Sechsunddreißigstes Speedbasteln am 3. April 2018: Ketzer

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    Die diesjährige Olympiade beginnt am 19 .7.
    Das WBO-Orgatool ist hiermit initialisiert. Es mögen sich vor allem für die ersten Kategorien schnell findige Jury-Mitglieder finden.
    Wir wünschen allen viel kreativen Spaß!

    • *Lobsbeeren nachreich*

      @Riothamus: Ja, das kann dauern, bis wieder was zu essen kommt! Was war das eigentlich für ein Ort, den die Zwerge geplündert haben? Waren sie auf einer Oberflächenexpedition?

      @Elatan: Oi, das ist ein böser Mann! Wie er das nur wagen kann! Badrus Worte haben Recht, denn die Götter, die sind echt!

      @Nharun: Wahrlich, wahrlich, dies ist die Wahrheit! Jetzt brauchen wir nur noch ein Äquivalent, mit dem wir erklären, warum wir Welten basteln! :D

      @Veria: Hm, das ist ... ich mein, der Mond! Wie kann man nur etwas Schlechtes in ihm sehen! Die "Ketzer" sind umsonst gestorben! Wenigstens konnten einige entkommen!

      @Alpha Centauri: Yay, von dir auch etwas! Aber du kannst sicher auch mal ohne Würfel speedbasteln! Nun zum Beitrag: Ketzer als Tierart sind auch was Neues. Schade nur, das hierzu nicht mehr gekommen ist.

      @Salyan: Schön, dass von dir auch wieder was gekommen ist! Und dann auch was aus dem Hause des Kaisers! Wie nobel! In Anbetracht der Umstände könnte seine Lösung tatsächlich die angebrachteste sein.

      @Teja: Es ist so lustig, vom Tejakult zu lesen! Aber traurig, wie es ihm dann ergangen ist!

      Teja schrieb:

      Er wurde einst von seiner Gattin Teja, der Nachtgöttin verraten und betrogen.
      Wie konntest du nur?
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    • Und nun: Zwei unglaubliche Geschichten, die die Welt veränderten!*

      Folgende Szene ereignete sich in der Kammer des Schreibers. Aus Sicherheitsgründen wird der Ort jener Kammer nicht preisgegeben.

      Ketz-er-ei, Ketzer-ei?

      Ke-tze-rei, Ket-zer-ei, Ketz-er-ei, Ketzer-ei ... ob man tatsächlich über ein Ei schreiben könnte? Vielleicht schlüpften Ketzer ja aus Eiern? Nein, das war nicht gut. Der Schreiber legte die Feder beiseite und wandte sich dem Globus zu. Nachdenklich drehte er ihn ein bisschen. Irgendwo muss doch etwas über Ketzer sein! Und tatsächlich! Hier war einer! Doch als der Schreiber die Feder wieder in die Hand nahm, fiel ein Buch auf das Pergament. Die neureligiösen Schriften! Na toll, das hat schon wer niedergeschrieben! Aber lesen schadete ja nicht ...

      Die neureligiösen Schriften schrieb:

      So trat nun jener, welcher auf den Namen Tvîllansmat Brûîtalzhnîc hörte, in die Menge hervor. Und er sprach: Hört mich an, erhört meine Worte! Dies ist die Wahrheit, die ich verkünde! Ich sah es mit meinen Augen, ich hörte mit meinen Ohren, denn jene, die sich über euch stellen, nutzen euch aus! Hört mich an, meine Brüder, erhört die Wahrheit, die über meine Zunge fließt! Der Adel ist euer Untergang, nichts Gutes wird er euch tun! Erhebt das Bürgertum, auf dass es gedeihe! Erhebt euch, auf dass ihr dem Adel den Untergang bringet! Befreit jene, die der Adel euch aufgetragen hat zu unterdrücken, jene, die gezwungen sind euch zu dienen, denn sie sind auch nur eure Brüder!

      Doch dann kamen die Wachen des Königs herbei, und Tvîllansmat verschwand in der Menge, in Todesangst. Doch die Menge hielt ihn auf, er konnte nicht flüchten. Und die Wachen nahmen ihn mit auf den Hof des Königs, auf dass er gerichtet werden sollte. Und der König sprach: Deine Zunge soll schweigen, denn sie verleugnet die Wahrheit. Und Tvîllansmat sagte: Nein, ich spreche die Wahrheit. Eure Lügen und Falschheiten wurden enttarnt, und Euer Untergang wurde besiegelt.

      Der König war erbost über die Worte des Propheten und schnitt ihm die Zunge heraus, auf dass er nicht mehr die Wahrheit sprechen konnte. Und er warf ihn in den tiefsten Kerker seiner Burg, wo er dahinsiechte bis zum Tode! Doch Tvîllansmat war der Prophet der Wahrheit, so wurde er erlöst von seinen Qualen und fuhr in den Himmel empor, wo er fortan lebte über der Erde.
      (Über den Schreiber, wie er herausfand, dass er nicht alles schreiben musste.)

      °'°'°'°'°'°'°'°'°'°'
      Nach einer wahren Begebenheit...

      Der Ketzer

      Tvil, Tri und Zni gingen gemütlich zur Taverne, als sie eine Entdeckung machten: Auf der Wiese am Ufer des Sees saß ein Mann. Welch ein absurder Anblick! Er saß dort mit geschlossenen Augen! Mitten auf der Wiese! Nicht einmal liegend oder an einen Baum gelehnt! Wie ungemütlich! Und dann auch noch seine Kleidung! Einfach und grau! Über Mode hatte er anscheinend auch keine Ahnung! Dagegen sahen Tvil und Tri in ihren blauen Westen und Zni in ihrem weiten roten Kleid aus wie Könige! Und die Frisur erst! Es musste schon schändlich sein, über so etwas zu sprechen! Nachdem sie ordentlich über den Fremden gelästert hatten, betraten sie belustigt die Taverne, wie es sich am Abend des Ersttages gehörte!

      Dort wurden sie schon von ihren Freunden empfangen: Omwor und Daros mit ihrem Bier, Phiemwor, Issend und Tab mit den Kelchen voll des Weines, und Isghapol mit seinem eigenen Mix. Der Wirt brachte ihnen auf Anfrage drei Kelche seines besten Weines, denn sie hatten zu feiern! Der Dienst am Hofe ihres Herrn war nach einem Jahr endlich beendet! Nicht, dass ihr Herr nicht gut zu ihnen gewesen war, nein, er war im ganzen Bezirk beliebt! Doch nun konnten sie ihren eigenen Handwerken nachgehen: Tvil wurde Tischler, Tri trat den gräfischen Truppen bei und Zni bewarb sich als Hofschneiderin bei einem südlichen Fürsten.

      Ihre Feier wurde jedoch von einem grauenhaften Anblick durchbrochen: Der Fremde hatte die Taverne betreten und sich sogar die Frechheit erlaubt, sich an einen der Tische zu setzen! Wie er es nur wagen konnte, im Beisein ehrenwerter Bürger ihre Stammtaverne zu beschmutzen! Geflüster trat unter den Feiernden auf, während der Schmutzige eine Hühnersuppe bestellte. "Er ist schon seit Tagen her", meinte Omwor. "Er kommt nur, um diese Suppe zu essen", sagte Daros. "Nicht einmal hat er dafür gezahlt!" "Ich hörte, er feiert nicht, und keine anständige Arbeit hat er - ja nicht einmal die Freuden des Lebens genießt er!", kam es von Phiemwor. Issend und Tab erzählten vom Vortag: "Wir sahen ihn, wie er auf der Wiese hockte, seine Lippen sich leise bewegten. Wir sprachen ihn an, sagten, er solle doch mit uns kommen, und lernen, wie man ein anständiges Leben führe, doch unsere Hilfe hat er abgelehnt! Wie unhöflich er war! Er hatte behauptet, seinem Glaube widerspräche es!"

      ***

      Als die Freunde am nächsten Abend wieder gemütlich beisammen saßen, kam der Fremde wie gewohnt herein und bestellte die Hühnersuppe. "Ach, da ist er ja wieder, unser Ketzer", rief Tvil lautstark und lachte. Seine Freunde lachten mit ihm. "Will er denn nicht den rechten Glauben finden?" Sie lachten noch mehr. Da ging er zu ihm hinüber, die Freunde hinter sich. und schaute ihn an, wie er die Suppe aß. Dann warf er die Schüssel mit einer Handbewegung um, sodass die Suppe sich über das Gewand des Fremden ergoss. Ob sie heiß war, konnte Tvil an seinem Gesicht nicht verändern, denn der Ausdruck blieb gleich.

      Nur stand der Fremde auf und verließ die Taverne. Tvil und seine Freunde folgten ihm, sie hörten hinter sich den Wirt, wie er sich über die Sauerei aufregte. Doch das interessierte sie nicht. Sie wollten zu dem Fremden, die wieder auf der Wiese saß mit geschlossenen Augen, und ihm beibringen, wie unzivilisiert er doch sei! Als Tvil ihn umschubste, merkte er doch einen Tropfen der Suppe auf seinem Ärmel. "Der Ketzer hat mich beschmutzt!", rief er aus. "So wird er bestraft", sagte Tri, und schritt auf den Fremden zu, um ihn zu prügeln. Gleich war es ihm, ob er die Uniform trug oder nicht. Als Soldat des Grafen würde ihm mehr Glauben geschenkt werden.

      Als der Fremde grün und blau geschlagen war, kehrten die Freunde in die Taverne zurück, um zu trinken und ihren Sieg zu feiern. Am nächsten Tag erfuhren sie, dass der Fremde nicht mehr kam, um die Suppe zu essen. Omwor bestellte Wein für alle, denn dies war ein großer Sieg gewesen über den Abschaum. Nur der Wirt war nicht glücklich, wenngleich er viel Geld einnahm.

      *Dieser Titel gewährleistet keine tatsächliche Änderung in irgendeiner Welt.
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    • @Chrontheon: Was für miese Gestalten! Mich würde jetzt mehr zu der Region dieser Freunde und des Fremden interessieren; ist er wirklich ein Ketzer oder nur jemand, der einen anderen Glauben hat? Außerdem frage ich mich, ob es stimmt, dass er nie für die Suppe bezahlte und wenn dem so ist, warum der Wirt ihn umsonst essen ließ und ihm niemand das übel nahm, obwohl die Leute dort ja scheinbar ziemlich negativ gegenüber Ketzern eingestellt sind.
      Dieser Account existiert nur noch, weil die Administration nicht auf die Bitte nach Löschung reagiert.
    • Elatan schrieb:

      @Chrontheon: Was für miese Gestalten!
      Ja, mir sind sie auch unsympathisch!

      Elatan schrieb:

      Mich würde jetzt mehr zu der Region dieser Freunde und des Fremden interessieren; ist er wirklich ein Ketzer oder nur jemand, der einen anderen Glauben hat?
      Indem die Freunde (und allgemein die Bewohner dort) versucht haben, ihm ihren Lebensstil anzueignen, fanden sie heraus, dass er sehr religiös ist und deshalb gewisse Dinge nicht tut. Daraufhin haben sie ihren Lebensstil "ihre Religion" genannt und ihn zum Ketzer dieser "Religion" ernannt. Sie selbst tendieren sehr stark zum Materialismus/Atheismus, den Glauben ihrer Eltern leben sie so gut wie nicht mehr. Ich glaube, das ist im Text nicht so gut rübergekommen.

      Elatan schrieb:

      Außerdem frage ich mich, ob es stimmt, dass er nie für die Suppe bezahlte und wenn dem so ist, warum der Wirt ihn umsonst essen ließ und ihm niemand das übel nahm, obwohl die Leute dort ja scheinbar ziemlich negativ gegenüber Ketzern eingestellt sind.
      Ok, nun kommt mein Hintergrundwissen. Er hat einen Deal mit dem Wirt gemacht. Am frühen Morgen, wenn der Wirt zum Markt ging, um Zutaten zu kaufen, brauchte er jemanden, der ihm auf die kleine Schafsherde aufpasste, die hinter der Taverne graste. Der Fremde war gewillt zu helfen, und so gewährte der Wirt ihm eine kostenlose Suppe, die der Fremde jeden Abend einnahm. Als der Fremde nun am Morgen des besagten Dritttages nicht da war, musste der Wirt seine Herde unbeaufsichtigt lassen. Aufgrund des Versprechens des Fremden, der dem Wirt äußerst sympathisch war, nahm er an, dass er nach der Behandung durch die Freunde gestorben war. Einerseits war er deswegen betrübt, andererseits weil er jemanden neuen finden musste, womöglich zu einem höheren Preis, wenn er die Herde nicht jeden Morgen unbeaufsichtigt lassen wollte.
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