(Ant-)Arktische Geographie, Wetter, Leben

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    • (Ant-)Arktische Geographie, Wetter, Leben

      Ich bastle ja derzeit an meinem Südpolarkontinent, und wühle mich daher durch alles was sich an coolen Dingen aus arktischen Regionen finden lässt. Ich hab auch ein paar konkrete Fragen, aber ich will zuallererst mal ein paar bisherige Funde sammeln:

      - antarktische Trockentäler. Eisfreie Gebiete, die unter anderem den salzigsten See der Welt beinhalten.
      - Nunatakker sind Erhebungen über Eislevel...

      Ok, die konkreten Fragen sind eher weltspezifisch, aber vielleicht trotzdem für andere Welten auch ergiebig... optimistisch gedacht. ;)

      Ich hab inmitten meines Südkontinentes (genauer, direkt am geographischen Südpol) einen ca. 3000 bis 4000 Meter tiefen Krater, in dessen Mitte ein kleines Meer ist, das von zahlreichen heißen Quellen unterirdisch gespeist wird, und daher an manchen Stellen tatsächlich kocht, daher der Name Kochendes Meer.

      Das Tal hat mehrere Stufen, die unterste Stufe - das Meer und ein breiter Küstenstreifen darumherum - sind ca. ein Kreis von 150 km Durchmesser, also etwa so groß wie Niederösterreich. (ca. 17000 km^2) Darum herum gibt es noch ein paar höhergelegene Stufen, bis schließlich ganz oben wieder Eiswüste ist.

      Da das Meer ja kocht, dürfte ständig Dampf aufsteigen, und das Tal füllen. Das meiste Wasser regnet vermutlich beim Aufsteigen in die höheren, kälteren Nebentäler schon ab, also hätte ich hier einen Miniatur-Wasserzyklus. Geh ich richtig in der Vermutung, dass sich über den Rest der Antarktis kaum Wolken bilden, bzw. dass die da nicht hinkommen?

      Dann ist die Frage, wie sich die Jahreszeiten auswirken. Im Sommer ist es ja auch auf der Oberfläche um einiges wärmer, geht auch manchmal an den Gefrierpunkt heran. Demnach müsste der aus dem Krater aufsteigende Dampf im Sommer also höher steigen, und eventuell auch in einer etwas weiteren Umgebung abregnen (oder abschneien).

      Im Tal selbst dürfte es aber immer ungefähr gleich warm sein, würde ich jetzt mal vermuten.

      Vermutlich gibt es auch an den Rändern des Tals ziemlich extreme Stürme - mehr im Sommer oder mehr im Winter? Oder ist das ganze Gebiet sogar ein permanenter Wirbelsturm, weil ständig heiße Luft aufsteigt?

      Ist der Luftdruck auf 4000 Meter unter dem Meeresspiegel für Menschen und Tiere ein Problem? Oder die extrem hohe Luftfeuchtigkeit? Ich hätte da unten, am Meer, gerne eine Art Dschungel mit einer Menge heimischer Affen.^^

      Joa, also vor allem das Klima bereitet mir eben Kopfzerbrechen. ;)
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    • Geh ich richtig in der Vermutung, dass sich über den Rest der Antarktis kaum Wolken bilden, bzw. dass die da nicht hinkommen?
      Jein. Im Winter koennen sich durchaus Wolken in der Antarktis formen. Dominanter, vor allem an der Ostkueste, sind die katabatischen Winde.

      Nur um sicherzugehen ich verstehe die Parameter des Kraters richtig, der ist am Suedpl gelegen, inmitten eines Hochplateaus, und geht dann 3000 m runter. An dem Grund liegt dann das kochende Meer, welches den ganzen Krater aufheizt. Irgendwie stelle ich mir ein Szenario wie in Ice Age 3 vor, wo ein tropischer Regenwald in einer Art Eisglocke eingeschlossen ist. So unrealistisch ist das vieleicht gar nicht in dem Fall, und koennte erklaeren wie Leben im Winter am Suedpol ueberleben koennte. Bedenke, dass im Winter die Lufttemperaturen bis zu -80 Grad gehen, selbst mit kochenden Quellen ist das schwierig zu ueberleben. Hast du schonmal den lustigen kleinen Versuch gemacht, an sehr kalten Wintertagen eine Tasse heisses Wasser in die Luft zu schleudern? Das Wasser gefriert zu Schnee bevor es den Boden erreicht, und das nur bei -10C bis -20C. Im Falle einer Eiskuppel muesste man dann natuerlich erklaeren wie da genug Licht fuer den Dschungel sein kann.
      Mit Stuermen und so weiter kann ich dir nicht helfen, ich glaube aber irgendwie nicht, dass das ein grosses Problem sein wuerde?

      Der Luftdruck ist kein Problem. Ein bar ist der Druck der gesamten Atmosphaere, das sind 600km (obwohl in der Thermosphere nicht mehr viel Luft uebrig ist). Ausserdem ist die Atmosphere an den Polen eh duenner, durch die Erd-Rotation. Vieleicht ein brauchbares Beispiel ist das Aquarius Labor. Das ist ein Unterwasser labor in etwa 20m Tiefe, und permanent bemannt. 10m Wassersaeule ergeben ein Druck von ungefaer 1 bar, also ist der Luftdruck in 20m Tiefe fast drei bar, also das dreifache von einer 600km Atmosphaere. Was wesentlich hoeher ist als der Luftdruck von 3000m Luft ;)
      Stickstoff unter hohen Druck kann zu einer Stickstoffnarkose fuehren, das ist ein wenig wie Betrunken sein. Das ist bei Sporttauchern aber meistens erst ab 30m (oder 4 bar) bemerkbar. Dann fuehlt sich das vieleicht so an, als ob man abends ein Glass Wein getrunken hat. Mit steigenden Druck wird steigt der Effekt rapide. Als persoenliche Anekdote: Mein tiefster Tauchgang war etwa 50m (6 bar), mein Bruder und ich haben uns gegenseitig Matheaufgaben gestellt (einfache Multiplikation mit Handgesten) und konnten mitunter selbst 7+3 nicht mehr ohne laengeres nachdenken rausfinden ;D

      Die Luftfeuchtigkeit sollte auch kein Problem sein, denke ich. In den Tropen steigt die Luftfeuchtigkeit schliesslich auch bis zu 80-100%. Ausser du stellst dir permanenten Dampf vor? Da waere ich mir nicht mehr so sicher was die langzeit Wirkungen waeren. Kurzzeitig aber auf jeden Fall auch kein Problem, ausser es ist zu heisser Dampf natuerlich.
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    • Nur um sicherzugehen ich verstehe die Parameter des Kraters richtig, der ist am Suedpl gelegen, inmitten eines Hochplateaus, und geht dann 3000 m runter. An dem Grund liegt dann das kochende Meer, welches den ganzen Krater aufheizt.


      Der Krater selbst ist eher so 6000 m tief.in die Umgebung eingeschnitten. Das kochende Meer liegt aber auf fast 4000 m unter dem (Ozean-)Meeresspiegel, das umgebende Hochplateau dann halt 2000 m und mehr über dem Meeresspiegel.

      Bedenke, dass im Winter die Lufttemperaturen bis zu -80 Grad gehen, selbst mit kochenden Quellen ist das schwierig zu ueberleben.

      Hmmm. :-[ Aber wenn ich richtig viele und richtig große kochende Quellen nehme?

      Anscheinend ist bei -3000 m der Luftdruck bereits 1,5 bar; und damit auch der Siedepunkt höher. D.h. das Wasser kocht dort unten mit eher so 120° Celsius. Also noch etwas heißer.

      Und es ist eben ein ganzes Meer, das insgesamt ne hohe Wassertemperatur hat, sagen wir mal, durchschnittlich 60° C... das dürfte doch die Umgebung ziemlich aufheizen?

      Eine Eisdecke passt mir nicht ins Konzept, außerdem würde der Dampf das doch erst recht wegschmelzen...

      0m Wassersaeule ergeben ein Druck von ungefaer 1 bar, also ist der Luftdruck in 20m Tiefe fast drei bar, also das dreifache von einer 600km Atmosphaere. Was wesentlich hoeher ist als der Luftdruck von 3000m Luft

      Danke, das hilft mir; zumindest über den Luftdruck brauche ich mir also erstmal nicht groß weiter Gedanken zu machen. :)

      Ausser du stellst dir permanenten Dampf vor? Da waere ich mir nicht mehr so sicher was die langzeit Wirkungen waeren. Kurzzeitig aber auf jeden Fall auch kein Problem, ausser es ist zu heisser Dampf natuerlich.

      Permanent kochendes Wasser, also wohl auch permanenter Dampf.^^ Aber ich würde ja vermuten, dass der eher aufsteigt. Oder ist das Wasser zu schwer, und nebelt stattdessen das ganze Tal dauerhaft ein? Ich hab leider überhaupt keine Physikkenntnisse, die mir da helfen. :-[ Wie verhält sich Wasserdampf, wenn er auf eine kalte Luftschicht trifft?

      Im Falle einer Eiskuppel muesste man dann natuerlich erklaeren wie da genug Licht fuer den Dschungel sein kann.

      Das ist eh auch noch was, was ich mir vergegenwärtigen muss: Es ist ja das halbe Jahr total finster. D.h. Pflanzenwachstum muss auf diesen sehr spezifischen Rhythmus ausgerichtet sein... wachsen dann im Winter statt den Pflanzen nur Pilze, und zersetzen die Bäume wieder? Die Tiere werden schon auch irgendwie drauf angepasst sein, dass sie ein halbes Jahr im Finstern leben.

      (Wobei der Südstern ja fast mondhell ist, und den ganzen Winter über hoch am Himmel steht, also soo finster ist es dann auch wieder nicht)
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    • Lassen wir einmal außen vor, wie der Krater dort hingekommen sein mag. Nehmen wir ihn als gegeben an.
      Es ist wahrscheinlich, dass:
      1. Grundwasser (sofern vorhanden und nicht gefroren), Niederschläge und Schmelzwasser von umgebenden Gletschern in den Krater strömen, vermutlich als Flüsse.
      2. Aufgrund der enormen Tiefe ist der Untergrund vermutlich warm (Erdwärme und Atmosphäre) und wird umso heißer, je tiefer man geht. Es ist daher anzunehmen, dass das Wasser verdampft, bevor es sich im Zentrum sammeln kann.
      Um ein Meer zu bilden müssten mehrere große Wasserströme vorhanden sein, um dieses Meer zu speisen. Es wäre übrigens kein Meer, sondern ein See, da es ja eine abgeschlossene Wassermenge ist.
      3. Sollte es zum See reichen, so wäre der salzgehalt vermutlich enorm hoch, da Mineralien durch Wind und gelöst in den Wasserströmen eingetragen werden und die hohe Verdunstungsrate dafür sorgt, dass das Salz zurückbleibt.
      4. Je nach Jahreszeit wird der Wasserspiegel vermutlich stark schwanken mit einem hohen Wasserspiegel im Sommer (mehr Schmelzwassereintrag) und einem niedrigen im Winter.
      5. Kochen würde der See wahrscheinlich nur, wenn er relativ flach ist.
      6. Im Winter wäre die Wolkenbildung verstärkt, da dann die Labilität am höchsten ist. Das heißt, der warme Dampf steigt in kalter Luft umso schneller auf als in warmer, dadurch entstehen Wolken, die je nach Windrichtung irgendwo abseits
      zu Niederschlag führen werden. Liegt leeseitig ein großes Tal, wo der Niederschlag hauptsächlich niedergeht, dann hättest du schon mal einen möglichen Ursprungsort, deiner Wassermassen. Wäre fast ein kleiner Kreislauf.
      7. Der Dampf wird immer mehr zur Seemitte hin aufsteigen, da sich ein lokales Tief über dem See bilden würde.
      8. Auch wenn der Luftdruck nach unten hin exponentiell steigt, ist er noch nicht auf gefährlichem Niveau hoch. Im Gegenteil. Der Partialdruck aller Gase, so auch des Sauerstoffs, wäre höher und könnte sich auf das Leben dort positiv auswirken.
      9. Wenn der Untergrund nicht zu heiß ist, dann kann sich durchaus leben entwickeln.

      Hoffe, das beantwortet ein paar Dinge.
    • Zunächst müssen wir mal eine Definition klären. ;) Wasserdampf ist eigentlich gasförmiges Wasser, also unsichtbar. Nebel und Wolken ist kondensiertes Wasser in winzigen Tröpfchen.
      Ich versuche mal den Vorgang nachzuvollziehen.
      Das Wasser ist sehr warm, und dazu noch recht bewegt, was die Verdunstungsrate noch beschleunigt. Ganz nebenbei könnte ich mir übrigens auch vorstellen, dass heftige Temperaturunterschiede im Wasser existieren, denn die heißen Quellen sind ja nicht überall, und immerhin sind wir am Pol.

      Das Wasser kondensiert also und steigt hoch. Die Wolken breiten sich in dem Trichter aus, kühlen ab, regnen irgendwann ab. Da das ganze ein relativ gleichbleibendes System ist, sollte es kaum Abwechslung darin geben, ein permanenter leichter Regen, eine interessante Umweltbedingung. :)

      Was ich mir dann aber auch überlege: weiter oben und zum Rand hin fällt der Regen auf zunehmend kalten Untergrund oder sogar auf Eis, und würde dort natürlich gefrieren. Ich könnte mir die Gefahr vorstellen, dass die oberen Ränder des Trichters immer mehr Eis ansetzen und der Schacht irgendwann oben zuwächst. Oder zumindest überhängend wird. Was es praktisch unmöglich machen würde, hineinzugelangen (außer fliegend).

      Das alles jetzt so aus dem Bauch gefachsimpelt, vielleicht ist das auch physikalischer Blödsinn. ;) Darf man fragen, wie dieses Loch entstanden ist? Vielleicht müsste man in die Urgeschichte eintauchen, um herauszufinden, wie sich das in der Gegenwart verhalten würde.

      Übrigens: wenn die Wolken über den Kraterrand hinausziehen, dann wird der See abgesehen von der Menge, die durch die Quellen gespeist wird, abnehmen, da das verdunstete Wasser ja nicht mehr in den See zurückkehrt.
      Æýansmottír-Blog - Mysterion-Blog - Deviant - Mysterion - Æýansmottír (provisorisch) - Bloubbuji

      Jedes Tier sollte stolz sein, wie Grillgut auszusehen. Besser als wenn man hinschaut und sagt: "Nette Suppeneinlage." (Mara)
      The limit of the Willing Suspension Of Disbelief for a given element is directly proportional to its degree of coolness.
    • Danke euch. Hilft ungemein, nicht allein nachdenken zu müssen. :)

      Wasserdampf ist eigentlich gasförmiges Wasser, also unsichtbar. Nebel und Wolken ist kondensiertes Wasser in winzigen Tröpfchen.

      Duly noted. :-[

      Ganz nebenbei könnte ich mir übrigens auch vorstellen, dass heftige Temperaturunterschiede im Wasser existieren, denn die heißen Quellen sind ja nicht überall, und immerhin sind wir am Pol.

      Ja, denk ich mir auch. Vor allem, wenn da Flüsse mit Schmelzwasser kommen, von dort ist das Wasser ja sehr kalt.

      Was ich mir dann aber auch überlege: weiter oben und zum Rand hin fällt der Regen auf zunehmend kalten Untergrund oder sogar auf Eis, und würde dort natürlich gefrieren. Ich könnte mir die Gefahr vorstellen, dass die oberen Ränder des Trichters immer mehr Eis ansetzen und der Schacht irgendwann oben zuwächst. Oder zumindest überhängend wird. Was es praktisch unmöglich machen würde, hineinzugelangen (außer fliegend).

      Da sind wir wieder bei der Eiskuppel^^ - na gut, ich glaube, dem kann ich am besten entgehen, indem ich das Tal einfach entsprechend breit mache. Es ist ja nur die unterste Ebene so ganz klein, weiter oben dürfte es schon noch mehr breite Täler geben, die nicht direkt am Meer liegen. Und wenn an der einen oder anderen Stelle sich doch Eisüberhänge bilden, siehts ja schick aus. ;)

      Darf man fragen, wie dieses Loch entstanden ist? Vielleicht müsste man in die Urgeschichte eintauchen, um herauszufinden, wie sich das in der Gegenwart verhalten würde.

      Für die Ursache hab ich mir nichts überlegt; wenns sein muss, werf ich da eine Prise Magie oder Isso drauf. ;) Könnten auch Proto-Götter daran beteiligt sein.

      Übrigens: wenn die Wolken über den Kraterrand hinausziehen, dann wird der See abgesehen von der Menge, die durch die Quellen gespeist wird, abnehmen, da das verdunstete Wasser ja nicht mehr in den See zurückkehrt.

      Ja, darum würde ich es gerne so einrichten, dass da kein Wasser das Polgebiet verlässt - oder wenn doch, dann muss mehr Wasser von außen reinkommen. Aber über der Antarktis dürften sonst kaum Wolken ziehen... (die polaren Stratosphärenwolken scheinen ja zumindest nicht aus Wasser zu bestehen, wenn ich Wikipedia richtig lese)

      Aufgrund der enormen Tiefe ist der Untergrund vermutlich warm (Erdwärme und Atmosphäre) und wird umso heißer, je tiefer man geht. Es ist daher anzunehmen, dass das Wasser verdampft, bevor es sich im Zentrum sammeln kann.

      "Im Zentrum" ist ja das kochende Meer. Da fließt das ganze Wasser von rundum ja hin. :kopfkratz:

      Um ein Meer zu bilden müssten mehrere große Wasserströme vorhanden sein, um dieses Meer zu speisen. Es wäre übrigens kein Meer, sondern ein See, da es ja eine abgeschlossene Wassermenge ist.

      Ok, es ist ein See. :) Ich werde es trotzdem weiter "Kochendes Meer" nennen, da "kochender See" irgendwie nicht so gut klingt. Präzedenzfall: Totes Meer.^^

      Das Wasser, das verdampft, regnet in den umgebenden (etwas höherliegenden) Gebieten wieder ab, und fließt zum See zurück. Zusätzlich könnte es eine Menge unterirdischer Zuflüsse geben, die Schmelzwasser von den Gletschern zutragen, das dann auf der untersten Ebene eventuell nochmal an der Oberfläche als Fluss auftaucht. Das Eis müsste ja unter der Last seines eigenen Gewichts ganz unten eher schmelzen, und wenn es dort dann Kanäle gibt, die ins Tal führen, dann kommt dort auch immer wieder Wasser von den Gletschern nach.

      Wenn ich es richtig verstanden habe, liegt über der Antarktis normalerweise dauerhaft ein Tiefdruckgebiet - heißt das dann, dass mir die Wolken mehr oder weniger in die Mitte geblasen werden, oder halt irgendwie kreisförmig um den Pol? Würde mir sehr gelegen kommen, wenn große Windbewegungen vom Pol weg nur ganz selten vorkommen, denn dann würde mir das Wasser ja nicht so leicht abhanden kommen.

      Je nach Jahreszeit wird der Wasserspiegel vermutlich stark schwanken mit einem hohen Wasserspiegel im Sommer (mehr Schmelzwassereintrag) und einem niedrigen im Winter.

      Die Wasserschwankungen sind ein guter Hinweis, danke! Das muss ich vor allem bedenken, weil ich da ja eine Menge Küstenstädte haben werde. In welcher Größenordnung könnte man denn diese Schwankungen denn einordnen?
      Die Wassertemperatur wird ja auch davon abhängen - demnach wäre im Sommer das Wasser deutlich kühler, da ja viel mehr eiskaltes Schmelzwasser zufließt.
      Dann würde es eher nur im Winter kochen (an manchen Stellen) - was aber wiederum bedeuten würde, dass es im Sommer auch deutlich weniger regnet, was wiederum einige Zuflüsse verringert.

      Hm, wenn man das Wasser im Tal eher als in einer Art geschlossenem System denkt, bei der die Menge immer gleich bleibt, dann könnte es eigentlich gar nicht zu solchen Wasserspiegelschwankungen kommen. Bzw. wenn mehr Wasser im Meer ist, ist halt weniger in der Luft und umgekehrt. Dann ist die Frage eher, unter welchen Bedingungen das Wasser nicht so schnell abregnet?

      Wenn im Sommer also durch Schmelzwasser der Pegel steigt, wodurch sinkt er dann im Winter wieder? Kann ja eigentlich nur passieren, wenn das Wasser irgendwo abregnet, wo es gefriert.

      Der Dampf wird immer mehr zur Seemitte hin aufsteigen, da sich ein lokales Tief über dem See bilden würde.

      D.h. er geht von dort nur weg, wenn er hoch genug ist, dass ihn irgend ein anderer Wind nach außen befördert? Aber wenn dort ein Tief ist, wie kommen die Wolken dann weiter nach außen?
      *keine Ahnung von Wind hat* ;)

      5. Kochen würde der See wahrscheinlich nur, wenn er relativ flach ist.

      Ich hätte den See gern an manchen Stellen flach, an anderen Stellen extrem tief. Und an diesen tiefen Stellen würde er natürlich so weit runter gehen, dass er von unten einfach schon durch die Erdwärme extrem aufgeheizt wird. Also einzelne Spalten, die ganz tief in die Erdkruste hineinreichen, und ansonsten eher seicht (würde ja sonst keinen Sinn machen, da das Tal ja auch einen eher flach-hügeligen Boden hat.

      Müssten dann aber nicht gerade die tiefsten Stellen wild kochen? Also in dem Sinne, dass von unten her aus dem Spalt das Wasser verdampft, auch wenn die Wasseroberfläche dort relativ kühl ist?
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    • 1. Ja, er würde unten kochen, aber je nach Tiefe würde sich dieses Wasser auf dem Wege nach oben ja wieder abkühlen.
      Sichtbar kochen würde das Wasser also vermutlich eher an den flachen Stellen. Bedeutet aber auch, dass der Uferbereich sehr heiß wäre.
      2. Wie stark der Wasserspiegel schwankt, hängt davon ab, wie groß die durchschnittliche Gesamtwassermenge ist, also das Volumen, und wie stark der Wassereintrag aufgrund der Jahresschwankung sich verändert.
      Das kannst du selbst festlegen.
      3. Da es sich um ein lokales Tief handelt, hat das keinen großen Einfluss auf die vorherrschenden Winde. Die würden oben trotzdem die Wolken davontragen.
      Über dem Südpol herrscht übrigens meist hoher Luftdruck, da die Luft über den Eismassen absinkt und dann äquatorwärts zum subpolaren Tiefdruckgürtel strömt, mit einer starken Ostkomponente. Deswegen nennt man das auch Polare Ostwinde. Niederschlag, außer in den Antarktischen Trockentälern, gibt es fast überall, wenn auch meist sehr wenig. Aber ohne Niederschlag, kann es auch keine Gletscher geben. Die Ausdehnung des Hochs ist immer sehr unterschiedlich. Es ist je nach Jahreszeit eher größer (Winter) oder kleiner und die Ränder sind Wellenförmig und bewegen sich, so wie auch die Tiefs immer ostwärts um die Antarktis herumströmen, neu entstehen und zerfallen.
      4. Da dein Untergrund immer warm ist, findet eine Temperaturerniedrigung durch Schmelzwassereintrag im Sommer so gut wie nicht statt. Auf jeden Fall kühlt sie den See nicht so stark ab, dass sich keine WOlken mehr bilden können.
      So lange es flüssig und wärmer als die Lufttemperatur ist, verdunstet immer genug.
    • Jundurg schrieb:

      Hm, wenn man das Wasser im Tal eher als in einer Art geschlossenem System denkt, bei der die Menge immer gleich bleibt, dann könnte es eigentlich gar nicht zu solchen Wasserspiegelschwankungen kommen. Bzw. wenn mehr Wasser im Meer ist, ist halt weniger in der Luft und umgekehrt. Dann ist die Frage eher, unter welchen Bedingungen das Wasser nicht so schnell abregnet?

      Wenn im Sommer also durch Schmelzwasser der Pegel steigt, wodurch sinkt er dann im Winter wieder? Kann ja eigentlich nur passieren, wenn das Wasser irgendwo abregnet, wo es gefriert.

      Ich denke, das wäre auch das Einfachste, dass es sich um ein geschlossenes System handelt. Alles andere wirft nur unnötige Probleme auf. ;)
      Im Winter sinkt der Wasserspiegel einfach, weil das Eis, was im Sommer abschmilzt und den Wasserpegel steigen lässt, ja irgendwo herkommen muß. ;) Im Winter gefriert in den oberen Lagen einfach mehr an den Wänden, im Sommer schmilzt es wieder ab.

      Tiefer gelegene heiße Quellen würden natürlich abgekühlt auf dem Weg zur Wasseroberfläche, tragen aber generell zur Erwärmung des ganzen Meeres bei. An der Oberfläche sprudelndes Wasser dürfte nur durch oberflächennahe Quellen funktionieren.

      Über dem Pol ist also hoher Luftdruck? Müsste das dann nicht perfekt funktionieren? Das lokale Tief über dem Meer lässt die Wolken nach oben steigen, bis sie durch den hohen Luftdruck der Oberfläche aufgehalten werden, wodurch die Wolken zur Seite hin ziehen und dort abregnen. Wäre das so schlüssig?
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    • Wenn man einfach als ISSO annimmt, dass es ein geschlossenes System sei, dann sind doch alle fragen drumherum überflüssig.
      So etwas wie ein geschlossenes System existiert auf einem Planeten nicht. Alles wechselwirkt irgendwie mit den Umgebungsbedingungen.

      Was den Luftdruck angeht: Man muss beachten, dass der lokale Tiefdruck im Vergleich zum hohen über der Polkappe an sich nicht ins Gewicht fällt, da es sich dabei um ein weitaus großräumigeres System handelt.
      Da der Krater direkt am Pol liegen soll und wir das jetzt einfach mal auch als das Zentrum der Eiskappe annehmen, wird es keine vorherrschende Windrichtung geben. Entfernt man sich vom Pol, gelangt man in die Polare Ostwindzone, geht man weiter weg, kommt man in die Tiefdruckzone wieder ohne vorherrschende Windrichtung (entspricht etwa Island), danach in die Westwindzone (in der auch Deutschland liegt), danach in die Subtropische Hochdruckzone wieder ohne vorherrschende Windrichtung, dann in die Passatwindzone, wo wieder Ostwinde vorherrschen (es sei denn, man ist in Gebieten, wo Monsun auftritt) und schließlich an die Innertropische Konvergenzzone, wo es auch keinen vorherrschenden Wind gibt.
      Das nur zum Verständnis. Das von mir erwähnte lokale Tief entsteht durch das warme Wasser inmitten der Eiswüste, da dort Luft aufsteigt. In 20km Entfernung vom Kraterrand wird man das nicht mehr spüren. Der jeweilige Wind in dem Gebiet hängt einzig von der Großwetterlage ab. Die entscheiden, wohin die Wolken ziehen und wo sie abregnen bzw. abschneien werden.
      Habe mal eine Skizze gemacht, nur um sicher zu gehen, dass ich eine richtige Vorstellung davon habe.
      Bilder
      • krater.png

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    • Hab auch mal eine Skizze gemacht:



      Das untere Tal hat eben 150 km Durchmesser und sollte warm und feucht sein, die etwas weiter oben gelegenen Täler können auch schon eher winterlich sein (aber ohne Gletscher, eher Regen) und drumrum ist dann der antarktische Gletscher. Das ganze mag ich noch etwas ausgestalten, ist also nicht einfach nur ein rundes Loch, sondern hat halt auch Berge und Täler selber noch.

      Wenn ich das also so hinkriegen würde mit irgendwelchen Parametern, dann freu ich mich. :)

      Wenn man einfach als ISSO annimmt, dass es ein geschlossenes System sei, dann sind doch alle fragen drumherum überflüssig.
      So etwas wie ein geschlossenes System existiert auf einem Planeten nicht. Alles wechselwirkt irgendwie mit den Umgebungsbedingungen.

      Ja, so wollte ich das eh auch nicht annehmen. Geschlossen nur in dem Sinne von: es hat sich so stabilisiert, dass die Wassermenge in diesem lokalen Zyklus ungefähr gleich bleibt. Das wäre gut, da ich sonst über mehrere tausend Jahre Geschichte Klimaveränderungen bedenken müsste, die sich auf eine stabile Hochkultur vermutlich ungünstig auswirken.

      Da der Krater direkt am Pol liegen soll und wir das jetzt einfach mal auch als das Zentrum der Eiskappe annehmen, wird es keine vorherrschende Windrichtung geben.

      Das heißt, ich kann davon ausgehen, dass das Wasser überall dort abregnet, wo halt Berge sind, bzw. wo es halt drüberzieht, falls keine Berge kommen, und muss mir nicht extra überlegen, dass es in einer bestimmten Richtung mehr regnet als in einer anderen?

      Den Ostwind merke ich mir schon mal, also für alles, was weiter draußen liegt.

      Danke für die weiteren Erklärungen; ich hab zwar versucht, es mir von Wikipedia so etwa anzulesen, aber es ist doch besser, wenn es jemand direkt erklärt. :thumbup:

      In 20km Entfernung vom Kraterrand wird man das nicht mehr spüren. Der jeweilige Wind in dem Gebiet hängt einzig von der Großwetterlage ab.

      Gibts da irgendwas, was ich für die Großwetterlage noch extra bedenken muss, oder kann ich einfach sagen, es regnet halt *randomly* mal in der einen, mal in der anderen Richtung mehr, und damit hat sichs? :)

      Im Winter gefriert in den oberen Lagen einfach mehr an den Wänden, im Sommer schmilzt es wieder ab.

      Dann wäre in den oberen Tälern tatsächlich Winter, wo es schneit, während es im Sommer dort noch regnet. Ist für Landwirtschaft oder so interessant... das untere Tal immerwarm/tropisch, das obere Tal gemäßigt.

      Was jetzt noch ein Problem sein könnte, wär, wenn das Wasser zu weit aufsteigt. Dann geht ja die Wärme auch senkrecht hoch, und die Nebentäler bleiben kalt. Dem wollte ich eigentlich abhelfen dadurch, dass die feuchte (warme) Luft schwerer ist, und daher erst mal ein bisschen schräg hochkriecht. Möglich?
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    • Jundurg schrieb:

      Das heißt, ich kann davon ausgehen, dass das Wasser überall dort abregnet, wo halt Berge sind, bzw. wo es halt drüberzieht, falls keine Berge kommen, und muss mir nicht extra überlegen, dass es in einer bestimmten Richtung mehr regnet als in einer anderen?
      Ja, so ist es, wenn es in der unmittelbaren Polregion liegt.

      Jundurg schrieb:

      Gibts da irgendwas, was ich für die Großwetterlage noch extra bedenken muss, oder kann ich einfach sagen, es regnet halt *randomly* mal in der einen, mal in der anderen Richtung mehr, und damit hat sichs? :)
      Großwetterlagen ändern sich ständig. Also ja, mal hier mehr und mal dort mehr. Damit hat es sich tatsächlich.

      Jundurg schrieb:

      Was jetzt noch ein Problem sein könnte, wär, wenn das Wasser zu weit aufsteigt. Dann geht ja die Wärme auch senkrecht hoch, und die Nebentäler bleiben kalt. Dem wollte ich eigentlich abhelfen dadurch, dass die feuchte (warme) Luft schwerer ist, und daher erst mal ein bisschen schräg hochkriecht. Möglich?
      Physikalisch gesehen nicht, da warme Luft immer aufsteigt, wenn sie von kühlerer umgeben ist, da ändert auch die Feuchte nicht viel dran.
      Die umgebenden Gletscher kühlen die Luft zusätzlich und der Auftrieb wird stärker. Natürlich werden die Wolken auch im Kraterbereich abregen, aber eben nur dort, wo sie drüber ziehen und reif zum abregnen sind. Je kälter die Umgebungsluft, desto eher kommt das Wasser als Niederschlag wieder zurück.
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