacht ist, sondern weil es sehr "uneuropäisch" klingt.) und ich musste mich schon ein bisschen hineinhören, bis ich was damit anfangen konnte. Das gilt jetzt für alle drei Stücke, bis jetzt. Ich hätte gedacht, dass ich mit den "einfacheren" volkstümlichen Stücken mehr anfangen könnte, oder eher auf Anhieb drauskommen würde, aber sie sind genau so "fremd" wie das erste.
      Mir gefallen die lieder auf jeden fall.

      Ich hätte mir übrigens gern die Noten angeschaut, aber ich kann mit einem Ogg-video nicht viel anfangen, dachte es wären midi-dateien... :(
    • Drauga Din schrieb:

      Im ersten Augenblick hat's mir gar nicht gefallen (nicht weil es schlecht gemacht ist, sondern weil es sehr "uneuropäisch" klingt.)
      Ging mir im ersten Moment genau so, aber sobald man sich einmal reingehört hat klingt das wirklich äußerst interessant!
      Wirklich gut, mal neue Wege zu gehen :thumbup:.

      Kleine Kritik anbei: Der Klatschrythmus hört sich in meinen Ohren ein klein wenig "unnatürlich" an. Ist das so gewollt? Oder liegt das nur am "Audio-Erzeuger"?


      Kanoph
      "Die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war." - Heinrich von Kleist
    • Pam bam bam babam bada bam bada - so muss es klingen, und so klingt es auch, es sei denn, meine Ohren sind verdreht. Wenn man das erste bam durch babam ersetzt, hat man den vollständigen 7/5 Rhythmus (der ist symmetrisch, wenn man die 1 hinten nochmal anhängt), aber einen Schlag lassen sie gewolltermassen aus.

      Es ist kein Video, nur Audio. Ich kann dir ein Midi schicken, Drauga Din, oder direkt das Notenblatt, wenn du mir sagst, in welchem Format du es gerne hättest - bitte nicht auslachen, ich halte mich an keinerlei Notationskonventionen.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Oh, ich habs auch verschlafen, dass ich hier noch was dazu schreiben wollte.

      Der Rhythmus ist ein Wahnsinn, ich hab grad nochmal versucht, ihn mitzuklopfen, ich vermute, ich hab ihn jetzt geknackt. ;D

      Das am Ende ist eine Quintole, oder? Die so genau zu hören ist wirklich schwierig, der Unterschied zu einer normalen Triole ist minimal. Respekt den Laharianern, die das in der Masse klatschen können. (Alleine gehts ja noch) Ich vermute, eine Gruppe Dirigierstudenten von der Uni würde dabei scheitern. ;D

      Ich hab noch nicht wirklich verstanden, wo hier ein 5er-Rhythmus vorkommt, oder meinst du Quintolen?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Das am Ende ist eine Quintole, oder? Die so genau zu hören ist wirklich schwierig, der Unterschied zu einer normalen Triole ist minimal. Respekt den Laharianern, die das in der Masse klatschen können. (Alleine gehts ja noch) Ich vermute, eine Gruppe Dirigierstudenten von der Uni würde dabei scheitern. ;D

      Ich hab noch nicht wirklich verstanden, wo hier ein 5er-Rhythmus vorkommt, oder meinst du Quintolen?

      Im ganz letzten Takt? Nein, die fünf regelmässigen Schläge gehören zum regulären 7er-Takt, dann kommt eine halbe Pause, während die Flöten alleine das Finale nachlegen.
      Die gesamte Klatschbegleitung besteht aus
      1. dem regulären 7er-Takt, der wie ein Uhrwerk läuft, und
      2. dem 5er-Takt mit derselben Dauer wie der 7er-Takt, nur fehlt bei diesem 5er-Takt der zweite Schlag. Notiert sind die vier Schläge und die Pause als Quintolen.
      Der jeweils erste Schlag ist gleichzeitig, was die 1er-Betonung ausmacht - mehr Krach ;D .

      Lewior schrieb:

      Ehrlichgesagt haben die Tonbeispiele mich besser, als die beste Weltenhomepage in "fremde Länder" entführt bzw. eine bestimme Stimmung dem Hörer vermittelt. :hail:

      Hiermit großen Respekt an der/die Komponistin. Ich komponiere auch manchmal ein kleines bisschen und deshalb wird dir meine Bewunderung um so mehr zu Teil :D

      Die Komponistin dankt herzlich.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Nachdem bisher alle Musik valekisch war, gehen wir mal nach Norden, und zwar zu den Mischann, die in Mischann-ato und Nordlavien leben. Die Mischann versteifen sich nicht so sehr auf den 7er-Takt wie die Valeker, dieses Stück zum Beispiel ist hauptsächlich im 5er-Takt, nur zwischen den einzelnen Strophen schleicht sich immer einen kleinen 2er-Takt ein. Zu diesem Lied gibt es auch einen Text - aber ich kenne ihn noch nicht, nur ungefähr, worum es geht: Liebe und Verrat, und sie kriegen sich am Schluss nicht.

      Titel: Adiuagd (O Schmerz)
      Taktschläge: 5 bzw 2
      Takte: 80
      Besonderes: Eine Triangel!
      Instrumente:
      ~ Flöte
      ~ Satanga (Xylophon)
      ~ Satrati (eine Art dreieckige Geige)
      ~ tiefe Satrati
      ~ Kugeltrommeln
      ~ Sutian (Triangel, wörtlich "Kind", weil das jedes Kind spielen kann)
      Link dazu: Adiuagd

      Ich hoffe, es gefällt.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Text für Adiuagd hab ich noch keinen, ich strick noch an der Grammatik rum.
      Dafür hab ich was anderes, und sogar zwei Sachen.


      1. Lakito Daromiona Sirra Tayunneru hat wieder zugeschlagen.
      Das Stück lehnt sich vage an das Unterwasserreich Ivenaya und die Besuche von deren Bewohnern an Land an. Das ist verdammt lange her und viel mehr als märchenhafte Verklärung blieb nicht bis in Lakitos Zeit im Gedächtnis. Nichtsdestotrotz existiert Ivenaya noch lange nach Lakito und schlussendlich kommt es auch wieder zu gewissen Kontakten.

      Titel: Ivena
      Taktschläge: 7
      Takte: 82
      Besonderes: Ein etwas gewagterer Umgang mit Pausen.
      Instrumente:
      ~ Gabelflöte (zwei Flöten an einem Mundstück, kann nur von Noi gespielt werden, weil die vier Arme haben)
      ~ Lizranan (ein Verwandter der Lizra)
      ~ Satra (eine Art dreieckiges Cello)
      ~ Satrati und tiefe Satrati (Geigenartig und dreieckig)
      ~ Donyeti (eine Harfe)
      Link: Ivena


      2. Ich habe Selcai beim Musizieren erwischt. (Das kann er also auch ...)
      Er spielt ein Neltane-Volkslied, das wirklich ausgezeichnet illustriert, was mit Polyrythmik gemeint ist. Es heisst Nelgeteri, was das bedeutet, hat er mir leider nicht gesagt.

      Titel: Nelgeteri
      Taktschläge: 7/5/3
      Takte: 23
      Besonderes: Polyrythmik
      Instrumente:
      ~ Noash (mit Bauch und Saiten zum Zupfen)
      Link: Nelgeteri


      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Hoffentlich wirkt diese Kritik nicht zu schroff. Es gibt schliesslich nicht viele Welten-Musikstücke ...und es ist besonders eindrucksvoll, wenn die an eigene Instrumente und vor allem Spielstile angepasst sind. Also nochmal ein großes Hurra dafür. :)
      Gefühlsmäßig wirkten die Pausen am Anfang von "Ivena" wie ein Sezieren des Musikstücks. Was in sich nicht schlecht ist, aber in diesem Fall hatte ich plötzlich den Eindruck von Vertrautheit, weil es ein bisschen an hiesige Jahrmarktsmusik und an Spielemusik von "Zelda" & Konsortium klingt. Als nach einer ungefähren Minute dann die Blasinstrumente in den Vordergrund geraten, klingt das ganze deutlich stimmiger und eigener-- und dieser schöne Effekt hält bis ans Ende des Stücks an.
      Allerdings habe ich für diese Art von Musik vermutlich noch kein Gehör entwickelt-- so sehr das Zuhören Spaß macht (und das tut es :) ), ich kann mich danach kaum an das Stück erinnern. Und weiß nicht so recht, woran das liegt. Bei Nelgeteri geht es mir genauso, allerdings wirkt Nelgeteri von Anfang an wie ein Teil deiner Welt. :thumbup:
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Du hast wohl Recht, Jerron. "Ivena" entstand grösstenteils nach exzessivem Beethoven-Konsum (die Pastorale hört man gegen Ende sogar raus, wenn man es weiss), gewürzt mit etwas Mozart und (auch du hast Recht, Merlin) Koji Kondo.

      Dass man sich nicht sofort an die Stücke erinnern kann, liegt vermutlich daran, dass es keine Leitthemen im eigentlichen Sinne gibt. Aber ich finde auch nicht, dass das unbedingt nötig ist.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • @Jerron Da brauch ich wohl ein neues Paar Ohren. :lol:

      Und ich wünsche mir einfach mehr Fantasy-Zeugs, dass halt nicht so vertraut wirkt. Vielleicht ist es ja deswegen s selten, weil es (nicht nur Musik) für mitteleuropäische Sinnesorgane ( ;) ) "unschön" wirkt?
      Das unvertrautere Zeug ist zwar gewöhnungsbedüftiger, aber dafür ist es ungewöhnlich genug, um irgendwie aufzufallen... mir fällt sowas positiv auf, anderen vielleicht negativ. :weissnicht:

      Aber MEEEEEHHRR (MEEEAAAAA?) wäre schon angebracht. :sabber: <---Sabbern ist ein Gefühlsausbruch? Oh R'lyeh?
      Willkommen im Kreis der willfährig leichtgläubigen und begeistert abseitigen Phantasten. --- Entropie
    • Man merkt deutlich, dass du im Detail dazulernst.

      Das erste Stück hat ein paar sehr schräge Stellen drin, die auffallen, und es auch erheblich interessanter machen. Gegen Ende hin hört das aber irgendwie auf. Ich finde, du kannst dich ruhig trauen, mehr "Durcheinander" zu schreiben, sortieren kannst du es immer noch. ;)

      Der "orientalische" Aufstieg, bevor alle Instrumente einsetzen, hat für mich irgendwie was komisches, weil dieser orientalische Modus sonst gar nicht anklingt, und auch gleich wieder verschwunden ist. Das finde ich aber - gerade weil extrem unorthodox - recht fein. Als Hörer wird man da gleich zweimal direkt hintereinander kurz aus der Bahn geworfen.
      Der Anfang ist voller Quintparallelen und Oktavparallelen, die ein Europäer nie schreiben würde. ;) Harmonisch wirkt es asiatisch - vermutlich wegen pentatonischen Anklängen; gleich das erste "g" folgt auf f-d, es ist zu beiden tönen dissonant (zu f eine Sekund, zu d eine primäre Quart) - was sofort den europäischen Kontext zerstört -> gut so, ist ja nicht europäisch.

      Für mein Geschwafel gilt wie immer, dass du es in Maßen ignorieren sollst. Lieber weiterschreiben.

      --

      Das zweite Stück ist - laut meinen Ohren - durchwegs der selbe Takt, nämlich 4+3, oder halt einfach 7, egal wie mans unterteilt. Die ganzen Vorschläge höre ich als solche. Ich bin jetzt sehr gespannt, wo da die Polyrhythmik ist, bzw. was du darunter verstehst. Sind die Vorschläge innerhalb eines Taktes jetzt irgendwie Quintolen im Verhältnis zum Grundtempo?

      Ahja, der Schlusston stört mich irgendwie. Irgendwie ist das Stück fertig und dann kommt noch ein "a". Mir würde es halt besser gefallen, wenn du das weglasst, und stattdessen die letzten paar Töne nachklingen lässt oder so.
      (Nach dem dritten Mal hören ändert sich grade meine Meinung. Hab mich zwischendurch an den Schluss gewöhnt. Ich lass es trotzdem so stehen, weil es war mein erster Eindruck.
      (Hm, erster Takt endet auf "a" auf Schlag 7. Irgendwie fände ich es auch logischer, wenn es auch am Schluss so ist. *inklammernlaber*)
      )


      edit zu Rhythmus: Ich bin blöd. ;D Hab schon vergessen, was du oben geschrieben hattest. Möchte trotzdem anmerken, dass ein gleichlanger 5er-Takt und 7er Takt weder von einem noch von mehreren Spielern wirklich gedacht werden kann. Ich werd das mal versuchen, klopfen zu lernen. Aargh. Ich meine, so ungefähr, wie es klingt, zu klopfen, ist überhaupt kein Problem. Aber dass es eine 5:7 Relation wird, ist praktisch ausgeschlossen. Ich muss damit jetzt experimentieren gehen. *g*

      edit2: So, ich hab jetzt endlich den Maizetha-Klatschrhythmus für mich entschlüsselt. Und kann ihn jetzt klopfen, also mehr oder weniger genau 7:5. Das ist wirklich eine Temporelation, wie sie mir außerhalb Neuer Musik noch nicht begegnet ist, aber ich glaube, man kann, wenn man damit aufwächst, das tatsächlich einfach so mitklatschen. Ich frage mich, ob sich die Volksmenge dann aufteilt, und ein Teil klatscht 7, der andere 5. Das wär erst recht lustig, weil die sich dann gegenseitig drausbringen können. Was vielleicht sehr interessant wäre, für die Aufnahmen, die du machst, wär eine unterschiedliche räumliche Verteilung zwischen 7er und 5er, oder ein leicht unterschiedlicher Klang. Dann könnte man die nämlich tatsächlich auch direkt hören. So vom Hören könnte man immer noch an einen bloßen 7er mit komischen Vorschlägen denken, was es ja nicht ist.

      :klatsch: :klatsch:
      PS: Gibts irgendeine Möglichkeit, diese Smilies zu desynchronisieren?
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Man merkt deutlich, dass du im Detail dazulernst.

      Das erste Stück hat ein paar sehr schräge Stellen drin, die auffallen, und es auch erheblich interessanter machen. Gegen Ende hin hört das aber irgendwie auf. Ich finde, du kannst dich ruhig trauen, mehr "Durcheinander" zu schreiben, sortieren kannst du es immer noch. ;)
      Was glaubst du, wie ich bei jedem Stück anfange :lol: .

      Der "orientalische" Aufstieg, bevor alle Instrumente einsetzen, hat für mich irgendwie was komisches, weil dieser orientalische Modus sonst gar nicht anklingt, und auch gleich wieder verschwunden ist. Das finde ich aber - gerade weil extrem unorthodox - recht fein. Als Hörer wird man da gleich zweimal direkt hintereinander kurz aus der Bahn geworfen.
      Stimmt, jetzt, wo du es sagst ...

      Der Anfang ist voller Quintparallelen und Oktavparallelen, die ein Europäer nie schreiben würde. ;) Harmonisch wirkt es asiatisch - vermutlich wegen pentatonischen Anklängen; gleich das erste "g" folgt auf f-d, es ist zu beiden tönen dissonant (zu f eine Sekund, zu d eine primäre Quart) - was sofort den europäischen Kontext zerstört -> gut so, ist ja nicht europäisch.
      Jup, Pentatonik ist beabsichtigt, Parallelen werden prinzipiell nicht eliminiert.

      Das zweite Stück ist - laut meinen Ohren - durchwegs der selbe Takt, nämlich 4+3, oder halt einfach 7, egal wie mans unterteilt. Die ganzen Vorschläge höre ich als solche. Ich bin jetzt sehr gespannt, wo da die Polyrhythmik ist, bzw. was du darunter verstehst. Sind die Vorschläge innerhalb eines Taktes jetzt irgendwie Quintolen im Verhältnis zum Grundtempo?

      PHP-Quellcode

      1. x______________x______________x______________x______________x______________x______________x______________
      2. x____________________x____________________x____________________x____________________x____________________
      3. x__________________________________x__________________________________x__________________________________

      Das ist die Polyrhythmik. Oben der 7er-, in der Mitte der 5er-, unten der 3er-Takt. Vorschläge gibt es nicht, das sind alles Töne zu vollen Taktschlägen.

      Ahja, der Schlusston stört mich irgendwie. Irgendwie ist das Stück fertig und dann kommt noch ein "a". Mir würde es halt besser gefallen, wenn du das weglasst, und stattdessen die letzten paar Töne nachklingen lässt oder so.
      (Nach dem dritten Mal hören ändert sich grade meine Meinung. Hab mich zwischendurch an den Schluss gewöhnt. Ich lass es trotzdem so stehen, weil es war mein erster Eindruck.
      (Hm, erster Takt endet auf "a" auf Schlag 7. Irgendwie fände ich es auch logischer, wenn es auch am Schluss so ist. *inklammernlaber*)
      ) ;D
      Wenn du Anfang und Ende vergleichst, musst du dir Takt 2 greifen, der genau dem vorletzten entspricht - und Takt 3 beginnt dann auch mit dem a ... und durch die Pausen, die Abseits der Taktmitte immer auftreten, und besonders durch die Symmetrie der Polyrythmik, zieht es die 1 gerne mal zum vorigen Takt. Das ist schon so gedacht.

      Ich danke herzlich für die Tube Senf - sag mal, hast du das absolute Gehör oder nur immer eine Stimmgabel im Inventar? ;)

      Ergänzungen zu deinem Edit:
      Nein, die können das so klatschen, die müssen sich nicht aufteilen. Polyrhythmik ist jetzt auch in irdischer Volksmusik nicht gerade selten vertreten, allerdings ist "der Westen" davon relativ unbeleckt geblieben. Die Polynesier können es ja auch.


      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Ich verwechsel die ganze Zeit Polyrhythmik und Polymetrik. :autsch:

      Nein, die können das so klatschen, die müssen sich nicht aufteilen.

      Klar können die das. Ich hab den Rhythmus grad nochmal notiert, wie man ihn in 7/4 schreiben würde. Da ist auch die Quintole am Ende dabei, die ich anfangs gehört habe. Die Frage, die ich mir stellte, war, ob sich die beiden Quintolen mit 4-1 bzw. 1-4 Aufteilung nicht mit der Zeit verschleifen, und z.B. zu Triolen werden.
      Aber wenn die das tatsächlich in 7:5 denken, dann natürlich nicht. :)

      Ich danke herzlich für die Tube Senf - sag mal, hast du das absolute Gehör oder nur immer eine Stimmgabel im Inventar?

      Absolutes Gehör habe ich nicht, aber deine Stücke verraten sich durch die vielen weißen Tasten immer sofort. ;)

      Ich hatte übrigens vorhin ziemlichen Spaß dabei, den Rhythmus zu klopfen, und zwar nur den 5er zu klopfen und den 7er zu sprechen. Mwahaha. Danke.
      Bilder
      • rhythmus.JPG

        10,32 kB, 380×136, 94 mal angesehen
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)