Dreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Mai 2018: Zeitmessung

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    • Ich hab mich so übers Thema gefreut, hab dann aber festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist. Hatte mir vorher noch keine Gedanken dazu gemacht. So hab ich nur einen Absatz geschafft, und weiß immernoch nicht was für eine an die Sanduhr angelehnte Zeitmessung die Nithaner haben... ???

      Time measurement
      The Nitha figured out a long time ago that the 'bright star' takes exactly 20 major light-units and about 10 minor light-units (they have shorter words for it) to cross the disc En in diameter (but they don't know that En is a disc) and to disappear behind the horizon.
      One major light-unit is defined as the time a certain amount of... da verließen sie ihn. Ideen werden dankbar angenommen.
      "Remember your Hippopotamus Oath!"

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    • Uhren für normale Bürger und Uhren für Universitäten

      Für den normalen Bürger genügt es, die Zeit Pulsschläge genau zu wissen. Der Puls einer Pulsuhr schlägt 49 mal je Zweiunddreißigstelstunde, das ist mehr als ausreichend, um beim Kochen gleich braune Bratlinge zu machen. Die meisten normalen Bürger behelfen sich sogar mit Wasseruhren, die in fast demselben Takt tropfen, aber sehr viel billiger sind, weil sie keinen magisch geprägten Kristall brauchen und ohne regelmäßige Magiewirkung funktionieren.
      In den Universitäten wird in vielen Bereichen eine sehr viel genauere Zeitmessung benötigt - genauer sowohl in Hinsicht auf kleinere Messintervalle als auch in Hinsicht auf geringere Fehler. Zudem wollen nicht wenige universitäre Institute eine möglichst absolute Zeit, um gemessene Ereignisse mit gemessenen Ereignissen in anderen Universitäten abzugleichen - vor allem Astronomen haben da hohe Ansprüche.
      Die Magiewellenuhr ist genau das, was die Wissenschaftler da brauchen. Ein magisch geprägter Kristall, tatsächlich sehr ähnlich dem der Pulsuhr, wird durch einen Magier kontinuierlich angeregt und schwingt dann mit der Grundfrequenz des magischen Feldes. Durch eine ausgefeilte Kombination weiterer Kristallprägungen in direkt anliegenden Kristallen und einen durch diese geleiteten gebündelten Lichtstrahl wird die Schwingung auf einem Photopapier sichtbar gemacht. Ereignisse, deren exakte Zeit gemessen werden soll, müssen selbst, über verschiedenste Varianten, einen Lichtstrahl auslösen, der ebenfalls auf dem Photopapier sichtbar wird. Später, nach der Photoentwicklung, kann dann der Zeitpunkt abgelesen werden.
      Der internationale Abgleich der Magiewellenuhren in den Universitäten findet über Eich-Ereignisse statt. Das Lichtinstitut der Universität Sabla in Sidlaug an der Ostküste sendet einen starken, sehr kurzen Impuls unsichtbarer Strahlung aus, der in den anderen Universitäten gemessen und auf deren Photopapieren der Magiewellenuhren markiert wird. So können die, leider vorhandenen, Ungenauigkeiten der Kristallprägungen großteils ausgeglichen werden. Ein Rest Ungenauigkeit bleibt allerdings noch immer vorhanden, da die magische Wirkung der Kristalle selbst die Messung der Grundfrequenz beeinflusst und man nicht weiß, in welche Richtung der Fehler ausschlägt und welche Magiewellenuhr nun am ehesten recht hat. Entsprechend hält man sich an den Durchschnitt, denn besser bekommt man es nicht hin.


      Und wieder geht der Text mit Leerzeilen per PN an Teja.
      Don't diagnose and drive.

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    • Die Zeitsammler

      Tick, tack. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Zeit linear verläuft und immer weiter geht, dass quasi immer genug davon da ist und das Universum fortbesteht. In einem konventionellen Universum trifft das auch zu.

      Allerdings ist Marisus Welt kein konventionelles Universum. Sie muss alles importieren und dazu gehört neben Erde, Pflanzen, Tieren und Menschen eben auch – so seltsam das klingt – Zeit.

      Jetzt kann aber selbst ein Wesen wie Marisu Zeit nicht einfach in Kisten verpackt liefern lassen. Stattdessen schickt sie hochspezialisierte Zeitsammler in konventionelle Universen aus, wo diese dann dieses kostbare Gut einsammeln.

      Zeitsammeln ist ein schwieriges Unterfangen, da die meisten Menschen – verständlicherweise – nichts von ihrer kostbaren Zeit abgeben wollen. Im Laufe der Jahre entwickeln die Zeitsammler also immer wieder neue Möglichkeiten, die Menschen auszutricksen. Meistens läuft es darauf hinaus, dass sie ihnen vorgaukeln, wie sie Zeit sparen können, so wie man Geld auf einer Bank spart. Ein erfolgreicher Zeitsammler nimmt sich diese Zeit natürlich, bevor seine Opfer ihm auf die Schliche kommen können und macht sich damit davon.

      Die so erschwindelte Zeit wird in speziellen Uhrwerken gespeichert. Sind diese voll aufgezogen, bringen die Zeitsammler sie zu Marisu, die die gespeicherte Zeit dann mit einem komplizierten Mechanismus aus Zahnrädern und gespannten Federn in ihre Weltenuhr überträgt. Für eine gerechte Entlohnung der Zeitsammler wird hier genau gemessen, wie viele Umdrehungen der Zahnräder an Zeit sie tatsächlich mitgebracht haben. Der Mechanismus ist so komplex, dass selbst Hundertstel genau abgerechnet werden können.
      Braiiiins.
    • Zeitmessung der Tiefenzwerge

      Ganz tief unten, unter den Bergen, unter den sieben Stollen bei den ganz tiefen Zwergen mangelt es an vielen Dingen. Eines dieser Dinge ist die Möglichkeit zur Beobachtung von Himmelskörpern, mit denen die Zeit bestimmt werden kann. Daher haben die Zwerge verschiedene Methoden entwickelt, diesen Nachteil ihrer Heimat auszugleichen. Zu bemerken ist hier natürlich, dass Zwerge ein besseres Zeitgefühl zu haben scheinen, als die die Oberfläche besiedelnden Wesen.

      Dann sind da rhythmisch vorgetragene Texte zu nennen, deren Vortragsdauer dazu dient, eine bestimmte Zeitdauer abzumessen. Wachen, bestimmte Arbeiten und einige ausgewählte Zeitspannen kann so jeder Zwerg mit der entsprechenden Ausbildung sehr sicher abmessen. Ausgebildet hierzu werden sie schon in der Kindheit und die lange Gewohnheit bringt die Genauigkeit hervor.

      Auch soll es tiefe Schächte geben, in die zu bestimmten Zeiten die Sonne fällt. Doch dienen sie nach der Aussage der Zwerge der Überprüfung, ob die Sonne und andere Himmelskörper tatsächlich zur Zeitbestimmung dienen können, was bei vielen Zwergen umstritten ist, um es milde auszudrücken.

      Schließlich sind da natürlich die Uhren der Zwerge. Diese funktionieren genauer als die von den Handwerkern der Oberfläche gebauten Exemplare und noch keinem Uhrmacher ist gelungen, ihren Mechanismus nachzubilden. Da der Handel mit den Tiefenzwergen intensiviert werden konnte, ist dies auch nicht mehr zu erwarten: Der Uhrmacher scheint an der Oberfläche zu einem aussterbenden Beruf zu werden.

      Diese Genauigkeit wird meist darauf zurückgeführt, dass die Zwerge zur Zeitbestimmung auf ihre Mechanismen angewiesen sind und daher genaue Uhren eine Notwendigkeit darstellen. Doch möchte ich noch eine andere Erklärung vorstellen.

      In ihren Bingen soll es in den Fels geschlagene Vorrichtungen geben. Gigantische Wasseruhren, Aufhängungen für große Pendel und ähnliche Vorrichtungen sollen der Zeitmessung dienen. Da nun, wie gesagt, die Zwerge zweifeln, dass oberirdisch die Zeit mit einfachen Methoden richtig zu messen ist, wollten sie diese Apparate in miniaturisierter Form bei sich tragen, so dass sie Wege fanden, ihre großen Mechanismen so klein zu bauen, dass ein Zwerg sie leicht mit sich führen kann, ohne dass sie eine Behinderung darstellen.

      Hierzu gäbe es noch Manches auszuführen, doch hier und heute reichen Zeit und Raum nicht, eine dem Thema gerechte Abhandlung zu verfassen.

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    • Über die Alrubio, Gezeiten und Zeit

      Die Reise zu unseren fernen Vettern hat mir bereits einige neue Erkenntnisse bereitet. Ein besonderes Ding fiel mir erst gestern auf, als ich meinen Gastgeber Ferak zu den Feldern geleitete.
      „Unsere Feldfrüchte können gefährlich sein“, hatte er mich vorgewarnt, sein stechend rotes Haar wie seine Aussage unterstreichend im Wind peitschend.
      „Befindest du dich zur falschen Zeit auf den Feldern, so bist du des Todes! Bei stärkester Ebbe nämlich öffnet die Teyan ihre Blüten und verströmt einen Duft, dem niemand Stand halten kann! So wandert das Opfer der Teyan direkt zu der Pflanze und inhaliert deren Samen, die im Inneren auskeimen und einen langsamen, schmerzvollen Tod bringen.“
      Und wie erfährt man die Zeit, in der man sich den Feldern nähern kann?“, frug ich den Alrubio, denn noch nie hatte ich eine Zeitkerze oder irgendein anderes Werkzeug zur Zeitmessung in diesem Volke bemerkt- mal abgesehen davon, dass die Tiden sich stets verschieben und nicht daran denken, sich an intelliga Zeiten zu halten.*
      „Wir haben eine Ohur auf dem zentralen Platz“, berichte er. „Jede Siedlung oder auch nur größerer Hof hat eine.“
      Ich blickte ihn leicht verwirrt an, denn meine Person war bereits über den großen Platz gelaufen und hatte nichts erkannt, was einem Zeitmesser nahe kam.
      Ferak grinste schadenfroh.
      „Ihr kennt aber auch gar nichts“, mit diesem Satz zog er mich auf, denn dies hatte ich einmal ausgesprochen, als er nicht wusste, was Thermen waren (dieses Volk ist etwas primitiv).
      „Wir haben einen Kanal von den Feldern zum Platz gegraben und dort ein Wasserbecken angelegt“, erklärte der Alrubio endlich. Das kannte ich, doch hatte ich es bei meinem Besuch für Dekoration gehalten.
      „In der Mitte des Wasserbeckens, das auf gleicher Höhe wie die Felder liegt, steht ein schmaler steinerner Stab, auf dem verschiedene Marken eingezeichnet sind. Ganz oben höchste Flut, ganz unten stärkeste Ebbe. Sobald das Wasser um ein drittel unter Flut liegt, bereiten sich die Bauern vor und bei der Hälfte gehen wir aufs Feld und fangen mit der Knollenernte an, denn dann geht das Wasser uns nur etwa bis zur Hüfte. Geerntet wird bis der Erntewächter, der die Ohur im Blick behält, seine Glocke schlägt. Dann ist es nur ein sechstel bis vollkommene Ebbe und die Teyan wird bald ihre Blüten öffnen.
      Also kehren wir zu dieser Ohurzeit in die Stadt zurück, trinken etwas warmes und warten auf auflaufend Wasser. Dann wird ein weiteres Mal geerntet und erneut bei der nächsten Ebbe, wenn diese im Licht des Tages geschieht.
      Die Ohur ist so wichtig, wenn man Teyanfelder bestellt, dass sich oft der gesamte Tagesablauf nach ihr richtet, in kleinen Orten wie diesem hier sogar der Tagesablauf aller Einwohner. Aber sag, Freund: Ohne Ohur, wie messt ihr da die Zeit?“
      Ich kam mir albern vor und kratzte mich verlegen am Kinn, als ich antwortete:
      „Wir brennen Kerzen ab“


      - aus dem Abenteuerbuch von „Dulogal“



      * andere Völker hätten hier „menschliche“ geschrieben, doch Dulogal stammt aus Allica, einem Land das gleichermaßen Menschen und nichtmenschliche Vakurrae als Bürger hat.
      Hüterin der Schrecken, Licht des Nordens, Akolythin des Herrn der Zeit (Zitat Merlin)

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    • Hier kommen frische Lobsbeeren, die haben zur Zeit nämlich Saison:

      @Gerbi Das fängt richtig gut an, ich frage mich, warum sie die Zeit nicht in Tageseinheiten messen. Also schreib weiter, damit ich das bald erfahre!
      @Veria Das klingt alles sehr ungenau, der Puls ist ja nicht bei allen gleich.
      @Riothamus In der Kürze liegt die Würze und du schaffst es immer wieder, faszinierende Ideen vorzustellen. Das Zwerge den Himmelskörpern misstrauen gefällt mir und so ein Schacht für die Sonne erinnert mich an diesen einen Tempel in Ägypten, wie hieß der doch gleich...
      @Cyaral Das ist eine faszinierende Idee, die Zeit nach den Tiden zu messen und die Begründung ist auch nicht schlecht. Ich hab mich gleich gefragt, wie gefährliche Feldfrüchte wohl aussehen. Die Pointe mit den Kerzen ist gut!
      Braiiiins.
    • @Tskellar: Interessant, dass gerade so etwas Markantes wie "die Scheibe überqueren und hinter dem Horizont verschwinden" nicht die Einheit ist, sondern etwas anderes. Ich wüsste gerne, ob die beiden Einheiten etwas in der Natur haben, was genauso lang dauert.

      @Teja: Die grauen Herren lassen grüssen. Fein gelöst.

      @Riothamus: Hihi. Interessante Ansicht, dass die Himmelskörper nicht zur Zeitmessung taugen - und überraschend modern noch dazu, denn die Bewegung der Himmelskörper legt ja tatsächlich einiges an Abweichungen hin. Sind die Uhren der Tiefenzwerge denn so genau, dass sie besser sind als die Himmelskörper?

      @Cyaral: Hübscher Gegensatz zwischen den beiden Völkern.

      ---

      @Teja: Es wird ja nicht der Puls der Person gemessen, sondern der Puls des geprägten Kristalls. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der hochkomplex-wissenschaftlichen Magiewellenuhr, aber im Vergleich halt verdammt ungenau, weil a) nicht kontinuierlich angeregt wird, sondern nur alle paar Stunden mal, b) Schwingung und Messung im selben Kristall stattfinden und somit beides ungenauer wird und c) das Ding von Anfang an nicht geeicht ist, sondern der Benutzer es irgendwann halt mal gestartet hat.
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    • Meine Müdigkeit und Ideenlosigkeit haben meinen Willen am Speedbasteln teilzunehmen gefesselt und in den Keller gesperrt, also habe ich leider nichts beizutragen. Aber, sie haben nicht die Lobsbeerenernte erwischt, die konnte rechtzeitig fliehen. Und zwar hier hin:

      @Tskellar Ein interessanter Ansatz, der Lust auf mehr macht, ich hoffe du kommst noch dazu, deine Ideen zum Ende zu bringen :thumbup:
      @Veria Das ist eine sehr interessante Art der Zeitmessung :thumbup: Verstehe ich es richtig, dass der "Puls" nicht der Herzschlag eines Individuums ist, sondern eines magisch geprägten Kristalls? Edit: Während ich das hier geschrieben habe, hast du das schon beantwortet, ich ziehe diese Frage zurück ;)
      @Riothamus Yay, mehr über die Zwerge - da kannst du gar nichts mit falsch machen :thumbup: Die Sonnenschächte und die mit ihnen ausgedrückte Skepsis sind eine lustige Idee.
      @Cyaral Eine sehr interessante Methode der Zeitmessung, erfrischend anders :thumbup:



      Zur Kreuze kriech, ich habe Teja vergessen:
      @Teja :thumbup: :thumbup: Die Zeitsammler sind ein ... erschreckendes Konzept ... wie Veria musste ich an die Grauen Herren denken ... und an Aliens, die nicht nur Leute entführen, sondern auch Zeit rauben ... vielleicht berichten von Ufos Enführte deshalb über fehlende Stunden?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nharun ()

    • "Bleib in Verbindung mit deinen Freunden, schnell und einfach." - Und schwupps sind Stunden um Stunden auf Facebook weg. Da haben wir es, Mark Zuckerberg wird von Marisu bezahlt und ist deshalb so steinreich. ;D
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    • *nachreich* Hat doch länger als eine Stunde gebraucht...Lobsbeeren gibts später =)


      Casarin

      […]
      Zu dieser Zeit wurden meine Begleiter und ich verfolgt von den Schergen des Blutkönigs. An ihrer Spitze ritt, in schwarze Flammen gekleidet, der Tod selbst und er jagte uns unermüdlich. Da tat sich vor uns ein langer Riss in der Luft auf, zunächst schien es wie eine Wahnvorstellung, hielt der Riss doch immer den gleichen Abstand zu uns. Hinter ihm lag nichts als ewige Dunkelheit, die alles Licht verschlang. Plötzlich stoppten unsere Verfolger mitten im Ritt, wie erstarrt standen sie da. Nur der schwarze Tod bewegte sich langsam weiter, doch konnte er sich nicht gänzlich dessen entziehen, was dort geschah. Der Riss breitete sich aus und umhüllte unsere Gemeinschaft mit Dunkelheit, der Tod verschwand hinter dem Schleier dieses Nichts. Doch langsam wandelte sich dieses Nichts, einzelne Punkte glommen wie Sterne zwischen dem Dunkel. Sie wuchsen und nahmen an Strahlkraft zu, bis uns ein warmes Licht umspielte und ein jeder von uns sein Bewusstsein verlor.
      Ich erwachte als erster und fand mich in einem Raum wieder, der mir seltsam vertraut vorkam. Seine Wände bestanden aus einem weißem Stein, der ein warmes, pulsierendes Licht von sich gab. Überall hingen seidene Tücher in allen denkbaren Farben. Säulen trugen eine unsichtbare Decke, denn statt nacktem Stein erblickte man einen weiten Sternenhimmel, wie er nirgendwo auf der Welt zu sehen sein mochte. Denn es dämmerte mir, dass wir uns nicht mehr auf Ilumay befanden, sondern an einem gänzlich anderen Ort. Wo dieser Raum war und vor allem wann, das konnte niemand sagen. Nur einer konnte es, nämlich jener, der uns hierhergebracht hatte. Jener, der diesen Raum erschaffen hatte und jener, der mich hier viele Jahre meines Lebens in der Magie unterrichtet hatte. Die Menschen von heute nennen ihn den Himmelsgott, Vater Zeit und Herrscher des Kosmos. Der mächtigste und weiseste unter allen Göttern ihres Pantheons. Schutzherr der Astronomen, Gelehrten und Akademikern. Ich nannte ihn einfach nur Meister.
      Doch als ich durch die weiten Flure aus weißem Stein wanderte, meine Gefährten im Schlaf der Gerechten zurücklassend, kam mir dieser früher so vertraute Ort fremd vor. Unter einem ständig wechselnden Sternenzelt suchte ich nach Vertrautem, nach Bekanntem, doch ich fand nichts. In mehr als 50 Jahren, die ich dort verbracht hatte, habe ich doch niemals alle Räume, Flure und Treppen gesehen. Möglicherweise befand ich mich an einem mir gänzlich anderen Ort dieses Ortes, für den es nie einen richtigen Namen gab. Vielleicht hatte sich dieser Ort ebenso verändert wie die Sterne über ihm, denn wie viel Zeit wirklich vergangen war, seit ich das letzte Mal dort gewesen bin, vermochte ich nicht zu sagen. Zeit existierte hier schließlich nicht.
      Plötzlich hörte ich ein lautes Geräusch. Es klang wie eine helle Glocke, die geläutet wurde. Zunächst war sie weit entfernt, doch kam das Geräusch immer näher und wurde lauter, bis es mir durch Mark und Bein ging. Selbst der Boden schien zu zittern, doch schmerzte es nicht in den Ohren. Mein ganzer Körper fühlte sich warm an, geborgen, glücklich. Etwas Seltsames haftete diesem Geräusch an. Und als es verschwunden war, hinterließ es eine traurige Leere.
      Ich ging weiter und schließlich fand ich einen weiten, halbkreisförmigen Raum am Ende eines langen Ganges. Mehrere anderen Gänge schienen ebenfalls in diesen Raum zu münden, an dessen Langseite eine breite Fensterfront lag. Die Fenster waren verziert mit goldenen und silbernen Metallapplikationen, auf denen ein undurchsichtiges Muster von Schriftzeichen angebracht war. Dahinter erblickte man nichts als Dunkelheit. Doch wie konnte ich überhaupt die Fenster so genau betrachten? fragte ich mich. „Du siehst, auf was du dich konzentrierst, junger Schüler.“ Hörte ich eine Stimme in meinem Kopf. Sie war kalt, emotionslos und berechnend, aber vertraut. Ich wandte meinen Blick von den Fenstern ab und erst jetzt bemerkte ich, dass in der Mitte des Raumes etwas stand. Eine große Apparatur, ähnlich einem Planetensystem, wie ich es bereits von diesem Ort kannte. Doch waren an die zahlreichen Ringe, die um eine glühende, kleine Sonne in der Mitte kreisten, keine Planeten angebracht. Auf den goldenen Ringen waren lediglich Schriftzüge angebracht, in einer Schrift, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. Man musste kein Magier sein, um zu bemerkten, dass diese Apparatur vor Magie strotzte. Obwohl ich ihre Funktion nicht erkannte, faszinierte sie mich sofort. Die Zauber, die in sie gewoben waren, entzogen sich meinem Horizont, doch ihre Schönheit hielt mich in ihrem Bann.
      „Wunderschön, nicht wahr?“, hörte ich die Stimme. Nun klang sie verträumt, melancholisch. „Es ist meine neuste Kreation. Ich habe mehr als 200 Erdenjahre gebraucht, um sie fertigzustellen.“
      Ich riss meinen Blick von ihr los und bemerkte den Mann, der neben ihr stand. Er wirkte im Vergleich mit dem Apparat recht klein, doch täuschte dieser Anblick. Als ich näher kam wuchs die Gestalt, bis sie mich fast um einen Kopf überragte. Sie trug einen langen, blauen Mantel mit silbernen Borten. Seine genauen Gesichtszüge waren unmöglich zu erkennen, denn sie entzogen sich dem normalen Blick. Aus den Augenwinkeln konnte man erahnen, dass er ein alter Mann sein musste? Oder doch ein Junger? Nur seine beiden Auen waren klar zu erkennen und wurden nicht von einem Nebel der Unsicherheit verdeckt. Eines war pechschwarz, mit einzelnen hellen Punkten dazwischen. Das andere leuchtete so hell wie der Abendstern. Casarin, der Gott der Magie. Selbst zu meiner Zeit wurde er so genannt.
      „Was tut es?“, wollte ich wissen und blickte wieder auf die Apparatur.
      „Es bestimmt die Zeit.“, sagte Casarin.
      „Wie eine Uhr?“
      „Nein, ganz im Gegenteil.“, meinte er. „Es bestimmt die Zeit. Dieser ‚Kathograph‘ gibt die Zeit vor, die hier herrscht. Es würde 100 Erdenjahre dauern, es dir zu erklären…obwohl das durchaus kein Problem darstellen würde, wie du dir denken kannst.“
      Das konnte ich, denn Zeit war hier relativ. Verging ein Tag auf Ilumay, konnten hier zwei oder ganze Tausend vergehen. Oder sie liefen rückwärts. Nur Casarin konnte den Überblick behalten. Sollte dieser Mechanismus, den er entworfen hatte, funktionieren, konnte er den Ablauf der Zeit sogar bestimmen.
      „Ihr könnt nicht ‚lange‘ bleiben.“, meinte mein Meister. „Ich wünsche keinen Besuch.“
      „Warum hast du uns dann errettet?“, wollte ich wissen.
      „Aus Schuld, doch ist das nicht deine Angelegenheit.“, gab er kühl zurück. „Ihr werdet gehen, wenn fünf Schläge vergangen sind.“
      „Schläge?“, fragte ich.
      „Du hast einen bereits vernommen.“, erklärte er. „Es sind Magieschläge. Es ist Puls. Es ist Zeit. Es ist... Sie kommen aus dem Nichts dort draußen.“ Er zeigte auf die Fenster. „Sie sind erst ‚kürzlich‘ aufgetaucht und ich kann mir noch nicht erklären, woher sie kommen. Doch wenn fünf von ihnen vergangen sind, wird auf Ilumay etwa ein Monat vergangen sein. Dann werde ich euch zurückschicken. Bis dahin steht euch fast alles offen und ihr werdet finden, was ihr benötigt.“
      Mit diesen Worten wandte sich mein Meister von mir ab und ging. Er verschwand in einen der Gänge und ließ mich bei dem Kathograph zurück. Doch lange konnte ich dort nicht bleiben, ich musste zu meinen Gefährten zurück und ihnen berichten.
      […]

      Auszug aus den Memoiren Salyans.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • LobLobLob *patsch*

      @Tskellar: Vielversprechender Beginn! Mein Frage wäre nämlich auch, wie die major light-units ursprünglich berechnet worden sind. Vielleicht durch Mond- oder Sternenbewegungen? Könnte auch etwas ausgefalleneres sein, wie ein Komet oder so.
      @Veria: Die Magieprägung von Kristallen zur Zeitmessung finde ich sehr faszinierend! Ich glaub, dass mir aber entgangen ist, was du mit "Ereignisse" abseits von Eich-Ereignissen meinst. Magische Ereignisse? Und ist die Hintergrundfrequenz deiner Magie statisch? Ich kenn das nämlich vom Magiefeld meines eigenen Universums, das ziemlich starken Schwankungen ausgesetzt sein kann.
      @Teja: Also heißt das, wenn vor mir irgendwelche Schnarchnasen auf der Straße fahren oder laufen, habe ich das denen zu verdanken?^^ Sehr coole Idee jedenfalls =) Dagegen würde meine Idee des Justaphons helfen^^
      @Riothamus: Eine schöne Vorstellung mit den Liedern. So macht es vielleicht sogar noch Spaß, auf die Zeit zu achten. Woher kommt denn das Misstrauen?
      @Cyaral: Sehr pragmatische Lösung, finde ich gut! Und auch die Pointe am Ende =) Die Pflanzen erinnern mich ein bisschen an Alien^^ Wofür wird die Pflanze denn verwendet?



      Teja schrieb:

      @Salyan Dieser Salyan scheint ein interessantes Leben zu führen. Ist das ein Ausschnitt aus einer größeren Geschichte? Ich wüsste gerne mehr davon.
      Mehr oder weniger^^ Ja, ist es. Merkt man vermutlich hier und da. Die Szene schwirrt mir schon lange im Kopf rum und irgendwie hat sie gerade gut gepasst. Zumindest mehr als alles andere, was mir eingefallen ist. Vielleicht komm ich irgendwann mal dazu die Geschichte zu schreiben =)
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.
    • Ok, ich reich doch was kurzes nach:

      °'°'°'°'°'°'°'°'°'°'
      Alle Namen sind Platzhalter, die vielleicht noch durch die echten Namen ersetzt werden.

      Zeitmessung im Vergleich

      Zeitmessung in Lyz:

      Es gibt drei Arten der Zeitmessung. Je kürzer die Zeitabstände, desto ungenauer wird gemessen. Zum Einen gibt es den Kalender. Ein Jahr hat 12 Monate zu je 3 Wochen zu je 7 Tagen, gesammt 252 Tage bzw 36 Wochen im Jahr, 21 Tage im Monat.

      Zum Anderen gibt es den Tageszyklus. Ein Tag besteht aus zwei Phasen, einer hellen Tagphase und einer dunklen Nachtphase. Der Übergang zwischen den Tagen findet bei Sonnenaufgang statt, nur in der Grenzregion zwischen Nord und dem Sumpfland bei Sonnenuntergang.

      Die Ungenaueste Zeitrechnung wird durch die Uhren vorgenommen: Wasseruhren, Sanduhren, Sonnenuhren, Innere Uhren und Kerzen. Zur Bestimmung der Tageszeit werden nur Sonnenuhren verwendet.

      Zeitmessung im Wüstenreich:

      Das Wüstenreich verwendet nur zwei Arten der Zeitmessung, was daran liegt, dass die Nacht nicht zum Tag zählt und die Tageszyklen an die Uhren gekoppelt sind. Uhren messen hier nur mit Sonne und Sand, Wasser ist zu kostbar, Kerzen gibt es nicht und auf die Innere Uhr ist kein Verlass. Tag ist zwischen Sonnenauf- und -untergang, dazwischen zählt nicht zur Zeit der Welt, da die Tore zu den anderen Welten (Unterwelt, Himmelstor, Götterwelt, etc) geöffnet sind, weshalb Kriege in der regelmäßigen Dunkelheit pausieren (nur bei Notwehr wird gekämpft, so weit wie nötig).

      Der Kalender unterscheidet sich leicht von dem in Lyz: Das Jahr hat 10-13 Monate, je nachdem, wie der Kaiser es will. Das Jahr der Geburt eines Kronprinzen, Hochzeit eines Thronfolgers oder des Kaisers, sowie dessen Todesjahr bzw die Krönung des Nachfolgers haben immer 13 Monate, Kriegsjahre (ausgenommen derer mit eben erwähnten Ereignissen) sind immer nur 10 Monate lang, da man den Krieg bald wieder loswerden will (wobei man dadurch meist nur erreicht, dass die Kriege - an Jahren gemessen - länger dauern). Ein Monat hat drei Wochen zu je 5 Tagen und eine zu 6 Tagen, wobei der zusätzliche Tag ein Feiertag zu Ehren der Ahnen und der Götter ist.

      Zeitmessung bei den Waldstämmen:

      Die Waldstämme haben nur eine Art der Zeitmessung, mehr braucht man auch nicht. Die Zeit hat zwei Phasen, die helle Phase und die dunkle. Ist es hell, wird gearbeitet, gejagt, gespielt und gelernt. Ist es dunkel, wird geschlafen und mit den Ahnen im Kreis der Familie verbracht. Vielleicht gegessen, doch es ist eine ruhige Zeit, und die Stille soll nicht von den Menschen gestört werden, denn sie gehört nicht den Menschen. Den Menschen wurde die Helle Zeit geschenkt, um zu leben, in der Dunkelheit ist man dem Totenreich nahe.

      (Allgemeinwissen über die jeweilige Zeitmessung in Lyz, im Wüstenreich und bei den Waldstämmen, keine Quellenangabe)
    • @Tskellar: Manchmal hat man halt ne Ideensperre, dafür läuft es wann anders dann besser. Der Bright Star klingt dennoch nett :)

      @Veria: Sehr cool :thumbup: Vor allem die Idee der Eich-Ereignisse mag ich sehr.

      @Teja: Witzige Idee :lol: Ich wurde im ersten Moment tatsächlich nicht an die grauen Herren erinnert, sondern an diese nervigen Leute in Fußgängerzonen mit Werbung, religiösen "Erleuchtungen" oder undurchsichtigen Spendensammel-Organisationen.

      @Riothamus: Cool, unterirdische Riesenuhren! :thumbup: Ich mag auch das Vortragen von Texten zur Zeitmessung.

      @Salyan: Sehr sehr cool, ein Beitrag der auch in die Kategorie "Cyaral ist jetzt angefixt und will einen Roman dazu lesen" gehört. :thumbup:

      @Chrontheon: Ich mag diese subjektive Monatsanzahl im Wüstenreich. Verschiebt sich da nicht auf Dauer was oder hat die Wüste keinen Wandel im Laufe des Jahres (Jahreszeiten, Trocken/Feuchtzeiten, Blüte oder dergleichen)? Und haben die einzelnen Monate eigene Namen?


      @Mein Kram:

      @Teja: Danke. Ich versuche, ein Bild der Pflanze anzuhängen. Der obere Teil der Blüten klappt sich bei bestimmten Wasserständen nach unten, damit die feinen Samen oder die Pollen nicht nass werden. Dies ist auch der Grund, aus dem bei ablaufend/auflaufend Wasser eine Ernte möglich ist, obwohl die Blüten das höchste Organ der Pflanze sind. Die Teyan war eines der ersten Dinge, die ich für Tervela gebastelt habe.
      Die Knollen werden in diversen Varianten gegessen (gekocht, gebraten, als Mus, als Teig, als Eintopf als Füllung für Fleisch oder Swako (Quasi-Alge)), die Stängel eignen sich für die Fasergewinnung.

      @Veria: Danke

      @Nharun: Vielen Dank

      @Salyan: was ich zu Teja gesagt habe. Der gepresste Saft der Knollen wird übrigens auch vergoren und getrunken (Das Getränk heißt Rhuk und ist recht hochprozentig und gewöhnungsbedürftig).
      Bilder
      • Teyan.png

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    • Cyaral schrieb:

      @Chrontheon: Ich mag diese subjektive Monatsanzahl im Wüstenreich. Verschiebt sich da nicht auf Dauer was oder hat die Wüste keinen Wandel im Laufe des Jahres (Jahreszeiten, Trocken/Feuchtzeiten, Blüte oder dergleichen)? Und haben die einzelnen Monate eigene Namen?
      Ich konnte mich nicht zwischen 10 und 13 entscheiden. Verschieben tut sich nichts, die Wüste hat keine Jahreszeiten. Namen hab ich noch nicht, weiß auch nicht, ob sie welche bekommen, da nicht immer alle da sind. (Vielleicht aber benannt nach Göttern, von denen 3 sich nur ab und zu sehen lassen.)