[Issoy] Bürokratiiiieee !!1!11

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [Issoy] Bürokratiiiieee !!1!11

      Mir gehen seit einiger Zeit ein paar Ideen im Kopf herum, die ich mal versuchen möchte, etwas mehr auszuarbeiten.

      Bisheriges Konzept: Alle Einwohner Issoys erhalten allgemeines Grundeinkommen.
      Neues Konzept: Es gibt überhaupt kein Geld.

      Fun fact: Quentap / Visinnier sind berüchtigt dafür, Bürokratie zu lieben. :diablo:

      ->

      Alles basiert auf unzähligen Verträgen, die in alle möglichen Richtungen gehen. Hinter diesen liegt ein Konzept, das im Prinzip Menschenrechten entspricht.

      < Disclaimer: Ich hab mit Jus/Jura bislang nichts zu tun gehabt. Wenn ihr ganz grobe Fehler findet, teilt sie mir mit... wenn ihr mittelgroße bis kleine Fehler findet, würd ich sagen: Isso. Irgendwie kriegen die das schon geregelt und ich als Bastler*in weiß das halt nicht so genau. >

      ẞ ẞ ẞ ẞ

      Erste Entwürfe

      Beispiel: Beförderungsrecht
      Jede Einwohner*in Issoys hat z.B. ein Beförderungsrecht... für Regionalbahnen heißt das, sie dürfen einfach einsteigen und aussteigen, wo sie wollen - dieses Beförderungsrecht ist nämlich als Vertrag zwischen (de facto) Weltregierung und dem Zugvolk ausgehandelt.
      Für Fernzüge gilt dieser Vertrag nicht, sondern ein anderer, bei dem jeder Einwohner*in ein festes Kontingent an Fernzugfahrten pro Monat zugestanden wird, das sie in Anspruch nehmen können.

      Will eine Einzelperson mehr Fernzugfahrten in einem Monat machen, als im Kontingent vorgesehen, hat sie mehrere Möglichkeiten:

      - direkt mit dem Clan oder den Clans der betreffenden Fernzuglinie einen Vertrag aushandeln
      oder
      - einen Antrag beim Adel einreichen mit einer Begründung für den Bedarf; der Adel besitzt ein zusätzliches Kontingent an bereits mit den Zügen ausgehandelten Extra-Fahrten, von denen er an Einzelpersonen abgeben darf.
      .... jede Adelsfamilie hat seinerseits mit der (de facto) Weltregierung einen Vertrag, worin festgelegt ist, unter welchen Bedingungen die Vergabe von Extra-Fahrten an ansuchende Einwohner*innen nicht abgelehnt werden darf.

      Beispiel: Burgrecht

      ("Burg" oder "Nachtburg" ist das Wort für Hotel/Unterkunft im issoyanischen Deutsch)

      Jede Ortschaft (ab einer gewissen Größe) hat die Verpflichtung, Reisenden Übernachtungsplätze bereitszustellen. Die Details dazu sind in einem Vertrag zwischen Ortschaft (Ortsrat) und Adel, sowie zwischen Adel und (de facto) Weltregierung festgeschrieben, sowie natürlich auch in einem Vertrag zwischen Ortschaft und den Betreibern der Nachtburgen.

      - es gibt ein bestimmtes Kontingent an Plätzen für spontan ankommende Reisende, und ein weiteres für Reisende, die ihr Übernachtungsvorhaben bereits angemeldet haben.
      - möglicherweise ist auch die Anzahl der so in Anspruch genommenen Übernachtungsplätze pro Einwohner*in und pro Monat limitiert? Vielleicht aber auch einfach nicht - Issoy ist dank Magie und darauf aufbauender Technologie eine reiche Welt, die sich das locker leisten kann. ;)

      Beispiel: Mahlrecht

      Ebenso gibt es für jede öffentliche Gaststätte (im iss. Deutsch z.B. "Mahlhäuser" oder "Kochstuben" genannt, je nach kulinarischem Rang) die Pflicht, Gäste zu bewirten. Ortschaften ab einer gewissen Größe müssen mindestens ein Mahlhaus haben.

      - eine Mahlzeit pro Person pro Tageszeit ist vertraglich garantiert (die genaue Menge kann je nach Mahlhaus unterschiedlich sein, abhängig auch davon, wieviel gerade verfügbar ist - eine faire Aufteilung auf die Gäste soll gewährleistet sein)
      - Mahlhäuser haben Verträge mit Lebensmittelproduzenten, die sie beliefern müssen
      - Mahlhäuser brauchen selbst eine Genehmigung von Adel, Ortschaft und Hausbesitzern - wenn sie diese haben, ist ihnen aber bereits vertraglich garantiert, dass sie mit Lebensmitteln beliefert werden müssen (noch nicht unbedingt von wem genau)
      - Mahlhäuser brauchen (wie alle öffentlichen Institutionen) auch eine Genehmigung von einer Rechstästhetiker*in des korrekten Ranges. (Dazu später mehr)

      Beispiel: Buchhandlung, Buchbezugsrecht

      Es kann immer noch komplizierter werden. ;)

      - um einen Buchladen aufzumachen, sind Genehmigungen erforderlich:
      ++ vom lokalen Adel (im Fall der Quentap: mindestens eine von den 10 amtierenden Adelspersonen muss zustimmen)
      ++ von der Ortschaft (Ortsrat) in der das Geschäft betrieben werden soll
      ++ von den Hausbesitzern (in den allermeisten Fällen ist das einfach die Ortschaft selber) - im Wesentlichen ein Mietvertrag
      ++ von einer Rechtsästhetiker*in des erforderlichen Ranges

      - um die Genehmigung vom Adel und der Rechtsästhetiker*in zu erhalten, müssen Verträge ausgehandelt werden:

      ++ darüber, welche Art von Büchern im Laden erhältlich sein werden. (stellt bis zu einem gewissen Grad eine Zensurmöglichkeit dar, allerdings ist von der Weltregierung garantiert, dass es kein totales Verbot einzelner Bücher geben darf, außerdem sind verschenkte Bücher davon nicht betroffen, aber auch die muss ja irgendwer drucken...)
      ++ darüber, wie groß das Startkontingent an Büchern ist, das für den Laden gedruckt wird
      ++ darüber, wie groß die weiteren Kontingente an Büchern sind, die gedruckt werden, abhängig davon, wieviele Bücher der Laden an Einwohner*innen offiziell abgibt (Verschenken ist nicht verboten, zählt aber nicht mit) - ein Laden muss also Bücher anbringen, damit er ein Anrecht darauf hat, neue gedruckt zu bekommen
      ++ darüber, wieviele Personen als offizielle Angestellte des Ladens geführt werden dürfen, in Abhängigkeit von der Anzahl der vorhandenen Bücher und der Menge an Büchern, die pro Monat angebracht werden
      ++ darüber, unter welchen Bedingungen einzelne Bücher zurückgehalten werden dürfen, obwohl danach verlangt wurde

      Damit Einwohner*innen an Bücher kommen, haben auch sie wieder ein Kontingent, das z.B. aus 4 Büchern pro Monat besteht, welches sie in beliebigen Buchhandlungen auf der ganzen Welt einlösen können.
      ++ Das Einlösen des Buchkontingents wird beidseitig bestätigt. Der Buchladen braucht die schriftliche Bestätigung, um vorweisen zu können, wieviele Bücher im Monat angebracht wurden. Der Einwohner*in wird (wie genau?) ein Punkt vom Kontingent abgezogen. (Da weiß ich noch nicht genau, wie das funktioniert - aus Datenschutzgründen wäre wohl am praktischsten, dafür eine Art Ticket zu haben, das entwertet wird. Das müsste fälschungssicher hinzukriegen sein, hoffe ich - irgendwie alchimistisch gesichert? Jedenfalls soll nicht gespeichert werden, wer welches Buch bezogen hat.)
      ++ Wenn Einwohner*innen mehr als 4 Bücher pro Monat beziehen wollen, können sie dafür ein Ansuchen an den Adel schicken, z.B. mit einer schriftlichen Begründung. Der Adel ist wiederum vertraglich an die Weltregierung gebunden und darf Ansuchen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen ablehnen. Die genauen Kriterien unterscheiden sich aber je nach Provinz (unterschiedliche Adelsfamilien).

      - die Buchhandlung hat entweder vom Adel/Ort zugewiesene Druckerei, die den Nachschub an Büchern organisiert, oder ein zusätzlicher Vertrag mit einer anderen Druckerei...

      ẞ ẞ ẞ ẞ

      Ähnliche Verträge gibt es natürlich auch für Schulen, Universitäten, Lebensmittelhandel, generell Haushaltsgegenstände, Theaterbesuche, Dienstleistungen usw. usf. - ich werde darauf vllt später mal genauer eingehen.

      (In Visinnur gibt es z.B. keine "Supermärkte", da die Rechtsästhetiker*innen es strikt verweigern, dass bestimmte Waren an einem Ort zusammen angeboten werden.)

      Ach ja, ich wollte noch kurz erklären, wie Rechtstästhetiker*innen organisiert sind:
      Es gibt 5 Ränge; unterschiedliche Verträge brauchen Bestätigungen unterschiedlicher Ränge
      eine Rechtsästhetiker*in ersten Ranges darf nur Verträge in Rang 1 bestätigen, eine Rechtsästhetiker*in fünften Ranges darf alles bestätigen und in manchen Fällen sogar ein Veto des Adels aufheben.

      In der issoyanischen Gesellschaft ist Ästhetik ein hohes Prinzip, das gleich nach der Ethik kommt, und fast alle Lebensbereiche irgendwie durchdringt. Ästhetische Fragen werden auf Universitäten ständig neu diskutiert; einzelnen Rechtsästhetiker*innen, die eine lange komplizierte Ausbildung durchlaufen haben, sind aber in ihren Entscheidungen, was ästhetisch zulässig ist, relativ autonom, müssen sich aber natürlich an Grundrichtlinien halten (quasi einer Verfassung.)

      Eine negative Entscheidung einer Rechtsästhetiker*in kann von einer anderen höheren Ranges aufgehoben werden, im Falle des 5.Ranges auch von zwei/drei/vier/?? anderen des fünften Ranges je nach Vertragsart, oder in extrem schweren Situationen durch eine Mehrheit in den höchsten Gerichten (da sind dann nicht mehr nur Ästhetiker*innen sondern auch Ethiker*innen vertreten.)

      ẞ ẞ ẞ ẞ

      Offene Fragen

      Was können Einwohner*innen eigentlich anbieten, wenn sie z.B. mit einem Zuglinienclan über mehr Fernzugfahrten verhandeln?
      -> generell: was kann angeboten werden, da es ja kein Geld gibt? Dienstleistungen? ... kA

      Was ist die "Entlohnung" für Arbeit? Ein direktes Bezahlen gibt es nicht, die Gesellschaft ist überhaupt nicht kapitalistisch, im Prinzip passiert Arbeit freiwillig - aber für bestimmte dringend oder akut benötigte Arbeiten braucht es wohl trotzdem Anreize.

      Bisherige Ideen dazu:

      ++ Status. Titel. Zeug zum an die Wand hängen.^^

      ++ Zusicherungen auf größere Kontingente für X (... kommt mir aber komisch vor, da es im Prinzip wieder wie Geld wäre)

      ++ Zusicherungen auf begrenzte Plätze
      ++++ Plätze in überfüllten Zügen (praktisch irrelevant, da die Zugvolk-Clans viel zu stolz sind, zu kleine Züge anzubieten)
      ++++ Plätze, um an einer Schule/Universität in bestimmten Fächern unterrichtet zu werden (vor allem, was über die Schulpflicht hinausgeht, aber auch wenn eine Schule einer anderen vorgezogen wird, aber diese nur begrenzt Plätze hat, usw.)
      ++++ Plätze in hochrangigen Positionen
      ++++ Anrecht auf Reservierungen, z.B. seltene Güter vorbestellen zu dürfen

      ++ Privilegien (z.B. schönere Häuser, größere Wohnungen, Deluxe-Menüs in Mahlhäusern, ... klingt aber tendentiell unsympathisch nach 2-Klassen-Gesellschaft)

      ++ Bestimmte Jobs, die begehrt sind
      (um einen angenehmen Job zu bekommen, muss zuerst in einem unangenehmen gearbeitet werden...)

      ++ (erweitertes) Anrecht darauf, öffentliche Verantaltungen auszurichten, dafür z.B. Räume zugesichert bekommen

      ..
      irgendwie müsste es noch mehr geben. Oder ich muss das bisher vorhandene noch schmackhafter darstellen.^^ Soo, ist eh schon viel zu lang geworden... *post*
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Ich finde die Ideen mit den Verträgen von die ganz gut
      könnte mir aber vorstellen dass es sehr kompliziert wird für die einzelnen Wesen in der Welt
      Da bräuchte es wohl noch eine Institution die die Verträge überwacht und ggf überarbeitet bei Bedarf

      Zu den Belohnungen

      Es gab in Spanien vor der Francodiktatur ein anarchistisches System im Norden
      Es gab keine Regierung und keine Machtkonzentration
      jeder hat aus dem Gemeinschaftsgefühl und seiner Verantwortung für die Gesellschaft gearbeitet und geleistet ohne dafür etwas anderes zu bekommen als das was er zum Leben brauchte
      Also hat ein Kinobetreiber das Kino für andere aufrechterhalten, dafür hat der Betreiber dann seinen Anteil an dem erwirtschafteten Ressourcen wie Nahrung, Wasser und Strom erhalten

      es gab also Kommunen
      Und diese waren in sich geschlossen und autark
      Es gab Regeln, aber sie wurden basisdemokratisch und im allgemeinen Konsens getroffen und angepasst
      Und der Verdienst war dynamisch angepasst an der Menge die erwirtschaftet wurde


      könnte mir vorstellen dass bei dir ein ähnliches system in der Belohnung aussehen könnte
      vorallem da es kein Geld gibt bietet sich das an
      Arbeiten um seinen Anteil an der Welt bekommen

      Vielleicht konnte ich mit meinem weltgeschichtlichen und politischen Diskurs dich inspirieren^^
      Ich denke, ein gewisser Aspekt des Weltenbauens ist die Vision
      Die Vision von einer Wunschwelt, in der man seine Zeit verbringen möchte
      oder in der man ganz leben will, wie es bei mir der Fall ist ...
    • KaneRayNov schrieb:

      könnte mir aber vorstellen dass es sehr kompliziert wird für die einzelnen Wesen in der Welt
      Oh ja. :diablo:

      Aber im Allgemeinen sind sie es gewohnt... und einige Regelungen dienen ja auch der Vereinfachung, z.B. dass nicht einmal Geld gebraucht wird, um eine Wohnung und Essen zu bekommen. ;)

      Wer halt ganz bestimmte Sachen machen will, wie z.B. einen Buchladen betreiben, muss wirklich gut bewandert sein mit diesem bürokratischen System umzugehen.

      KaneRayNov schrieb:

      Da bräuchte es wohl noch eine Institution die die Verträge überwacht und ggf überarbeitet bei Bedarf
      Das ist die größte Bastellücke.

      Ich will nämlich auch keinen Polizeistaat - das würde überhaupt nicht zu meiner Vorstellung von Issoy passen. Idealerweise könnten sich die Leute gegenseitig überwachen - okay, aber Spitzelstaat soll es auch nicht sein.

      Irgendwie Antidiskriminierungsgesetze - wenn die Betreiber*innen eines Mahlhauses immer zufällig gerade kein Essen mehr übrig haben, wenn eine Familie aus ner anderen Ethnie vorbeikommt, dann muss das schon geahndet werden. Aber ich weiß nicht, welche Instanz das macht.
      Im Prinzip müssten die Betroffenen oder irgendwelche Zeugen das melden bei denjenigen, die mit dem Mahlhaus einen Vertrag haben. Nur, wie kann die Schuld belegt werden? Irgendwelche Grenzfälle wird es wohl immer geben.

      KaneRayNov schrieb:

      jeder hat aus dem Gemeinschaftsgefühl und seiner Verantwortung für die Gesellschaft gearbeitet und geleistet ohne dafür etwas anderes zu bekommen als das was er zum Leben brauchte
      Joa. Das was ich hier für Issoy plane, ist ja im Wesentlichen ein solches System. Auf jeden Fall soll es aber auch erlaubt sein, nichts zu arbeiten. Aufgrund von Magie und darauf aufbauender Technologie werden nämlich nur sehr wenige Arbeitskräfte benötigt, um die Infrastruktur zu betreiben.

      Eine Farm mit drei Leuten kann durchaus mal ne halbe Stadt ernähren. Das Wachstum von Pflanzen wird über magische Steuerungssysteme kontrolliert, beschleunigt, optimiert...

      { Exkurs Magie und Wirtschaft

      Um ein Gebäude beliebiger zu bauen, reicht im Grunde eine dafür ausgebildete Bewegungsmagier*in und ein paar Statiker*innen, die sich gegenseitig prüfen, damit nichts zusammenstürzt. Und das Material liefern die Alchimist*innen, die es mehr oder weniger selbst erzeugen.

      Dass das alles viel einfacher läuft als auf der Erde, liegt daran, dass der Energieerhaltungssatz für Issoy schlicht nicht gilt. Und zwar so richtig gar nicht - d.h. die meisten magischen Technologien brauchen zwar Menschen, um sie zu steuern, aber sonst keine Energie von außen. Alchimie ist allenfalls noch dadurch limitiert, dass Stoffe bekannt (und meist auch vorhanden) sein müssen, um sie zu erschaffen.

      Wie es genau funktioniert, weiß ich noch nicht, aber stellt euch z.B. vor, dass jemand Glas erschafft, indem eine Glasmurmel magisch multipliziert wird, bis es 1000 davon gibt, und die dann vllt zusammengeschmolzen, um das Glas in andere Formen zu bringen.
      Mit Nahrung funktioniert es nicht so einfach... damit für Menschen brauchbarer Nährwert herauskommt, kommt es nämlich nicht nur auf die reine stoffliche Beschaffenheit an, sondern auch um andere Faktoren, und an die kommt man nur heran, wenn die Pflanzen auch selber gewachsen sind. Aber beschleunigt werden kann dieser Prozess, wie gesagt, schon.

      Über die dahinterstehende Magietheorie werde ich jetzt erstmal nicht mehr nachdenken... dafür ist die falsche Jahreszeit. ;D Außerdem verzweifel ich dann wieder an Details. }

      ẞ ẞ ẞ ẞ

      Ich bin jetzt genau an dem Punkt, wo die Utopie wieder in die Dystopie umschlägt, weil jede Lösung, die mir einfällt, wie dieses System aufrechtzuerhalten ist, wieder missbrauchsanfällig ist.

      - z.B. etwas in den Köpfen der Leute installieren, dass ihre eigenen Handlungen überwacht? :schreck:
      - eine allgegenwärtige Beamtentruppe, die überall auf die Regeln pocht? :autsch:
      - Einwohner*innen melden ihre Vergehen gegenseitig bei Behörden? :pfeif:

      Alles nicht so ideal.

      Oder könnte es funktionieren, dass bei jedem Vertrag eine Seite die andere überwacht? Es bräuchte ja immer noch eine Instanz, die Vergehen dann ahndet. Und was sind überhaupt die Strafen? Hier wirds wieder dystopisch, weil ich überlegt hatte, statt Gefängnissen (die gibt es nicht) Module in den Minds der Menschen zu installieren, die weitere Vergehen verhindern. Das wäre aber nur für so Sachen wie Mord(versuche).

      Wenn eh alle Einwohner*innen eh mindestens einen Servitor in ihrem Mind haben, dann ... wäre es zumindest schon mal möglich, Erinnerungen recht effektiv zu speichern. Und die könnten dann gegebenenfalls an Behörden als Beweismittel weitergegeben werden. Das funktioniert aber nur zum Teil, denn auch so gespeicherte Erinnerungen werden im Laufe der Zeit, mit jedem Erinnern, verfälscht (wie alle Erinnerungen halt).

      ..

      Gah, irgendein wichtiges Element dieser Welt fehlt einfach noch. Das Gefühl hab ich seit Jahren und es geht immer nur kurz weg.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Im Allgemeinen nennt man solche Institutionen Gerichte. Die Frage ist eben, ob ein öffentlicher Ankläger wie unsere Staatsanwälte vorhanden sind, oder der Bürger immer selbst tätig werden muss. Was wäre mit vorangestellten Ombudsmännern und Schlichtungsstellen?

      Was den Handel angeht:

      Sobald Du Handel einführst, brauchst Du tatsächlich eine Gegenleistung. Entweder etwas zum Tauschen oder Bezahlen. In Frankreich gibt es eine Gemeinde, in der zukünftige Arbeitsleistungen festgelegt werden. Aber bedenke: Im Grunde ist das dann wieder Geld.

      Die andere Möglichkeit ist, dass Du, die Bürokratie vergrößernd eine Stelle zwischenschaltest und berücksichtigt, dass auch der Staat Arbeit brauchen könnte. Da würde dann vielleicht festgelegt, dass auch der, der eine Zusatzleistung haben will, in seinem Beruf eine solche erbringen muss oder für den Staat oder die Allgemeinheit etwas erledigen muss. Ehrenämter gäbe es dann nicht. Vielleicht kann Arbeitsleistung für die Allgemeinheit auch angesammelt werden?
    • Crimson Square schrieb:

      Also... wegen dem mit den Verträgen und wer Sachen ahndet - vllt sowas wie in manchen Geschichten? Dass Versprechen einfach auf dieser Welt nicht brechbar sind?
      Das würde vermutlich so manche Probleme lösen, ist aber auf Issoy glaub ich nicht so leicht umsetzbar, ganz zu schweigen davon, dass es diverse Menschenrechte möglicherweise ankratzen würde.

      Hmmmm... theoretisch wäre es möglich, in einer Psyche ein Blockade-Modul zu installieren, das bestimmte Handlungen blockiert.
      - sowas ähnliches wollte ich als Ersatz für Gefängnisse mal einführen, aber gleichzeitig hat diese Idee was inhärent Dystopisches, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es nach Issoy passt.
      - ein Blockademodul, dass Diebstahl verhindert, wäre irgendwie totaler Overkill, und würde a) möglicherweise psychische Schäden erzeugen und b) doofe Situationen erzeugen, wo z.B. aus einer brennenden Bücherei niemand die Bücher rausbringen kann, weil es ja Diebstahl wäre, usw.

      Naja, generell ist Issoy von der Stimmung eine neuzeitliche bis postmoderne Welt. Auch wenn es magische Optionen gäbe, Gesetze zu enforcen, würden die Bewohner*innen vermutlich sehr dagegen protestieren.

      Riothamus schrieb:

      Im Allgemeinen nennt man solche Institutionen Gerichte. Die Frage ist eben, ob ein öffentlicher Ankläger wie unsere Staatsanwälte vorhanden sind, oder der Bürger immer selbst tätig werden muss. Was wäre mit vorangestellten Ombudsmännern und Schlichtungsstellen?
      Ja schon. Aber ich kann ja nicht jedesmal jemanden verklagen, weil er*sie statt dem erlaubten einem Buch zwei Bücher aus der Buchhandlung mitnimmt. ;) Das würde ja einen gigantischen Apparat an Gerichtswesen usw. erfordern. Meine Vorstellung ist, dass Gerichte nur in ganz schwierigen Fällen einberufen werden.

      Was vllt noch eher möglich wäre, wär eine Diebstahlsicherung, die auf magischem Wege funktioniert... jaa, sollte eigentlich gehen.
      Es müssten die Bücher einer Buchhandlung magisch an diese (oder ein dafür konzipiertes Gerät) gebunden werden, sodass jedes Entwenden registriert wird. Will jemand legal ein Buch haben, muss er*sie es zuerst, äh, entbinden.^^ Ok, vllt einen anderen Begriff dafür. ;D Lösen.

      Bei Lebensmitteln gibt es im Prinzip eh keinen Diebstahl, da es schlicht legal ist, so viel zu nehmen, wie eines möchte. Allenfalls macht man sich unbeliebt, wenn für die Nachbarn nicht mehr genug übrigbleibt. (Aber das ist bei uns eigentlich auch nicht anders. Wenn jemand alles Knusperbrot wegkauft, sind die nächsten Leute in der Bäckerei möglicherweise auch sauer.^^ )

      Bei Zügen geht es auch ohne viel Kontrolle. In Regionalzügen und Stadtbahnen dürfen alle sitzen, wo Platz haben, und in Fernzügen begibt eins sich in die Obhut einer de facto autonomen Staatsmacht eines Zugvolk-Clans. Die haben durchaus auch Militär, mit dem sie Leute aus einem Zug schmeißen können, und sind da vermutlich auch nicht besonders zimperlich. Je nach Clan halt.

      Bei Spezialanfertigungen - wie z.B. Möbelstücken - wird vermutlich eher was vorbestellt, und wenn dann jemand versucht, eine vorbestellte Ware zu entwenden, ist das eh ziemlich offensichtlich Raub... da Geschäfte eher klein sind, würde das auch sehr schnell auffallen. Sowas wie Ikea gibt es auf Issoy wohl nicht - oder wenn doch, dann haben die ihre eigenen Aufpasser*innen angeheuert.


      Riothamus schrieb:

      Sobald Du Handel einführst, brauchst Du tatsächlich eine Gegenleistung. Entweder etwas zum Tauschen oder Bezahlen. In Frankreich gibt es eine Gemeinde, in der zukünftige Arbeitsleistungen festgelegt werden. Aber bedenke: Im Grunde ist das dann wieder Geld.
      Ja, und deswegen bemühe ich mich krampfhaft, keinen Handel einzuführen. :meh:

      Was passieren kann, ist dass es Lieferengpässe gibt, oder dass auf bestimmte Produkte unter Umständen mal lange gewartet werden muss, da es nur wenige gibt, die das machen. Wenn halt einfach niemand Lust hat, Tischler*in zu werden, dann wird es schwierig, an Möbel zu kommen. Eventuell muss man dann eine längere Reise dafür unternehmen... was aber zur Not eben auch gratis sein kann, mit Regionalzügen. ;)

      Ich möchte nach wie vor keine klare Privilegientrennung zwischen Berufstätigen und Nichtberufstätigen... auf magischem Weg kann sehr viel Überfluss hergestellt werden, und somit müssten, damit das System funktioniert, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung dafür arbeiten. Ein guter Teil der Bevölkerung geht hauptsächlich Hobbies oder ehrenamtlichen Tätigkeiten nach.

      Ein Literaturclub kann aber durchaus die Regel verhängen, dass künftige Mitglieder eine bestimmte Zeit in Buchhandlungen gearbeitet haben müssen. Oder was in der Art. Meinetwegen auch Tischler. So ein Club kann im Prinzip für sich Gesetze erlassen, wie er will, vorausgesetzt, es findet keine Diskriminierung anhand einer geschützten Achse statt. (welche das in Issoy sind, weiß ich nicht, aber Ethnie, Geschlecht, ... wird wohl dazugehören.)

      Riothamus schrieb:

      Vielleicht kann Arbeitsleistung für die Allgemeinheit auch angesammelt werden?
      Ich glaube, dass der Adel für bestimmte Ämter auch so Bedingungen formulieren kann. Wer Bürgermeister*in eines Ortes werden will, muss vielleicht eine gewisse Zeit lang oder sogar ganz bestimmte Berufe ausgeübt haben. Diese Berufsausbildung wird dann nicht unbedingt nur als Gegenleistung, sondern schlicht auch als Ausbildung verstanden.

      Wer also politisch aufsteigen will, muss irgendwas arbeiten. Wer keinen Bock auf Politik hat, braucht nichts zu arbeiten. (Aber ich gehe davon aus, dass viele zumindest für ein paar Stunden in der Woche etwas arbeiten, schlicht weil Nichtstun auf die Dauer ungesund ist. Grad sowas wie eine lokaler Greißler*in ... die genießt es wohl auch, mit den Nachbarn zu tratschen, die sich bei ihr täglich das Suppengemüse holen. ;) )

      ~ ẞ ~

      Ich halte fest: Für einige wenige Dienstleistungen - wie den Bezug von Büchern - brauche ich magische Lösungen, die auf "Besitzmagie" bzw. Verbindungsmagie beruhen. Das müsste so funktionieren.

      Für einige andere Dienstleistungen - wie den Bezug von Fernzugfahrten - gibt es Personal, dass auf körperlicher Ebene die Einhaltung von Regeln überwacht. (Zugvolk-Kriegsmagier*innen^^)

      Für die meisten Alltagsleistungen gibt es keinen Bedarf an Kontrollstrukturen, oder jedenfalls nur in Ausnahmefällen. (Wie bei Einbruch, Körperverletzung, Brandstiftung, etc. )

      ~

      Für kompliziertere Verträge brauche ich ... kompliziertere magische Lösungen: Fälschungssichere Dokumente, Unterschriften (magischer Fingerabdruck?) etc.

      ~

      Politische Ämter werden an Leute vergeben, die bestimmte Berufe ausgeübt haben.
      Professuren werden an Leute vergeben, die bestimmte Berufe ausgeübt haben (und nötiges Fachwissen mitbringen, natürlich)

      ~

      Vertragsbrüche werden geahndet mit
      - temporären Entzug der Arbeitserlaubnis für ein bestimmtes Feld (in dem der Vertragsbruch stattgefunden hat), was sich dadurch auswirkt, dass Verträge, die dafür notwendig wären, nicht geschlossen werden können.
      - in schweren Fällen ein Vermerk in einem Strafregister? Würde aber in jedem Fall eine Option eingebaut sehen wollen, diesen Vermerk auch irgendwie wieder loswerden zu können. Menschen mit einem solchen Vermerk dürfen bestimmte Privilegien verweigert werden (was nicht heißt, dass sie verweigert werden müssen.)

      ~ ẞ ~

      Jundurg schrieb:

      Anrecht auf Reservierungen, z.B. seltene Güter vorbestellen zu dürfen
      Ich schwäch das ab auf: Anrecht darauf, vorgereiht zu werden in der Bestellungsreihenfolge.

      Und für alle anderen Privilegien gilt das auch... wenn niemand sonst einen Platz als Hörer in einem Seminar für Angewandte Spezialmetahypertechnologische Magietechnologistik will, dann macht es auch keinen Sinn, diesen aufgrund mangelnder Arbeitsgegenleistung zu verweigern. Nur halt wenn es großen Andrang gibt, werden die Leute eher vorgelassen, die mehr gearbeitet haben. Wobei eine Professor*in immer auch selber noch Ausnahmen machen darf, und ein paar Plätze für diejenigen reservieren darf, die sie für besonders geeignet für das Fach hält.

      So in etwa die Logik als allgemeine Regel: Keine Privilegien, die andernfalls überhaupt nicht verfügbar wären, aber vorgelassen werden, wenn es Andrang gibt.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Irgendwer muss aber Arbeiten. Wenn da nun jemand seine Transportkapazitäten einfordert, muss jemand ihn befördern. Und egal, was Du Dir denkst, will der eine Gegenleistung. Auch wenn er dafür seine allgemeinen Bezugsrechte bekommt, ist das Handel.

      Wenn jemand etwas zusätzlich will, muss er dafür etwas anbieten. Egal, ob Du willst oder nicht, ist das Handel.

      In gewissem Sinn kannst Du das durch gemeinnützige Arbeit vermeiden. Jeder könnte da eine Art Konto haben auf das seine Arbeitszeit, vielleicht im Verhältnis zur Bedeutung oder Mühe oder ... der Arbeit angeschrieben wird und von dem die Zusatzleistungen abgezogen werden. Dann wäre es kein Handel, sondern einfach Bürokratisch festlegbar.

      Wenn bei uns in Deutschland ein Buch zuviel mitnimmt, ist das ein Fall für die Gerichte. Gut, seit so ca. 20 Jahren sind unserer Gerichte überfordert, weil das Recht verkompliziert wurde, inflationär Klagemöglichkeiten geschaffen wurden und nicht genügend Personal eingestellt wird, aber noch in den 80er Jahren kamen auch Beträge unter 10 DM vor Gericht. Schau Dir mal an, was in vormodernen Seiten so alles für Bagatelle-Sachen vor Gericht gekommen sind.
    • Riothamus schrieb:

      Und egal, was Du Dir denkst, will der eine Gegenleistung.
      Eine lokale Greißer*in bekommt ja ihre Gegenleistung: Soziale Einbindung in ihre Nachbarschaft, "etwas zu tun" am Vormittag.
      Issoyanische Buchhändler*innen sind Leute, die vernarrt in Bücher sind. Die würden sowieso gern in Bibliotheken wohnen.^^

      Riothamus schrieb:

      Wenn jemand etwas zusätzlich will, muss er dafür etwas anbieten.
      Im Issoy ab ca. dem zweiten/dritten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderst: Nein. Jedenfalls nicht als generelle Regel.

      Riothamus schrieb:

      Wenn da nun jemand seine Transportkapazitäten einfordert, muss jemand ihn befördern.
      Naja, zumindest das ist tatsächlich eine andere Art von Arbeit... allerdings keine, die zusätzlich anfällt. Die Züge sind vom Zugvolk bewohnt, und die liegen ein bisschen außerhalb der Gesetzgebung Issoys... formell gesehen verlässt, wer einen Fernzug betritt, das Staatsgebiet, und betritt es beim Verlassen des Zuges wieder. Welche Motivation die Zugleute haben, tag und nacht unablässig mit ihren Zügen in Bewegung zu bleiben, ist auch in Issoy nicht unbedingt bekannt. Sie sind sehr geheimniskrämerisch - es könnte durchaus eine Art Religion dahinterstecken. Oder es werden die magischen Eigenheiten² der Passagiere verwertet... ohne dass die was mitkriegen davon, und ohne dass es ihnen schadet.

      Das Zugvolk lebt übrigens nicht nur auf Issoy, sondern das Zugnetz erstreckt sich über mehrere Dutzend Welten. Mindestens. Wie gesagt, Geheimniskrämerei. ;)

      ² in Ermangelung eines besseren Begriffes, für den ich hier einen kilometerlangen Absatz Magietheorie einfügen müsste, um am Ende erst recht nichts erklärt zu haben. ;)

      Riothamus schrieb:

      Auch wenn er dafür seine allgemeinen Bezugsrechte bekommt, ist das Handel.
      Ist aber nicht der Fall. Allgemeine Bezugsrechte sind unantastbar und gelten im Prinzip sogar noch für Kriminelle - mit praktisch bedingten Einschränkungen natürlich.

      Issoy ist durch und durch keine kapitalistische Welt... war es auch nie. Ich muss aber noch einiges darüber nachdenken, was das für das Konzept von "Besitz" heißt - tatsächlich dürfte das nämlich in der Wortbedeutung nicht das selbe sein wie bei uns. Aber da gebe ich zu, das noch nicht so genau weiterüberlegt zu haben. Immerhin bin ich aber mal ein paar Schritte weiter als 2010, als ich das erste Mal Ökonomie dieser Welt basteln wollte und dann deswegen einen riiiesigen Schlenker zur Magietheorie gemacht habe. ;D

      Riothamus schrieb:

      Schau Dir mal an, was in vormodernen Seiten so alles für Bagatelle-Sachen vor Gericht gekommen sind.
      Hm, ok. Kann sein - ich fände es für Issoy nicht besonders sinnvoll, Bagatellen vor Gericht abzuhandeln. Ein gestohlenes Buch wird erst mal vermerkt, wenn es öfter vorkommt, wird der Person angeraten, ihr Bücherkontingent neu zu verhandeln (eventuell sogar rückwirkend, wodurch der Diebstahl annulliert würde), und wenn das auch nicht hinhaut, dann gibt es Strafen - und wie die genau aussehen können, ist kompliziert. Vielleicht sogar sehr individuell - möglicherweise kann eine Strafe legal auch auf eine ganze Familie zurückfallen, und das Familienoberhaupt ist dann verärgert und verhängt intern wiederum eine Strafe.

      Im Prinzip will ich hier schon ein System basteln, was mit einem sehr geringen Ausmaß an Strafen auskommt, zumindest so weit es den Alltag betrifft.
      Der Punkt ist: Es gibt ja gar keinen Grund für einen Bücherdiebstahl. Das erste Buch ist eh gratis, und ein zweites Buch leiht der Buchhändler womöglich auch einfach her, wenn es grad dringend ist - und Leute, die ständig mehr Bedarf an Büchern haben, stellen einen Antrag auf Erhöhung des Bücherkontingents und gut ist's.

      In dem Sinne wäre ein Bücherdiebstahl eher sowas wie eine Überziehung der Rückgabefrist an eine Bücherei - wartest du genügend Monate, dann holt das 1-Buch-pro-Monat das ja auch wieder auf, und es liegt dann noch nicht mal mehr eine Überziehung vor.

      Diebstahl wäre eher sowas wie: ein ganzes Regal einsacken und damit abhauen. Ich weiß ja nicht, wie irdische Bücherein mit sowas umgehen. ;D Ich nehme an, dafür gibt's dann doch Wachpersonal.
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Es freut mich, zu lesen dass dieses magietheorieaslösende ehemalige Problemthema jetzt wirklich schöne Ergebnisse zeigt. Es wirkt tatsächlich in den Grundzügen sehr schlüssig.

      Eine Frage: Gibt es Berufe, bei denen es wirklich schwierig werden könnte, Leute zu finden? Zum Beispiel in der Reinigung oder beim Bau könnte ich mir das vorstellen. Aber das sind wohl auch Gebiete, in denen Magie sehr viel helfen kann. Wie sieht es mit dem Abbau von Rohstoffen aus? Aber insgesamt fallen durch den Wegfall des Kapitalmarkts einfach sehr viele Berufe weg, die bei uns zumindest häufig von Leuten nur fürs Gehalt augeübt werden; das ganze Bank- und Börsenwesen, alles mit Marketing, der Werbesektor, Versicherungen und so weiter.

      Was ist eigentlich mit wirklich exquisiten Luxusgütern? Also zum Beispiel ein seltenes Bild, das mehr als eine Person haben will. Hier kann ich mir schon vorstellen, dass schnell eine Art von Handel aufkommen könnte. Ist es möglich, das zumindest auf der Tauschebene zu halten? Wenn zum Beispiel ein Erbe einer Familie, die wertvolle Kunstsammlung der Mutter erbt, sich aber selbst nicht dafür interessiert? Kann er für Abgabe an SammlerInnen etwas erhalten? Oder ist das Konzept des Erbens in Issoy auch ein anderes? Ich vermute es fast und wird wohl erst klar gebastelt werden können, wenn das Konzept des Besitzes klar ist.
      Genrekonstruktivist, Weltformeltheoretiker und professioneller Es-sich-selbst-kompliziert-Macher

      Fragen stellen ist wichtiger als Antworten geben. Meistens...
    • Als bekennende, wenn auch häufig genervte, Bahnfahrerin gefällt mir die Idee mit dem Zugvolk wirklich gut. Willst du das eigentlich noch irgendwo ein bisschen genauer ausführen?
      Meine Sariler lehnen ja Kapitalismus auch ab und manches läuft da ähnlich, allerdings sind ein paar dystopische Elemente (recht totalitärer Staat mit gedankenlesender Geheimpolizei) da durchaus erwünscht.
      Für deinen Fall fände ich es eher unbefriedigend, wenn die Leute aus magischen Gründen die Verträge gar nicht brechen könnten. Dadurch würden ja auch potenzielle Konflikte stark reduziert. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es da einen gewissen sozialen Druck gibt. Es ist einfach Teil des allgemeinen Anstands, die Verträge einzuhalten, was auch jedem Kind beigebracht wird. Natürlich gibt es immer einzelne Leute, die das trotzdem nicht machen, aber die grenzen sich damit dann auch in gewissem Maße selber aus. Dann wird es mit den Verträgen schwierig und sie kriegen zwar noch die Grundsicherung, aber wenn sie irgendetwas Tolles wollen wie einen Buchladen eröffnen, wird ihnen mitgeteilt, dass mit ihnen kein Vertrag geschlossen wird. Es sei denn jemand ist so nett und gibt ihnen noch eine zweite Chance, aber wenn sie das dann wieder verbocken ist es dann wohl auch aus und sie können eben nicht mehr alles haben, was gerne hätten.
    • Das Zugvolk ist durch diesen Thread schon ein bisschen ans Licht gezerrt worden. Irgendwie hab ich auch Lust drauf, das mal wieder etwas weiter auszubauen. :)

      Amanita schrieb:

      Natürlich gibt es immer einzelne Leute, die das trotzdem nicht machen, aber die grenzen sich damit dann auch in gewissem Maße selber aus. Dann wird es mit den Verträgen schwierig und sie kriegen zwar noch die Grundsicherung, aber wenn sie irgendetwas Tolles wollen wie einen Buchladen eröffnen, wird ihnen mitgeteilt, dass mit ihnen kein Vertrag geschlossen wird.
      Ja, genau so stelle ich es mir im Moment vor.

      Die zweite Chance könnte z.B. sein, sich als Bedienstete*r bei einer Adelsfamilie zu bewerben, dabei den eigenen Familiennamen abzulegen (was schon ein recht drastischer Schritt ist) und dann in starker Abhängigkeit von dieser zu leben, die dann wohl viele Verträge für eines aushandelt - aber eben nur die, die ihr selbst nutzen.

      Alpha Centauri schrieb:

      Eine Frage: Gibt es Berufe, bei denen es wirklich schwierig werden könnte, Leute zu finden? Zum Beispiel in der Reinigung oder beim Bau könnte ich mir das vorstellen.
      Ja, das frage ich mich auch, welche die unbeliebten Berufe sind...
      Reinigung und Bau dürften es aber nicht sein. Bauarbeiter*innen sind spezialisierte Bewegungsmagier*innen, die im Prinzip riesige Steinklötze durch die Luft wedeln. Das klingt mir eher nach etwas, wo sich Leute anstellen dafür. ;D
      Reinigung dürfte stark automatisiert sein. Wenn es um sowas wie Sanitäranlagen geht, ist das Personal da wohl eher für die Wartung der Reinigungsmaschinen zuständig; wenn es um Straßenreinigung geht, da werden tatsächlich etwas mehr Leute gebraucht; das Reinigen selbst ist aber auch stark automatisiert, auf psychischer Ebene mit Servitoren dann.

      Außerdem erinnere ich mich grade dunkel, dass ich mal was hatte wie einen Straßenkehrergesangsverein. D.h. diesem Beruf ist möglicherweise auch ein gewisses Prestige inne. :kopfkratz:

      Ich kann also wirklich schlecht abschätzen, welche die Berufe sind, die wirklich niemand machen will.

      ~ ẞ ~

      Was als Druckmittel funktionieren könnte: Sagen wir, ein Ort hat akuten Mangel an Straßenarbeiter*innen. Dann sagt der Adel den Vereinen: "Hört mal, in eurem Vertrag steht, dass ihr bei Mangel Leute von eurem Verein schicken müsst. Macht mal." Die Drohung richtet sich dann also nicht gegen Einzelpersonen, sondern gegen eine Institution, an denen vielen Leuten etwas liegt.

      So ein Verein könnte halt z.B. das lokale Priesterballteam sein, dem dann ein Ausschluss aus dem Turnier droht.

      Alpha Centauri schrieb:

      Was ist eigentlich mit wirklich exquisiten Luxusgütern? Also zum Beispiel ein seltenes Bild, das mehr als eine Person haben will.
      Gute Frage. Ich würde sagen, dass es auf dieser Ebene dann tatsächlich Tauschhandel geben könnte... oder so ähnlich. Jedenfalls darf dann aber nicht mit Gütern getauscht werden, die Allgemeingut sind. Aber reiche Leute gibt es durchaus auch auf Issoy... das sind dann aber eher Familien, die Reichtum anhäufen. Den Quentap "gehört" ja quasi halb Nordissoy. Heißt aber auch, dass sie dafür verantwortlich sind...

      Möglicherweise ist Besitz dieser Art - Land oder Kunstwerke - niemals an Einzelpersonen gebunden, sondern immer nur an Adelsfamilien oder deren Vasallen. :weissnicht: Oder generell Familien halt. (Es gibt keine wirkliche Unterscheidung zwischen Adel/Nicht Adel. Ist nur eine Frage des Einflusses, wer als Adel bezeichnet wird.)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Ach, ich mag das Zugvolk, das ist eine Kultur genau nach meinem Geschmack.

      Ich finds echt cool wie sinnvoll dieses Bürokratiesystem doch ist. Ich finds schön menschlich mit vielen Gesprächen, gegenseitigem auf die Füße treten und Hände reichen. Jetzt hab ich Lust die Ökonomie und Arbeitsmotivation von kn zu basteln.
      Ich glaube auch es ist gut, dass du nicht wieder in eine Magietheorieorgie verfallen bist. ^^
      Wie bekommt man eine Wohung in Issoy? Z.B. Wenn aus dem Elternhaus auszieht?
    • Jundurg schrieb:

      Wer halt ganz bestimmte Sachen machen will, wie z.B. einen Buchladen betreiben, muss wirklich gut bewandert sein mit diesem bürokratischen System umzugehen.
      Klingt als waere die erste Qualifikation, die ein Buchhaendler braucht, nicht liebe zu Buechern oder Literatur, sondern Verstaendnis der buerokratischen Regeln - statt Traeumer eher k. und k.-Beamter. Aehnliche Klagen hoert man ja IRL aus dem Gesundheitswesen - dass mehr Zeit zur Verwaltung als am Patienten aufgewendet wird.

      Apropos Medizin: werden Issoyaner krank oder brechen sie sich mal was?

      Jundurg schrieb:

      Das Wachstum von Pflanzen wird über magische Steuerungssysteme kontrolliert, beschleunigt, optimiert...
      Ich hab jetzt von deiner Magietheorie gar keinen Schimmer - sind denn diese Steuerungssysteme (teilweise) intelligent bzw. sentient? Ich nehm an, dass die eher keine Buergerrechte haben, oder?

      Jundurg schrieb:

      Meine Vorstellung ist, dass Gerichte nur in ganz schwierigen Fällen einberufen werden.
      Wie konfliktavers sind denn deine Weltbewohner? Wer schlichtet denn alltaeglichen Streit? Der eine hat dem anderen sein Buch weggenommen, weil ihn das Thema gerade interessiert hat und er keine Lust hatte, selbst in die Buchhandlung zu gehen - was passiert?

      Jundurg schrieb:

      Was passieren kann, ist dass es Lieferengpässe gibt, oder dass auf bestimmte Produkte unter Umständen mal lange gewartet werden muss, da es nur wenige gibt, die das machen. Wenn halt einfach niemand Lust hat, Tischler*in zu werden, dann wird es schwierig, an Möbel zu kommen. Eventuell muss man dann eine längere Reise dafür unternehmen... was aber zur Not eben auch gratis sein kann, mit Regionalzügen.

      Ich möchte nach wie vor keine klare Privilegientrennung zwischen Berufstätigen und Nichtberufstätigen... auf magischem Weg kann sehr viel Überfluss hergestellt werden, und somit müssten, damit das System funktioniert, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung dafür arbeiten. Ein guter Teil der Bevölkerung geht hauptsächlich Hobbies oder ehrenamtlichen Tätigkeiten nach.
      Warum wird denn dann jemand die Sorte "Magier", die es zur Aufrechterhaltung des Ueberflusses braucht? Braucht das eine lange/komplexe Ausbildung? Warum verfolgt die jemand? Und was, wenn er 5 Jahre nach der Ausbildung beschliesst, dass er eigentlich lieber den Rest seines Lebens Blumenkraenze aus Gaensebluemchen herstellen moechte? Gibt's dann genuegend andere, die seinen Platz einnehmen?

      Jundurg schrieb:

      Wer also politisch aufsteigen will, muss irgendwas arbeiten.
      Wieso sollte man denn ueberhaupt politisch aufsteigen wollen? Das klingt nach ziemlich viel Arbeit...
      Kriegt man als Politiker Macht und Einfluss, die man nach eigenem Gutduenken einsetzen kann? Was verhindert, dass ein Politiker Resourcen veruntreut oder seine Macht missbraeuchlich einsetzt?

      Jundurg schrieb:

      Allgemeine Bezugsrechte sind unantastbar
      D.h. jeder hat abstrakt und allgemein den Anspruch auf Dinge, aber niemand bestimmtem gegenueber?
      Was ist, wenn das Mahlhaus in deinem Kaff zumacht weil der Wirt keine Lust mehr hat? Oder gibt's in jedem Kaff mindestens X Mahlhaeuser? Und wenn alle X gleichzeitig zumachen, weil die Wirte beschliessen, gemeinsam auf Reisen zu gehen? Bei wem fordern dann die Dorfbewohner ihr Essen ein? (IRL gibt's bei sowas ja Landflucht)

      Jundurg schrieb:

      Was als Druckmittel funktionieren könnte: Sagen wir, ein Ort hat akuten Mangel an Straßenarbeiter*innen. Dann sagt der Adel den Vereinen: "Hört mal, in eurem Vertrag steht, dass ihr bei Mangel Leute von eurem Verein schicken müsst. Macht mal." Die Drohung richtet sich dann also nicht gegen Einzelpersonen, sondern gegen eine Institution, an denen vielen Leuten etwas liegt.
      Und wie setzt der Verein seinen Mitgliedern gegenueber durch, dass Mitglied X und Mitglied Y jetzt Strassenarbeiten machen muessen, Mitglied A und Mitglied B aber nicht?
      Damit ist die Ausuebung von Zwang auf die Vereine ausgelagert?
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • KeyKeeper schrieb:

      Klingt als waere die erste Qualifikation, die ein Buchhaendler braucht, nicht liebe zu Buechern oder Literatur, sondern Verstaendnis der buerokratischen Regeln
      Im Prinzip ja.^^

      KeyKeeper schrieb:

      Apropos Medizin: werden Issoyaner krank oder brechen sie sich mal was?
      Ja. Brechen tun sie sich seltener was, weil da magische Mechanismen dagegenwirken, die z.B. Stürze automatisch abbremsen können. Wie genau es mit Krankheiten aussieht, weiß ich nicht so recht. Es ist schwer abzuschätzen für mich, wie effektiv sich was mit Magie behandeln lässt.

      Lokale Ärzt*innen gibt's regional, wer was gröberes hat, geht in die Arztstadt Torg, das im Prinzip als Zentralkrankenhaus von Antiton fungiert. (Dort leben hauptsächlich alte Leute und Medizinstudent*innen sonst.)

      KeyKeeper schrieb:

      Ich hab jetzt von deiner Magietheorie gar keinen Schimmer - sind denn diese Steuerungssysteme (teilweise) intelligent bzw. sentient? Ich nehm an, dass die eher keine Buergerrechte haben, oder?
      Intelligent - meistens an die Benutzer gekoppelt, d.h. sie nutzen deren Verständnis einer Sache mit. Aber nicht nur.
      Sapient - im Allgemeinen nein. Im Speziellen können in einem Menschen mehrere Personen leben, dann wird von Partikoren gesprochen. Ob und was für Rechte die haben, weiß ich noch nicht.

      KeyKeeper schrieb:

      Wer schlichtet denn alltaeglichen Streit? Der eine hat dem anderen sein Buch weggenommen, weil ihn das Thema gerade interessiert hat und er keine Lust hatte, selbst in die Buchhandlung zu gehen - was passiert?
      Naja, so alltäglicher Streit wird wohl gelöst, wie bei uns auch? Wenn es auf Diebstahl hinausläuft, dann wird dieser angezeigt...

      Unterschiede gibt es in der hierarchischen Struktur. Das visinnische Recht insbesonders ist stark auf Familien ausgelegt, und die werden tatsächlich direkt am Nachnamen festgemacht. Jede Familie kann Familienoberhäupter haben - d.h. wenn du einen Allerweltsnamen wie bei uns "Meier" hast, dann bist du im Prinzip in vielen Dingen zu Loyalität gegenüber den Oberhäuptern der Familie Meier verpflichtet, wo auch immer die sind. Das hat natürlich dann dazu geführt, dass es kaum Allerweltsnamen gibt, sondern die Leute sich dann umbenennen.

      Was ich damit sagen will: Sowas wie häusliche Alltagsstreitigkeiten werden oft innerfamiliär beigelegt. Verbunden mit dem Traditionalismus der Visinnier ist das ein relativ autoritäres System, aber natürlich immer mit der Möglichkeit, auszusteigen. Ist halt schwierig, wenn ein guter Ruf auch irgendwie am Nachnamen hängt.

      KeyKeeper schrieb:

      Warum wird denn dann jemand die Sorte "Magier", die es zur Aufrechterhaltung des Ueberflusses braucht? Braucht das eine lange/komplexe Ausbildung?
      In den meisten Fällen tatsächlich: Nein. Es braucht ein paar wenige Expert*innen, die dann aber gleich mal eine ganze Provinz abdecken, und ansonsten ein recht kleines Personal, das die einzelnen Betriebe leitet.

      Ne Kleinfamilie auf einer Farm versorgt durchaus mal ne halbe Kleinstadt.

      KeyKeeper schrieb:

      Wieso sollte man denn ueberhaupt politisch aufsteigen wollen? Das klingt nach ziemlich viel Arbeit...
      Tja, gute Frage...
      In manchen Fällen ist es wohl schlicht Eigendünkel. Bei Festen Festredner*in sein, irgendwelche offiziellen Anlässe leiten, so ein Kram.
      Bei mehr fachspezifischen Sachen ist das anders. Professor*innen der Allgemeinen Magietheorie an einer Universität bestimmen wohl gemeinsam das Curriculum. Das ist schon ein gewisser Einfluss. - Und manche Politiker*innen haben wiederum Möglichkeit, ihnen noch ein bisschen dreinzureden. (Aber Autonomie von Wissenschaft wird im Allgemeinen auch als eher wichtig betrachtet.)


      KeyKeeper schrieb:

      Was verhindert, dass ein Politiker Resourcen veruntreut oder seine Macht missbraeuchlich einsetzt?
      Das ist die Aufgabe der anderen Politiker*innen.
      Quis custodiet custodes? -> sie bewachen sich gegenseitig.

      Wenn das nicht funktioniert, gibt es interprovinziellen Streit, der sich dann über Jahre zieht. Und vermutlich leben viele Leute gerade von solchen Streitereien, also wird wohl auch dafür gesorgt, dass es irgendwas zu streiten gibt... aber auf ganz lokaler Ebene spielt das weniger eine Rolle.

      KeyKeeper schrieb:

      Was ist, wenn das Mahlhaus in deinem Kaff zumacht weil der Wirt keine Lust mehr hat? Oder gibt's in jedem Kaff mindestens X Mahlhaeuser? Und wenn alle X gleichzeitig zumachen, weil die Wirte beschliessen, gemeinsam auf Reisen zu gehen? Bei wem fordern dann die Dorfbewohner ihr Essen ein? (IRL gibt's bei sowas ja Landflucht)
      Landflucht gibt's schon auch... generell ist Issoy stellenweise sehr dünn besiedelt - die meisten Ansiedlungen liegen an den großen Zugstrecken; in den Gegenden wo kein Zug hinfährt, wurden oft erst gar keine Dörfer gegründet. Oder halt wirklich nur so 3-Häuser-Dörfer, das sind dann halt Farmen oder sonstige Landschaftsspezialisten.

      Die primäre Nahrungsversorgung erfolgt aber nicht durch Mahlhäuser normalerweise, sondern durch Greißlereien. Leute kochen dann eher doch selbst und haben dann mehr Privatsphäre.

      KeyKeeper schrieb:

      Und wie setzt der Verein seinen Mitgliedern gegenueber durch, dass Mitglied X und Mitglied Y jetzt Strassenarbeiten machen muessen, Mitglied A und Mitglied B aber nicht?
      Damit ist die Ausuebung von Zwang auf die Vereine ausgelagert?
      Hm. Gute Frage.
      Ich denke, ja? Auf ganz lokaler Ebene gibt es eh gesellschaftlichen Druck, sich zu beteiligen - aber grad sowas wie Straßenarbeiten ist jetzt auch nicht die mühsamste Arbeit. Du darfst dir da keine Straßenkehrer*innen mit Besen vorstellen (die Besen wären vllt noch zeremoniell vorhanden.^^) sondern eher Bewegungsmagier*innen, die routiniert einen ganzen Straßenabschnitt entstauben. Und dabei noch einen Staubschutz um sich selbst herum haben. So gesehen ist das fast wie ein Sport, und Bewegung machen ist ja nix schlechtes.

      Tatsächlich gibt es Straßenarbeit-Gruppen, die ähnlich organisiert sind wie irdische Sportvereine, und durchaus auch mal kompetitiv sind.

      Um manche Gegenden kümmert sich aber auch einfach niemand - wo kaum jemand wohnt, sind die Straßen dann halt auch einfach kaputt und dreckig. Damit sich das ändert, müssten sich erst mal Leute drüber beschweren... und wieder andere wollen es so. Es gibt Bewegungen von Leuten, die mit Absicht in Bruchbuden leben... Issoy halt.^^
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Lokale Ärzt*innen gibt's regional, wer was gröberes hat, geht in die Arztstadt Torg, das im Prinzip als Zentralkrankenhaus von Antiton fungiert. (Dort leben hauptsächlich alte Leute und Medizinstudent*innen sonst.)
      Hm, medizinischen Versorgung ist wahrscheinlich ein recht elementares Gut. Man hat im Notfall wenig Zeit, um mal erst seine Rechte einzuklagen bzw. auf einen anderen Arzt auszuweichen. Und es ist ein Beruf, der durchaus unangenehm oder anstrengend sein kann. Wenn der Arzt gerade keine Lust hat, sich schon wieder mit den Haemorrhoiden von Frigol Meier auseinanderzusetzen und erst uebernaechstes Jahr einen Termin machen will, dann kann Frigol entweder hoffen, dass ein anderer Arzt in seiner Region mehr Lust hat oder umziehen, oder?

      Jundurg schrieb:

      In den meisten Fällen tatsächlich: Nein. Es braucht ein paar wenige Expert*innen, die dann aber gleich mal eine ganze Provinz abdecken, und ansonsten ein recht kleines Personal, das die einzelnen Betriebe leitet.
      Gerade wenn wenige Leute ein grosses Gebiet abdecken koennen, dann lohnt es sich, ueber den Bus Factor nachzudenken. Es ist ja IRL auch nicht selten, dass einzelne Leute die entscheidenden Raedchen im Getriebe eines grossen Systems sind - allerdings ist dieses System dann statistisch gesehen recht instabil, weil ja der Ausfall / Krankheit / Tod / Kuendigung / etc. einiger weniger ausreicht, um das Getriebe zum Stillstand zu bringen. Dann gibt's halt oefter mal Umwaelzungen / Veraenderungen, das kann natuerlich sehr interessant sein :)

      Jundurg schrieb:

      In manchen Fällen ist es wohl schlicht Eigendünkel. Bei Festen Festredner*in sein, irgendwelche offiziellen Anlässe leiten, so ein Kram.
      Also eh so wie IRL ;)

      Jundurg schrieb:

      Professor*innen der Allgemeinen Magietheorie an einer Universität bestimmen wohl gemeinsam das Curriculum.
      Ist denn die Lehre fuer diese Professorinnen so interessant? IRL ist die ja eher ungeliebt und die freie Forschung ist das, wofuer man den Job macht.

      Jundurg schrieb:

      in den Gegenden wo kein Zug hinfährt, wurden oft erst gar keine Dörfer gegründet.
      Ui, damit haben die Zugvoelker ja einigen Einfluss ueber die Besiedelung des Landes. Fuehrt das zu... politischen Aktivitaeten? Sagen wir ein Politiker moechte gerne in seiner Region eine dichtere Besiedelung um mehr Einfluss zu haben (mehr Buerger unter ihm) - verhandelt der dann mit den Zugvoelkern? Und was bietet er ihnen an?

      Jundurg schrieb:

      Ich denke, ja? Auf ganz lokaler Ebene gibt es eh gesellschaftlichen Druck, sich zu beteiligen
      Brrr... das ist fuer mich das Dystopischste, was du bislang beschrieben hast :lol:
      "Zwangsweise" Teilnahme am Vereinsleben einer Kleinstadt ist fuer mich der Horror *g*
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Also kommen gestohlene Bücher doch vor Gericht. Oder wo landen die Anzeigen?

      Und wenn jemand einen Betrieb leiten will, muss dort jemand arbeiten. Und der braucht dazu eine Motivation. Woher kommt die?

      Und du weichst der Frage aus, was passiert, wenn sich niemand findet, der eine Arbeit freiwillig ausführt.
    • Riothamus schrieb:

      Also kommen gestohlene Bücher doch vor Gericht. Oder wo landen die Anzeigen?
      Ja, es gibt Gerichte.

      Riothamus schrieb:

      Und wenn jemand einen Betrieb leiten will, muss dort jemand arbeiten. Und der braucht dazu eine Motivation. Woher kommt die?
      Intrinsisch.

      Riothamus schrieb:

      Und du weichst der Frage aus, was passiert, wenn sich niemand findet, der eine Arbeit freiwillig ausführt.
      Ist halt schwer zu beantworten - ich weiß auch nicht einmal, was die unbeliebtesten Arbeiten für Issoyaner*innen sind. Das Mindset von Bewohnern Issoys ist generell nicht das selbe wie das unserer Kultur. Manchmal hab ich beim Basteln eher ein Gefühl dafür, wie das läuft, manchmal nicht so.

      Ich musste mir beim Lesen der Fragen auch irgendwie vorstellen, wie drüben auf Issoy jemand eine Welt bastelt mit unserem irdischen Kapitalismus, und dann die ganze Zeit gelöchert wird von wegen "das würde doch nie wer machen! das funktioniert ja überhaupt nicht! bricht doch alles dauernd zusammen!" ;D

      KeyKeeper schrieb:

      Hm, medizinischen Versorgung ist wahrscheinlich ein recht elementares Gut. Man hat im Notfall wenig Zeit, um mal erst seine Rechte einzuklagen bzw. auf einen anderen Arzt auszuweichen.
      Stimmt... Ärzt*innen haben wohl nen anderen Berufsethos als Farmer. Gibt bei uns ja auch den Hippokratischen Eid. Aber gibt es an dieser Stelle überhaupt einen wesentlichen Unterschied zwischen unserem und dem issoyanischen System? In beiden verlören Ärzt*innen ihre Praxis, wenn sie Patient*innen einfach so abweisen.

      Ich weiß jetzt leider auch noch nicht so genau, wieviel Magie in diesem Feld möglich ist. Ich ging aber bislang immer davon aus, dass körperliche Beschwerden im Allgemeinen recht gut behandelbar sind - d.h. issoyanische Medizin ist mindestens so effektiv wie die irdische, eher besser.


      KeyKeeper schrieb:

      Es ist ja IRL auch nicht selten, dass einzelne Leute die entscheidenden Raedchen im Getriebe eines grossen Systems sind - allerdings ist dieses System dann statistisch gesehen recht instabil, weil ja der Ausfall / Krankheit / Tod / Kuendigung / etc. einiger weniger ausreicht, um das Getriebe zum Stillstand zu bringen. Dann gibt's halt oefter mal Umwaelzungen / Veraenderungen, das kann natuerlich sehr interessant sein
      Stimmt.^^ Wenn ich mal eine Katastrophe für nen Plot brauche...


      KeyKeeper schrieb:

      Ist denn die Lehre fuer diese Professorinnen so interessant? IRL ist die ja eher ungeliebt und die freie Forschung ist das, wofuer man den Job macht.
      Ja, natürlich.^^ Aber darüber, was gelehrt wird, werden ja sozusagen die Interessen der nächsten Generation auch schon beeinflusst, und somit auch, wer in seinem Fach eher willige Mitforscher findet. Es ist weniger das selber lehren, als das "das finden wir so wichtig, das müsst ihr lehren." - und zwar die niedrigergestellten Professor*innen.

      KeyKeeper schrieb:

      Ui, damit haben die Zugvoelker ja einigen Einfluss ueber die Besiedelung des Landes. Fuehrt das zu... politischen Aktivitaeten?
      Kaum eigentlich. Abseits der Zuglinien gibt es eine Menge Natur und ein paar Farmen und Wandernachtburgen... die Argumentation von "bessere Anbindung, dann ziehen da mehr Leute hin" gibt es sicher, aber die unbewohnten Gebiete sind halt - unbewohnt, und gehören vermutlich auch niemanden, der ein Interesse daran hat, sie zu besiedeln. Sonst wären sie's ja vermutlich. kA.^^

      Politische Aktivitäten in Bezug auf Besiedelung gibt's an sich. Laut Plan der Quentap sollte Swiedlevej eigentlich ein kleines Dorf sein, aber de facto ist es die zweitgrößte Stadt Visinnurs - da haben ein paar lokale Politiker*innen geschickt verhandelt, um der Obrigkeit eins auszuwischen.
      Wie genau dieser Konflikt ablief, und was verhandelt wurde, weiß ich aber noch nicht. Es ist nur immer die Erklärung für den FunFact, dass es von Quentapur nach Swiedlevej keine direkte Zugverbindung gibt.

      KeyKeeper schrieb:

      "Zwangsweise" Teilnahme am Vereinsleben einer Kleinstadt ist fuer mich der Horror *g*
      Ein legitimer Grund, in die Großstadt zu ziehen. ;D Issoyaner*innen sind eh ziemlich urban... das Land ist ja extrem dünn besiedelt teilweise, im Prinzip lebt der Großteil der Bevölkerung in den paar Ballungszentren.

      Ich denke mir das so: Die gesamte Erschließung des Landes am Kontinent Antiton begann schon in einer Phase, die kulturell und technologisch mit unserer Jetztzeit vergleichbar ist. D.h. es gab nie eine Phase, wo großflächige Besiedelung/Rodung des Landes notwendig oder sinnvoll war. Die Farmen im Quentapurer Umland allein würden schon ausreichen, die halbe Welt mit Nahrung zu versorgen.

      Abgelegene Dörfer brauchen eigentlich einen Grund, warum es sie geben sollte. Aussteiger*innen? Leute, die es in Großstädten einfach nicht aushalten, die aber gleichzeitig die kleinstädtischen Vereine und Nachbarn furchtbar finden? ;) Teilweise dürften es auch schlicht Leute sein, die sich für ihre Forschungsarbeit dort angesiedelt haben - Biolog*innen zum Beispiel, die in nem bestimmten Wald Insekten beforschen, oder so.

      Spoiler anzeigen
      Das Beispiel kommt nicht von ungefähr: Mein Papa ist so ein Biologe, der einen signifikanten Teil seines Lebens in ehrenamtliche Insektenforschung gesteckt hat... die intrinsische Motivation, dass es nach dem Ableben noch irgendwo ne wissenschaftliche Publikation gibt, wo der eigene Name draufsteht, ist nicht zu unterschätzen.^^
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Jundurg schrieb:

      Ich musste mir beim Lesen der Fragen auch irgendwie vorstellen, wie drüben auf Issoy jemand eine Welt bastelt mit unserem irdischen Kapitalismus, und dann die ganze Zeit gelöchert wird von wegen "das würde doch nie wer machen! das funktioniert ja überhaupt nicht!...
      Tut's ja imho auch nicht ;)

      Jundurg schrieb:

      Stimmt... Ärzt*innen haben wohl nen anderen Berufsethos als Farmer. Gibt bei uns ja auch den Hippokratischen Eid. Aber gibt es an dieser Stelle überhaupt einen wesentlichen Unterschied zwischen unserem und dem issoyanischen System? In beiden verlören Ärzt*innen ihre Praxis, wenn sie Patient*innen einfach so abweisen.
      Naja, aber dann gibt's wiederum Zwang und irgendwer muss das durchsetzen.
      Was ich an deiner Utopie nicht ganz verstehe ist die Fiktion oder das Missverstaendnis, dass es fuer Individuen keinen Zwang gibt, Leute aber dennoch einklagbare Rechte haben. Irgendwo gibt's da eine Diskrepanz.

      Und Aerzte anders als Farmer? Huh? Wenn die Ernte eingebracht werden muss, muss die Ernte eingebracht werden. Wenn man sich damit mal 2 Wochen Zeit laesst weil man keinen Bock hat, dann kann man sie ggf vergessen - es sei denn, das Getreide marschiert magisch selbsttaetig in die Scheune.

      Ich muss aber zugeben, dass ich auch die anarchistische Utopie a la "jeder kann machen, was er will" nie so recht verstanden hab. Fuer mich ist "jeder kann machen, was er will" eine Dystopie. Um freie und gerechte Lebensbedingungen zu schaffen, muss ein gewisser Zwang ausgeuebt werden. Wenn die Ausuebung des Zwangs nicht reguliert ist, dann gleitet es auch sehr schnell ins Dystopische (Mobherrschaft, Hexenjagden, Recht des Staerkeren etc.) ab.

      Jundurg schrieb:

      aber die unbewohnten Gebiete sind halt - unbewohnt, und gehören vermutlich auch niemanden, der ein Interesse daran hat, sie zu besiedeln. Sonst wären sie's ja vermutlich.
      Naja, ein Grund warum eine Gegend nicht besiedelt ist kann ja die fehlende Infrastruktur sein. Wenn die jetzt jemand herstellen wuerde, dann wuerden dort ggf. Leute hinziehen, z.B. weils dort Platz gibt, nett ist, sonstwas.

      Jundurg schrieb:

      die intrinsische Motivation, dass es nach dem Ableben noch irgendwo ne wissenschaftliche Publikation gibt, wo der eigene Name draufsteht, ist nicht zu unterschätzen.^^
      Ich weiss nicht, persoenlich hat mir die nicht ausgereicht. Mmn muss dir schon die wissenschaftliche Aktivitaet an sich auch Spass machen (Kaefer beobachten, Messungen machen, Nachgruebeln, etc.) und nicht von institutionellen Schwachsinnigkeiten verleidet werden, damit du es durchhaeltst. Oder man muss sehr sehr eitel sein, um sich fuer den Namen auf einem Zettel zu quaelen...
      Roald Dahl, Revolting Rhymes, Little Red Riding Hood and the Wolf:
      The small girl smiles. One eyelid flickers. / She whips a pistol from her knickers. / She aims it at the creature's head / And bang bang bang, she shoots him dead.
      A few weeks later, in the wood, / I came across Miss Riding Hood. / But what a change! No cloak of red, / No silly hood upon her head.
      She said, "Hello, and do please note / My lovely furry wolfskin coat."
    • Note to self: Issoy ist keine Utopie.^^

      Ich überlege auch gerade schon, wie ich Besitz auf einer anderen Ebene einführe, wohl gekoppelt an das Familienrecht und den Adel. Nur weil es (für unsere Verhältnisse) eine große Zahl an bedingungslosen Grundrechten gibt, heißt das nicht, dass es nicht auch arme und reiche Leute gibt. Nur dass die Armen halt auf einem relativ hohen Wohlstandslevel arm sind, und nicht zum Arbeiten gezwungen.

      KeyKeeper schrieb:

      Mmn muss dir schon die wissenschaftliche Aktivitaet an sich auch Spass machen
      Na klar. Es wird wohl kaum jemand Forscher*in ohne Interesse am Thema. Und wieviel Bürokratie da drin ist, die es einem verleiden könnte - sagen wir's so, es könnte durchaus ein Privileg sein, das Uni-Professor*innen z.B. zugute kommt, dass die Bürokratie für sie einfacher wird, oder dass sich andere drum kümmern.

      KeyKeeper schrieb:

      Naja, ein Grund warum eine Gegend nicht besiedelt ist kann ja die fehlende Infrastruktur sein. Wenn die jetzt jemand herstellen wuerde, dann wuerden dort ggf. Leute hinziehen, z.B. weils dort Platz gibt, nett ist, sonstwas.
      Ich dachte mir das so, dass es relativ große Gebiete gibt, die halt einfach quasi wie Naturschutzgebiete sind, d.h. dort darf eh niemand dauerhaft wohnen, und somit braucht es auch keine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

      In anderen Gegenden gibt es eh ein dichtes Netz aus Lokalbahnen und Straßenbahnen, die auf meinen Plänen halt noch nicht unbedingt eingezeichnet sind. Ich brauche eh noch Platz zum Erweitern für späteres Netzplänebasteln. ;)

      KeyKeeper schrieb:

      Fuer mich ist "jeder kann machen, was er will" eine Dystopie. Um freie und gerechte Lebensbedingungen zu schaffen, muss ein gewisser Zwang ausgeuebt werden. Wenn die Ausuebung des Zwangs nicht reguliert ist, dann gleitet es auch sehr schnell ins Dystopische
      Ja, seh ich im Prinzip auch so. Ich hab halt noch nicht so den Überblick, wie genau auf Issoy dieser Zwang funktioniert. Einen Arbeitszwang gibt es nicht, aber innerhalb eines Vertrages gibt es ja sehr wohl Zwang.
      D.h. wenn jemand Ärzt*in sein will, muss sie sich schon dazu verpflichten, dann auch für alle Patient*innen da zu sein. Ebenso für Farmer.

      Ich suche im Prinzip noch nach:
      - Mehr Sachen, die Leuten als Belohnung für ihre Arbeit angeboten werden können, die über Grundrechte hinausgehen, und
      - Strafen, die im Allgemeinen kein Einschnitt in die Grundrechte sind. (Natürlich in schweren Fällen dann schon. Aber bei einer Lappalie, bei der in unserer Welt ne kleine Geldstrafe verhängt würde, braucht es ein Äquivalent dieser Größenordnung.)

      Möglicherweise spielt Besitz doch eine größere Rolle - d.h. vllt ist es möglich, durch Arbeit Besitz zu erwerben (allerdings nicht als Einzelperson, dazu später mehr), oder es ist sogar umgekehrt so, dass für das Aufrechterhalten von Besitz Arbeit notwendig ist. Letzteres hätten sich die großen Adelsfamilien dann allerdings natürlich so eingerichtet, dass es sie nicht so wirklich trifft. ;) In den allermeisten Fällen sind diese dann ja Arbeitgeber - mit ihnen werden ja fast alle Verträge irgendwo verhandelt.

      Das muss ich noch genauer durchdenken. :)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.