Vierundfünfzigstes Speedbasteln am 2. August 2018: Reittiere

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    • Vierundfünfzigstes Speedbasteln am 2. August 2018: Reittiere



      Also seid wieder mit dabei, wenn am 2. August fleißig gespeedbastelt wird!
      Straße war gestern, du siehst mich im Board
      Ich häng im World Wide Web, das ist kein friedlicher Ort
      Opfer, wag einen Blick auf die oberen Ränge
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    • Fortbewegung in der Unterwelt

      Eyas Unterwelt besteht aus vielen natürlichen Höhlen, die von Wasser, Lava oder Erdbeben (Eyabeben?) geschaffen wurden. Je tiefer man geht, desto größer werden diese Höhlensysteme. Diese sind oft nicht durch die bereits genannten Mechanismen entstanden, sondern viel mehr durch die Entstehungsgeschichte von Eya – es sind einfach Lücken in den Schichten, aus denen die Weltenperle besteht.

      Gerade diese Höhlen sind es, die ein eigenes Ökosystem enthalten, dass dem an der Oberfläche in nichts nachsteht. Eigene Pflanzen und Tiere, die völlig unabhängig von der Sonne existieren und ihre Energie aus den gefallenen Sternen beziehen, die man in der Unterwelt hie und da findet. Die purpurnen Blätter und Gräser und die archaischen Lebewesen, die sich dazwischen verstecken, sind anders als alles, was man an der Oberfläche findet.

      Es gibt jedoch einige Stellen, an denen man von der Oberfläche in die Unterwelt reisen kann. Diese Stellen sind nicht allgemein bekannt, sondern eher die Geheimtipps für ganz besondere Reisende, Abenteurer und mutige Händler, die mit Unterweltwaren handeln.

      Allerdings kann man keine normalen Reittiere in die Unterwelt mitnehmen. Pferde, Kamele, Esel, Elefanten, Tapire, Raptoren, Stegosaurier und Käfer sind alle nicht geeignet, um durch die Tunnel zu reisen. Es gab jedoch immer schon findige Unterweltsiedler, die sich natürlich auch auf Reittiere verstehen. Besonders beliebt ist dabei der Höhlengecko. Dieses Tier erreicht eine Länge von bis zu dreieinhalb Metern und eignet sich durch sein zahmes Gemüt sehr gut als Reit- und Lasttier. Der Höhlengecko kann, wie seine kleineren Verwandten an der Oberfläche, an senkrechten und sogar überhängenden Oberflächen entlanglaufen. Für den Reiter empfiehlt es sich daher sich selbst und sein Gepäck auf dem Gecko fest zu zurren, damit nichts hinunterfällt, wenn der Gecko an der Höhlendecke klettert.

      Diese Tiere sind außerdem äußerst genügsam und kommen lange Zeit mit wenig Nahrung aus. Viele Reisende haben es sich zur Gewohnheit gemacht, ihre Oberflächen-Tiere schnell gegen Geckos zu tauschen. Es macht den Weg durch die Tunnel sehr viel angenehmer. Die Tiere besitzen außerdem einen herausragenden Orientierungssinn und finden sich auch in völliger Dunkelheit zurecht. Außerdem sollen sie auch recht gut schmecken.
      Braiiiins.
    • Die Geschichte vom Esel-Euas
      - oder warum ein hoher Militärrang so heißt: Eine arvelische Anekdote

      Schon als Euas ein Junge war, verbrachte er viel Zeit mit den Eseln, die seine Eltern zu Transportzwecken hielten. Mit der Zeit verstand er die Esel beinahe so gut, wie er die Menschen verstand und die anderen Dörfler gaben ihm den Beinamen „Othelleuas“(1). Sie suchten oft seinen Rat, wenn sie mit ihren Eseln ein Problem hatten – und wir wissen, man kann viele Probleme mit einem Esel haben. Mit seinem Sachverstand konnte Euas ein gutes Leben führen, auch wenn er stets nur eine kleine Gabe für seine Dienste erwartete.
      Dann aber kam der Krieg und auf den Geheiß des Königs aus dem Fernen Pellas mussten alle Esel an die Garnisonen ausgeliefert werden, damit sie Truppen und Gerät aufs Feld bringen. Für Euas war dies so schwer, wie für die Mutter, die all ihre Kinder hergeben soll – doch seine Eltern hatten ihm Loyalität gegenüber dem Reich gelehrt und so fügte er sich schweren Herzens. Er versuchte sich in der Garnison als Eselführer zu verdingen, doch man lehnte ab. Stattdessen wurde er zum Heer eingezogen und musste, nach nur kurzer Einweisung in die Waffen, an die Front marschieren.
      Schon in der ersten Schlacht geriet Euas in Bedrängnis, denn seine Einheit aus frischen Rekruten wurde fast völlig aufgerieben. Beinahe wären er und seine letzten Gefährten auch unter den Toten zu finden gewesen, da gelang es Euas einige der Esel des Feindes herbei zu locken. Euas und seine vier Gefährten sprangen auf die Eselsrücken und wollten ihr Heil in der Flucht suchen. Doch, da keiner von ihnen über genug Erfahrung verfügte, ritten sie nicht auf ihre Linien zu, sondern auf die des Feindes. Das Heer des Feindes, das sich schon im Siegen glaubte, wurde durch die heranpreschenden Eselsreiter so in Aufruhr gebracht, dass es sich aufzulösen begann – denn schnell ging das Gerücht eines großen Reitereiangriff umher.
      So kam es, das der Eselflüsterer Othelleuas das Blatt der Schlacht wendete und dem Reich zum Sieg verhalf. Für seine Taten wurde er zum Obersten Rittmeister des Königs ernannt und noch heute, obgleich längst das Pferd den Esel in der Reiterei abgelöst hat, trägt der Oberste Kavallerieführer immer noch den Beinamen „Othelleuas“.

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      (1) Othelleuas ~ "Eseleuas"
    • Zwar mal wieder ein bisschen spät, aber es hat noch gereicht. Ungewöhnliche "Reittiere" aus Silaris.




      Die Nutzung von Elementaren als Reittier ist die vermutlich spektakulärste und für Außenstehende faszinierendste Anwendung der Elementarmagie.
      Empfehlenswert ist dies nur für sehr fähige Elementarmagier mit guter Bindung zu ihrem Element, weil es anderen nicht möglich ist, den Elementar ausreichend zu kontrollieren.
      Es gab allerdings bereits Fälle, wo ein unerfahrener oder sein Element ablehnender Magier von einem Elementar seines Elements sicher aus einer Gefahrenzone gerettet wurde. Diese Fälle werden insbesondere von den Anhängern der These, dass Elementare doch über ein Gewissen verfügen und dazu in der Lage sind aus altruistischen Motiven zu handeln, gerne aufgeführt.


      Die Motivation dies auszuprobieren ist besonders für die Magier gasförmiger Elemente groß, da ihnen so das Fliegen ohne zusätzliche Hilfsmittel ermöglicht wird. Sauerstoff-und Stickstoffmagier behaupten teilweise sogar, dass es ihnen möglich sei, ohne Hilfe eines Elementars zu fliegen. Dies entspricht nicht der Wahrheit, ist jedoch für Nichtmagier schwer nachzuweisen, da man ihre Elementare nicht sieht. Für Edelgasmagier ist die Nutzung von Elementaren als Reittiere eine der wenigen interessanten Nutzungsmöglichkeiten ihrer Gabe.
      Auch Chlormagiern steht diese Möglichkeit offen, ein berühmt-berüchtigtes Beispiel ist der Elementar Rachala, der in Pferdegestalt* auftritt. Während des Arunisch-ruarischen Krieges Rabanus Ostreatus aufs Schlachtfeld begleitete und später mit der tessmarischen Terrorchefin Rebellenführerin Uriena sira Brisera gehen wurde.
      Fluorelementar-Reiter sind selten, da diese meist nicht ausreichend kontrollierbar sind und häufig trotzdem eine Spur der Verwüstung hinterlassen, was selbst den impulsiven und risikofreudigen Fluormagiern meistens zu gefährlich wird.


      Auch Elementare andere Elemente können als Reittiere genutzt werden, allerdings ist man mit ihnen auf den Boden beschränkt. Deshalb geschieht dies seltener, da Reittiere aus Fleisch und Blut oder heutzutage Fahrräder und Autos sicherer und weniger furchteinflößend für andere sind.
      Insbesondere Metallelementare werden aber gerne zu Repräsentationszwecken als Reittiere genutzt. Wenn man beim Staatsbesuch mit einem Goldelementar einreitet, macht das schon was her. Gerade Edelmetall-Elementare sind auch oft ruhig genug, um in Begleitung eines Magiers einen Nichtmagier als Reiter zu dulden.



      *Gut kontrollierte Elementare nehmen normalerweise tierische oder menschliche Gestalt an, um den Menschen Berührungsängste zu nehmen. Ob ein Pferd aus Chlor oder ein skelettierter Hund aus weißem Phosphor wirklich weniger furchteinflößend sind
      als eine Schwade oder ein Klumpen des jeweiligen Elements muss jeder für sich beurteilen.
    • Zwergische Reittiere

      -gewidmet der sehr angriffslustigen Ziege eines Nachbarn, die schon lange im Ziegenhimmel weilt-

      Auf was für Tieren reiten Zwerge? Klein Aldrik auf der Straße wird einem antworten: Auf Ziegen natürlich. Und er hat es schon oft gesehen, wenn fahrendes Volk in die Nähe kommt und seine berühmten Vorstellungen gibt, sind dabei unweigerlich 'Zwerge' auf Ziegen mit ihren Reitkünsten zu bewundern. Mitunter werden dabei gar kleine Turniere choreographiert, aber öfter springen die 'Zwerge' schnell vom Rücken ihrer Reittiere, die nun zum Erstaunen des Publikums ein Kunststück nach dem anderen vollbringen. Gerne werden dann gemeinsame Kunststücke von Ziegen und Pferden oder Ponys aufgeführt, um zu den Vorführungen mit Pferden überzuleiten. Doch sind die Rücken der Ziegen nicht dazu gemacht, große Gewichte zu tragen und verantwortungsvolle Artisten achten darauf, sich nur möglichst kurz von den Ziegen tragen zu lassen. Die erwähnten Turniere sind meist als Tierquälerei einzuordnen, da Ziegen, die groß stark genug hierfür sind, heute selten geboren werden. Dennoch kommt es vor, dass ein Clan des fahrenden Volks in den Besitz solch wertvoller Tiere gelangt, weshalb hier immer genau hingesehen werden muss, um solch eine Vorführung zu bewerten.

      Und schaut man sich die Artisten an, erkennt man schnell, dass es sich um besonders kleinwüchsige Menschen, Heranwachsende oder auch Kinder handelt, die kleiner und zudem zierlicher als Zwerge gebaut sind. Es ist nicht auszuschließen, dass sich darunter einmal ein heranwachsender Zwerg befindet, doch wer einen ausgewachsenen Zwerg neben einer Ziege sieht, erkennt schnell, das die herkömmliche Ziege zu klein ist, einen Zwerg zu tragen. Doch woher stammen diese Vorführungen?

      Es ist nicht zu leugnen, dass Sagen von zwergischen Helden auf ihren stolzen Kriegsziegen berichten. Vieles daran ist ins Reich der Legende zu verbannen. Doch gibt es immer wieder Gerüchte, dass in den Bergen große, sehr wehrhafte Ziegen gesehen wurden. Da auch entsprechende Felsritzungen gefunden wurden, ist anzunehmen, dass es einst größere Ziegen gab, die heute ausgestorben sind. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, erscheint aber sehr unwahrscheinlich, dass es in entlegenen Tälern des Hochgebirges noch solche Ziegen gibt. Die erwähnten Sichtungen mögen auf Stress, die Beschwernisse des Atmens in großer Höhe und falsche Einschätzungen der Größe von entfernten Tieren zurückzuführen sein. Dementsprechend sind Berichte über zahme Ziegenherden solch einer großen Art, die im Hochgebirge von Zwergen gehalten werden als eine Art Jägerlatein abzutun.

      Neben der Benutzung kleiner Ponys und der Kunst, sich nicht von wilden Ebern abwerfen zu lassen, ja dem Sport diese zu zähmen, ist vor allem ein typisches Reittier der Zwerge zu nennen, von dem wir erst seit kurzem Kunde haben. Die ganz tief grabenden Zwerge, gewöhnlich Tiefe Zwerge genannt, haben berichtet, dass sie sich auf einer Art großem Wurm durch ihre Minen bewegen, um gleich mehrere Zwerge an entfernte Arbeitsplätze zu bringen. An den gefühllosen Panzern der Würmer befestigen die Zwerge Halterungen und andere ihrer Bequemlichkeit dienende Vorrichtungen, um komfortabler und sicherer zu reisen. Nicht ganz klar ist, ob es für diese Art des Transports eigene Tunnel gibt. Jedenfalls schnallen sich die Zwerge auf ihren Sitzen fest, da diese Würmer sich mitunter Kopfüber bewegen. Es wurde angedeutet, dass es in den Tunneln Vorrichtungen gibt, die das verhindern.

      Bisher schrieb ich von Würmern. Doch wird aus den verschiedenen Berichten noch nicht ganz klar, ob es sich um Würmer oder eine Art Tausendfüßler handelt. Auch ob sie als Zugtiere Verwendung finden ist eine Frage, die geklärt werden muss. Letztendlich sollte zur Erforschung der Umwelt der Tiefen Zwerge und ihrer Sitten und Gebräuche endlich eine Expedition ausgerüstet werden. Die seltenen Befragungen führen eher zu mehr Fragen als Antworten. Es steht zu hoffen, dass solche Tiere, die den Transport der Ernte so mancher Frucht in engen Anpflanzungen vereinfachen könnten, auch an der Oberfläche gehalten und gezüchtet werden können.

      Aufgrund der geringen Zeit, die bisher der Erforschung der Nutztiere der Zwerge gewidmet werden konnte, bleibt hier noch vieles Forschungsdesiderat. Es erscheint aber sicher, dass hier Möglichkeiten zum Nutzen unserer Wirtschaft darauf harren entdeckt und genutzt zu werden.

      [Ergänzt nach Ende des Speedbastelns:
      Das Reiten auf Nacktmullen, wovon in der letzten Ausgabe zu lesen war, beruhte wohl auf einem Missverständnisse, wie ein Gespräch mit einer neulich hier durchkommenden Gruppe Zwerge aufklären konnte. Sie wiesen darauf hin, dass diese Tiere doch viel zu klein zum Reiten seien und so tief nicht vorkämen.]

      (Aus der Rubrik "Möglichkeiten der Zukunft" des Wirtschaftlichen Monatsblatts von Mittelstett.)

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    • Faíla

      Selbst durch ihre dicke Lederjacke und die darunterliegenden zwei Schichten aus Wollweste und Hemd konnte Nora die eisige Kälte spüren. Sie suchte sich ihren Weg durch die kleinen Ritzen am Hals, zwischen ihrem Helm und dem Schal, den sie eng um sich gewickelt hatte. Auch zwischen Handschuhen und Ärmel schlich sich die Kälte des Flugwindes an ihre Haut. Die Fliegerbrille war beschlagen, doch die Beschichtung wieß das Wasser schnell wieder ab.
      Unter ihr kämpfte sich Faíla durch den peitschenden Wind. Sie kreuzte die Böen, suchte sich den Windschatten einer Felsnadel nach der nächsten. Langsam kamen sie vorwärts, flogen so tief wie möglich und entgingen so dem Sturm, der über dem Canyon hinweg zog. Den Kontakt zur Staffel hatten sie schon lange verloren, ihre einzige Hoffnung war, dass sie es durch den Sturm zum Treffpunkt schafften, ehe er von den feindlichen Truppen überrannt wurde.
      Nora klammerte sich an den Sattel, die Sicherungsriemen schnitten sich in ihre Beine und den Oberkörper. Luft holen fiel ihr trotz der Atemmaske, die sie mit Luft aus dem Tank auf Faílas Rocken verband, nur sehr schwer. Lange ging das nicht mehr gut. Nora spürte, dass auch Faíla langsam die Kräfte ausgingen und so wie sie die Lage einschätzte würden sie den Treffpunkt nicht erreichen. Sie würden notlanden müssen. Glücklicherweise gab es unzählige Höhlen in diesem Canyon, sie mussten nur eine finden.
      Mit einem kräftigen Fußtritt lenkte Nora Faíla nach links. Der Drachendame machte das nichts aus, durch die schuppige Haut würde sie höchstens einen geringen Druck verspüren. Pflichtbewusst folgte sie der Anweisung ihrer Reiterin und drehte ab. Sofort drückte der heftige Wind die Federflügel zurück und brachte Faíla ins Trudeln. Nora lehnte sich nach vorn, darauf bedacht nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Faíla legte die Flügel an und sackte nach unten ab, erst kurz vor dem Boden breitete sie die Flügel aus. Nora wurde kurz durchgeschüttelt, fand aber schnell die Orientierung wieder. Dieses Flugmanöver war für Drache und Reiterin Routine.
      Faíla stieß weiter durch die Luft, mit auslandenden Flügelschlägen der Canyonwand entgegen, allerdings hatte sie nicht mehr genügend Auftrieb. Nora bedeutete ihr zu landen und sofort streckte Faíla ihre langen Beine aus und versuchte mit den Krallen irgendwo Halt zu finden. Der Wind machte die Landung nicht einfacher, sie war holpriger als erwartet. Die Riemen hielten Nora im Sattel, angenehm war das Gefühl des zerrenden Leders jedoch nicht.
      Nora klopfte ihrer Dame auf den langen Hals. „Gut gemacht“, sagte sie, obwohl Faíla durch den Helm nichts hören konnte. Momentan lief die Zusammenarbeit über Körpersprache. Beide Beine klopften auf die schuppige Flanke und Faíla trottete los. Die Flügel hatte sie bereits angelegt, so konnte der Wind kaum noch etwas ausrichten. Nach einiger Zeit fanden sie die Canyonwand und nur einige Meter weiter einen Höhleneingang. Nora prüfte kurz den Eingang und erkannte ihn von einigen Caynondurchflügen wieder. Obwohl er eng aussah, würden beide im Inneren Platz finden. Faíla schlängelte sich hinein, Nora presste sich so gut es in ihrem Sattel ging an ihren Körper. Kaum passierten sie den Eingang öffnete sich eine weite Höhle im Sandstein, aus dem die Felswand bestand.
      Als Nora sich wieder aufrichtete, musste sie schmunzeln. In der weiten Halle hatte sich bereits Mardic zusammengerollt, der akribisch sein Federkleid putzte. Als er Nora und Faíla erkennte, wandte er seinen schlangenhaften Kopf zu ihnen und stieß ein dunkles Grollen aus, das die Höhle zum erzittern brachte. Er begrüßte sie. Hinter ihm trat Narian hervor, der seinen Helm unter den Armen trug.
      „Tut mir leid, heute nur für geladene Gäste“, scherzte er. „Ich muss sie bitten, das Hotel Narian wieder zu verlassen.“
      „Ich habe das Hotel vor wenigen Minuten gekauft“, ging Nora auf das Spiel ein. „Sie sind gefeuert, räumen sie ihren Schreibtisch und verschwinden sie.“
      „In diesem Falle kündige ich lieber!“ Sein helles Lachen war der genaue Gegensatz zu Mardics Begrüßung.
      Nora löste die Sicherheitsriemen und schloss die Luftzufuhr zum Tank. Dann sprang sie von Faílas Rücken und landete elegant neben dem Kopf ihres Drachen. Erwartungsvoll schaute die Drachendame sie mit dunklen, grünen Augen an. Nora kramte in der Tasche ihrer Jacke und fand schließlich wonach sie suchte. „Hier, das hast du dir verdient“, meinte sie und warf ihr ein Stück Kohle zu. Faíla schnappte nach dem Leckerbissen und gesellte sich zu Mardic. Sie schmiegten ihre Köpfe aneinander und verständigten sich mit tiefen, grollenden Lauten. Wahrscheinlich sprachen sie über die Dummheit ihrer Reiter, die durch den Sturm des Jahrhunderts hatten preschen wollen.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.

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    • Errad der Drachenreiter

      Errad Viatar folgte seinem Vater Anand nach dessen Tod im Jahre 769 AZ auf den thyonischen Thron. Schon recht schnell nach seiner Krönung verließ Errad, nun, da sein Vater ihn nicht mehr zurückhalten konnte, Thyonien, um die Welt zu bereisen, was seinen jüngeren Bruder Eleriond, der noch nicht einmal den Ritterschlag erhalten hatte, zwang, mit Hilfe von Beratern das Reich zu verwalten. Errad reichte das Leben eines einfachen Menschen nie und seine Reisen verstärkten immer weiter ein Minderwertigkeitsgefühl: Er besuchte die Inseln Alfuriens und sah dort die unterblichen Elben, wo er sich seiner eigenen Sterblichkeit umso bewusster wurde. Als er im Högrykken den Gottkönig der Zwerge traf, wurde er sich bewusst, wie wenig doch ein einfacher Königstitel bedeutete und dass er niemals ein lebender, immer wiedergeborener Gott sein würde. Im Süden suchte er Ceranis den Halbelben auf, von dem er gehört hatte, dieser sei der weiseste aller Könige, und sich bestätigt fühlte, als er ihn sah und selbst merkte, dass sein Menschenleben niemals reichen würde, genau so eine Weisheit zu erlangen. Inkognito ritt Errad nach Gitmalu und sah die mächtige Zitadelle der Magierpriester drohend über der Stadt und er wusste, dass er niemals eine solche Festung sein eigen nennen würde. Neid und Eifersucht auf diese übermenschlichen Herrscher wuchsen in ihm, bis etwas passierte, das sein Leben verändern sollte; er traf auf einen sterbenden Drachen.

      Es war in den Dolek Harar; ein Flügel des Drachen war ihm so gut wie abgerissen und die Eingeweide quollen aus seinem Leib. Errad und seine Begleiter konnten nie mit Gewissheit sagen, wer oder was den Drachen so zugerichtet hatte, doch vermuteten sie, dass es GIlittun gewesen sein musste, jener Drache, der als der größte der Welt gilt und in der kiššatunesischen Stadt Ušumgallalun seinen Hort hat und dort wie ein Gott verehrt wird. Der erbärmliche, sterbende Drache musste zu weit in das weitreichende Territorium des Gilittun gekommen sein, der dies nicht geduldet hatte – es gab und gibt keine anderen Wesen, die einen Drachen so hätten zurichten können. Der Drache klammerte sich an sein Leben und der König und seine Männer konnten sich ihm nicht nähern. Toll vor Schmerz spie die Bestie Gift und Feuer, doch Errad wollte nicht gehen, bevor der Drache Tod war, denn in dem Hort des Drachen sah er das, was er beim ersten Anblick mehr verlangte, als alles je zuvor: Dracheneier. Drei Tage mussten sie ausharren, bevor der Drachen schlussendlich starb und sie die Eier an sich nehmen konnten, um sie mit nach Thyonien zu nehmen.

      Dort angekommen rief der König Gelehrte aus allen Winkeln der Erde, welche ihm dabei helfen sollten, die Eier auszubrüten. Das Vorhaben schien aussichtlos, bis schließlich doch eines der Eier im Feuer schließlich ein Jungtier hervorbrachte. Der König war von grenzenloser Freude erfüllt und er führte überall den kleinen Drachen vor, den er mehr liebte als jedes Familienmitglied. Er brauchte weder Frau noch Kind: Er hatte seinen Drachen und er war der festen Überzeugung, dass das lange Leben des Drachen auf ihn übergehen würde, so wie es mitunter mit den Tieren und engen Dienern eines mächtigen Magiers geschieht. Der Drache wuchs rasch und ließ sich nur vom König selbst berühren, der ihn überall im Reich vorführte. Der Drache war schon seit Jahrhunderten das Wappentier des Hauses Viatar und nun hatte ein König aus diesem Geschlecht einen lebendigen Drachen! Der König war sich sicher, dass eine goldene Ära angebrochen war, wenngleich es dem Reich nicht besonders gut ging: Adlige stritten miteinander, die Sommer waren zu heiß und die Ernten fielen schlecht aus. Schließlich wurde auch die Kritik am König immer lauter. Die Adligen meinten, der König kümmere sich nur noch um seinen Drachen und jagte seinen Träumen hinterher, worauf Errad gereizt reagierte und sogar einen Boten, der eine Liste mit Forderungen überbracht hatte, von seinem Drachen töten ließ.

      Die Grafen versammelten schließlich ein Heer, um sich des Königs mit Gewalt zu entledigen, woraufhin Errad beschloss, die Feinde auf offenem Felde zu treffen. Die Truppen sollte sein Bruder Eleriond anführen, während er selbst seinen Drachen in die Schlacht reiten wollte. Die Kreatur war bereits größer als ein Elefant geworden, doch bisher hatte der König es nicht gewagt, ihn zu besteigen. Doch er spürte, dass nun der Zeitpunkt gekommen war. Er hatte seinem Bruder davon erzählt, dass der Drache in seinem Geiste mit ihm gesprochen hatte und ihm gesagt hatte, dass diese Schlacht seine Schicksalsstunde sein würde, und Eleriond war sich nicht sicher, ob sein Bruder wirklich mit der furchtbaren Bestie reden konnte, oder nur der Wahnsinn ihn befallen hatte; oft hatte er ihn nachts in der dunklen Halle gesehen, die dem Drachen als Hort diente – dort hatten sich Drache und König bis in die frühen Morgenstunde in die Augen geschaut, ohne dass ein Wort gefallen wäre.

      Das Heer Elerionds war wesentlich kleiner als das der Rebellen, auf die er vor dem Tor der Könige, dem Eingang des Tals von Niturin, traf. Errad hatte seinem Bruder versichert, dass nicht viele Soldaten nötig waren, da der Drache sie mit seinem Odem vernichten würde. Und tatsächlich: Als die Heere sich gegenüberstanden ertönte ein ohrenbetäubendes Brüllen und der Schatten der Bestie verdunkelte das Land. Wie ein Beute suchender Falke kreiste er über dem Feld und nicht nur die Feinde waren von der Furcht wie gelähmt, sondern auch die Königstreuen, die doch eigentlich begeistert sein sollten. Der Drache spie seine Flammen und wenngleich er noch weit über dem Boden war und nicht einmal auf die Soldaten zielte, sondern sie nur in die Luft schoss, spürten Prinz Eleriond und die Ritter und Soldaten die Hitze. Der Drache ließ sich zwischen den Heeren nieder und der Prinz ahnte, was der Plan seines Bruders war: Er wollte nicht, dass der Drache tatsächlich jemanden tötete, sondern nur zeigte, dass er dazu in der Lage war und niemand ihn aufhalten könnte. Der König stieg von der Kreatur und rief den Rebellen zu, dass sie das Knie beugen sollten, da er der größte aller Könige war und ihm selbst Drachen dienten. In diesem Moment und ohne Vorwarnung, so völlig plötzlich, dass es fast schon wie ein Witz wirkte, biss der Drache zu. Er packte den König und schüttelte ihn mühelos wie ein Hund ein Kaninchen, bevor er ihn entzwei biss. und biss zur Unkenntlichkeit verbrannte. Die Heere waren wie gelähmt während des Schauspiels und als der Drache sich umwandte und Eleriond mit seinem Blick ergriff, hatte der Prinz das Gefühl, als hätte die Bestie ein sadistisches Lächeln aufgesetzt. Eleriond wusste nie, ob es Einbildung war, doch es war ihm, als hörte er in diesem Moment, bevor der Drache seine Flügel ausbreitete und für immer in den Bergen verschwand, eine Stimme in seinem Kopf: »Sei ein bescheidener König als dein Bruder.«
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    • @Teja: Geckos <3 Auf denen würde ich auch so viel lieber reiten wollen als auf Käfern^^ Aber gibt es wirklich keine Käfer, die es da unten aushalten könnten? Und sind Geckos dazu nicht zu schleimig?
      @Nharun: War Euas dann auch so ein Starrkopf wie die meisten Esel? ;) Nein ernsthaft, normalerweise eignen sich Pferde viel besser zum reiten. Waren die früher nicht bekannt oder hatten sie einfach andere Aufgabengebiete?
      @Amanita: Coooole Idee! Nur Wasserstoffmagier könnten ein Problem haben, wenn sich das entzündet, oder funktioniert das nicht so?
      @Riothamus: Bergziegen lasse ich mir ja noch bieten aber Tausendfüßler :OOO So ziemlich das ekligste (außer Schnecken) was ich mir vorstellen kann.^^ Würmer o.a. dieser Größe könnten vielleicht auch zum Tunnelbau eingesetzt werden?
      @Elatan: Ziemlich hinterhältig, was sagt das nur über den Ziehvater aus?^^ Sind Drachen immer so böse oder nur dieses Exemplar? Aber ein schönes Beispiel was passiert, wenn man sein Haustier nicht unter Kontrolle hat^^

      *LobLobLobaufeinemgoldenenDrachenhereintrag*
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    • Und hier die Lobsbeeren!

      @Nharun Das ist eine echt coole Anekdote! Und dann ausgerechnet mit Eseln! Ich mag Esel Ist das wirklich passiert, oder ist es nur eine Legende?
      @Amanita Ein Goldpferd, hihi.
      @Riothamus Uh, die Zwerge, die mag ich immer! Ziegen als zwergische Reittiere haben was. Der Tausendfüßer wiederum gruselt mich. Diese Viecher sind einfach brrr. Nimmt der Wurm denn Rücksicht auf die festgeschnallten Zwerge, oder werden die auch schonmal zerdrückt?
      @Salyan Boah, der letzte Satz macht die Drachen echt niedlich! Ich stelle sie mir jetzt so richtig feder-flauschig vor. Was für ein Technologie-Level hat diese Welt denn, dass sie Drachen reiten und dabei Lufttanks verwenden?
      @Elatan Uh, der Drache war sauer! Das hatte Errad verdient, der Drache wollte sich halt nicht vorführen lassen! Ist Eleriond denn seinem Ratschlag gefolgt?

      Und Geckos sind überhaupt nicht schleimig!
      Braiiiins.
    • @Teja: Uh, coole Tiere, kann ich mir gut vorstellen!
      @Nharun: Na das ist doch mal eine schöne Geschichte. ;D Toll, dass es für Euas so gut ausging.
      @''Amanita': Interessant, wie Sauerstoff- und Stickstoffmagier so die Leute veräppeln.^^
      @Riothamus: Habe ich schon gesagt, dass ich deine Zwerge mag? Bestimmt nicht, oder? Neeein, ganz sicher wiederhole ich mich nicht ... ;D
      @Salyan: Ah, noch eine Drachengeschichte, aber deine Drachendame ist mir dann doch sympathischer;D


      Teja schrieb:

      @Elatan Uh, der Drache war sauer! Das hatte Errad verdient, der Drache wollte sich halt nicht vorführen lassen! Ist Eleriond denn seinem Ratschlag gefolgt?
      Ja, doch. Eleriond musste halt schon mit ca. 18 Jahren die ganzen Aufgaben seines doch recht eigensinnigen großen Bruders übernehmen und sah, wie schlecht so ein König wie Errad war. Ich denke mal, der Ratschlag des Drachen war auch weniger ein gut gemeinter Rat als eine Drohung.
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    • So, erstes Mal Speedbasteln mit Verspätung und totalem Kontrollverlust über mein Geschreibsel^^ Viel Spaß

      Spoiler anzeigen


      Es ist spät, die Nacht erwacht. Es kommt die Zeit, die aus Schläfern Jäger macht.

      Versteckt ist der Mond heute. Zwei Ada sind aus auf Beute.

      Nicht mit Bogen oder Speer. Für das Biest braucht es mehr.


      Veskal kniff die müden Augen zusammen, der Rauch machte ihn langsam schläfrig. Der junge Ada saß mit überkreuzten Beinen auf einer kleinen Lichtung im Wald. Vor ihm waren die Überreste einer Feuerstelle aus der nur noch grauer Rauch quoll. Weit hinter diesem Rauch saß sein Meister zwischen den Wurzeln eines Baumes. Sie waren bereits seit Stunden hier und die Wirkung des Rauchs ließ ihn immer weiter in einen Dämmerzustand gleiten. Nur ganz leise drang die Stimme des alten Ada zu Veskal.


      „Das Tier wird nicht auftauchen, wenn du es willst, sondern wenn es sich selber dazu entscheidet. Du hast dich zu dieser Prüfung bereit erklärt, vergiss das nicht. Nun musst du sie auch durchziehen.“


      Das war Veskal klar. Auch wenn er nicht wirklich die Wahl hatte. Er war in einer Position in der es nötig war sich zu beweisen. Und das konnte er nur in dem er die Bestie als Verbündeten gewann. Wenn er auf ihr ins Dorf zurückkäme würde ihn jeder als Häuptling akzeptieren. Nur starke und von den Geistern respektierte Ada konnten das schaffen.

      Die Stimme des Alten begleitete Veskal immer tiefer in den Traum. Die Bestie konnte man nicht jagen oder fangen, sie musste angelockt werden. Die Ada glaubten das dies nur mit den eigenen Träumen möglich war, mit Alpträumen. Man war der Meinung das nur jemand der seine eigenen Ängste in seinen Träumen besiegte von der Bestie akzeptiert wurde.


      „Schlafe. Träume. Grabe nach deinen dunklen Erinnerungen.“


      Das war nicht einmal schwer. Die Pflanzen die sie ins Feuer geworfen hatten und die den Rauch mit ihren Aromen sättigten ließen Veskal die reale Welt völlig vergessen. Er war nun in einer Traumwelt. Alles glich dem Wald um ihn herum, nur das es dunkler war. Die Schatten waren tiefer, der Wald unheimlicher. Hinter jedem Busch verbarg sich eine andere seiner Ängste. Zahlreich wie ausgehungerte Wölfe umkreisten sie ihn. Die Nacht verging. Veskal rang mit einem Alptraum nach dem anderen. Der alte Ada sprach leise weiter zu ihm. Über die Bestie.


      „Ihr Leib ist groß, größer als der eines Pferdes. Ihre Haut zäh, zäher als jedes Leder.“


      Im Traum meinte Veskal einen großen Schatten hinter sich zu haben.


      „Sie ist schnell wie ein Skaeda, und wendig wie ein Aal. Doch sie benötigt weder Flügel, noch Schleim.“


      Veskal blickte gehetzt in alle Richtungen, doch der Schatten entzog sich seinem Blick immer wieder.


      „Ihre Krallen werden so lang wie dein Unterarm. Keine Rüstung, egal ob Leder oder Stahl, kann ihnen widerstehen.“


      Im Traum ergriff Veskal die Panik. Die Schatten waren jetzt anders. Angsteinflößender, lebendiger. Der Rauch brannte ihm in der Kehle. Der Alte hatte ihm eingetrichtert unter keinen Umständen aufzustehen, doch das Gefühl der Gefahr machte ihn immer unkonzentrierter.


      „Beruhige dich. Vergiss nicht wer du bist. Du musst dich als würdig erweisen. Du entscheidest ob die Bestie dich als Jäger oder Beute ansieht.“


      Veskal zwang sich zur Ruhe und legte sich die Arme um die Schultern. Er musste dies durchstehen. Seine Pläne waren groß, und nur mit diesem Ungeheuer konnte er ihrer Verwirklichung ein Stück näherkommen. Zuerst das Dorf, dann der restliche Wald. Irgendwann würde er sämtliche Ada unter sich vereinen und über sie herrschen. So wie es sein Recht war. Er würde etwas besonderes leisten, und alle die ihn heute für zu schwach hielten würden ihre Meinung ändern. Oder auf Pfählen enden. Veskal war zu vielem bereit, da würde er sich auch nicht von einem Tier aufhalten lassen.


      „Viele unterschätzen die Bestie und halten sie für dumm und träge. Doch ihre Augen sehen mehr als die eines Ada. Auf der Suche nach Beute blickt sie in die Seele der Wesen und sieht alles. Hass und Bosheit, Angst und Krankheit, jene Eigenschaften die sie in Raserei verfallen lassen.“


      Die Worte des alten Ada drangen nur langsam zu Veskal. Doch sie brachten ihn trotzdem zu einer Erkenntnis. Und diese ließ ihn schaudern.


      „Sie sind lang und spitz, die Zähne der Bestie. Und ihr Maul ist voll davon. Jederzeit bereit ihre Beute zu erlegen.“


      Dies war der Moment in dem Veskal vor Angst schwitzend den Kopf hob. Seine Traumwelt war für ihn realer als es die Wirklichkeit jemals sein konnte.


      „Die Bestie entscheidet ob du Jäger oder Beute bist.“


      Heißer Atem traf Veskal im Genick. Er drehte sich um, und die Zähne schnappten zu. Ein Schrei durchschnitt die Nacht und ließ noch weit entfernt Ada an ihren Lagerfeuern zusammenzucken.


      Der alte Ada erhob sich langsam und machte ein par Schritte. Seine Knie schmerzten vom langen Sitzen. Rituale solcher Art waren einfach nichts mehr für ihn. Auf der Lichtung stand die Bestie und schnüffelte an Veskals Körper herum. Der lange Schwanz peitschte unzufrieden umher. Das Reptil schien unschlüssig.


      „Lass ihn. Er hat sich nicht als würdig erwiesen, das stimmt. Aber ohnmächtige und eingepisste Beute ist sicher nicht dein Geschmack.“


      Das Tier hob daraufhin nur einmal den Kopf und ließ die Zähne aufblitzen. Dann drehte es sich um und verschwand im Wald.

      Der alte Ada ging ebenfalls. Ohne Veskal eines weiteren Blickes zu würdigen. Es war schade. Das Dorf hatte Hoffnungen in den Knaben gesetzt. Aber der Alte wusste aus Erfahrung, manche waren nicht dazu bestimmt zu herrschen, und das war gut so. Die Bestie hatte eine gute Entscheidung getroffen.


      Es ist zu spät, die Chance verstrichen. Der falsche Jäger hat die Flucht ergriffen.

      Hell ist der Mond heute. Diesmal erlegte keiner die Beute.

      Eine wahre Geschichte lest ihr hier. In diesen Wäldern jagt der Gmir.
    • @Alkone: Der Gmir klingt ziemlich wild, aber auch irgendwie vernünftig. Ist es eine Art Reptil? Und hat es schonmal jemand geschafft das Vieh zu zähmen und zu reiten?


      Teja schrieb:

      Boah, der letzte Satz macht die Drachen echt niedlich! Ich stelle sie mir jetzt so richtig feder-flauschig vor. Was für ein Technologie-Level hat diese Welt denn, dass sie Drachen reiten und dabei Lufttanks verwenden?
      So flauschig hab ich sie mir nicht vorgestellt^^ Eher so ein Mix aus Dinosaurier mit Federn und Schlangen. Kanns mir aber nicht nicht so recht visualisieren.
      Zum Techlevel: Steampunk. Falls das reicht^^. War die Vorgängerwelt zu meiner Sci-Fa-Welt, aber wurde dann verworfen.


      Elatan schrieb:

      Ah, noch eine Drachengeschichte, aber deine Drachendame ist mir dann doch sympathischer;D
      Sie ist auch relativ nett ;) Aber dein Drache scheint dafür deutlich intelligenter :D
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

      - Prof. Dr. Henry Jones Jr.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Salyan ()

    • So, heute gibt es frische Lobsbeeren, die ob des Wetters auch schnell weg müssen:

      @Teja: Da bekommt man direkt Neugier, woraus die Unterweltwaren bestehen und insbesondere die Frage, ob sie (überall) legal sind, brennt mir auf den Lippen. Riesengeckos. Da stellt sich natürlich die Frage, was sie fressen und ob ihre Futtertiere dem Reiter gefährlich werden können. Ansonsten wirkt die Behandlung des Themas natürlich. Es passt alles zueinander und die Darstellung folgt den sich stellenden Fragen.

      @Nharun: Wie immer ein präzise ausgearbeiteter Text, den man gleich so drucken könnte. Eine schöne Anekdote, die den Eindruck erweckt, so auch von der Erde stammen zu können. Waren die Kriegsesel so wie die Wildesel, die im Alten Orient dafür benutzt wurden, oder eher so wie unsere Hausesel?

      @Amanita: Da wird es dann gleich magisch und wir können wieder fasziniert verfolgen, wie du dein Magiesystem anwendest oder ausbaust. Ich mag es ja, wenn die Magie irgendwie nachvollziehbar bleibt und es nicht einfach heißt: Das ist halt Magie. Wie sieht ein Reittier aus Schwefel aus? Hast du eigentlich noch Elemente zusätzlich zu den irdischen?

      @Salyan: Und zur Krönung des Speedbastelns wird uns heute das Erlebnis eines Drachenflugs gewährt. Es ist nicht der übliche ruhige Flug und es ist so gut geschrieben, dass ich mich nach der Lektüre tatsächlich etwas kühler fühle. Da ich von Federn las, stellt sich die Frage nach dem Aussehen deiner Drachen?

      @Elatan: Eine schöne Geschichte und nachvollziehbar erzählt. Wollte der König oder wollte der Drache niemanden töten? Diesmal hast du viele Personen und Gegenden genannt, was dem Ganzen tiefe verleiht. Auch die Entwicklung von König und Reich samt Opposition ist glaubhaft beschrieben. Das ist wirklich mal eine Geschichte, die es lohnt, zur Grundlage von etwas längerem zu werden.

      @Alkone: Ein schön komponierter Text und ein ganz besonderes Reittier. Fragen kommen mir viele. Durchläuft jeder Ada dieses Ritual? Wie groß wäre dann der Herrschaftsbereich eines Häuptlings? Wie groß der Wald? Und was ist der eigentliche Hintergrund des Rituals? Aber es sind zu viele Fragen, sie alle hier zu stellen. Wenn das dein erstes Speedbasteln ist, ist es ein beeindruckender Einstand. Und das einen das Basteln fortzieht und es nicht mehr unter Kontrolle ist, kommt dabei durchaus vor.
    • Teja schrieb:

      Und Geckos sind überhaupt nicht schleimig!
      Nicht?^^ Okay, dann hab ich nichts gesagt :fluecht:

      Riothamus schrieb:

      @Salyan: Und zur Krönung des Speedbastelns wird uns heute das Erlebnis eines Drachenflugs gewährt. Es ist nicht der übliche ruhige Flug und es ist so gut geschrieben, dass ich mich nach der Lektüre tatsächlich etwas kühler fühle. Da ich von Federn las, stellt sich die Frage nach dem Aussehen deiner Drachen?
      Dankeschön =)
      Das ist ein bisschen problematisch, sie sind momentan angelehnt an Ojutai aus MTG. Ich versuch mal sie zu beschreiben: Sie haben einen langen, schlangenänlichen und geschuppten Körper, vier lange Beine mit Krallen und einen kurzen Kopf, manchmal mit dicken Hornplatten besetzt. Die Flügel sind lang und tragen eben Federn statt Lederhäuten. Google einach "Ojutai".
      Natürlich könnte ich sie auch gänzlich in Federkleid hüllen, weiß aber nicht so recht, ob ich das will. Dazu ist die Welt noch viel zu neu (das war erst der zweite Text, den ich dazu verfasst hab) und noch ist nichts festgelegt. Aber für den Moment sehen sie so aus wie gerade beschrieben. In jedem Fall werden die Federn bleiben, da sie eindeutig vorteilhafter sind als Lederhäute.
      "Archäologie ist die Suche nach Fakten. Nicht nach der Wahrheit. Wenn Sie an der Wahrheit interessiert sind, Dr. Tyries Philosophiekurs ist am Ende des Ganges. Also vergessen Sie diese Geschichten von verborgenen Städten und die Welt umzugraben. Wir folgen keinen alten Karten, entdecken keine vermissten Schätze und noch nie hat ein X irgendwann irgendwo einen bedeutenden Punkt markiert."

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    • Nun zu meinem Geschreibsel:

      Tausendfüßler sind nicht eklig. Jedenfalls nicht die größeren Exemplare. Das sind nur säugetieristische Vorurteile. ;) Ja, ich weiß, dass viele Menschen sich vor Tausendfüßlern gruseln oder ekeln. Ich fand die aber immer interessant und wollte sie schon immer in Übergröße verbasteln.

      @Salyan: Es ist noch nicht ganz klar, ob es Würmer, Tausendfüßler oder nur ein ähnliches Tier ist. Da steckt noch etwas im Hintergrund, dass ich erst noch basteln muss, damit ich es richtig sehen kann. Das Thema passte mit langen Reittieren für mehrere Zwerge schön dazu, aber ich musste eine ganze Menge als Gerücht beschreiben, weil einige Aspekte der Minen gerade entstehen.

      @Teja: Wie schon beschrieben, kann am Panzer der Tiere so einiges befestigt werden. Es ist mir noch nicht ganz klar, ob es sich um eine Art Überrollbügel, Abstandshalter oder eine Art Spurführer handelt. Irgendwie sind diese Würmer auch noch nicht tiefenzwergisch genug. Aber das kommt wahrscheinlich mit der Schilderung aus Sicht der Zwerge.

      @Elatan: Ja, die Zwerge. Die ganz ganz tiefen Zwerge verdanken ja auch dem Speedbasteln ihr entstehen.

      Zu den Ziegen ist zu sagen, dass zumindest ein Zwergenvolk solche hält. Seit ich damit berittene Halblinge gesehen habe, muss es bei mir einfach zwergische Ziegenreiterei geben. Ob es da Ansätze bei den ganz tiefen Zwergen gibt, kann ich noch nicht sagen. Ziegen sind so oberflächlich. Vielleicht einige junge hochgefährdete Zwerg, die Rennen veranstalten vielleicht. (Ziegenrennen gibt es traditionell z.B. auf Tobago.) Wieder mal so ein Bastelthema, in dem noch eine ganze Menge Inspiration steckt.
    • @Alkone Tolle Geschichte! Ich hab mich richtig mitgegruselt!

      Riothamus schrieb:

      @Teja: Da bekommt man direkt Neugier, woraus die Unterweltwaren bestehen und insbesondere die Frage, ob sie (überall) legal sind, brennt mir auf den Lippen. Riesengeckos. Da stellt sich natürlich die Frage, was sie fressen und ob ihre Futtertiere dem Reiter gefährlich werden können. Ansonsten wirkt die Behandlung des Themas natürlich. Es passt alles zueinander und die Darstellung folgt den sich stellenden Fragen.
      Gute Frage, weiß ich selbst noch nicht! Die Unterwelt nicht noch weitgehend unerforscht! Aber es gibt Rieseninsekten, die sicher als Geckofutter geeignet sind.
      Braiiiins.
    • Ein schöner erster Beitrag, Alkone, auf den ganz viele weiter folgen werden, nicht? ;D

      Salyan schrieb:

      Sind Drachen immer so böse oder nur dieses Exemplar?
      Ich denke, man kann schon aus Sicht eines Menschen sagen, dass Drachen generell eher "böse" sind, da sie Menschen (und eigentlich sämtliche andere Lebewesen und mit wenigen Ausnahmen auch andere Drachen) als minderwertiger ansehen und dort, wo sie leben, auch immer an der Spitze stehen wollen und das auch mit aller Gewalt durchsetzen.

      Riothamus schrieb:

      Wollte der König oder wollte der Drache niemanden töten?
      Sowohl als auch - aber aus unterschiedlichen Gründen. König Errad wollte (angeblich auf Rat seines Bruders) die Rebellen wirklich nur einschüchtern, um sie so wieder auf seine Seite zu bekommen. Der Drache hingegen hätte wohl auf der einen Seite schon ganz gerne gewütet, sich aber dagegen entschieden, da er nicht den Eindruck erwecken wollte, er täte dies für den König und ohnehin sich die Mühe gar nicht machen wollte: EIn Löwe würde sich schließlich auch nicht groß mit Mäusen abplagen.

      Und tatsächlich tötete er ja dann doch: Der Mord am König war wohl eine große Genugtuung für ihn und er hatte sich wahrscheinlich auch ganz bewusst dazu entschieden, den König so vor aller Augen nicht nur zu töten, sondern auch noch komplett zu verbrennen, um nicht nur Errad selbst, sondern auch die Menschen zu demütigen und noch einmal zu zeigen, wer wo in der Nahrungskette steht. Das ganze ist, um nochmal auf Rios Frage zurückzukommen, sogar ganz normales Drachenverhalten. Denn sie töten auch ihre richtigen Eltern, wenn sie merken, dass diese ihnen unterlegen sind und sie ihnen in die Quere kommen.
      Straße war gestern, du siehst mich im Board
      Ich häng im World Wide Web, das ist kein friedlicher Ort
      Opfer, wag einen Blick auf die oberen Ränge
      Schieb Respekt; ich bin Forenlegende.


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