Meta-Fantasy -- Wenn Weltenbewohner Welten bauen

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    • Meta-Fantasy -- Wenn Weltenbewohner Welten bauen

      Gibt es noch andere Welten, auf denen In-World-Fantasyliteratur eine Rolle spielt?
      (Ich bin alle 26 Seiten durchgegangen und habe keinen entsprechenden Thread gefunden, es sei denn, es verbirgt sich hinter einem anderen Titel.)
      Das ist wahrscheinlich eher ein Thema für Welten auf höherem technologischen/magischen Entwicklungsstand, wo genügend Zeit und Muße für solche Dinge vorhanden ist.

      In Silaris sind da dementsprechend auch die Arunier und Ruarier am aktivsten, aber auch die Sariler, was vielleicht auf den ersten Blick nicht zu erwarten wäre.
      Ruaris ist ja seit sie den "großen Krieg" verloren haben sehr stark arunisch geprägt und dementsprechend wurde dort auch lang hauptsächlich arunische Fantasyliteratur auf Ruarisch übersetzt gelesen und ruarische Autoren haben mehr oder weniger versucht die zu kopieren. Daneben gibt es in Ruaris aber auch eine Strömung, die etwas schreibt, was man bei uns wohl als postapokalyptische (Horror)-Literatur bezeichnen würde. Meteoriteneinschläge, Seuchen, Mutanten oder auch die ultimative neue Chemiewaffe mit dem Potenzial alles Leben zu vernichten sind da immer wiederkehrende Motive, während schwerpunktmäßig politische Dystopien keine Rolle spielen. Das gibt es sowohl in der SciFi als auch in der Fantasyvariante und nachdem es lange ein Randdasein gefristet hat, ist es in den letzten zehn Jahren sehr populär geworden, seit wenigen Jahren auch in Arunien. Die populäre Erklärung dafür ist, dass die dunkle Seite der menschlichen Erfahrung auf die seit über hundert Jahren in Frieden lebenden Ruarier eine gewisse Faszination ausübt. Daneben wird teilweise auch vorsichtig postuliert, dass versucht wird das Trauma der Niederlage gegen die Arunier in dieser Form aufzuarbeiten. Das ist aber ein heikles Thema, denn die Ruarier waren ja schuld an dem Krieg und haben deswegen mal so gar kein Recht sich da in einer Art Opferrolle zu sehen...

      In arunischer Fantasy findet man häufig edle Helden und Heldinnen, klare moralische Trennungen zwischen Gut und Böse und häufig auch "dunkle Horden" und "dunkle Lords", die Freiheit und Menschenrechte zerstören wollen, was die Helden dann verhindern ohne dabei ihre Prinzipien zu verraten.
      Arunische Fantasy hat häufig ein niedriges Technologielevel oder eine rein magische Theorie, die in Silaris reale Elementarmagie hat nach Meinung der meisten arunischen Fantasy-Fans in diesem Genre nichts zu suchen.

      Bei den Sarilern ist Fantasy auch ein sehr beliebtes Genre, denn wenn die Welt fremdartig genug ist, ist das die einzige literarische Möglichkeit auch einer gewissen Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen Ausdruck zu verleihen, ohne gleich einen Hausbesuch bei der Geheimpolizei machen zu dürfen.
      Untergangsszenarien sind bei den Sarilern nicht beliebt und der Kampf gegen abgrundtief böse Wesen auch nicht. Stattdessen ist alles tendenziell grau oder auch "blau und orange", sehr beliebt ist bei den Sarilern eine extrem gefährliche, aber gleichzeitig faszinerende Natur, während Arunier und Ruarier Natur häufig als Insel der heilen Welt beschreiben.

      Viele moderne arunische Leser langweilen sich mit ihren Schwarz-Weißgeschichten und wenden sich deswegen der ruarischen und sarilischen Fantasyliteratur zu, die beide dort richtige Fangemeinden haben.
    • Großartig, dass du dieses Thema aufwirfst. Auf dem FJT haben wir etwas über Metafiktion geredet, allerdings war unser Schwerpunkt eher wie ernst wir Metafiktion nehmen. Ich vertrat dabei die Position, dass auf kn Metafiktion mir sehr wichtig ist. Denn mein Ansatz sieht wie folgt aus: Alles was ich gerne hätte, aber nicht guten Gewissens in kn einbauen kann, wird in ein Theaterstück, oder ähnliches innerhalb von kn eingebaut.
      Die Gegenposition dazu war, dass es unbefriedigend ist, wenn die tollen Ideen nicht real in der Welt existieren, sondern nur in der Fiktion. Mir ist das jedoch egal ich kann gut damit leben.

      Theorie zu ende, wie sieht das in der Praxis aus? Naja, in kn ist das Theater oder dessen Erweiterung zentral. Immer wieder versuchen die Künstler neue Welten zu gestalten, dabei ist werden diese häufig nicht in Theatersälen, sondern einfach in der Stadt errichtet. Diese Gebiete sind meist abgetrennt vom Alltag, denn dort wird, wie in einem (Nordic-)LARP versucht, die Wirklichkeit zu ändern. Diese Theaterstücke zählt man zum Genre „Vollspiel“, da der klassische Zuschauer hier ein vollwertiger Mitspieler ist, wie fantastisch oder aufwändig die Welt ist spielt genretechnisch keine Rolle. Solche Vollspiele können einen Abend oder auch mehrere Wochen dauern. Die längeren Stücke werden meist als Urlaub verkauft, da nur wenige Bürger von kn verreisen und trotzdem aus dem Alltag entfliehen wollen. In manchen solcher Theaterstücken kommt es auch zum sogenannten „Ausbruch/Einbruch“ wenn die fiktive Welt einreist und sich mit der realen Welt vermischt, also z.B. wenn auf einmal die fiktive Zombieapokalypse ausbricht und das reale kn befällt. In den meisten Fällen versuchen die normalen Bürger Spaß damit zu haben und mitzumachen. So kann es passieren, dass kn von Zombies überrannt wird, und im Extremfall dauert der Zustand dann einige Tage an. (Idealerweise fällt mir auch was kreativeres als Zombieapokalypse ein. ^^)

      Natürlich gibt es auch klassische Theaterstücke in kn. Hier verbastel ich Magien und Geschichten, die mir gefallen, die mir aber nicht in die Welt passen oder notwendigerweise in einer anderen Welt spielen. Z.B. habe ich den Bodenrespekt erfunden. Der Boden respektiert ein Mädchen und hilft ihr, dabei kommt auch sowas wie im-Boden-versinken vor. Auf der Bühne wird der Boden sehr aufwändig dargestellt. Der normale Bühnenboden wird mit einem übergroßen Stück Stoff ersetzt. Unter der Bühne sind nun Menschen, die die Schauspieler tragen oder in die Tiefe ziehen, während oberhalb der Bühne Puppenspieler sind, die über Fäden den Boden riesig aufbäumen lassen können. So wurde aus der ursprünglichen Idee einer realen Magie eine fiktive Magie. (Falls ich mich entscheide das Keratinmagie (Weiche Macht) real in kn existieren soll, wird sicher auch ein Keratinmagier bei der Vorstellung helfen und den Boden kontrollieren.)
    • Tö. schrieb:

      Alles was ich gerne hätte, aber nicht guten Gewissens in kn einbauen kann, wird in ein Theaterstück, oder ähnliches innerhalb von kn eingebaut.
      Ich habe vor einer Weile eine Karte und die Idee zu einigen Völkern, die nicht in mein Konzept der Toraja passten, zu einem Rollenspiel umgemünzt, dass in der von mir nur fragmentarisch bebastelten "Jetztzeit" der Toraja etwa den Stellenwert von Dungeons & Dragons hat. Damit habe ich für weltbastlerische Geistesblitze gleich einen passenden Abfalleimer gefunden und gleichzeitig noch potentielle Weltenbastler verbastelt :)


      ~ Der Ort für jene, denen unsere Welt nicht genügt ~
    • Tö. schrieb:

      Großartig, dass du dieses Thema aufwirfst. Auf dem FJT haben wir etwas über Metafiktion geredet, allerdings war unser Schwerpunkt eher wie ernst wir Metafiktion nehmen. Ich vertrat dabei die Position, dass auf kn Metafiktion mir sehr wichtig ist.
      Ist ja spannend, dass das gerade auf dem FJT thematisiert wurde.
      Ich weiß selber noch nicht genau wie detailliert ich diese Sachen bebasteln werde, aber bisschen damit anfangen werde ich auf jeden Fall mal und schauen, was draus wird.
      Die Idee, LARPs als richtig akzeptierte Kulturform zu haben, finde ich jedenfalls auch faszinierend. Wie muss man sich das denn vorstellen, wenn die Zombieapokalypse auf den Rest der Stadt übergreift? Besteht dann echte Gefahr, oder werden dann nur Unbeteiligte auch zum Mitspielen animiert.
      @Nharun, In-World-Rollenspiele sind natürlich auch was Feines, um zusätzliche Ideen unterzubringen.
    • Tö. schrieb:

      Die Gegenposition dazu war, dass es unbefriedigend ist, wenn die tollen Ideen nicht real in der Welt existieren, sondern nur in der Fiktion.
      Das war dann wohl ich. :pfeif:

      Ja, meine Position hat Tö tatsächlich schon ganz gut beschrieben. Gut möglich, dass es irgendwo auf Lacerta Meta-Fantasy gibt. Ich halte es sogar für sehr wahrscheinlich. Aber irgendwie interessiert mich das nicht sonderlich. Höchstens Sagen und Mythologie, das ist ja eigentlich auch nichts anderes als Meta-Fantasy, oder?

      Auf jeden Fall reicht es mir persönlich nicht, wenn meine tollen Ideen nicht direkt in meine Welt eingefügt werden, sondern nur in einer fiktionalen Welt innerhalb meinr (zugegeben genauso fiktionalen) Welt. Da ändere ich die Idee lieber so lange ab, bis sie doch noch direkt in meine Welt hinein passt.

      (Sorry, falls das zu off-topic war!)
      Ich glaube, für eine französische Hure ist Elatan ein bisschen zu provinziell.

      Kann man eigentlich mit Fäkalien töpfern? -- Tö.
    • Das ist wirklich ein schönes Thema, das man von verschiedener Seite angehen kann und mit dem ich mich mehr beschäftigen will. Bisher könnte man allenfalls die Erde als Fantasywelt aus Rhingoner Sicht bezeichnen, nicht als Unterhaltungsmedium, sondern als abstraktes Traumknzept, das allen menschlichen Bewohnern irgendwie im Hinterkopf schwebt und sicher auch schon vielfach künstlerisch umgesetzt wurde.

      Viel Allgemeiner habe ich in ZUkunft vor, die Metaebene meiner Welten hin und wieder mal etwas verschwimmen zu lassen. Rhingon bietet sich an dafür, mit seinem angedeuteten Multiversum das geht los mit Easter-Eggs und Hommagen und könnte weiter gehen mit Perspektivewechseln, nach denen sich niemand mehr so wirklich auskennt, was die Erzählebene ist. Mein Ziel ist daduch (neben dem Stiften von Verwirrung) eine Art von "Rangfolge" verschiedener Welten zu verhindern und mich nicht zu sehr an eine bestimmte Realität zu klammern.

      Meine Frage zu den "Welten-in-Welten"-Bastlern: Bastelt ihr diese Welten mit dem gleichen Bastelansatz wie die andere Welt? Also mit eurem Wissen von Stimmigkeit oder Kenntnis anderer Werke? Wie bezieht ihr die Perspektive der Bewohner mit ein? Wird es dadurch eurer Ansicht nach qualitativ "schlechteres" Basteln? Als Beispiel fürs Letzte würde ich eine platte Propagandawelt nehmen, in der bewusst Dinge passend für den Erbauer zurecht gelegt werden, jetzt in der Form als Hauptwelt keinen Reiz für mich hätte. Oder haben die intern gebastelten Welten denselben kreativen Anspruch wie die Hauptwelten?
      Zwei gesichtslose Tintenfische tanzen in den Tod

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • Amanita schrieb:

      Die Idee, LARPs als richtig akzeptierte Kulturform zu haben, finde ich jedenfalls auch faszinierend. Wie muss man sich das denn vorstellen, wenn die Zombieapokalypse auf den Rest der Stadt übergreift? Besteht dann echte Gefahr, oder werden dann nur Unbeteiligte auch zum Mitspielen animiert.
      In kn spielt man gerne einfach mit. Ist doch lustig wenn der Alltag mal ausfällt, man sich zum Zombie schminkt und hinter Überlebenden herschlurft. ^^


      Alpha Centauri schrieb:

      Meine Frage zu den "Welten-in-Welten"-Bastlern: Bastelt ihr diese Welten mit dem gleichen Bastelansatz wie die andere Welt? Also mit eurem Wissen von Stimmigkeit oder Kenntnis anderer Werke? Wie bezieht ihr die Perspektive der Bewohner mit ein? Wird es dadurch eurer Ansicht nach qualitativ "schlechteres" Basteln?
      Da bin ich mir noch unsicher. Ich denke dass die meisten Meta-Fiktionen recht simpel bleiben werden. Sie werden mir Zufriedenheit geben Ideen in kn einbauen zu können ohne sie tatsächlich in der Welt zu haben. Das finde ich sehr praktisch, denn oft habe ich nur ein paar Gedanken zu einer Idee und solche habe ich nicht gerne in der Welt, da sie oft überflüssig erscheinen und keinen Einfluss auf die Welt haben. Doch wenn diese Ideen in der Fiktion sind, ist es okay, dass sie unausgegoren und unwichtig für die Welt sind.
    • Trajan schrieb:


      Auf jeden Fall reicht es mir persönlich nicht, wenn meine tollen Ideen nicht direkt in meine Welt eingefügt werden, sondern nur in einer fiktionalen Welt innerhalb meinr (zugegeben genauso fiktionalen) Welt. Da ändere ich die Idee lieber so lange ab, bis sie doch noch direkt in meine Welt hinein passt.
      (Sorry, falls das zu off-topic war!
      Warum sollte das Off-Topic sein? Es ist doch gerade interessant verschiedene Perspekiven dazu zu lesen. Je nach Weltenkonzept gibt es ja auch Unterschiede wie viel oder wenig man da passend machen kann und ob entsprechende Metafiktion überhaupt dorthin passen würde.

      Alpha Centauri schrieb:

      Meine Frage zu den "Welten-in-Welten"-Bastlern: Bastelt ihr diese Welten mit dem gleichen Bastelansatz wie die andere Welt? Also mit eurem Wissen von Stimmigkeit oder Kenntnis anderer Werke? Wie bezieht ihr die Perspektive der Bewohner mit ein? Wird es dadurch eurer Ansicht nach qualitativ "schlechteres" Basteln? Als Beispiel fürs Letzte würde ich eine platte Propagandawelt nehmen, in der bewusst Dinge passend für den Erbauer zurecht gelegt werden, jetzt in der Form als Hauptwelt keinen Reiz für mich hätte. Oder haben die intern gebastelten Welten denselben kreativen Anspruch wie die Hauptwelten?
      Platte Propagandawelten würde ich jetzt aber nicht ausführlich bebasteln, das lohnt sich dann wirklich nicht so richtig. Bei den anderen habe ich schon gewisse Ansprüche, die aber nicht ganz so tief gehen, wie die an Silaris, aber ich denke immer noch tief genug, dass es qualitativ nicht so schlecht wird. Hoffe ich jedenfalls, das steht ja alles noch am Anfang.