[2018-01][Laharia] Historische Schnapsideen bezüglich Sex, Ehe, Kinderkriegen und Familie

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [2018-01][Laharia] Historische Schnapsideen bezüglich Sex, Ehe, Kinderkriegen und Familie

      Auchwillllll!

      So.

      Ich hatte ja schon vor langer langer Zeit das nendalische Ehe-Durcheinander gebastelt und vorgestellt, aber ich bin sicher, da muss sich in der laharischen Geschichte noch mehr krasser Scheiss tummeln. Eine Variante, die gar nicht so alt ist und in Mirell (sowohl dem alten als auch dem neuen - im neuen dann allerdings nur mehr auf dem Papier) praktiziert wurde, ist die Geschwistergruppen-Ehe.

      Die Mirellische Geschwistergruppen-Ehe

      Der Knackpunkt bei dieser Art Ehe ist, dass nicht eine Person eine andere heiratet, sondern immer eine Gruppe Geschwister eine andere Gruppe Geschwister. Einzelkinder gelten zwar durchaus auch als Gruppe, aber so richtig "richtig" ist das so nicht, das gilt als unglücksbringend. Die beteiligten Geschlechter sind offiziell egal, aber meistens wird doch drauf geschaut, dass da irgendwie Kinder entstehen können (ausser, es soll eine adelige Nebenlinie kinderlos bleiben, damit die Hauptlinie nicht in Gefahr ist, oder so). Was die Leute allerdings im Bett machen ... völlig schnuppe, sind ja verheiratet, die dürfen.
      Was dabei nun allerdings mit der wichtigste Punkt ist: Was ist die Definition von Geschwister? Wenn alle Kinder einer solchen Familie grundsätzlich als Einheit heiraten, werden die Ehegruppen ja immer grösser und in Folge die Geschwistergruppen immer grösser und irgendwann fliegt einem alles um die Ohren. Entsprechend gibt es Regeln, wie solche Gruppen aufzuteilen sind.
      Die einfachste Regel dabei ist die matrilineare Regel: Geschwister sind die, die dieselbe Mutter haben.
      Eine weitere mögliche Regel differenziert nach dem Alter: Es heiraten Geschwistergruppen in einer Altersspanne von sieben Jahren.
      Vereinzelt wurde auch nach körperlichen Merkmalen unterschieden, vor allem, wenn bei den Eltern Marcoova dabei sind: Es heiraten die mit z.B. derselben Haarfarbe.
      Aber solche Regeln müssen eindeutig und bekannt sein, weswegen schon mal diverse Vorschläge abgelehnt wurden. Unter anderem war nie möglich, die Gruppe nach dem Geschlecht aufzuteilen.

      Grundsätzlich wurde im alten Mirell die Ehe von den Eltern bestimmt, also vom ältesten Vater, ausser, in der Elterngruppe waren auch Kleriker, dann vom ältesten Kleriker (und Kleriker konnten jedes Geschlecht haben). Die Brautleute hatten überhaupt nix zu sagen, Punkt. Im neuen Mirell lautete die Regel genauso, es hat sich nur keiner dran gehalten, sondern es haben welche geheiratet, die die Idee toll fanden. Dass dabei die ganzen Geschwister mit verheiratet wurden, war im Alltag schnuppe, die sind dann einfach de jure fremdgegangen, de facto waren sie halt mit wem anderen verheiratet.
      Blöd war es im neuen Mirell allerdings, wenn mal ein Kleriker oder sonstiger Hardliner auf die Idee kam, die strenge Auslegung zu forcieren ... da gibt es bestimmt Historien-Liebesdramen, die reissenden Absatz finden *flöt*.


      Und morgen gucke ich, ob ich noch ein paar spinnerte Schnapsideen in der laharischen Geschichte finde.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • Das find ich eigentlich halbwegs ein angenehmes System... zumindest wenn man nicht mit ner Gruppe heiratet, wo alle unsympathisch sind.

      Und die Haarfarbenregel ist etwas seltsam.^^

      Veria schrieb:

      Eine weitere mögliche Regel differenziert nach dem Alter: Es heiraten Geschwistergruppen in einer Altersspanne von sieben Jahren.
      Das klingt hingegen recht sinnvoll...
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Die Haarfarbenregel dürfte ursprünglich eine verkappte "Geschwister sind Kinder desselben Vaters"-Regel gewesen sein. Es dürfte für kulturelle Dinta (d.h. meistens Marcoova) recht wichtig gewesen sein, wer der Vater ist - wenn die beteiligten Väter verschiedene Haarfarben haben, ist es bei den Kindern mitunter auch eindeutig (vorausgesetzt, man weiss die jeweils versteckten Farben der Väter und die sind auch anders - konnte man aber schon ein paar Jahrhunderte lang rausfinden). So richtig klappt das aber auch nur, wenn die Mütter eben keine Marcoova sind (also keine dominanten Farben haben), von daher war das sicher in der Anwendung recht eingeschränkt.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • Ich bin letztens auf frühlavische/keirukinische Vorstellungen getroffen, da dachte ich mir, das stell ich noch diesen Monat vor. ;D

      In Keirukin und auch im frühen Lavien hing Sex eng mit dem Status einer Person zusammen. Sex mit jemandem zu haben, der einen höheren Status hat ... also nein, das ist unanständig. Sich durch den Plebs zu vögeln hingegen, kein Problem. Die Begründung dahinter war durchaus nicht allzu abstrus, dass man nämlich gegenüber Leuten mit niedrigerem Status Sex nicht als Werkzeug einsetzen kann, bei Sex mit Leuten mit höherem Status hingegen schwingt immer mit, dass man sich angeboten hat und etwas dafür will.
      Das hat beispielsweise dazu geführt, dass diverse Herrscher oder Hochadelige sich in Lumpen geworfen haben, um die nur normal adelige Geliebte zu besuchen - dann konnte sie glaubhaft behaupten, dass sie von seinem höheren Status gar nichts gewusst hatte. Und wer sich offen durch den Plebs vögeln wollte, hat die Unanständigkeit mit Geld kompensiert. Mit viel Geld übrigens, Prostitution war damals verdammt einträglich und keinesfalls nur eine finanzielle Krücke.

      Das führte zu drei rechtlichen Folgen:
      1. Ehepartner hatten grundsätzlich den gleichen Status.
      2. Nur Paare mit gleichem Status konnten problemlos unverheiratet zusammenleben, da aber gerne auch mal gleichgeschlechtlich. Schwule Partnerschaften bei unterschiedlichem Status waren hingegen problematisch, heiraten konnten sie nämlich nicht.
      3. Vergewaltigung hatte unterschiedliche Folgen, ob man eine Person mit höherem oder eine Person mit niedrigerem Status vergewaltigt. Und zwar war die Vergewaltigung einer Person mit niedrigerem Status schlimmer, denn da fühlte sich das Opfer ja auch noch als unanständig gebrandmarkt, was bei einem Opfer mit höherem Status nicht so ist (da brandmarkt sich der Täter stattdessen selbst).
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!
    • Und grad bevor es in den neuen Monat geht, erzähl ich noch was über die laharische Ostküste, die hauptsächlich von Raval bewohnt ist. In Anbetracht der biologischen Voraussetzungen ist das System natürlich gerade keine Schnapsidee, es hat sich nur zeitweise zu einer extremen Schnapsidee ausgeweitet

      Biologisch betrachtet werden alle Raval erstmal weiblich geboren und bleiben das die Kindheit hindurch erstmal. In der Pubertät entwickeln sich dann die Geschlechtsmerkmale und das Mädchen wird zur Frau, zugleich besteht ab da nun auch die Möglichkeit der Geschlechtsumwandlung. Solange eine Raval einen Mann in ihrer Nähe hat passiert das allerdings nicht, weil die männlichen Pheromone die Umwandlung blockieren. Es war entsprechend in frühen Zeiten meist so, dass junge Frauen ihr Heimatdorf verlassen haben - im Heimatdorf war der einzige (oder fast einzige) Mann ja meist der Vater.
      Fortpflanzung und Liebe hatten in dieser Zeit eher wenig miteinander zu tun: Geknutscht und gefummelt wurde bevorzugt lesbisch, und da auch bevorzugt in stabilen Beziehungen (allerdings eher polyamore Beziehungen als Paare). Bei Kinderwunsch ging man dann den Mann besuchen, aber auch nur dann.
      Sowie den Raval allgemein klar wurde, wie das mit den Pheromonen funktioniert, kam die Idee auf, dass Fortpflanzung in stabilen Beziehungen auch ganz nett wäre. Das Kloster wurde erfunden: Dort gingen beziehungswillige Frauen hin und ohne Mann in der Nähe wandelte eine davon ihr Geschlecht um - man kann normalerweise nicht voraussagen, welche, aber sobald eine damit anfängt, produziert sie schon Pheromone und blockiert damit die Umwandlung der anderen. Das führte dann zu kleinen Grüppchen Mann+Harem, sozusagen, und diese Grüppchen wurden dann auch rechtlich als Ehen geführt.

      Die Ausweitung zur extremen Schnapsidee folgte, als das liberale Kaiserinnenreich Saplay von innen zerstört wurde und stattdessen die priestergeführte Theokratie Tuibe aufgestellt wurde. Die Priesterkönige und später, als Tuibe keine Theokratie mehr war, die Könige, liessen sich nicht auf kleine Grüppchen einschränken. So mancher König hatte mehrere hundert Frauen zu einer Zeit - die meisten haben sich eine Frau nur jeweils einmal ins Bett geholt und sie dann nur behalten, wenn sie dabei auch schwanger geworden ist. Als König kann man sich sowas halt erlauben.
      Je moderner Tuibe wurde, umso mehr nahmen die Könige allerdings von dieser Schnapsidee Abstand. Der aktuelle König hat 19 Frauen (das ist durchaus nicht so viel höher als die Frauenzahl in bürgerlichen Ehen, etwa acht bis zehn), sein Grossvater hatte noch gut sechzig, und dessen Vater war der letzte König, der der Nur-ein-Schuss-Praxis gefolgt ist.
      Don't diagnose and drive.

      Dieser Bastler hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab sofort je Woche einen wertvollen Bastelpost mehr zu verfassen als bisher. Er möchte damit das Forum zu mehr Aktivität anregen. Hilf ihm und mach einfach mit!