[Issoy] Baustelle...

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    Vom 22.-25.11. findet das Weltenbastler-Wintertreffen in Arnolds Ferienhof in Oberlauringen (Landkreis Schweinfurt) statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

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    • Bei flüssigem Licht muss ich immer an Ambrosia denken, deshalb geht mein Kopfkino noch weiter und ich sehe gerade einen Gott, der sich einen Becher Ambrosia bestellt. Das strahlende Getränk kommt in einem umgedrehten Paraboloid und die Ambrosiaverkäuferin macht noch ein paar Magmabrocken rein, die bis in die Spitze sinken und das Getränk schon heiß halten .... ähh warte worum gings?!? :lol:

      Wie kann man die schwarzen Rauchgewässergeräucher denn betreten? Mit einer Art Rauchboot? Wie dicht ist der Rauch? Kann man drüber hinwegsehen? Ist das eigentlich rußig?
    • und ich sehe gerade einen Gott, der sich einen Becher Ambrosia bestellt. Das strahlende Getränk kommt in einem umgedrehten Paraboloid und die Ambrosiaverkäuferin macht noch ein paar Magmabrocken rein, die bis in die Spitze sinken und das Getränk schon heiß halten

      Das ist ne erstaunlich praktische Hilfsvorstellung, um das wem zu erklären.^^ Der einzige Schönheitsfehler ist, dass Issoy als Welt nicht wirklich so Götter hat, würde eins das also in-world erzählen, wäre die Reaktion eher "hääää?"

      Wie kann man die schwarzen Rauchgewässergeräucher denn betreten? Mit einer Art Rauchboot? Wie dicht ist der Rauch? Kann man drüber hinwegsehen? Ist das eigentlich rußig?

      Trotz ihrer Schwärze und ihrer Schwere ist es prinzipiell immer noch Luft, die eins auch normal atmen kann. Betreten kann eins also einfach, indem eins sich Wanderstiefel anzieht und losstapft - okay, sowas wie Blindenhunde wären da praktisch (hmm, hat Issoy Hunde? Ich glaube eher nicht.)

      Da fällt mir ein - Blinde haben genau gar kein Handicap da unten, da das einzige, was eingeschränkt ist, der Gesichtssinn ist. Es würde also Sinn machen, wenn diese sich am Ufer ansiedeln.

      Ich schätze aber, dass eins nicht allzu lange unten bleiben kann, weil die schwarze Luft schlicht nicht besonders frisch ist... vielleicht sinkt das Sauerstoffgehalt-Äquivalent (die Frische) einfach, je weiter eins nach unten geht, da es an der Oberfläche ja durch drüberstreifenden Wind doch noch Austausch gibt. D.h. ganz unten hätte eins dann so Probleme wie Bergsteiger am Mount Everest.^^

      Rauchboote - hm, da die Schwarze Luft ja schwerer ist, könnte eins ja Schlauchboote mit normaler Luft füllen, die sind dann leichter - ich würde aber sagen, das geht nicht - geht sich nicht aus, da der Schwere-Unterschied nicht so groß ist. D.h. so ein Boot könnte halt keine Menschen tragen.

      (Aber es ist nicht so, als ob das besonders tragisch wäre, wenn eins sowieso Schwebefloße zur Verfügung hat, die auch über Land schweben können. ;) )
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Da fällt mir ein - Blinde haben genau gar kein Handicap da unten, da das einzige, was eingeschränkt ist, der Gesichtssinn ist. Es würde also Sinn machen, wenn diese sich am Ufer ansiedeln.

      Gibt es dort unten denn etwas Interessantes, das diese sammeln könnten? Stell ich mir irgendwie ein wenig wie Muscheltaucher vor - andere Menschen würden nie an die Muscheln kommen, wenn man aber von Kindheit an darauf trainiert wird... daraus könnte sich mit der Zeit ein ganzes Volk entwickeln, das keine/nur mäßig entwickelte Sehkraft besitzt, aber dafür andere Vorteile beim Rauchgewässertauchen haben (weniger Frischeverbrauch beim Atmen, besserer Tastsinn, Daredevil-Echolot-Superpower, etc)...

      Okay, ich glaub, jetzt spinn ich das Ganze etwas zu weit, oder? :lol:

      Jundurg schrieb:

      Rauchboote - hm, da die Schwarze Luft ja schwerer ist, könnte eins ja Schlauchboote mit normaler Luft füllen, die sind dann leichter - ich würde aber sagen, das geht nicht - geht sich nicht aus, da der Schwere-Unterschied nicht so groß ist. D.h. so ein Boot könnte halt keine Menschen tragen.

      Na, dann könnte man noch immer Heißluftrauchboote machen! :lol:

      Einfach wie bei einem Heißluftballon die Luft im Schlauchboot erhitzen, bis der Unterschied groß genug ist für die Fracht. Verbraucht weniger Energie als ein wirklicher Heißluftballon, ist vermutlich leichter zu steuern (zwischen "geht unter" und "hebt ab" dürfte eigentlich ein gewisser Zwischenraum liegen, man müßte zum Halten der Höhe auf "Wasser"oberfläche also die Temperatur nicht ganz so exakt einstellen) und die Luft dürfte an der Oberfläche bei Weitem angenehmer sein als auf Heißluftballonhöhe.
      Bring me your soul, bring me your hate
      In my name you will create
      Bring me your fear, bring me your pain
      You will destroy in my name

      - Les Friction, Dark Matter
    • PBard schrieb:

      Heißluftrauchboote
      Wollte nur erwähnen, dass das ein tolles Wort ist. :D

      Physik und Issoy gehen nicht so gut zusammen, weswegen ich zu solchen Überlegungen insgesamt recht wenig sagen kann. Wenn es cool aussieht, funktioniert es, wenn nicht, dann nicht. Magie > CommonSense > Physik.


      PBard schrieb:

      Gibt es dort unten denn etwas Interessantes, das diese sammeln könnten?
      Naja, warum nicht. Ich weiß aber generell noch nicht, wie es mit dem Ressourcenabbau auf Issoy aussieht; dafür muss ich mal den Magieteilbereich Alchimie näher kennenlernen. (Gehe eigentlich immer noch davon aus, dass Materialien einfach erschaffen werden können. Also sowas wie Gold, Stein, Sand, usw. jedenfalls.)

      (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Plastik ne natürlich vorkommende Ressource sein sollte. Ich weiß, dass ich mir das vor kurzem überlegt hab, aber ich bin nicht mehr sicher, für welche Welt.^^ Vllt bau ich es einfach in allen ein. ;D )

      -

      Alpha hat am WBT die Idee aufgeworfen, dass aus Wasser und Rauch einfach Land wird. D.h. wo ein Fluss in ein Rauchmeer mündet, entsteht einfach Sand. Der Gedanke war, dass Flüsse dann einfach umgeleitet werden, bis sie irgendwann in ein "echtes" Meer münden. Das gefiel mir aber nicht so richtig... jetzt überlege ich gerade, ob sich nicht auch quasi Schlauch-Tunnels entwickeln könnten, sodass das Wasser doch weiter nach unten fließt.

      Z.B. könnte der Sand, der in der Mündung entsteht, ausreichen, um den Rauch weit genug zu verdrängen, dass das Wasser einfach durch den Sand sickern kann. Und dann entsteht im zusammengebackenen Sand ein Tunnel, wo kein Rauch drankommt.

      Nur ganz unten - wenn das Wasser in eins der Löcher im Paraboloid münden würde - da brauche ich dann noch eine andere Lösung.

      Aber es ist auf jeden Fall cool, dass dadurch Rauchmeere und Wassermeere einfach direkt aneinandergrenzen können, weil dazwischen automatisch ein Damm aus Schutt entsteht. :D
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    • So, ich will das, was sich gerade in meinem Kopf aufbaut, mal in Worte fassen.

      Die Farbregionen von Issoy:
      BLAUGRÜN - GRAU - BRAUN/OCKER - ROT - WEIẞ

      Die Farben sind in-world arbiträr gewählt, einfach nur, weil es die Farben sind, die auf Weltkarten dafür verwendet werden. Ich bin aber wohl von Alphas Farbenbasteln ein wenig angesteckt, man kriegt ne bildlichere Vorstellung.^^ Zudem werde ich meinen Paraboloid in diesen Farben anmalen. *plan*

      Wassermeere, Meere

      Zu Meeren gibt es nicht so besonders viel zu sagen - es sind halt große wassergefüllte Gebiete. Kompliziert sind eher die Ränder, da gibt es unterschiedliche Arten von Küsten. Aber darauf gehe ich weiter unten ein.
      Wichtig ist auch noch, dass Meere magietheoretisch zu den bewohnten Gebieten gehören; d.h. die Wasserlebewesen bilden einen ökologischen Gesamtkomplex, der dafür sorgt, dass ein Meer auch stabil bleibt. Das Wasser hat außerdem noch eine "magieneutralisierende" Wirkung, weil es stetig im Fluss ist.

      Rauchmeere

      Rauchmeere sind Tiefgebiete mit Löchern im Boden, die mit schwarzer Luft gefüllt sind. Diese ist schwer und füllt ein Gebiet daher auf ähnliche Art und Weise aus wie Wasser es tun würde. Die Oberfläche eines Rauchmeeres ist bei Windstille eine glatte schwarze Nebelfläche, bei Sturm zerzaust sie sich schon mal etwas.
      Rauchmeere sind zu Fuß durchquerbar, wenn man kein Problem damit hat, nichts zu sehen, und eine ziemlich abgestandene schlechte Luft zu atmen - zu lange sollte man sich da jedenfalls nicht aufhalten.

      Land

      Land ist auch recht selbsterklärend - es ist halt Land. Ebenen, Hügelland, Gebirge, Wälder, usw. Wichtig ist eigentlich nur, dass Land, damit es stabil ist, in irgendeiner Form bewohnt oder befestigt sein muss. Dafür gibt es wohl ganz viele verschiedene Arten - aber z.B. ist ein Wald sehr gut dafür geeignet, da die Bäume zusammen ein Ökosystem bilden, das die roten Zonen abhält.

      (Land kann farblich noch abgestuft kommen: Braun für höhere Gebiete, Gebirge, und gelb für Tiefland)

      Eis

      Auch hier nichts besonderes - gefrorenes Wasser in der kalten Region rund um den Nordpol. Dünn besiedelt, aber dank z.B. magischer Heizer gibt es keinen Grund, warum Menschen dort nicht leben könnten.

      Rote Zonen, Traumländer, Wirres Land

      Davon gibt es auch eine vielzahl größerer Gebiete. In diesen Regionen ist die Realität nicht stabil; wer sich dorthin begibt, verändert die Landschaft - der eine Wanderer sieht vielleicht an einer Stelle einen Berg, die nächste ein Meer. Die Übergänge zu Träumen sind fließend; d.h. wer sich vor Monstern fürchtet, wird möglicherweise ebendiesen Monstern begegnen - aber diese sind auch nur flüchtig und verschwinden wieder, wenn die Aufmerksamkeit weg ist.

      Das einzige, was man über rote Zonen sicher sagen kann ist, dass es einen Boden gibt, irgendwo; vielleicht unter einem Meer, aber es gibt einen Boden - denn wir befinden uns immer noch auf dem Paraboloid. Es liegt also sozusagen über der festen Gesteinsoberfläche eine Schicht aus Traummüll, die sich dort angehaftet hat.

      GRENZEN

      Da wird es eigentlich spannend... ein paar der Grenzverläufe sind mir noch unklar, aber ich werde einfach mal schauen, was ich schon weiß.

      Land und Rauchmeer:

      Es gibt einfach eine Küstenlinie, ab der ein Rauchmeer beginnt. Flüsse, die in ein Rauchmeer münden, bilden unterirdische Tunnel und das Wasser fließt unter dem Rauchmeer weiter, bis es irgendwann komplett verdampft ist (weil es weiter unten auch immer wärmer wird). D.h. über Rauchmeeren steigen auch weiße Wasserwolken auf, was für hübsche Effekte sorgen sollte. :)

      Land und Wassermeer: (wie gewohnt)

      Land und rote Zone:

      Die Übergänge befinden sich meistens in Wüsten oder Ödlandgebieten, wo nicht viel wächst. Zwischen Land und roter Zone gibt es weitaus großflächigere Übergangsgebiete als bei allen anderen Varianten. Es gibt so einige Gebiete auf dem Paraboloid, die eigentlich weder so richtig das eine, noch das andere sind; z.B. ist die Wüste südlich von Silraw im Grunde ein einziger langsamer Übergang in Richtung einer roten Zone; es gibt seltsame Objekte, die am Wüstenboden herumliegen, Traum-Ablagerungen, usw.

      Aber es gibt auch schärfer gezogene Grenzgebiete; das ist dort der Fall, wo das Land bewohnt oder bepflanzt ist. In diesen Gebieten ist der Übergang in die rote Zone aber oft auch schwer zu sehen... wer an der Grenze steht, und in die rote Zone blickt, sieht einfach nur, wie das Land dort ganz normal weiter geht. Nur dass was aussieht, wie Bäume, halt nur Illusionen von Bäumen sind, da in der roten Zone (fast) keine richtigen Pflanzen wachsen. Eine rote Zone kann auch den Anschein eines Meeres haben - aber wer sich hineinbegibt, stellt vielleicht fest, dass das Meer um ihn herum verschwindet.

      Land und Eis: (wie gewohnt)

      Wassermeer und Rauchmeer:

      Wasser und Schwarzluft vertragen sich nicht - wo sie aufeinanderstoßen, findet eine merkwürdige Reaktion statt. Entweder entsteht dabei Land in Form von Schutt, Steinbrocken, Sand; oder es bildet sich zur Abgrenzung eine rote Zone. Zwischen einem Wassermeer und einem Rauchmeer ist also immer ein Streifen Land, auf dem zu wandern jedoch extrem gefährlich ist, da der Schutt rutschig ist - es ist gerade nur genug Schutt da, um dem Wasser eine Barriere zu bieten - und wenn ein Stück von der Begrenzung wegbricht, kommt es zu unvorhersehbar chaotischen Ereignissen...

      Wassermeer und Eis: (wie gewohnt)

      Wassermeer und rote Zone:

      Dieser Übergang ist ebenfalls ziemlich seltsam - in einer roten Zone kann es zwar Wasser geben, aber nur unbelebtes, eher illusionsartiges. Das heißt, dass ein Schiff, das auf einem Meer unterwegs ist, durchaus in eine rote Zone hineinfahren kann - aber wehe, wenn das Wasser dann plötzlich beschließt, keines mehr zu sein! Rote Zonen folgen bis zu einem gewissen Grad den Vorstellungen der Menschen, die sich in ihnen bewegen. Insofern wäre es sogar möglich, dass ein Schiff eine komplette rote Zone durchquert, ohne zu merken, dass sie den Ozean verlassen hatten... aber Alpträume von Strudeln und Meeresungeheuern sollte während dieser Zeit niemand haben, die könnten sich nämlich manifestieren.^^

      Rauchmeer und Eis:

      Da bin ich mir gerade nicht sicher, ob es überhaupt eine Stelle gibt, wo Rauch an Eis stößt - aber hm, eigentlich gar nicht so leicht. Schwarzluft reagiert nicht auf Eis, sondern nur auf Wasser, so aggressiv... insofern würde nur das schmelzende Wasser eventuell Seltsamkeiten hervorrufen.

      Rauchmeer und rote Zone:

      In den meisten Rauchmeeren sind viele große Gebiete ohnehin meist schon rote Zonen, über denen halt aber noch eine Schwarzluftschicht liegt. Wenn etwas auf einer Karte als rote Zone markiert ist, heißt es, dass es über die Rauchmeeroberfläche hinausragt. Schwarzluft ist gegenüber dem Chaos der roten Zonen mehr oder weniger immun, es legt sich halt noch darüber und macht es dunkler.
      Dass es in einer roten Zone überhaupt höher und tieferliegende Gebiete gibt, kann einerseits daran liegen, dass eine feste Gesteinsformation des Paraboloids die rote Zone in eine Form zwängt, ... oder auch die Insel ist letztlich illusionär, und könnte unter Umständen auch herumwandern.

      Rote Zone und Eis:

      Eiswüsten sind unbewohnt genug, um ebenfalls gerne mal instabil werden zu können - also gibt es auch im Nordpolargebiet einige kleinere rote Zonen. Allerdings dominiert dort eher das Umgebungsklima, es bleibt also tendentiell eisig. Die Kälte kommt dort eben auch aus dem Boden, in Polrichtung strahlt die Sonne nämlich Kälte aus statt Wärme.

      ẞ ẞ ẞ ẞ ẞ
      So, da jetzt alles so weit geklärt ist, kann ich ja theoretisch anfangen, mein Paraboloid mit diesen Farben zu bepinseln. Noch trau ich mich aber nicht. :-[ Im Zweifel klatsche ich rote Zonen dahin, wo ich nicht weiß, was da sonst sein soll.^^
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    • Ich hab irgendwie nicht die Energie, mich wirklich daran zu machen (im Sommer vielleicht) aber ... uaaah geht mir Issoy momentan auf die Nerven.^^

      Eigentlich gibt es kaum eine Ecke, die mich nicht stört. :meh:

      Thiios: Es ist unglaublich einengend, dass ich immer bedenken muss, dass ja Thiios an Issoy dranhängt. Das raubt mir sehr sehr viele Möglichkeiten. Dabei hätte ich eigentlich gerne ein Setting, in dem ich auch Freiheit habe, an die Zukunft zu denken. Das macht mir Thiios aber unmöglich.

      "Issoy" - auch der Weltenname - hab das Gefühl, wenn ich wirklich alles umstürzen will, muss ich einen neuen Namen suchen. Solange der Name bleibt, klebe ich an alten Ideen fest.

      Soalun - ein Kontinent mit Magiekriegen, wilden Bestien, Königreichen UND das auf der selben Welt, in der es eigentlich auch um Ästhetik und Philosophie geht, und ein Neuzeitflair herrscht? o_0


      (Durch österreichische Politik beeinflusst: Diese Weltenkoalition Thiios-Issoy muss aufgebrochen werden! Es reicht einfach!
      Die Scheidung ist unausweichlich... Issoy und Thiios haben sich auseinandergelebt.)
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    • * * * BREAKING NEWS * * *

      Die Kleinwelt Thiios kündigt ihren Austritt aus der Weltenunion Issoy an

      Seit geraumer Zeit gab es Gerüchte, gestern abend wurde es offiziell: Thiios strebt eine Trennung von Issoy an.

      "Es gibt Erleichterung auf beiden Seiten.", verlautet der Sprecher für die Kleinwelt Thiios, Eubrosyus Euphrosinus Gaar (junior), "Wir werden natürlich einen Verbleib im Multiversum anstreben, das steht völlig außer Frage. Aber die enge Zusammenarbeit stieß an ihre Grenzen."

      Drastischer formuliert es der Vorsitzende der Weltenunion, Edart-Rafkin Rabos: "Ganz ehrlich, wir sind froh, dass wir die Kleinwelt nun endlich offiziell los sein werden! Unsere gesamte Geschichtsschreibung ist seit jahrzehnten vollkommen gefesselt von den Vorgaben, die uns die zweihundert Jahre in der Zukunft liegende Kleinwelt gibt. Es kann einfach nicht sein, dass eine ganze Weltenunion von einer kleinen Mitgliedswelt derartig ausgenutzt wird."

      Wie der Ausstieg ablaufen soll, ist noch unklar. Die Möglichkeit eines Hard-Thiixit steht laut Angaben beider Seiten derzeit nicht zur Debatte. Eine Zwei-Städte-Lösung gilt laut Insidern der Union am wahrscheinlichsten. Diese würde vorsehen, dass Thiios als Kleinstadt weiterhin auf Issoys Karten verzeichnet bleibt, aber die Kleinwelt sich ohne konkreten Bezug dazu entwickeln darf.

      Sollte es aber tatsächlich so kommen, dann wäre der Weg für andere Mitgliedswelten offen, es den Thiioern gleichzutun. Und tatsächlich gibt es bereits Aussagen, die in diese Richtung gehen.

      So ließ der Sprecher der (ehemaligen) Kleinwelt Silraw verlauten, dass sie ebenfalls Verhandlungen aufnehmen wollen. "Seit über zehn Jahren sind wir nichts weiter als ein Bahnknoten in Issoys Netzplan. Wir haben jegliches Weltenflair verloren. Alle Aufmerksamkeit der Union fließt sowieso immer in deren Kernländer."

      * * *

      Es ist gut möglich, dass es sich bei dem Austritt der Kleinwelt Thiios nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Gerüchten zufolge brodelt es im Parlament der Union schon seit geraumer Zeit; es sind große Umwälzungen geplant; möglicherweise formiert sich die gesamte Union neu, und viele Weltteile könnten ausgegliedert werden. Auf einer geleakten Aufnahme vom Vorsitzenden der Union sind die Worte "und wer braucht denn eigentlich die Zadankossen?" zu hören.

      Im Kartographie-Büro unterdessen zeigt man sich entsetzt. "Wir haben so viel Arbeit in unser Paraboloid-Weltmodell gesteckt! Drastische Umbaupläne könnten das alles zunichte machen! Eine weitere Verschiebung der Kontinente ist unter allen Umständen zu vermeiden!"

      In gewohnter Schweigsamkeit kommentierte die Sprecher*in der Linie 5 vom Zugvolk das Geschehen mit einem Schulterzucken und einem kaum merklichen Grinsen. Es wird davon ausgegangen, dass bei Neuverhandlungen der Union das Zugvolk eine Schlüsselrolle einnehmen könnte. Der Vertrag, den das Zugvolk mit der Weltenunion Issoy eingegangen ist, würde nämlich durch den Austritt mehrerer Vertrags-Mitunterzeichner*innen seine Gültigkeit verlieren.

      * * *

      Support gibt es von der Kleinwelt DNP (Deep Night). "Wir haben unseren Austritt damals nicht bereut und wünschen unserer Geschwisterwelt Thiios alles Gute!", so die Baroness Luna A. Varréz, "In fact, we should offer them actual multiversal support. Aber natürlich nur, soweit es die unterschiedlichen Metalagen der beiden Welten zulassen."

      Bereits vor der Gründung der Weltenunion Issoy im Jahr 2008 gab es zwischen den beiden Welten enge Zusammenarbeit. Davon kündet auch das erfolgreichste Austauschprojekt: Der Schriftsteller Gosef Eubrosyus Gaar, in beiden Welten etabliert, allerdings in sehr unterschiedlicher Weise.

      "Und bei der Sache zu Atin Aolay... naja... uhm, let's not talk about that, okay?", so die Baroness. Dabei spielt sie auf ein gescheitertes Folgeprojekt zu der Gaar-Sache an, das mittlerweile aus der Timeline beider Welten verschwunden ist.

      Von Seiten der Kleinwelt Thiios gibt es bereits erste positive Signale. "Mit ein bisschen mehr Englisch und Surrealität können wir leben.", so E.E. Gaar, "Tatsächlich haben wir diese in den Theaterstücken unserer großen Autor*innen ohnehin schon an vielen Stellen. Und mit dem Meta wird es schon nicht so schlimm werden. Im Zweifelsfall fragen wir bei der Schlaufe an, dort gibt es ausgewiesene Expert*innen für solche Probleme."

      * * *

      ;D

      Veria schrieb:

      Idee: Die Thiioer glauben, sie hängen an Issoy dran, aber es stimmt gar nicht?
      Auch dieser Vorschlag wird vermutlich diskutiert werden, aber es ist unwahrscheinlich, dass beide Seiten zu einer solch asymmetrischen Lösung zustimmen werden.

      Was ich oben als Austritt beschrieben habe, könnte - laut Insidern - durchaus auch ein Hinaustritt gewesen sein.^^ Für Issoy war Thiios einfach ein Klotz am Fuß.
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    • Wir haben ihre Weltteilungsbestrebungen mit Interesse zur Kenntnis und bieten Ihnen als Experten gerne Unterstützung bei Ihrem Projekt an. Wir können ein Team zusammenstellen und Sie vor Ort unterstützen, falls das gewünscht ist. Ob der Kollege Gaar in dritter Inkarnation mehr Verwirrung als Nutzen bringt, müssen Sie selbst entscheiden.

      Gezeichnet
      Fähnrich Yugurt Wurm, Oberster Zentralsortierer der Schlaufe
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • Alpha Centauri schrieb:

      Ob der Kollege Gaar in dritter Inkarnation mehr Verwirrung als Nutzen bringt, müssen Sie selbst entscheiden.
      An den Dritten hab ich grade nicht einmal gedacht gehabt.^^

      ~

      Ich werde vermutlich nicht sehr weit kommen, aber es reizt mich, zumindest mal ein bisschen herumzudenken, was ich denn so ändern könnte. Zuerst aber, welche Bausteine habe ich, wo kommen sie her, und wie passen sie zum Rest?

      ~

      * Dachziegelfresser

      Stammen eigentlich aus absurden Kurzgeschichten, die ich schrieb, nachdem ich meine damalige Hauptwelt (die jetzt Ngiana heißt) aufgegeben hatte. Sie haben eine Reihe von Veränderungen durchlaufen, sind aber in den Rest der Welt nach wie vor fast nicht integriert. Es ist mehr so ein "es gibt sie, und zwar hier und hier".

      Wenn ich sie neutral betrachte, passen sie nach Issoy etwa genausogut, wie sie nach Ngiana passen würden. Oder nach Islasht. Oder Deep Night. Ich würde sie mal als Kandidaten für eine eventuelle neue Welt vormerken.

      * das Zugvolk

      Hab mit Tö schon etwas geredet - ihr gefallen gerade die Widersprüche, die mich stören: Das Zugvolk ist einerseits ästhetikversessen (und passt damit sehr gut nach Issoy, oder auch THS, DNP), andererseits aber auch immer mal wieder sinnlos brutal, und zudem mysteriös. Außerdem ist es Canon, dass sie zu einem gewissen Teil nichtmenschlich sind. An Aspekt, den ich im Zusammenhang mit Issoy noch nie wirklich herausgearbeitet habe, da Issoy ja menschenzentriert ist.
      Mir scheint, dass das Zugvolk zu Issoy passen kann *wenn* sich grundlegend was ändert, vermutlich beidseitig.

      * Werwölfe

      Ich kann nichtmal mehr sagen, obs die überhaupt noch gibt. In den letzten Jahren hatte ich mehrfach überlegt, sie über Hintertürchen wie die Rote Zone wieder hereinzuholen. Klassische Werwölfe habe ich eigentlich nicht, dabei mag ich die sogar.
      Auf jeden Fall bleiben sie weiterhin ein Teil von DNP, aber wieviel sie mit Issoy zu tun haben, weiß ich nicht. Tendentiell müssten sie eigentlich von Grund auf neu gebastelt werden. Ich könnte sie mir irgendwie sogar für Thiios vorstellen. Weirder Gedanke.^^
      Werwölfe sind jedenfalls eine enorme Herausforderung für ein Magiesystem. Zur gebastelten Magietheorie passen sie überhaupt nicht, nichtmal wenn ich sie total verdrehe und die Augen zudrücke.

      Ich will aber unbedingt Werwölfe haben. Und zwar verschiedene Arten... das hab ich für Deep Night schon mal angedacht; nämlich dass die Varréz seit Generationen *nur* Werwölfe in die Familie aufnehmen, aber aus allen möglichen verschiedenen Settings, d.h. klassische Fantasy, Urban Fantasy, Sci-Fi, alles. Das ist eine sehr metalastige Idee, die nur mit DNP wirklich funktioniert. Und mit Issoy in der derzeitigen Form nicht kompatibel.

      * Mütologie

      Die ist tatsächlich mehr mit Thiios verbunden (in Form von Theatermotiven) als mit Issoy, nur dass halt manche der Ortsnamen auf Issoy existieren. Aber eigentlich ist auch das eine Ecke, die ich rausnehmen könnte.
      Die Halbinsel Chonosseym mit den Städten Brekar ist schon so verdammt. Sie stammt aus Geschichten, die ich so mit 9 Jahren geschrieben habe, und ich erinnere mich noch, wie ich die Form der Insel in der Sandkiste geformt hab. :alt:
      Sie in Issoy zu integrieren, war 2008 mehr eine Nostalgiesache. "Wenn schon wieder eine Welt, dann kann ich ja das auch wieder einbauen" Mit der restlichen Welt verbunden habe ich die Gegend kaum; erst in den letzten Jahren versuchsweise.

      Ich weiß nicht, was ich damit mache. Die Ortsnamen behalten, Assoziationen rausschmeißen? Rausnehmen und woanders verbasteln? Zum Beispiel als komplett eigenständiges Setting oder Teil einer neuen Welt? Eigentlich hat es was düsteres. Ich könnte es rausnehmen und dann ist es aus Sicht von Thiios wirklich nur Mythologie und kein realer Ort.
      Und auf Issoy könnten einige Orte nach den mütischen Orten benannt sein, aber ohne sie zu sein. Was Issoy als Welt sowieso nie erfüllen konnte, weil manche Namen mit der Sprache nicht so recht kompatibel waren, sprich die Übersiedlung nach Issoy hat damals auch nicht vollständig geklappt.

      * Lökute

      Ursprünglich höchst klassische Fantasy. Ich hab um 2008 mal damit herumgesponnen, ohne ne Welt dafür zu basteln. Da gings dann um magische Gegenstände, die für den Plot enorm wichtig waren, und ne queere Liebesgeschichte gabs auch, die ich damals niemanden gezeigt hätte. Verrat, Drachen, komplexe Intrigen, Hexenbänne.
      Das hab ich 2008 einfach ins neue Issoy integriert, was ne absolut bescheuerte Idee war, aber natürlich hat dieser Clash auch zu interessanten Sachen geführt. Aus Lökute wurde dann halt irgendwann Loeku Te-Merlo.
      Aber das, was ich da 2008 begonnen habe, musste ich wegen der einheitlichen Magietheorie rausschmeißen: Magische Talismane der Macht gehen damit einfach nicht. Und diverser krasser Hexenzauber auch nicht. Wenn ich das so schreibe, hat das eigentlich ne gewisse Nähe zu dem Mütos-Material von oben.

      Ich möchte irgendwas davon aus Issoy rauslösen. Nur was bleibt dann übrig? Ich mag nicht einfach Städte von der Landkarte kratzen. Aber einige Aspekte der ganzen Gegend sollten eher weg. Mir gefällt einfach nicht, wie es sich überhaupt nicht zum Rest der Welt fügt.

      * Taslu

      Taslu ist irgendwie das "Land hinter Merlo". Ich habe nie etwas aus Sicht von Taslu gebastelt, es ist einfach ein Symbol für das Fremde, fremdartige. Das mag ich aber als Bastelansatz nicht. Ich möchte, dass sich jeder Teil der Welt für mich so anfühlt, als könnte ich mich in die Gedankenwelt der Bewohner*innen hineinversetzen. Es kann nicht ein Land geben, dass fremd ist. Jedes Land ist für die anderen fremd, aber ich möchte da drüberstehen. Bei Ngiana ist mir das zum Teil schon gelungen; ich habe zumindest mehrere sehr verschiedene Perspektiven, und keine Gegend wird nur von außen betrachtet.
      Die Kreaturenmagie und der Stil den ich mir zu Taslu vorstelle, ist ... eigentlich mir sehr fremd. Tatsächlich muss ich da eher an Logan und Cimorra denken. :hmm: Also von der Optik her. Und... offensichtlich mag ich sowas in irgendeiner Ecke auch, aber es ist halt die Frage, ob das nicht ineine andere Welt wandern sollte.

      * Chalanische Schlammwüste

      Ich mag die Chalan, und sie gehören untrennbar zu Issoy. Aber die Geographie hab ich irgendwie nicht gut gemacht. Einfach ein Land, das nicht zu den Nachbarn passt. Ich hab den Umstand, dass die Übergänge seltsam sind, sogar thematisiert, die Grenzgebiete sind einigermaßen berüchtigt.

      Also: Wenn ich wirklich ganz radikal umstellen würde, könnte ich mir überlegen, das gesamte Land auf einen anderen Kontinent zu versetzen. Zum Beispiel dorthin, wo gerade so viel Platz freiwird, weil ich dort was wegschaufle.
      Das wäre dann halt der Punkt, wo wirklich alle Karten damit ungültig würden. Jeder einzelne je gezeichnete Netzplan beinhaltet dieses Gebiet.
      Aber ... es würde sich tatsächlich richtiger anfühlen, wenn es woanders liegt.

      * Hts

      Die Hts sind ein Volk, das irgendwie in die selbe Kategorie fällt wie das Zugvolk. Sehr ästhetikvernarrt, aber gleichzeitig kriegerisch. Weil sie so schlecht zum Rest passen, habe ich sie seit Jahren mehr oder weniger ignoriert, außer wenn ich halt bei einer Karte in die Nähe gekommen bin und dann halt "ach ja, die gibts ja auch noch"

      * Zadanx / Zadankossen

      Ursprünglich eine High-Tech-Fraktion eines Strategiespiels, angelehnt an Dune. Was zur Hölle haben die auf Issoy verloren? Naja, 2008: einfach mal alle möglichen Ideen, die gerade keine Heimat haben, zusammennehmen. Dann wurde es sogar noch schlimmer, indem ich sie als Pseude-Muslime (bzw. Fremen) aufgestellt habe, die in einer Wüste leben und religiöser sind als alle anderen Völker nördlich. :autsch:
      Auch der Schwefelabbau, den ich für diese Region angedacht hat, hat seinen Ursprung in einigen Strategiespiel-Ideen. Magischer Schwefel wurde in die Magietheorie immer hineingehandwedelt, einfach weil ich die Vorstellung von Schwefelhandel so schick fand.
      Aber eigentlich ist das eine Idee für eine andere Welt. Vielleicht Ngiana, vielleicht noch woanders.

      Wenn ich - wie ich seit den Chalan denke - wirklich radikal eine neue Karte bastle, dann kann ich mir die paar Sachen, die ich spezifisch für Zadankossen gebastelt habe - allen voran ein Namens-Schema - irgendwo reinnehmen, ohne dass ich die Region brauche. Die Wüste ist langweilig und hat seit 2008 kaum je Aufmerksamkeit bekommen.

      * Letlag, Sesanfag und Swamsoel

      Hier wirds schwierig. Ein Seefahrervolk in einer Welt, die eigentlich auf nem Technologielevel ist, wo das kaum Sinn macht, bzw. wo die Meere einfach nirgendwohin führen. Tendentiell würde ich die Inseln behalten wollen, aber das Konzept dahinter, also das Volk der Letlagen, das macht im Moment wenig Sinn.
      Weil:

      * Sprachen

      Konzeptionell ist Issoy eine Wenigsprachenwelt. Das heißt, es gibt Deutsch, Englisch, Issoyanisch, diverse Dialekte und das wars. So war's mal gedacht, dann kamen noch ein paar dazu. Aber ich möchte sagen wir mal so 10 Sprachen eigentlich nicht überschreiten. Und dann stellt sich die Frage: Wo kommen die Sprachen her? Was verbindet sie auf dieser Welt - warum gibt es so wenige, warum gibt es doch so viele, warum gerade diese?

      Es ist außerdem so eine Asymmetrie. Englisch und Deutsch sind Fremdkörper, die anderen Sprachen einheimisch? Das gefällt mir eigentlich nicht. Ich hätte sie gerne auf dem selben Level - das würde aber heißen, dass gar keine Sprache in der Welt heimisch ist. Demnach sind Menschen alle eingewandert. Das würde eh mehr Sinn machen, gerade, weil ich die "alten" Länder ja eher rausschmeißen möchte.

      Damit würde ich halt einen Teil der Geschichtsschreibung verlieren. Gerade den Übergang von einer alten Denkweise zu einer neuen, mit der Gründung des Staates Issoy, hab ich ja recht detailliert gebastelt. Da möchte ich was davon behalten - aber was kann ich davon behalten, was muss ich wegschmeißen?

      Wenn ich es schaffe, einen Anfang zu basteln, dann ist es kein Problem, alles so umzuändern, dass es dazu passt, vermutlich.

      * Rugu Cralmyun

      I am uncomfortable with it. Es ist definitiv was, was ich wichtig finde, aber was nicht so direkt zum übrigen Issoy passt. Ursprünglich kommen die Ideen einfach aus einem anderen Setting her. Etwas Buddhismus, etwas Taoismus, Tantra, und Erotik. Tendentiell würde ich sagen, dass ein Gutteil davon irgendwoanders hinwandern könnte, wenn ich Issoy erstmal viel schlanker mache. Ich kann es dann später immer noch wieder zurückholen.

      * Andere Welten

      Aargh, das ist eines der größten Probleme: Issoy ist Teil einer "Gegend" eines Multiversums, das einfach alles enthält. Die Gegend selbst ist auch nicht so wirklich abgeschlossen. Das heißt, ich habe keine Regel, die z.B. verhindern würde, dass, sagen wir mal eine Invasion von Daleks, angeführt von Sauron in Issoy aufkreuzt. Es gibt keinerlei Settingschutz. Implizit schon, da ich vom Weltgefühl eigentlich viel geschlossener denke. Aber das ist halt trügerisch, und es gibt Stellen, wo ich das total aufbreche - das Zugvolk z.B. kommt von außen.
      Voidschiffe sind auch schick, gehören aber auch nicht zu *dem* Issoy, das ich primär gebastelt habe.

      Vielleicht kann ich eine Art Meta-Mauer einfügen? Dass sich manche Dinge also in einer "Traumwelt" abspielen, und manche am Boden einer eher grauen Realität? Dadurch wäre sowas wie Deep Night wieder ohne zu große Probleme in die Nähe rückbar.
      Damit würde ich allerdings "Rote Zonen" wieder aus Issoy verbannen. Das geht doch so einfach auch nicht.

      ~

      Gaah. Es gibt einfach nicht das eine Weltenflair, sondern Issoy versucht die eierlegende Wollmilchsau zu sein (weil es halt ein paar Jahre lang Hauptwelt war und für *alles* herhalten musste), scheitert aber daran total.

      Ich denke mir, geographisch könnte ich Issoy auseinanderzerren, so dass nicht mehr alle wichtigen Sachen in wenigen Stunden mit dem Zug erreichbar sind (ich hätte gerne, dass es auch länger dauernde Reisen gibt) Aber kA. Ich kann auch ins Gegenteil gehen, und die Züge so schnell machen, dass ein globales Dorf entsteht... oder es sind alle Großstädte extrem schnell verbunden, aber die ländlichen Gegenden dazwischen nicht. Dadurch würde es sehr lange dauern, von einem Dorf zum anderen zu kommen, aber um die halbe Welt zu fahren, geht in einer Stunde.

      Schwebfloße fallen mir da gerade wieder ein - die waren mal das Transportmittel, das ich für alles, wo es keine Züge gibt, überlegt habe. Aber so recht passen mir die auch gar nicht mehr auf die Welt - jedenfalls nicht in die Gegenwart, in der meine Teenie-Protas leben.^^
      Sowas wie Autos, personal transportation ... mag ich aber auch nicht. Dann noch lieber Hexenbesen. :kopfkratz:

      ~

      Okay. Also Issoy soll schlanker werden, soll anders heißen, und wird geographisch umgebaut. Das wird sehr sehr kompliziert. Was zur Hölle tu ich mit Schwägum? Der Ort hat so nen Kultstatus, liegt aber genau an der Grenze Visinnur-ChalanGoy, die ich abschaffen möchte.^^ Da muss ich dann wirklich was neues überlegen.

      Momentane Grundfragen:
      - Wie brutal ist die Welt? In welcher Form soll es Konflikte geben, in welcher nicht?
      - Wie kann ich die zentrale Idee "Dekadenz" besser ausdrücken? Mehr fancy Orte, more everything.
      - Was für andere zentrale Ideen habe ich neben Dekadenz und Ästhetik-Extremen?
      - Welche Art von Geschichten möchte ich erzählen, und warum geht das so schlecht, was muss ich ändern, um sie besser erzählen zu können?
      - In welche Bewohner*innen kann ich mich hineinversetzen, in welche nicht, und warum? Ich will mehr Innenperspektiven.
      - Wie komplex will ich die Psychologie angehen? Sollen irdische WTF-Elemente der menschlichen Psyche in magischer Form verstärkt auftreten?
      - Wo hört die Welt auf, und wodurch entstehen Grenzen?
      - Welche Sachen kann ich einfach als gegeben setzen, ohne sie je basteln zu müssen, weil uninteressant?

      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Normalerweise reagiere ich auf solche Sachen nicht, weil ich schon zu oft damit verbrannt wurde, wenn Leute öffentlich ihr persönliches Brainstorming posteten und sich dann in einer nuklearen Explosion verloren, weil ich es gewagt hatte, da einfach ungefragt reinzugrätschen.

      Ich riskiere das potenzielle Fallout jetzt trotzdem mal:

      Bevor du deine Welten jetzt völlig auseinanderpflückst, würde ich mir an deiner Stelle erstmal Gedanken über das absolute Grundfundament machen, auf dem alles liegt. Anderenfalls kommst du am Ende wieder zum Punkt, dass du zwar alles schön geordnet hast, es dann aber schon wieder Dinge gibt, die nicht zusammenpassen und gerade die Aspekte, die dir eigentlich am besten gefallen haben, unweigerlich zerstört sind und du das Interesse dran verlierst.

      Ich musste mein Zeug auch schon mehrmals ordnen, auch wenn die Probleme, vor denen ich damals stand, eher anderer Natur waren. In solchen Fällen gehe ich normalerweise immer den Weg der Wissenschaft: Der einfachste Lösungsansatz ist meist der bessere.

      Jundurg schrieb:

      Das Zugvolk ist einerseits ästhetikversessen (und passt damit sehr gut nach Issoy, oder auch THS, DNP), andererseits aber auch immer mal wieder sinnlos brutal, und zudem mysteriös. Außerdem ist es Canon, dass sie zu einem gewissen Teil nichtmenschlich sind.
      Ich sehe nicht, was dagegensprechen sollte, dass sie sowohl brutal als auch ästhetisch veranlagt sind. Das einzige, was du genauer festlegen musst, ist, ob sie denn einer rein menschlichen Ästhetik zugetan sind oder ob diese sich nicht vielleicht doch eher an ihrer ausgelebten Brutalität orientiert.

      Was weiß ich, vielleicht finden sie ja die Optik eines Blutadlers absolut wunderschön, weil das Innere des Körpers so eine Art unerreichte Wonne in ihnen auslöst. Das wird auf andere Leute, die nicht ihrer eigenen Gruppe angehören, völlig monströs wirken (und das zurecht), was unmittelbar dazu führen wird, dass sie diese als absolut barbarisch abkanzeln, zumal die ja laut deinen Worten sowieso nicht menschlich sind.

      Dieses Zugvolk auf der anderen Seite könnte dann natürlich allen anderen im Umkehrschluss vorwerfen, dass sie selbst barbarisch sind, weil sie ihre innere Schönheit nicht nur verleugnen, sondern auch noch durch das Zurechtfeilen toter Steine oder das Verschmieren ausgequetschter Blüten, Früchte oder sonstwas ersetzen, was ja wohl die absolute Barbarei und Beleidigung am körperlichen Inneren überhaupt ist.

      Da gibt es so unglaublich viele Möglichkeiten, im Endeffekt ist das nur eine rein Definitionsfrage.

      Jundurg schrieb:

      Es ist außerdem so eine Asymmetrie. Englisch und Deutsch sind Fremdkörper, die anderen Sprachen einheimisch? Das gefällt mir eigentlich nicht.

      Das könnte man gegebenenfalls folgendermaßen lösen: Deutsch ist einfach nur die Übersetzung von Sprache X und Y aus deinen Welten. Englisch wird dann einfach genommen, sollte es dein Werk mal auf Englisch geben.
      So zumindest löse ich das mit Golvangar, zumal ich damit auch noch so einige andere Probleme umgehen will und es dadurch sehr viel einfacher wird.

      Jundurg schrieb:

      Das heißt, ich habe keine Regel, die z.B. verhindern würde, dass, sagen wir mal eine Invasion von Daleks, angeführt von Sauron in Issoy aufkreuzt. Es gibt keinerlei Settingschutz. Implizit schon, da ich vom Weltgefühl eigentlich viel geschlossener denke. Aber das ist halt trügerisch, und es gibt Stellen, wo ich das total aufbreche - das Zugvolk z.B. kommt von außen.
      Ich denke, hier müsstest du dir überlegen, ob diese Weltenwanderungen im großen Stil grundsätzlich immer möglich sind oder aber ob es sich hierbei um ein zeitlich begrenztes Phänomen handelte.

      Ich weiß praktisch nichts über dein Werk, aber so rein von deinem letzten Post aus könnte es zum Beispiel so abgelaufen sein:
      • Ursprünglich hing alles mal beisammen wie Pangea und zu dieser Zeit konnten sie alle noch wandern, wie sie lustig waren.
      • Aus irgendwelchen Gründen, die nicht weiter bekannt sind und die ein geneigter Leser auch nicht unbedingt wissen muss, drifteten die Welten alle auseinander. Während dieser Zeit gab es noch vereinzelte "Landbrücken", weshalb Wanderungen noch zeitweise möglich waren, danach aber nicht mehr.
      • Da durch das Auseinanderdriften unterschiedliche Anomalien auftraten, entwickelten sich diese einzelnen Fetzen alle unterschiedlich und mit ihren eigenen Eigenheiten, was dann auch dazu führen kann, dass es in manchen dieser Fetzen auch völlig absurd zugehen kann.
      • In diesem einen Fall mit Issoy und Thiios könnte es auch passiert sein, dass diese Fetzen aus irgendwelchen Gründen wieder aufeinandergeprallt sind, was die Bewohner dort gern rückgängig machen würden. Was weiß ich warum, vielleicht haben die Angst, dass die anderen ihnen die Parkplätze wegnehmen oder sonst irgendwas. Irgendwas wird es immer geben, weshalb sich Leute aufregen.
      • Sollte das mit diesen beiden Fetzen der Fall sein, musst du dir aber natürlich die Frage stellen, ob eine erneute Auftrennung überhaupt möglich ist und wenn ja, wie das dann aussehen muss.
      Dies ist keine Empfehlung, dass du es so machen musst oder solltest, sondern einfach nur ein Denkanstoß. Würde ich von jemandem spontan dazu gezwungen werden, ein Werk wie deines auf die Schnelle zu ordnen, ohne dabei allzu viel zu zerstören, dann wäre das jedenfalls die Art, wie ich das lösen würde.
      Ein paar Dinge müssten dabei natürlich trotzdem diverse Federn lassen, aber das ist in so einem Fall nicht zu vermeiden.
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      The less creative you feel, the harder it is to create.
      The harder it is to create, the easier it is to consume.
    • Danke für den Kommentar! Input von Leuten, die mich bzw. Issoy nicht schon länger kennen, ist gerade sehr erwünscht, weil es gewissermaßen eine etwas unvoreingenommenere/frischere Perspektive bringt.

      Eisenteddy schrieb:

      Bevor du deine Welten jetzt völlig auseinanderpflückst, würde ich mir an deiner Stelle erstmal Gedanken über das absolute Grundfundament machen, auf dem alles liegt.
      Ja! Genau. Das ist etwas, das ich im Hinterkopf habe. Ich wollte nur nicht direkt damit anfangen, weil ich durch erforschen von den Sachen, die mich schon lange stören, herausfinden kann, was es noch am Grundfundament gibt, das mir selbst vllt gar nicht so bewusst ist.

      Was ich momentan im Kopf habe als Kern ist:
      - eine Welt, deren Bewohner*innen ästhetischen Fragen ein sehr viel höheres Gewicht geben
      - eine Welt, deren Bewohner*innen es in hohem Maße geschafft haben, Menschenrechte zu etablieren und es Armut nur in ganz extremen Ausnahmefällen gibt. Ich mag das Wort "Utopie" nicht, aber zumindest eine recht angenehme Welt zum darin Leben.

      Beiden Aspekten widersprechen viele Teile der Welt, die ich deswegen jetzt mal hinterfrage. Und ich suche eben noch, was für Kerngedanken es noch so geben könnte, die eigentlich schon da sind, aber ich noch nicht so beachtet habe.

      Eisenteddy schrieb:

      Ich sehe nicht, was dagegensprechen sollte, dass sie sowohl brutal als auch ästhetisch veranlagt sind. Das einzige, was du genauer festlegen musst, ist, ob sie denn einer rein menschlichen Ästhetik zugetan sind oder ob diese sich nicht vielleicht doch eher an ihrer ausgelebten Brutalität orientiert.
      Du hast recht, brutal und ästhetisch sind kein Widerspruch. Das gefällt mir auch recht gut, das von dieser Seite her zu betrachten.
      Der eigentliche Widerspruch entsteht halt bei den Menschenrechten. Die Lösung muss also im Grunde beinhalten, dass die Teilnahme an dieser Brutalität konsensuell ist, und nicht in (unkontrollierte) Gewalt ausartet.

      (Huh, damit rücke ich irgendwie der BDSM-Szene bzw. deren Prinzipien nahe. Unerwartet.)

      Ich bin mir nicht sicher, wie weit das funktioniert... aber der Gedanke, dass das ganze Leben bzw. der Krieg für die Mitglieder des Zugvolkes im Grunde ein riesiges Spiel ist, gefällt mir, und könnte sogar wirklich funktionieren.


      Eisenteddy schrieb:

      Das könnte man gegebenenfalls folgendermaßen lösen: Deutsch ist einfach nur die Übersetzung von Sprache X und Y aus deinen Welten. Englisch wird dann einfach genommen, sollte es dein Werk mal auf Englisch geben.
      So zumindest löse ich das mit Golvangar, zumal ich damit auch noch so einige andere Probleme umgehen will und es dadurch sehr viel einfacher wird.
      Die Lösung mache ich bei meinen anderen Welten. :) Funktioniert auch wunderbar. Bei Issoy gibt es explizit Deutsch und Englisch in-world. Ich bin nicht 100% zufrieden damit, aber ich bastle zum Beispiel auch neue Dialekte, und hab Spaß damit, gerade mit der deutschen Sprache zu spielen.

      Bisher hatte ich eine "die Sprachen wurden von Einwanderern mitgebracht" Lösung, und das erzeugt die Asymmetrie, dass die anderen Sprachen also native sind, und das stört mich. Eher sollte eine Gleichwertigkeit herrschen, das würde dann heißen, dass alle Sprachen eingewandert sind (oder sonstwie durch das gleiche Phänomen in der Welt angekommen)

      ~

      Der Denkanstoß zu einer Ur-Welt wie Pangea ist gut, aber funktioniert in meinem Fall glaub ich nicht... aber ich kann mir vielleicht ein paar Gedanken davon mitnehmen, weiß noch nicht genau wie.

      Den Gedanken eines wirklich alle Welten umfassenden Multiversums möchte ich nicht aufgeben. Alle Welten heißt, inklusive unserer Erde. Dafür habe ich auch ein passendes Modell, das dafür sorgt, dass es sozusagen eine Richtung gibt: Es ist sehr leicht, Ideen von erd-artigen Welten hinauszubringen, aber praktisch unmöglich, von außen hineinzukommen.

      Irgendetwas mit zwingenden Richtungen wäre vllt ganz passend. Es würde z.B. Sinn machen, dass es allgemein leichter ist, nach Issoy zu gelangen, als von dort wieder weg. Ich finde auch die Vorstellung schön, dass immer mal wieder Menschen von fremden Welten auf Issoy stranden und sich dann dort einleben müssen.

      Ah, mir fällt auf, dass ich einen weiteren Kerngedanken vergessen habe, die Dekadenz. Ich fand den Namen "Isso(y)" damals deswegen für die Welt passend, weil es eine Welt sein sollte, die im Wesentlichen von ihren Bewohnern nach deren Vorstellungen gemacht war, und ich deswegen überall sagen kann "das isso, weil die das eben so wollten". Davon bin ich weggekommen, aber will vllt wieder zurück dazu.

      Also:

      - eine Welt der Ästhetiker*innen
      - eine (weitgehend) gerechte und friedliche Welt
      - eine Welt der Dekadenz
      ;D

      Das schwierigste Problem ist jetzt tatsächlich die Vergangenheit der Welt. Die Zukunft (Thiios) habe ich ja mal abgetrennt. Ich müsste das auch mit der Vergangenheit tun, aber irgendwo muss die Welt ja auch herkommen, bzw. die erste Generation der Bewohner*innen.


      Ein "sie sind plötzlich dagewesen ohne Erinnerung" wäre mir einfach zu billig. Außerdem mag ich einige der Gründerfiguren, und die Überlegungen zu einem allgemeinen Paradigmenwechsel der sich durch die ganze Kultur zieht, den ich da schon gebastelt hatte. (Den ich allerdings wegen seiner Komplexität nicht geschafft habe, im Kopf zu behalten, was mich leicht irritiert.)

      Ich hab das Gefühl, ich brauche hier eine Idee, die zu meinen bisherigen sozusagen im rechten Winkel steht. Das wird schwierig, aber ich mag nicht aufgeben. :)
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      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Was ich momentan im Kopf habe als Kern ist:
      - eine Welt, deren Bewohner*innen ästhetischen Fragen ein sehr viel höheres Gewicht geben
      - eine Welt, deren Bewohner*innen es in hohem Maße geschafft haben, Menschenrechte zu etablieren und es Armut nur in ganz extremen Ausnahmefällen gibt. Ich mag das Wort "Utopie" nicht, aber zumindest eine recht angenehme Welt zum darin Leben.

      Beiden Aspekten widersprechen viele Teile der Welt, die ich deswegen jetzt mal hinterfrage.
      Hmmm.
      Ich bin durch die gegebenen Umstände ein recht zynischer Mensch geworden, weshalb ich gerade so meine Probleme damit habe, mir vorzustellen, warum das ein Problem ist. Meine Erfahrung als höchstens geduldeter Zaungast ist nämlich, dass es sich bei der Menschheit um einen in sich völlig unlogischen und absolut inkonsequent handelnden Clusterfuck handelt, bei dem alle Leute im selben Glashaus sitzen, sich anmaßen, alle anderen mit Steinen zu bewerfen und sich dann gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, sobald es angefangen hat, von allen Seiten aus zu ziehen und reinzuregnen.

      So wie ich das aber verstanden habe, scheinst du das aufbrechen zu wollen.

      Gibt es in dieser Welt eigentlich auch Leute, denen Ästhetik ein völliger Gräuel ist? Ich muss mir nämlich gerade vorstellen, wie urplötzlich eine ganze Horde Kyniker dort aufschlägt und sich durch all die Dekadenz und Ästhetikversessenheit persönlich beleidigt fühlt. Stell ich mir schon sehr lustig vor.
      Sollte es das nicht geben, frage ich mich aber, warum dann nur die "Richtigen" dort gelandet sind. Ich bezweifle jetzt mal ganz stark, dass das so beabsichtigt ist.

      Dann die Frage bezüglich Menschenrechte und damit auch Menschlichkeit. Wohin ich auch sehe, irgendwie hat jede Bevölkerungsgruppe in der Realität eine andere Vorstellung davon. Siehe die USA, die sich gern als der größte Menschenrechts- und Freiheitsversteher im gesamten Universum präsentieren, wo die Leute im Notfall aber lieber verrecken, statt 'nen Krankenwagen zu rufen, weil sie sich die 3.000 Dollar dafür nicht leisten können. Was von anderer Stelle dann dadurch relativiert wird, dass sie ja frei genug waren, um sich einfach einen besser bezahlten Job zu suchen und jetzt halt einfach selber schuld sind.
      Ganz schön zynisch.

      Was mich zu einer ganz anderen Frage führt: Gibt es bei dir eigentlich Geld?

      Jundurg schrieb:

      Das schwierigste Problem ist jetzt tatsächlich die Vergangenheit der Welt. Die Zukunft (Thiios) habe ich ja mal abgetrennt. Ich müsste das auch mit der Vergangenheit tun, aber irgendwo muss die Welt ja auch herkommen, bzw. die erste Generation der Bewohner*innen.

      Ein "sie sind plötzlich dagewesen ohne Erinnerung" wäre mir einfach zu billig.
      Muss auch nicht so sein. Erinnerungen können verblassen oder auch so weich werden, dass mit der Zeit einfach gewisse Dinge weggenommen oder auch aufgehübscht werden. Etwas derartiges funktioniert aber natürlich nur dann, wenn ein entsprechend langer Zeitabschnitt dazwischenliegt.

      Ich kann da jetzt nur davon sprechen, wie ich sowas löse: Ich habe für Golvangar eigentlich für absolut alles eine Erklärung, nichtsdestotrotz gibt es bestimmte Details, die ich einfach nicht offen auf den Tisch lege. Das hat zum einen den Grund, dass man etwas auch kaputterklären kann, so wie J.K. Rowling das allem Anschein nach macht (ich habe keinen einzigen Harry Potter-Teil gelesen geschweige denn gesehen, kriege aber durchaus das Drama mit). Zum anderen nimmt es den Geschöpfen in Golvangar auch ein wenig die Möglichkeit, eigene Ideen zu diesen offenen Fragen zu entwickeln und diese dann auch mit anderen zu teilen und zu diskutieren.
      Man mag nun natürlich sagen, dass das eigentlich eine blödsinnige Herangehensweise ist, da ich als Autor diese ganzen alternativen Ideen selbst in den Raum werfe, da ich allein die Kontrolle über diese Geschöpfe habe. Aber ich für meinen Teil finde es grundsätzlich schön, diese Option überhaupt zu haben.

      Wenn alles und jeder durch sämtliche Welten nur einer einzigen universellen Wahrheit folgt, die natürlich irgendwie jeder genau im Detail kennt, dann muss niemand mehr etwas hinterfragen, weder die Leser, noch deine Geschöpfe. Und das wiederum nimmt einem Werk ein wenig die Lebendigkeit, weil sie dadurch undynamischer wird und dadurch riskiert, in einem ewigen Status-Quo zu landen, in dem alles bereits fest in Stein gemeißelt ist und sich deshalb auch keiner mehr bewegen muss, um irgendwelchen Fragen auf den Grund zu gehen.

      Sollte irgendein Geschöpf in irgeneiner der golvangarischen Welten auf die Idee kommen, dass die eigene Welt eine Kugel ist, obwohl es sich in Wahrheit um eine Scheibenwelt handelt, dann werde ich dieses Geschöpf genau das glauben lassen und dem eventuell sogar noch ein paar Gleichgesinnte zustecken, egal wie krass die alle damit auf dem Holzweg sind.

      Was spricht also dagegen, dass es mehrere, verschiedene Vorstellungen davon gibt, wie dein Multiversum entstanden ist? Was davon dann richtig ist - wenn überhaupt - kannst du später immer noch entscheiden. Oder es auch einfach dabei belassen.
      Bei mir waren ab der Golvangar-Zeit alle "richtigen" Wahrheiten zuerst da und erst danach kamen die Alternativideen, aber ich sehe keinen triftigen Grund, warum das nicht auch andersrum gehen sollte.
      Die Zweitwelt basierte während ihrer bespielten Zeit auch auf mehreren Wahrheiten, von denen sich letztlich nur eine als die einzig richtige entpuppte.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Eisenteddy ()

    • Eisenteddy schrieb:

      Ich bin durch die gegebenen Umstände ein recht zynischer Mensch geworden
      Ja... ich auch. U.a. deswegen habe ich auch ein Problem mit "Utopie" als Bezeichnung oder Bastelziel. Ich will mir auch nicht anmaßen, überhaupt so etwas wie eine perfekte oder richtig gute Welt basteln zu können, da ich auch meine eigenen Vorurteile mitbringe und somit auch wieder einbauen würde. (Und ich habe den Eindruck, dass jeder Versuch einer Utopie einer Dystopie verdammt ähnlich sieht.)

      Aber angesichts des katastrophalen Zustands unserer Welt denke ich, dass es nicht so schwer sein sollte, etwas zu basteln, wo die Lebensqualität besser ist.

      Es gibt zwischen meinen beiden Hauptwelten auch so eine Art Vereinbarung, dass, was die eine Welt ausmacht, die andere nicht hat, und umgekehrt. Und Ngiana ist sehr erdähnlich und hat z.B. auch Atombombenabwürfe und sowas... deswegen soll Issoy da einen Gegenpol bilden und ausgesprochen friedlich im Vergleich. Das ist natürlich keine eiserne Regel, aber eine Richtlinie, die mir ganz brauchbar scheint.

      Eisenteddy schrieb:

      Gibt es in dieser Welt eigentlich auch Leute, denen Ästhetik ein völliger Gräuel ist? Ich muss mir nämlich gerade vorstellen, wie urplötzlich eine ganze Horde Kyniker dort aufschlägt und sich durch all die Dekadenz und Ästhetikversessenheit persönlich beleidigt fühlt. Stell ich mir schon sehr lustig vor.
      Sollte es das nicht geben, frage ich mich aber, warum dann nur die "Richtigen" dort gelandet sind. Ich bezweifle jetzt mal ganz stark, dass das so beabsichtigt ist.
      Jap, da hast du eine weitere Wunde gefunden, über die ich mir seit geraumer Zeit den Kopf zerbreche.

      Meine momentane Lösung ist eine Mischung aus zweien:
      - es gibt auch Leute, die keinen Bock auf Ästhetik haben, aber sie sind in der Minderzahl
      - ich lege es einfach mal so fest, dass die Menschen auf Issoy so ticken, quasi von Natur aus

      Das Zweite ist natürlich nichts weiter als ein Ignorieren des Problems. Aber hey, wenn andere Leute festlegen, dass es auf ihrer Welt Elben gibt, die sich so und so verhalten und anders als Menschen ticken, dann kann ich eigentlich genauso festlegen, dass die Menschen Issoys einfach etwas anders ticken. Macht Sinn, oder?

      Wenn ich etwas rauszoome, habe ich es einfach mit einer Ecke des Multiversums zu tun, in der die Menschen einfach mehr so ticken als anderswo... und ich denke, dass es eh Unterschiede geben wird, und ein Teil davon auch ne ganz bewusst etablierte Kultur ist, die viele nicht hinterfragen, weil sie darin aufwachsen. (Es gibt z.B. zentrale Schulfächer, bei denen der Ästhetiksinn trainiert werden soll, und das ist einfach so normal, wie für uns halt Physik oder Biologie. Find ich jetzt nicht so arg abwegig...)

      Und es ist eh nicht alles Ästhetik; Wissenschaft, Philosophie und Sport gibt's auch. Und Brutalität kann es ja auch geben, aber eben mit einer eigenen weltspezifischen Färbung.

      Eisenteddy schrieb:

      Was mich zu einer ganz anderen Frage führt: Gibt es bei dir eigentlich Geld?
      Ich würd's eigentlich gerne hinkriegen, tatsächlich die Gesellschaft ohne Geld zu basteln; ich weiß nur nicht, wie weit ich das schaffe. Nur weil es kein Geld gibt, heißt das ja nicht, dass es keinen Besitz gibt, und sobald es den gibt, kommt durch Hintertürchen wieder etwas durch, das als Geldersatz herhält. Aber ich möchte das System zumindest deutlich weniger kapitalistisch haben als unsere Welt. (Was wiederum eigentlich eine niedrige Latte ist.)

      Eisenteddy schrieb:

      Muss auch nicht so sein. Erinnerungen können verblassen oder auch so weich werden, dass mit der Zeit einfach gewisse Dinge weggenommen oder auch aufgehübscht werden. Etwas derartiges funktioniert aber natürlich nur dann, wenn ein entsprechend langer Zeitabschnitt dazwischenliegt.
      Stimmt. Erinnerung verblasst viel schneller, als Leute denken. Ich bin immer mal wieder überrascht, wenn mir jemand erzählt, was ich selber früher mal geschrieben habe.^^

      Ein graduelles Vergessen klingt nach einer guten Lösung. Es kann vielfach auch ein "Ich will das vergessen und hinter mir lassen" sein - wenn Leute aus anderen Welten kommen, die viel brutaler sind. Beeinflusst natürlich trotzdem das Denken, aber wenn es genügend Outlets gibt, negative Erfahrungen gründlich zu verarbeiten, vererbt es sich vllt nicht so sehr, dass spätere Generationen dann wirklich nicht mehr darüber nachdenken müssen.

      (In unserer Welt ist es ja sehr wichtig, dass die Greuel der Vergangenheit nicht vergessen werden - aber das deswegen, weil die üblen Ideen ja noch da sind, und vieles tief in Leuten drinsteckt, ohne dass es ihnen bewusst ist.) (Möchte hier im Thread aber keine Politikdiskussion, also bitte den Absatz einfach nur als Erklärung für den Gedanken oben verstehen.)

      Eisenteddy schrieb:

      Ich kann da jetzt nur davon sprechen, wie ich sowas löse: Ich habe für Golvangar eigentlich für absolut alles eine Erklärung, nichtsdestotrotz gibt es bestimmte Details, die ich einfach nicht offen auf den Tisch lege. Das hat zum einen den Grund, dass man etwas auch kaputterklären kann
      Da mache ich mir ehrlich gesagt überhaupt keine Sorgen.^^ Ich habe keine Scheu, alles was ich so überlegt habe, auch offen zu legen - was unter anderem daran liegt, dass da oft eh kaum noch jemand durchsteigt, auch ich selber ein Monat später nicht mehr. ;)

      Meine "Ich will erklären, was die Welt im innersten zusammenhält"-Obsession, die mich einige Jahre dazu gebracht hat, immer tiefer in meine Magietheorie einzusteigen, bis ich schließlich bei Mereologie gelandet bin, will ich aber zurückhalten. Das ist irgendwann einfach zuviel geworden und hat mir das Basteln von alltäglicher Magie vermiest.

      Deswegen ähnlich wie du es glaub ich auch gerade beschrieben hast: Ich bastle manche Dinge dann lieber so, wie sie sind, und erlaube meinen Weltenbewohnern, auch mal zu sagen: "Das funktioniert, aber wie zur Hölle, alle unserer Theorien können das einfach nicht erklären!"
      Und mehrere konkurrierende Theorien zu basteln, macht vielleicht eh mehr Spaß.

      Und wie das Multiversum entstanden ist, das ist sowieso unbeantwortbar. :)

      Eisenteddy schrieb:

      Sollte irgendein Geschöpf in irgeneiner der golvangarischen Welten auf die Idee kommen, dass die eigene Welt eine Kugel ist, obwohl es sich in Wahrheit um eine Scheibenwelt handelt, dann werde ich dieses Geschöpf genau das glauben lassen und dem eventuell sogar noch ein paar Gleichgesinnte zustecken, egal wie krass die alle damit auf dem Holzweg sind.
      Erinnert mich an Pratchetts Scheibenwelt, da gibt (oder gab?) es auch eine Religion, die eine Kugelform postuliert hat. ;D
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Jundurg schrieb:

      Das Zweite ist natürlich nichts weiter als ein Ignorieren des Problems. Aber hey, wenn andere Leute festlegen, dass es auf ihrer Welt Elben gibt, die sich so und so verhalten und anders als Menschen ticken, dann kann ich eigentlich genauso festlegen, dass die Menschen Issoys einfach etwas anders ticken. Macht Sinn, oder?
      Das ist so korrekt. Wenn du aber sowieso schon so viele Schritte in diese Richtung machst, könntest du natürlich auch noch einen weiter gehen: Indem du einfach festlegst, dass in diesem Fall die Welt ihre Bewohner ändert, nicht andersrum.

      Ich bin selber eigentlich mehr der realistische Typ und kann daher nicht abschätzen, inwieweit das brauchbar oder komfortabel ist. Steine dagegenschmeißen kann ich aber auch nicht, weil ich so etwas ähnliches dazu verwendet habe, um ab der Golvangar-Zeit meinen Überhang an Völkern zu entschlacken. Die sind mit der Zeit einfach ineinander verschmolzen, weil das für mich die elegantere Lösung war als einfach nur zu sagen: "So, die sind jetzt halt alle tot, weil ich das so sage".

      Im Endeffekt läuft sowieso jeder Bastelprozess auf "Hab ich halt so entschieden" hinaus, selbst dann, wenn jemand praktisch eine Erde 2.0 bastelt. Da hätte ja auch was anderes entschieden werden können. Genauso ist mir bislang auch noch keiner begegnet, der hieb- und stichfest und vor allem ohne jegliche Vermutungen belegen konnte, warum sich das Universum eigentlich für das Atommodell entschieden hat.
      Wenn man da ein bisschen um die Ecke denkt, kann man das in diesem Fall genauso mit "Is' halt so" begründen. Ich sehe da also kein großartiges Problem. Am Ende ist sowieso nur die innere Weltenlogik wichtig, damit alles zusammenpasst und diese Zusammenhänge vor allem auch erkennbar sind, sonst nichts.

      (Bei Politikthemen musst du dir in meinem Fall übrigens keine Sorgen machen. Aus sowas halte ich mich für gewöhnlich heraus, gerade weil immer mehr Leute die politische Landschaft anscheinend mit Fußballvereinen verwechseln. Da will ich nicht mitmachen)
      The more you consume, the less creative you feel.
      The less creative you feel, the harder it is to create.
      The harder it is to create, the easier it is to consume.
    • Eisenteddy schrieb:

      Wenn du aber sowieso schon so viele Schritte in diese Richtung machst, könntest du natürlich auch noch einen weiter gehen: Indem du einfach festlegst, dass in diesem Fall die Welt ihre Bewohner ändert, nicht andersrum.
      Hm, das wirkt mir etwas zu stark. Da ist mir gar keine Erklärung glaub ich lieber, das klingt nämlich so vllt eher nach einer Verschwörungstheorie, in meinen Augen.

      Eisenteddy schrieb:

      Im Endeffekt läuft sowieso jeder Bastelprozess auf "Hab ich halt so entschieden" hinaus, selbst dann, wenn jemand praktisch eine Erde 2.0 bastelt. Da hätte ja auch was anderes entschieden werden können. Genauso ist mir bislang auch noch keiner begegnet, der hieb- und stichfest und vor allem ohne jegliche Vermutungen belegen konnte, warum sich das Universum eigentlich für das Atommodell entschieden hat.
      Jep. In eine ähnliche Richtung geht der Spruch in meiner Signatur: Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. Wenn meine Magietheorie so komplex ist, dass sie niemand mehr versteht, kann ich auch gleich sagen, ich erklär das gar nicht erst. Den Fehler, endlos lange nach einem System zu suchen, das mir sagt, was geht und was nicht, möchte ich nicht mehr machen - ich glaube, ich will lieber Spaß daran haben zu basteln, was Leute in der Welt so als Erklärungen vorschlagen. :)

      ~
      ~ hab heute mit einem Freund über die Möglichkeit eines Hyperboloids als Weltform geplaudert - dann stünden sich "Nordpol" und "Südpol" gegenüber, und es gibt eine Raumkrümmung, die dafür sorgt, dass, wer lange genug nach Süden/Norden geht, vllt auch unendlich lange, irgendwann wieder am anderen Ende ankommt.
      Keine ernsthafte Überlegung, to be honest. ;) Aber das Paraboloid als Weltform wackelt tatsächlich - einfach weil es keinen guten Grund gibt, es zu behalten, außer dass es halt cool ist. Aber nur weil etwas cool ist, muss es noch nicht zu einer bestimmten Welt passen.

      Ein Problem, dass durch eine Scheidung von Issoy und Thiios auftaucht, ist, dass natürlich beide Anspruch auf das Themengebiet Literatur erheben, bzw. es halt Überschneidungen gibt. Ich kann schlecht eine Welt wie Issoy basteln, wo so viel um Ästhetik geht, ohne Literatur und Poesie mitzudenken. Aber das ist natürlich die Kerndomäne von Thiios. Vielleicht fällt mir irgendetwas ein - ansonsten kehre ich das Problem unter den Teppich, weil ich fürchte, die Überschneidung wird es immer geben. Aber es ist zumindest schon mal gut, sie nicht in einer Zeitlinie zu haben.

      Ein Kernaspekt von Issoy, den im Moment keine andere Welt hat: Slice of Life und Alltagsdinge. Was in der visinnischen Küche so gekocht wird, welche Beeren im Wald wachsen. Und das Leben aus der Perspektive sowohl eines durchschnittlichen, als auch eines ungewöhnlichen Menschens. Und bei letzterem dann das Themenfeld der Psychologie, das ich glaube ich auch bei anderen Welten ausklammere.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Es geht langsam wirklich was weiter. :) :D

      Die Suche nach einem neuen Weltennamen wird erst einmal offen angelegt: Verschiedene Sprachen haben verschiedene Namen, verschiedene Konzepte heißen anders, usw. - auf einer Metaebene sage ich: Der Wettbewerb ist eröffnet, alle Inworldfraktionen dürfen ihre Vorschläge einreichen, möge der Beste gewinnen.^^

      Sprachen - da ich gerade mich etwas mit Vietnamesisch zu beschäftigen begonnen habe, fällt mir auf, dass meine frühesten Bastelansätze da durchaus noch davon beeinflusst waren. (Hab Vietnamesisch in der Familie.) So ist das "oy" in Issoy ja mit Ton nach oben auszusprechen, und einige Vokale haben sich immer mal wieder eingeschlichen. Das "u" ist ja notorisch schwer festzumachen und wird immer mal wieder anders ausgesprochen bei mir.^^

      Was es auf jeden Fall nicht mehr geben soll, ist die "Weltsprache" "Issoyanisch". Die Bezeichnung hat mich schon immer gestört. Ich werde die Spracheigenschaften aufteilen. Chalanisch wird die tonalen Aspekte behalten, und der Rest geht an Yaturienisch.

      Und hier möchte ich das Konzept der Sprachstammbäume für diese Welt außer Kraft setzen, Issoy darf einfach mal eigene Wege gehen. D.h. wie eng was verwandt ist, werde ich mal nicht festlegen. Mit Chalanisch und MocYeng habe ich zwei tonale Sprachen, damit verwandt sind Yaturienisch und Moigizenisch respektive (beide nicht tonal, erstere vllt indoeuropean-style) Genauso gibt es Deutsch und Englisch, eine vage Ahnung davon, was Latein oder Griechisch sein könnte (wegen den Fremdworten in Deutsch und Englisch), möglicherweise gibt es andere Sprachen die irgendwie irdische Sprachfetzen in sich tragen, aber auch andere. Ich erlaube mir, dass das einfach mal nicht Sinn machen muss, weil Sprachen dieser Welt einfach weird sind oder so. Wenn ich Lust darauf habe, Sprachstammbäume konsistent zu basteln, geh ich zu einer anderen Welt. ;)

      Chalanisch hat als Weltnamensvorschlag schon IssXyoiy oder Xyoiy-Si gebracht o_0 und Yaturienisch als Gegenvorschläge Atampù, Atam Ilōkar, Atam ar Ilok, Issom, ...
      ( = Anfangzwei, Anfang des Weges, Anfang des Weges, Gründung)

      Kern versus Schale

      Das Konzept gabs eigentlich schon lange, aber ich bin draufgekommen, dass ich damit viel mehr machen kann. Eine Kernwelt, die sehr stabil und fest steht, und ganz viele Schalen darum herum, die aus Bruchstücken bestehen, Träume sind da auch irgendwo angesiedelt, bzw. aus den Träumen der Kernweltbewohner*innen entstehen in den Schalen neue flüchtige Weltfetzen.

      Der (neue) springende Punkt ist, dass zwischen Kernwelt und Schalen Distanz besteht. Und da kommt das Zugvolk zum Tragen: Um von der Kernwelt [Issoy] auf die nächsthöhere Schale zu kommen, braucht es eine wochenlange Zugfahrt. Ich stelle mir vor, wie sich so ein Zug langsam und schwerfällig erst nach oben schraubt.
      Und die nächstgelegene Schale beinhaltet dann die Kleinwelt Silraw, und sonst wohl erstmal nichts. Von dort weiter nach oben sind es wieder wochenlange Zugfahrten. Ich möchte einfach, dass es wirklich schwer ist, zu einer Kernwelt vorzudringen, und dieser Umstand auch einfach durch Langsamkeit ausgedrückt wird, und vllt auch noch durch Risiko. (Ohne das Zugvolk zu versuchen, nach unten zur Kernwelt zu kommen, geht fast immer schief. Es besteht eine Art Abstoßung: Wer also ungeschickt versucht, nach unten zu kommen, landet eher weiter oben in irgendwelchen Träumen.)

      Ich will bildhafter basteln. Also erst einmal reicht mir die Vorstellung von wochenlangen Zugfahrten, um irgendwohin zu gelangen. Dadurch will ich die Welt stärker vom Rest des Multiversums trennen, obwohl ich die Anbindung lasse.

      Was immer mich auf der Kernwelt stört, wird vermutlich in höhere Schalen ausgegliedert, mehr oder weniger unerreichbar weit, je nachdem, wie gut es dazupasst.

      Ausgespuckte Welten

      Hin und wieder kommt es in den Schalen einer Welt zu Turbulenzen, ganz besonders bei einer Welt, in der ständig mit Magie herumexperimentiert wird... und so gibt es immer mal wieder Eruptionen. Bei einer solchen wurde eine mehr oder weniger zufällige Ansammlung von Ideen/Personen/Orten hinausgeschleudert - und daraus wurde dann die Kleinwelt Thiios. Sie besteht zunächst aus einer Kopie eines kleinen Stückchens Land der Kernwelt, einer Ansammlung von Personen, die darin wohnen (die aber eher Kopien sind, quasi den Träumen und mentalen Vorstellungen der Kernwelt entsprungen) und eben losen Ideen, wie Literatur, Sprachen, Konzepten (z.B. auch eine patriarchalere Gesellschaft als sie die Kernwelt hat), und vieles mehr.

      Die Thiioer dürfen sich durchaus bewusst sein, dass sie aus einer Schaleneruption stammen, und somit ihre erste Generation Menschen etwas Unwirkliches an sich hatte (das sich aber schnell legte). Aber seit der Trennung geht es rapide auseinander. Thiios sitzt nicht mehr in der Schale von Issoy, sondern wurde richtig weit ins metaphorische All hinausgeschleudert.

      Solche Eruptionen gibt es öfter, allerdings bleiben die meisten so entstandenen Kleinwelten "im Orbit" - so z.B. eben auch Kopien mancher Städte, die in einer niedrigen Schale eine eigenständige Existenz haben. Die Kleinwelt Silraw ist wesentlich bunter als die Stadt Silraw unten auf der Kernwelt.

      Wenn ich so überlege, dann ist das mit den Distanzen nochmal anders: Um von der Kernwelt in die nächsthöhere Schale zu kommen, dauert es eine Woche, in die andere Richtung aber mehrere Monate? :kopfkratz: Oder umgekehrt? :hmm: Oder es wechselt unvorhersehbar?

      Zu beachten ist, dass die Züge quasi eigene Welten sind, die halt unten andocken. Ob es einen prinzipiellen Unterschied zwischen den Zügen der Außenweltbahn und denen, die ganz normal in der Welt herumfahren, gibt, weiß ich aber nicht.

      Das Prinzip Distanz wird aber noch weiter getragen; ich möchte die Kernwelt deutlich größer machen, so dass das deutschsprachige Gebiet nicht die Hälfte eines Kontinents einnimmt, sondern eher eine besiedelte Insel darstellt in einer riesigen, größteils fast unbewohnten Welt. Damit würde sich am Netzplan nicht so viel ändern, aber alles rückt viel weiter auseinander, und auch innerhalb der Welt gibt es mehr lange Zugfahrten. Trotzdem sind die Züge sehr effizient: Es kann länger dauern, von einem Stadtteil zum anderen zu kommen, als mit einem Schnellzug in ein anderes Land, das richtig weit weg liegt. Dadurch entsteht eine seltsame Art der Geographie, in der Distanzen innerhalb eines Landes ganz anders erlebt werden als die weltweiten.

      Dadurch kann ich das Gefühl einer globalisierten Welt haben, deren Einzelteile aber auch sehr rural sein können. Von einem Kaff wie Weißersgrahm oder Schwägum aus fühlt sich alles weit weg an, weil die Regionalzüge endlos dahintrödeln. Aber in einer großen Stadt kann eine Person sich als Weltbürger*in fühlen und ist im Nu überall.^^

      Die Magie wird sowohl geschwächt als auch gestärkt: In der Kernwelt ist Magie kaum möglich ohne technische Hilfsmittel (die es aber überall gibt), in den oberen Schalen sind Naturgesetze eher so grobe Richtlinien und alles geht bunt durcheinander.

      Dazwischen gibt es noch andere Szenarien - ich will bildhaft basteln, also:

      - ein Zug mit Waggons, in denen alles schwarzweiß ist, außer die dort lebenden grünen Katzen
      - ganze Gebirgszüge, die nicht natürlich entstanden sind, sondern aus Gebäuden bestehen
      - Praktische Alltagsmagie, die es erlaubt, ein paar Zentimeter über dem Boden zu schweben, was im Endeffekt so aussieht wie Touristen auf Segways.^^
      - Sportplätze in denen geflogen werden kann, was anderswo nicht geht
      - Luftverkehrsrouten, die einfach als durchsichtig-bunter Strich im Himmel hängen, auf denen theoretisch auch zu Fuß spaziert werden kann?

      Die Welt soll groß genug sein, um in Ländern (mit großem Abstand) unterschiedliche Lebensstile oder Landschaften zu beinhalten. D.h. Visinnur bleibt wie es ist, bürgerlich-spießig, deutsch, rural, mit nur weniger auffälliger Magie. Dafür können andere Gegenden eben abgespaced und weird sein. Vllt. Da geht es aber ums Aussehen! Ich will trotz allem eine komprimiertere Welt, deren Ideen mehr zueinander passen. :zeter:
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • So, ich will wieder ein bisschen weiterdenken...

      Was Distanzen angeht, bin ich immer noch unsicher... gerade habe ich ein Bedürfnis nach großen Zeiten und Räumen. Vielleicht dauert es also nicht eine Woche, um zur Kleinwelt Silraw zu kommen, sondern mehrere Wochen oder sogar noch länger. Die Frage ist, wie zentral Silraw ist - denn eigentlich stelle ich mir da schon eine Welt vor, die bunt und umtriebig ist, und nicht eine Haltestelle am Rand des Universums, letzter Halt vor einer endlosen Fahrt durchs nichts...

      Aber Silraw liegt ja nicht einfach nur in Schalenhöhe, sondern eigentlich auch in der Schale, d.h. es wird wohl auch von allerlei seltsamen Gestalten aus der Traumwelt bewohnt. Für die ist es dann aber wohl nicht möglich, in die Kernwelt zu fahren. (Warum? Offene Frage.)

      Ob das Zugvolk so eine Art Wächterfunktion für die Metaebenen ausüben sollte? Fühlt sich ein wenig zu mächtig an. Vielleicht sind sie es, aber auf eine extrem unauffällige Weise, so ganz im Hintergrund. Ob manche der absurden Marotten der Schaffner*innen insgeheim dem Zweck dienen, dass die Welten getrennt bleiben?

      Naja. Es bleibt natürlich auch noch die Möglichkeit, dass Silraw nicht der nächstgelegene Bahnhof ist, sondern schon deutlich weiter weg. Dann ist die Frage: Was ist dazwischen? Wenn die Zugstrecke durch die Schalen führt, dann kann da alles mögliche sein.

      ~

      Überlegung zur Weltform: Wenn Paraboloid, dann muss es dafür nach meinem Empfinden einen Grund geben. Möglichkeit dazu: Es gibt eine Person, die das Paraboloid selbst als Weltform designt hat. Eine Art "verrückte Erfinder*in", die ganz gewagte magietheoretische Experimente gemacht hat. Und die für sich alleine nicht die Fähigkeit hatte, eine Welt zu erschaffen, aber eben einen kleinen Baustein geliefert hat dazu.

      Das wirft die Frage auf: Was braucht es eigentlich, um eine neue Welt zu begründen? Früher dachte ich, es benötigt eine kritische Masse an Personen, damit sich Stabilität ausbildet. Aber das gefällt mir gerade nicht so. Vielleicht ist es ganz etwas anderes? Zusammenspiel von glücklichen Umständen und den richtigen Leuten zur richtigen Zeit? Oder reicht raw power, haben sich die Begründer*innen einfach eine ungeheuer mächtige Entität zur Hilfe geholt? Oder wurden von dieser beauftragt?

      Zumindest bei einer der Gründerinnen, Orange/Oranni, weiß ich, dass sie einige Leute kennt, die absurd mächtig sind. Jemand wie Lady Elala könnte in der Lage sein, eine Welt erschaffen können. Hmmm.

      Denkbar wäre natürlich auch eine Art Naturphänomen: Manchmal entstehen Welten, und die Leute, die dann grade in der Nähe sind, können sie formen.

      Und auch ne Art Invasionsidee - also es gab schon eine Welt, aber sie wurde erobert und dabei komplett umgestaltet. Das widerspricht allerdings dem pazifistischen Charakter der Gründer*innen.

      Weniger brutal: Es ist eine Ruine einer älteren Welt, von der nur noch ein paar Bruchstücke übrig waren. Das würde aber wieder bedeuten, mir quasi eine mysteriöse Backstory einzufangen, die mich potentiell eher nervt. Vielleicht ein Weltkern, der leer stand, und verkauft wurde? Oder jemand hat ne Erbschaft gemacht?
      Der einzige lebende Verwandte, der Großneffe fünften Grades eines uralten Gottes, der nach zehntausend Jahren gestorben ist, erbt eine brandneue Welt? ;D

      Das Wort "Weltkern" gefällt mir. Seltsam, wie "Kernwelt" umgedreht plötzlich wieder ein anderes brauchbares Konzept ergibt. Also: Ein Weltkern ist quasi nur die Grundsubstanz einer Welt, ohne wirkliche Form. Einfach nur ein Potential, wo etwas hingebaut werden kann.

      Hmmm. Nein, ich muss das noch umdenken, so gut ist der Begriff nicht. Eine Welt ohne Form ist für mich ein Widerspruch. Es muss also schon etwas da sein, aber was? Vorinstallierte physikalische Gesetze auf einer ansonsten leeren Festplatte? o_0

      Wie viele Welten gibt es in der Nähe? Bei Deep Night ist es ja etabliert, dass alle möglichen anderen Welten, Planeten und mehr, einfach so existieren und bekannt sind. Bei Issoy möchte ich eine stärkere Geschlossenheit, aber ... natürlich kann das nicht für die erste Generation gelten, die hat ja Herkünfte.

      ~

      Habe ich eine harte Trennung zwischen Bewohner*innen höherer Schalen (d.h. Träume) und des Kerns? Mir scheint schon, dass es da etwas geben muss. Das ist ein altes Problem. :meh: Daran habe ich mir schon öfter mal die Zähne ausgebissen. Selbst in der letzten Version, mit den "roten Zonen", hatte ich das immer noch - was hält Alptraummonster davon ab, einfach so in die Welt rüberzuspazieren?

      Was das Magiesystem angeht, möchte ich mich ein klein wenig an Tales of MU anlehnen, das seinerseits von D&D abstammt - aber ich fand es relativ elegant, weil es AE sozusagen gelingt, an der richtigen Stelle mit den Fragen aufzuhören, und das, obwohl der Hauptcharakter ein Magietheorie-Nerd ist. "Trägheitsgesetz? Gibt es nicht, Dinge bewegen sich einfach so, wie es aus dem Alltag bekannt ist, ist doch albern, da sowas wie Trägheit zu postulieren!" ;D

      Also ... vielleicht muss ich das auch mal auf Träume anwenden. Dinge aus der Traumwelt können nicht in die feste Welt hinüberwechseln. Ist doch klar, weiß doch jedes Kind!^^

      ~

      Einer der Grundgedanken meiner Welterneuerung ist, dass ich alles wegtun will, bei dem es keine Ich/Du/Wir-Perspektive gibt. D.h. wo ich mir nicht vorstellen kann, entweder das selbst zu sein, dazu zu gehören oder damit persönlich zu interagieren.

      Das betrifft z.B. das Zugvolk, bei dem ich daher einfach mehr und liebevoller basteln muss. Und einige Weltgegenden haben immer so ein "die anderen" Gefühl, das möchte ich beheben, wenn es geht.

      Die chalanische Schlammwüste ist z.B. auch so ein Gebiet. Es liegt im Herzen der Welt (bisher) aber ich habe außer zu deren Kultur nie viel gebastelt, und da habe ich mich quasi auf die Hauptstadt beschränkt, die ja gerade nicht in der Schlammwüste liegt.

      Aber wie sieht die Schlammwüste überhaupt aus? Was macht sie aus? Wie riecht sie, wie ist es, dort zu stehen? So möchte ich da herangehen...

      Wenn ich ein Paraboloid habe mit einem eisigen Nordpol und einem ausgedehnten Rand: Dann will ich auch den Rand aus einer Ich/Du/Wir-Perspektive sehen können und nicht nur als ein exotisches "Here be Dragons". Es muss möglich sein, mir vorzustellen, wie es dort ist, zu leben, dort herzukommen oder zumindest Menschen von dort zu kennen.

      ... tja, das sind so Rahmenbedingungen, die ich gerade finde, hm. :)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)