[Silaris] Konzerne (Bisher über Ultiria)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [Silaris] Konzerne (Bisher über Ultiria)

      Die Ultiria-AG



      Den Anfang hier darf gleich die von mir schon mehrfach erwähnte Ultiria-AG aus Arunien machen. Ich dachte mir aber, ich halte den Thread auch gleich noch für andere offen, falls da mal Erklärungsbedarf besteht.

      Ultiria ist so etwas wie das Monsanto von Silaris. Wenn es um Themen wie übermäßiger Pestizideinsatz, Kontrolle des Saatgutmarktes, Zerstörung der natürlichen Ressourcen durch die Chemieindustrie, laxer Umgang mit Sicherheitsstandards, korrupte Pharmaindustrie, Profit über Menschenleben stellen und dergleichen mehr geht, fällt eigentlich immer früher oder später der Name Ultiria, auch bei Umweltschutzorganisationen und Gegnern des kapitalistischen Systems jeglicher Couleur ist diese Firma meistens das Feindbild schlechthin.

      In Wirklichkeit ist sie nicht wesentlich besser oder schlechter als andere. (Auf ein Urteil darüber, ob das bei Monsanto auch so ist, verzichte ich, Erdpolitik und Foren ist meistens keine gute Kombination.)

      Ultiria ist ein sehr breit aufgestelltes Unternehmen mit Firmensitz in der Kleinstadt Lacara am Orellan nahe der Alchimistenzirkelmetropole Ergalla. Die Hauptsparten sind Agrartechnik (Dünger, Saatgut und Pestizide), Pharma, Kunststofftechnik sowie Farben und Lacke. Daneben gibt es noch zwei kleinere Abteilungen Mobilitätstechnik (Treibstoffadditive, Frostschutzmittel etc.) und Desinfektion und Schädlingsbekämpfung.

      Neben den Landwirtschafts-und Pharmaprodukten ist gerade die letzte Abteilung gerne Inhalt von Verschwörungstheorien, die sich darum drehen, dass die zu bekämpfenden Schädlinge in Wirklichkeit menschlicher Natur sind. Jedenfalls die realistischeren, es gibt auch welche, die glauben, dass dort die Abwehr von Alienangriffen geplant war. Arunier sind sehr kreativ, wenn es um Verschwörungstheorien geht…

      Ultiria ist in ganz Silaris tätig. (Bis auf Sarilien, aber da stehen sie auch schon seit längerem in Verhandlungen) und streitet sich mit der ruarischen Firma OSM um die Auszeichnung das größte Chemieunternehmen von Silaris zu sein. (OSM produziert mehr Tonnen Produkte, aber Ultiria macht mehr Umsatz.)

      Woher kommt nun aber der schlechte Ruf von Ultiria?


      Das Unternehmen wurde während der Industrialisierung gegründet und stellte zunächst Teerfarben her, mit den bekannten Umweltfolgen. Daneben war es eines der ersten größeren Chemieunternehmen, denn synthetische Chemie ist in Arunien eine recht neue Entwicklung, lang beschäftigte sich der Alchimistenzirkel nur damit, das zu verstehen und zu kontrollieren, was da war. Die Gründer von Ultiria waren keine Elementarmagier, was der Alchimistenzirkel dazu zu sagen hatte, kann man sich sicher vorstellen. Verhindern konnten sie den wirtschaftlichen Erfolg im damals wirtschaftlich kaum regulierten Arunien nicht, aber zum schlechten Ruf leisteten sie schon damals einen ordentlichen Beitrag.

      Ultiria bekam dann aber doch noch elementarmagische Unterstützung und zwar wenig überraschenderweise von einem Chlormagier, die ja Neuem gegenüber im Vergleich zu vielen anderen Elementarmagiern meist sehr aufgeschlossen sind. Laurentius Rivanus spendete dem modernen Firmennamen die zwei Buchstaben ri, vorher hieß die Firma Farbenwerke Tilius und Ulanus.

      Mithilfe von Rivanus etablierte Ultiria die Chlorchemie in Silaris, hierbei wurden auch chlororganische Pestizide hergestellt. Die waren zwar sehr wirksam, aber ihre negativen Umweltauswirkungen sorgten zum Unmut der Landwirte dafür, dass die Nutzung sehr bald wieder eingeschränkt wurde, denn die Elementarmager konnten diese Folgen sehr schnell wahrnehmen. Auch diese Episode trug zum schlechten Ruf des Unternehmens sowie zur Kontamination des Erdreichs um Lacara bei.


      Für Ultiria war dies auch ein herber Rückschlag. Die Firmenleitung wollte am Pestizidhandel jedoch festhalten und vergab an die Universität Ergalla einen Auftrag für die Erforschung chlorfreier Pestizide, insbesondere Insektizide.

      Auf diesen Auftrag stürzten sich ein von Stickstoffmagiern geleitete Team und ein von Phosphormagiern geleitetes Team. Der Inhaber der Juniorprofessur für Phosphorchemie, Marius Agripetus wollte unbedingt beweisen, dass sein Element für mehr taugt als Phosphat und weißer Phosphor für Streichhölzer, die Stickstoffmagier hatten jedoch auch sehr viele lohnende Projekte. Unter normalen Bedingungen wäre das neue Totalherbizid von Agripetus und seiner Assistentin Lucasta Clossiana zuerst patentreif gewesen, doch die Phosphormagier wurden im kritischen Zeitraum außer Gefecht gesetzt, indem bei einem Geschäftsessen ein Waldbeerendessert serviert wurde, in dem „versehentlich“ Tollkirschen verarbeitet worden waren und so ging der Auftrag samt Fördermitteln an die Stickstoffmagier. Für Ultiria waren die neuen „naturnahen und umweltfreundlichen“ Pestizide jedenfalls ein großes Geschäft.

      Später während des Arunisch-Ruarischen Krieges entgingen ihnen dann jedoch die Profite durch Lucasta Clossianas phosphorhaltige Kampfstoffe und ihr inzwischen ebenfalls zu Waffenzwecken verwendetes Herbizid. Mit Sprengstoff, Chlor, Phosgen, Senfgas und noch einigem mehr, was nur Rabanus Ostreatus im Detail kennt, kam aber auch Ultiria auf seine Kosten, was die Kriegsgewinne anging.


      So richtig schlecht wurde der Ruf des Unternehmens aber erst mit dem steigenden Umweltbewusstsein nach dem Krieg und der Häufung von Asthma, Fehlgeburten, fehlgebildeten Kindern, Krebserkranungen um Lacara und die anderen Ultiria-Standorte.

      Das allein reichte noch nicht aus, um den Ruf richtig schlecht zu machen. Dazu kamen noch mehrere Pharmaskandale um unerkannte und vertuschte Nebenwirkungen, das beharrliche Festhalten von Ultiria an der Produktion von hochtoxischen Organophosphor-Pestiziden, für die sie bis dahin selbst auch Patente erworben hatten, trotz zahlreicher freiwilliger und unfreiwilliger Todesfälle hierdurch und das Verhalten des Unternehmens im Arisaja-Krieg gegen die Sariler.

      Hierfür lieferte Ultiria unter anderem das chlorhaltige und in Arunien nur noch in Ausnahmefällen erlaubte Herbizid Alldarin, weißen Phosphor für den Kampfeinsatz und auch chemische Kampfstoffe, die direkt für den Einsatz gegen Menschen gedacht waren. Letzteres ist offiziell nicht bekannt, inoffiziell aber schon, wobei das Ausmaß selbst eingefleischten Ultiria-Gegnern nicht klar ist.

      Zu dieser Zeit gab es zahlreiche Proteste gegen Ultiria und als arunischer Student war es nicht empfehlenswert zuzugeben, dass man eine Karriere bei dieser Firma anstrebt…

      Noch schlimmer wurde der Ruf der Firma dann durch das Unglück von Enes Tall. In einer Pestizidfabrik in der elavischen Stadt kam es zu einem folgenschweren Unfall, der tausenden von Menschen das Leben kostete. Brisant ist hierbei, dass dort unter anderem das eigentlich überhaupt nicht mehr erlaubte Alldarin hergestellt wurde, was von Ultiria kleingeredet wird. Verantwortung für das Unglück wurde und wird vom Unternehmen nicht übernommen, sie sehen die Schuld bei den unfähigen Elaviern und möglicherweise noch unbekannten Terroristen und überhaupt kann ja niemand von ihren Aktionären erwarten, die Gesundheitsversorgung der Bewohner eines elavischen Elendsviertels zu übernehmen…


      Bei der jährlichen Hauptversammlung von Ultiria geht es immer hoch her, weil Vertreter aller Opfer-und Kritikergruppen des Unternehmens (fast, die Sariler dürfen das nicht) dort auftreten, Reden halten und demonstrieren. Die Veranstaltung dauert meist sehr lang, der Rekord waren drei Tage während des Arisaja-Kriegs.

      Vorstandsvorsitzender ist zurzeit Septimius Lebetinus. Der geniale Chemiker und Fluoradept mit den „kalten blauen Augen“ bedient für die Kritiker perfekt das Klischee des profitgeilen Kapitalisten, durchgeknallten Wissenschaftlers und skrupellosen Halogenmagiers in Personalunion.

      Außerdem ist er auch rhetorisch sehr geschickt, sodass manche Arunier und Ruarier nur eine Ultiria-Aktie kaufen, damit sie sich die Protestreden und seine sarkastischen Antworten darauf bei der Hauptversammlung anhören dürfen.

      Von manchen Seiten wird sogar behauptet, dass manch eine junge Aktivistin vom Grünen Aufbruch nur deswegen so viel vor seinem Haus demonstriert, weil sie heimlich für ihn schwärmt, aber auf solche sexistischen Spekulationen wollen wir hier natürlich nicht näher eingehen. ;)
    • So endlich habe ich Zeit mal wieder zu antworten.

      Also meine Herren, dass ist mal ne üble Konzernsgeschichte. Die Regierung von Arunien mischt sich nicht ein, ne? Was bewirken die Proteste denn? Hat die Regierung etwas unternommen? Gab es schon Sabotagen?
      Wie geht Ultiria mit ihrem Image um? Sie scheinen es ja nicht aktiv verbessern zu wollen, oder machen sie Werbung für sich?

      Was stellt OSM her? Und wie ist deren Ruf? (Okay, da der Thread sich darum dreht, sollte ich vielleicht einfach warten bis du OSM offiziell vorstellst. ^^)

      Ich finde es sehr spannend wie du immer wieder Personen in deinen Texten erwähnst. Vielleicht sollte ich das auch mal machen, es macht die Welt menschlicher und du bringst darüber oft viele schöne Details in den Text.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Tö. ()

    • Tö. schrieb:

      So endlich habe ich Zeit mal wieder zu antworten.

      Also meine Herren, dass ist mal ne üble Konzernsgeschichte. Die Regierung von Arunien mischt sich nicht ein, ne? Was bewirken die Proteste denn? Hat die Regierung etwas unternommen? Gab es schon Sabotagen?
      Wie geht Ultiria mit ihrem Image um? Sie scheinen es ja nicht aktiv verbessern zu wollen, oder machen sie Werbung für sich?

      Was stellt OSM her? Und wie ist deren Ruf? (Okay, da der Thread sich darum dreht, sollte ich vielleicht einfach warten bis du OSM offiziell vorstellst. ^^)

      Ich finde es sehr spannend wie du immer wieder Personen in deinen Texten erwähnst. Vielleicht sollte ich das auch mal machen, es macht die Welt menschlicher und du bringst darüber oft viele schöne Details in den Text.
      In Arunien ist die Freiheit der Wirtschaft sehr wichtig, deswegen mischt sich die Regierung kaum ein. Besonders problematische Substanzen werden manchmal verboten und die Bürger haben die Möglichkeit vor Gericht zu gehen. Ein paar Altlastensanierungen wurden ihnen auch aufgenötigt...
      Die Proteste bewirken ehrlich gesagt nicht viel, über Sabotage habe ich noch nicht nicht nachgedacht.

      Ultiria startet schon Imagekampagenen und sie zahlen Löhne über dem Branchendurchschnitt. Außerdem ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dort ziemlich gut und sie geben sich Mühe einen Beitrag zur Integration von Zuwanderern zu leisten und denen Jobs zu geben. Irgendwie müssen sie ja trotz ihres Rufs an Mitarbeiter kommen...