Silaris

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    • Da ich ja zu der Fraktion gehöre, die keine Homepage kann und will, möchte ich Silaris hier auch mal kurz (oder vielleicht nicht so kurz vorstellen.) Schön, dass es diese Option jetzt im neuen Forum gibt. Ich hatte mir auch gleich vorgenommen sie zu nutzen, aber dann war doch wieder viel anderes zu tun…

      Wozu?
      Einfach so als Spielwiese für meine Ideen und auch zum Schreiben von Geschichten. Was aus denen jemals wird, steht aber auch in den Sternen
      Motivation
      Fragmente davon existieren schon sehr lang in meinem Kopf und irgendwann habe ich beschlossen, sie in einer Welt zusammenzufügen. Wie ich darauf gekommen bin, dass es dort chemische Elementarmagie gibt, weiß ich aber ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr.
      Bastelschwerpunkt
      Politik (modern und keine Hofintrigen), Gesellschaftssysteme und natürlich Chemie und meine chemische Elementarmagie

      Themen



      1. Übersicht

      2. Epochen der Silarischen Geschichte
      2.1. Die Antike
      2.2. Der Krieg der Elemente
      2.3. Das Silarische Mittelalter
      2.4. Das Zeitalter des Aufbruchs
      2.5. Das Zeitalter der Industrialisierung
      2.6. Die Jetztzeit

      3. Elementarmagie
      3.1. Allgemeines
      3.2. Elementarmagische Fähigkeiten
      3.3. Elementare und Elementargeister
      3.4. Elementarmagische Entwicklung
      3.5. Übergangskrankheit und Anpassungsstörung
      3.6. Dämpfende Wirkstoffe
      3.7. Stimulierende Wirkstoffe

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    • Übersicht

      Silaris ist ein vom Meer umgebener Kontinent. Die Bewohner selbst sind überzeugt davon, dass es außer ihm nichts mehr gibt, weil niemand, der versucht hat das Meer zu durchqueren, jemals wieder zurückgekehrt ist. Im modernen Silaris ist es offizielle Lehrmeinung, dass der Planet ansonsten nur aus Wasser besteht, sodass zurzeit auch keine Expeditionen übers Meer mehr unternommen werden.

      Astronomisch weist der Planet keine Besonderheiten auf, die zu wesentlichen Unterschieden im Vergleich zur Erde führen würden. Auch die Naturgesetze sind dieselben, außer dort, wo die Elementarmagie ins Spiel kommt.
      Was die Natur angeht ist Silaris eine sehr menschenfreundliche Welt. Bis auf die fast unbewohnte Grenzregion zwischen Sarilien und Margesia, sind nirgendwo Vulkanausbrüche oder schwere Erdbeben zu befürchten und das Klima reicht von gemäßigt im Süden bis zu tropisch in Teilen Dageyras. Aufgrund von Meerströmungen und Wind ist Silaris zudem im Osten wesentlich wärmer als im Westen, wobei die Gebirgskette an der Grenze zwischen Elavien und Sarilien eine Wetterscheide darstellt. Stürme, Überschwemmungen und Dürren kommen vor, meist jedoch im moderaten Ausmaß.
      Die Natur in Silaris ist größtenteils vom Menschen geprägt, doch selbst dort wo es noch Urwälder und Wüsten gibt, stellen diese für erfahrene und ortskundige Besucher im Normalfall keine allzu große Gefahr dar.
      Große Raubtiere und andere Tiere, die dem Menschen gefährlich werden könnten, wurden während des Kriegs der Elemente größtenteils ausgerottet, Fossilienfunde sind extrem selten, weil die Elemente der Kadaver zu jener Zeit anderweitig verwendet wurden, eine Praxis, die auch mit getöteten Menschen durchgeführt wurde, und dazu geführt hat, dass manche früheren Völker komplett in Vergessenheit geraten sind.
      An giftigen und berauschenden Pilzen und Pflanzen mangelt es in Silaris jedoch nicht, wobei manche so gefährlich sind, dass sie als Experimente aus dem Krieg der Elemente gesehen werden, was jedoch nur in Ausnahmefällen der Realität entspricht.
      Verseuchte Gebiete gibt es stellenweise, dies ist jedoch auf menschliche Handlungen zurückzuführen.
      Aus diesen Gründen ist in Silaris kulturübergreifend ein sehr positives Naturbild verbreitet, während der Mensch als Hauptbedrohung gesehen wird, was in Silaris auch der Realität entspricht.
      Im modernen Silaris sind die meisten Länder (mehr oder weniger) demokratisch regiert, Meraka ist jedoch immer noch eine Monarchie und Temira zumindest eine parlamentarische. Weitere Ausnahmen sind Margesia, eine Magokratie und Sarilien, eine Ein-Parteiendiktatur.

      (Die Karte im Anhang verdient diese Bezeichnung natürlich nicht wirklich, aber ich denke, als Übersicht ist sie trotzdem hilfreich.)
      Bilder
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    • Die Epochen der Silarischen Geschichte

      Die Antike (Jahr 1000 vor bis Jahr 0)

      In Silaris entwickeln sich langsam Hochkulturen mit ausdifferenzierter staatlicher Organisation und organisierten Systemen für Bildung und Magie. Archäologische Funde werden nach den Regionen, in denen sie gemacht werden, „alt-elavischen“, „alt-nadarischen“ etc. Kulturen zugeordnet, was allerdings nicht bedeutet, dass diese Länder damals bereits existierten. Deshalb werden die Kulturen alternativ auch nach den Flüssen benannt, an denen ihre Überreste gefunden wurden. Daneben gab es auch verschiedene Stammeskulturen.

      Diese Zeit ist fast eine Welt an sich, die ich vermutlich früher oder später auch noch als „Proto-Silaris“ separat bebasteln werde. Es handelt sich hierbei um eine ziemlich typische Fantasywelt mit wenig Technologie und einer scheinbar recht klassischen Magie, die in den Hochkulturen an Akademien unterrichtet, aber auch von den einfachen Menschen und den Angehörigen der Stammeskulturen praktiziert wird. Die Verbindung der Magie zu den Elementen ist den Menschen über viele Jahrhunderte hinweg unbekannt und die Magie wird in den unterschiedlichen Kulturen verschieden kategorisiert, beispielsweise nach klassischen Elementen oder Anwendungsgebieten der Magie.

      Die silarische Zeitrechnung hat zwar ein Jahr 0 festgelegt, wo diese Epoche enden soll, doch in Wirklichkeit ging die Antike nicht direkt in den Krieg der Elemente über, sondern die Entdeckung der elementaren Natur der Magie war ein längerer Prozess. Zwischen den ersten Entdeckungen dieser Art und der vollständigen Akzeptanz des elementarmagischen Systems vergingen noch einmal über 100 Jahre, an deren Ende die Magierakademien von Elementfraktionen geprägt waren, die um Einfluss kämpften und die „wilden“ Magier dazu zwangen, sich ihren Fraktionen anzuschließen, oder sie vernichteten, wenn sie dies verweigerten.
    • Der Krieg der Elemente (Jahr 0 bis Jahr 451)

      In der offiziellen Geschichtsschreibung enden die Konflikte in letzten Phase der Antike mit einem kurzen, heftigen Krieg, dem Jahrhunderte unter ärmlichen Bedingungen ohne schriftliche Zeugnisse folgen..
      Die Realität sieht jedoch völlig anders aus. Das Zeitalter der verschiedenen Elementarfraktionen zog sich über mehrere Jahrhunderte hin. In dieser Zeit herrschte auch nicht dauerhaft Krieg, vergleichbar ist die Situation mit dem 20. Jahrhundert auf der Erde. Zwischendurch wurde viel Handel und Austausch betrieben, da die Gruppen auch mithilfe anderer Elemente erschaffene Errungenschaften brauchten, was zu einem starken Zuwachs an Wohlstand führte.
      Silaris erlebte durch das elementarmagische Verständnis für molekulare Prozesse in Lebewesen und Materialien kombiniert mit dem Wettstreit der verschiedenen Gruppen einen fulminanten technologischen Aufstieg und war schließlich in den Bereichen Materialwissenschaft, Wirkstoffe (also Medikamente, Rauschmittel und Gifte) sowie Gentechnik dem modernen Silaris und auch der irdischen Gegenwart deutlich überlegen. Viele Krankheiten verloren ihren Schrecken und die Gesellschaften wurden durchlässiger und egalitärer, da Elementarmagie unabhängig von Abstammung, Herkunft oder Geschlecht auftritt.

      Dies führte jedoch dazu, dass der Wunsch die Natur zu kontrollieren immer stärker wurde und versucht wurde, unerwünschte Lebewesen komplett auszurotten. Bei großen Raubtieren wie Bären oder Tigern war dies erfolgreich, bei Ratten, Mäusen und Stechmücken nicht… Diese Mentalität übertrug sich mit der Zeit immer mehr auf die Konflikte zwischen Menschengruppen, was in der Endphase dieser Epoche zur Vernichtung ganzer Völker führte. Die Fraktion der Alkalimetallmagier mit ihren nichtmagischen Gefolgsleuten, waren die erste komplette Elementarfraktion, die durch die Halogenmagier dieses Schicksal erlitten. Nur wenigen gelang die Flucht übers Meer in das bis dahin unbewohnte Margesia.

      Da im Krieg nun viel mehr auf dem Spiel stand als nur geopolitische Macht und der Beweis der eigenen Überlegenheit wurden die Kriege in der Endphase wesentlich brutaler geführt. Große Teile der Infrastruktur wurden zerstört und ganze Landstriche verseucht. Die Unterstützung des Volkes für die Elementarmagier schwand vielerorts rapide und die Vorstellung, dass es Frevel war, die Elementarmagie so zu verwenden, wie es geschehen war, wurde immer verbreiteter.
      Verschiedene Metallmagier gründeten schließlich den Alchimistenzirkel mit dem Ziel die Nutzung der Elementarmagie zu kontrollieren und auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Ihnen schlossen sich bald Schwefel- und Sauerstoffmagier an und vereinbarten einen Waffenstillstand, nach und nach folgten weitere Gruppen.

      Die einzigen Fraktionen, die weiterkämpfen wollten, waren die Halogenmagier und die Phosphormagier. Erstere glaubten, nun, wo die anderen dem Einsatz von Elementarmagie im Krieg weitgehend abgeschworen hatten, leichtes Spiel zu haben und endlich die Vormachtstellung erreichen zu können, die ihnen ihrer Meinung nach zustand. Den Phosphormagiern war eine solche Vormachtstellung weniger wichtig, doch sie hielten es für völlig falsch, die elementarmagischen Errungenschaften als Frevel anzusehen und aufzugeben. Dazu kam, dass es ihnen gelungen war, ihr Territorium an der Westküste recht erfolgreich zu verteidigen, sodass sie wesentlich weniger Verluste und Schäden erlitten hatten als die anderen.
      Der Feldzug der Halogenmagier endete jedoch sehr schnell, da ihnen jeglicher Rückhalt in der Bevölkerung fehlte. Die Sieger machten kurzen Prozess mit ihnen, wer nicht im Kampf fiel, wurde hingerichtet, neue Halogenmagier wurden in der Anfangszeit direkt getötet, später wurde ihnen dann nur passiv die nötige Hilfe bei ihrer Übergangskrankheit verweigert.
      Mit den Phosphormagiern wurden Friedensgespräche geführt, bei denen sie anboten, die Waffen niederzulegen, wenn sie innerhalb der Grenzen ihres Territoriums weiterhin wie gewohnt Elementarmagie betreiben durften. Dies war dem Alchimistenzirkel jedoch zu riskant. Für sie konnte es nur Frieden geben, wenn sich die Phosphormagier auch dem Alchimistenzirkel anschließen würden. Die Phosphormagier und die Vertreter der dort ansässigen Nichtmagier stimmten darüber ab und obwohl ihre Aussichten im Krieg gar nicht schlecht gewesen wären, entschied sich eine Mehrheit dagegen. Ein Teil der Phosphormagier und ihrer Bevölkerung schlossen sich dem Friedensvertrag an, ein anderer Teil floh ebenfalls in Richtung Margesia, wo ein außer übers Meer durch hohe Gebirgsketten abgeschirmtes Land Heimat einer abgeschiedenen, von der friedlichen Zusammenarbeit von Magiern verschiedener Elemente geprägten Gesellschaft wurde.
    • Das Silarische Mittelalter (bis ca. 22. Jahrhundert)

      Auf diesen Waffenstillstand folgte die lange Epoche des Silarischen Mittelalters, wobei man allerdings falschliegt, wenn man annimmt, dass sich in dieser Zeit nichts entwickelt hat. Die ersten Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte waren von der Beseitigung der Kriegsfolgen geprägt. Hierzu zählte auch die Vernichtung aller vorhandenen Aufzeichnungen über die elementarmagischen Technologien der vergangenen Jahrhunderte. Die Mitglieder des Alchimistenzirkels sorgten jedoch auch für die Reinigung der meisten kontaminierten Gebiete, eine der letzten großen gesellschaftlichen Aufgaben der Elementarmagier in dieser Zeit.
      Eine strikte Trennung zwischen Politik und Elementarmagie wurde implementiert und der Alchimistenzirkel sorgte dafür, dass große Teile des Wissens aus der Kriegszeit ausgemerzt wurden, da sie als zu gefährlich galten. Entsprechende Theorien gelten im heutigen Silaris als Pseudowissenschaft, eine Art unterbewusster Erinnerung daran wurde aber von Generation zu Generation weitergegeben und zeigt sich immer wieder in der Kunst.

      Ein letztes Aufflackern dieses Erbes fand zwischen 1011 und 1022 statt, wo der in Elavien ausgebildete sarilische Feldherr und Fluormagier Fajan entsprechende Informationen darüber in die Hände bekam und für seine Eroberungszüge im Norden von Silaris nutzte. Dieser Krieg führte das Ende des durch seine abgelegene Lage jenseits der sarilischen Wälder im Krieg der Elemente nicht involvierten Reiches Dergomar herbei.
      Als Folge dieser Ereignisse wurde die Elementarmagie in Elavien komplett tabuisiert und die südlichen Elementarmagier institutionalisierten strikte Regeln und Ehrenkodizes. Der Einsatz von Elementarmagie oder hierdurch geschaffener Waffen wurde zum Tabu. Intuitive Elementarmagie trat in den ländlichen Regionen jedoch immer wieder auf und verhalf zu einer gewissen Verbesserung der Ernten. Da es hierzu jedoch keine offizielle Überlieferung oder gar Ausbildung gab, hielten sich diese Effekte in Grenzen und die Auswirkungen der Magie auf den Alltag waren in diesem Zeitalter sehr klein. Der Alchimistenzirkel teilte sich wieder in einen nadarischen und einen temiranischen auf, beide übten hauptsächlich rituelle Funktionen aus und verbesserte allenfalls für einige Angehörige der Oberschicht das Leben.
      Die Ladivir und Ruash im Gebiet des heutigen Ruaris wandten sich von magischen Elementetheorie komplett ab und versuchten, antike Magiesysteme wieder zum Leben zu erwecken. Insbesondere in Ruash an der Westküste spielte die Magie noch eine deutlich größere Rolle als im restlichen Silaris.

      Diese Episode könnte man allgemein als eine postapokalyptische bezeichnen, wo teilweise durchaus noch Artefakte und Überlieferungen aus der vorherigen Epoche gefunden werden, die das Leben jedoch kaum noch beeinflussen. Die Gegensätze zwischen arm und reich wuchsen wieder stark an und die große Bedeutung von körperlicher Kraft in dieser Epoche nahm in vielen Regionen auch die Dominanz der Männer wieder stark zu. Die geringe Bedeutung der Magie führte dazu, dass technologische Innovationen zur Erleichterung der Arbeit notwendig wurden.
    • Das Zeitalter des Aufbruchs (bis ca. 27. Jahrhundert)

      Diese 400 Jahre waren vom Aufkommen neuer Ideen und Staatstheorien, sowie von einer Zunahme der Bedeutung von Handel und Manufakturen geprägt. Auch im Bereich der Naturwissenschaften kam es zu zahlreichen Fortschritten. Während man sich während des Kriegs der Elemente auf die elementarmagischen Wahrnehmungsmöglichkeiten konzentriert hatte, arbeitete die neue Naturwissenschaft mit Beobachtungen der gewöhnlichen Sinne, mit Messinstrumenten sowie mit mathematischen Formeln zur Beschreibung von Zusammenhängen und war damit theoretisch allen Menschen unabhängig von elementarmagischen Fähigkeiten zugänglich. Vor allem im Bereich der Chemie forschten viele Mitglieder des Alchimistenzirkels, allerdings war auch für ihr Selbstverständnis nun klar, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auf Messungen und Formeln basieren müssen und nicht auf elementarmagischen Beobachtungen, die für andere nicht reproduzierbar sind, da selbst Magier desselben Elements ihre Beobachtungen ganz unterschiedlich wahrnehmen. Die Menschen wissen jedoch nichts mehr von den früheren, magischen Möglichkeiten, sondern glauben, viele Dinge zum ersten Mal zu beobachten.

      Von größerer gesellschaftlicher Bedeutung waren in dieser Epoche jedoch die neuen philosophischen und staatstheoretischen Ideen, die Silaris nachhaltig veränderten. Nadaris und seine Nachbarstämme befreiten sich von der Patrizierherrschaft und riefen die erste Demokratie auf silarischem Boden, Arunien, aus.
      Temira wurde Schauplatz mehrerer Revolutionen gegen das Königshaus, welche niedergeschlagen werden konnte und zwischen 2550 und 2552 kam es zum Krieg zwischen Temira und Arunien, welchen die Arunier gewannen. Als Resultat wurde Temira zu einer parlamentarischen Monarchie und die Arunier gewannen an Stolz und dem Bedürfnis ihre politischen Vorstellungen in andere Länder zu tragen.

      Der Arunisch-Temiranische Krieg ging noch (fast) vollständig ohne Elementarmagie über die Bühne, allerdings gab es am Ende dieser Epoche effektive Schusswaffen sowie Sprengstoffe. Die Erinnerung an den Krieg der Elemente war längst geschwunden und Zeugnisse gab es nicht mehr, sodass auch ein zaghaftes Hinterfragen der Magieorganisation und der Beinahe-Bedeutungslosigkeit der Elementarmagier begann.
    • Das Zeitalter der Industrialisierung (bis zum Beginn des Arunisch-Ruarischen Krieges im Jahr 2850)

      Um das Jahr 2600 herum wurde langsam immer deutlicher, dass die technologischen Innovationen an Fahrt aufnahmen. Die groben Abläufe der Industrialisierung unterscheiden sich nicht wesentlich von denen im irdischen Europa, einschließlich der sozialen Konsequenzen. Auch die Bildung wird flächendeckend institutionalisiert, neue Universitäten werden gegründet und eine Schulpflicht für Kinder eingeführt. Auch im medizinischen Bereich werden bedeutende Fortschritte erzählt. In Arunien werden zum ersten Mal Impfungen gegen gefährliche Infektionskrankheiten entwickelt und erfolgreich eingesetzt.

      Die Industrialisierung in Silaris hat jedoch auch ihre Auswirkungen auf die Elementarmagier, denn durch die Vielzahl an neuen Chemikalien und zusätzlich verarbeiteten Metallen gibt es mehr Elementarmagier in einem anderen Elementsverhältnis als vorher. Außerdem sorgt der Kontakt zu anderen Verbindungen bzw. reaktiven Elementen in ihrer elementaren Form auch für andere Ausprägungen der Elementarmagie als die Menschen sie aus den Jahrhunderten davor kannte, wo sie den Elementen meist nur in ihrer natürlichen Form begegneten.
      Die schon vorher leise gestellte Frage „warum nutzen wir diese Gaben, die wir da haben eigentlich kaum“ wird immer lauter gestellt, insbesondere auch angesichts der Probleme mit Hygiene und Nahrungsmittelversorgung. Die Alchimistenzirkel in Arunien sind vermehrt dazu gezwungen, auch Kinder aus ärmeren Gesellschaftsschichten auszubilden, um zu verhindern, dass diese ihre Gaben aus der Not heraus auf problematische Art und Weise verwenden oder die Kontrolle darüber verlieren. In der wachsenden chemischen Industrie ist die Mitarbeit von Elementarmagiern bereits weit verbreitet und auch in medizinischen Berufen finden sich im Lauf dieser Epoche immer mehr von ihnen.

      Zum Ende dieser Epoche wütet das Ilram-Fieber in Arunien, Ruaris und Tessmar, wobei die Krankheit in Ruaris nicht zuletzt wegen des Misstrauens gegen die moderne Medizin besonders viel Schaden anrichtet.
      Die Ruarier vertrauen ihr Schicksal einem brutalen Diktator an, das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarländern verschlechtert sich immer weiter und schließlich beginnt der Arunisch-Ruarische Krieg, welcher seit über 2000 Jahren zum ersten Krieg werden soll, bei dem Elementarmagier aktiv mitkämpfen und Massenvernichtungswaffen zum Einsatz kommen, wodurch das seit dem Krieg der Elemente bestehende Tabu gebrochen wird.
      Die Arunier sindsiegreich und Ruaris wurde eine Demokratie nach arunischem Vorbild, allerdings ohne Alchimistenzirkel, aber mit einer dem Pazifismus verpflichteten Elementarmagierschaft.
      Um destruktive Auswüchse der Elementarmagie zu verhindern, wird nach dem Krieg die OECE (Organisation für den ethischen Umgang mit Chemie und Elementarmagie) gegründet.
    • Das Zeitalter der Moderne (bis heute und das, worüber ich im Normalfall schreibe)

      In Arunien veränderte sich durch den Krieg weniger. Der Alchimistenzirkel wurde etwas reformiert, blieb aber grundsätzlich bestehen, zum Frust der Personen, die ihn gerne abgeschafft hätten. Arunien ist bis heute die dominante Nation von Silaris.
      Die technologische Entwicklung ging weiter und hat heute in vielen Bereichen einen mit unserer Welt vergleichbaren Stand erreicht. (Aber nicht in allen. Die Raumfahrt spielt keine Rolle und auch zivile Luftfahrt hat sich nie durchgesetzt, weil ja alle silarischen Länder (außer Dageyra) auf einem Kontinent liegen und die Entfernungen nicht so riesig sind.)
      In vielen Ländern wurde die Gleichberechtigung von Frauen und Minderheiten gesetzlich festgeschrieben und die Demokratie ist die häufigste Staatsform im modernen Silaris. Elementarmagie spielt eine deutlich größere Rolle als im Mittelalter und den folgenden Jahrzehnten, doch von der Bedeutung, die sie während des Kriegs der Elemente hatte, ist sie noch weit entfernt.
      Der letzte länderübergreifende Krieg war der Arisaja-Krieg, in dem die Sariler zunächst versuchten die Minderheit der Arisaja-Elavier zu vertreiben, woraufhin die Arunier in den Krieg eingestiegen sind. Den Völkermord an den Arisaja-Elaviern konnten sie erfolgreich verhindern, das Erzwingen eines Regimewechsels in Sarilien gelang jedoch nicht und der Krieg endete mit einer Patt-Situation.
      Aktuell herrschen in Tessmar bürgerkriegsähnliche Zustände und in manchen Regionen Sariliens gibt es Unmut gegen das Regime.
    • Elementarmagie

      Allgemeines



      Magie tritt in Silaris in Form von Elementarmagie auf, die zusätzlich zu den aus unserer Welt bekannten physikalischen und chemischen Eigenschaften in den Elementen enthalten ist. Jedes chemische Element hat seine eigene Form von Magie, die jedoch auch Gemeinsamkeiten haben, was zu Fähigkeiten führt, die alle Elementarmagier teilen.

      Die Elemente in Silaris sind dieselben wie auf der Erde, allerdings fehlen die künstlichen radioaktiven Elemente, da diese dort nicht hergestellt werden. Grundsätzlich sind Gaben für alle Elemente möglich, in der Praxis haben die meisten Elementarmagier jedoch Verbindungen zu den Elementen, die im Körper vorkommen, eine besondere Rolle im Alltag spielen, oder eine wichtige kulturelle Bedeutung haben.

      Elementarmagie wird nicht vererbt, sondern im Lauf des Lebens erworben. Meist zeigt sie sich in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter, Abweichungen nach oben und unten sind jedoch möglich und nicht sonderlich außergewöhnlich.

      Alle Menschen in Silaris sind grundsätzlich dazu in der Lage Elementarmagie zu entwickeln, ob dies geschieht, hängt von der individuellen Biografie ab. Psychologische Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle. In Kulturen, die der Magie positiv gegenüberstehen, finden sich auch mehr Magier.

      Das Vorhandensein von richtig ausgebildeter Elementarmagie beeinflusst Gesundheit und Lebenserwartung im schlechtesten Fall nicht. Bei vielen Elementen verbessern sich diese sogar, da die Gabe vor Krankheiten und/oder Giften schützt.Allerdings kann das erste Auftreten der elementarmagischen Fähigkeiten mit einer so genannten Übergangskrankheit einhergehen, die manchmal gravierende Symptome mit sich bringt und unbehandelt tödlich sein kann. Außerdem sind Elementarmagier für die Nutzung ihrer Fähigkeiten auf die Anwesenheit ihres Elements angewiesen.

      Bei Elementen, die sowieso im Körper vorkommen, führt dies zu einem höheren Bedarf, während andere Elemente, beispielsweise in Form von Schmuck oder Kristallen, vorgehalten werden müssen. Dies ist natürlich auch bei im Körper enthaltenen Elementen zusätzlich möglich und andere Elemente können gegessen oder eingeatmet werden, um sie für eine gewisse Zeit zur Verfügung zu haben. Am sichersten und unkompliziertesten ist es, die Elemente in wenig reaktiver, für den Menschen zuträglicher Form aufzunehmen, zum Beispiel Natrium und Chlor als Kochsalz. Elementare Modifikationen ihres Elements sind unabhängig von ihrer sonstigen Giftigkeit für Elementarmagier ebenfalls immer verträglich, reaktive und/oder giftige Verbindungen können aber problematisch sein.
    • Elementarmagische Fähigkeiten


      Die elementarmagischen Fähigkeiten lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Neu-Magier tun sich meist mit einer davon am leichtesten, Ziel der Ausbildung ist es jedoch zunächst dafür zu sorgen, dass die Elementarmagier in allen Kategorien gute Fähigkeiten erwerben, eine Spezialisierung soll dann erst später erfolgen und entspricht nicht immer der Kategorie, mit der sich der Anfänger am leichtesten getan hat.

      Es gibt jedoch auch Elementarmagier, die bei sich nur Fähigkeiten der ersten oder dritten Kateogrie feststellen und sich selbst überhaupt nicht als Elementarmagier sehen.
      Rein passive Elementarmagier sind häufig Bauern, die ihre Fähigkeiten als "Instinkt" und "Intuition" einstufen und nicht auf die Idee kommen, dass sie eine elementarmagische Ausbildung machen könnten. Dies betrifft besonders viele Stickstoff-und Phosphormagier.
      Hauptsächlich mentale Elementarmagier lehnen die Elementarmagie häufig sogar ab und fühlen sich esoterischen Strömungen, Naturkulten und anderen Magiekonzepten zugeneigt, wobei sie nicht wahrhaben wollen, dass ihre Fähigkeiten auch Elementarmagie sind. Häufig verfügen sie auch noch über passiv-elementarmagische Fähigkeiten, die sie als "besondere Verbindung zur Mutter Erde" oder ähnliches interpretieren.



      Passive Elementarmagie

      Unter diesem Begriff werden alle elementarmagischen Fähigkeiten zusammengefasst, bei denen es um die Wahrnehmung von Elementen, molekularen Strukturen und deren Eigenschaften geht.
      Alle Elementarmagier können Gifte in ihrer Umgebung wahrnehmen, und zwar unabhängig davon, ob sie das eigene Element enthalten, oder nicht. Wie empfindlich dieser „Giftsinn“ ist, unterscheidet sich jedoch von Magier zu Magier.
      Molekulare Strukturen, die das eigene Element enthalten, können ebenfalls von allen Elementarmagiern wahrgenommen werden. Wie gut dies funktioniert, hängt von der individuellen Sensibilität und dem Ausbildungsstand ab. Beispielsweise bemerkt ein unausgebildeter Phosphormagier, dem ein phosphorhaltiges Biomolekül gezeigt wird, vielleicht nur, ein an Sauerstoff gebundenes Phosphoratom, der sehr gut Ausgebildete kann dagegen die Struktur des gesamten Biomoleküls beschreiben.

      Diese Fähigkeiten sind für Außenstehende auch dann nicht gefährlich, wenn sie ohne Ausbildung auftreten, können aber für besonders sensible Elementarmagier eine große psychische Belastung darstellen. Wenn man nur noch die molekularen Strukturen von allem wahrnimmt und einem dauernd giftige Stoffe auffallen, ohne dass man einschätzen kann, ob sie eine Gefahr darstellen, kann das sehr unangenehm sein.
      Viele dieser Fähigkeiten sind wirtschaftlich sehr bedeutsam, beispielsweise in der Prospektion sowie in der Analytik, wo Elementarmagier teure Geräte zum Nachweis von Schadstoffen oder Vergiftungen ersetzen können.


      Aktive Elementarmagie


      Unter aktiver Elementarmagie versteht man alle Fähigkeiten, die es dem Magier erlauben, sein Element zu bewegen und anderweitig zu beeinflussen.
      Elementarmagier können chemische Reaktionen herbeiführen, was wesentlich einfacher ist, wenn diese thermodynamisch begünstigt sind. In diesem Fall können sie durch ihre Fähigkeiten Katalysatoren ersetzen, was in der Industrie gelegentlich angewendet wird. Häufig sind Edelmetallkatalysatoren jedoch günstiger als einen Elementarmagier dafür zu bezahlen, acht Stunden lang vor dem Reaktor zu sitzen. Üblich ist dies in Sarilien, wo elementarmagische Arbeitskraft wesentlich günstiger zu haben ist, anderswo wird es nur bei speziellen Prozessen praktiziert.
      Endotherme Reaktionen können auch herbeigeführt werden, allerdings gelingt dies nur im kleinen Maßstab, oder wenn viele Elementarmagier zusammenarbeiten, auch der gezielte Aufbau von Molekülen im Labormaßstab ist möglich.

      Das Formen und Bewegen von Substanzen, die ihr Element enthalten, ist für Elementarmagier ebenfalls leicht möglich und gehört häufig zu den Fähigkeiten, die bei unausgebildeten Magiern von alleine auftauchen. Hierdurch ist es beispielsweise möglich, Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus Abwässern zurückzugewinnen.
      Die aktive Elementarmagie beinhaltet auch die Fähigkeit, Atome und Moleküle im Körper anderer gezielt zu beeinflussen, was insbesondere von Geheimdiensten gerne genutzt wird. Hierbei ist es gut ausgebildeten Spezialisten möglich, gezielt das Nervensystem des Opfers zu manipulieren, um zu foltern, Geständnisse zu erhalten, oder den Willen des Betroffenen zu manipulieren. Von Laien wird dies häufig mit der mentalen Elementarmagie in einen Topf geworfen, was jedoch fachlich falsch ist, denn letztere kann nur zwischen Elementarmagiern praktiziert werden.
      Auch in der Medizin findet die aktive Elementarmagie zahlreiche Anwendungen, beispielsweise indem Calciummagier Knochenbrüche richtig heilen lassen.

      Daneben gibt es theoretisch auch noch die Möglichkeit, Elementarmagie einzusetzen, um die Eigenschaften von Substanzen direkt zu beeinflussen und beispielsweise bestimmte Reaktionswege zu unterbinden und andere bevorzugter ablaufen zu lassen. Praktisch wurde diese während des Kriegs der Elemente eingesetzt, um hochexplosive Stoffe sicher transportieren und lagern zu können und um starke Gifte noch giftiger zu machen und gleichzeitig die Haltbarkeit durch Vermeidung unerwünschter Reaktionen zu erhöhen. Diese Fähigkeiten sind jedoch nach dem Krieg der Elemente außerhalb von Margesia in Vergessenheit geraten und werden höchstens noch ansatzweise intuitiv eingesetzt.
      Aktive Elementarmagie kann ohne Ausbildung sehr gefährlich werden. Ein berüchtigtes Beispiel hierfür sind junge Sauerstoffmagier, die mehr oder weniger versehentlich die Aktivierungsbarriere für Verbrennungsreaktionen überwinden. In Arunien dürfen Sauerstoffmagier, die nicht mindestens die Elevenprüfung bestanden haben, deswegen keine Tankstellen betreten.


      Mentale Elementarmagie


      Als mentale Elementarmagie werden alle Fähigkeiten bezeichnet, die sich nicht auf die Interaktion von Elementarmagiern und Elementen oder Elementaren, sondern auf die von Elementarmagiern untereinander, beziehen.
      Elementarmagier können mit den Magiern aller anderen Elemente, mit denen ihr Element reagieren kann, mentale Verbindungen eingehen, Gedanken, Emotionen und Bilder austauschen und einander gegebenenfalls auch beeinflussen.
      Bei Blick- oder sogar Körperkontakt und passenden Elementen geschieht dies sehr leicht und bei mangelnder Ausbildung auch unbeabsichtigt. Die betroffenen Magier können eine sehr starke Anziehungskraft zueinander empfinden, die bei fehlender Ausbildung nicht immer von romantischer bzw. sexueller Anziehung zu unterscheiden ist und deswegen auch zu sexuellen Kontakten zwischen den Betroffenen führen kann. Kulturen, in denen es wichtig ist oder zumindest war, wer mit wem geschlechtlich verkehrt, versuchen deswegen elementarmagische Anfänger mit reaktiven Elementen möglichst gut von potenziellen Partnern zu trennen.

      Elementarmagische Verbindungen zur Kommunikation über weite Distanzen sind schwieriger und nur für sehr gut ausgebildete Elementarmagier gezielt möglich. Unfreiwillig kommt es jedoch öfter dazu, insbesondere während der Übergangskrankheit, wo die Neumagier in ihren Fieberträumen anderen Magiern ihres Elements in der Gegend oder auch Magiern passender Partnerelemente begegnen.
      Sehr selten tritt auch das Phänomen auf, dass eine solche Verbindung zwischen dem Hersteller eines mithilfe von Elementarmagie gemachten Medikaments und dem elementarmagisch begabten Patienten, der dieses Medikament einnimmt, entsteht. Dies ist ein beliebter Topos arunischer Liebesromane…

      Wie man sich vorstellen kann, finden diese Fähigkeiten in der Strafverfolgung und bei Geheimdiensten reichlich Anwendung. Nach silarischem Völkerrecht ist eine Verwendung im Krieg legitim, wenn es um den sicheren Informationsaustausch mit den eigenen Leuten geht, aber tabu, wenn die Gegner ausgehorcht oder gar manipuliert werden sollen.
      Mentale Elementarmagie ist der Zweig der Elementarmagie, wo unfreiwillige Manifestationen bei unausgebildeten Elementarmagiern am häufigsten sind und deswegen insbesondere für die psychische Gesundheit sehr gefährlich, nicht zuletzt, weil es leicht möglich ist, andere bewusst oder unbewusst zu verletzen oder gar zu traumatisieren.
    • Elementare und Elementargeister

      Elementare sind elementarmagische Wesen, die in Silaris leben. Sie sind zusammen mit den Elementen entstanden und für Menschen normalerweise sehr unauffällig. Elementarmagier sind jedoch dazu in der Lage mit ihnen zu kommunizieren und die Elementare sind dazu bereit mit ihnen zusammenzuarbeiten, wenn sie von den Fähigkeiten des Elementarmagiers überzeugt sind. Kommunikation ist auch mit den Magiern fremder Elemente möglich, Zusammenarbeit jedoch nur mit den eigenen.
      Elementarmagier, die sich Menschen zeigen, können als Brocken, Pfütze oder Wolke ihres Elements auftreten, besonders wenn sie schon länger Erfahrung mit Menschen haben, nehmen sie dafür allerdings gerne die Gestalt eines Tieres an, dem sich der jeweilige Magier verbunden fühlt. Dies gelingt jedoch nicht immer vollständig und macht den Elementar auch nicht zwingend weniger furchteinflößend.
      Häufig wird davon gesprochen, dass Elementarmagier Elementare „binden“ oder „ihrem Willen unterwerfen“ können, was in Wirklichkeit jedoch nicht möglich ist. Der Elementar kann sich dem Einfluss des Magiers auch jederzeit entziehen und wieder in irgendeine Vorkommensstätte seines Elements verschwinden.
      Elementare haben eigentlich kein Geschlecht, werden nicht geboren und sterben nicht, auch dauerhafte Verletzungen drohen ihnen nicht. Deswegen fehlt ihnen natürlicherweise das Verständnis für viele menschliche Beweggründe, sie sind jedoch neugierig und lernfähig, sodass menschenerfahrene Elementare durchaus wissen, dass sie andere Menschen nicht ohne explizite Anweisung verletzen oder töten sollen. Trotzdem gehören die Unterrichtsseinheiten zum Herbeirufen von Elementaren für Anfänger immer zu den gefährlichsten in der gesamten Elementarmagierausbildung.
      Elementare können zur Verstärkung der aktiven elementarmagischen Fähigkeiten eingesetzt werden, daneben betätigen sie sich auch als Wächter, Boten, Transportmittel und fungieren für manche Magier als eine Art Haustierersatz.

      Elementargeister entstehen dagegen, wenn menschliche Elementarmagier, die vor allem im Rahmen kriegerischer Handlungen sehr viel von sich in die Elementarmagie gesteckt haben, sterben.
      Ein Teil der Seele dieser Magier bleibt in Silaris zurück und verschmilzt mit einem ihrer Elementare. Anders als gewöhnliche Elementare verfügen diese Wesen noch über Erinnerungen und menschliche Emotionen. Häufig versuchen sie weiterhin die Ziele zu erreichen, die sie bereits zu Lebzeiten verfolgt haben. Das bedeutet, dass sie auch als Elementarmagier ihr Volk oder ihre Gruppe verteidigen wollen, versuchen für vergangene Verfehlungen Wiedergutmachung zu leisten oder aber Rache zu nehmen, die ihnen zu Lebzeiten nicht vergönnt war.
      Die meisten Elementargeister stammen aus dem Krieg der Elemente, doch auch in den späteren Zeitaltern sind noch einzelne dazu gekommen. Die Elementargeister aus dem Krieg der Elemente haben keinen Bezug mehr zu modernen Nationen, sondern denken immer noch in Elementfraktionen. Die vier wichtigsten Elementarmagier des Arunisch-Ruarischen Kriegs Rabanus Ostreatus und Lucasta Clossiana auf der arunischen sowie Wallfrida Sigrin und Marbod Reikin auf der ruarischen Seite sind jedoch ebenfalls zu Elementargeistern geworden. Die beiden Frauen setzen sich wie auch schon in den letzten Jahrzehnten ihres Lebens für die Aussöhnung zwischen Arunien und Ruaris ein und helfen Phosphor- und Sauerstoffmagiern in Not. Rabanus versucht dagegen eher, junge Chlormagier von der Notwendigkeit der Wehrertüchtigung und der Unfähigkeit des Alchimistenzirkels zu überzeugen, während Reikin unter anderem an der Gründung von Vereinen mit vielversprechenden Namen wie „Nationale Alkalimetallbruderschaft“ beteiligt ist.
      Die Existenz von Elementargeistern ist in Silaris außerhalb von Margesia ein Tabuthema, über das höchstens dann gesprochen wird, wenn einer auftaucht und größere Probleme macht. Wenn dein Elementar mit dir über Politik diskutieren möchte, oder auch, wenn Elementare Menschen retten, ohne dass sie jemand gerufen hat, kann man jedoch getrost davon ausgehen, dass man es mit einem solchen zu tun hat.

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    • Entwicklung der Elementarmagie

      Elementarmagie ist keine erbliche, sondern eine erworbene Fähigkeit. Die Voraussetzungen, um Elementarmagie zu entwickeln, sind bei allen Menschen in Silaris gegeben, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei vielen Elementarmagiern im Umfeld etwas höher. Diese Tatsache ist jedoch in Silaris selbst nicht allgemein bekannt und eine genetische Komponente wird immer wieder angenommen und auch wissenschaftlich untersucht.

      Grundsätzlich kann also jeder Elementarmagier werden, aber wie kommt es dazu? Der Weg zum Elementarmagier beginnt mit dem so genannten Erstkontakt zum Element. Dieser Begriff ist etwas irreführend, weil er sich nicht auf den realen ersten Kontakt mit dem Element an sich bezieht, der oft schon vor der Geburt stattfindet, sondern auf den ersten Kontakt mit dessen Elementarmagie.
      Dieser kann auf sehr unterschiedliche Arten zustande kommen, beliebt ist das Bild eines Kindes, das fasziniert einen hübschen Stein in den Händen hält und dabei den Kontakt der enthaltenen Elementarmagie ermöglicht. Es kann aber auch das Salz auf dem beliebten Gebäckstück sein, das Fluorid in der Zahnpasta, der Geruch aus der nahe gelegenen Fabrik, wegen dem sich die Mutter Sorgen macht, die Nährstoffe in der Erde, wo das Kind seine ersten gärtnerischen Versuche startet, die hübsch glänzenden Metalle in der elterlichen Werkstatt und vieles mehr.
      Egal auf welchem Weg, die Elementarmagie setzt sich im Nervensystem des Kindes fest und breitet sich von dort aus. Das hört sich recht unangenehm an, ist es im Normalfall aber nicht. Der Betroffene spürt normalerweise überhaupt nichts davon, bis sich die Magie so weit ausgebreitet hat, dass er bereit dazu ist, ein Elementarmagier zu werden. An diesem Punkt kann es aber erst einmal unschön werden, denn die vollständige Ausbildung der Elementarmagie geht oft mit der so genannten Übergangskrankheit einher, die manchmal sehr harmlos, manchmal aber auch ausgesprochen unangenehm ausfallen kann.
      Während der Übergangskrankheit wird die Verbindung zwischen Element und Magier gestärkt. Für eine gesunde Elementarmagie ist umgekehrt auch eine Verbindung zwischen Magier und Element nötig, die durch Anwendung der Elementarmagie aufgebaut wird. Die meisten Neu-Elementarmagier nutzen vor allem die passiven Fähigkeiten freiwillig und die beginnende Ausbildung hilft mit einfachen, regelmäßigen Übungen dabei.

      Im Idealfall sollte die Verbindung in beide Richtungen ähnlich stark sein, damit die Magie im Gleichgewicht ist, dass dies am Anfang nicht direkt funktioniert, ist aber normal. Ist die Verbindung Magier-Element wesentlich stärker als umgekehrt, bedeutet dies, dass der Magier zu schnell zu viel möchte, was dann häufig erstmal nicht funktionier oder ungewollte Konsequenzen hat. Schlimmer ist der umgekehrte Fall, der auf eine Anpassungsstörung hindeuten kann, wenn die Verbindung Mensch-Element sehr schwach ist.

      Die meisten Neumagier tun sich mit einem Bereich der Elementarmagie besonders leicht und haben Mühe mit den anderen, was durch die Ausbildung ausgeglichen werden soll. Da die Magie aber vom Element kommt, gibt es eigentlich keine „unterschiedlich starken“ Elementarmagier, sondern der Erfolg hängt von Einsatzbereitschaft und Fleiß des lernenden Magiers ab. Hier kommen allerdings wieder individuelle Unterschiede zum Tragen, die dazu führen, dass die Magier trotz allem unterschiedlich fähig sind und oft auch bleiben. Manche von ihnen können aber in Notsituationen durchaus über sich hinauszuwachsen, was dazu führt, dass manche Ausbildungssysteme mit dem gezielten Herbeiführen von Stresssituationen arbeiten.
      Jeder Elementarmagier ist unterschiedlich und hat verschiedene Stärken und Schwächen und im Idealfall wird bei der Ausbildung auch darauf eingegangen. In der Realität klappt das aber nicht immer und die Ausbildung besteht häufig aus relativ viel Druck und Phrasen wie „streng dich mal an“ und „reiß dich mal zusammen.“ Schwierig wird es vor allem, wenn Elementarmagier versuchen, Magier anderer Elemente zu unterrichten, die sie nicht richtig verstehen, andernfalls ist das für einige Bereiche aber dringend erforderlich.
      Von Elementarmagiern nach der ersten Stufe der Ausbildung erwartet man, dass sich die Magie im Gleichgewicht befindet und Grundfertigkeiten in allen drei Bereichen vorhanden sind. Dies gilt als essentiell für alle Elementarmagier und eine entsprechende Ausbildung ist in allen Elementarmagie-praktizierenden Ländern vorgeschrieben.
    • Übergangskrankheit und Anpassungsstörung

      Die Übergangskrankheit kann nur aus einer einzigen unruhigen Nacht mit unruhigen Träumen, Kopfschmerzen und Schüttelfrost bestehen (vergleichbar mit den Nachwirkungen der Corona-Impfung), die Symptome können aber auch wesentlich drastischer ausfallen. Dann treffen unspezifische Symptome wie die genannten sowie Fieber, Erbrechen und Fieberträume auf elementspezifische Beschwerden, die an eine Vergiftung mit dem Element erinnern können. Weitere Symptome sind ein starker Ekel vor dem Element und dem Unvermögen, Nahrung bei sich zu behalten, in der es erhalten ist. Weitere auf die Reaktivität des Elements bezogene Symptome können dazu kommen. Übergangskranke Alkalimetallmagier leiden beispielsweise häufig unter einer Scheu vor Wasser oder umgekehrt unter starkem Durst.
      Zusammen mit den Halogenmagiern sind sie diejenigen, bei denen solche starken Übergangskrankheiten am häufigsten auftreten, was beispielsweise zeitweise Infusionen nötig macht, um den Salzbedarf zu decken. Auch Magier giftiger Elemente wie Arsen, Blei oder Quecksilber leiden häufig unter der Übergangskrankheit, die aber meist weniger schwer verlaufen, da sie nicht auf ihr Element angewiesen sind.
      Edelmetallmagier bekommen nur äußerst selten ernsthafte Übergangskrankheiten und auch bei Neumagiern der restlichen Metalle und Nichtmetalle sind sie selten. Eine Ausnahme stellen jedoch Neumagier dar, die viel Kontakt mit giftigen Verbindungen oder Modifikationen ihres Elements haben. Wer häufig Substanzen wie Stickoxiden, Schwefeldioxid oder weißem Phosphor ausgesetzt ist, erleidet auf dem Weg zum Stickstoff- Schwefel- oder Phosphormagier häufig eine schwere Form der Übergangskrankheit. Wenn diese Menschen Pech haben, bleibt es nicht dabei, sondern sie entwickeln eine elementarmagische Anpassungsstörung.

      Diese Erkrankung trifft Neu-Elementarmagier nach der Übergangskrankheit. Sie kann auftreten, wenn die Elementarmagie allgemein oder das spezifische Element mit traumatischen Erlebnissen verknüpft ist, oder zutiefst abgelehnt wird.
      Die Symptome ähneln denen der Übergangskrankheit und treten hauptsächlich bei giftigen Elementen (Arsen, Blei…) auf. Mit Geduld und guter Ausbildung lässt sich die Anpassungsstörung hier häufig überwinden, andernfalls müssen die Betroffenen das Element für den Rest ihres Lebens strikt meiden.
      Deutlich komplizierter wird es in den sehr seltenen Fällen, wo die Anpassungsstörungen bei Magiern lebensnotwendiger Elemente auftreten. Neben den geschilderten Symptomen führt dies in schweren Fällen nämlich auch dazu, dass das Element seine Funktion im Körper nicht richtig erfüllen kann und ist unbehandelt tödlich. In leichten Fällen genügen auch hier Geduld und gute Ausbildung, in schweren Fällen ist eine medikamentöse Therapie erforderlich, die schlimmstenfalls ein Leben lang beibehalten werden muss.
    • Dämpfende Wirkstoffe

      Elementarmagier können natürlich genauso verletzt und getötet werden wie alle anderen, doch wenn man sie beispielsweise als Straftäter gefangenhalten muss, ist es zumindest bei manchen Elementen erforderlich dafür zu sorgen, dass sie nicht mehr auf ihr Element zugreifen können.
      Diese Möglichkeit gibt es tatsächlich und sie soll der Einstieg des vorletzten Elementarmagiebeitrags sein.
      Nachtschattenalkaloide wie Atropin und Skopolamin bzw. Pflanzenteile, die diese Substanzen enthalten, wirken sich schon in niedriger Dosierung stark dämpfend auf die Elementarmagie aus. Zumindest manche dieser Pflanzenarten sind in ganz Silaris anzutreffen und stehen überall zu diesem Zweck zur Verfügung. Nur sehr gut ausgebildete Magier der darin enthaltenen Elemente können sich dieser Wirkung entziehen und auch das nur, wenn ihnen die Substanzen im wachen Zustand verabreicht werden und die Dosis ausreichend niedrig ist.
      Wer Tollkirschen oder Stechapfeltee konsumiert hat, kann sein Element nicht mehr wahrnehmen und auch keine Elementarmagie mehr anwenden. Dies kann insbesondere in Verbindung mit der Giftwirkung eine sehr qualvolle Erfahrung sein, manche Elementarmagier bringen sich jedoch auch bewusst in diesen Zustand.
      Dies wird wie bereits geschildert bei elementarmagisch begabten Gefangenen verwendet, wobei die Verwendung in demokratischen Gesellschaften strengen Einschränkungen unterworfen ist und nur stattfinden darf, wenn ansonsten erwiesenermaßen eine Gefahr von dem betroffenen Gefangenen ausgeht. Die Dosierung muss hierbei so niedrig wie möglich gewählt werden. Totalitäre Regimes sowie Geheimdienste verschiedener Länder nutzen die Giftstoffe darüber hinaus zur Folter und als Wahrheitsdroge.
      In Elavien ist es üblich, verhaltensauffälligen Kindern Stechapfel zu verabreichen, damit sie nicht zu Elementarmagiern werden, offizielle Stellen raten von dieser gefährlichen Praxis jedoch dringend ab.

      Die Pflanzen und ihre Wirkstoffe werden jedoch auch gezielt als Medikamente zur Behandlung von elementarmagischer Übererregung sowie von Übergangskrankheit und Anpassungsstörung verwendet. Manche erfahrenen Elementarmagier nutzen sie bewusst, um sich von der Elementarmagie zu erholen. Missbräuchliche Verwendung durch Menschen, die ihr Element nicht haben wollen und versuchen, es auf diesem Weg loszuwerden, sind jedoch auch relativ häufig. Unehrenhaft entlassene sarilische Elementarmagier müssen ebenfalls einen Tollkirschentrank trinken.
      Entgegen anderslautenden Überzeugungen ist die Wirkung jedoch nicht dauerhaft, sondern hält nur an, bis die Giftstoffe komplett ausgeschieden sind.
    • Stimulierende Wirkstoffe

      In der silarischen Pflanzenwelt gibt es nicht nur Vertreter, die dämpfend auf die Elementarmagie wirken, sondern auch solche, die sie stimulieren. Diese Pflanzen kommen jedoch nur in warmen, nicht allzu trockenen Regionen von Silaris vor. Hierzu gehören große Teile Elaviens, einzelne Regionen des sarilischen Ostens und insbesondere Dageyra, wo sie ein fester Bestandteil der traditionellen Elementarmagierausbildung sind und ebenfalls für die Therapie elementarmagischer Störungen zum Einsatz kommen. Zu diesen Pflanzen gehören die rot blühenden Dergomstränen, das unscheinbare, aber besonders in Elavien weit verbreitete Alchimisten- oder Fliegenkraut, die Faganubohne und der Suvitbaum.
      Alle genannten Pflanzen enthalten Giftstoffe aus der Klasse der Carbamate, wobei die Giftwirkung der Dergomstränen recht schwach ist. Der extrem unangenehme Geschmack der außerhalb Elaviens als Zierpflanze genutzten Art macht ernsthafte Vergiftungen sehr selten, selbst wenn Jungmagier, die ihre Fähigkeiten verstärken wollen, bei ihren Eltern aus dem Balkonkübel naschen.

      Die dageyranischen Suvitbäume, die inzwischen auch in Elavien angebaut werden, liefern Früchte, die im reifen Zustand ungiftig, wohlschmeckend und vitaminreich sind. Alle anderen Pflanzenteile sind jedoch giftig und können beim Verzehr großer Mengen zum Tod führen. Die therapeutische Breite ist aber so groß, dass die Pflanzen in Dageyra in der elementarmagischen Therapie erfolgreich eingesetzt werden können. Außerhalb von Dageyra dürfen Suvitfrüchte erst verkauft werden, wenn sie keine grünen Stellen mehr haben, hoffnungsvolle Elementarmagier versuchen jedoch ihr Glück mit den noch etwas härteren Exemplaren.
      Fliegenkraut und Faganubohne sind beide hochgiftig und gelten bei den Elaviern als verfluchte Pflanzen, die im Krieg der Elemente künstlich geschaffen wurden, dies ist jedoch nicht der Fall. In Dageyra wird die Faganubohne trotzdem in extrem niedriger Dosierung therapeutisch eingesetzt und manche dageyranischen Stammeskulturen nutzen sie, um die Elementarmagie in ausgewählten jungen Menschen gezielt zu wecken. Davon ist aber ohne das entsprechende tradierte Wissen dringend abzuraten.
      Das Gift der Faganubohne wird in Dageyra zudem in isolierter Form für die Verwendung als Kampfstoff vorgehalten.
      Der Handel mit beiden Pflanzenarten wir außerhalb Dageyras hart bestraft, allerdings sind sie auf dem Schwarzmarkt trotzdem gelegentlich zu bekommen.
      Dies sind jedoch Einzelfälle, eine Tradition im Umgang mit diesen Pflanzen gibt es nur in Dageyra, im restlichen Silaris spielen sie keine große Rolle in den Elementarmagiesystemen und die Dageyraner hüten ihr Wissen recht strikt.

      Insbesondere im Süden von Silaris sind jedoch in der jüngeren Vergangenheit mit hochgiftigen Organophosphorverbindungen weitere Substanzen aufgetaucht, die eine stimulierende Wirkung auf die Elementarmagie zeigen. Diese wurde von Lucasta Clossiana direkt entdeckt, bevor ihr die starke Giftwirkung auffiel. Lucasta plante eine entsprechende Verwendung, an der jedoch nach den verheerenden Einsätzen im Arunisch-Ruarischen Krieg kein Interesse mehr bestand.
      Nach dem Krieg wurden viele verschiedene Insektizide auf Phosphorbasis entwickelt, die wesentlich leichter erhältlich waren als die oben aufgeführten Pflanzen und es in Arunien bis heute noch sind. Entsprechend oft wurden sie von Menschen missbraucht, die ihre elementarmagischen Fähigkeiten verstärken oder überhaupt erst wecken wollten. Diese Praxis führte immer wieder zu Vergiftungen und Todesfällen, wobei die Zahl von Menschen, die dadurch zu Elementarmagiern wurden, ohne im Krankenhaus zu landen extrem klein ist. Trotzdem gibt es immer wieder Leute, vor allem junge Männer, die es versuchen wollen.
      Auch unfreiwillige Vergiftungen durch Unfälle und Straftaten sind ein Problem, was dazu führt, dass Länder wie Ruaris inzwischen Verbote der Insektizide erwirkt haben. Die arunische Regierung weigert sich jedoch standhaft, ein solches zu erlassen, was nicht nur an der guten Lobbyarbeit der Agrochemiekonzerne liegt, sondern auch daran, dass Arunien sich entgegen allen internationalen Verträgen das Knowhow zur Kampfstoffherstellung bewahren will.

      Kriegseinsätze gegen Menschen wie sie im Arunisch-Ruarischen Krieg an der Tagesordnung waren und auch im Arisaja-Krieg gegen Sarilien durchgeführt wurden haben genau wie die Unfälle und Giftmordversuche neben den aus unserer Welt bekannten schweren Folgen auch in elementarmagischer Hinsicht drastische Auswirkungen. Sie hinterlassen nämlich zahlreiche Menschen, hauptsächlich Kinder und Jugendliche, mit dysfunktionalen elementarmagischen Fähigkeiten, die ohne intensive Therapie selten alt werden. Eine solche individuelle Betreuung können im Krieg befindliche Gesellschaften, aber meist nicht leisten.
      Nach Meinung mancher Forscher handelt es sich dabei schlichtweg um das gehäufte Auftreten von elementarmagischen Anpassungsstörungen, während andere die Ursache darin sehen, dass der Prozess der Elementarmagieentwicklung extrem beschleunigt wird, was der Organismus nicht verkraften kann. Eine umstrittene These besagt, dass manche Betroffenen eine Verbindung zum falschen Element haben, das nicht zu ihnen passt und an das eine Anpassung von vorneherein unmöglich ist. Als Beleg hierfür wird die Beobachtung gesehen, dass die Betroffenen wesentlich suizidgefährdeter sind als „normale“ Anpassungsstörungskranke. Gegner diese These lehnen sie nicht nur inhaltlich ab, sondern wissen auch, dass diese Vorstellung die Heilungschancen für die Betroffenen enorm verringert.
      Für die große Mehrheit der Menschen in Silaris ist dies ein weiterer von vielen Gründen, den Einsatz von Chemiewaffen strikt abzulehnen. Manche Militärstrategen finden die Vorstellung, auf diese Weise eine Überlastung des feindlichen Elementarmagieausbildungssystems herbeizuführen, aber durchaus attraktiv.