Einundfünfzigstes Speedbasteln am 10. Juli 2018: Symbionten

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    • Die Krabbenschnecken von Jahagog IV.

      Auf dem vierten Planeten des Jahagog Systems, der vor allem für seine idyllischen Strände bekannt ist, wird manch einem Touristen schon aufgefallen sein, dass die Abschnitte, die zum Baden gedacht sind, durch Maschendrahtzäune vom Rest des Meeres getrennt sind. Die Gründe hierfür können an Stränden gesehen werden, die naturbelassener geblieben sind: An ihnen tummeln sich häufig schneckenartige Kreaturen, die ausgewachsen fast so groß werden können wie eine durchschnittliche Mülltonne. Die Panzer dieser Wesen können ganz unterschiedlich aussehen. Von manchen sind sie länglich und spitzzulaufend, von anderen wiederum sehen sie nicht viel anders aus als die irdischer Weinbergschnecken. Dies liegt nicht etwa daran, dass es sich hier um unterschiedliche Arten handelt. Viel mehr ist es so, dass die Krabbenschnecken, wie diese Kreaturen genannt werden, die Panzer aus einem Sekret, das sie ausscheiden, mit ihren Tentakeln formen. Wie genau sie sich für die Form entscheiden, konnte bisher nicht geklärt werden. Manche Wissenschaftler vermuten, sie würden sich hierbei an den »Designs« orientieren, die andere Schnecken in ihrem Umfeld benutzen – andere behaupten das Gegenteil und sagen, die Schnecken würden gerade anders aussehen wollen, um sich abzugrenzen und für mögliche Partner aus der Masse hervorzustechen.

      Beim Formen der Panzer müssen die Schnecken zwingend aus dem Meer kommen, sodass sie in der Sonne trocknen können. In dieser Zeit wären Schnecken ziemlich schutzlos, wenn sie nicht eine Verbindung zu einer besonderen Krabbenart hätten. Diese Krabben mit rasiermesserscharfen und überaus kräftigen Scheren wachen über die Schnecken, bis diese ausgehärtet sind, um sich danach gemeinsam mit der Schnecke in ihren Panzer zurückzuziehen. Auf diese Weise erhält die Krabbe also ein sicheres Heim, die Schnecke im Gegenzug auf eine gewisse Art »Angriffskraft«, sollte es doch einmal jemand wagen, sie trotz ihres Panzers anzugreifen. Zudem zerstückeln die Krabben ihre Beute und teilen sie mit den Schnecken.
      Außer Betrieb.
    • Ungebetene Gäste

      Auf den ersten Blick erscheint Halete B 4 wie ein Paradies. Unberührte Natur, soweit das Auge reicht. Dichte Wälder, Ebenen voller exotischer Wildtiere und kristallklare Ozeane voller Fische und das in einer nahezu perfekten Atmosphäre, die keinerlei Modifikation erfordern würde. Warum ist dieser Planet dann nicht schon seit langem dicht besiedelt?

      Wir haben es versucht und es endete in einem Desaster. Die erste Pioniergruppe, die einen Landeplatz bauen sollte für die folgenden Siedler, stieß zunächst auf keine Probleme. Sie hatten sich ein Gebiet in Äquatornähe ausgesucht und angefangen, den Wald zu roden, um eine Landezone zu errichten für die größeren Schiffe. Der erste Zwischenfall ereignete sich bereits nach zehn Tagen. Es kam zu mehreren Infektionen mit einem unbekannten Erreger und mehrere Arbeiter wurden krank. Ihr Zustand verschlechterte sich auf unerklärliche Weise und schließlich fielen sie sogar ins Koma. Keine Therapie half.

      Ein Team aus Spezialisten wurde ausgesandt, um den Grund für die Krankheitsfälle herauszufinden. Das Gebiet, in dem die Arbeiter infiziert worden waren, war eher unscheinbar. Die lokale Flora bestand dort aus viel Gebüsch mit vereinzelten Pilzbäumen, Vegetation, die leicht zu roden war. Die Spezialisten sammelten Proben, um herauszufinden, was davon so eine Wirkung haben konnte.

      Leider blieb es nicht bei den ursprünglichen Krankheitsfällen. Andere Personen wurden ebenfalls krank, selbst solche, die weit weg von der Rodung gearbeitet hatten. Untersuchungen ergaben, dass die kranken Arbeiter von Pilzsporen befallen waren, die sich schnell in der Lunge ausbreiteten und kurz darauf das Nervensystem befielen. Da sich auch nach drei Wochen keine Besserung abzeichnete, wurde der Evakuierungsbefehl gegeben.

      Schließlich geschah jedoch etwas Unerwartetes: Die ersten Opfer der Pilzsporen erwachten aus dem Koma. Nach der anfänglichen Erleichterung jedoch stellte sich schnell heraus, dass sie nicht mehr sie selbst waren. Der Pilz, der sie befallen hatte, war nicht einfach nur irgendein Organismus, sondern intelligent. Die Arbeiter - und wie sich herausstellen sollte, auch die meisten anderen Pioniere – waren jetzt Teil dieses Organismus. Und der war gar nicht begeistert davon, besiedelt zu werden. Die wenigen gesunden Pioniere, die noch übrig waren, wurden hinausgeworfen mit der deutlichen Botschaft, dass kein Mensch mehr einen Fuß auf Halete B 4 setzen sollte.

      Der Planet wurde unter Quarantäne gestellt und für lange Zeit hörte niemand mehr etwas von den Pionieren. Vor ein paar Jahren hörten die Warnbojen, die im System ausgesetzt worden waren, dann Funksprüche von der Oberfläche. Es scheint so, als wollte diese neue Spezies, die wir durch unser vorschnelles Handeln erschaffen haben, nun doch mit uns kommunizieren.
      Braiiiins.

      "Aber die Leiche ist noch sehr informativ!" ~ Nharun ~
    • Skia sind Raubtiere, die über die Fähigkeit der Gestaltswandlung verfügen. Im Gegensatz zu den meisten Wandlern haben Skia jedoch nicht eine feste Zweitgestalt, sondern sind flexibler in ihren Veränderungen und können eine Vielzahl von Körperteilen ausbilden. Dies ist eine der Eigenschaften, die sie näher in die verworrene Verwandtschaft der vielen Bestiae-Arten stellt oder aber zu einer Form der seltenen Multi-Wandler macht.
      Skia treffen ihre Artgenossen häufig nur zur Paarung, sind jedoch keine richtigen Einzelgänger. Außerhalb der Paarungszeit schließen sie sich artfremden Tieren an: Rhaki, Sulken, Hundeartigen, Katzen oder sogar, laut mancher Erzählungen, intelligenten Spezies. Solange die adoptierte Art auf dem Boden ihre Kinder aufzieht und bestenfalls Fleisch frisst, kommen sie als Gastgeber n Frage:
      Sobald die ausgesuchte Gruppe Nachwuchs bekommt, kopiert das Skia die Gestalt des Jungen und schlüpft zu ihm ins Nest oder schließt sich der Herde an (hängt von der Lebensweise der Gastgeber ab). So wird es mit durchgefüttert.
      Im ersten Moment sollte man meinen, dies sei das Verhalten eines Parasiten, doch im Gegensatz zum Wechselhuhn leistet das Skia eine Gegenleistung: Es verteidigt die Brut.
      Erneut sind hierbei seine Gestaltswandelfähigkeiten nützlich: zwar dauert eine Größenveränderung im Kampf oft zu lange (gestaltswandelnde Leser dieses Berichts werden das Problem kennen), doch das kleine Tier kann schnell verschiedenste Waffen ausbilden, perfekt abgestimmt auf den Gegner. Damit verteidigt es seine erwählte Familie so brutal, dass selbst beobachtende Lioreten schon schwerere Verletzungen erlitten.

      (aus „Kurzer zoologischer Bericht aus Cravo“ von Lioretin Aulimne Dia)
      "Asexuality
      I know what you think
      but it’s not celibacy
      You call me a liar
      For I have no desire
      But this is the way I was meant to be"
      ( youtube.com/watch?v=QBg3ufZJR4c)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cyaral ()

    • @Elatan Ich MAG Schnecken. Und diese Schnecken mag ich besonders. Nur frag ich mich, wie groß eine "durchschnittliche Mülltonne" ist. Meinst du damit die Tonne eines Privathaushaltes? Oder eine von den großen Dingern, die in Mietshäusern stehen?
      Ich mag auch die Vorstellung, dass die großen, sanften Schnecken von Horden von kleinen Aggro-Krabben verteidigt werden. Hat da jede Schnecke ihren eigenen Schwarm? Bleiben die bei der Schnecke, wenn sie ins Wasser geht? Malst du die mal?
      Braiiiins.

      "Aber die Leiche ist noch sehr informativ!" ~ Nharun ~
    • @Teja: Uh, das ist interessant und irgendwie unheimlich! Ich frage mich, ob der Pilz schon vorher irgendwelche anderen Wesen übernommen hat, aber erst mit Menschen sein volles Potential quasi entfalten konnte.
      @Cyaral: Schmeißt das Skia denn dafür ein Jungtier aus dem Nest, um dessen Platz einzunehmen?


      Teja schrieb:

      @Elatan Ich MAG Schnecken. Und diese Schnecken mag ich besonders. Nur frag ich mich, wie groß eine "durchschnittliche Mülltonne" ist. Meinst du damit die Tonne eines Privathaushaltes? Oder eine von den großen Dingern, die in Mietshäusern stehen?
      Ich mag auch die Vorstellung, dass die großen, sanften Schnecken von Horden von kleinen Aggro-Krabben verteidigt werden. Hat da jede Schnecke ihren eigenen Schwarm? Bleiben die bei der Schnecke, wenn sie ins Wasser geht? Malst du die mal?
      Ja, ich meine die von Privathaushalten. Die Krabben bleiben immer bei der Schnecke, also auch im Wasser. Teilweise nahm man anfangs auch an, dass die Scheren der Krabbe lediglich Beißwerkzeuge der Schnecken sind, bis man dann mal sah, dass sie halt auch manchmal die Schnecke ein kleines Stück weiter verlassen und sie beim Hausbau verteidigen. Vielleicht male ich sie morgen. Besser als Teddybären ... ;D
      Außer Betrieb.
    • @Elatan: Coole Tiere! Ich mag vor allem den Aspekt des geteilten Gehäuses!

      @Teja: Ich liebe es, wenn übereifrigen Kolonisten in den Hintern getreten wird :lol:

      @Mein Beitrag:

      @Elatan: Nein, sie werfen kein Junges aus dem Nest, sondern setzen sich nur dazu. Weil sie die echte Brut verteidigen, haben die Eltern keinen großen Selektionsdruck darauf gehabt, die Skia rauszuwerfen. Echte Kuckucke bedeuten nur Nachteile für ihre Wirte, aber bei den Skia wird der zusätzliche Ressourcenverbrauch durch die Verteidigung ausgeglichen.
      "Asexuality
      I know what you think
      but it’s not celibacy
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      For I have no desire
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      ( youtube.com/watch?v=QBg3ufZJR4c)
    • Ich denke mal, dass sie eine Art kleines Erkennungszeichen haben. Vielleicht einen speziellen Geruch oder eine spezielle Zeichnung an unauffälliger Stelle wie im Rachen oder unter den Füßen.
      "Asexuality
      I know what you think
      but it’s not celibacy
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      For I have no desire
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      ( youtube.com/watch?v=QBg3ufZJR4c)