Kartenbastelhilfen

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
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    • Kartenbastelhilfen

      Hallo,

      mir kam schon öfter mal der Gedanke, dass es zwar reichlich Tutorials für die Gestaltung von Karten gibt, jedoch recht wenig, was dabei hilft, wie man überhaupt erst einmal zu etwas kommt, was man gestalten kann. Also hab ich mal nachgedacht, was es da für Tricks geben könnte.

      Etwas was sich bei mir (für Issoy zumindest) sehr bewährt hat, ist auf einem hohen Level der Abstraktion anzufangen, und mich dann allmählich hinunterzuarbeiten.

      Man beginnt z.B. mit einer Liste von Ortsnamen, sortiert nach Art, also z.B.

      Chalan-Goy (Provinz)
      Mespay (Hauptstadt)
      xx, xxx, xxyx, xyxyx (weitere Städte)

      und listet das erst einmal schön auf. Dann geht man durch und stellt fest, was aneinander grenzt. Das kann man sowohl für Länder machen als auch für Orte, wobei letzteres ein paar weitere Annahmen erfordert. Erst einmal ein kleiner Graph für angrenzende Länder:



      Man sieht, dass normalerweise immer Dreiecke entstehen, weil Ländergrenzen meistens in Dreiecken zusammenlaufen. Und obwohl das jetzt eine schnelle Skizze war von einem bereits jahrelang unveränderten Kontinent, musste ich kurz nachdenken, was an was grenzt. ;)

      Meine zweite Methode, mit der ich vor allem Issoy gebaut habe, war die, Städte an Fäden aufzuperlen. Nennen wir es also mal Perlenmethode. %-) Dafür braucht man natürlich etwas, an dem Städte liegen können. Bei mir waren das Zuglinien, aber was sich auch genauso anbietet, sind Flüsse (und Nebenflüsse), wichtige Handelsstraßen, Küstenlinien, eventuell Gebirgsketten (wobei man dann interpretieren muss, inwiefern da was dran liegt, aber für Zwerge geht das vermutlich^^), ...

      Wenn ich das mal schnell für ein Flusssystem bei mir mache, könnte das so aussehen:



      Wie die Flüsse jetzt konkret verlaufen, und wie die Abstände sind, lässt man da eher noch weg - aber natürlich kann man in so einer groben Skizze gut anfangen, die Abstände mal zu überlegen.

      Ich hatte immer wieder mal große Probleme, Proportionen richtig hinzubringen. Das ist einfach was, was schnell mal danebengeht, wenn man eine Karte so anfängt, dass man eine Seite detailliert ausarbeitet, bevor man die andere anfängt... und so hatte ich gnadenlos in die Länge gezogene Länder (aus einem eigentlich ca. runden Land wurde dann echt schon mal ein strichförmiges Land, einfach weil ich mich anderswo vertan hatte).
      Um das zu vermeiden, könnte man auf den Trick mit Gegenständen zurückgreifen: Anstatt zu zeichnen, legt man erst einmal z.B. Knöpfe oder Spielsteine oder sonstwas aufs Papier, die kann man dann frei herumschieben, solange bis es anfängt, stimmig zu werden. Das funktioniert mit Städten auch wieder ganz gut, und von denen kann man sich dann zu den Ländergrenzen vorarbeiten, deren Position dann durch die Städte zumindest schon mal grob festgelegt ist.

      Bei all diesen Skizzen spielt Ästhetik erst einmal keine oder fast keine Rolle - man bekommt dafür ein Gefühl, wie die Karte in etwa aussehen muss, und kann sich dann in einem weiteren Schritt ans Zeichnen selbst machen. In vielen Fällen hat mir aber auch schon eine Skizze gereicht, wenn sie ein bisschen aufgehübscht war...
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
      »Aus den Nacken waren Kehlköpfe geworden.« (2019)
    • Fantastic Maps hat dazu auch tolle Ressourcen. Einen Artikel, der sehr strukturiert vorgeht, durfte ich mit Erlaubnis des Autors für Weltenbau Wissen übersetzen.

      Bevor eine Karte gezeichnet wird, werden zunächst die Beziehungen verschiedener Länder, die auf der Welt eine Rolle spielen sollen, zueinander definiert. Welches Land soll eine Seefahrernation sein, wer liegt mit wem im Krieg? Wer braucht Zugang zu großen Erzvorkommen? Daraus ergibt sich, wie die Lage der Länder aussieht und diese wird in einer Ansammlung aus Kreisen grob festgehalten:

      [IMG:http://www.weltenbau-wissen.de/wp-content/uploads/2015/01/BasicLayout.png]

      Um diese Kreise werden anschließend nach Bedarf Küstenlinien gezogen:

      [IMG:http://www.weltenbau-wissen.de/wp-content/uploads/2015/01/Coastlines.png]

      Es folgen Gebirge, Flüsse, natürliche Ressourcen. Und dann werden Städte "gegründet": Dabei wird vor allem auf die Logik der Lage geachtet. Kann die Umgebung eine Stadt versorgen, liegt sie strategisch günstig, wie sehen Verkehrswege aus?

      [IMG:http://www.weltenbau-wissen.de/wp-content/uploads/2015/01/Cities.png]

      Das ist die Kurzversion, den ganzen Artikel gibt es hier.
    • Die Knöpfe-Methode kenne ich auch. Da ich aber immer wieder irgendwelche Bedingungen einfach vergesse, handelt es sich bei mir um Tomatensaucendeckel, auf die ich Zwirn geklebt habe, um die Entfernung zu fixieren. Man muss bloss aufpassen, dass man sich nicht im wörtlichen Sinn verheddert.

      Die Entfernung ist bei mir meistens vorgegeben, weil die Weltbewohner mir sagen, wie lang man dahin braucht.

      Wenn sich dann irgendwo ein Widerspruch auftut, kann man gucken, ob man es über besonders einfache oder komplizierte Reiserouten (z.B. Passstrecken) löst, oder ob die Weltbewohner einen verscheissert haben (kommt ja auch vor).
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Hm, sehr spannend das das anscheinend eine recht beliebte Methode ist, ich bin das bisher immer von der anderen Seite aus angegangen.

      Ich krakle sehr gerne auf Papier herum und versuche dann einfach irgendwelche Landmassen hin zu bekommen die nicht allzusehr anbekannte Küsten erinnern aber auch nicht zu sehr oder zu wenige Details haben. Ich mache das auch gerne mal einfach nebenbei ohne wirklich etwas Weltenbezogenes zu planen...

      Als nächstes überlege ich mir wie die Kontinentalplatten ausschauen könnten oder zumindest wo es Gebirge geben könne, Hügel, Feuchtgebiete und Flüsse. Ggf noch Bodenschätze und grobe Klimaregionen. Anhand davon ist es dann eigentlich recht simpel größere Städte an Handelsknotenpunkten oder strategisch wichtigen Stellen zu planen und daraus dann politische Machtgebiete abzuleiten.

      So gesehen eigentlich genau die andere Richtung. :lol:
      (Boah, sollte ich echt mal wieder...)
      Falken haben doofe Ohren
    • Ich habe schon zahlreiche Formen von Karten erstellt und folge dabei zwei Ansätzen

      1: Das was dort passiert formt den Ort.
      Üblicherweise ist hier der Name und die ungefähre Geschichte schon vorhanden so das ich mir konkrete Pläne mache, zahlreiche Skizzen und entwickle ein Basiskonzept das
      sich mehr und mehr mit Details füllt lange bevor der erste Strich getan ist.

      2: Der Ort formt die Geschichte.
      Besonders wenn ich ganze Planeten gestalte steht am Anfang meist nur eine sehr wage Idee, daraus entwickelt sich dann die Topographie die häufig mit ein paar Farbklecksen beginnt.
      Ich empfehle einfach mal drauf los zu panschen, sich vielleicht einen dicken Pinsel und Tusche/Acrylfarbe oder Kohle zu nehmen und wild das Papier zu bearbeiten.
      Anschließend kann man die entstandenen Umrisse einscannen oder durchpausen und topographische Elemente einfügen, man kann auch interessante Flecken nehmen die vorfindet
      und damit arbeiten (ich habe mal Weinflecken auf Papierunterlagen in einen Kontinent verwandelt)
      Man kann die Umrisse auch vorher grob skizzieren, digital vergrößern und anschließend zusätzliche Details an der Küstenlinie einfügen.
      Danach kann man sich überlegen was in dem neu geschaffenen Biotop wachsen und leben soll und welche Flecken sich für eine Besiedlung günstig sein könnten.
    • Sehr interessante Vorgehensweisen, aber ich merke schon, warum verschiedene Tutorials nie wirklich auf die Startbedingungen eingehen - weil es die nicht gibt. Jeder entwickelt seine Karten aus anderen Blickwinkel. Deshalb ist es aber umso schöner hier einen Inspirationsquelle zu sehen.

      Also, ich für meinen Teil gehe das Kartenzeichnen von der Landmasse aus. Ich zeichne Kontinente auf und dort dann Gebirge, Flüsse und Seen sowie Wälder hinein. Dann erst kommen die Städte. Die Beziehung zwischen den Städten ist bei mir immer etwas, was erst zum schluss kommt, also komplett anders als manch andere, die die Beziehung zwischen den Staaten, Städten udn Ländern als erstes nehmen.

      Wie zeichne ich Kontinente? Da nehme ich mir eine hübsche Form (Viereck, Kreis, Oval, Dreieck, Tiere (Schmetterling oder Skorpion habe ich schon genutzt) oder eine nette Form, die ich irgendwo mal gesehen habe (neulich machte ich das mit einem S, oder auch ein C musste schon herhalten ; ) )
      Ist die Form geglückt, dann mache ich noch kleine Änderungen. Küstenlinie anzeichnen oder kleine Halbinseln ranbasteln. und voila... eine schöne Insel. Und bevor jemand fragt, ja, sowas findet man auch in unserer Welt. Stiefel als Italien oder ich hatte schonmal eine Zeichnung von Europa gesehen, die als Karte fungierte. Der Kopf war Iberien, die Arme Italien und Grobritannien und der Übergang nach Asien das Kleid der Dame Europa aus der griechischen Mythologie.

      ​​
      Wo ein Waldgott steht wächst grünes Gras,
      wo ein Waldgott ruht, sprießen Wälder,
      wo ein Waldgott weint, entstehen Sümpfe,
      wo ein Waldgott blutet, ist das Land geheiligt
      und wo ein Waldgott stirbt, wird leben sein.​
    • Meine Technik ist so aehnlich wie die Kreise-Methode welche Caspar vorgestellt hat. Ich zeichne erstmal grobe Umrisse mit den wichtigsten geographischen Gegebenheiten und Umrisse die ich haben will, dann ueberlege ich mir was fuer Kontinetalplatten es gibt und in welche grobe Richtung sie driften. Mit meinem begrenzten Wissen ueber Geologie von einem Jahr Vorlesungen ziehe ich dann Gebirgsketten, diese bestimmen oft das Klima und Flusslaeufe, welche fuer die Gruendung von Siedlungen wichtig sind und so weiter.
      Irgendwie ist das bei mir wie eine Kausalkette, sobald ich ein paar Grundstrukturen habe faellt alles andere automatisch an seinen richtigen Platz. Wahrscheinlich ist das wissenschaftlich alles quatsch, aber in meiner Ignoranz ergibt es fuer mich alles Sinn und baut logisch aufeinander auf ;D
      Let there be fog
      And let there be monsters
      And fantastic sights to all
      Who follow you

      - Svan, Njall's Saga -
    • Ich habe mal eine Karte gebastelt indem ich einfach bei Googlemaps irgendwo an die Küste Schottlands gezoomt habe. Dann habe ich da ein bisschen rumgesucht, bis mir eine Stelle gefallen hat und einen Screenshot gemacht. Das habe ich mehrmal wiederholt und habe dann mit Photoshop einige Bilder zusammengeschnitten, um eine schöne Küstenlinie zu erhalten.
    • Tö. schrieb:

      Ich habe mal eine Karte gebastelt indem ich einfach bei Googlemaps irgendwo an die Küste Schottlands gezoomt habe. Dann habe ich da ein bisschen rumgesucht, bis mir eine Stelle gefallen hat und einen Screenshot gemacht. Das habe ich mehrmal wiederholt und habe dann mit Photoshop einige Bilder zusammengeschnitten, um eine schöne Küstenlinie zu erhalten.


      Das habe ich so auch schon gemacht und damit, wie ich finde, sehr gute Ergebnisse erzielt. Vorher habe ich meine Karten immer völlig frei ohne Vorlage gemalt und war dann oft unzufrieden oder habe komplette Regionen öfter radikal verändert. Man muss sich ja auch nicht nur auf Googlemaps beschränken. Es gibt einige Programme (mir fällt jetzt keins mit Namen ein), mit denen man Landkarten generieren lassen kann. Die würde ich nie 1 zu 1 übernehmen, da ich dann zurecht das Gefühl hätte, keine eigene Arbeit geleistet zu haben, allerdings kann man dort auch manchmal recht hübsche Küstenlinien finden.

      Die hier angesprochene Knopfmethode finde ich interessant, aber ich glaube, dass es dafür vielleicht schon etwas zu spät bei mir ist, da meine Karte ja mehr oder weniger fertig ist.*

      *Das sage ich jetzt und werfe in 2-3 Jahren wieder einen Haufen um. :lol:
      Dieser Account existiert nur noch, weil die Administration nicht auf die Bitte nach Löschung reagiert.
    • Ich glaube, das fällt am ehesten unter Werbung, aber im Chat waren die anderen der einhelligen Meinung, dass es zu schade für den Werbethread ist, weil es a) wirklich ein sehr geiles Angebot ist und b) ein sehr nützliches Tool für Kartenersteller.

      Vielleicht interessiert sich der eine oder andere dafür!

      Bei HumbleBundle gibt es gerade für 28€ eine Lifetime License für den Campaign Cartographer 3+ und den City Designer 3 und noch einige andere Mapmaking Programmer dazu.
      Æýansmottír-Blog - Mysterion-Blog - Deviant - Mysterion - Æýansmottír (provisorisch) - Bloubbuji

      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
      The limit of the Willing Suspension Of Disbelief for a given element is directly proportional to its degree of coolness.
    • Das sieht verlockend aus! Hat denn jemand schon eigene Karten damit erstellt, damit ich einen besseren Eindruck davon bekomme, was damit alles möglich ist? Oder ob die Styles alle an pseudomittelalterlicher Fantasy orientiert sind oder es auch etwas Exotischeres gibt? Und wie sieht es mit Import- / Exportmöglichkeiten aus?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Ehana ()

    • Darüber hab ich auch gegrübelt, aber ich hab es mir jetzt einfach geholt. So knapp ist meine Haushaltskasse gottseidank nicht, dass ich nicht auch eine "Fehinvestition" von 28€ verschmerzen könnte. Aber ich glaube es eigentlich nicht. Und wenn ich die Karten nur als Vorlage für meinen bisherigen Corel-Workflow nehme, ist auch schon was gewonnen. Vor allem erhoffe ich mir Erleichterung bei meiner absluten Horror-Aufgabe: Flüsse zeichnen :lol:
      Wenn Gott allwissend ist, weiß er dann auch wie Papiertaschentücher schmecken?
    • Ja, ich denke, ich mache es auch so. Selbst wenn mir die Programme selbst nicht so zusagen sollten, finde ich das Bundle bereits wegen der Texturen / Icons und des Kartenbastel-E-Books interessant. Und außerdem geht ein Teil des Geldes an Ärzte ohne Grenzen. :nick:

      Besonders interessant finde ich ja die Erweiterung zum Städtezeichnen. Ich hatte zwar neulich schon mit einem Stadtkarten-Zufallsgenerator ein paar brauchbare Ergebnisse erzielt, aber ein paar Beeinflussungsmöglichkeiten wären schon nicht verkehrt. ;)
    • Ich fürchte, ihr habt mich überzeugt und ich schaue mir das nun auch endlich mal an. Campaign Cartographer als Begriff ist ja nun was diese Tools betrifft auch fast schon legendär ...

      Dennoch möchte ich, auch wenn die beiden Tools gerade nicht im "Sonderangebot" sind, an dieser Stelle auch nochmal auf Wonderdraft und Projekt Deios verweisen.

      Wonderdraft kostet auch ohne Angebot ca 30$ (ca 27 € derzeit)

      Project Deios befindet sich noch in der Entwicklung, wird dann im Abo verfügbar oder alternativ als "standalone" Kaufversion (die mit voraussichtlich 213,30 € nicht so günstig wird).
      Das Deios-Abo wird voraussichtlich monatlich ca 8 € kosten, jährlich ca 80 € und, wenn man es kommerziell verwenden möchte, jährlich 150€.
      Projekt Deios unterstützt nicht nur Fantasy-, sondern auch Science Fiction-Settings (mit passenden Grafikpaketen), also beispielsweise auch "Planetenkarten", und noch weitere wie z.B. "Horror".


      edit:
      Im Vergleich zu Wonderdraft fühlt man sich bei Campaign Cartographer 3 schon ein wenig in die 90er zurückversetzt. :D
      Das muss aber natürlich nicht stören, wenn das Werkzeug seinen Zweck erfüllt!
      nobody.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Yrda ()

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