[Laharia] Musik

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    Vom 7.-8. März 2020 findet der WELTENWerker Konvent in Gießen statt. Wenn wir bei der Veranstaltung Workshops, Vorträge etc. anbieten wollen, müssten wir diese bis spätestens zum 15. Januar anmelden. Wer mitplanen möchte und konkrete Vorschläge hat, ist eingeladen, sich im Planungsthread zu melden.

    • [Laharia] Musik

      Auf der Insel Laharia haben Teller meist sieben Ecken, Gabeln (sofern verwendet) haben meist sieben Zinken, gemalte Sonnen und Sterne haben sieben Strahlen, ... laharische Musik hat meist sieben Schläge pro Takt.

      Dieses kurze Stück ist von Lakito Daromiona Sirra Tayunneru, die von 8266 (sie selbst gab ihr Geburtsjahr allerdings als 8263 an) bis 8314 in Kassobri lebte. Schon als Waisenkind geboren kam sie in eine Daromé-Familie, wo sie es auch nicht nett hatte. Mit 12 riss sie aus und lebte auf der Strasse, mit 16 heiratete sie den stinkreichen altersdementen Grafen Masian Tayunna, bekam promt Zwillinge und wurde zwei Jahre später Witwe. Damit hatte sie ausgesorgt und schlug sich erst mal ein paar Jahre durch sämtliche Partys, bevor sie ein Hobby fand: Komponieren.

      Titel: Ne Vela (das ist ein Gebirgsfluss)
      Taktschläge: 7
      Takte: 39 + zwei Schläge Auftakt
      Besonderes: Ein Wiederholungssegment. Wird gerne der dekadenten Faulheit zugeschrieben (ihrer, nicht meiner - meine steht ausser Frage ;) ), aber tatsächlich gibt es im Unterlauf der Ne Vela eine Gegend, die einer Gegend im Oberlauf frappierend ähnelt. Nur mit weniger Schnee.
      Instrumente:
      ~ Gabelflöte (zwei Flöten an einem Mundstück, kann nur von Noi gespielt werden, weil die vier Arme haben)
      ~ Lizra (ein Klappenmonsterinstrument, klingt ähnlich wie eine Oboe)
      ~ Dinin (ein Metallophon)
      ~ Daldinin (der grosse Bruder des Dinin, die Metallplatten liegen stärker auf, drum klingt der Daldinin dumpfer)
      ~ Satra (eine Art dreieckiges Cello)
      Für die Ohren: Ne Vela

      Zur Gabelflöte:
      Eigentlich ist das Charakteristische an der Gabelflöte die Tatsache, dass die beiden Flöten exakt denselben Rhythmus spielen, aber die hohe Orchesterkunst kennt auch die Klappengabelflöte, bei der man die Flöten einzeln "abschalten" (und auch einzeln überblasen) kann. Kritik daran gibt es natürlich reichlich: Dann kann man ja auch gleich zwei Flöten nehmen. Macht man inzwischen auch meistens.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Komponierversuche sind immer spannend. :)

      Den 7/4 Takt hört man eigentlich fast nicht. Das liegt daran, dass es keinen markanten Unterschied zwischen betonter Taktzeit und unbetonter gibt (in tonaler Musik ist auf betonter Zeit zum Beispiel eine Vorhaltsdissonanz). Bei 7er-Takten stellt sich auch immer die Frage, wie die Schläge aufgeteilt sind, etwa 2+2+3 oder 3+2+2 usw. oder ob es für diese Musik gar keine feste Aufteilung gibt, sondern ständig wechselt oder so, was natürlich eh spannender ist.

      Besonderes: Ein Wiederholungssegment. Wird gerne der dekadenten Faulheit zugeschrieben

      o_O also wenn in der Musik Wiederholungen als Zeichen von Faulheit gewertet werden, dann orte ich in der europäischen Musik vor allem in der Klassik und Barockzeit eine Faulheit und Dekadenz, die sich gewaschen hat. ;)
      Wiederholungen sind insbesondere dann häufig anzutreffen, wenn es keine Speichermedien gibt, und man dem Publikum daher etwas zweimal vorspielt, damit es noch eine Chance hat, mitzukommen. Hängt aber wohl stark vom Verwendungszweck bzw. der Umgebung ab, in der die Musik gespielt wird. Geistliche Musik hat das glaub ich eher weniger.

      Hast du da zwei Flöten, die einfach das selbe spielen auch in der Audioversion? Das nämlich erfahrungsgemäß meist nicht gut. Wenn bei einer Gabelflöte eine der beiden Teilflöten etwas verstimmt ist, dürfte es auch zu einem interessanten Schwebungseffekt kommen, oder so.

      Das ganze Stück bleibt auf den weißen Tasten, aber ganz am Schluss spielt eine Flöte ein b1. Das irritiert mich total. ;D Es macht aber schon grundsätzlich Sinn, sich besondere Effekte für den Schluss aufzuheben. Die Harmonien vorher klingen ein bisschen nach alter Musik (Rennaissance) eben wegen den weißen Tasten, wobei die das auch nicht so konsequent durchzieht.

      Die Metallophone klingen noch überhaupt nicht nach solchen. Vielleicht findest du dazu noch einen passenderen Klang?

      Lass dich durch mein musiktheoretisches Geschwafel nicht von weiterem Herumspielen abhalten! ;)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Den 7/4 Takt hört man eigentlich fast nicht. Das liegt daran, dass es keinen markanten Unterschied zwischen betonter Taktzeit und unbetonter gibt (in tonaler Musik ist auf betonter Zeit zum Beispiel eine Vorhaltsdissonanz). Bei 7er-Takten stellt sich auch immer die Frage, wie die Schläge aufgeteilt sind, etwa 2+2+3 oder 3+2+2 usw. oder ob es für diese Musik gar keine feste Aufteilung gibt, sondern ständig wechselt oder so, was natürlich eh spannender ist.
      Die Aufteilung variiert hier hauptsächlich zwischen 2+3+2 und 4+3, aber das ist nicht fix und variiert auch zwischen den Stimmen.

      o_O also wenn in der Musik Wiederholungen als Zeichen von Faulheit gewertet werden, dann orte ich in der europäischen Musik vor allem in der Klassik und Barockzeit eine Faulheit und Dekadenz, die sich gewaschen hat. ;)
      Klassik und Barock hat dann aber die Wiederholung meist leicht variiert, das ist hier nur insofern der Fall, dass das Geklimper mal von Dinin und mal von Daldinin übernommen wurde (Dinin klingt "kalt", "verschneit", Daldinin nicht).

      Hast du da zwei Flöten, die einfach das selbe spielen auch in der Audioversion?
      Nein, die spielen ganz verschiedene Stimmen und sind auch nicht gleich aufgebaut, haben verschiedene Tonlagen und alles. Wenn die Gabelflöte keine Schaltklappen hat, muss ja auch nur der Rhythmus gleich sein, die Melodie ist bei den beiden Flöten eben auch verschieden. Im Audio ist eine als Sopranblockflöte und die andere als Querflöte realisiert.

      Das ganze Stück bleibt auf den weißen Tasten, aber ganz am Schluss spielt eine Flöte ein b1. Das irritiert mich total. ;D Es macht aber schon grundsätzlich Sinn, sich besondere Effekte für den Schluss aufzuheben.
      Da ist der Vorhalt auf betonter Taktzeit ja :lol: . Und es ist die Lizra/Oboe, die das spielt.

      Die Metallophone klingen noch überhaupt nicht nach solchen. Vielleicht findest du dazu noch einen passenderen Klang?
      Beim Dinin passt es schon. Beim Daldinin suche ich noch, zumal die Kalimba, die ich jetzt drin habe, ja gar nicht die richtige Art Instrument ist. Anregungen werden gerne angenommen.

      Ich danke herzlichst für den vielen lieben Senf. Und natürlich mache ich weiter.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Ich muss hier auch gleich mal sagen, dass ich Inworld-Musik sehr spannend finde. Genau so wie Alltags-Geschichte gibt sie einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Welt, von der die Geschichte handelt. Ich hab auch schon das eine, oder andere Lied für meine Welten geschrieben, aber ich hab mich da an viel einfachere Formen und klarere Melodien gehalten, vor allem weil ich da eher einfache Volkslieder geschrieben habe. (Und weil ich kein Musikgenie bin, aber dass ist nicht so wichtig... ^^)

      Ich frage mich für welche Volksschicht das Stück gedacht war / von welcher es gehört wurde? Ich stelle mir da schon eher eine gehobene Mittelklasse, wenn nicht eine Oberschicht vor? Wie hört sich dann Die Laharianische Volksmusik an?
      Obwohl das jetzt nicht so die Richtung ist, mit der ich viel anfangen kann, gefällt's mir gut. Es ist nur schon interessant, verschiedene Musiksysteme kennenzulernen und zu vergleichen. (Was der Standard-Europäer oder -Amerikaner, und sogar der Standard-Musiker, kaum macht. Schade eigentlich...)

      Ich hab mich auch schon einige male gefragt, ob es nicht Sinn machen würde, dass andere Tonsysteme auf ganz anderen Frequenzen aufgebaut wären. Nur schon extrem hohe oder tiefe für spezielle Wesen mit speziellen Gehören. Aber auch ganz allgemein anders gegliedert. Der "europäische" Kammerton für a' liegt ja bei 440 Herz, der für c' bei 200-irgendwas Herz. Was wäre wenn zum Beispiel ein Volk Musik spielt, die auf einem logischen Tonsystem beruht? (Ton 1 = 100 Herz, Ton 2 = 150 Herz, Ton 3 = 200 Herz...)
      Bin dann aber zum Schluss gekommen, dass solche Ideen, zumindest für humanoide Völker, zu weit gehen und ich am besten einfach bei unserem guten, alten europäischen Tonsystem bleiben sollte... ^^

      Auf jeden Fall ein schönes Stück! :)
      lg Drauga Din
    • Drauga Din schrieb:

      Ich hab mich auch schon einige male gefragt, ob es nicht Sinn machen würde, dass andere Tonsysteme auf ganz anderen Frequenzen aufgebaut wären. Nur schon extrem hohe oder tiefe für spezielle Wesen mit speziellen Gehören. Aber auch ganz allgemein anders gegliedert. Der "europäische" Kammerton für a' liegt ja bei 440 Herz, der für c' bei 200-irgendwas Herz. Was wäre wenn zum Beispiel ein Volk Musik spielt, die auf einem logischen Tonsystem beruht? (Ton 1 = 100 Herz, Ton 2 = 150 Herz, Ton 3 = 200 Herz...)
      Unsere Töne sind ja schon logisch. Doppelte Frequenz: Oktave rauf. Eineinhalbfache Frequenz: Quinte rauf. Das ganze Tonsystem basiert auf Frequenzverhältnissen - absolute Abstände würden schon physikalisch bedingt nicht immer nach dem gleichen Abstand klingen. Dass man sich irgendwo auf eine fixe Frequenz einigen muss, wenn man zusammenspielen will, ist da natürlich klar, aber keineswegs ist der Kammerton A immer 440 Hertz, der kann durchaus auch mal 446 Hertz sein, das variiert je nach Orchester.

      Auf jeden Fall ein schönes Stück! :)
      lg Drauga Din
      Danke sehr.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria schrieb:

      Unsere Töne sind ja schon logisch. Doppelte Frequenz: Oktave rauf. Eineinhalbfache Frequenz: Quinte rauf. Das ganze Tonsystem basiert auf Frequenzverhältnissen - absolute Abstände würden schon physikalisch bedingt nicht immer nach dem gleichen Abstand klingen. Dass man sich irgendwo auf eine fixe Frequenz einigen muss, wenn man zusammenspielen will, ist da natürlich klar, aber keineswegs ist der Kammerton A immer 440 Hertz, der kann durchaus auch mal 446 Hertz sein, das variiert je nach Orchester.
      Natürlich ist unser System auch logisch, ich meine mehr, dass zum Beispiel jemand sein System aufgrund einer bestimmten Frequenzverhältniss aufbaut. So wie die Laharianer, für die die 7 so wichtig ist, dass sie sogar ihre Täkte danach richten. Dann könnte jemand sagen: "Wieso machen wir nicht ein Ton-Frequenz-System, dass auf der Zahl 7 beruht?" (Ungeachtet dessen, ob dass dan gut klingt oder nicht...)
      So hab ich das gemeint. ;)
      Und der standard Kammerton ist zwar meistens auf 440 Hertz festgelegt, aber ganz exakt-perfekt-super-genau kann man das natürlich nicht Stimmen. (Ausser bei Elektronischen Instrumenten, Keyboards und solche Dinger...) Aber einen Unterschied zwischen einem a von 440H und einem von 446H merken 90 % der Leute sowieso nicht, ist glaub ich normalerweise eher so ab 10-20 Hertz Unterschied zu hören, was so etwa einem Halbton entsprechen dürfte...
      (Und ich merk grad, dass ich die ganze Zeit "Herz" statt "Hertz" geschrieben hab, peinlich, peinlich... ;D )

      Lg Drauga
    • Ich unterschreib mal eben Jundurgs Post und pflichte besonders bei, dass ich das Metrum auch nur schwer interpretieren kann, obwohl ich ja weiß, dass es ein 7/4-Takt ist. Ab und an kriegt man eindeutige Taktanfänge mit, ansonsten schreitet das ohne merkliche Taktstruktur vor sich hin. Ich nehme einfach mal an, das ist so gewollt. ;)

      Drauga Din schrieb:

      Dann könnte jemand sagen: "Wieso machen wir nicht ein Ton-Frequenz-System, dass auf der Zahl 7 beruht?"

      In gewisser Weise ist das hier sogar so, weil das Stück, wie Jundurg sagt, bis auf eine Ausnahme "die weißen Tasten" benutzt, und das sind nunmal grade 7 Töne innerhalb einer Oktave. ;) (Aber es ist natürlich weiterhin die bei uns übliche Abfolge von Halb- und Ganztonschritten, die ein originäres "7-Ton-System" so sicherlich nicht hätte.)

      Stimme Jundurg auch zu, dass das harmonisch ein bisschen nach alter Musik klingt, auch durch das überwiegende Vermeiden von Dissonanzen. Spontan fühle ich mich irgendwie an bestimmte Adventurespielsoundtracks aus den Neunzigern erinnert. (Yes, that's a good thing, irgendwie. xD )

      Und der standard Kammerton ist zwar meistens auf 440 Hertz festgelegt, aber ganz exakt-perfekt-super-genau kann man das natürlich nicht Stimmen.

      Die unterschiedliche Frequenzhöhe des Kammertons begründet sich nicht aus technischen Unzulänglichkeiten (Stimmgabeln funktionieren als Referenztonhöhe sehr gut), sondern daraus, dass damit ein subtil anderer Klangcharakter verfolgt wurde. Ob der Kammerton eher höher oder niedriger angesetzt wurde, war häufig wohl auch einfach eine Frage von Mode, Konvention und Geschmack.
      Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.
      - Kurt Tucholsky über Rudolf Steiner
    • "Wieso machen wir nicht ein Ton-Frequenz-System, dass auf der Zahl 7 beruht?" (Ungeachtet dessen, ob dass dan gut klingt oder nicht...)

      Das steht seit längerer Zeit auf meiner To-Do-Liste.

      Es ist nämlich in der Tat so, dass unseren europäischen Tonsysteme auf Frequenzverhältnisse der Primzahlen 2,3 und 5 optimiert sind. Der 7 Ton in der Naturtonreihe ist der erste, der nicht mehr in unser Schema passt. (Wenn man von C als Grundton ausgeht, liegt der Ton zwschen b und a. ) Die nächsten stimmen wieder, dann machen 11, 13 und 14 (2*7) wieder Probleme.
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    • Den Insulanern ist zweifellos bekannt, dass die reinen Intervalle sich nicht sauber stapeln lassen, aber sie weichen ja auch anderswo von der Sieben ab, wo es nützlich ist (zum Beispiel rechnet ein nicht zu kleiner Teil der Insel zur Basis acht), von daher kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich eher ähnlich wie wir in Europa eine temperierte Stimmung ausgedacht haben. Gerade die Hügelländler, die ich ja bewusst kulturell leicht an die frühe Neuzeit angelehnt habe, können da gerne auch musikalisch ähnlich denken wie ein damaliger Europäer.
      Gut, Kassobri ist jetzt nicht direkt Hügelland, aber wenigstens an der Grenze dazu.

      Anderswo auf der Insel verwendet man aber auch gerne mal andere Tonleitern - wenngleich trotzdem im Zwölftonvorrat, weil sonst MuseScore streikt. Eigenwelt-Orchesterbau muss ich jetzt nicht unbedingt haben.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Snapshot schrieb:

      Die unterschiedliche Frequenzhöhe des Kammertons begründet sich nicht aus technischen Unzulänglichkeiten (Stimmgabeln funktionieren als Referenztonhöhe sehr gut), sondern daraus, dass damit ein subtil anderer Klangcharakter verfolgt wurde. Ob der Kammerton eher höher oder niedriger angesetzt wurde, war häufig wohl auch einfach eine Frage von Mode, Konvention und Geschmack.
      Es ist aber so, dass jedes Saiteninstrument sich immer leicht verstimmt. (Genaue Zahlen kenne ich nicht, aber ich denke mal jede Gitarre ist immer ungefähr 1-2 Hertz von der nächsten entfernt) Das meinte ich ;) Du redest ja von den historischen Kammertönen, die man früher hatte, wo ein a' je nach Land/Region und was nicht sonst irgendwo zwischen 380 und 470 Hertz sein konnte. Aber seit geraumer Zeit wird ja überall ungefähr auf der selben Höhe gespielt. Globalisierte Musik, halt. :D

      Und nochmal meine Frage: Von welcher Schicht wird denn diese Art von Musik gehört, und wie wäre Musik anderer Schichten im Vergleich dazu?
      Und was denken andere Völker über die Laharianische Musik? (Gibt es eventuell Musikrichtungen ausserhalb der Insel, die von dieser beinflusst sind? Vor allem in Bezug auf den 7er Takt, der ja ein recht markantes Merkmal ist.)

      Lg Drauga
    • Drauga Din schrieb:

      Es ist aber so, dass jedes Saiteninstrument sich immer leicht verstimmt. (Genaue Zahlen kenne ich nicht, aber ich denke mal jede Gitarre ist immer ungefähr 1-2 Hertz von der nächsten entfernt) Das meinte ich ;)
      Drum stimmt man sie ja vor dem Konzert. ;)
      Du redest ja von den historischen Kammertönen, die man früher hatte, wo ein a' je nach Land/Region und was nicht sonst irgendwo zwischen 380 und 470 Hertz sein konnte. Aber seit geraumer Zeit wird ja überall ungefähr auf der selben Höhe gespielt. Globalisierte Musik, halt. :D
      Eben nicht.
      Schweiz und Italien: 442 Hz. Deutschland und Österreich: 443 Hz. Wann immer Herbert von Karajan dirigiert hat: 445 Hz. Barocke historische Instrumente: 415 Hz. Zum Beispiel.

      Und nochmal meine Frage: Von welcher Schicht wird denn diese Art von Musik gehört, und wie wäre Musik anderer Schichten im Vergleich dazu?
      Und was denken andere Völker über die Laharianische Musik? (Gibt es eventuell Musikrichtungen ausserhalb der Insel, die von dieser beinflusst sind? Vor allem in Bezug auf den 7er Takt, der ja ein recht markantes Merkmal ist.)
      Das Stück hier ist valekische Orchesterkunst, also für die Oberschicht und die interessierte Mittelschicht.
      Bei der Hauskunst kommt es definitiv nicht in dem Ausmass vor, dass ein Spieler so viele Takte lang nix zu tun hat wie hier besonders bei Dinin und Daldinin, bzw. wenn, dann Dinin und Daldinin streng abwechselnd vom selben Spieler, aber hier haben Dinin und Daldinin schon mal gleichzeitig was zu tun, da müssen also zwei Spieler sein. Und bei der Hauskunst gibt es keine Klappengabelflöten, dazu bastle ich grad ein Beispiel. Ausserdem hat Hauskunst den Rhythmus stärker betont und gerne auch mal ein bisschen Polyrhythmik.

      Und nein, ausserhalb der Insel ist nur Meer, keine anderen Völker.

      Was andere laharische Völker über valekische Orchesterkunst denken ... den Wüstenvölkern dürfte zuwenig gefinkelter Rhythmus drin sein, es plätschert ihnen vermutlich zu sehr. Aber auch der valekische Normalbürger vermisst das ja mitunter schon. Kalarier und Tuibner finden valekische Musik vermutlich exotisch, aber da ich über deren Musik noch kaum etwas weiss, ausser dass sie "anders" ist, kann ich da noch nicht viel sagen.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria schrieb:

      Du redest ja von den historischen Kammertönen, die man früher hatte, wo ein a' je nach Land/Region und was nicht sonst irgendwo zwischen 380 und 470 Hertz sein konnte. Aber seit geraumer Zeit wird ja überall ungefähr auf der selben Höhe gespielt. Globalisierte Musik, halt. :D
      Eben nicht.
      Schweiz und Italien: 442 Hz. Deutschland und Österreich: 443 Hz. Wann immer Herbert von Karajan dirigiert hat: 445 Hz. Barocke historische Instrumente: 415 Hz. Zum Beispiel.
      Warum muss ich hier eigentlich immer alles dreimal sagen, bevor mich wer versteht? Sind meine Gedankengänge so abwegig? %-) ;D Für mich sind 442, 443 und 445 ungefähr dasselbe. 415 ist da schon ein grösserer Unterschied, klar, aber mit Orchestern kenn ich mich sowieso nicht aus. *g*

      Die Informationen find ich sehr interessant. Hab jetzt mal angenommen, dass es noch ein Festland gibt, wo dann die anderen Völker wären, zum Beispiel die, des Hügellandes. (Weil du von Insulanern geredet hast) Vor allem die Polyrhythmik fin ich interessant, bin mal gespannt wie das dann klingen wird, mit den Instrumenten der Laharianer.
    • Drauga Din schrieb:

      Warum muss ich hier eigentlich immer alles dreimal sagen, bevor mich wer versteht? Sind meine Gedankengänge so abwegig? %-) ;D Für mich sind 442, 443 und 445 ungefähr dasselbe. 415 ist da schon ein grösserer Unterschied, klar, aber mit Orchestern kenn ich mich sowieso nicht aus. *g*
      Hmm. Wiener Blasmusik: 461 Hz. ;D

      :fluecht:

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • MuseScore hat's mir echt angetan ... dabei sollte ich auch noch was "Sinnvolles" tun. Hmm.

      Egal.

      Valekische Volksmusik.

      Natürlich kann man valekische Volksmusik auch im stillen Kämmerchen komponieren, aber dann ist es keine "richtige" Volksmusik. Nein, Volksmusik entwickelt sich weiter, während sie gespielt wird, und aller Anfang ist die Improvisation.
      Es gibt zwei Formen, die Antwort (Samea) und die "Mitsprache" (Daroa) - womit nicht Mitbestimmung gemeint ist, sondern wörtlich "dasselbe gleichzeitig sagen".

      Samea

      Das Publikum klatscht/stampft/beides fröhlich durcheinander, irgendwie schustert sich da über ein paar Iterationen ein Rhythmus zusammen. Den müssen sich die Leute merken und weitermachen. Der Zymbal-Spieler lehnt sich zum Gabelflötisten und flüstert ihm eine dahergelaufene Akkordfolge ins Ohr. Und dann geht es los.
      Die Zymbal ist für die grundlegende Harmonie, den einzelnen Taktschlag sowie bei Klassikern (wo der Rhythmus schon allen bekannt ist und das Publikum nicht vorausklatscht) den Auftakt verantwortlich, dann steigt der Gabelflötist ein, und zwar mit einem eigenen Rhythmus, der möglichst zum Publikumsrhythmus passen sollte, aber gerne dagegen versetzt ist und andere Strukturen hat.

      Daroa

      Hier sind Publikumsrhythmus und Gabelflötenrhythmus derselbe. Das ist entsprechend die einfachere Form.


      Ich war mal mit einem Mikrofon in der Kaiserstadt und habe ein Beispiel aufgezeichnet: Maigir Samea
      Einer aus dem Publikum erklärte mir, dass das ein Klassiker ist, den schon sein Grossvater sehr gerne gehört hat - allerdings war das Lied damals noch etwas kürzer, da wurden also ein paar zusätzliche Details eingebaut seit damals.
      Es hat einen Auftakt, gegen Ende einen Halbtakt (die Auftakt-Reprise), in dem nicht geklatscht wird, und einen Endtakt mit leicht anderem Rhythmus.

      Der geklatschte Rhythmus hat übrigens Triolen und Quintolen drin - das ist die versprochene Polyrhythmik, auch wenn die durchaus noch stärker ausgeprägt sein kann.


      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Der Rhythmus ist echt krass. Die Valekier müssen rhythmisch ziemlich gut sein, wenn sie das klatschen können. ;D Polyrhythmik ist dir gelungen. Ich dachte erst, als ich Quintolen gelesen hab, das erzeugt nicht automatisch Polyrhythmik, tust du aber. Mit dem Effekt, dass ich überhaupt keinen Takt mehr höre, nur den gelegentlichen Wechsel der Harmonien. Ist das technisch noch als 7er notiert, oder was anderes?

      Vom Rhythmischen her ist es also sehr interessant, insgesamt aber auch sehr monoton, errinnert an Musik aus Indonesion oder so (nicht, dass ich indonesische Musik wirklich kennen würde). Was auch sehr exotisch klingt, ist, dass innerhalb eines Akkordes die Töne mehr oder weniger gleichwertig auftauchen.

      Ich weiß nicht, ob es dein Programm hergibt, oder ob es überhaupt sinnvoll ist, bei dieser Art von Volksmusik, aber interessant wären unterschiedliche Lautstärken, so dass sich ein lauter Teil mit einem leisen abwechselt, oder so. Aber da denke ich eigentlich grad wieder sehr europäisch...

      Der Schluss auf C ist wieder total irritierend, weil von C-Dur davor lange nie die Rede war. Der ganze Anfang ist a-Moll, und der Schlussteil eigentlich auch (zumindest ist dauernd a dabei, was sich gegen c in dem Fall durchsetzt, weil es die Unterterz ist) Ich find das aber eigentlich ganz lustig, dass der Schluss so überraschend ist. ;)

      Was vielleicht eine Überlegung wert ist, ist die Frage, wo die Betonungen liegen. Eine längere Note, die nach kürzeren folgt hört man automatisch als betont, auch wenn es vielleicht nicht so gedacht ist (insbesondere wenn das Programm alle gleich laut spielt); dadurch verschieben sich die Betonungen, die man hört, in den Flöten die ganze Zeit. Was es natürlich total polyrhythmisch und interessant macht, ich weiß aber nicht, ob das so ganz beabsichtigt ist. Denn momentan klingt es so, dass eigentlich jede Stimme einen anderen Takt hat, also die Flöten haben unterschiedliche Schwerpunkte als das Zymbal (dessen Takt mir beim besten Willen nicht gelungen ist herauszuhören, da ja alle Schläge gleich lang sind).

      Ok nochmal hören, jetzt hör ich einen 4erTakt. ;) Komisch, dass ich den vorher nicht gehört hab. Wie eine akustische Täuschung.
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    • Jundurg schrieb:

      Der Rhythmus ist echt krass. Die Valekier müssen rhythmisch ziemlich gut sein, wenn sie das klatschen können. ;D Polyrhythmik ist dir gelungen. Ich dachte erst, als ich Quintolen gelesen hab, das erzeugt nicht automatisch Polyrhythmik, tust du aber. Mit dem Effekt, dass ich überhaupt keinen Takt mehr höre, nur den gelegentlichen Wechsel der Harmonien. Ist das technisch noch als 7er notiert, oder was anderes?
      14 Schläge der Zymbal sind ein Takt. In dem Fall teilt es sich betonungstechnisch auf 4-6-4 auf, wobei gerade die 4 vom einen Takt und die 4 des nächsten sich gerne verbinden, wenn nicht gerade ein markanter Harmoniewechsel dazukommt (Harmoniewechsel sind häufig auf 1, aber auch auf 6 und 11, die Zymbal geht da im wesentlichen immer rauf und runter). Dass die 1 so einen besonderen Stellenwert hat ist den Valekern absolut fremd.

      Vom Rhythmischen her ist es also sehr interessant, insgesamt aber auch sehr monoton, errinnert an Musik aus Indonesion oder so (nicht, dass ich indonesische Musik wirklich kennen würde). Was auch sehr exotisch klingt, ist, dass innerhalb eines Akkordes die Töne mehr oder weniger gleichwertig auftauchen.
      Ja, Umkehrungen werden als gleichwertig betrachtet.
      Indonesische Musik kenne ich auch nicht wirklich, vielleicht gibst du mal ein Beispiel davon, an was es dich erinnert. Ich selber dachte eher, ich würde hier das wilde Gefiedel/Geflöte (das ja auch über viele Takte denselben Rhythmus beibehält) eines Irish Reels mit total schräger Rhythmik und variablerer Akkordfolge kombinieren.

      Ich weiß nicht, ob es dein Programm hergibt, oder ob es überhaupt sinnvoll ist, bei dieser Art von Volksmusik, aber interessant wären unterschiedliche Lautstärken, so dass sich ein lauter Teil mit einem leisen abwechselt, oder so. Aber da denke ich eigentlich grad wieder sehr europäisch...
      Für die Flöte ist es tatsächlich nicht sinnvoll, aber bei der Zymbal wäre es eine Überlegung wert, auf die Art noch ein bisschen Rhythmus reinzubringen. Mal drüber nachdenken.

      Der Schluss auf C ist wieder total irritierend, weil von C-Dur davor lange nie die Rede war. Der ganze Anfang ist a-Moll, und der Schlussteil eigentlich auch (zumindest ist dauernd a dabei, was sich gegen c in dem Fall durchsetzt, weil es die Unterterz ist) Ich find das aber eigentlich ganz lustig, dass der Schluss so überraschend ist. ;)
      Mit Kadenzen hab ich's nicht so ... :-[ . Ich kann jetzt natürlich sagen, die Valeker auch nicht, aber ein bisschen Strebewirkung mit passender Auflösung hätte ich schon gern drin. Da muss ich noch üben.

      Was vielleicht eine Überlegung wert ist, ist die Frage, wo die Betonungen liegen. Eine längere Note, die nach kürzeren folgt hört man automatisch als betont, auch wenn es vielleicht nicht so gedacht ist (insbesondere wenn das Programm alle gleich laut spielt); dadurch verschieben sich die Betonungen, die man hört, in den Flöten die ganze Zeit. Was es natürlich total polyrhythmisch und interessant macht, ich weiß aber nicht, ob das so ganz beabsichtigt ist. Denn momentan klingt es so, dass eigentlich jede Stimme einen anderen Takt hat, also die Flöten haben unterschiedliche Schwerpunkte als das Zymbal (dessen Takt mir beim besten Willen nicht gelungen ist herauszuhören, da ja alle Schläge gleich lang sind).
      Ja, die gefühlte Taktverschiebung ist gewollt.
      Sehr gewollt sogar.

      Ok nochmal hören, jetzt hör ich einen 4erTakt. ;) Komisch, dass ich den vorher nicht gehört hab. Wie eine akustische Täuschung.
      14er-Takt ;D . Okay, 4-6-4, da sind immerhin zwei 4er drin.

      Veria
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Veria schrieb:

      Ich war mal mit einem Mikrofon in der Kaiserstadt und habe ein Beispiel aufgezeichnet

      Das will ich aber bitte live in ner Kneipe von Laienmusikern gespielt hören, bis dahin bezweifle ich hiermit offiziell, dass sowas an jedem Lagerfeuer gespielt wird. ;D Die Rhythmik ist ja mal viel zu schwierig! :o
      Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen.
      - Kurt Tucholsky über Rudolf Steiner
    • Du hast im Bereich der Musik das geschafft, was ich auf meiner eigenen Welt mit den Gesellschaften anstrebe: Eigenständigkeit, ein Stück, dass nicht mehr Europa, Irland, Indonesien oder sonstwohin zugeordnet werden kann, obwohl es vielleicht Gemeinsamkeiten aufweist.

      Ich ziehe ehrfürchtig meinen Hut.
      Ich verbeuge mich respektvoll.
      Jetzt fange ich an zu hoffen, dass ich irgendwann selbst sowas hinbekomme.

      Diese Stücke sind bewundernswert und wirklich klasse. Ich sage das unbedarft laienhaft, denn von Musik habe ich keinen Dunst. Aber danke. :)
    • Sehr interessant - kann auch fachtechnisch dazu nicht viel sagen, nur, dass ich die Musik ungewohnt, aber durchaus angenehm empfinde.
      Am besten gefällt mir bisher Maigir Samea, das hat was mitreißendes :)