[Ruga] Bastel-Plot-Thread

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    • [Ruga] Bastel-Plot-Thread

      Liebe Bastler*nnen,

      da bin ich wieder und stelle gleich mal eine Welt vor, in der ich im Moment viel Kopfurlaub mache.

      Ruga wurde ursprünglich während einer Reise nach Lissabon erfunden. Ich wollte schon immer eine Welt, in der die Inquisition, Magier und Monster, die aus einer anderen Welt eindringen, eine Rolle spielen. Geschichten, die in einer solchen Welt angesiedelt sind, hatte ich bereits vorher geplant. Nur die entsprechende Welt fehlte noch. Damals habe ich sie dann in die Existenz gerufen. Ruga sollte ursprünglich nach dem lateinischen Wort für „Spalte“ benannt werden (nach den Spalten, die in eine andere Welt führen können). Mir fiel aber auf die Schnelle nur das Wort für „Runzel“ ein; ruga. Der Klang gefiel mir. Geboren war Ruga, die „Runzelwelt“.

      Seitdem habe ich Ruga immer mal wieder hervorgekramt und im Kopf verschiedene Szenarien durchgespielt. Die Inquisition, Magier und Monster-Bekämpfung sind bis heute wichtige Merkmale dieser Welt geblieben. Ursprünglich hatte ich ein historisches Setting etabliert. Mittlerweile dient mir dieses historische Setting als Hintergrund für eine moderne Version von Ruga, die sich auf dem heutigen Stand der Technologie befindet (es gibt sogar Teilchenbeschleuniger!). Es ist aber auch gut möglich, dass ich das historische Setting wieder aufgreife.

      Ruga ist (wie auch z. B. Lapoi) eine Romanwelt. Das bedeutet in meinem Fall: Sie wird nicht systematisch bebastelt, sondern wächst, während ich plotte und schreibe. Meine Geschichten richten sich tendenziell an ein größeres Publikum. Das heißt, ich versuche meine Welten so zu basteln, dass "normale" Fantasyleser*innen folgen können (was mir übrigens nach Rückmeldung eines großen Verlags völlig misslungen ist ;) ). Ruga enthält sehr viele Elemente, die Entsprechungen in der realen Welt haben. Das ist Absicht und gibt mir in diesem Fall auch z. B. die Möglichkeit, aktuelle Probleme, politische Entwicklungen usw. aufzugreifen.

      Im Augenblick arbeite ich an einer Romanserie, die auf dem Äquivalent einer karibischen Insel auf Ruga spielt.

      Ruga, ganz grobe Fakten:
      • Ruga wird ausschließlich von Menschen bewohnt.
      • Es gibt Magie.
      • Religion spielt eine wesentliche Rolle.
      • Relevant sind bisher zwei Kontinente (wahrscheinlich gibt es noch mehr): Quaia und die Neue Welt. Die dominante Religion stammt ebenso wie die Inquisition aus Quaia.
      • Im Lauf der Geschichte wanderten Menschen aus Quaia in die Neue Welt ein, töteten die Indigenen (die Nopoye) und eroberten ihr Land. An dieser Eroberung war auch die Inquisition wesentlich beteiligt. Dabei „bekehrten“ die Eroberer die überlebenden Nopoye und erklärten deren Religion zu Frevel und Ketzerei. Diesen Status hat sie, wo sie noch ausgeübt wird, weitgehend noch heute.
      • In einigen Ländern der Neuen Welt sind die Nopoye mittlerweile gleichberechtigt, in anderen nicht.
      • Das größte, mächtigste und modernste Land der Welt befindet sich in der Neuen Welt und heißt Neu-Calun. Die Inquisition ist dort sehr aktiv.
      • Wo die Inquisition aktiv ist, übt sie auch bedeutenden Einfluss auf die Politik aus.
      • Die heutige Funktion der Inquisition ist es, für „magische Sicherheit“ zu sorgen. Man könnte sie als religiös-militärische Organisation bezeichnen.
      • Die Inquisition lehnt Magie grundsätzlich ab, ist aber trotzdem der wichtigste Arbeitgeber für Magier („Inquisitionsmagier“), die nach einer speziellen Ausbildung an der Seite der Inquisitoren gegen „das Böse“ kämpfen - mag es sich hierbei um Monster, Schwarzmagier oder missliebige Systemgegner handeln.
      • Es gibt auch akademische Magier, die mit staatlicher Lizenz ihren Forschungen nachgehen dürfen. Sie sind gewöhnlich staatlichen Einschränkungen und Kontrollen unterworfen.
      • Verschiedene Traditionen/Institutionen/Religionen/Forschungsrichtungen vertreten und diskutieren verschiedene Konzepte über die Beschaffenheit und Funktion von Seelen. Da Seelen offenbar auf Ruga tatsächlich existieren, sind das bedeutende Fragen. Natürlich beansprucht die dominante Religion für sich, die Wahrheit zu vertreten.
      • Es scheint relativ leicht zu sein, die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits mittels Magie zu durchbrechen. Selbst ein Doktorand der Nekromantie kann das. ;)
      • Das Jenseits beinhaltet eine Menge übernatürlicher Wesen: Seelen, Geister, Engel, Dämonen, Götter u. ä. Ob es sich dabei um unterschiedliche Arten von Wesen oder um generell dieselben handelt, hängt von der Philosophie des Betrachters ab.
      • Die Inquisition lehnt das Durchbrechen der Grenze ab. Die Religion der Nopoye dagegen basiert darauf, mit Geisterwesen Kontakt aufzunehmen.
      Das wird schon wieder ziemlich lang. Ich mache erstmal Schluss. :)
      Später gern mehr Spezifisches.
      Musa, mihi causas memora

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yambwi ()

    • Tja, was nicht eine tolkieneske EDO-Welt ist, gilt heute wohl schon als abwegige Fantasy. Allerdings sind Welten, die sozusagen zwischen der realen Welt und Fantasy stehen, tatsächlich oft nicht angekommen.

      'Reine' Fantasy kann noch als modernes und künstliches Märchen oder Sage verstanden werden, wenn jemand einen nur flüchtigen Blick auf die Gattungen wirft. Texte derselben Autoren, die durchaus Fantasy loben, kritisieren es dann als Genre-Mix, wenn die Bezüge zur Realität größer werden oder wehren sich gegen andere eingebildete Mängel, wobei sie eigentlich nur zeigen, dass sie die Gattungen nicht verstanden haben, insbesondere Fantasy immer noch nicht als eigenständig begreifen. Durch entsprechende Kritiken steht dem dann leider auch das Publikum ohne Verständnis gegenüber.

      Dabei wird meiner Erfahrung aus vielen Diskussionen nach auch das Wort Tolkiens, dass er keine Allegorie geschaffen habe, genutzt, um Bezüge zu unserer Welt gänzlich und auch bei anderen Autoren abzulehnen, selbst wenn der Autor solche ausdrücklich erwähnt. Ein prominentes Beispiel war da Terry Pratchett. Aber seine Scheibenwelt kann eben auch als Satire auf andere Fantasy verstanden werden. Und Tolkien beschreit schon als Hintergrund Erfahrungen, die seit Beginn der Industrialisierung bis in unsere Zeit gemacht werden können und vielfach von Dichtern und Autoren verarbeitet sind. Die Erfahrungen großer Kriege, die mit der Überzeugung für das Gute und gegen das Böse zu kämpfen gefochten werden gehören heute -Gott sei Dank- der Vergangenheit an, auch wenn die Propaganda da ein anderes Bild entwirft, doch gehörte es eben zur Realität des 20. Jahrhunderts. Es ist interessant, dass Tolkien sich noch dagegen wehren musste, dass seine Fantasy nur Allegorie, d.h. in dem Fall als Bild unserer Welt gesehen wurde, während seine Erfahrungen ja nur als Aspekte auftreten und das eigentliche Ziel die Literatur und die Welt seiner Sprachen war, während heute Bezüge als negativ und störend gesehen werden.

      Schon als der erste Herr-der-Ringe-Film Jacksons in die Kinos kam, war zu befürchten, dass nun eine Menge schlechter Fantasy auf den Markt kommt und nur noch EDO-Welten mit Konflikten á la Tolkien als Fantasy akzeptiert werden und das Genre aus Profitsucht zu einer neuen Trash-Form verkommt. Und bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch geschehen, wenn in mancher Hinsicht auch nur vorübergehend.

      Und Verlage wollen eben das, was die Leser erwarten. Und dabei ist vieles, was du beschreibst, geradezu klischeehaft für alle in der westlichen Welt sozialisierten Leser verständlich. Die Beschreibung lässt einen nicht hilflos dastehen und sich das Bild der Welt mühsam erarbeiten, wie es oft der Fall ist. Das macht Neugier auf mehr. Ich sehe nicht, wo da eine Schwierigkeit des Zugangs sein sollte. Jedenfalls kann ich "Das versteht das Fantasy-Publikum nicht." so nicht nachvollziehen, und es heißt in diesem Fall wohl eher heißt "Tut uns leid, aber wir wollen etwas für eine andere Zielgruppe." oder gar "Wir wollen einfache, vorhersehbar und etwas trashige Fantasy, weil das Publikum so ist.". Dazu muss man nicht erst deinen Roman anlesen. Ja, ich bin gerade wieder in einer pessimistischen Phase, was unsere Kultur angeht und mag daher übertreiben. Aber das ist doch ein gut zu beobachtendes Phänomen. Früher gab es -in der Regel- drei Arten von Fantasy: Für junge Leser, für Leser mit etwas Anspruch und für Leser, die Abenteuer-Literatur erwarteten. Diese Zeiten sind leider vorbei. Vieles, was da auf dem Markt ist, ist nur noch Klischee. Verlage müssen Geld verdienen, was immer so war. Doch heute sehen wir das Bild einer Industrie, die nur ein von der Marktforschung entworfenes Bild optimal verwirklicht sehen will. So hat man einst Phantomas, Die Geheimnisse von Paris und ähnliche Groschenhefte oder Fortsetzungsgeschichten geschrieben. Und würde man in die Romanversion der Geheimnisse von Paris noch einen finsteren Magier einfügen hätte man denn auch schon -lässt man mal die Besonderheiten des 19. Jahrhunderts außer acht- solche Fantasy. Nicht umsonst werden solche Geschichten des 19. Jahrhunderts immer wieder aufgelegt, auch wenn vielen die Sprache langsam zu schwierig wird und Erotik sowie Gewalt zurückhaltender dargestellt werden, als in den letzten Jahrzehnten üblich geworden.

      Da bin ich dann froh, nur für mich zu schreiben.

      Nun, wie gesagt, ich bin gespannt auf weitere Informationen über Ruga.

      Ist die Inquisition kirchlich oder staatlich?
    • Welche Form hat denn Ruga?

      Und wie funktioniert die Magie, oder welche Art von Zaubern sind möglich? Wie erkennt ein Inquisitor (oder Inquisitionsmagier) einen Magier?

      Können auch Nopoye Mitglieder der Inquisition werden? (teilweise Gleichberechtigung klingt zumindest danach - aber vermutlich schwierig, wenn einer mal in ein Land reisen will, in dem das nicht der Fall ist)
      Und gibt es auch Nopoye, die nach Quaia übersiedeln? (Vielleicht, weil die Inquisition da nicht so massiv vertreten ist)
      nobody.
    • Das Ganze hört sich erst mal hübsch und stimmig an. Es erinnert mich natürlich an die reale Kolonisation Amerikas, was aber nichts Schlechtes sein muss. Die Abwesenheit nicht-menschlicher intelligenter Lebensformen hat was für sich, die machen meiner Meinung nach in Fantasy-Welten eh mehr Probleme als Sinn, gerade in Romanen, die geraten all zu leicht zu "Menschen + X - Y", da macht man am besten gleich Menschen draus, auch wenn damit ein paar "coole" Features wie Unsterblichkeit, spitze Ohren oder Infrarotsicht aus dem Fenster gehen.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • @Riothamus
      Wow, das ist mal ein langer Beitrag. Das müssten wir mal ausführlicher bei einem Bier oder so besprechen. :)
      Ich weiß seit meiner Zeit in der Schule viel besser, wie Leute "ticken" und kann verstehen, warum viele oder die meisten keine originellen Bücher möchten. Natürlich wirkt sich das auf den ganzen Markt aus. Nischenprodukte können von Massenmedien nicht bedient werden.
      Es gibt ja noch den relativ umfangreichen Bereich der "Frauenfantasy", der größtenteils aus klischeehaften Romanzen besteht. In diesem Genre findet man auch die meisten Veröffentlichungen von Frauen. Frauen, die Fantasy über Krieg, Politik und originelle Settings schreiben und veröffentlichen, sind dagegen selten. Ich wage mal die Theorie, dass es nicht daran liegt, dass Frauen sowas grundsätzlich nicht schreiben oder keine Ahnung davon haben. :P

      Phantomas + das Paris des 19. Jahrhunderts + ein finsterer Magier = mag ich. ^^ Aber das wäre sicher schon wieder zu orginell.

      Naja. Zurück zu Ruga.


      Ist die Inquisition kirchlich oder staatlich?
      Kirchlich. Sie arbeitet aber eng mit dem Staat zusammen. Ob sie ihm im Zweifelsfall untersteht, wäre eine interessante Frage.


      Welche Form hat denn Ruga?

      Es dürfte unserer Welt ziemlich ähnlich sehen. Anderes ist für mich ehrlich gesagt zu schwierig zu basteln und wäre in Romanen auch ungünstig.

      Wie genau Magie funktioniert und welche Zauber möglich sind, wäre ein Punkt, den ich noch klären muss. Bisher hatte ich mit Heilungsmagie und Nekromantie zu tun. Das funktioniert schon mal. ;) Das Aufbrechen der Sphären, das z. B. für Nekromantie nötig ist, funktioniert offenbar mittels Bannkreisen mit bestimmten Symbolen.

      Wie erkennt ein Inquisitor (oder Inquisitionsmagier) einen Magier?

      Das hatte ich schon mal angedacht und bastle es spontan fertig. Magier sind behördlich registriert, und vermutlich steht auch im Ausweis, ob jemand magisch begabt ist oder nicht. In Ländern, die zur Überwachung neigen, können Magier auch "gechippt" sein. ^^ Historisch hatten Magier Brandzeichen oder Tätowierungen. Akademische Magier tragen auch heute noch oft altmodische Roben.
      Man kann sie also nicht "todsicher" identifizieren.

      Können auch Nopoye Mitglieder der Inquisition werden? (teilweise Gleichberechtigung klingt zumindest danach - aber vermutlich schwierig, wenn einer mal in ein Land reisen will, in dem das nicht der Fall ist)
      Das ist eine spannende Frage! :D Den Fall hatte ich noch nicht, aber ich bekomme Lust auf eine entsprechende Geschichte.
      Ich denke, es ist so, wie du sagst: In Ländern, wo Gleichberechtigung herrscht, könnte wohl auch ein Nopoye Inquisitor werden. Allerdings existiert die oft nur auf dem Papier, und ein Nopoye müsste sich sicher stärker beweisen als die anderen Inquisitoren.
      Dass Nopoye Inquisitions-Magier werden, erscheint mir dagegen ziemlich wahrscheinlich. Sie sind ohnehin etwas häufiger magisch begabt, und so könnt die Inquisition den "Wilden" gleich noch "gehirnwaschen" und komplettüberwachen. Sicher sieht man sogar in Neu-Calun oft den hellhäutigen Inquisitor mit seinem dunkelhäutigen Nopoye-Magier-Partner.
      (Ja, die "Eroberer" sind hellhäutig und die Indigenen dunkelhäutig.)

      Und gibt es auch Nopoye, die nach Quaia übersiedeln? (Vielleicht, weil die Inquisition da nicht so massiv vertreten ist)

      Auf jeden Fall! Und sicher auch aus anderen Gründen.

      @Weeping Elf
      Du hattest deine Antwort offenbar geschrieben, während ich hier noch am Tippen war, daher ergänze ich mal.
      Danke erstmal! :)
      Ja, sicher, die Besiedlung der Neuen Welt ist an die Amerikas angelehnt. Mit voller Absicht. ^^ Neu-Calun ist auch an die USA angelehnt. Die geben ja eh gerade ein super Feindbild ab. Daran werde ich noch Freude haben.

      Bei den Nichtmenschen kann ich dir nur zustimmen. Diese Nichtmenschen verkörpern oft nur ein bestimmtes ein Klischee von Menschen. Wobei ja auch bei erfundenen Menschengruppen dasselbe Problem auftreten kann ...
      Musa, mihi causas memora

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    • Bezüglich rein menschliche Bewohner: Och, und warum sollen damit auch die genannten "coolen Features" aus dem Fenster gehen? Magie ist ja eigentlich auch so etwas, von dem man allgemein annimmt, dass Menschen dazu eigentlich nicht in der Lage sind - und man kann ihnen (oder einzelnen von ihnen, als Mutation oder was auch immer) in der Fiktion diese Fähigkeit trotzdem verpassen. :D

      Ansonsten bleibt das Konzept für mich interessant :) Haha ja, eine Welt in Kugelform ist wirklich einfacher ... wobei man ja letztendlich in den meisten (oder vielen) Fantasyromanen eh nichts davon mitbekommt, welche Form die Welt eigentlich hat, fällt mir da gerade ein. Wenn der Autor es nicht grad wie Terry Pratchett macht und in jedem Buch erneut beschreibt, wie die Gesamtkonstruktion der Welt aussieht. Ist aber ja auch irgendwie eine Frage des Settings, ob die Weltform für die Geschichte überhaupt relevant ist (um die bedrohliche Stimmung einer gerade zerbrechenden Welt zu erzeugen oder als humoristisches Element etc.).

      Welche Motivationen hatten denn die Einwanderer so, auf den anderen Kontinent zu expandieren? Bodenschätze? Tatsächliche Ressourcenknappheit? Neu- oder Machtgier? Was ganz anders? Gibt/gab es Sklaverei?
      nobody.
    • @aeyol
      Welche coolen Features würden den Menschen denn fehlen? Sowas wie Nachtsicht, Fliegen ... Oder verstehe ich da was falsch?

      Ja, meistens ist die Form der Welt in Geschichten eher irrelevant. Und wenn man da originell ist, wird es schnell schwierig, dass alles andere noch Sinn ergibt, finde ich. :)


      Welche Motivationen hatten denn die Einwanderer so, auf den anderen Kontinent zu expandieren? Bodenschätze? Tatsächliche Ressourcenknappheit? Neu- oder Machtgier? Was ganz anders? Gibt/gab es Sklaverei?
      Das war sicher so ähnlich wie in unserer Welt auch: Zuerst waren wirtschaftliche Interessen und Neugier vorhanden sowie Machtgier - sicher in der Form, dass andere das Stück vom Kuchen wegschnappen könnten. Als die Besiedlung der Neuen Welt begann, hat sicher auch Ressourcenknappheit für Aussiedler eine Rolle gespielt.

      Ja, Sklaverei gab es. Viele Nopoye wurden früher versklavt. Mittlerweile existiert aber offiziell keine Sklaverei mehr. Sklaverei-ähnliche Verhältnisse in Form fürchterlicher Arbeitsbedingungen u. ä. gibt es auch heute noch.
      Musa, mihi causas memora
    • Die Bemerkung bezog sich auf WeepingElfs
      da macht man am besten gleich Menschen draus, auch wenn damit ein paar "coole" Features wie Unsterblichkeit, spitze Ohren oder Infrarotsicht aus dem Fenster gehen.

      Weil ich eben der Ansicht bin, dass man auch bei Menschen gar nicht mal auf derartige "coole" Features zu verzichten braucht, wenn man sie gerne drin haben will. :) - also nicht bloß wegen irgendwelcher Zusatzfeatures gleich eine komplett neue Spezies erfinden muss. Naja, siehe auch z.B. X-Men. Auch wenn die dann als "Mutanten" bezeichnet werden, haben sie ja zumindest eine Menschen-Basis. Ach, oder die Blade Runner-Mutanten. Wann Mutation anfängt und was noch in den "typisch menschlich"-Spielraum gehört, kann man doch letztendlich selbst entscheiden.

      Und außerdem könnte man in der eigenen Welt doch auch Menschen haben, für die es ganz normal ist, dass alle zaubern, fliegen oder im Dunkeln sehen können.

      Gibt es Widerstandsgruppen und gab es schon Rebellionen? Und gibt es sowas wie ein "gallisches Dorf"? ;)
      nobody.
    • Zumindet für mich hört sich das Ganze auch sehr interessant an. Meine eigene Welt geht ja von der Grundtendenz her in eine ähnliche Richtung, also modern mit teilweise ähnlichen Problemen wie in der realen Welt. Ich fühle mich also durch sowas angesprochen und würde das auch liebend gerne kaufen können, aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass schon seit längerem nichts mehr in den Standard-Buchhandlungen verkauft wird, was ich wirklich interessant finde.
      Da gibt es diese langweiligen paranormalen Romanzen für die Frauen und irgendwelche "Blut und Puff-Fantasy" für die Männer, die in glücklichen Zeiten spielt, wo man Konflikte noch mit Waffen lösen konnte und so nervige Themen wie Gleichberechtigung von Frauen keine Rolle gespielt haben (ganz wichtig :alt: ). Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich das wieder ändert. Da wird jetzt halt versucht, die Beliebtheit von Twilight und Game of Thrones auszunutzen...
      Ich würde behaupten, der große Erfolg von Harry Potter hat gezeigt, dass es durchaus Interesse an Fantasyliteratur gibt, die das Fantastische mit der realen Welt vermischt und reale Probleme thematisiert.
      Die Frage ist nur, wie man das am besten verpackt, um wieder einen Erfolg zu landen.

      Nachdem ich aber im Zusammenhang mit NaNoWriMo und so auch schon intensiver die amerikanischen Diskussionen zu Political Correctness-Themen verfolgt habe, kann ich mir aber vorstellen, dass dein doch sehr amerikaähnliches Setting mit weißen Eroberern und einer dunkelhäutigen Minderheit unter Umständen zu Problemen führen könnte, mit all diesen Ideen, dass es einer weißen Person nicht zusteht so eine Geschichte zu erzählen, die da vehement vertreten werden. In einem anderen Forum hast du ja auch noch erwähnt, dass du das Thema Abtreibung intensiver behandeln möchtest (ich habe die Ländernamen wiedererkannt ;) ) und auch das würde zumindest ein amerikanischer Verlag in der Form möglicherweise schon deswegen nicht anfassen. Darüber wie die Deutschen das handhaben, weiß ich deutlich weniger, aber bei der vielen USA-Anbiederung, die ja trotz Trump immer noch stattfindet, könnte das da auch ein Thema sein.
      Das alles schreibe ich jetzt nur im Zusammenhang mit der Vermarktbarkeit. Ich halte explizit nichts davon, sich beim Weltenbasteln irgendeiner Selbstzensur zu unterwerfen.
      Da ist es aber vermutlich leichter, wenn statt Schwarzen Muggelstämmige diskriminiert werden, das Thema also in irgendeiner Form so stark verfremdet ist, dass man nicht mit einem Mal mitten in einer kontrovers und unschön geführten realen Debatte steckt, die dann unter Umständen auch den Verlag selber treffen kann.
    • @aeyol
      Ja, denke ich auch. Allerdings ist bei einigen coolen Features dann die Frage, wie weit jemand noch ein Mensch ist.

      Über deine Fragen muss ich noch mal nachdenken … ich weiß, dass es - auch erfolgreiche - Sklavenaufstände gab, aber heutzutage käme das natürlich nicht mehr vor.

      @Amanita
      Ach ja, im Zirkel bist du ja auch unterwegs.
      Hm, danke für deine Gedanken. Es frustriert mich jetzt gerade etwas, weil das hier das einzige Projekt ist, was ich momentan habe, aber das kannst du ja nicht wissen. ;)
      In "Flügel aus Asche" wird die Hauptfigur auch wegen ihrer dunklen Haut diskriminiert - das hat nie jemanden interessiert. Es wurde nicht mal in den Kritiken erwähnt. Ich hatte damit gerechnet, dass da Beschwerden kämen, aber das ist nie passiert. Ich glaube, der deutsche Markt ist da nicht besonders sensibel. In "Talvars Schuld" ist die Hauptfigur auch dunkelhäutig. Da hat das aber keinen diskriminierenden Effekt und war erst recht allen egal.

      Abgesehen davon ist diese Reihe auch nicht für die Vermarktung durch Publikumsverlage bestimmt. Leider. :P

      Dass es von Angehörigen bestimmter Gruppen, die diskriminiert werden oder sich so fühlen, abgelehnt wird, dass andere als Angehörige ihrer eigenen Gruppe über ihre Probleme schreiben, habe ich auch schon miterlebt. Ist in meinen Augen aber nicht sinnvoll. Wenn es allein um Diskriminierung geht: Damit habe ich Erfahrung. Dass man als Autor*in einen bestimmten Hintergrund haben sollte, um mit einem bestimmten Thema erfolgreich zu sein, ist offenbar Fakt. Wobei ich das Gefühl habe, auch das ist auf dem deutschen Markt weniger ausgeprägt. Ich hätte allerdings wenig Lust, nur auf meinem eigenen Hintergrund aufzubauen.

      Sollte ich wirklich schaffen, etwas Strittiges zu schreiben, wäre es etwas Erfolgreiches. ;)

      Was mich an meiner Geschichte momentan eher noch stört, ist, dass ich nur einen Halb-Nopoye unter den Hauptfiguren habe. Denn da kann dann auch wieder das gegenteilige Argument greifen: Wenn schon alles "divers" ist, warum dann nicht gleich eine dunkelhäutige Hauptfigur?
      (Theoretisch könnte man natürlich aus den Nopoye Elfen oder Orks machen oder Katzenmenschen ...)

      Naja, das ist eher Schreib- als Bastel-Talk.
      Musa, mihi causas memora

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von Yambwi ()

    • Das Ganze erinnert mich auch an ein derzeit auf Eis liegendes Projekt von mir, nämlich Rosæ Crux, was eine Fantasy-Welt mit moderner Technologie und Kultur, aber auch Magie sowie Elben und Zwergen (die aber "nur" Menschenvölker sind); und zwar in Form einer Alternativgeschichte, die in der Zeit von König Artus abzweigt (er unterlässt es dort, auf Anstiftung durch seinen Kaplan gegen die Elben Krieg zu führen, wie das hier in einigen Versionen der Artussage geschehen sein soll und auf dem Elbenpfad in der Tat geschehen ist). Das Ganze ist aber momentan in einem ziemlich unordentlichen Rohzustand, weshalb ich dazu noch nicht allzu viel sagen kann und hier auch nicht sagen werde.

      Nachtrag: es gibt eine erste Skizze, die auch noch weitestgehend aktuell ist (hat sich seither noch nicht viel getan) in diesem Forum.
      ... brought to you by the Weeping Elf
    • Yambwi schrieb:

      Es frustriert mich jetzt gerade etwas, weil das hier das einzige Projekt ist, was ich momentan habe, aber das kannst du ja nicht wissen.
      Das tut mir leid, das war nicht meine Absicht. Ich hatte das Thema angesprochen, weil du das Problem mit der Vermarktbarkeit ja auch schon im Vorstellungsthread erwähnt hast. Da dachte ich, dass dich das momentan umtreibt und du auch an einer Diskussion dazu interessiert bist, aber sowas kan man im Forum natürlich auch mal falsch interpretieren.

      Dann jetzt mal noch eine bastlerische Frage. Du sprichst ja von zwei Kontinenten. Gibt es dann eigentlich trotzdem nur zwei Völker, oder sind das insgesamt noch mehr und hast du dir schon überlegt, wie die sich untereinander unterscheiden?
    • @Amanita
      Kein Problem. Das treibt mich auch tatsächlich um. Und ich bin auch an einer Diskussion interessiert. :) Also danke ...
      Allerdings sehe ich bei diesem Setting ohnehin kein Mainstream-Potential (wenn auch aus anderen Gründen als du, aber ich kann das ohnehin immer nur schwer einschätzen) und würde mich eher abseits davon für Stoffe interessieren, die vielleicht noch "gehen". Bei den Weltenbastlern bin ich eher um der originellen Stoffe willen. Die haben hier ja zum Glück eine Existenzberechtigung.
      Einen Schreib-Versuch zu Ruga möchte ich auf jeden Fall starten.

      Zu den anderen Beiträgen demnächst. Muss ins Bett. :)
      Musa, mihi causas memora
    • *durchsagenstimme*
      Zu weiteren Diskussionen über Schreiben im Kontext von Realworld-Politik geht es hier entlang.

      Für Neues über Yambwis Welt bleiben Sie bitte in dieser Fahrspur. ;)
      Nights are deep when days are long. / / / Any sufficiently complex explanation is indistinguishable from ISSO. / / / Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.
    • Amanita schrieb:

      Dann jetzt mal noch eine bastlerische Frage. Du sprichst ja von zwei Kontinenten. Gibt es dann eigentlich trotzdem nur zwei Völker, oder sind das insgesamt noch mehr und hast du dir schon überlegt, wie die sich untereinander unterscheiden?
      Es könnte auch noch mehr Kontinente geben. Das muss ich noch herausfinden.
      Hm, ich sehe die Nopoye und die äh ... anderen Menschen jetzt gar nicht als zwei Völker an. Eigentlich sind sie ja eh alle dasselbe Volk, nämlich Menschen. Die Nopoye sind die Indigenen der Neuen Welt, aber sie gliedern sich in verschiedene Stämme. Und auch die Bewohner von Quaia haben unterschiedliche Hintergründe, Traditionen und Kulturen. Das ist allerdings noch nicht so richtig ausgearbeitet.


      aeyol schrieb:

      Gibt es Widerstandsgruppen und gab es schon Rebellionen? Und gibt es sowas wie ein "gallisches Dorf"?
      Widerstand gegen was eigentlich genau? Gegen die Eroberer? Oder die Inquisition? :)
      Die Insel, wo die Serie angesiedelt sein soll, ist ein bisschen sowas wie ein "gallisches Dorf". Sie ist unabhängig von Neu-Calun, obwohl das Neu-Calun nicht recht ist, und dort gibt es keine Inquisition, obwohl die dominante Religion dort trotzdem dominant ist.
      Die dominante Religion ist übrigens an die katholische Kirche angelehnt. Mit vielen Heiligen, die ich noch bebasteln muss. Bisher gibt es nur zwei; nach der einen (Barbara) ist das Krankenhaus der Hauptstadt benannt.

      @Weeping Elf
      Klingt abgefahren. ;)

      Die letzten Tage habe ich nur das auf der Insel herrschende Gesetz bezüglich Abtreibungen auf besagter Insel und die Reaktionen der Einwohner bebastelt. Kein Bastelthema, das ich schon mal in einer anderen Welt gehabt hätte, aber es war halt plotrelevant.
      Ach ja, und ab heute neu: Die "Bannkiste" (eine magische Kiste zum Einschließen gefährlicher Artefakte) und das "Wachmal" (ein Zauber, der nur aktiv ist, solange jemand ein Auge drauf hat; etwas unpraktische Sache).
      Musa, mihi causas memora
    • Widerstand gegen die Eroberer und/oder gegen die Inquisition, jo. Hatte ich vielleicht beides zu sehr in einen Topf geworfen? (wobei ich mir ja vorstellen könnte, dass die Betroffenen das auch täten - im Sinne von "du bist einer von diesen Eroberern, die die Inquisition mitgebracht haben und darum mitschuldig).

      Und wie schafft diese Insel es, unabhängig zu bleiben, wenn das dem mächtigen Neu-Calun nicht recht ist?
      nobody.