Dreiundsechzigstes Speedbasteln am 04. Oktober 2018: Farbbedeutungen

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    Vom 3.5.-6.5. findet das Weltenbastler-Frühjahrstreffen in Arnolds Ferienhof in Oberlauringen (Landkreis Schweinfurt) statt. Zur verbindlichen Anmeldung geht es hier lang.

    Neulinge sind wie immer höchst erwünscht und wir freuen uns euch kennenzulernen!

    • Warum wir die „Blaue Fahne“ schwenken oder „blau sehen“, wenn wir aufgeben

      Die Aufgabe ist viel zu schwer, da seh‘ ich einfach blau!“, hast du dir bestimmt schon das ein oder andere Mal gedacht oder musstest nachdem du Buch um Buch für eine Prüfung gelernt hast einfach die „Blaue Fahne“ schwenken und eine Nachprüfung in Kauf nehmen. Aber warum ist das so, warum sehen wir ausgerechnet „blau“?


      Die phanechischen Handelsschiffe hatten bereits in der Antike blaue Wimpel an ihren Masten – natürlich nicht einfach blau, sondern Sor-Blau, gefärbt mit dem berühmten Farbstoff, der die phanechischen Städte reich und berühmt machte. Mit diesen Wimpeln machten sie auf sich aufmerksam, zeigten, dass sie am Handel interessiert waren und generell, dass sie in Frieden kamen.

      Nach und nach wurde der „Blaue Wimpel“, den man auch „Phanechischer Wimpel“ nannte, auch von den Handelspartnern der Phanecher als Zeichen der Handelsbereitschaft eingesetzt und bereits in der Klassik waren Blaue Wimpel in der ganzen bekannten Welt das Zeichen für Händler. Von hier war es nur ein kleiner Schritt, der den Blauen Wimpel zum Parlamentärszeichen machte.


      Mit der Zeit wurde der Blaue Wimpel zu einer Fahne, die von belagerten mittelalterlichen Burgen bis zu den Gräben der Großen Kriegen geschwenkt wurden, wenn Verhandlungen gewünscht wurden. Doch in der Zeit der Großen Kriege veränderte sich zusehends die Bedeutung der Blauen Fahne, denn statt Verhandlungen einzuleiten, diente sie nur noch der Signalisierung der Unterwerfung – und hier sind wir mit unserem kleinen historischen Exkurs bei unseren heutigen Redewendungen angekommen. Jetzt weißt du hoffentlich, warum die „Blaue Fahne zu schwenken“ so viel wie „aufgeben“ bedeutet, hoffentlich hast du es bis hier hin geschafft – und nicht vorher „blau gesehen“!

      Quelle: Wer weiß, der weiß - Sachbuchreihe für Kinder & Jugendliche, Band 2 "Sprichwörter, Redewendungen und geflügelte Wörter"


      ~ Der Ort für jene, denen unsere Welt nicht genügt ~
    • Mitkanisches Fächertheater


      Das mitkanische Fächertheater ist für Außenstehende oft verwirrend. Im Inland sind die Darbietungen jedoch sehr beliebt. Fächertheater findet man meist als Belustigung zu größeren Veranstaltungen. Allgemein gelten sie als eher intellektuelle Unterhaltungsform, obwohl es auch Varianten für das weniger gebildete Volk gibt.

      Eine Vorführung findet gewöhnlich in einem dunklen Raum statt. Die Vorführenden tragen dunkle Kleidung und dunkle Schminke, die sie komplett verbirgt. Die eigentlichen Darsteller sind die namensgebenden Fächer. Für gewöhnlich bestehen sie aus Holz oder Bein und sind mit bemaltem Leinen bespannt. Die Motive sind dabei denkbar einfach gehalten, so dass man sie auch aus großer Entfernung gut erkennen kann. Jedes Motiv besteht aus einem Hintergrund und dem Motiv selbst, das einmal hell auf dunkel und einmal dunkel auf hell auf die beiden Seiten eines Fächers gemalt wird. Je nachdem, ob die helle oder dunkle Motivseite den Zuschauern gezeigt wird, ist der Fächer gerade der aktiv Handelnde oder nur der Reagierende.

      Die Vorführung besteht daraus, dass die Person, die den jeweiligen Fächer hält, diesen auf eine bestimmte Weise bewegt. Auf und Nieder, seitwärts, im Kreis, oder über die Bühne läuft. Dabei führt immer ein Fächer eine Hauptbewegung aus, während die anderen darauf reagieren. Die Vorführung wird von Musikanten untermalt, die jedem Fächer ein eigenes musikalisches Thema verleihen. Durch die Bewegung und die Variation des Themas ergibt sich die Handlung.

      An dieser Stelle zeigt sich auch das Problem, dass sich für Fremde oft ergibt: Die Farben, Motive und Musik zusammen ergeben jeweils bestimmte Archetypen, die durch die Mythen und Legenden in Mitka weithin bekannt sind. Ein Wolf in rot und weiß steht zum Beispiel im Zeichen des Kren und stellt für gewöhnlich Krieg und Zwietracht dar. Ein Bär in Grün und Braun wiederum für Schutz und Heimstatt. Blau und Schwarz stehen oftmals für Meer und Ungewissheit. Rot und Gold stehen im Zeichen des Ahai und stehen so oft für Wachsamkeit und Gerechtigkeit. Es gibt lokale Variationen, die sich jedoch mit dem Allgemeinen Mythenwissen verstehen lassen. Nur für Außenstehende wird es schwieriger, je weiter weg sich der eigene Heimatort befindet.

      Die meisten Geschichten drehen sich um die Götter, was man schon daran erkennt, dass viele Motive ihre Symbole und Farben enthalten. Weitere Geschichten stehen oft in Zusammenhang mit den Heldentaten der frühen Kaiser oder anderer legendärer Figuren der Geschichte. Fast immer spielen die Vorführungen auch auf aktuelle Geschehnisse an. Um zu verstehen, welche diese sind, muss man allerdings ein gutes Wissen über die lokalen Persönlichkeiten und die politische Lage der Gegend haben, da sie, nach mitkanischer Sitte, oft sehr subtil sind. Umgekehrt erspart das den Vorführer auch oft die überstürzte Flucht, die bei weniger subtilen Kritiken oft erforderlich wird.

      Das Fächertheater steht allerdings trotzdem auch bei Besuchern aus weiter Ferne in gutem Ruf. Selbst wenn man die zu Grunde liegenden Bedeutungen nicht versteht, ist es in jedem Fall eine elegante Vorführung der Künste der Vorführer und ihrer Musikanten. Und selbst ohne Hintergrundwissen lässt sich eine Liebesgeschichte durchaus erkennen und von einer Rachegeschichte unterscheiden, auch wenn diese oftmals kombiniert auftreten.







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    • Farben in den Sprachen der Insel

      Farbnamen zählen, sofern nicht aus anderen Sprachen entlehnt, stets zu den ältesten Wörtern einer Sprache. Die Meslanischen Sprachen, die von den Kaeriya erworben oder entwickelt werden, kennen zumeist drei Farbwörter für dunkel, hell und einer mittleren Helligkeit, manchmal vier. Mehr benötigen Kaeriya auf Grund der fehlenden Farbsicht einfach nicht. Die Isiadischen Sprachen, tief im Wasser bei den Santen verwendet, kannten ursprünglich Wörter für weißliches Hell, bläuliches Hell, schwarz, braun und grün, weitere Farben sind Lehnwörter. Als einzige Sprache der Insel kennt das Nevalische zusätzlich zu hell, dunkel, rot/gelb und grün auch ein ursprüngliches Wort für ultraviolett, das die zumeist in dieser Sprache kommunizierenden Ditaya ja, im Gegensatz zu allen anderen, sehen können. In den übrigen Sprachen der Sicauanischen Sprachfamilie sind die ältesten Farbwörter jene für rot, grün, hell und dunkel, sowie ein weiteres, das sowohl blau als auch gelb bezeichnet, da die Noi diese Farben nicht unterscheiden können - es existieren eindeutige Lehnwörter für gelb und blau, aber von Noi werden sie nicht verwendet.
      Die Trinallische Sprachfamilie hat hell, dunkel, rot, gelb/grün und blau aufzubieten, die Yaves-Sprachfamilie hell, dunkel, blau, braun/grün und rot.
      Im Gegensatz zu all diesen vergleichsweise beschränkten ältesten Farbnamen, haben sowohl die Deimat-Sprachfamilie als auch die Nel-Sprachfamilie erstaunliche elf Farbgrundwörter zu bieten. Zusätzlich zu den bekannten hell und dunkel sind das die Folgenden: rot, gelbrot, gelb, gelbgrün, grün, türkisgrün, mittelblau, blauviolett und rotviolett. Allein mit Kenntnis der Sprachen mag diese Vielfalt überaus erstaunlich erscheinen, doch die Erklärung ist einfach: Die Marcoova, die die beiden Sprachfamilien dominieren, haben neun streng unterscheidbare Haar- und Augenfarben, die offenbar bereits in frühester Zeit als so wichtig angesehen wurden, um ihnen eindeutige Namen zu geben.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • Die Farben der Astrologie

      "Es ist dabei nicht nur auf die Sternenkonstellation zu achten. Wenn ihr ein Horoskop erstellt, müsst ihr auch auf die Farbe achten. Ich habe ja schon erläutert, dass sich die Sterne und ihre Eigenschaften verändern, je nachdem wie sie sich in Bezug auf uns bewegen. Im Einzelnen ist die Herleitung zu kompliziert. Also schaut die Farben in den entsprechenden Tabellen nach. Diese sind nicht sehr kompliziert, da das so ziemlich das einzige in unserer Profession ist, was nicht betroffen ist, wenn die Träne mal wieder versetzt wird und der Himmel sich ändert. Bei einer dieser Änderungen ist es recht schnell von einheimischen Sterndeutern in Erfahrung gebracht, auch wenn diese nicht auf unserem Niveau arbeiten. Dann kann ganz einfach nach der neuen Haupttabelle die Grundzahl nachgesehen werden und diese wird dann nach der jeweiligen Korrekturtabelle angepasst, um dann im guten alten Compedium Coloris Stellarum fündig zu werden. Wie schon erwähnt, unsere dünnste Tabellensammlung.

      Das Problem bei diesem Punkt ist die Bedeutung der Farben unter den neuen Umständen zu eruieren. Dies benötigt viel Fingerspitzengefühl und es kann erst fortgeschrittenen Schülern unserer Kunst offenbart werden.

      Derzeit haben die Farben folgende Grundbedeutungen:

      Rot steht mit Liebe, aber auch Bluttat und Tod in Verbindung.
      Blau bedeutet Tiefe, Grund, Zuverlässigkeit,
      Grün bedeutet Wissen und Nichtwissen, das Potential der Weisheit und auch die magischen Künste
      Gelb Höhe, Leichtigkeit und Zuversicht und
      Schwarz steht -wie fast überall- für Geheimnis, Undurchschaubarkeit und Unergründliches.

      Diese müssen noch den jeweiligen Umständen angepasst werden und auch Ausnahmen sind zu bedenken. Dazu kommen wir in der nächsten Woche, da hierzu die einzelnen Sphären und Quadranten berücksichtigt werden müssen.

      Die Nebenfarben sind leicht selbst in Erfahrung zu bringen. Sie sind im Journalium Astronomium leicht nachzusehen. Unsere Geheimschrift sollten sie ja mittlerweile beherrschen."
    • @Nharun: Zwar kenne ich diese Sprichwörter nicht ;D, aber trotzdem ist die Erklärung sehr interessant und ich hoffe, mehr aus der Reihe "Wer weiß, der weiß" in Zukunft lesen zu können. Vielleicht magst du ja mal einen ganzen Band oder zumindest ein Kapitel/eine Doppelseite aus so einem Buch zusammenschustern. ;)
      @Teja: Sowas würde ich mir auch mal gerne anschauen; sehr schön! :)
      @Veria: Und noch ein interessanter Beitrag. Die Marcoova scheinen ja wirklich recht bunte Gestalten zu sein.
      @Riothamus: Da hast du ja recht fix noch was feines aus dem Ärmel geschüttelt. Sehr schön!


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    • *Lobsbeerenkompott schöpf

      @Nharun: Interessante Abwandlung der weissen Flagge. Sehr schön.

      @Teja: Ach wie schön! So eine Vorstellung würde ich gerne mal sehen. Das gefällt mir wirklich gut.

      @Riothamus: Oha, ja, da gibt es natürlich ganz eigene Probleme für die Astrologie, wenn sich der Himmel mit jeder Versetzung ändert. Schön gelöst.
      Wer das liest, ist auch nicht schlauer als vorher.
    • @Nharun Also ich hab nicht blau gesehen und bin bis zum Ende gekommen! Ich finde vor allem das Zitat am Schluss echt niedlich. Aber ist es nicht teuer, wenn man eine echte blaue Fahne braucht, um sich zu ergeben?
      @Veria Die Marcoova erinnern mich an den Fangschreckenkrebs. Haben die Farben denn auch Bedeutungen?
      @Riothamus Das klingt ja wirklich äußerst komplex. Es ist ja wirklich nicht einfach, wenn sich der Himmel auch noch immer wieder ändert. Wie oft wird die Träne denn versetzt?







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    • Ich wollte eigentlich erst morgen loben, aber da heute leider nicht so viele Beiträge zusammenkamen, hatte ich doch die Zeit und Muße, mir direkt alles in Ruhe durchzulesen.

      @Teja Der Fächertanz ist eine hübsche Idee. :thumbup: Ich finde so Dinge, die beim Anschauen einfach schön sind, mit dem nötigen Wissen aber wirklich tiefgehende Bedeutng entfalten können, furchtbar spannend. Eine Visualisierung dieses Fächertanzes fände ich auch äußerst spannend, vielleicht kannst du das ja im Inktober nochmal unterbringen ;) Wird der Fächertanz von den Nachbarn Mitkas als exotisches Spektakel für (dekadente) Feste genutzt? Gibt es dezidiert religiöse Fächertänze, wenn ihre Geschichten schon diesem Dunstkreis entspringen, also Fächertänze als Teil des Kultes oder als "Opfergabe"?

      @Veria Eine sehr beeindruckende Übersicht. :thumbup: Es ist bei irdischen Sprachen schon spannend, welche Farben eigene Namen haben, aber das für eigene Spezies durchexerziert zu sehen, finde ich von der Detailtiefe einfach toll, denn wenn sie an ganz anderen Orten leben oder ganz andere Sinne haben, ist so etwas ja irgendwie logisch. Gefällt mir!

      @Riothamus Faszinierend! :thumbup: Eine stimmige Lösung für ein astrologisch großes Problem. Was für ein Ansehen genießen denn durchschnittliche Astrologen auf der Träne überhaupt? Übrigens schön, dass du es trotz verschärften Speedanteils für dich, noch geschafft hast innerhalb der Deadline zu posten. Respekt!


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      Teja schrieb:

      Aber ist es nicht teuer, wenn man eine echte blaue Fahne braucht, um sich zu ergeben?
      Ja, unter bestimmten Umständen und in bestimmten Zeiten auf jeden Fall. Ich glaube in älterer Zeit war der Blaue Wimpel, der ja erstmal nichts anderes als ein "Verhandlungsangebot" darstellte, deshalb auch quasi das Zeichen für "hier will jemand reden, der auch was zu bieten hat". In späterer Zeit, besonders nach der Magischen Revolution wurden blau gefärbte Stoffe billiger; und ich glaube irgendwann schon vor dem Übergang vom Wimpel zur Fahne, hat man schon kein echtes Sor-Blau mehr genommen, sondern einfach was Blaues


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nharun ()

    • Nharun schrieb:

      @Teja Der Fächertanz ist eine hübsche Idee. Ich finde so Dinge, die beim Anschauen einfach schön sind, mit dem nötigen Wissen aber wirklich tiefgehende Bedeutng entfalten können, furchtbar spannend. Eine Visualisierung dieses Fächertanzes fände ich auch äußerst spannend, vielleicht kannst du das ja im Inktober nochmal unterbringen Wird der Fächertanz von den Nachbarn Mitkas als exotisches Spektakel für (dekadente) Feste genutzt? Gibt es dezidiert religiöse Fächertänze, wenn ihre Geschichten schon diesem Dunstkreis entspringen, also Fächertänze als Teil des Kultes oder als "Opfergabe"?
      :) Freut mich, dass es dir gefällt. Ich denke, die haben auf jeden Fall eine religiöse Komponente und es gibt bestimmt spezielle Tänze für spezielle Anlässe. Die Nachbarn von Mitka sehen das bestimmt als exotisches Spektakel, je nachdem, wo sie leben. Im Süden können sie damit bestimmt was anfangen, im Norden eher nicht so. Da stehen die Leute nicht so auf Subtilität :lol: .
      Ob ich den im Inktober verewige kann ich allerdings nicht versprechen. Der erfordert irgendwie mehr Skill, als ich mir momentan zutraue.







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    • So, wie schon angedeutet, heute gibt es Lobsbeerenkuchen für alle, der nicht explodiert ist.

      @Nharun : Fast wollte ich heute Abend die blaue Fahne schwenken und erst morgen bewerten, aber nach deinem Beitrag wäre das irgendwie verkehrt. "Blau blüht der Enzian" und solche Dinge haben jetzt eine neue Bedeutung. Wenigstens kann Alkohol auch außer Gefecht setzen. Und dann als Sachbuch für Kinder erklärt. Interessant wie immer. Was machen denn jetzt die Kaufleute? Gab es mit ihrer Fahne noch Missverständnisse oder hatten sie sie schnell genug ausgetauscht?

      @Teja : Da musst du ja fast einen Film produzieren. Und subtile Bedeutungen scheinen in der Kultur ja wirklich eine größere Bedeutung zu haben. Da wäre es interessant Bild und Beschreibung nebeneinander zu sehen. Gibt es auch Tänze speziell für Touristen und mit abgespeckter oder keiner Bedeutung? Es hört sich alles auch nach einer interessanten Ästhetik an.

      @Veria : Und auch dein Text ist informativ und interessant. Schön, was alles nur durch die Ausdrücke für die Farben über deine Völker zu erfahren ist. Interessant wäre da vielleicht noch, ob es da irgendwann zu Fehlübersetzungen kam. Wie den Beitrag von Teja lese ich mir das nochmal durch, wenn ich wacher bin. Dann gibt es vielleicht noch zusätzliche Fragen.

      Zu meinem Geschreibsel:

      @Elatan : Ich hatte das mit der Astrologie ja schon mehrfach hin- und herüberlegt. Da musste ich ja nur tippen und mir konkrete Bedeutungen für die Farben aus den Fingern ziehen.

      @Veria : Das ist ja nur ein Teil der Lösung. Durch die 'Farben' habe ich da schon mal einen gewissen Grund und vor allem einen Mechanismus, der die traditionelle Astrologie durch einen Korrekturfaktor eigenständig bestehen lassen kann. Ohne diesen Faktor und komplizierte Tabellen müsste ja immer nur die Astrologie der jeweiligen Welt übernommen werden.

      @Teha : Das hängt eher vom Zufall ab. Derzeit wird sie versetzt, wenn sie anderen Experimenten im Weg ist.

      @Nharun : Ich bin noch nicht sicher, ob die Astrologen eine unabhängige Berufsgruppe sind oder das zur Magie oder Religion gezählt wird. Daher ist ihr Ansehen auch noch nicht gebastelt. Wie gesagt, der Grundsatz musste ja nicht entworfen werden. Da war dann nur die Frage, ob ich schnell genug tippen konnte.
    • Entschuldigt die Verspätung, aber ich wollte doch mal wieder mitmachen. ^^


      Graugelb
      Graugelb ist eine ganz besondere Farbkombination in kn. Es sind die Farben des Himmels (gelb) und der Wolken (grau). Doch auch die kaiserliche Burg, mit ihrem weichen Übergang von Boden zu Mauer, trägt diese Farbkombination. Die dunkle von Amalgam zerfressene Bleidecke legt sich wie eine erdrückende Totenmaske über die Rundungen der Burg. In diesen Mantel sind Symbole und Zeichen geritzt und mit Gold ausgekleidet.
      Die "Himmelsfarben" haben schließlich durch Künstler ihre gewaltige kulturelle Relevanz erhalten, eine ganze Kunstepoche trägt den Namen "Graugelb". Die Künstler beschworen immer wieder die charismatische Wirkung der Farbkombination, die leicht einen nostaligischen, gemäßigten Effekt erzielt. Berpp Siefeläx ging gar soweit und bezeichnete sie als die emotionalste aller Farbpaletten: "Nur der Himmel, mit seiner endlosen Weite und Imposanz, [...] hat die Farben, um selbst die rohsten Gefühle zu bilden." -Berpp Siefeläx
      An der Erfindung des Lichtspuckers kann man ganz klar sehen wie stark der Einfluss der Graugelb-Epoche war. Noch heute sehen wir Übertragungen in Grau-Gelb, statt dem technisch durchaus möglichen Schwarz-Weiß oder Braun-Pink.
    • @Teja: Ich steh ja total auf hochkomplizierte Theaterkulturen. Ich stell mir bei sowas immer gerne vor, dass plötzlich ein gelber Flächer flattert und das Publikum hörbar den Atem anhält, weil das so schockierend war. :lol:
      @Nharun: Schön wie sich die Farbe durch die Geschichte zieht und wie sie es zum geflügelten Wort gebracht hat.
      @Veria: Ha, das mit den Haarfarben ist ne coole Idee. Nicht nur dass sie die Farbbegriffe dominiert haben, sondern auch dass Haarfarben kein Kontinuum bilden, sondern spezifisch sind.
      @Riothamus: Sterne können schwarz werden?? Ich mag bunte, sich farblich veränderne Sterne. :)
    • @Tö. Super, dass du nachgereicht hast! :thumbup: Spannend, dass eine Farbe (oder Farbkombination) eine ganze Epoche prägt und die Gesellschaft nachhaltig beeinflusst. Gab es auch andere Kunstepochen in denen Farben zentral waren, oder konzentrierten die sich eher auf andere Aspekte? Es ist bestimmt in der Zeit nach diese Kunstepoche total rebellisch auf graugelb zu verzichten?


      ~ Der Ort für jene, denen unsere Welt nicht genügt ~
    • @Tö : Die Prägung einer ganzen Kultur durch eine bestimmte Farbkombination ist mal etwas anderes. Wird dabei den Farben auch ein Bedeutungsinhalt beigelegt? Oder ist es einfach so, dass grau und gelb in kn in der Häufigkeit die Rolle vertreten, die bei uns Schwarz und Weiß einnehmen?

      Leider sind die Sterne nicht farbig, die Farben stehen nur als Symbol. Da auch wir die verschobenen Farben der Sterne nicht sehen, aber durch die Physik davon wissen, hatte ich das nicht explizit erklärt. Aber wirklich farbige Sterne hätten tatsächlich was.

      Kleine Nachbastelei, weil mir das gestern etwas zu kurz geriet:

      Bei anderen Sternkonstellationen muss die Astrologie weitgehend neu erfunden werden. Wenn man da nun bestimmte Probleme durch eine Sammlung von Ausnahmen, also durch eine Aufzählung löst, die auf diese Farben verweist, wird das ganze zwar äußerst komplex, lässt sich aber zu einem guten Teil auf Tabellen reduzieren, die der Astrologe ja sowieso benutzt. Ursprünglich wurde der Bedeutungsgehalt der Farben, wie ihn der Volksmund sah, mit den entsprechenden Sternenkonstellationen verbunden. Mit der Zeit galt es als eine Art Zustandsanzeige eines Planeten, die sich einfach farblich ausdrücken ließ und entfernte sich von den Bedeutungen. Als nun die Träne in andere Welten versetzt wurde, wurde es zum korrektiv und je nach neuer Position der Träne mit anderem Inhalt gefüllt. Die Zahl der Farben und Nebenfarben kann dabei schwanken. Und schwarze Sterne sind teils wirklich nicht zu sehen: Sie müssen da sein, weil das System sonst nicht übertragen werden kann. Offensichtlich sind sie so schwarz, dass wir sie nicht sehen. Jedenfalls postulieren das die Astrologen. Die Astrologie ist ja auch bei mir keine richtige Wissenschaft.