( Mitternachtsleben: Blutsfrankreich) Die Moral der französischen Untoten

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    Vom 28.9.-1.10. findet das Weltenbastlertreffen im Feriendorf am Burgensteig in Nentershausen statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

    Neulinge sind wie immer höchst erwünscht und wir freuen uns euch kennenzulernen!

    • ( Mitternachtsleben: Blutsfrankreich) Die Moral der französischen Untoten

      Amélie stieg aus dem Bus und sah die Sonne über Versailles glitzern. Sie lächelte, denn es war ihr erster Besuch im Schloss. Sie folgte den anderen Studenten ihrer Universität. Die Fremdenführerin Madam Pommé sah aus wie eine Vogelscheuche und trug ein schlichtes schwarzes Kleid. Sie rief alle ihre „Schützlinge“ herbei. Madam Divani stellte sich an eine Säule und beobachtete ihre Klasse. Amélie ging zu ihrer Lehrerin. „Madam! Darf ich mich zu ihnen gesellen!“, fragte die junge Studentin. Die rothaarige Frau blickte von ihrem Smartphone auf und musterte das Mädchen eindringlich. Ihre blauen Augen sahen den Hals des Mädchens an. Sarah Alice Delacoren Divani schluckte und nickte Amélie zu.
      Die jüngere Frau lies sich auf die Mauer neben der älteren nieder und sagte: „Ist ihnen nicht gut , Madam? Sie sehen blass aus.“ Sarah Alice lächelte und tat die Besorgnis ihrer Schülerin ab. Sie sagte: „Ich habe nur eine Erkältung. Kein Grund zur Sorge, Amélie. Möchtest du etwas über das Schloss wissen. Ich weiß Dinge die Madam Pommé euch nicht erklären kann.“.
      „Was für Dinge?“, fragte Amélie neugierig.
      „Dinge über das Labyrinth des Sonnenbastards, das Labyrinth unter Versailles!“, sagte die Lehrerin.


      „Erzählen sie mir etwas über das Labyrinth von Louis Lauro. Ich habe gelesen es wäre ursprünglich zur Stürmung von Versailles gedacht gewesen und Louis Lauro wollte mit der Hilfe Englands das Schloss seines Vaters erobern.“ , bat Amélie.
      „Du hast das Werk „der Sonnenstrahl Frankreichs“ von meinem Schwager, gelesen!“, erkundigte sich Sarah Alice.
      „Ihr Schwager? Dass ist ein Witz oder, Madam?“, fragte Amélie verblüfft, „ Sie können nicht des Königs Bruder kennen. Prinz Barde lebte im 17 Jahrhundert, Madam!“
      „Natürlich war das ein Witz, Amélie!“, gab die Lehrerin von sich und lächelte seltsam.


      „Was wissen sie über Louis Lauro Josephe de Flore, Marquis von Flore de Sang? Liegt sein ehemaliges Herrschaftsgebiet nicht in der nähe von Bijour de Sang, westlich von Paris. Ich würde die Grafschaft des Prinzen Juliano de Bourbone gerne mal besuchen.“, seufzte das junge Mädchen.


      „Bijour de Sang ist für Jeden Tabu. Es ist dort zu baufällig. Seit Jahren hat niemand mehr Gemme de Sang, das Schloss des Prinzen, betreten. Louis Lauro war ein lange im verborgen gebliebener unehelicher Sohn von Ludwig dem XIV. Der Sonnenkönig soll selbst nichts von diesem Kind gewusst haben. Louis Lauro tauchte erst 1765, im Jahre des Todes von Prinz Ferdinand de Bourbone, Barde und Julianos Vater, auf. Er verbündete sich mit Fred James Stuart, dem Bruder des damaligen Königs von England Wilhelm der III. Mit dessen Hilfe versuchte er, in der Androhung eines Krieges, Versailles für sich zu gewinnen. Nach dem der König aber ihm dies verweigerte, begann er mit den Vorbereitungen eines Krieges, der zur Zeit von König Ludwig dem XVI. Ausbrach und vor der Revolution stattfand. Damals soll Louis zur Eroberung des Schlosses seines Vaters ein Labyrinth unter dem Schloss errichtet haben. Doch Prinz Julianos Tochter fand das Labyrinth und wurde gefangen und gefoltert. Zur Kriegserklärung gegen Versailles ließ Louis Lauro sie frei und sie zeigte ihrem Vater den Eingang. Juliano stieg mit ein paar Truppen in das Labyrinth während Barde es von außen sprengen lies. So stürzten Teile des Labyrinths ein und der Sohn des Sonnenkönigs soll dort unten sein Ende gefunden haben. Das Labyrinths stürzte vollends ein und ist heute nicht mehr begehbar. Es wieder zu errichten würde Versailles Grundfesten beschädigen. Deshalb werden wir es nie sehen können.“, erzählte Sarah Alice. Amélie machte große Augen.
      „Schade, dass wir das Labyrinth nicht mehr sehen können.“, seufzte sie. Sie schaute zum Garten des Schlosses und bewunderte ihn. Schließlich stand sie auf und stellte sich zu einem Blumenbeet und roch an den Blumen.


      Sarah Alice Handy fing an zu vibrieren. Sie hob ab und sagte: „ Was ist los, Geliebter? Ich halte mich an deinem Geburtsort auf. Du wolltest doch kommen? Ich verstehe nicht warum du hier den Abgeordneten Japans einquartieren willst. In Gemme de Sang wären wir unter uns....Ich bin mit meiner Klasse hier, Juliano.“. Sarah sah zur Amélie herüber und senkte ihre Stimme: „Es sind zu viele Touristen hier. Auch wenn der Eingang sicher ist. Aber du musst durch den Garten. Die einzigen die Momentan hier sind, bin ich und eine Schülerin von mir. Warte bitte!“ Alice Sarah bekam nur als Antwort: „Das ist doch kein Problem, meine Königin. Das Kind wird unserem Gast als Vorspeise dienen.“ , sagte ihr Gatte und sie konnte Julianos Grinsen vor ihrem inneren Auge sehen. „Hatten wir uns nicht geeinigt, dass meine Schüler nicht ermordet werden.“ , fauchte die Französin. „Ich habe nichts von töten gesagt. Ich habe lediglich in Betracht gezogen, dass Vampirzähne das Mädchen „eventuell“ berühren. Vielleicht schenke ich sie ja unserem Gast als Lustsklavin. Sieht sie gut aus?“, hakte der König nach. „Unterstehe dich! Ich werde nicht zulassen, dass du dich an ihr vergreifst. Minister Long wird Amélie nicht sehen.“, keifte Sarah Alice.
      „Du gibst dich zu oft mit den Menschen ab, Liebste! Komm endlich zurück und hänge diese Lehrerin an den Nagel. Es gebührt sich nicht für eine Königin zu arbeiten. Warum lässt du dich mit den Mördern meiner Familie ein. Mit den Mördern deiner Freundin, Marie Antionette.“ , sagte Juliano.
      „Diese MENSCHEN können nichts für die Taten ihrer Vorfahren. Du kannst nicht eine ganze Spezies für Vergangenes hassen. Kein Mensch in Paris zur Heutigen Zeit, hat August auf die Guillotine geführt. Es ist vorbei! Höre endlich auf nach Rache zu trachten. Deine Brüder hätten nicht gewollt, dass nach 200 Jahren, ihre Tode dich immer noch mitnehmen.“, sagte Sarah Alice entschieden und fügte dann hinzu: „Und Marie hat mich nie akzeptiert. Wir haben uns „arrangiert“. Wir hatten keine Freundschaft! Für sie war ich immer nur die Prostituierten, die ihr verrückter Schwager angeschleppt hat. Du hast den Tod deines Vaters schamlos ausgenutzt, um bei deinem Großvater um meine Hand anzuhalten. Wir wurden nur getraut, weil niemand meine Vergangenheit kannte.“
      „Alice, Bitte! Wenn das stimmt. Dann tut es mir Leid, dich dieser Schmach ausgesetzt zu haben. Du wusstest aber, dass du einen Prinzen heiratest.“, gab Juliano zurück.
      „Ich bin Lehrerin, um dem Palast zu entkommen. Ich will deine Königin sein, Juliano, weil ich dich liebe. Aber ab und zu muss ich diesem Käfig entkommen. Diese ständige Bewachung halte ich nicht aus. Du kannst Aure einsperren, aber die Königin von Blutsfrankreich nicht. Ich finde du solltest nicht mit deiner Nichte so umgehen. Du lässt dich von der Angst, sie zu verlieren leiten. Du kannst den Tod unserer Töchter nicht rückgängig machen, in dem du Aure rettest.“, erklärte Sarah Alice, „und du bist deinem Bruder gar nichts Schuldig, Juliano.“
      „August ist durch meine Abwesenheit erst verhaftet worden. Wäre ich da gewesen, hätten sie keine zwei Vampire überwältigen können.“ , sagte der König. „Höre auf dich Schuldig zu fühlen!“, ermahnte sie ihn. Plötzlich rief Amélie etwas und rannte durch den Garten. Sie sprintete der Auffahrt entgegen und Sarah Alice sah eine Limousine in diese einbiegen. Begleitet wurde das Fahrzeug von mehreren SUVs. „Amelié! NEIN!“, schrie die Vampirin und legte auf und rannte dem Mädchen hinter her. Wenn Amélie einmal am Wagen war, wäre dies ihr Todesurteil. Wenn sie Juliano sah, würde sie nie nach hause zu ihren Eltern zurückkehren können, weil dies das Geheimnis der Vampire gefährden würde.



      Seine Limousine bog in Richtung Versailles ein. Er bewunderte das Bauwerk immer wieder. Er hatte hier mehr das Gefühl nachhause zu kommen, als in Gemme de Sang. Hier hatte er seine Brüder gehabt. Hier war er mit seinem Vater Jagen gewesen. Hier hatte er vom Tod seines Vaters erfahren. Unterhalb dieser Mauern war er gekrönt worden. Der König der Vampire Frankreichs seufzte und wandte sich wieder seinem Gegenüber zu. „Ihr müsst dieses Schloss sehr lieben.“, stellte der Japaner Long fest. Juliano lächelte und sagte: „Ja, das tue ich. Aber ich liebe nicht die Mauern, sondern die Erinnerungen, die Versailles beherbergt.“, erklärte der Bourbone.
      „Es tut mir Leid, was damals passierte. Der Tod euer Brüder hat euch sehr zugesetzt, Sir. Meine Kaiserin, spricht in Hohen Tönen von eurem Vorgänger Ludwig-August dem XVI.. Es tut mir Leid was die Menschen taten.“, sagte Chan Long.
      „Es ist Vergangenheit, Minister!“, tat Juliano ab und sah durch das Fenster. Immer noch hielt er sein Handy in der Hand. Er war per Telefonat von dem Überfall auf Aure informiert worden. 'Draculao sei Dank, war Cédríc dort.' Er wollte sich nicht vorstellen, was man Aure angetan hätte, wenn sein Neffe nicht eingegriffen hätte. Barde hatte auf seinen Befehl hin veranlasst, dass die vier Auspeitscher auf das Schafott kommen sollten. Diese Vampire hatten es gewagt, Augusts Tochter zu malträtieren, jetzt sollten sie, wie er, sterben. Er ballte die Hände zu Fäusten und konnte ein wütendes Knurren nicht verhindern.
      „Was habt ihr, euer Majestät?“, fragte Chan, der die Wut des Königs gespürt hatte.
      „Ich denke nur nach, Minister!“, antwortete Juliano und betrachtete die Bäume.


      Er entschied seine Frau anzurufen. Der Franzose blickte auf sein Handy und suchte im Kontaktmenü den Namen seiner Frau: Königin Sarah Alice Delacoren-Divani de Bourbone. Er rief sie an.
      „Hallo meine kleine liebliche Rose! Wo bist du?“, begrüßte er seine Frau.
      „Was ist los, Geliebter? Ich halte mich an deinem Geburtsort auf. Du wolltest doch kommen? Ich verstehe nicht warum du hier den Abgeordneten Japans einquartieren willst. In Gemme de Sang wären wir unter uns....“, sagte Sarah Alice. „Was soll das heißen!Hast du Menschen bei dir?“, brüllte er sie unterbrechend an. „Ich bin mit meiner Klasse hier, Juliano.“, antwortete seine Geliebte.
      „Ich werde kommen und bin schon fast da. Du wirst dich benehmen!“, sagte der König.


      „Es sind zu viele Touristen hier. Auch wenn der Eingang sicher ist. Aber du musst durch den Garten. Die einzigen die Momentan hier sind, bin ich und eine Schülerin von mir. Warte bitte!“ , rief Alice Sarah besorgt.
      „Das ist doch kein Problem, meine Königin. Das Kind wird unserem Gast als Vorspeise dienen.“ , sagte ihr Gatte und grinste begeistert.
      „Hatten wir uns nicht geeinigt, dass meine Schüler nicht ermordet werden.“ , fauchte die Königin ihn an
      „Ich habe nichts von töten gesagt. Ich habe lediglich in Betracht gezogen, dass Vampirzähne das Mädchen „eventuell“ berühren. Vielleicht schenke ich sie ja unserem Gast als Lustsklavin. Sieht sie gut aus?“, hakte Juliano belustigt nach. Er fand es immer wieder lächerlich, wie sehr sein Frau an den Menschen hing. Aber das war der Preis, wenn man sich eine Untertanin zur Frau machte. Er hatte Madam Alice, die Kurtisane, danach die Marquise Sarah Alice Delacoren und dann Sarah Alice Divani, die Frau eines reichen Ministers am Hofe und schließlich seine Verlobte und Ehefrau Sarah Alice Delacoren-Divani de Bourbone geliebt.
      „Unterstehe dich! Ich werde nicht zulassen, dass du dich an ihr vergreifst. Minister Long wird Amélie nicht sehen.“, keifte Sarah Alice. Juliano seufzte. Er musste sie beruhigen.
      „Du gibst dich zu oft mit den Menschen ab, Liebste! Komm endlich zurück und hänge diese Lehrerin an den Nagel. Es gebührt sich nicht für eine Königin zu arbeiten. Warum lässt du dich mit den Mördern meiner Familie ein. Mit den Mördern deiner Freundin, Marie Antionette.“ , sagte er und hoffte das seine Frau dieses mal auf ihn hören würde. Doch das tat sie leider nie. Doch dies war auch dass, was er an ihr liebte.
      „Diese MENSCHEN können nichts für die Taten ihrer Vorfahren. Du kannst nicht eine ganze Spezies für Vergangenes hassen. Kein Mensch in Paris zur Heutigen Zeit, hat August auf die Goutine geführt. Es ist vorbei! Höre endlich auf nach Rache zu trachten. Deine Brüder hätten nicht gewollt, dass nach 200 Jahren, ihre Tode dich immer noch mitnehmen.“, sagte Sarah Alice entschieden und fügte dann hinzu: „Und Marie hat mich nie akzeptiert. Wir haben uns „arrangiert“. Wir hatten keine Freundschaft! Für sie war ich immer nur die Prostituierten, die ihr verrückter Schwager angeschleppt hat. Du hast den Tod deines Vaters schamlos ausgenutzt, um bei deinem Großvater um meine Hand anzuhalten. Wir wurden nur getraut, weil niemand meine Vergangenheit kannte.“ Juliano starrte entsetzt aus dem Fenster. 'Dachte sie das WIRKLICH! Es war nur Zufall das sein Vater im selben Jahr gestorben wahr. Er hatte sie einfach nach der Schrecklichen Kriegserklärung endlich im Palast haben wollen. Immerhin hatten sie da bereits eine Tochter zusammen. An Aree zu denken war schmerzhaft. Er wischte sich die Tränen weg und sagte: „Alice, Bitte! Wenn das stimmt. Dann tut es mir Leid, dich dieser Schmach ausgesetzt zu haben. Du wusstest aber, dass du einen Prinzen heiratest.“
      „Ich bin Lehrerin, um dem Palast zu entkommen. Ich will deine Königin sein, Juliano, weil ich dich liebe. Aber ab und zu muss ich diesem Käfig entkommen. Diese ständige Bewachung halte ich nicht aus. Du kannst Aure einsperren, aber die Königin von Blutsfrankreich nicht. Ich finde du solltest nicht mit deiner Nichte so umgehen. Du lässt dich von der Angst, sie zu verlieren leiten. Du kannst den Tod unserer Töchter nicht rückgängig machen, in dem du Aure rettest.“, erklärte Sarah Alice, „und du bist deinem Bruder gar nichts Schuldig, Juliano.“
      „August ist durch meine Abwesenheit erst verhaftet worden. Wäre ich da gewesen, hätten sie keine zwei Vampire überwältigen können.“ , sagte der Vampir.
      „Höre auf dich Schuldig zu fühlen!“, ermahnte seine Frau ihn.


      War es wirklich nicht seine Schuld gewesen, dass sein Bruder verhaftet und getötet worden war? Diese Frage quälte ihn seit dem Stanislas gestorben war. Er hatte Napoleon getötet, im Glauben dies würde ihn von dieser Schuld befreien, doch dies hatte der Mord keines Wegs.


      Plötzlich hörte er seine Leibgarde, die aufgereckt etwas rief. Er sah auf, blickte aus dem Fenster seiner Limousine und sah ein Mädchen an seinem Fenster stehen. Es waren nur Sekunden in denen das Kind ihn ansah, doch er spürte deutlich, dass die Augen ihn anflehten. Eigentlich hatte das Mädchen nichts gesehen. Gut seine Kleidung war nicht gerade das, was man heute trug. Aber das würde ihn allerhöchstens als Spinner abstempeln. Im nächsten Moment waren seine Leibgardisten zur Stelle und packten das Mädchen. Sie schrie und General Felixé hielt ihr den Mund zu. Das Kind wurde gefesselt und Juliano drehte sich um, da er dies nicht sehen wollte und riss die Augen auf. Chan hing über einer Flasche Blut und seine weißen Augen kehrten gerade zu ihrem braun zurück. „Was habt ihr getan!“, entfuhr es dem König. „Was kann ich dazu, wenn die Kleine genau in dem Moment aufkreuzt, wenn ich trinke.“, knurrte Chan Long zurück. „Euch ist doch wohl klar, dass ihr jetzt eine für immer vermisstes Kind auf dem Gewissen habt. Ohne euren kleinen ´“Imbiss“ , hätte ich sie laufen lassen können!“, schrie Juliano seinen Gast an und ergriff die Türklinke. Er steig aus der Limousine aus und sah seine Frau auf ihn zu hechten.


      Sarah Alice fiel im in die Arme und er drückte seine aufgelöste Gattin an sich. „Lass sie nicht töten!“ , flüsterte die Königin und schluchzte. Juliano strich ihr durchs Haar und beugte sich vor. „Sie hat leider Etwas gesehen, was Gefährlich für uns ist. Ich kann sie nicht gehen lassen. Es ist nicht meine Schuld! Minister Long hat...“, fing Julaino an. Doch seine Frau unterbrach ihn: „Bring Amélie nicht um! Sie ist gerade Mal 17 Jahre alt. Bitte, Juliano! Es muss eine andere Möglichkeit geben.“.
      „Jetzt weiß sie auch, wer du bist, mein Engel. Es gibt keine Möglichkeit sie gehen zu lassen. Aber....“, sprach der König. „Aber sie ist gerade Mal so alt wie Augusta, als sie....“, schrie die Königin und sank in die Arme ihres Gatten und weinte. „Du magst sie? Wegen unserer Tochter stimmt´s?“ fragte Juliano und strich der Vampirin durch ihr Haar. „Ich werde nicht zu lassen das irgendjemand sie vergewaltigt. Das verspreche ich, meine Liebste. Und ermordet wird... wie hast du sie genannt? ..Amélie.. auch nicht.“, sagte der König und sah zu dem inzwischen gefesselten und geknebelten Mädchen. Ihre Augen waren feucht von Tränen und sie zitterte. Die Kleine hatte Angst.


      „Was willst du dann mit ihr machen, Juliano?“, fragte Sarah Alice verblüfft. „Das verrate ich noch nicht, weil ich dies erst mit Chan absprechen muss und auch mit meinen beiden Neffen, ob sie einverstanden sind.“, sagte Juliano und gab den Musketieren ein Zeichen, dass sie die Kleine mitnehmen sollten. Die Französischen Vampire zerrten Amélie zu einem der SUVs, zurrten ihre Fesseln und das Geschirrtuch, mit dem sie geknebelt war, fest und warfen ihre Gefangene auf den Rücksitz. Die Tür schloss sich hinter Amélie. „ Du tust ihr nichts, habe ich dein Wort!“, knurrte Sarah Alice ihren Gatten an. „Ihr wird nicht weh getan. Aber sie bleibt in der Obhut von Vampiren. Und zwar ihr Leben lang!“, knurrte Juliano. Da seine Frau wusste, dass es keine andere Möglichkeit gab, nickte sie und flüsterte: „Ich kümmere mich dann mal um meine Klasse und werde mir überlegen was ich den Eltern sage.“. Sarah Alice ging mit hängenden Schultern zurück zum Schloss. Dann drehte sie sich noch einmal um und sah Juliano an. „ Sie wollte, dass ich ihr vom Labyrinth erzähle. Ich glaube sie möchte es sehen. Wenn du sie schon Fesseln lässt, kannst du ihr wenigstens diesen Wunsch erfüllen. Sollte es Notwendig sein, nehme ich sie als Zofe an.“, sagte die Königin entschieden und drehte sich dann um. Sie ging zurück zur Versailles und ihr Ehemann stand fassungslos da. Er rätselte, warum seine Frau dieses Mädchen so ins Herz geschlossen hatte. „Wie du möchtest, meine Liebste!“, kam leise über seine Lippen.



      „Mein König! Wir sollten zum Eingang des Labyrinths. Bevor euch noch jemand sieht.“, sagte General Felixé und Juliano wandte sich ab und ging zur Limousine zurück. Er stieg in den Wagen und dieser fuhr weiter. Chan Long musterte den König und fragte: „Was habt ihr mit dem Menschenmädchen vor?“
      „Das werdet ihr noch erfahren. Könnt ihr Französisch?“, gab Juliano betrübt zur Antwort.
      „Leider muss ich dies Verneinen, euer Majestät. Nur Italienisch, mit dem wir die ganze Zeit kommunizieren.“, antworte Chan Long auf die Frage.
      Juliano nickte nur und er zog sein Händy hervor und wählte eine Nummer.Als er das Handy ans Ohr hielt ertönte das Freizeichen.
      „Hallo, Onkel! Was ist los?“, fragte die helle Stimme seines Neffen Leonardo.
      „Du musst etwas für mich tun. Oder eher gesagt, dich bereit erklären es zu tun.“, sagte Juliano mit zitternder Stimme in Italienisch.
      „Was möchtest du, Onkel?“, hakte Leonardo nach.
      „Es geht um ein Mädchen, dass in der Vampirgeselschaft bleiben muss. Long und ich werden die Pläne und den Geschäftsablauf des Geburtshauses besprechen...“, Juliano stockte. Konnte er ihn darum betten! Konnte er das einem jungen Mädchen antun? „Augusta!“, kam leise über seine Lippen und er spürte eine Träne seine linke Wange heruntertropfen.
      „Onkel?“, fragte Leonardo. Doch Juliano hörte ihn kaum. Er konnte seinen Geist nicht verschließen. Er konnte die Erinnerung nicht vertreiben. Es war die schlimmste Nacht seines Lebens gewesen.


      „Augusta! Julia! Sarah Alice!“, rief er, während er durch die Gänge seines Schlosses hechtete. Der Westteil von Gemme de Sang stand in Flammen. Sie versuchten ihn, ein Monster, wie sie es nannten, zu vertreiben. Er hatte seinen Sohn bereits fort geschickt. Der große Haft war blutgetrenkt. Seine Vampire kämpften gegen SIE. Doch es kümmerte ihn nicht. Er wollte nur seine Familie. Er jagte durch den Saal und kam in den nächsten. Er stürzte aus dem Portal und ein Mensch trat ihm entgegen. Rasend schnell hatte der junge Vampir das Fleisch vor sich gepackt und dem jungen Knaben, der sich der Revolution angeschlossen hatte, den Kopf abgerissen. Juliano hechtete weiter und blieb stehen. Er roch Blut und folgte dem Geruch zum Gartenhaus. Seine Gehör nahm bereits das Schluchzten war. Dann mischte sich ein spitzer Schrei in die Stille der Nacht. „Augusta!“, schrie der Prinz und brach die Tür ein.




      Was der Prinz dort zu Gesicht bekam, war ein wahrer Albtraum. Ein blondhaariges Mädchen lag in einer Ecke. Sie war mit Seilen an Händen und Füßen Gefesselt und ein Tuch hatte man der Prinzessin in den Mund gestopft. Es war Julia. Eine riesige Narbe zierte ihr Gesicht. Sie war vollkommen Nackt und saß in einer Blutlache. Er wusste was mit ihr passiert war, als er sich dem anderen Schrecken zu wandte. Mehrere Körper lagen auf einem Haufen. Es waren insgesamt drei Männer. Unter ihnen lugte eine schwarze lange Haarpracht heraus. Er hörte die erstickten Schreie und war nicht in der Lage sich zu bewegen. Niemand im Raum bemerkte ihn. Er sah einfach nur zu. „Du musst etwas tun! Das da sind deine Töchter!“, schrie eine Stimme in ihm.
      Doch er konnte keinen Muskel rühren. Julia schrie in den Knebel und als seine Augen sie trafen, sah sie ihn direkt an. Seine Hände umklammerten den Griff seines Schwertes. Seine Augen färbten sich rot. Er starrte nun den Knäuel vor ihm an. Dann ertönte der Schrei, so klar, dass es ihn auf die Knie brachte. Tränen tropften auf den Boden und er könnte nicht aufstehen. Er wollte diese Kreaturen, von seinem Engel reißen und jedem nach einander den Kopf abschlagen, nach dem er ihr Blut gemeuchelt hatte. Sie hatten das Blut seiner Familie vergossen. Er wurde ihr Blut vergießen. Den Boden damit tränken.




      „Paaaapaaaa!“, der lang gezogene Schrei Augustas brach seine Lähmung auf. Er stürzte nach vorne und zog sein Schwert. Die Männer sprengt aus einander und drei blaue Augenpaare starrten ihn entsetzt an. Der vierte Mann lag immer noch auf Augusta drehte ihren Kopf zu ihm. Ihre Augen weinten und er sah plötzlich Blut ihren Hals hinablaufen. „Ich hab dich lieb!“, ertönte flüsternd aus ihrem Mund und Blut spritzte dabei in die Luft. Er begriff! Sein Körper trug ihn einfach. Ohne Herr seiner Sinne zu sein, schlachtete er die blauäugigen Männer ab und hatte dadurch, dass Schicksal Julias besiegelt. Der vierte der Männer hatte sich so schnell von Augusta erhoben und war innerhalb eines Wimpernschlages bei Julia und schloss seine blutigen Hände um ihre Kehle, dass Juliano nicht reagieren konnte. Er tötete den Letzten Mensch und sprang den Mörder Augustas an. Er versuchte seine Hände von Julias Kehle zu reißen. Doch der Mann entpuppte sich als Vampir und trat dem Prinzen in den Bauch. Dann umklammerte er Julianos Hüfte mit seinen Beinen. Der Vater versuchte verzweifelt seine Tochter zu retten.Doch schließlich ließ der Vampir von Selbst los. Julias Kopf sank reglos auf ihre Schulter. Mit einem Schrei packte der Prinz den Kopf des Mörders und Riss ihn von den Schultern. Er schmetterte ihn gegen die Wand und sah seine Tochter an. Julias Augen waren geschlossen und sie regte sich nicht mehr. Sie musste vor dem Ende das Bewusstsein verloren haben. Er hörte keinen Herzschlag und war sicher, dass Julia tot war. Er fing gerade an zu weinen und fühlte sich wie als würde sein ganzer Körper erfrieren, so Taub fühlten sich seine Glieder an, als er ein Husten war nahm. Er drehte sich um und sah das Augusta sich noch bewegte. Sofort war er bei seiner Ältesten und nahm sie den Arm. Ihre Kehle war durchtrennt. Sie konnte nicht mehr richtig Atmen. Er versuchte sie mit seiner Spucke zu heilen und als das nichts Half, flüsterte er: „ Verzeih mir!“. Er versenkte seine Zähne in ihrem Arm und lies sein Gift austreten. Wenn sie verwandelt war, könnte sie ihre Luftröhre verschließen und sie würde nicht ersticken. Doch es war zu spät. Der Schrei des Vaters war einem verletzten und zu Tode gefolterten Tier gleich.


      Der König Atmete keuchend und hörte seinen Namen: „Juliano! Juliano! Onkel! Was ist?“. Leonardos Stimme war aufgereckt. „Ja!“, stammelte er, während er nach Fassung rang. Er richtete sich mühsam auf. „Was soll ich tun?“, fragte sein Neffe. Juliano sammelte sich.
      „Ich möchte, dass du und Cédríc ein Mädchen schwängert. Sie muss sich in euch verlieben. Keine Zwang! Keine....Keine...“ er brach ab und versuchte es noch einmal. „Ihr dürft sie nicht v...“, er brachte es einfach nicht heraus. Dieses einfache Wort und doch beschrieb es eine So schreckliche Tat. Juliano schwieg und gab sich den Tränen hin. Er konnte das Bild von Julia nicht abschütteln.
      „Euer Hoheit!, Soll ich es ihm sagen? Ich habe verstanden was ihr eurem „Gesprächspartner“ sagen wollt.“, bot Chan an. Als der König nicht reagierte, nahm der Japaner ihm einfach sanft das Handy aus der Hand und hielt es sich ans Ohr. „ Guten Tag. Ich bin Chan Long, Außenminister aus dem vampirisch chinisischjapanischen Kaiserreich.“, stellte er sich vor.
      „Leonardo de Bourbone, leiblicher Neffe des Königs!“, stammelte der Prinzensohn am Ende der Leitung verblüfft.
      „Euer Onkel scheint eine Vergangenheit mit dem Thema zu haben. Wir haben ein Mädchen verhaftet, dass leider....dank mir... unsere Rasse entdeckt hat. Offenbar möchte euer Onkel, dass ihr dieses Mädchen verführt. Seine Frau, die Königin, hat es untersagt sie zu töten oder zu missbrauchen. Ich weiß nicht warum der König das will, aber ich schätze mal es geht um die Baumaßnahmen, weswegen ich hier bin. Er erwähnte der Königin gegenüber, dass er bezüglich des Mädchens mit mir und seinen beiden Neffen sprechen muss. Ich vermute mal, dass das Mädchen die erste Ware des „ Shussan senta“ hervorbringen soll. Ihr und ein weiterer Neffe sollt sie schwängern. Aber ohne, dass ihr sie zwingt.“ , erklärte Chan Julianos Plan.
      „Das Shussan senta? Was ist das?“, fragte Leonardo nach.
      „ Es ist das Geburtshaus! Es soll Kinder der Nacht hervorbringen.“, sagte Chan.
      „ Niemals werde ich bei dieser Widerwärtigkeit mit machen! Ich gebe nicht meinen Samen für die HERSTELLUNG von Lebewesen her! Der Blutbund hat es Verboten! Wir müssen uns zwar durch die Hormonverbrennung beim Orgasmus retten. Deshalb gibt es die Versklavung der Kinder der Nacht ja. Aber dass gibt uns noch lange nicht das Recht, Halbvampire zu ZÜCHTEN!“, schrie Leonardo.
      „Euer Onkel will damit verhindern, dass noch mehr Menschen vergewaltigt werden. In den Letzten Monaten ist die Zahl der Missbrauchsopfer, die sich kaum an ihre Peiniger erinnern rapide gestiegen. Sie erinnern sich an Gar nichts. Das waren alles Opfer von Vampiren. Es wird zwar nicht getötet, aber das fällt auch auf. Juliano will die Missbrauches Rate reduzieren, in dem er unsere Mittel zur Bereitstellung des Venussfluss, also der Hormonverbrennung, einsetzt.“ , sagte Chan.
      „Bereitstellung des Venuss? Nennt es doch wie es ist: Mütter zwingen so schnell wie möglich schwanger zu werden. Die Kinder so weit aufziehen biss sie zumindest 14 sind. Und dann gnadenlos Vampire über sie herfallen lassen. Immer und immer wieder!“, fauchte Leonardo den Japaner an. „Ich habe gelesen, dass die jüngste Lustsklavin in eurem Land 10 Jahre alt war.“.


      „Wir werden uns in Frankreich an die Untergrenze halten. Niemand der jünger als 19 Jahre alt ist, wird als Lustsklavin bereitgestellt werden. Dies schwöre ich ihnen.“, fauchte Chan wütend, „ Und der Blutbund hat diese Maßnahme für 5 Jahre genehmigt.Nach den fünf Jahren wird die Züchtung eingestellt und die Vorhandenen Sklaven werden nur noch angeboten. Biss 2020 soll das Shussan Senta existieren und dann geschlossen und abgerissen werden.“
      „Aha! Trotzdem glaube ich nicht, dass ihr viel auf Begeisterung gestoßen seit. Ich werde jetzt auflegen. Sagt meinem Onkel, dass er mich in zwei Stunden noch einmal Anrufen kann. Ich bin jetzt verhindert. Ich muss nämlich ein kleines Familiendrama verhindern.“, sagte Leonardo und legte auf.


      Juliano sah Chan an und dieser berichtete ihm von dem Gespräch. „Ihr müsst wissen, dass ich unser Abkommen nicht gerne erfülle! Aber es ist notwendig. Es ist besser, wenn Frauen und Männer leiden, die es nicht anders kennen, als wenn glückliche Menschen aus ihrem Leben gerissen werden. Ich habe eine Umfrage durchführen lassen. 90 Prozent meiner Untertanen haben bereits einmal Missbrauch begangen. Nur 40 Prozent besitzen einen Lustsklaven. Dies ist wegen meiner Auflagen zur Haltung der Halbvampire so wenig. Die meisten wollen ihre Sklaven unter sich haben und sich nicht mit einer Art Haushälterin mit der Dienstleistung Sex, sich herumschlagen.“, erklärte Juliano und dann blieb die Limuosine stehen. Die Türen öffnete sich. General Felixe steckte den Kopf herein und sagte: „ Wir sind da!“. Juliano lies Chan den Vortritt und stieg dann selbst aus. Vor ihnen lag ein Busch, dass die Form eines Kreises hatte. Chan musterte den Busch. „ Das ist der Eingang zum Labyrinth?“ fragte er erstaunt. Der König nickte und sah zu einem der SUVS hin. Das Mädchen Amélie wurde gerade mit einem Sack über dem Kopf aus dem Wagen gehoben. „Gut! Stopft ihr die Ohren damit sie nichts hört!“, befahl Felixe. Juliano sah wie sein General Amélie aufmerksam musterte. Er überprüfte, ob einer seiner Männer Hand an das Mädchen gelegt hatte. Doch Juliano wusste, dass man sich an sein Vergewaltigungsverbot hielt. Zumindest war dies unter seinen Soldaten so. Denn jeder Musketier hatte eine Beziehung mit einem Halbvampir. Dies war Voraussetzung um überhaupt in die Französische Vampirarmee eintreten zu können.


      Er trat nun selbst in den Buschkreis und krempelte seinen Ärmel hoch. Dann wurden seine Augen weiß und seine Vampirfänge wurden sichtbar. Er biss sich in den Arm und lies drei Blutstropfen auf bestimmte Stellen im Boden des Busches tropfen. Es ertönte ein „Klick“ und die Platte unter dem Busch schob sich zur Seite und gab einen Treppe frei. „ Wir gehen zu erst, Minister!“, wandte Felixe ein, als Chan zum Eingang des Labyrinths trat. Der Japaner nickte und stellte sich neben den König. Einige bewaffnete Soldaten traten in das Labyrinth. Dann folgten Musketiere mit der gefangenen Amélie. Juliano verzog traurig und angewidert, das Gesicht, als das arme Kind die Treppe herunter gezehrt wurde. Sie wimmerte und wehrte sich heftig, gegen ihre Bewacher. Gedämpfte Schreie drangen durch den Knebel und den Sack. Juliano schloss die Augen und seufzte. Er konnte seine Aree, seine jüngste Tochter, gefesselt und geknebelt im Saal von Karl dem X., seinem Bruder, sehen. Schnell schüttelte er diesen Gedanken ab. Doch dies war nicht einfach. Wut überkam ihn. Chan ergriff seine Hand. Der Vampirkönig von Frankreich öffnete die Augen und lächelte seinen Gast gequält an.
      „Egal was in euch vor geht, Juliano! Erfreut euch am hier jetzt!“, sagte Chan.
      „Ach, Monsieur Long! Die Revolution hat mir soviel genommen. Ich trage Wunden und Schuld, die auch nach 200 Jahren nicht heilen.“ , erklärte sich Juliano.
      „Verweilt nicht bei denen, die ihr verloren. Sondern konzentriert euch auf die Personen die ihr noch habt. Ohne euch, wäre das Geschlecht der Bourbonen ausgelöscht worden.“, sagte Chan und trat dann die Treppe herunter.
      Der König seufzte und atmete tief durch und betrat dann selbst das Labyrinth seines Vorfahren Louis Lauro de Bourbone.


      Sie gingen durch einen langen Gang. An den Wänden waren rote Lampen angebracht. Alle schwiegen. Plötzlich kamen sie an vier Soldaten vorbei und betraten eine große Halle. Fünf weitere Gänge gingen von dieser Halle ab und führten zu weiteren Eingängen des Labyrinths. Juliano trat auf ein riesiges Tor zu. „Der König bittet um Einlass!“, ertönte die Stimme seines Generals und das unterirdische Tor öffnete sich. Es war aus Massivem Metall gebaut und so luftdicht, dass es ein Vakuum gerieren konnte. Im Ernstfall, wenn die Gänge zu den Aus- und Eingängen einstürzten, konnten sie hier überleben. Da Vampire Monate lang ohne Atmung auskamen, war das Vakuum eher für die Kinder der Nacht da. Die Soldaten und ihre Gefangene traten als erstes in das Labyrinth ein. Es war eigentlich auch eine Art Palast. Chan staunte auf die riesige Eingangshalle. Es sah aus als würden sie sich tatsächlich in einem Schloss aufhalten, nur fehlten die Fenster. Juliano über nahm nun die Führung und er erklomm eine Treppe und führte sie durch einen kurzen Gang und in eine Art Konferenzraum.


      An den Wänden hingen die Oberhäupter der Vampirgeselschafften. Allerdings sah man an der Decke 15 Männer, die anscheinend Adlig waren. Juliano sah zu dem Mädchen. „Bringt sie nach neben an. Prüft ob sie wirklich nichts hört und gibt mir Rückmeldung. Lasst vier Bewacher im Nebenraum und kommt dann wieder her.“, befahl der König den Soldaten. Diese führten das Mädchen zur einzigen weiteren Tür im Raum und verschwanden. Die kunstvoll verzierte Tür wurde geschlossen. „Setzt euch Chan!“, bat Juliano seinen Gast einen Stuhl an. Der Stuhl stand zur Rechten eines kleinen Throns. Der Thron war aus pechschwarzem Marmor und die Lehnen waren aufgerichtete Halbmonde. Juliano lies sich nun auf dem Thron nieder und klatschte zwei Mal in die Hände. Die Tür des Nebenraumes ging erneut auf und sechs junge Frauen traten herein. Sie verbeugten sich mit einem Knicks vor Juliano und sagten in Französisch: „Was ist euer Begehr, eure Hoheit!“. „Bringt uns Blut! Bereitet ein Gastgemach für Minister Long vor und stellt ihm die Lustsklavin Ching zur Verfügung. Das Geschenk von Kaiserin Chirio Hinu ist unseres Gastes würdig.“, befahl Juliano matt. Die Damen verschwanden wieder und der König sank Müde in seinen Thron. Chan Long setzte sich nun neben ihn und sah Juliano besorgt an. Dieser richtete sich auf und wandte sich an den Japaner: „ Habt ihr die Pläne dabei?“. Der Minister nickte und öffnete seinen Koffer. Er zog eine Mappe heraus und begann auf dem Tisch mehre Blätter auszubreiten.


      Juliano sah den Plan der beiden Gebäude an und winkte dann einem seiner Diener. „ Ein Plan von Paris!“, befahl er und gehorsam trat der Diener an eine Vitrine und kam mit einem Stadtplan zurück. Juliano breitete ihn vor sich aus und starrte lange auf die Karte.
      „Euer Majestät! Die Gefangene ist neu gefesselt worden und mit Paketklebeband geknebelt. Man hat ihr Watte in die Ohren gesteckt und mit Geigen vor diesen gespielt. Sie hat nicht reagiert. Ihre Ohren sind somit fest verschlossen.“ , erklärte ein hereinkommender Soldat. Juliano nickte, ohne sich von dem Stadtplan zu erheben.


      Schließlich räusperte sich Chan Long und sah den König an. „Eure Hoheit! Ich würde euch gerne unsere Pläne vorführen.“, sagte der Japaner. Juliano blickte auf und sah Chan an und wandte sich dann wieder dem Plan zu. Er streckte seine Hand nach hinten und murmelte: „Stift!“. Prompt bewegte sich der kleine blondhaarige Diener, der ihm schon vorhin die Karte gebracht hatte und zauberte aus der selben Vitrine einen Edding hervor und übergab ihn seinem Herrn. Chan räusperte sich und knirschte dann wütend mit den Zähnen. Er war es nicht gewohnt, ignoriert zu werden. Juliano markierte zwei Stellen auf der Karte und sah dann Chan an. „ Ja, Herr Minister!“, sagte er kalt.
      „ Wie ihr wisst soll das Ketsueki ko, was auf Französisch „Blutskind“ heißt, ein Ausbildungslager für Lustsklaven werden. Eine Art Schule. Wir werden es auch als Schule von Außen her bauen. Wir brauchen einen riesigen Gefängnisstrackt, wo wir die „Anwärter“ einsperren wenn sie keine Ausbildungseinheit besuchen und die „Ware“ unterbringen, biss sie jemand kauft.“, erklärte Chan. Juliano fand es widerlich, wie der Japaner von den Lustsklaven redete. „Ware“ war für ihn ein Wort für Gegenstände, aber niemals würde er ein Lebewesen so bezeichnen. „ Könnt ihr nicht einfach Lustsklaven sagen. Ich mag den Ausdruck „Ware“ nicht.“, bat Juliano angewidert. Er lehnte sich zurück und Atmete tief ein. Es kostete ihn Kraft und das Abschalten seiner Moral, um Long überhaupt zu hören zu können.
      „Wie ihr möchtet!“, sagte der Japaner und fuhr fort: „Im Ketsueki ko wird es folgende Einrichtungen geben: Quartiere für die Ausbilder. Quartiere für fertig ausgebildete versklavte Lustsklaven. Ich werde sie nun mit der blutbundweiten Abkürzung VLS bezeichnen. Das Gefängnis, wessen in zwei Teile gespalten ist. Eine für die zum Verkauf stehenden VLS und einen für die frischen Anwärter und sonstige VLS in Ausbildung. Dann benötigen wir eine Kantine. Es wird extra ein Stamm an VLS zur Ernährung des Personals gestellt werden und natürlich eine separate Kantine mit richtiger Küche zur Ernährung der VLS. Sie brauchen menschliche Nahrung. Dann brauchen wir einen Präsentationsraum, wo sich die Ware...äh die Lustsklaven, angeschaut werden können. Als Letztes kommen dann die Ausbildungsräume und den Clup zur Abdeckung des Tagesgeschäfts. Eine Art Drive Inn! Es funktioniert wie ein gewöhnliches Bordell!“. Der Japaner machte eine Pause und Juliano schloss die Augen und versuchte sich nicht vorzustellen, wie der Lustsklaven Markt in Japan aussah. Hier gab es lediglich Agenturen, die Kinder der Nacht wie eine Art Hostessservice an Vampire vermittelten. Es lag dann an dem Besitzer seinen Lustsklaven so zu erziehen, wie er es möchte. Die Agenturen sorgten lediglich für Unterkunft, Geld zur Verpflegung und damit die Lustsklaven nicht abhauten, wurden sie mit Ortungsgeräten und Sprengkörpern ausgestattet. Aber kein Pariser VLS musste in Zellen oder Käfigen leben und wurde nur heraus geholt um benutzt zu werden und dann wieder eingesperrt. Sie waren eher wie Nutten mit den Zusätzlichen Extra des Bisses. Und wenn ein Vampir eine Lustsklavin kaufte lebte sie meist wie eine Art Familienmitglied oder zumindest Leibeigener bei dem Vampir. Aber niemals als Gefangener!
      Er schüttelte sich bei dem Gedanken hunderte von Halbvampiren wie Vieh eingepfercht zu sehen. „Es tut mir Leid! Aber ich kann mir dass nicht länger anhören. Eure Einstellung ist....widerwärtig !“, sagte Juliano.
      „ Widerwärtig? Warum? Ihr seit einfach zu weich! Ihr seht sie nicht als das WAS sie sind SIND. Sie haben lediglich das RECHT uns BLUT und SEX zugeben. Ihre Aufgabe Besteht nur darin uns vor den VIM-Genen zu retten!“, schrie Long. „Wenn das ihre Einstellung ist! Dann muss ich ihnen sagen, dass das Projekt nur entsteht, wenn keine Gewalt angewendet wird. Ich dulde nicht einen einzigen Peitschenhieb. Dass ein Einsperren werde ich akzeptieren. Aber ich möchte nicht, dass diese Kinder der Nacht, wie rechtlose Sklaven behandelt werden. Hier in Paris gelten MEINE GESETZTE!“, brüllte der König. Long sah ihn wütend an. Er stand auf und schlug mit der Faust auf die Pläne.
      „Ich werde jetzt ihnen SACHLICH vortragen wie der Ablauf im Shussan senta, dem Geburtshaus, sein wird. Dann zieh ich mich zurück und überlasse es ihnen ihre Änderungen schriftlich zu formulieren und Morgen vor zu tragen. Wir sollten diverse „Unstimmigkeiten“ möglichst vor dem Bau klären.“, fauchte Chan und begann dann mit angestrengt ruhiger Stimme seinen Vortrag:


      „ Also es werden natürlich wie immer Frauen entführt und dann solange vergewaltigt, biss es zur Schwangerschaft kommt. Das Kind wird großgezogen und biologisch behandelt, damit es doppelt so schnell wächst. Es hat in einem Jahr dann bereits die Entwicklung eines zwei Jährigen Kindes durch gemacht. So benötigen wir nur 9 Jahre biss wir den Stand eines 18 Jährigen erreichen. Während dieser Zeit werden die Kinder von der Ziehfamilie aufgezogen und bereits auf ihr Leben als VLS vorbereitet. Die Mütter werden im Abstand von 10 Monaten dann erneut zur Züchtung verwendet. Eine Mutter bringt bis zu 3 Würfe zustande bevor man sie beseitigen sollte. Wenn die Kinder in ihren neun Entwicklungsjahren die Schule absolviert haben, werden sie das erste Mal auf Sexualqualität getestet. Es herrscht bei uns die Tradition, dass sie von dem Vampir entweiht werden, der den Samen für sie gab. Nach dem der „Vater“ seine Bewertung abgegeben hat, werden sie durch Tests geschickt die ihre Gehorsam prüfen. Danach werden sie in Kategorien einsortiert und an die Zellen gewöhnt. Leider kommt es in dieser Zeit oft zu Widerstand, der dann mit Nahrungsentzug und Fesselung bestraft wird. Haben sie sechs Monate das Zellenleben absolviert kommen sie zu ihrem Persönlichen Ausbilder und leben weitere sechs Monate bei ihm in der Privatwohnung und werden damit, mit dem „echten“ Leben als Lustsklave vertraut gemacht. Sobald sie neunzehn Jahre alt werden, kommen sie zurück in die Zellen und werden in die Verkaufskartei aufgenommen. Somit werden sie dann ins Ketsueki ko überstellt. Meistens sind die Ausbilder, leider die Väter.“.


      Juliano hatte während des Vortrags von seinen Dienern ein Glas Blut bekommen und spuckte es aus als er den Letzten Satz hörte. „Das kann doch nicht Euer ernst sein!“, schrie er Long an.
      „ Das ist es! Wir können nichts dafür, dass sich die Väter teilweise dieses Recht erkaufen! Es ist wohl der Kick, das eigene Kind zu „besitzen“, der sie antreibt. Wir versuchen schon dies einzudämmen. Aber teilweise werden die echten Ausbilder ermordet und dessen Identität angenommen, um an das eigene Kind zu kommen.“, erklärte Long und Juliano sah zum ersten Mal etwas wie Schuld oder Trauer in Longs Blick. Der Inzest war wohl ein Problem das Japan nahe ging. Aber Juliano war nicht mit der Art einverstanden, wie dort Lustsklaven behandelt wurden. Das Grenzte schon sehr an die Tierzucht der Menschen zur Ernährung. „Gehen sie mir aus den Augen! Und ich warne sie! KEIN einziger VATER wird hier in PARIS sein Kind auch nur einmal ANFASSEN dürfen! Ich werde drastische Änderungen in ihrem „System“ einbringen. Wenn diese ÄNDERUNGEN nicht akzeptiert werden, wird Frankreich den Vertrag sofort KÜNDIGEN!“, schrie Juliano aufgebracht. Dass war zu viel für ihn gewesen. Er hatte selbst Inzucht in der Familie. Aber Barde hatte sich nun mal in seine Nichte Aure verliebt und daraus war Leonardo entstanden. Aber VATER und Tochter, dass war Tabu!


      „Ich ziehe mich nun zurück und überlasse euch den Ausarbeitungen der Änderungen!“, sagte Long, trank sein Glas aus und Juliano bat einen seiner Diener Long zu seinem Quartier zu geleiten. Der Minister wandte sich gerade um, als plötzlich das Bild am Ende des Raumes aufklappte und ein junger Mann herein stolperte. Er trug kurzes braunes Haar und verbeugte sich vor den Anwesenden. Dann zog er einen weiteren Mann in den Raum. Dieser war schwarzhaarig und trug etliche kleine Wunden im Gesicht. Er war auch an den Händen gefesselt und dass mit Klebeband. „Leonardo! Wer ist das?“, fragte Juliano verblüfft.“Onkel, Minister Long! Ich bin Leonardo Divani de Bourbone, Sohn von Barde und Aure. Und ich bringe jemand mit, der lange Zeit nicht hier war. Ich spreche von Adam Nossini. Dies ist sein neuer Name. Hier kennt ihn jeder als Adriano Lequa de Sade, oder unter seinem Bourbonennamen Xavier Juliano de Bourbone, Sohn von Prinz Stanislas, Bruder Julianos.“ , stellte der braunhaarige sich und seinen offensichtlichen: „Gefangenen“ vor.


      „Jetzt verstehe ich auch die Fesseln! Was hat dich dazu getrieben zurück zu kehren, Xavier!“, schrie der König. „ Entschuldigt, würde mir jemand mal erklären wer dieser Mann jetzt ist? Ich vermute mal, dass ich vorhin mit dem braunhaarigen Telefoniert habe! Aber was hat es mit den Vielen Namen des anderen auf sich? Und vor allem wer ist das?“, fragte Minister Long völlig verwirrt.


      Leonardo trat zu den Japaner und streckte ihm die Hand hin. Long ergriff sie perplex und schüttelte sie. „ Leonardo de Bourbone, Julianos Neffe. Ich bin Bardes Sohn.“, stellte er sich noch einmal in ruhe vor. „Okay...und euer...Gefangener?“, fragte Long immer noch verwirrt und lies die Hand des Adligen los. Juliano sah Adam an und musterte ihn von oben bis unten. Adam schluckte und war sichtlich nervös. „Stell dich selbst vor, BASTARD! Oder soll ich Dauphin sagen?“, zischte Juliano eisig. „Ihr könnt mich nennen wie ihr wollt, mein König! Ich würde Adam oder wenn es unbedingt sein muss Adriano bevorzugen. Aber keiner von euch nennt mich Xavier. Den Namen meines Vaters trage ich in diesen Mauern nicht!“, sagte Adam kühl. Er wandte sich dann an Long und sagte : „Ich war einmal Teil der Familie der Bourbonen. Gegen meinen Willen und aus Wiedergutmachung, muss ich zu geben. Aber leider kann ich meine Herkunft nicht ändern. Die Tradition verlangt es dass man mich verachtet, da ich nicht im Ehebett entstand. Ich bin ein unehelicher Sohn von Prinz Stanislas, dem Bruder von Juliano. Vielleicht sagt euch auch Ludwig der XVIII. eher etwas. Mein Vater nannte mich Xavier Juliano de Bourbone. Doch er lies meine Mutter in der Schwangerschaft aussetzten und sie gab mich einer anderen Familie, die nichts von meinem echten Namen wusste. So wurde ich zu Adriano Lequa. Nach der Revolution wusste ich wer ich wirklich bin. Aber ich leugnete meine wahre Herkunft und zog als Adriano de Sade zur Familie des Marquie de Sade. Nun bin ich unter der Identität des Adam Nossini in meine Heimat zurückgekehrt. Ich wurde vor 20 Jahren verbannt, da etwas in der Familie geschah woran ich Schuld trage. Ich bin außerdem der zweite Dauphin des Königreichs.“


      „ Es freut mich, euch kennen zu lernen. Ich werde euch Adam nennen, wenn es ihnen nichts ausmacht. Das war nun Zuviel für einen Tag. Ich ziehe mich zurück!“, sagte Chan Long und ging mit einer Dienerin hinaus. „ Über das Mädchen werden wir Morgen mit einander sprechen. Ich wünsche ihnen eine Gute Nacht.“, verabschiedete Juliano seinen Gast. „ Auch ihnen eine ruhige Nacht und viel „Spaß“ mit ihrer Familie, euer Majestät.“, antwortete Long und dann war er endgültig verschwunden.


      „Juliano!“, sagte Adam und ging auf die Knie, „Ich bitte dich hier bleiben zu dürfen. Ich habe gerade einen Anschlag überlebt. Geplant und durchgeführt von deinem Sohn.“ Juliano sah auf seinen Neffen herab und konnte es immer noch nicht glauben. Der Sohn seines Bruders, war trotz Verbannung zurückgekehrt. „Du darfst bleiben! Ich habe es bereut! Das kannst du mir glauben, Adriano!“, sagte Juliano und umarmte Adam. Dem BDSMler liefen die Tränen von den Wangen.
      „Ich bin Glücklich wieder hier zu sein, Onkel!“, antwortete Adam gerührt.