[Historia Angusta] Einleitung und Allgemeines

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    • [Historia Angusta] Einleitung und Allgemeines

      Es brennt mir schon lange unter den
      Nägeln, jetzt, wo ich (hoffentlich?) die 10-Posting-Regel erfüllt
      habe, muss es mal heraus. In diesem Forum, wo es ums Basteln neuer
      Welten gehen soll, herrscht erschreckende Unwissenheit über die
      Beschaffenheit unserer eigenen Welt! Ich betrachte es als meine
      Aufgabe, euch von dieser Unwissenheit wenigstens teilweise zu
      erlösen.





      Die meisten von euch glauben
      wahrscheinlich, dass es in unserer Welt keine Magie gibt. So habt ihr
      es in der Schule gelernt, und euer magieloser Alltag bestärkt euch
      in dieser Überzeugung. Erzählungen über magische Geschöpfe und
      magisch begabte Menschen verweist ihr ins Reich der Phantasie. Wenn
      es diese Geschöpfe und diese Menschen gäbe, dann müsste die
      Wissenschaft sie doch längst aufgespürt haben! Da dies nicht
      eingetreten ist, können sie nicht existieren.





      Soweit die allgemein anerkannte, breit
      überlieferte Geschichte unserer Welt, die Historia Ampla. Lasst mich
      nun eine andere Geschichte erzählen, eine, die nur auf geheimen
      Umwegen und auf schmalen Pfaden überliefert worden ist: das ist die
      Historia Angusta.





      Die Magie ist nicht nur ein Teil der
      Welt, sondern man kann sie mit Fug und Recht als die Basis
      bezeichnen, auf der unsere ganze Welt aufgebaut ist. Wir heutige
      Menschen haben keinen direkten Zugang zur Magie; mithilfe technischer
      Apparate können wir in ganz eingeschränktem Maß auf ein paar
      blasse Teilaspekte der Magie zugreifen - zum Beispiel auf die
      Elektrizität.


      Es gibt und gab aber Lebewesen, die die magischen
      Kräfte der Welt direkt anzapfen können. Bis vor rund dreißigtausend
      Jahren gehörte auch der Mensch dazu. Dann kam es zu einem Ereignis,
      bei dem die magisch begabten Menschen fast völlig ausgestorben sind
      - aber das ist eine andere Geschichte. Ein paar von diesen Leuten
      haben bis heute überlebt. Sie nennen sich Burkane (Einzahl: der
      Burkan / die Burkanin, Betonung auf dem "a") und leben in
      aller Welt verstreut, hauptsächlich in Europa, Afrika und
      Nordamerika.





      Die Burkane haben sich von der
      nichtmagischen Mehrheitsbevölkerung - die sie Troben nennen
      (Einzahl: der Trobus / die Troba, Betonung auf dem "o") -
      fast völlig abgekapselt. Sie leben meist in magisch gesicherten
      Zonen, unbehelligt von den Troben, und haben sich in eigenen
      Burkanenstaaten organisiert.


      Ach ja, um nicht den Zorn der
      internationalen Burkanenorganisation SBON (Societas Burcanorum Omnium
      Nationum) auf mich zu lenken, die für die Geheimhaltung der Burkanengesellschaft verantwortlich ist, muss ich folgendes hinzufügen:



      "Die hier aufgestellten Behauptungen sind frei erfunden und entbehren jeglicher sachlicher Grundlage. Selbstverständlich gibt es in Wirklichkeit keine Magie, keine verborgene Parallelgesellschaft und keine nichmenschlichen magischen Wesen irgendwelcher Art."








      Das ist der offizielle Anti-Troben-Disclaimer der SBON von 1966, der damals auch von den
      Vertretern der Zwerge gutgeheißen wurde. Er muss seither jeder Publikation über die Historia Angusta beigegeben werden, die möglicherweise in die Hände von Troben fallen könnte. Ich hoffe, dass meine
      Ausführungen damit legalisiert sind.
    • Also gut, ich tue dann so, als wäre alles, was du hier geschrieben hast, erdacht :D

      Du hast mein Interesse geweckt, also folgen ein paar Fragen. :)

      Ich finde die Idee von Strom als ein Aspekt der Magie interessant. Hast du auch andere Aspekte der Magie gebastelt?

      Was mir auch wirklich sehr auffällt ist Latein. Gibt es denn einen Grund dafür, dass die Burkanen sich dieser Sprache so stark bedienen außer der langen Geschichte als die "Sprache der Gelehrten"?

      Und schlussendlich noch die Frage: Wer sind Zwerge in Historia Angusta?
      Schwieriges dauert seine Zeit;
      Unmögliches dauert einfach nur etwas länger.

      - Fridtjof Nansen
    • Guten Nachmittag Loghaire,

      Neues im Welten-Thread ---> gleich mal reinschauen, und da fesselte es mich sofort :D Interessante Vorstellung für eine Welt in jedem Fall, macht neugierig auf mehr und was ich (persönlich) besonders gut finde, ist die Verschmelzung mit der unseren Welt bzw. die Überschneidung. Bin gespannt, was noch kommt.

      Um mal ein bisschen zu fragen: Die Burkane interessieren mich. Sehen sie aus wie Menschen? Kann es sein, dass es Menschen gibt, die Burkane sind und es nur nicht wissen?
    • Als offensichtlicher Trobe muss ich dann natürlich die Frage stellen:

      Elektrizität ist doch ein ganz normales physikalisches Phänomen, was soll daran magisch sein?


      Aber generell: Informationen über diese Parallelwelt auf unserer Erde sind in den letzten Jahren sehr oft in die Öffentlichkeit gerutscht (z.B. Harry Potter). Wieviel davon ist wahr? (oder anders: was unterscheidet deine Welt von den anderen Welten dieser Art?)
      Selbst wenn man sagt dass man außerhalb von Schubladen denkt, bestimmen immer noch die Schubladen das Denken. Erst wenn man sich bewusst ist dass die Schublade selbst nicht existiert kann man wirklich Neues erfinden

      INDEX DER THREADS ZU LHANND
    • Danke für eure Rückmeldungen. Ich versuche mal, auf alle Fragen einzugehen:

      Gerion schrieb:

      Elektrizität ist doch ein ganz normales physikalisches Phänomen, was soll daran magisch sein?

      Loghaire schrieb:

      Ich finde die Idee von Strom als ein Aspekt der Magie interessant. Hast du auch andere Aspekte der Magie gebastelt?



      Elektromagnetismus ist eine von vielen verschiedenen Unterarten der sogenannten Luft- oder Feuermagie. Die Feuermagie ist das übergreifende Prinzip für alle Vorgänge, die in Raum und Zeit ablaufen. In diesem Sinne gibt es überhaupt keine "nichtmagischen" Prozesse. Dieser Begriff hat sich einfach eingebürgert für Vorgänge, die im Alltag der Troben vorkommen. Die Grenze zwischen "nichtmagisch" und "magisch" ist deshalb natürlich fließend und im Prinzip reine Definitionssache: Vor 300 Jahren galt die Elektrizität unter Burkanen ganz selbstverständlich als magisches Phänomen. Erst Anfang des 19. Jhs. haben die Burkane diesen speziellen Aspekt der Magie offiziell aus der Liste der "geheimhaltungswürdigen" Prozesse gestrichen, weil die trobische Wissenschaft so weit in das Gebiet vorgedrungen ist, dass eine weitere Geheimhaltung nicht mehr möglich schien.


      Blaps mortisaga schrieb:

      Die Burkane interessieren mich. Sehen sie aus wie Menschen? Kann es sein, dass es Menschen gibt, die Burkane sind und es nur nicht wissen?

      Burkane unterscheiden sich äußerlich nicht von den Troben, die in derselben Weltgegend leben. Als winzige Minderheit haben sie sich nämlich über Jahrtausende genetisch mit den in ihrer Umgebung lebenden Troben vermischt.

      Der biologische Unterschied zwischen einem Burkan und einem Trobus besteht in einem einzelnen Gen: Wer die "burkanische" Genvariante hat, kann mit seinem Körper direkt die Energie der magischen Felder der Umgebung wahrnehmen, anzapfen und beeinflussen; letzteres erfordert darüberhinaus jahrelanges Training. Troben sind dazu prinzipiell nicht in der Lage; da hilft auch noch so langes Üben nicht. Troben sind auf ihre Sinnesorgane und auf technische Hilfsmittel angewiesen.

      Die Fähigkeit zur Magieausübung wird übrigens ausschließlich über die mütterliche Linie weitergegeben, weil sie in der mitochondrialen DNA codiert ist. Deshalb gibt es auch keine "Halbburkane": Wer eine Burkanin zur Mutter hat, ist selbst Burkan (unabhängig vom Vater), wer eine Troba als Mutter hat, ist selbst Trobus, auch wenn der Vater Burkan ist.

      Es kommt sehr selten vor, dass jemand Burkan ist, ohne es zu wissen, aber es ist möglich. Es kann dann passieren, wenn man in früher Kindheit von der leiblichen Mutter getrennt worden ist und dann z.B. aus irgendwelchen Gründen in eine trobische Adoptiv- oder Pflegefamilie gerät.

      Loghaire schrieb:

      Was mir auch wirklich sehr auffällt ist Latein. Gibt es denn einen Grund dafür, dass die Burkanen sich dieser Sprache so stark bedienen außer der langen Geschichte als die "Sprache der Gelehrten"?

      Grundsätzlich sprechen die Burkane in den verschiedenen Teilen der Welt (meistens) dieselben Sprachen wie die Troben in ihrer Umgebung. Latein war im trobischen Europa mehr als ein Jahrtausend lang die unumstrittene "Sprache der Gebildeten" und die einzige Sprache der Wissenschaft. Das haben die Burkane damals übernommen. Bei den Troben hat spätestens im 18. Jh. Französisch und später Englisch das Lateinische in dieser Funktion abgelöst. Zu dieser Zeit hatten sich die Burkane schon weitestgehend von den trobischen Gesellschaften isoliert, deshalb haben sie diese Entwicklung nicht mitgemacht.

      Für die internationale Verständigung und als Sprache wissenschaftlicher Publikationen hat deshalb das Lateinische bei den Burkanen heute noch die Bedeutung, die das Englische bei den Troben hat (Nebeneffekt: die meisten mitteleuropäischen Burkane verstehen kein Wort Englisch). In manchen mehrsprachigen Burkanenstaaten ist Latein sogar Amts- und Verwaltungssprache, damit sich keine sprachliche Minderheit benachteiligt fühlen kann.

      Das ist der Grund für die Verbreitung des Lateinischen bei den Burkanen. Es hat selbstverständlich überhaupt nichts damit zu tun, dass ich nebenbei Latinistik studiere und diese Sprache total mag. ;)

      Loghaire schrieb:

      Wer sind Zwerge in Historia Angusta?

      Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist - bzw. war - nicht der einzige Vertreter der Gattung Homo. Allgemein bekannt dürften die Osakten sein (die Troben kennen sie unter dem Namen "Neandertaler"), die im Zuge der Ereignisse vor dreißigtausend Jahren ausgestorben sind, bei denen es auch zur Trennung von Troben und Burkanen kam.

      Eine weitere (und neben Homo sapiens die einzige bis heute überlebende) Hominiden-Art sind die Tritscharen oder Zwerge. Sie sind rund 1m groß und leben in weitverzweigten Höhlensystemen, vor allem in Westafrika und in West- und Mitteleuropa. Die Fähigkeit zur Magieausübung ist bei den Tritscharen, anders als bei den Menschen, noch in der gesamten Population vorhanden.

      Gerion schrieb:

      Informationen über diese Parallelwelt auf unserer Erde sind in den letzten Jahren sehr oft in die Öffentlichkeit gerutscht (z.B. Harry Potter). Wieviel davon ist wahr? (oder anders: was unterscheidet deine Welt von den anderen Welten dieser Art?)

      Laut meinen burkanischen Informanten werden literarische Veröffentlichungen von der SBON nicht als Bedrohung der Geheimhaltung angesehen. "Harry Potter" beispielsweise enthält zwar ein paar fundamentale Wahrheiten: die burkanische Welt existiert, sie verbirgt sich vor den Troben, sie hat ihre eigenen gesellschaftlichen und politischen Probleme, z.B. die dauernde Gefahr, dass einzelne, magisch hochbegabte Personen versuchen, die Herrschaft an sich zu reißen. Die Einzelheiten sind aber derartige Verzerrung der echten Burkanenwelt, dass die SBON niemals erwogen hat, seine Veröffentlichung zu behindern oder einzuschränken.

      Nur ein Beispiel: "Verwandlungen" zwischen Objekten und sogar Personen verschiedener Größe und Gestalt, wie sie in HP dauernd stattfinden, sind nach allen physikalisch-magischen Gesetzen unmöglich, weil sie die Erhaltungssätze für Energie und Masse verletzen. Man kann allenfalls visuelle Illusionen, sogenannte "Trugbilder" erzeugen. Das ist aber eine eigene Kunst - es gibt das Berufsbild "Trugbildner" - und kann von niemandem so einfach mal nebenbei erledigt werden.

      Generell hat die Historia Angusta ein ganz eigenes, (hoffentlich) durchdachtes Magiesystem. Ich möchte es in Bälde mal hier vorstellen, sobald ich die umfangreiche theoretische Literatur durchgearbeitet habe, die mir mein Informant zu diesem Thema gegeben hat - und die natürlich, wie es sich für wissenschaftliche Bücher der Burkane gehört, auf Latein geschrieben ist. ;)

      Die Historia Angusta befasst sich außerdem ausführlich mit einer sehr frühen Periode der Menschheitsgeschichte, der sogenannten Älteren Epoche, in der es zur Trennung zwischen Burkanen und Troben kam, sowie mit der politischen Geschichte der letzten paar Jahrhunderte (der Jüngeren Epoche).
    • Deine Welt klingt spannend :)
      Selbstverständlich gibt es in Wirklichkeit keine Magie, keine verborgene Parallelgesellschaft und keine nichmenschlichen magischen Wesen irgendwelcher Art.
      Über "nichtmenschliche" Wesen hast du hier noch gar nichts erzählt - wer ist das denn? Oder sind das die Zwerge?
      Mich würde auch die Gesellschaft der Burkanen und ihre Organisation näher interessieren. Wie schaffen sie es nicht entdeckt zu werden? Welche Berufe üben sie aus? Leben sie wirklich komplett abgeschottet oder mischen sich manche Burkane ab und an unter die Troben?

      Habe ich das richtig verstanden, dass die Troben nichts von den Zwergen wissen? Wie verbergen die sich? Müsste man nicht trotzdem ab und an auf Zeichen ihrer Anwesenheit in den Gebirgen treffen (zB. wenn Tunnel gebaut werden)?
      Generell hat die Historia Angusta ein ganz eigenes, (hoffentlich) durchdachtes Magiesystem. Ich möchte es in Bälde mal hier vorstellen, ...
      Ja, bitte! :D
      ... gibt es keine Tür, geh ich durch die Wand.
    • Angustus jetzt hast du was gesagt mit den 'Trugbildnern'... jetzt bin ich neugierig...
      Man kann allenfalls visuelle Illusionen, sogenannte "Trugbilder" erzeugen. Das ist aber eine eigene Kunst - es gibt das Berufsbild "Trugbildner" - und kann von niemandem so einfach mal nebenbei erledigt werden.
      Wie genau funktoniert das? Wozu wird es angewendet und was passiert zb. wenn das jemand bei einem Troben anwendet? Was würde ich dann 'sehen'? Ich könnte mir gut vorstellen, dass Trugbildner maßgeblich dazu betragen, dass Troben hin und wieder Dinge sehen, die 'nicht erklärt' werden können, zb. das Monster von Loch Ness oder so.

      Bin gespannt, was es damit auf sich hat. ;D
    • Atani schrieb:

      Über "nichtmenschliche" Wesen hast du hier noch gar nichts erzählt - wer ist das denn? Oder sind das die Zwerge?

      Neben Menschen und Zwergen gibt es die Phönixe, hochintelligente Vögel, die zur Familie der Papageien gehören. See- und Waldphönixe leben in großen, staatsähnlichen Kolonien, vor allem vor der westafrikanischen Küste; Bergphönixe sind Einzelgänger, die in manchen Gebirgen Asiens und Afrikas verbreitet sind.

      Schön und schrecklich zugleich sind die Drachen, die sich nur alle paar Jahrhunderte aus den Tiefen der Weltmeere in die Lüfte erheben und für wenige Jahre fliegen, bevor sie nach der Paarung ihre Eier ins Meer legen und selbst sterben.

      Zu erwähnen sind noch die geheimnisumwitterten Kamurani. Sie sehen für menschliche Augen recht unspektakulär aus - was wohl daran liegt, dass ihre nächsten lebenden Verwandten die Pfeilschwanzkrebse sind: Kamurani haben einen runden, gewölbten Rückenpanzer von ca. 30 bis 50cm Durchmesser und 20cm Höhe. An der Unterseite dürften sie vier Beinpaare und eine Mundöffnung haben - das vermutet man aus Fossilfunden, denn niemand hat je ein lebendes Kamurani von unten gesehen. Sie können ein Alter von vielen Millionen Jahren erreichen und sind äußerst mächtige magische Wesen; den Kontakt mit Menschen verweigern sie gewöhnlich.

      Die Welt wird auch von vielerlei Gespenstern bevölkert. Gespenster sind magisch begabte Lebewesen, die im Lauf der Evolution ihre körperliche Gestalt weitgehend abgelegt haben, weil die Magie deren Funktionen übernommen hat. Das Spektrum reicht dabei von harmlosen Laubgespenstern bis zu den gefährlichen Feuergeistern der Wüstenregionen.

      Schließlich gibt es noch die Dämonen. Sie haben gar keine äußerliche Gestalt und können deshalb nicht direkt in der physischen Welt wirken. Dämonen befallen daher die Seelen von Menschen oder Tieren und versuchen, die Kontrolle über Geist und Körper ihres Wirts zu erlangen.


      Atani schrieb:

      Mich würde auch die Gesellschaft der Burkanen und ihre Organisation näher interessieren. Wie schaffen sie es nicht entdeckt zu werden? Welche Berufe üben sie aus? Leben sie wirklich komplett abgeschottet oder mischen sich manche Burkane ab und an unter die Troben?

      Zumindest in Europa leben die meisten Burkane in sogenannten Obskuren Zonen. Das sind Gebiete - meist ein paar Quadratkilometer groß -, die die Burkane im Lauf der Jahrhunderte mit zahlreichen magischen Mitteln dem Zugriff der Troben entzogen haben. Man kann sie nicht einfach so betreten, sie scheinen auf Satellitenbildern und trobischen Landkarten nicht auf und sie sind von außen nicht einsichtig.

      Für die Geheimhaltung der magischen Welt vor den Troben ist die SBON (Societas Burcanorum Omnium Nationum, Internationale Gemeinschaft der Burkane) zuständig. Sie koordiniert alle für die Geheimhaltung notwenigen Aktivitäten. Wenn irgendwo ein Durchsickern von Information an die Troben droht - im SBON-Jargon spricht man von einer "Manifestation" -, kümmert sich die SBON darum, dass die Information in der öffentlichen Wahrnehmung je nach Lage entweder unterdrückt oder unglaubwürdig gemacht wird.

      Die meisten obskuren Zonen sind dicht bebaute städtische Siedlungen. Untereinander sind die obskuren Zonen durch magische Portale verbunden. Viele Burkane haben daher kaum Kontakt zu Troben, weil sie das Netzwerk der obskuren Zonen fast nie verlassen. Sie arbeiten dort, haben dort ihre Wohnungen, und auch Freizeit und Urlaub verbringen die meisten Burkane in obskuren Zonen.

      Einige wenige Burkane leben auch außerhalb der obskuren Zonen. Es ist von Staat zu Staat unterschiedlich geregelt, ob das überhaupt erlaubt ist, und wenn ja, unter welchen Bedingungen. In Österreich darf man als Burkan zwar außerhalb der obskuren Zonen leben, man muss sich aber dafür speziell bei der österreichischen SBON-Zweigstelle registrieren lassen und ist dann nicht nur an die burkanischen, sondern auch an die trobischen Gesetze gebunden. In den obskuren Zonen hingegen gelten nur die Gesetze des Burkanenstaats.

      Der Alltag der meisten Burkane ähnelt dem der der Troben. Nur ist bei den Burkanen magische Technologie genauso selbstverständlich wie bei uns die nichtmagische Technik. Der öffentliche Personennahverkehr in den obskuren Zonen ist z.B. meist über sogenannte Accienden geregelt. Das sind schwebende Kabinen für zwei bis vier Personen, die man sich an jedem Ort der Stadt durch einen einfachen Zauber herbeirufen kann; leere Kabinen schweben ständig durch die Stadt und warten auf Fahrgäste. Anschließend nennt man der Kabine das Fahrtziel, und sie bringt einen vollautomatisch auf der schnellstmöglichen Route dorthin. Von der Magie, die in solchen Systemen verbaut ist, bekommt der durchschnittliche Burkan so gut wie nichts mit. Für den Bau derartiger Kabinen sind spezialisierte Berufsgruppen zuständig.


      Atani schrieb:

      Habe ich das richtig verstanden, dass die Troben nichts von den Zwergen wissen? Wie verbergen die sich? Müsste man nicht trotzdem ab und an auf Zeichen ihrer Anwesenheit in den Gebirgen treffen (zB. wenn Tunnel gebaut werden)?

      Ja, auch die Zwerge unterliegen den Geheimhaltungsregeln der SBON, weil sie ja magische Geschöpfe sind; in ihrer Gesellschaft ist das Vorhandensein von Magie so offensichtlich, dass es unmöglich wäre, den Troben zwar Kenntnis um die Existenz der Zwerge, nicht aber Kenntnis um deren Magie zu ermöglichen.

      Die Zwerge suchen von sich aus ohnehin keinen Kontakt mit Troben; sie sind Menschen gegenüber generell traditionell misstrauisch eingestellt, was wohl auf ihre Beinahe-Ausrottung durch Menschen in den großen Kriegen der Älteren Epoche zurückgeht. Deshalb haben sie auch nichts dagegen, wenn ihnen die SBON die Troben weitestgehend vom Leib hält.

      Natürlich kommt es hin und wieder trotzdem zu Kontakten oder Konflikten. In früheren Zeiten (vor der Gründung der SBON im 19. Jh.) wussten Troben, die im Gebirge lebten, ja durchaus von der Existenz der Zwerge, wie zahllose Märchen und Sagen belegen. Heutzutage behält die SBON trobische Tunnelbauprojekte genau im Auge. Wenn Projekte in Gebieten geplant sind, die von Zwergen bewohnt sind, versucht man zunächst, die zuständigen Stellen so zu beeinflussen, dass die geplante Streckenführung geändert oder das ganze Bauprojekt abgesagt wird. Wenn das nicht geht, lassen sich die Zwerge manchmal auf Vermittlung durch die SBON und gegen Zahlung einer Ablösesumme dazu bewegen, ein bestimmtes Areal zu räumen. Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass Bauprojekte mitunter viel teurer werden als ursprünglich veranschlagt - gar nicht selten liegt das daran, dass die Betreiber Ablösen an ortsansässige Zwerge zahlen müssen.

      Natürlich: Wenn ein trobisches Unternehmen versuchen würde, einen Tunnel mitten durch eine der großen Zwergenstädte zu bohren (in Mitteleuropa gibt es Zwergenstädte vor allem in der Schweiz und in Tschechien), dann würden die Zwerge um keinen Preis weichen, sondern für den Fall, dass der Bau durchgezogen wird, mit Krieg drohen. Die SBON müsste sich in so einem Fall eine andere Lösung einfallen lassen.


      Blaps mortisaga schrieb:

      Man kann allenfalls visuelle Illusionen, sogenannte "Trugbilder" erzeugen. Das ist aber eine eigene Kunst - es gibt das Berufsbild "Trugbildner" - und kann von niemandem so einfach mal nebenbei erledigt werden.
      Wie genau funktoniert das? Wozu wird es angewendet und was passiert zb. wenn das jemand bei einem Troben anwendet? Was würde ich dann 'sehen'? Ich könnte mir gut vorstellen, dass Trugbildner maßgeblich dazu betragen, dass Troben hin und wieder Dinge sehen, die 'nicht erklärt' werden können, zb. das Monster von Loch Ness oder so.

      Ein Trugbild ist so etwas wie ein Hologramm. Der zugrundeliegende Zauber ist recht einfach: Man erzeugt ein magisches Feld, das einfallendes Licht teilweise absorbiert, teilweise reflektiert und teilweise durchlässt. Trugbilder sehen aus wie feste Oberflächen. Wenn man versucht, sie zu berühren, kann man aber mit der Hand durch sie "hindurchgreifen". Trugbilder sehen für Troben genauso aus wie für Burkane. Man kann sie auch fotografieren. So weit der technische Teil, den im Prinzip jeder Burkan lernen kann (Trugbild-Bauen steht in vielen Schulen auf dem Lehrplan).

      Ein professioneller Trugbildner ist aber ein Künstler: Er (oder sie, natürlich) kann Trugbilder fertigen, die sich in den Augen des Betrachters nicht von echten Gegenständen unterscheiden. Dazu muss der Trugbildner Schatteneffekte und Lichtreflexionen, perspektivische Betrachtungswinkel und vieles mehr simulieren. Man kann ein Trugbild mit weiteren magischen Effekten kombinieren: Zum Beispiel kann man einen taktilen Zauber hinzufügen, der dann beim Berühren mit den Fingern tatsächlich den Eindruck einer Oberfläche erweckt, oder man kann das Trugbild mit Hexereien versehen, die Geräusche erzeugen. Auch bewegte Trugbilder sind möglich.

      Ein gutes Trugbild kann deshalb eine "Verwandlung" simulieren: Beispielsweise könnte ein Mensch seinen Körper mit dem Trugbild eines großen Tieres umgeben. Für einen ahnungslosen Betrachter hat sich der Mensch dann in ein Tier verwandelt.

      Nicht nur Menschen können Trugbilder erzeugen: Bekannt für ihre riesigen und realistischen Trugbilder sind die Feuergeister, die vorzugsweise in Wüstengegenden leben. Es ist für einen ungeschulten Beobachter kaum möglich, zwischen einer "harmlosen" Fata morgana und jenen Bildern zu unterscheiden, die die Feuergeister anderen Lebewesen vorzugaukeln pflegen, um sie entweder zu verscheuchen oder aber in eine Falle zu locken.

      Spezialfälle von Trugbildern sind die Unsichtbarkeitszauber. Sie sind besonders schwierig zu bewerkstelligen, denn dazu muss man ein magisches Feld erzeugen, das das einfallende Licht um den zu verbergenden Gegenstand herumlenkt. Auf der anderen Seite müssen die Lichtstrahlen in exakt dem gleichen Winkel austreten, in dem sie drüben eingetreten sind.

      Die Sache mit Loch Ness hab ich mir noch gar nicht überlegt. Ich glaube aber nicht, dass es ein Trugbild ist, denn welcher Burkan hätte Interesse daran, immer wieder am selben Ort ein bewegtes und daher äußerst aufwändiges Trugbild zu erzeugen? Er würde doch dauernd Gefahr laufen, dass ihn die SBON erwischt (denn das Erzeugen auffälliger Trugbilder vor den Augen von Troben ist natürlich streng verboten). Ich denke eher, dass es sich um ein echtes Lebewesen handelt. Ein trugbildbauender Feuergeist wäre natürlich möglich, aber die mögen normalerweise kein feuchtkaltes Klima. Ich werd mal meine Kontaktperson fragen, ob sie was drüber weiß ;)
    • Angustus schrieb:

      Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass Bauprojekte mitunter viel teurer werden als ursprünglich veranschlagt - gar nicht selten liegt das daran, dass die Betreiber Ablösen an ortsansässige Zwerge zahlen müssen.
      Ach, so ist das! ;D :rofl:

      Was sind denn Laubgespenster?
      Dämonen befallen daher die Seelen von Menschen oder Tieren und versuchen, die Kontrolle über Geist und Körper ihres Wirts zu erlangen.
      Klingt wie mein Mathedozent ... :fluecht: ;D

      Das Leben der Burkanen würde mich ja näher interessieren. Hast du zufällig so einen "Ein Tag im Leben von ..." Text? Die find ich immer toll :D
      ... gibt es keine Tür, geh ich durch die Wand.
    • Atani schrieb:

      Was sind denn Laubgespenster?

      Laubgespenster sind die kleinsten und schwächsten Gespenster. Sie sind selten mehr als mausgroß, sind fast unsichtbar und höchstens als schemenhafte Schatten erkennbar. Ihren Namen haben sie davon, dass man sie meist nur als ein leises Rascheln im Unterholz wahrnimmt. Laubgespenster sind auf der ganzen Welt verbreitet. Es kommt zwar oft zu Begegnungen zwischen Laubgespenstern und Troben; die Troben vermuten hinter dem Rascheln aber fast immer ein gewöhnliches nichtmagisches Tier, das man nur deswegen nicht sieht, weil es so gut versteckt ist.

      Weitere Gespensterkategorien neben den Laubgespenstern sind (aufsteigend nach ihrer Macht) Schattengespenster, Nebelgespenster und Feuergeister.


      Atani schrieb:

      Hast du zufällig so einen "Ein Tag im Leben von ..." Text?
      Ich hab mich mal dran versucht. Beim Nochmal-Durchlesen erscheint mir der Tag irgendwie, nun ja, spießig. Aber es ist halt ein durchschnittlicher Tag im Leben eines relativ gebildeten, aber sonst unauffälligen österreichischen Burkans im Jahr 2015. Da passiert nicht sooo viel. Es ist etwas länger geworden, drum als Spoiler:

      Spoiler anzeigen


      Um 6:45 klingelt der Wecker. Michael Brauer und seine Frau Herta reiben sich den Schlaf aus den Augen, stehen auf und wecken ihre achtjährige Tochter Lena. Michael wirft einen Blick aus dem Fenster: Ein sonniger Tag kündigt sich an, während Teufelskirchen bei Wien, die Hauptstadt des burkanischen Österreich, langsam erwacht. Zahlreiche magisch betriebene Containerkabinen fliegen selbsttätig durch die engen Straßenschluchten, um die Geschäfte der Vierzigtausend-Einwohner-Stadt mit Waren zu versorgen.

      Nach dem Frühstück treten die drei Brauers gemeinsam auf den Balkon ihrer Wohnung im elften Stock hinaus. Michael versiegelt die Balkontür, indem er seine rechte Hand auf die dafür vorgesehene Fläche legt. Mit einem leisen Rauschen aktiviert sich der magische Einbrecherschutz. Herta schnippt mit den Fingern, schließt für einen kurzen Moment die Augen und bewegt stumm die Lippen. Wenige Sekunden später biegt ein leeres Vier-Personen-Acciendum (kurz Akk genannt) um die Ecke und hält an der Balkonbrüstung. Michael, Herta und Lena steigen ein, Herta scannt ihre Liniennetzkarte und nennt laut die erste Adresse: "Volksschule Teufelskirchen-Buchberg." "Sechs Minuten", antwortet eine körperlose Stimme, und die Kabine setzt sich in Bewegung.

      Das Akk sinkt um zehn Meter und reiht sich in den Fließverkehr über der Ribentanerstraße ein. Es geht in hohem Tempo quer durch die Stadt, andere Fahrzeuge kreuzen den Weg, links, rechts, oben, unten. Zeitweise ist das nächste vorbeifliegende Akk kaum zehn Zentimeter entfernt. Dank der automatischen Steuerung kann aber nichts passieren. Nach genau sechs Minuten hält das Akk am Eingang von Lenas Schule. Nachdem das Mädchen ausgestiegen ist, spricht Herta den nächsten Befehl: "Städtisches Krankenhaus, Personaleingang." Dort arbeitet Herta nämlich als Krankenpflegerin. Sie verabschiedet sich von ihrem Mann und steigt aus. Jetzt ist Michael allein im Akk. "Polizeidirektion St. Margarethen, Tirol", sagt er laut. Die körperlose Stimme antwortet: "Das macht 24 Denare, bitte. Die Flugzeit wird auf 22 Minuten geschätzt." Michael legt den verlangten Betrag in das entsprechende Fach der Kabine, und das Akk macht sich wieder auf den Weg durch den Teufelskirchener Frühverkehr.

      Nach einigen Minuten ist das Alte Portalhaus von Teufelskirchen erreicht. Dort stehen magische Portale, die Teufelskirchen mit fast allen anderen österreichischen sowie vielen ausländischen obskuren Zonen verbinden. Michaels Akk muss sich in eine längere Schlange einreihen, denn zur Stoßzeit wollen viele Teufelskirchner Burkane in andere Zonen fliegen. An den innerösterreichischen Portalen bewegt sich die Schlange aber relativ schnell. Michael beneidet nicht die Pendler, die täglich ins Ausland fahren müssen und die wegen der umfangreichen Pass-, Sicherheits- und Zollkontrollen oft eine halbe Stunde und länger vor den Portalen warten müssen!

      Michael verkürzt sich die Wartezeit, indem er sich von seinem Akk das Trugbild einer aktuellen Tageszeitung generieren lässt. Die beiden italienischen Staaten streiten um eine kleine Insel. Der König der iberischen Zwerge hat ein Handelsabkommen mit dem französischen Burkanenstaat geschlossen. Der indianische Botschafter in Namibia hat mit einer Pauschalverurteilung der Weißen für internationale Aufregung gesorgt. In Österreich wollen die Sozialisten die Mindestlöhne anheben, die Konservativen sind strikt dagegen, die Sozialdemokraten sagen, es gäbe dringendere Probleme. Insgesamt nichts Weltbewegendes also.

      Nachdem das Akk das Portal in die Obskure Zone St. Margarethen in Tirol durchflogen hat, bringt sie Michael auf kürzestem Weg zur dortigen Polizeidirektion. Hier befindet sich das Ausbildungszentrum für burkanisch-österreichische Polizeischüler. Michael ist nämlich Duellantiker, das heißt, er beherrscht fortgeschrittene magische Kampf- und Kriegstechniken. Früher hat er sich im Rahmen der Europäischen Duellantikervereinigung an Sondereinsätzen beteiligt; seit er Familie hat, hat er sich aus dieser riskanten Tätigkeit zurückgezogen. Stattdessen bildet Michael jetzt Polizeischüler in den Grundlagen der Duellantik aus.

      Heute Vormittag steht eine Praxiseinheit in Sachen Verteidigung gegen Brandzauber auf dem Programm, die Michael gemeinsam mit einer Kollegin leitet. Eine Polizeischülerin zieht sich dabei leichte Verbrennungen an der Hand zu, weil ihre Konzentration auf den Abwehrzauber zu früh nachlässt. Michael kann Schlimmeres verhindern, indem er den Feuerzauber rasch mit einem Wink seines Zauberstabes erstickt.

      In der Mittagspause isst Michael in der Kantine der Polizeischule und unterhält sich mit einem ehemaligen Kollegen aus der Duellantiker-Einheit, der vor kurzem bei einem Großeinsatz gegen einen Progredisten mit Verbindung zur russischen Mafia in Karelien dabeigewesen ist. Nach der Erzählung von diesem Einsatz, bei dem eine Duellantikerin getötet und zwei weitere schwer verletzt worden sind, bereut Michael noch weniger als früher, dass er dem Außendienst den Rücken gekehrt hat.

      Nach der Arbeit findet Michael noch Zeit für eine halbe Stunde Joggen im St. Margarethener Stadtpark. Danach ruft er ein Akk herbei und lässt sich durch das Portal nach Teufelskirchen zurückbringen.

      Dort angekommen, holt er zuerst Lena vom Hort ab, ehe er das Akk anweist, die Wohnung in der Ribentanerstraße anzusteuern. Herta wird heute erst später nach Hause kommen, sie hat nämlich zusätzlich zu ihrem eigenen Dienst die Spätschicht eines Kollegen übernommen. Dafür wird sie die ganze nächste Woche frei haben.

      Nach diesem Arbeitstag freut sich Michael auf das bevorstehende Wochenende. Er könnte sich heute gar nicht mehr vorstellen, an vier oder gar fünf Tagen pro Woche Vollzeit zu arbeiten. Dabei ist das vor dreißig Jahren noch selbstverständlich gewesen, ehe die österreichische Regierung als Maßnahme gegen die hohe Arbeitslosigkeit die 24-Stunden-Woche eingeführt hat.



      Atani schrieb:

      Dämonen befallen daher die Seelen von Menschen oder Tieren und versuchen, die Kontrolle über Geist und Körper ihres Wirts zu erlangen.
      Klingt wie mein Mathedozent ...
      Oje! Dämonen der mittleren Stufe fürchten sich vor dem Pentagramm-Symbol, weil sie wissen, dass mächtige Magier und Dämonenaustreiber es gerne verwenden. Versuchs doch mal damit! Vielleicht hilft es ja... (Besonders starke Dämonen haben keine Angst vor dem Pentagramm mehr, und die ganz schwachen sind einfach nicht klug genug, um es als magisches Symbol zu erkennen).
    • Nochmal-Durchlesen erscheint mir der Tag irgendwie, nun ja, spießig.
      Ach quatsch. Ich fand es zumindest recht spannend, mal in den Alltag eines Burkanen schnuppern zu können. :klatsch:
      Duellantiker also. Ja, das klingt in der Tat nach einem gefährlichen Job.

      Wie werden denn die Akks gesteuert? Also, so im Hintergrund.

      Dämonen der mittleren Stufe fürchten sich vor dem Pentagramm-Symbol
      :lol:
      ... gibt es keine Tür, geh ich durch die Wand.
    • Atani schrieb:

      Wie werden denn die Akks gesteuert? Also, so im Hintergrund.

      Meinst du, mit welcher Logik sie gelenkt werden und Kollisionen vermeiden, oder wie ihr Antriebssystem funktioniert?

      Zur Logik:

      In jedem Akk sitzt eine künstliche Intelligenz, die die Kabine steuert. Sie ist über zahlreiche magische Sensoren mit der Außenwelt verbunden und kann so jederzeit ihre eigene Position und die Positionen und Geschwindigkeiten der Nachbarfahrzeuge bestimmen.

      Wann immer sich zwei Akks begegnen, tauschen sie Informationen aus, so ähnlich wie Ameisen. Dadurch verbreitet sich das Wissen um Verkehrsstauungen und günstige Routen rasend schnell im Netzwerk der Akks, sodass sie sehr effizient auf geänderte Bedingungen reagieren können. Weil die KIs viel kürzere Reaktionszeiten haben als Menschen, können die Akks trotz hoher Geschwindigkeit in geringem Abstand hintereinander herfliegen. Dazu kommt natürlich auch, dass sie die dritte Dimension nützen können, um einander auszuweichen.

      Für Überlandfahrtenm und vor allem für Fahrten in Gegenden, in denen das Akk-System nicht so gut ausgebaut ist, gibt es auch Fahrzeuge, die von Menschen gesteuert werden; Fahrzeuge, die die obskuren Zonen verlassen dürfen, müssen äußerlich den Troben-Fahrzeugen nachempfunden sein (auch wenn ihr Antrieb ganz anders funktioniert).

      Zum Antriebssystem:

      Angetrieben werden die Teufelskirchener Akks von Stelzseilmotoren. Die bestehen aus einem magischen Feldgenerator, der so etwas wie eine unsichtbare Brücke oder eben Stelze zwischen dem Akk und bestimmten, fest im Boden verankerten Haltepunkten erzeugt. Von einem Akk gehen dabei mindestens drei, im Allgemeinen fünf bis sieben Stelzen aus, die zu verschiedenen Ankerpunkten führen. Auf denen steht das Akk in (je nach Länge der Stelzen) theoretisch beliebiger Höhe, in der Praxis selten höher als 300m.

      Zum Vorwärtsfahren werden die nach vorne weisenden Stelzen verkürzt, die nach hinten weisenden verlängert. Das Akk zieht sich also gleichzeitig nach vorne und stößt sich nach hinten ab. Dann baut der Feldgenerator die hinterste Stelze ab und erzeugt nach vorne hin eine neue. In diesem kurzen Zeitraum steht das Akk trotzdem sicher auf den übrigen Stelzen. Auf- und Abwärtsfahren funktioniert durch simultanes Verlängern oder Verkürzen aller Stelzen.

      Die Stelzen sind nicht materiell, sondern bestehen nur aus verdichteten Magiefeldern. Deshalb können einander die Stelzen verschiedener Akks beim Vorbeifliegen problemlos durchdringen. Von alldem bekommen die Passagiere nichts mit, denn es geschieht vollautomatisch.

      Natürlich können solche Akks nur in Gegenden fahren, in denen ein dichtes Netz von Ankerpunkten verlegt ist. Die Zahl der Akks, die sich gleichzeitig auf denselben Ankerpunkt stützen können, ist nämlich durch die auftretenden mechanischen Kräfte beschränkt, und auch die Stelzen können nicht beliebig lang gemacht werden. Deshalb funktioniert das Akk-System in den städtischen obskuren Zonen Mitteleuropas wunderbar, aber wer nach Ostsibirien reisen möchte, der sollte lieber auf ein anderes System zurückgreifen.
    • Als magische Geschöpfe nennst du neben den Burkane(n?), die Zwerge, die "hochintelligenten" Phönixe, Drachen (schön und schrecklich), Kamurani (Millionen Jahre alte 'Pfeilschwanzkrebse'), körperlose Gespensterarten und Dämonen. Das weckt selbstverständlich meine Neugier.
      - Sind all diese Geschöpfe intelligent? Fühlen sie sich allesamt an die Gebote der Societas Burcanorum Omnium Nationum gebunden, oder muss die SBON sehr oft Schadensbegrenzung betreiben? (Z.B. weil mal wieder Drachen mit einem Passagierflugzeug fangen spielten.)
      - Wenn die von die aufgezählten Wesen allesamt intelligente Lebensformen mit Bewusstsein sein sollten, gibt es dann auch magisch begabte Tiere oder Pflanzen?
      - Woher kommen die Dämonen? Wie passen sie in das magische Weltgefüge hinein? Und warum korrumpieren sie überhaupt die Troben?

      Du erzähltest bereits vom Beruf der "Trugbildner". Welche anderen Magierichtungen oder Berufe existieren noch unter den Burkane(n?)? Gibt es bei den Zwergen die selben Klassen / Berufe oder verwenden sie womöglich eine andere Form der Magie?

      Angustus schrieb:

      Generell hat die Historia Angusta ein ganz eigenes, (hoffentlich) durchdachtes Magiesystem. Ich möchte es in Bälde mal hier vorstellen
      Da warte ich mit großer Vorfreude drauf. *Antreib mit Kuchen und :peitsch: *

      Angustus schrieb:

      In Österreich darf man als Burkan zwar außerhalb der obskuren Zonen leben, man muss sich aber dafür speziell bei der österreichischen SBON-Zweigstelle registrieren lassen und ist dann nicht nur an die burkanischen, sondern auch an die trobischen Gesetze gebunden. In den obskuren Zonen hingegen gelten nur die Gesetze des Burkanenstaats.
      Das klingt, als ob es da gravierende Unterschiede zwischen den Gesetzen der Burkane(n?) und Troben gäbe. Magst du das erklären oder zumindest Beispiele aufzuzeigen? (Abgesehen selbstverständlich all jene Gesetze die ausschließlich die Nutzung der Magie regeln, was bei uns unbegabten Troben entfällt. :'( )

      Und du merkst schon, bei der Mehrzahl von Burkan, den Burkane, will ich stets noch ein 'n' anfügen. Sorry. :-/
      Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht doch hinter dir her sind! (Frei nach Terry Pratchett)

      Meine Welten und Geschichten
      Rollenspiel-Anekdoten
    • Nemedon schrieb:

      Und du merkst schon, bei der Mehrzahl von Burkan, den Burkane, will ich stets noch ein 'n' anfügen. Sorry.
      "Burkan" hat dieselbe Deklination wie das deutsche Wort "Fisch". Also "die Gesetze der BurkanE" (wie "die Schuppen der Fische"), aber "bei/unter/neben den BurkanEN". ;)


      Nemedon schrieb:

      Sind all diese Geschöpfe intelligent? Fühlen sie sich allesamt an die Gebote der Societas Burcanorum Omnium Nationum gebunden, oder muss die SBON sehr oft Schadensbegrenzung betreiben? (Z.B. weil mal wieder Drachen mit einem Passagierflugzeug fangen spielten.)

      Die erwähnten Geschöpfe sind alle ziemlich intelligent. Eine scharfe Grenze "vernunftbegabt - nicht vernunftbegabt" gibt es in der magischen Welt nicht. Ist ja in der Trobenwelt auch so, wenn man genauer nachdenkt. Nur ist es da so, dass wir uns selbst als die "Krone der Schöpfung" bezeichnen zu können glauben, ohne sofort auf Widersprüche zu stoßen. Aber erklär mal dem britischen (burkanischen) Sudan-Expeditionskorps von 1886, dass die Waldphönixe, von denen es in einer nach taktischen Grundsätzen geführten Schlacht besiegt worden ist, nicht intelligent sind! Ich versuch mal eine Auflistung dieser Spezies, absteigend nach Intelligenz (auch wenn manche von ihnen mit dieser Reihenfolge möglicherweise nicht einverstanden wären...):

      1. Kamurani
      Dass sie die intelligentesten sind, bezweifelt niemand. Sie haben aber keinerlei Interesse an Kontakt mit anderen intelligenten Spezies, auch nicht mit Menschen. Sie verfügen über ihre eigenen Methoden, den Kontakt wirksam zu vermeiden. Deshalb ist auch nur wenig über ihre Lebensweise und ihre Gedankenwelt bekannt. Als SBON-Maßnahme hat es bisher ausgereicht, einzelne bekannte Versammlungsplätze der Kamurani mit Stacheldrahtzäunen und Schildern "Achtung, militärisches Gelände" weiträumig zu umzäunen, damit keine Troben dorthin kommen.

      2. Drache
      Drachen verbringen fast ihr ganzes Leben (Jahrhunderte bis Jahrtausende) als Larven in der Tiefsee. Erst in den letzten 5-10 Lebensjahren steigen sie auf und erheben sich in die Luft, um Partner zu suchen und ihre Eier wieder ins Meer abzulegen. Das geschieht nicht dauernd, sondern in großen Wellen: Alle paar Jahrhunderte erheben sich 100 bis 1000 Drachen aus dem Meer. Es gibt mehrere parallel laufende Zyklen, die man ziemlich genau voraussagen kann. Der letzte große Drachenflug war Anfang des 8. Jh.s, der nächste dürfte frühestens im Jahr 2230 stattfinden - bis dahin werden sich die Burkane was einfallen lassen müssen. In den Zwischenzeiten gibt es nur vereinzelte Drachen, die aufgrund einer Fehlentwicklung zu früh oder zu spät aufsteigen. Im ganzen 20. Jh. tauchte nur ein einziger Drache auf. Er lebte von 1974 bis 1979 und wurde in einem Reservat in Südamerika gehalten. Drachen können menschliche Sprache verstehen. Sprechen können sie aus anatomischen Gründen nicht, aber sie können auf geistiger Ebene miteinander und mit Menschen kommunizieren. In der Älteren Epoche hat es mal eine ganz kurze Zeitspanne gegeben, in der Drachen versucht haben, politische Macht über Menschen auszuüben.

      3. Mensch
      Ja, das sind wir. Troben und Burkane, intelligenzmäßig ist da kein Unterschied.

      4. Zwerg
      Die Zwerge selbst würden definitiv die Reihenfolge von Menschen und Zwergen in dieser Liste umdrehen. Ihre mittlere Intelligenz dürfte mit der des Menschen ziemlich identisch sein. Die Streuung ist in beiden Spezies jedenfalls viel größer als die Abweichung der Mittelwerte. Die Zwerge sehen sich als gleichberechtigte Partner der SBON. Sie können sprechen, allerdings haben sie ihre eigenen Sprachen. Mit menschlichen Sprachen tun sie sich aufgrund der etwas unterschiedlichen Form des Kehlkopfes eher schwer (wie auch Menschen Zwergensprachen nur sehr schwer erlernen können). In der Dolmetsch-Praxis spricht meist jede Spezies in ihrer eigenen Sprache - denn die jeweils andere Sprache zu verstehen, ist viel leichter, als sie selbst zu sprechen.

      5. Seephönix
      Große Papageienvögel (bis 30kg), die in großen Kolonien auf einsamen Felsinseln leben, vor allem im Mittel- und Südatlantik. Sie können menschliche Sprache verstehen und auch selbst sprechen. Seephönixe gelten als sehr soziale Tiere, die hauptsächlich für ihre Gemeinschaft leben und jederzeit bereit sind, sich für sie aufzuopfern. Sie verteidigen ihre Brutfelsen gemeinschaftlich und mit strategischem Geschick. Ein einzelner Feind - sei es auch ein Burkan - hat keine Chance, bis dorthin vorzudringen. Früher haben die Burkane richtige Kriegszüge gegen die Seephönixe geführt, um an deren Knochen zu gelangen, die wertvolle magische Substanzen enthalten. Dabei wurden die Phönixe von den Küsten Afrikas und Südamerikas vertrieben; sie leben heute weit draußen im Ozean, wo sie ohnehin kaum in Kontakt mit Troben kommen. Heute schützen Friedensverträge die Seephönixe und die Menschen vor gegenseitigen Angriffen.

      6. Waldphönix
      Die kleineren Verwandten der Seephönixe, die vermutlich von ähnlicher Intelligenz sein dürften wie diese, leben in tropischen Wäldern in Afrika. Ihre Gemeinschaften schotten sich in einem fest umgrenzten Territorium völlig gegen die Außenwelt ab. Sie vertreiben oder töten jeden Menschen, der dort eindringt. Zwischen Burkanen und Troben machen sie keinen Unterschied. Umgekehrt haben sie aber auch überhaupt kein Interesse daran, ihre Reviere zu verlassen und etwa in der Umgebung auf Raubzug zu gehen. Daher muss die SBON nur darauf achten, dass keine Troben in die Wälder eindringen, die den Waldphönixen gehören. Natürlich gelingt das nicht immer. Aber die Meldung "im Urwald verschollen" macht niemanden misstrauisch.

      7. Feuergeist
      Die Feuergeister sind die mächtigsten und intelligentesten heute lebenden Gespenster. Sie können ihre äußerliche Gestalt wandeln und zeigen die Fähigkeit zum planenden Denken. Sprechen können sie aber nicht. Sie sind neben den Nebelgespenstern wahrscheinlich diejenige Spezies, die der SBON am meisten Kopfzerbrechen bereitet, weil auch Menschen in ihr Beuteschema passen. Sie bevorzugen zwar Burkane (weil deren Fleisch mehr magische Substanzen enthält), verschmähen aber auch Troben nicht.

      8. Nebelgespenst
      Nebelgespenster sind zwar weniger mächtig als Feuergeister, dafür sind sie häufiger und leben in Gegenden, in denen auch mehr Troben leben. Glücklicherweise sind sie recht scheu und greifen Menschen nur selten an. In Nordeuropa, Kanada und Sibirien gibt es Nebelgespenster-Schutzgebiete, die von der SBON überwacht werden.

      9. Bergphönix
      Entferntere Verwandte von See- und Waldphönixen. Sie leben als Einzelgänger in unwirtlichen Hochgebirgsgegenden. Bergphönixe können in Gefangenschaft die menschliche Sprache erlernen, ihre Intelligenz ist aber deutlich geringer als die ihrer Verwandten. Sie dürfte mit der von Menschenaffen vergleichbar sein.

      Danach kämen noch weitere Arten in der Liste, die aber dann intelligenzmäßig eindeutig "tierisch" sind. Über die weiß ich noch nicht so genau Bescheid. Muss mich mal damit beschäftigen...

      Aber die meisten magisch begabten Arten sind auch intelligent, denn ein Tier kann Magie nur dann sinnvoll einsetzen, wenn es auch kapiert, was es tut und was es damit bezwecken will. Man vermutet sogar, dass Intelligenz und magische Begabung einander wechselseitig bedingen und dass der Intelligenzsprung der Vorfahren des Menschen damit zu tun hatte, dass sie - im Gegensatz zu den Affen - die Fähigkeit zur Magieausübung erlangten.

      Es gibt auch ein paar Pflanzen, die Magie einsetzen. Das aber dann nicht aktiv für Fortpflanzung oder Verteidigung oder so, sondern nur als Energiespeicher. Da gibt es zum Beispiel die "Wurzel des Hades", die in extrem trockenen Wüsten überleben kann, weil sie die Sonnenenergie nicht sofort in der Photosynthese zu organischen Verbindungen umsetzt (dafür bräuchte sie Wasser), sondern sie in Form magischer Substanzen speichert. Wenn es dann mal regnet, kann sie in extrem kurzer Zeit quasi den zweiten Teilschritt der Photosynthese nachholen und dafür die gespeicherte Energie verwenden.

      Nemedon schrieb:

      Woher kommen die Dämonen? Wie passen sie in das magische Weltgefüge hinein? Und warum korrumpieren sie überhaupt die Troben?
      Dämonen sind so ähnlich wie Gespenster, nur ist bei ihnen die Evolution noch weiter fortgeschritten: Sie haben auch den letzten Rest an körperlicher Gestalt verloren und sind quasi "nackte Seelen". Das kann man sich so vorstellen wie andere parasitische Lebewesen, die die Fähigkeit zur selbständigen Fortbewegung verloren haben, weil sie sie nicht mehr brauchen. Sie leben ja eh immer in einem Wirtsorganismus - Dämonen eben in einer Wirts-Seele. Dämonen können jedes beseelte Lebewesen befallen. Forscher glauben sogar, dass ein Großteil der menschlichen Seele aus ursprünglichen Dämonen besteht, die sich im Lauf der Menschheitsgeschichte eingenistet haben und noch im Mutterleib von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Die wirklich gefährlichen Dämonen, die selbst denken können und die totale Kontrolle über ihren Wirt anstreben, befallen aber eher selten Troben. Sie suchen sich lieber Burkane aus, weil deren Körper mehr Magie hergeben.


      Nemedon schrieb:

      Das klingt, als ob es da gravierende Unterschiede zwischen den Gesetzen der Burkane(n?) und Troben gäbe. Magst du das erklären oder zumindest Beispiele aufzuzeigen?

      Hmja, ich bin kein Jurist. Aber dass die Gesetze der Troben und der Burkane nicht in allen Einzelheiten übereinstimmen können, sieht man schon daraus, dass sie sich ja ständig unabhängig voneinander ändern. Banales (aber aktuelles) Beispiel: Im (trobischen) Österreich ist derzeit ein Bundesverfassungsgesetz geplant, das es dem Bund erlaubt, bei der Einrichtung von Flüchtlingsquartieren über die Länder und Gemeinden "drüberzufahren", wenn die nicht genug Flüchtlinge aufnehmen. Dieses Gesetz gilt im burkanischen Österreich selbstverständlich nicht: Erstens gibt es dort nicht einmal die Bund-Länder-Struktur, und zweitens gäbe es keinen Anlass für das Gesetz, weil im burkanischen Österreich derzeit (anders als 2006/07) nicht auffällig viele Flüchtlinge ankommen. Weiteres Beispiel: Nur weil der Trobenstaat die Mehrwertssteuer für Hotelübernachtungen von 10 auf 13% erhöhen will, gibt es überhaupt keinen Grund, das auch bei den Burkanen zu ändern. Und auch das politische System ist in den beiden Staaten ganz unterschiedlich.

      Die Grundsätze des Rechtssystems werden natürlich schon ähnlich sein. Mord ist auch bei den Burkanen verboten und wird mit Gefängnis bestraft. Aber es kann ohne Weiteres sein, dass der für Mord vorgesehene Strafrahmen ein anderer ist als bei den Troben. Burkane, die außerhalb der obskuren Zonen leben, müssen sich ständig in beiden Rechtssystemen bewegen. Das ist oft gar nicht so einfach. Sie müssen dann zum Beispiel zweimal Militärdienst leisten: einmal für den Trobenstaat und einmal für den Burkanenstaat.
    • Eine Frage, die ich mir im Zusammenhang mit solchen Systemen immer stelle: Warum fühlen sich die Burkane nicht so übermächtig, dass sie die Troben unterdrücken und für sich arbeiten lassen? Also, vielleicht nicht mehr in der jetzigen Zeit, aber vor allem im Mittelalter waren die Menschen doch recht leicht zu beeinflussen - wenn sich die Burkane in die Kirche eingeschlichen hätten, hätten sie ihre Magie doch sicherlich als etwas Göttliches ausgeben und so viele Anhänger gewinnen können. Warum also eher de Geheimhaltung?

      Gibt es zwischen den verschiedenen Burkan-Staaten auch Krieg, wie das auch bei Troben-Staaten der Fall ist, oder unterscheidet sic die jeweilige Politik da gravierend? Gibt es, wie auch bei Harry Potter, einen Troben-Minister in jedem Land, der in das Geheimnis, dass Burkane existieren, eingeweiht wurde?

      Das wären erstmal meine Fragen hierzu :)
    • Liz schrieb:

      Warum fühlen sich die Burkane nicht so übermächtig, dass sie die Troben unterdrücken und für sich arbeiten lassen?

      Tja, Liz, ich muss zugeben, das ist eine der Fragen, die ich für mich noch nicht ganz zufriedenstellend klären konnte. Mein bisheriger Ansatz:

      Vor ungefähr 9000 Jahren, in der sogenannten Mittleren Epoche, war die Konstellation ungefähr so, wie du sie beschreibst. Im Kaiserreich Atlantis herrschte eine burkanische Elite über die große Masse der rechtlosen Troben. Im festen Glauben an ihre Allmacht haben die atlantischen Kaiser dann aber Mächte herausgefordert, denen sie nicht gewachsen waren: die Kamurani (siehe vorheriges Posting) und die Sphodren (die traditionellen Gegenspieler der Kamurani, von diesen vor Jahrmillionen besiegt). Sie wollten die Sphodren als Bündnispartner gegen die Kamurani gewinnen. Die Sache ging gründlich schief, die Sphodren wandten sich lieber gegen die einfältigen Burkane als gegen die mächtigen Kamurani. Die Burkane wurden bis auf einen kläglichen Rest ausgerottet und in alle Winde zerstreut, die Hochkultur von Atlantis ging unter.

      Seither ist es in allen Burkanengesellschaften ungeschriebenes Gesetz, dass man sich zwar in der Trobengesellschaft bewegen darf, vielleicht auch mal im Hintergrund ein wenig die Fäden ziehen darf, aber nicht mehr versuchen soll, "offizielle" Macht über die Troben zu gewinnen. Das lag auch einfach daran, dass man den Troben seit dem Untergang von Atlantis zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen war. Es ist noch nicht lange selbstverständlich, dass sich Burkane vor Troben nicht fürchten müssen - die moderne magische Technologie ist auch erst ein paar Jahrhunderte alt. In der Antike und im Mittelalter haben sich Trobengesellschaften immer wieder heftig und teilweise auch erfolgreich gegen die burkanische Unterwanderung gewehrt: Schon das Alte Testament zeigt mit Passagen wie "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen" (2. Mose 22, 17) oder dem Verbot der Geisterbeschwörung (3. Mose 20, 6), dass die Israeliten mit Gewalt gegen Burkane vorgegangen sind.

      Warum die Burkane heute noch immer nicht die Herrschaft übernehmen, wo sie dank ihrer Technologie überlegen genug wären? Sie hätten einfach keinen Vorteil davon. Sie hätten bloß auf einmal über sieben Milliarden Leute am Hals, die sie nicht wirklich gebrauchen könnten (magische Technologie ist zuverlässiger als menschliche Diener). Ihnen genügt die potenzielle Fähigkeit, jederzeit die Macht übernehmen zu können, falls es notwendig werden sollte. Die SBON hat diesbezügliche Aktionspläne. Die wurden übrigens zuletzt im Oktober 1962 ausgegraben, als die Troben kurz davor standen, einen Atomkrieg zu entfesseln - das hätte auch den Burkanen nicht gefallen. Damals soll die SBON Kennedy und Chruschtschow ziemlich hart zugesetzt haben und ihnen unverblümt mit einer burkanischen Machtübernahme gedroht haben, falls sie keinen Kompromiss finden würden.

      Ich habe auch schon überlegt, ob es einen weiteren Grund geben könnte, warum es für die Burkane vorteilhaft ist, sich von den Troben fernzuhalten. Vielleicht Krankheiten, die für Troben harmlos, aber für Burkane gefährlich sind? Aber da hab ich bislang keine in sich schlüssige Geschichte gefunden. Vielleicht hat ja wer eine Idee? Ich wär dankbar dafür!

      Liz schrieb:

      Gibt es zwischen den verschiedenen Burkan-Staaten auch Krieg, wie das auch bei Troben-Staaten der Fall ist, oder unterscheidet sic die jeweilige Politik da gravierend? Gibt es, wie auch bei Harry Potter, einen Troben-Minister in jedem Land, der in das Geheimnis, dass Burkane existieren, eingeweiht wurde?

      Kriege der Burkanenstaaten untereinander gibt es durchaus, ja. Vor allem, seit man Mitte des 20. Jh.s das 1:1-Prinzip ("Jeder Trobenstaat entspricht genau einem Burkanenstaat") aufgeben musste, das eigentlich kriegerische Konflikte unter Burkanen vermeiden sollte. Vorher war das System mit dem vergleichbar, das in "Harry Potter" geschildert wird: Die burkanische Regierung arbeitete mit der trobischen zusammen, oft haben die Burkane sogar das trobische Staatsoberhaupt anerkannt. Das ist heute nicht mehr so. Heute betreiben die Burkanenstaaten unabhängige Politik. Zum Beispiel hat das nordafrikanische Reich der Berber 2008 eine politische Krise in Großbritannien ausgenützt und die britischen Besitzungen Gibraltar und Malta überfallen. Malta ist mittlerweile von den Berbern annektiert worden, um Gibraltar laufen noch die Verhandlungen.

      Die burkanischen Regierungsstellen unterhalten auch heute noch Kontakte zu den Trobenregierungen, mit deren Territorien sich ihr Herrschaftsbereich überschneidet. Diese Kontakte sind von Land zu Land unterschiedlich eng, sie werden alle von der SBON überwacht.
    • Da hier schon so viel gefragt und geschrieben wurde widme ich mich mal dem neuesten Teil, also der Geschichte um die ehemalige Herrschaft das Kaiserreiches Atlantis.

      Die Ansätze hören sich plausibel an. Was mich mal interessieren würde sind Aufzeichnungen der Völker aus dieser Zeit, gibt es da bildliche Überlieferungen, die vielleicht sogar den Troben bekannt sind, aber einfach nicht richtig interpretiert werden können? Besonders toll finde ich diese ganzen Bezüge zur Realität. Hexenprozesse lassen sich also auch auf Burkane zurückführen?

      Was Krankheiten angeht...Also, der Großteil der Burkane lebt ja wohl relativ isoliert von den Troben, oder? Als die Spanier in Südamerika gelandet sind haben sie auch etliche Krankheiten aus Europa mitgebracht, auf welche die Menschen dort heftiger reagiert haben, weil sie für deren Immunsystem einfach unbekannt waren. Könnte man hier was machen?

      Liebe Grüße, Marc
      ???
    • Das Kaiserreich Atlantis hatte sein Zentrum auf einer Insel westlich der afrikanischen Küste, ganz in der Nähe der Kanarischen Inseln. Zur Zeit der größten Ausdehnung vor ungefähr 11000 Jahren reichte das Atlantische Reich im Westen bis Mittelamerika (Mexiko, Guatemala) und im Osten bis Ägypten. Die Atlanter waren begnadete Seefahrer. In vielen Gegenden begnügten sie sich mit der Herrschaft über die wichtigsten Häfen und einen schmalen Küstenstreifen. So haben sie beispielsweise Küstengegenden Großbritanniens und Irlands sowie vorgelagerte Inseln besiedelt, auf dem europäischen Festland gibt es aber kaum Spuren von ihnen.

      Nur wenige Kulturdenkmäler und Überlieferungen haben den Untergang von Atlantis überdauert. Das meiste wurde in der Folgezeit nur mündlich überliefert und dadurch im Lauf der Zeit stark legendenhaft verfälscht. Ein Beispiel ist der Atlantis-Bericht des griechischen Philosophen Platon (4.Jh. v.Chr.), der einige Bruchstücke der Wahrheit mit vielen mythischen Elementen vermischt präsentiert. Hinweise auf atlantische Einflüsse findet man auch in der Pyramiden-Architektur der Ägypter und der Maya. Es gibt auch echte archäologische Zeugnisse der atlantischen Zeit, die den Troben aber heute nicht mehr bekannt sind. Nur die Burkane kennen sie.

      Hexenprozesse: Oh ja, dahinter steckt letztlich ein uralter Konflikt der monotheistischen Religionen mit der Magie (das kommt schon aus dem Judentum, ist nicht erst von den Christen erfunden worden). Die Burkane haben auf die Ausbreitung des Christentums in der Völkerwanderungszeit mit dem Rückzug in geschützte Siedlungsräume ("Obskure Zonen") reagiert. Sie hatten immer weniger mit den Troben zu tun, das Wissen der Troben über die Burkane ging dementsprechend zurück. Umso größer wurde die Angst. Die Abneigung der Amtskirche gegen die Magier, die ihr den Gehorsam verweigerten, steigerte sich in der frühen Neuzeit bis zur Hysterie, zu dieser Zeit schon gepaart mit völliger Ahnungslosigkeit über die wirklichen Fähigkeiten der Burkane. Die Opfer der Hexenprozesse waren deshalb fast ausschließlich Troben. Nur von ganz wenigen echten Burkanen ist bekannt, dass sie im Zuge solcher Prozesse hingerichtet worden sind.