Deklinationen in konstruierten Sprachen

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    • Wenn ich nach Deklination suche kommt da so ziemlich jede gebastelte Sprache, die hier mal vorgestellt wurde, und zusätzlich noch ein Haufen Sprachtutorials. Nichts? :weissnicht:

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    • Ich bin mal so frei und antworte einfach ;D

      Ich habe nur eine Sprachfamile mit Deklination, nämlich die Belkh-Sprachen - die einzige flektierende Sprachfamilie, hieraus bastele ich das Belsh, den Rest erahne ich nur. Meine anderen Sprachen sind entweder isolierend oder agglutinierend, was ich weitaus einfacher zu basteln finde. Deswegen ist Belsh auch noch in den Kinderschuhen, denn Flexion basteln - bäh. Macht mir einfach keinen Spaß.

      Die Substantive im Belsh werden jedenfalls nach Genus dekliniert, wobei es nicht unsere drei Genera maskulin, feminin und neutrum gibt, sondern fünf Genera der Belebtheit: unbelebt, niederes Wesen, höheres Wesen, Mensch und Gott. Die Deklination erfolgt ausschließlich am Artikel, das Substantiv und zugehörige Adjektive bleiben unmarkiert
      Die Deklination geht außerdem nach Kasus: Präsentativ/Absolutiv, Genitiv, Ergativ, Dativ, Instrumentalis und Lokativ (jedenfalls im Moment, ich streiche gerade Kasus und vielleicht kommt noch einer dazu, mal schauen)

      Z.B. malacet - Konzert
      o malacet - ein Konzert (Präsentativ/Absolutiv)
      sou malacet - eines Konzerts (Genitiv)
      do malacet - ?ein Konzert (Ergativ) - lässt sich schwer ohne Kontext übersetzen, da wir keine Ergativsprache haben
      wou malacet - dem Konzert (Dativ)
      no malacet - durch das Konzert (Instrumentalis)
      thon malacet - bei einem Konzert (Lokativ)

      Der bestimmte Artikel wird durch "e" ausgedrückt:
      esou malacet - eines Konzerts
      usw.

      Die Artikel kann man auch noch aufspalten, denn die Anfangslaute stehen jeweils für den Kasus und die Endlaute jeweils für die Klasse - ich hänge mal eine (leider etwas veraltete) Tabelle an.
      Bilder
      • belshartikel.JPG

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    • @Dorte: Cool, eine Ergativsprache.

      @topic: Ich bin eigentlich voll der Flexions- und vor allem Kasus-Fanatiker. Das geht so weit, dass ich z.T. sogar versuche, Präpositionen durch Kasus komplett zu ersetzen.

      Daher sind eigentlich alle meiner bisher begonnenen Sprachen in irgendeiner Weise flektierend, wenn auch einige schon beinahe agglutinieren, und meist sehr kasuslastig.


      Als Beispiel hier mal den derzeitigen Stand bei den Substantiven der Yrtòmaleph-Sprache. Dekliniert wird durch Endungen an Substantiv und Adjektiven etc. und zwar nach Kasus (Nominativ, Vokativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Allativ, Lokativ/Temporalis, Kausativ [heißt das so?] und Instrumentalis) und Numerus (ganz banal Singular und Plural). Dabei gibts vier Deklinationsklassen, nicht aber vier Genera. Drei Deklinationsklassen sind für weibliche Substantive (oder wichtige, es handelt sich bei den Yrtòmaleph um eine mit den Amazonen der griechischen Sagenwelt vergleichbare Kultur) vorbehalten, eine für männliche/unwichtige.

      z.B. malie - eine/die Königin, Herrin

      Singular: malie - die Königin (Nominativ)
      malim - Oh Königin (Vokativ)
      malì - der Königin (Genitiv)
      malir - der Königin (Dativ)
      mala - die Königin (Akkusativ)
      malìng - von der Königin (Ablativ)
      malîng - zur Königin (Allativ, die Ähnlichkeit zur Ablativ-Form ist gewollt, gerade wegen des inhaltlichen Gegensatzes)
      malik - bei der Königin (Lokativ, bei diesem Wort ist ein Temporalis nicht möglich, hätte aber dieselbe Form)
      maladh - wegen der Königin (Kausativ)
      malìz - mithilfe der Königin (Instrumentalis)

      Plural: maleph - die Königinnen (Nom)
      malen - Oh Königinnen (Vok)
      malema - der Königinnen (Gen)
      malern - den Königinnen (Dat)
      malne - die Königinnen (Akk)
      malès - von den Königinnen (Abl)
      malês - zu den Königinnen (All)
      malîwh - bei den Königinnen (Lok)
      malech - wegen der Königinnen (Kaus)
      maletsh - mithilfe der Königinnen (Instr)
      Die anderen beiden femininen Deklinationen haben bei vielen Formen nahezu dieselben Endungen, nur mit anderem Vokal (z.B. im Genitiv ò statt ì > yrtò - des Pferdes)

      Die maskuline Deklination ist derzeit nur in Bruchstücken vorhanden. Um ehrlich zu sein existieren nur die beiden Nominative:
      din - ein/der Mann
      dûr - die Männer
      Wenn dir was nicht passt, dann aendas
    • Also gut, ich muss sagen, dass ich jetzt eine alte Sprache aus meiner Schatzkiste nehme. Sie entstand noch für Den Raum und war eine Sprache, die von Göttern den Allami (nd ;)) gegeben wurde. In dieser Sprache gibt es keine verschiedene Deklinationen, alles wird nach einem Muster dekliniert. Es gibt also rein sprachlich keine Unterscheidung zwischen Mann/Frau, Gott/Mensch oder sonst noch was. Theoretisch eine gute Sprache für die Zwerge...

      Ich habe versucht, die Bildung der Adjektiven, Adverbien und ihren kurz zu machen, obwohl es eng mit den Deklinationen der Nomen verbunden ist. Ich glaube, ich habe früher schon eine ähnliche Übersicht ins Forum gestellt.

      Die Endungen für die 8 Fälle:
      • Nominativ: /
      • Genitiv (Angehörigkeit ausdrückend): -j
      • Genitiv: -a
      • Dativ: -f
      • Akkusativ: -d
      • Ablativ: -b
      • Lokativ: -u
      • Vokativ: -s

      Zum Beispiel:
      • O - Gott/Göttin (weiterhin werde ich die Form "Gott" benutzen; alle Ergänzungen in Klammern dienen dem Verständnis)
      • Oj - (das Gesicht) des Gottes
      • Oa - (wegen) des Gottes
      • Of - dem Gott
      • Od - den Gott
      • Ob - durch den Gott (kein Fall im Deutschen)
      • Ou - (sprechen) über den Gott
      • Os - Gott! (direkte Anrede)

      Man kann auch die Deklination von "a" (er/sie/es) nicht vergessen. Es wird nach den gleichen Regeln gebildet. Bloß eine Sache steht im Weg: Wenn zwei gleiche Vokale aufeinander treffen, wird das zweite zu "e" oder "o" bei zwei Us (Lokativ ;) ). Also:
      • a
      • aj
      • ae
      • af
      • ad
      • ab
      • au
      • as (Vokativ von "a" kommt sehr selten vor)

      Zusätzlich werden Adjektive aus den Substantiven gebaut, indem man ein "r" am Ende setzt. Z.B. O wird zu "Or". Diese Form wird als "göttlich" übersetzt. Aus den Adjektiven kann man auch Adverbien bilden. Man stellt ein "m" ans Ende. (O->Or->Orm - Gott->göttlich(-es Etwas)->göttlich (handeln) ).

      Plural von Substantiven wird gebildet, indem man ein "n" ans Ende setzt und die Endungen am Ende schreibt.
      • On - die Götter
      • Onj - der Götter
      • Ona - (wegen) der Götter
      • Onf - den Göttern
      • Ond - die Götter
      • Onb - durch den Gott
      • Onu - über den Gott
      • Ons - Götter!

      Bei Substantiven, die auf "-i" enden, wir "-n-" durch "-g-" ersetzt.
      • kanig - Wesen
      • kanigj - der Wesen
      • kaniga - (wegen) der Wesen
      • kanigf - den Wesen
      • kanigd - die Wesen
      • kanigb - durch die Wesen
      • kanigu - über die Wesen
      • kanigs - Wesen!
      Schwieriges dauert seine Zeit;
      Unmögliches dauert einfach nur etwas länger.

      - Fridtjof Nansen
    • Ich erspar' Euch einfach die 7 Deklinationsklassen des Alnarin und sag' nur, daß es 1) auch eine Ergativsprache ist (und zwar aus dem ganz einfachen, außerweltlichen Grund, weil ich mir das Passiv und Medium basteln erspare :)) 2) Sprachen im Lauf der Zeit ganz schön an Deklination verlieren können (siehe Latein -> Italienisch) und 3) Alnarin gar nicht soo viel Deklination hat. Die Anlautsmutationen spielen fast eine größere Rolle bei der Realisation der Kasus (Absolutiv, Ergsativ, Genitiv, Vokativ)
      Rudran is my oyster!
    • Altalbisch (meine bestausgearbeitete Sprache, aus Inis Albion) ist keine Ergativsprache, sondern eine Aktivsprache. Das bedeutet, dass der Kasus des intransitiven Subjekts davon abhängt, ob es handelt (wie in 'Der Junge singt') oder nicht ('Der Ball liegt im Sand'). Im ersteren Fall steht der Agentiv (wie transitives Subjekt), im anderen der Objektiv (wie transitives Objekt). Es gibt insgesamt 10 Kasus: Agentiv, Genitiv, Partitiv, Dativ, Objektiv, Instrumental, Lokativ, Allativ, Ablativ, Perlativ.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • Makitáza hat sagenhafte vier Fälle, wobei nur die Pronomina das voll ausschöpfen. Bei Nomina unterscheidet sich nur der Genitiv von den anderen, und bei Adjektiven gibt es gar nur eine einzige Form, egal, was ist. Kongruenz ist nicht drin.

      Ein Beispiel:
      Láitan - Mutter, Nominativ (wird verwendet, wenn es das Satzsubjekt ist)
      Láitan - Mutter, Objektiv (wird verwendet, wenn es das Satzobjekt ist)
      Láitan - Mutter, Präpositiv (wird verwendet, wenn eine Präposition dabeisteht)
      LáitanYu - Mutters, Genitiv

      Keine Ausnahmen, Nomina sind alle so einfach gestrickt.

      Ein Pronomen als Kontrast:

      sé - ich
      sék - mir/mich
      séza - mir/mich nach Präposition
      sái - mein/meiner

      Die in der Hinsicht komplizierteren Sprachen hab ich grad nicht bei der Hand.

      Veria
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    • WeepingElf schrieb:

      Altalbisch (meine bestausgearbeitete Sprache, aus Inis Albion) ist keine Ergativsprache, sondern eine Aktivsprache. Das bedeutet, dass der Kasus des intransitiven Subjekts davon abhängt, ob es handelt (wie in 'Der Junge singt') oder nicht ('Der Ball liegt im Sand'). Im ersteren Fall steht der Agentiv (wie transitives Subjekt), im anderen der Objektiv (wie transitives Objekt). Es gibt insgesamt 10 Kasus: Agentiv, Genitiv, Partitiv, Dativ, Objektiv, Instrumental, Lokativ, Allativ, Ablativ, Perlativ.
      Interessante Sache, wenn auch ein wenig kompliziert. Gibt's so Aktivsprachen im Echten Leben auch?
      Rudran is my oyster!
    • Bei irgendwelchen Indianersprachen kommt das durchaus vor. Und komplizierter als unser Nominativ-Akkusativ-System ist das nicht, nur eben anders und (finde ich zumindest) auch logischer ;)























      Sowas hab ich auch im Angebot (allerdings noch schrecklich unausgebaut :-/ ). Abgesehen bei Aktiv und Passiv kommt die erste Form immer nach Konsonanten und die zweite nach Vokalen.























      Aktiv: -s/-Ø (-s nur bei Worten, die auf n, m oder ng enden)



      Passiv: -un/-Ø (-un nur bei Worten, die nicht auf n, m oder ng enden)



      Genitiv: -ax/-x



      Dativ: - em/-m



      Inessiv: -ika/-ka

      Adessiv: -ya



      Ablativ: -nö



      Allativ: -yis/-s



      Instrumental: -it'u/-t'e



      Unbekanntes) Thema: -no



      (Bekanntes bzw. schon verwendetes) Thema: -ra



      Vokativ: -yon



















      Beispiel mit Tayans (Herr, Meister, Besitzer):



      Tayan-s - Der Herr



      Tayan - Den Herren



      Tayanax - Des Herren (zu ihm gehörig, mit ihm verwandt, ...)

      Tayanem - Dem Herren (etwas geben)



      Tayanika - Im Herren (schwimmt ne Menge Wein oder so)

      Tayanya - Beim Herren (in der Nähe)



      Tayanö - Vom Herren weg (-gelaufen), aus dem Herren raus (-gelaufen)



      Tayanyis - Zum Herren hin (-gelaufen), in den Herren hinein (-gelaufen)



      Tayanit'e - Durch den Herrn /Wegen des Herrn



      Tayano - Der Herr (den ich mal kurz ansprechen will)



      Tayanra - Der Herr (genau der, über den wir die ganze Zeit schon reden)



      Tayanyon - O Herr!


      Edit: Weiß jemand, warum das Forum meine Formatierung zerschießt? [IMG:wcf/images/smilies/angry.gif]:(" title="wütend">
    • Mein jetziger Ansatz für mein Protomarisch kennt keine Deklination sondern nur eine Unterteilung nach verschiedenen Status. Ursprünglich wurden gar keine Wortformen unterschieden, im Laufe der Zeit entwickelten sich aber genannte Status, um die Funktion eines Wortes im Satz schneller erfassen zu können.
      Im archaischen Marisch unterschied man dann:
      Status Absolutus (in etwa: Substantive im Nominativ und Akkusativ)
      Status Actionis (entspricht etwa den Verben und Substantiven für Handlungen)
      Status Attributivus (entspricht etwa Substantiven im Genitiv/Possessiv/Lokativ/etc. sowie allen Adjektiven)

      Urmarisch wurde weiter unterschieden:
      Status Absolutus wandelte sich zu Status Agens (~Nominativ) und Status Patiens (~Akkusativ), später dann noch zum Status Präpositionalis und Postpositionalis (nach Präpositionen/ vor Postpositionen bzw. aus Assimilation dieser beiden mit dem Bezugswort; in etwa: Dativ; umfasst aber neu auch Lokativ, Instrumentalis, u.a.)
      Status Actionis bleibt bestehen, erhält aber "Unterformen", z.B. den "reinen" St. Act. (aktuelle Handlung, laufende Handlung, derzeitiger Zustand), den St. Act. Historicus (weit zurückliegende Handlung), den St. Act. Ingressivus (beginnende Handlung, teilw. auch Futurisch) und den St. Act. Perfectus (abgeschlossene Handlung ohne Zeitangabe)
      Der Status Attributivus verschwindet als eigene Form, der Ausdruck wird von mir ab dieser entwicklungsstufe für eine Unterform des Status Absolutus verwendet (zumindest bis mir ein besserer Ausdruck einfällt...)

      Ein Beispiel muss ich gerade schuldig bleiben, ich arbeite derzeit erst daran ;)

      Gruss
      Kensen
    • Vimal schrieb:

      Bei irgendwelchen Indianersprachen kommt das durchaus vor. Und komplizierter als unser Nominativ-Akkusativ-System ist das nicht, nur eben anders und (finde ich zumindest) auch logischer ;)


      Ganz genau. Es ist aus unserer Sicht ungewohnt, aber tatsächlich logisch. In der Tat kommt es in vielen (aber längst nicht allen) Indianersprachen sowie im Georgischen und einigen anderen vor.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • Lang ists her, dass ich mich damit beschäftigt habe. Nachdem ich versucht hatte, die Fälle aller Sprachen nachzuahmen, ist mir aufgefallen, dass wir überhaupt viel umschreiben, dass es gar nicht möglich ist wirklich alles abzudecken - und dann auch noch anwenden. Deshalb hatte ich das ganze mir persönlich vereinfacht. Zuerst habe ich die Grundlegensten Fälle betrachtet. Was haben wir: Nominativ für das Subjekt, Akkusativ für das direkte Objekt und Dativ für das indirekte Objekt. Das englische macht es noch einfacher, sie verwendet nur ein Fall für das Objekt - und das merkt man nur an der Wortstellung. Was aber nicht wirklich hineingepasst hatte, war das Genitiv und die anderen verwendungen des Datives.

      Also beschäftigte ich mich damit weiter. Im Latein gibt es noch den Vokativ und den Ablativ. Wunderbare Konstrukte! Der Vokativ ist ja noch zu etwas zu gebrauchen, aber im Deutschen umschreiben wir den Ablativ (wie habe ich keine Ahnung mehr : ) ). Auch interessant fand ich das Konzept der Orte. Sowohl Lokativ(wo) als auch Allativ(wohin) und ein weiterer Fall (von wo) hatte es mir angetan, aber sie wollten nicht in ein Konzept passen, was einfach ist. Also hatte ich mir mal gedanken gemacht. Oft umschreiben wir den genitiv! Das Haus von Schmidt. Eindeutiger Fall, es ist und bleibt eine Umschreibung mithilfe von Adpositionen. Das ist die Lösung, dachte ich mir. Weiterforschend fand ich dann einen Fall im russischen, den Präpositiv, der die Lösung meines Problem darstellt. Dieser ist dafür da, neben Präpositionen zu stehen...

      Und damit hatte ich meine Fälle beisammen: Nominativ (als Fall des Subjektes), Vokativ (als Fall der Anrede), Akkusativ und Dativ (als Fall/Fälle des Objekts) und das Präpositiv (als Fall der Umschreibung mit Adpositionen). Dazu ist es aber unweigerlich der Fall, dass man Präpositionen benötigt um Dinge zu umschreiben wie den genitiv (von) oder dem Beisammensein (mit) und so weiter...

      Nun ist das aber noch nicht alles, auch der genus spielt eine Rolle. Hier habe ich zwei Varianten: Entweder teile ich die Geschlechter auf, oder ich lösche sie aus. Zweiteres gefällt mir aufgrund seiner Einfachkeit, also würde hiermit das Geschlecht keine Rolle spielen. Das wirft aber Probleme auf... Wie zum Beispiel Mutter und Vater, Mann und Frau. Sie könnte man nicht voneinander unterscheiden. Andererseits missfällt es mir Gegenstände als sie und er zu betiteln. Deshalb fiel mir etwas cooles ein.Ich halte es wie die Briten und mache keinen Unterschied. Gleichzeitig führe ich aber ein Genus ein, welches sich auf Sachen bezieht und eines was sich auf Tiere bezieht. Somit gibt es drei Genera: Menschen, Tiere, unbelebtes. Schönes Konzept, nervt mich aber irgendwie. Ganz entscheiden kann ich mich nicht : ) Also heißt es, dass das genus in der Anwendung keine Rolle spielt...

      Zuguterletzt machte ich mir noch Sorgen über die Numerus: Singular und plural sind so einleuchtend, aber auch so gewöhnlich. Also habe ich recherchiert und fand Dinge wie den Dual oder den trial heraus. Doch irgendwie reizt mich das auch nicht, einfach weil ich denn für andere zahlen auch einen genus brauche, was das ganze unübersichtlich macht. Also blieb ich bei den Plural und Singular. Jedoch kann ich das nicht so stehen lassen und habe mich weiter beschäftigt. Dabei habe ich noch einen weiteren Numerus eingeführt, wie den unbestimmten Plural, welcher genutzt wird um unzählbare oder ungezählte Dinge zu bezeichnen. (Wie "Milch" oder Haar in "Ich bürstete meine Haare", dagegen im Singular: "Ich habe ein Haar gefunden" und Plural "Ich habe drei Haare gesehen").

      Also fasse ich zusammen:



      --------------Subjektiv (Nominativ) I Vokativ (anredefall) I Objektiv (indirekt Dativ, direkt Akkusativ)I Adpositiv (steht mit Präpositionen)
      Singular
      Plural
      ungezählter Plural



      Doch was macht man nun mit einer weiteren Wortgruppe, die ohne Substantive nicht auskommt? Der Artikel. Generell muss ich sagen ist das recht kompliziert, weshalb ich es wie im englischen halte. Geschlechter sind außen vor, sprich wir haben nur einen Artikel. Dies ist der bestimmte Artikel (der, die, das) der unbestimmte Artikel (ein) und der Teilungsartikel (im Sinne von etwas, nichts ganzes). Diese gibt es in allen drei Fällen.

      Auch in diesem Zusammenhang erwähnen möchte ich die Pronomen, die mir immer sehr am Herze liegen. Personalpronomen sind dabei wohl das wichtigste. Sie werden nach den gleichen regeln wie Substantive dekliniert. Es gibt sie im Singular (ich, du, er/sie(Person), er/sie (Tier),es(Gegenstand)) und im Plural (wir (einschließend), wir (ausschließend), ihr, sie) und im unbestimmten Plural (wir(einschließend), wir (ausschließend) ihr sie), letzteres aber selten. Das Possesivpronomen wird umschrieben (Mein Fahrrad = Das Fahrrad von mir) mit dem Präpositiv. Alle anderen Pronomen verhalten sich wie die Substantive.

      Ui, ich hoffe es war nicht zu lang. In diesem Sinne schließe ich noch mit folgendem Satz ab. Es macht mir unheimlich Spaß mich mit der Grammatik auseinanderzusetzen, aber um Wörter zu kreieren, bin ich irgendwie nicht in der Lage, weshalb die Grammatik in der Leere schwebt...

      Ach, eine Frage habe ich noch, kann mir jemand das Konzept der Ergativsprachen näher bringen? Das wäre toll, denn ich steige nicht dahinter...

      ​​
      Wo ein Waldgott steht wächst grünes Gras,
      wo ein Waldgott ruht, sprießen Wälder,
      wo ein Waldgott weint, entstehen Sümpfe,
      wo ein Waldgott blutet, ist das Land geheiligt
      und wo ein Waldgott stirbt, wird leben sein.​
    • Bei Ergativsprachen ist das grammatikalische Subjekt kein Agens, also Handelnder, sondern Behandelter. Der Subjektkasus heißt dan Absolutiv, und er Agentenfall Ergativ, der prinzipiell genauso fakultativ ist wie der Akkusativ bei Nominativsprachen. (Die Sprachen werden also nach dem Agentenfall klassifiziert!)

      Den Unterschied kann man schön bei transitiven Verben sehen. Die Sätze sind dann sozusagen alle im Passiv

      Nominativ-Sprache: Aktive Form: Hermann-NOM lesen-3.Sg.Aktiv Buch-AKK -- Buch-NOM lesen-3.Sg.Passiv von Hermann-DAT Diese Adverbiualphrase vertritt schon einen Ergativ!
      Ergativ-Sprache: Buch-ABS lesen.3.Sg Hermann-ERG Wenn man den Ergativ weg läßt, entsteht ein intransitiver Satz, das Verb wird medial: Buch-ABS lesen-3.Sg

      Ergativsprachen kennen (soweit ich weiß) keine Diathese, also die Unterscheidung zwischen Aktiv und Passiv (und Medium, falls eine NOM-Sprache sowas hat), es gibt nur das Medium, wenn man dem unbedingt einen Namen geben muß. (Das ist auch der Grund für die Ergativität meiner Elfensprache Alanrin: Ich muß mir keinen Passiv überlegen :D)

      Alle Klarheiten beseitigt?
      Rudran is my oyster!
    • Mhhh... kann man denn sagen, die Ergativsprache ist nur Passiv? Sprich anstatt Ich lese das Buch, heißt es immer das Buch wurde gelesen [von mir], eine Verwendung wie "Ich lese das Buch" gibt es denn nicht, weil das Subjekt unwichtig ist?

      ​​
      Wo ein Waldgott steht wächst grünes Gras,
      wo ein Waldgott ruht, sprießen Wälder,
      wo ein Waldgott weint, entstehen Sümpfe,
      wo ein Waldgott blutet, ist das Land geheiligt
      und wo ein Waldgott stirbt, wird leben sein.​
    • Jein.

      Ja, denn Sätze wie "Ich lese das Buch" gibt es tatsächlich nicht.
      Nein, denn das Subjekt ist ganz und gar nicht unwichtig. Was Du mit Subjekt wohl meinst, ist das Agens, das Handelnde, das in einer Ergativsprache tatsächlich eher unwesentlich sein kann. (Wer handelt denn eigentlich, wenn "es regnet"? Der Satz ist so ergativisch, daß er ein Musterbeispiel ist.) Was wichtig ist, ist, worum sich die Handlung dreht, und das ist das grammatikalische Subjekt des Satzes, der bei Ergativsprachen eben im Absolutiv steht. In transitiven Sätzen ist es der Gegenstand, der bei aktiven Sätzen in Nominativsprachen im Akkusativ steht.

      Bei transitiven Sätzen, wo eine Handlung von einem Agens ausgeht und von einem Patiens "erlitten" wird, trifft Dein Passiv-Vergleich tatsächlich zu, weil das grammatikalische Subjekt "das Buch" das Patiens des Satzes "Das Buch wird [von mir] gelesen" ist, wie das eben in einem passiven Satz der Fall ist. Intransitiver Sätze sind dann etwa so wie im Deutschen. In "Ich gehe" ist zwar das Agens auch das Subjekt, aber auch das, worum sich das Gehen dreht, und zwar obligatorisch. Ich kann niemanden anderen gehen. Wenn ich gehe, dreht sich mein Gehen um mich und nicht um den Hund, den ich äußerln führe.

      Bei reflexiven Sätzen wie "ich schmücke mich" ist es so, daß Agens und Patiens zwar identisch sind, es aber nicht so sein muß. Ich kann von jemand anderem geschmückt werden, oder er von mir, usw. Wie Ergativsprachen das regeln, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Alnarin hat ein Partikel, das "vom Subjekt gehandelt" bedeutet, oder einfacher "von mir, dir, ihm, ihr, uns, euch, ihnen" :)
      Rudran is my oyster!
    • Edit: Diogenes war schneller, aber ich poste meinen Kram trotzdem noch.

      Nein, das hat nichts mit Passiv zu tun, sondern mit der Markierung der Akteure.
      Statt "ich lese das Buch" heißt es dann quasi "mich liest das Buch" ;D Gemeint ist aber dasselbe, auch wenn es für unsere Logik erstmal sehr ungewöhnlich und schwer zu kapieren ist.
      Passiv ist im Deutschen ein Weg, Agens zu killen: Ich lese das Buch -> das Buch wird gelesen = "ich" als Agens fällt weg.
      Eine Ergativsprache kann das nicht.

      Zu deinem vorigen langen Post, Vys.
      Auch interessant fand ich das Konzept der Orte. Sowohl Lokativ(wo) als auch Allativ(wohin) und ein weiterer Fall (von wo) hatte es mir angetan, aber sie wollten nicht in ein Konzept passen, was einfach ist.

      Stimmt, das ist ja auch kein Ort, sondern ein Zustand. Das Finnische hat hierfür den Essiv - und kommt nebenbei auch noch dank passender Ortskasus ganz ohne Präpositionen aus ;)

      "Geschlecht" gibt es in Sprachen meist nicht wirklich. Es gibt Genus, das eine grammatische Kategorie ist und keineswegs nur auf maskulin oder feminin bezogen sein kann, sondern auf belebt und unbelebt, auf essbar und nicht essbar oder tausend andere Dinge. Nur weil die Europäer die Welt nach Mann und Frau aufteilen, muss das nicht jede Sprache machen... Nebenbei: DAS Genus, bitte ;)
      Wo wir dabei sind:
      Der Kasus - die Kasus
      Das Genus - die Genera
      Der Numerus - die Númenorer - äh, halt, nein, Numeri ;) sorry.

      Beim Numerus gibt's auch noch schöne Varianten mit inklusivem und exklusivem Plural (oder auch Dual oder Trial), sprich: Sind "wir" du und ich oder ich und er ohne dich?

      Das Possesivpronomen wird umschrieben (Mein Fahrrad = Das Fahrrad von mir) mit dem Präpositiv.

      Dann ist es kein Possessivpronomen, sondern eine Konstruktion mit Präpositiv.
      Ganz wichtig beim Sprachenbasteln: Natürlich bastelst du auf Deutsch. Aber wenn deine Sprache nicht-deutsche Konstruktionen benutzt, sei auf der Hut mit den Fachbegriffen. Ein Possessivpronomen ist ein besitzanzeigendes Pronomen - wenn deine Sprache sowas nicht hat, dann nenn deine Konstruktion nicht so, sondern eben Possessivkonstruktion. Sonst wird es ganz schnell schwer, miteinander über die Sprache zu reden.