[2018-04] Tanzstürme und wie auf Rhingon gefeiert wird.

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    • [2018-04] Tanzstürme und wie auf Rhingon gefeiert wird.

      Das Leben der Menschen auf Rhingon habe ich bisher als eher beschwerlich und melancholisch beschrieben. Bringen wir da doch einmal eine andere Seite rein!

      Eines der wichtigsten Dinge der Welt Rhingon ist das Dhø. Es ist ein nichtmaterielles Feld, in langsamen Spiralen im Raum über und unter den Schollen kreiselnd, das von dort rhythmisch Impulse in alle Richtungen aussenden kann. Sie können als eine Art Schockwelle an der Oberfläche ankommen können und dort verschiedene Ereignisse auslösen. Nicht nur Verzerrungen im Raum, sondern auch in der Zeit sind da möglich, die gefürchteten Zeitstürme. Ob das Dhø die einzige Ursache für die unregelmäßig ablaufende Zeit ist, weiß ich nicht, vermutlich nicht, aber einer davon.


      Jedenfalls gibt es eine ganz besondere Art von Sturm: den Tanzsturm. Wenn dieser eine menschliche Besiedlung trifft, bekommen dort alle (oder fast alle) Menschen das Bedürfnis zu tanzen und sammeln sich auf den Straßen. In einer perfekten Choreographie, die nie zuvor eingeübt werden musste, bildet sich ein Musical-artiger Zug, der immer weiter anschwillt. Der Tanzstil ist wenig artistisch oder besonders sinnlich, sondern eher ausgelassen und fast albern (das englische "campy" passt vielleicht ganz gut). Im Moment stelle ich mir richtig kitschigen 2000er-Pop dazu vor (Avril Lavigne, wenn ihr es genau wissen wollt), aber ich bin mir sicher, da gibt es verschiedene Varianten. Vielleicht sind sogar einige auf der Erde bekannte Lieder mit den Menschen nach Rhingon gekommen und haben sich in irgendeiner Interaktion in den Rhythmus des Dhø geschlichen. Während der Tanzstürme sind die Realitäten aller teilnehmenden Menschen verbunden, alle erleben ihn gleich. Er erfüllt somit eine wichtige Rolle der Synchronisation der Zeitlinien. Das Ende eines Tanzsturms kommt aus der Mitte der Tanzenden, die dann aus der Menge ausbrechen, welche sich nach und nach in kleinere Inseln teilt. Die letzten tanzen noch lange weiter und entfernen sich immer weiter aus der Siedlung, bis auch bei ihnen die Wirkung aufhört.


      In diesem Stil stelle ich mir auch andere Arten von Feiern auf der Welt vor. Irgendein Ereignis, intern oder extern, bringt eine Gruppe von Menschen "gleichzeitig" dazu, sich zu versammeln, Ausgelassenheit stellt sich ein, die jeweiligen Realitäten vereinigen sich und die Bewegung schwillt bis zu irgendeinem Punkt weiter an. Irgendwann ebbt es wieder ab und alle sind wieder in ihren eigenen Realitäten.


      Habt ihr da noch Ideen dazu? Ich möchte etwas Variation reinbringen und vielleicht noch ein paar weitere Zusammenhänge finden.

      Im Übrigen: Der Beitrag Götterkinder der WBO 2017 (Brauch/Sitte) arbeitet in einem ähnlichen Themenkomplex.
      Genrekonstruktivist, Weltformeltheoretiker und professioneller Es-sich-selbst-kompliziert-Macher

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    • Eine interessante Idee.

      Vielleicht leidet auch die Harmonie und steigt die Verbrechensrate, wenn diese Erscheinung zu lange nicht auftritt?

      Spontanes Singen fiele mir noch ein. Oder, dass sich alle nur noch in wohlgesetzten und gesungenen Versen ausdrücken können und bei besonders heftigem Vorfall wie in einem Musical ihre Rolle und Gefühle beleuchten?
    • Ich denke, dass das mit der Hamronie sicher guter ein Punkt ist, wobei Verbrechen auf Rhingon ohnehin kein großes Problem sind, ich bin mir nicht mal sicher, ob es überhaupt menschengemachte Gesetze gibt. Da muss ich wohl noch tiefer in die Metaphysik einsteigen, bis ich weiß, was das menschliche Verhalten auf der Welt steuert.

      Die Idee mit der gesetzten Sprache finde ich wunderbar, die Leute könnten zum Beispiel auch beginnen, alle in Reimen zu sprechen, das baue ich auf jeden Fall ein. Diese spontane Synchronisation könnte sich tatasächlich zu einem Grundpfeiler der Welt entwickeln. Vielleicht ist die grundliegende soziale Gruppe auch das Musical, in dem alle eine feste Rolle haben und sich so gemeinsam durch die Welt singen. <3 . Zumindest für manche Leute.
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    • Oh krass.... ich stelle mir das gruselig vor. Plötzlich der Zwang zu tanzen. Selbst wenn man währenddessen noch ausgelassen ist, so stelle ich mir vor, dass es einigen doch Probleme bereitet. Plötzlich die Freiheit genommen zu bekommen, was man macht. Eher gruselig, auch wenn du das anders beschreibst.

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      Wo ein Waldgott steht wächst grünes Gras,
      wo ein Waldgott ruht, sprießen Wälder,
      wo ein Waldgott weint, entstehen Sümpfe,
      wo ein Waldgott blutet, ist das Land geheiligt
      und wo ein Waldgott stirbt, wird leben sein.​
    • Vyserhad schrieb:

      Oh krass.... ich stelle mir das gruselig vor. Plötzlich der Zwang zu tanzen. Selbst wenn man währenddessen noch ausgelassen ist, so stelle ich mir vor, dass es einigen doch Probleme bereitet. Plötzlich die Freiheit genommen zu bekommen, was man macht. Eher gruselig, auch wenn du das anders beschreibst.
      Gruselig ist es auf jeden Fall. Aber das ist wohl aus unserer Perspektive das gesamte Leben der Menschen auf Rhingon ein bisschen. Außerdem glaube ich, dass es kein Zwang in dem Sinn ist, dass man wie fremdgesteuert zu tanzen beginnt. Es ist möglich, sich dagegen zu wehren und einfach nicht mitzumachen, vermutlich ist das auch gar nicht so schwierig. Aber eins geht halt einfach mit dem Strom und es gibt wenige Gründe, das nicht zu tun.
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